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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Griinbaum, - Griinewald, 213 Er hat gegen 50 italienische und deutsche Opern für die Theater zu Prag, 'Wien und Berlin in's Deutsche iibcrsctzt.; auch als Componist hat er ~ich bekannt gemacht. Be- sonders rnnss hier eine Cornposition namhaft gemacht werden, die irrtlJiimlich von Vielen Uossiui oder Caraft'a zugeschriclJcn, und unter deren Namen sogar gedruckt ist, die aber nach Versicherung seines Sohnes von Grünbaum herrührt, es ist dies der bekannte Bolero: "Ein Quell der Freude ist treue LiclJe", eingeleg-t in Hossini's "Barbier". _ Ferner sind folgende \V erke von ihm: Deutsche Ges. m. Guit. Prag, Dcrra. - D. gefoppte Alte, Terz. f. 2 '1'. B. Lpz. Hoffmeister. - Das theure Glas, kom. Terz. \Vien, Haus. - Die beliebtesten russischen Nationalweisen f. 1 Sgst. Berlin. - :Metodo prntico di Canto It:tliano dcl 1\fo. Vaecaj (auch unter d. Titel; Praktische Methode des ital. Gesanges, enth.: 2:2 mit Text unterlegten Lcctionen n. d. Ital. bearb.). ßerlin. - Six Chansons de Concone av. des Parales ital. et allem. urr. d'apres !es vocalises du meme auteur. Berlin, Bock. - 2 Abhandlungen ,·on Berlioz: 1. Der Orchester- Dirigent und seine Obliegenheiten. 2. Die neueu Instrumente. 11 ßg. quer Fol. Berlin. Griinbaum (Tiaet•ese), geh. l\lüller. Diese berühmte Sängerio gehört ihres künstlcrisch~n \Virkens wegen nicht hierher, doch möge sie hier kurz crwiihnt werden, da sie seit langer Zeit ihren Aufenthalt zu Berlin gewählt bat. Geb. d. 24. Ang. 1791 zu \Vien, Tochter des beliebten Cornponisten \V cnzcl 1\lüller, betrat schon als Kind von 5 Jahren in ihrer Vaterstadt die Bühne, nachdem sie den ersten musikalischen Unter- richt von ihrem Vater erhalten hatte. Im J. 1807 kam sie mit dem Vater, der als Kapellmeister in Prag angestellt war, dort hin, bekam nun den Italiener Aloysi zum Ge- sanglehrer, unter dessen Leitung sie grossc Fortschritte machte und sich bald den Huf einer ausgezeichneten Siingerin erwarb. Nachdem sie sich 1813 mit dem Sänger Joh. Chr. Grünbaum verlwirathct, unternahm sie Kunstreisen nach Berlin, München, ·wien, ward am letztgenanntcu Orte 1818 als erste Süugcrin beim K. K. Hof- Opern- Theater angestellt und im J. 1828 pensiouirt. Als ihre Tochter Caroline 1832 in Berlin cngagirt ward, übersiedelte sie mit ihrem Gatten und Sohne dahin; wo sie noch gegenwärtig (1860) lebt. Nur 2 l\Ial hat sie auf ihren Kunstreisen sich in Berlin hören lassen, n[im- Jich 1817 und 1824; sie gefiel damals IJesondcrs in den Hollen der Desdemona und Donna Anna. * f~a·iinbaunt (Frletlr. 't:llh.) •). Geb. d. 2·i. Nov. 1815 zu Gotha, erhielt dort von dem Kantor Felsberg Unterricht im Clavierspicle, Geucralbassc und Gesang. Von 1836·- 44 war er Hauslehrer beim Grafen Sehlicft'en auf dem ·Rittergute Schwandt (l\Iecklcnburg-Sehwerin), wo er sich in seinen l\lussestunt!en mit der Composition in allen Gattungen versuchte. Einige derselben wurden clurch freundliche V crmittlungen an Fclix 1\lcndelsohn geschickt, der ihn veranlasste, sich 184,! nach Bcrlin zu begeben, ihm nicht allein ein K. Stipendium auf 2 Jahre erwirkte, sondern aurh bei seinen Studien iu der Musik, im Vereine mit seiner Schwester, der Fr. Professor liensei, mit Rath und '!'hat unterstützte, Leieier vcrliess l\Iendelsohn noch in demselben Jahre Bcrlin und folgte auch bald seiner Schwester in's Grab· bis zn dessen Tode genoss Grünbaum jedoch noch immer seines br~eflicheu Uathes ~nd Zuspruchs. Seine contrapnnktischen Studien machte Grünbaum bet dem. nun auch duhingcscbiedcncn Theoretiker Professor Dehn zu Bcrlin. Am 1. Januar 185:! ward er als Orgaubt bei der Neuen Kirche zu Bcrlin an- gestellt. Von seinen Compositionen sind bekannt geworden: Die Sommernacht, dram. Gedicht v. L. Tieck, l\Iclodr. m. Chören f. Fraucnst,, 1855 in einem Conc. zu Berlin. Zeitlieder f. 4 ?Iist., Part. u. St. Berlin, Pliz. Gri·n~naltl (...t.tloiJih), geboren in Schlesieu, soll auf der Violine cin.Schüler Böhm's zu \Vien sein, ging um 1849 . nach ~er !in, wo er als Lehrer der Violine wirkt und sich auch häufig als guter Solosptcler horcn liisst. Grünenahl (Carl Uelnr.) wird zuerst in Harnburg erwähnt., wo er 1706 die Oper "Gcrmanicus", od.: "Die gerettete Unschuld" compouirte, Von hier ging er als *) Gehurt nicht zu der oben angegebenen Künstlcrfamilie.
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