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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

212 GriinLaum. den Unterricht H. Birnbach's und ward 1836 Mitglied der Sing-Akademie. Seiner guten Tenorstimme wegen entschied er sich fiir den dramatischen Gesang und betrat im Nov. 1R37 ztterRt als Nadori ( Jcssonda) die Biihnc zu l'rag; spiiter war er bei mehreren an- deren Theatern und zuletzt in Königsberg engagirt. Seine besten Partien waren: Nadori, Arnold (Tell); Almaviva (Barbier); Edgardo (Lucia); Alamia (Bclisar); 'l'onio (Hegiments- tochtcr); Gennaro (Lucrczia). Im J. 1846 kehrte er nach Berlin znriick, um sich dort als Gesanglehrer niederzulassen. Seine bedeutendste Schülerin ist die Sängerin Frau Bcrtha Halmemann. Lieder. 4 Lieder f. 1 Sgst. m. Pf., Hrn. Ed. Mantins d~d., op. 1. ßerl. Westphahl.- 5 Lieder do., d, K. General-Intendanten Gr. Hcdern ded., o p. 2. llerl. ßechtold & Ilartje. - 2 Barcaroles p. 2 voix av. Pf., dcd. a Dlle. Caroline Grünbaum, o p. 3. cbend. - 6 deutsche Lieder f. 1 Sgst. m. Pf., dem K. Siinger II. Stümer ded., op. 4, Bcrl. Stackebrand 1837. Griinbtuun (Carolhte), Siingerin bei der K. Oper zu Berlin, Tochter und Schiilerin von Joh. Chr. und Thcrese Griinbaum. Geh. zu Prag den 28. l\Iärz 1814, zeigte friih Anlage zum Gesange, ward nach ihrer Ausbildung beim Kiirntner Thor-Th. zu Wien engagirt, wo sie am 22. August 1829 als Emcline (Schweizerfamilic) mit Beifall debiitirtc. Es war dies die letzte Auffiihrung dieser Oper unter Leitung des Componisten "" cigl, nnd daher gcwisscrmaassen der letzte Akt desselben, die jugendliche Silngerin in die musikalische \V clt einzuführen; doch blieb diese nur kurze Zeit bei der genannten Biihnc, tla dieselbe nach einem Jahre auf einige l\lonate geschlossen ward. Nachdem Caroliue bei einem gliinzcnden Conecrte zur Krönung Kaiser Fcrdinand's zn Prag mit- gewirkt, trat sie mit ihrer .i\Inttcr eine Kunstreise iiber Hamburg, Braunschweig, Hannover, Darmstadt, Frankfurt und \Viirzbnrg an, und nahm hierauf ein Engagement beim Kö- uigsstiitltcr Th. zu Bcrlin au, wo sie am Hi. Fcbr. 1832 ebenfalls als Emelinc dcbiitirte. Der Beifall. den sie bei dieser Biihnc fanü, bewirkte jedoch bald ihre Berufung zur K. Oper Bcrlins, WIJ sie am 1. September 1832 als Amazili (Cortez) zuerst auftrat. Im J. 18-10 vcrlicss sie auf kurze Zeit die Biilmc, kehrte aber im folgenden Juhre wieder zuriick, bia sie im J. 1844 ganz der Biihne entsagte um! am 10. Juni d. J. zum letzten l\Ialc zu ihrem Benefiz dieselbe betrat. Unter ihren Hauptrollen sind zu nennen: 1832: Elvim (Stumme); Zcrline (D. Juan, im Ganzen 37 Mal); Irene, Op. gl. N. j Ruschen (Kirmes); Zelia (Nurmahal). 1833: l\Iaria (Schloss Candra); Ricetta (Zweikampf); Anna (llci!ing); Alicc (Robert); IIannchcn (Joconde). 183!: Pamina (Zauberflötc) j Annette (Fel- s~nmühie); Palmclla (Fra DiaYolo:l; Agncs (Zigeuner); Jutta (Drakana); Henri.ctte (Braut); Use (d. deutschen Herren); Agntlte (Freischütz, von 1834-39: 2G Mal). 18:Ju: Fanchon, Dl'lia (Ali Baba); BI andine (Blühende Aloe); Dorabella (Cosi fantutte); _Lodoiska, l'eki (EI1rncs l'ferd). 183G; Hezia (Oberon); Amina (Nachtwandlerin); Betty (Bhtz); Griifin (Fi- garro). 1837: Kiithchen; Benjamin (J oseph); Elzida (Bergamo); Charlotte (Gesandtin); Agnes v. Ilohcnstanfen. 1838: Adalgisa (Norma); Rosine (Falkncr's Braut); Edile (Joconde); Bri- gitte (Schwarzer Domino); Giirtnerin (Doppellciter): Malvina (Laborant). 1839: .Marie (Czaar u. /':immermann). 1840: Angelina (Bergamo); Emilie (Othellu); Amtins (Titus); Bertha (Hama- driadcn); Atmeheu (Freischütz, v.1840-44: 151\Inl). 1841: Cordula (II. Sachs); :Margarethe (Fcensec). 1842: l\Iariquita (Herz. Olonna); Gemmi (Tell). 1843: Gretchen (Wild~chütz); Königin (Carlo Broschi); Papagena und 2te Dame (Zauberflöte). Nach ihrem Abgauge verheiratbete sie sich mit dem Schauspieler Bcrght in Braunschweig. Sie war zwar eigentlich keine erste Siingerin, doch sang sie auch mit Glück lste Par- tien und war überhaupt sehr beliebt. Ihr Bild, gern. von Krichuber, erschien in Wien; gez. von Fr. Kriigcr in Berlin. * G••iiultaun• (Jola. Cbril!ltoatlt). Geh. d. 28. Octobcr 1785 zu Ha8lau bei Egcr, kam im lOten Jahre als Singknabe nach Kloster-Waldsassen (Ob. Pfalz); nach B Jahren als solcher an den Dom zu Hcgcnsburg, wo er das Gymnasium besuchte. Nachdem seine Sopranstimme sich zum Tenor umgewandelt hatte, wa:d er 1804 auf Verwemlang seines Lehrcrs, des Abbc Stcrkcl, bei dem dort neu ernchtetcn Theater angestellt; erhielt nach 3 Jahreil ein Engagement in P:ag als erster Tcn.?rist und blieb daselbst 11 Jahre. Hier verheirathcte er sich 1813 mJt Frl. Therese 1\Iuller und ward mit ihr 1818 zum K. K. Hof-Opern-Tb. nach Wien berufen. Im J. 1832 begleitete er seine Tochter Carolinc nach Bcrlin, wo er sich nicderlicss und seitdem als Gesanglehrer lebt.
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