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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

194 Goroncy. - Graben-Hoffmann. Secretair. Nach dem Tode seinrs Gönncrs folgte er seiner Neigung zum dramatischen Gesange, die durch das Hören der Opem in Bcrlin geweckt war, und entschloss sich in seinem 19ten Jahre ein Engagement als Statist bei der Bossau'schen Gesellschaft in Dessan anzunehmen*). Bald entwickelte sich hiP-r sein GeMngtnlent und er erhielt eine Anstellung bei der Oper in Harnburg; sein Ruf drang von hier bald zu andern Bühnen und von nun an war sein Leben eine fortwährende \Vanderschaft. So führte er unter König Jeröme in Casscl die Regie der Oper, und war später bei den Theatern zu \Vürzbnrg, Düsschlorf. Cöln und Coblcnz. Als Sänger war es nicht allein der Schmelz seiner schönen Tenorstimme, die zum Herzen dringemle Anmuth seines Vortrages, die Correcthcit der italienischen Schule und des schönen Trillers, sondern auch die Viel- seitigkeit seines Talents; denn er sang die Partien ucs Sargines, Bclmont, Blonde] und AchÜles, blies als Tnmino mit Virtuosität die Flöte, wie er als Gerstenfeld ( d. Schwestern v. Prag) und Blondcl den Violinbogen fiihrte. Auch war er ebenso au;;gczeiehnet in ernsten, wie in komischen Opcm, die er in Casscl in französischer Sprache sang. Be- sonders werden seine Leistungen in den Opern: "Lc calif dc Baguad", "Adolph ct Clara", "1\laison a vendrc" und "Une folic" riihmcnd crwiihnt. Im J. 1812 übernahm er die Direction des Theaters zu Colmar, büsslc aber dabei sein ganzes Vermögen ein, Von nun an schien das Glück von ihm gewichen zu sein; er licss sich spliter halb erblindet in Cöln und endlich in Frankfurt a, l\I. nieder, doch wollte er kein Theater mehr be- suchen. Hier starb er den 2. Juli 1852. Gorone)' (Emllle), Siingerin zu Berlin, trat 1826 dort in die Sing-Akademie und sang in diesem und dem folgenden Jahre mit Beifall . die Sopranpartie des "Tod Jesu". Von ihrer Composition ist in der in Berlin bei 'Vagenführ herausgegebenen Samm- lung verschiedener Gesänge und Musikstücke f. Pf. das Lied No. 5.: "Wanderers Nacht~ Iied". Ferner erschienen von ihr: 6 Lieder m. Pf., der Friedensgesellschaft in \Vest- Prcussen dcd., 1. Hft. Danzig, Ewcrt 1832. Gottlln,; (ElllUl), Churf. Brandcnb. Kammermusikus und Geiger zu Bcrlin seit 1572. Ein anderer Churf. Geiger dieses Namens wird 1638 genannt. *Gralten-llofranRIIII (Gnsta,·), Gesanglehrer und Componist in Potsdam. Geh, d. 7. März 1820 zu Buin (Posen), wo sein Vater Kantor war. Während einer schweren Krankheit desselben, versuchte der 13jähri"e Knabe ohne Unterricht gehabt zu haben, die Choralmclodicn, die er vom Vater gchö;t, auf dem Clavicre nachzuspielen, und machte bald darin solche .Fortschritte, dass er sich erbieten konnte, den Vater im Orgelspielen zu vertreten, wozu der Prediger nach abgelegter Probe seine Einwilligung gab. Er übte nun zu jedem Sonntage die nöthigcn Choräle ein und versah dann ~ Jahr lang das Amt eines Organisten. Dies bestimmte seine ganze Zukunft, denn er fasste nun den Entschluss, sich ganz der Musik zu widmen, und erwirkte für sich die Auf- nahme in die höhere Bürgerschule in Posen, wo er vom Kantor Mehlhose und dem Musik- Director Voigt die Erlaubniss erwirkte, sich an ihren Instrumenten zu üben, auch von denselben mit Anweisungen belehrt wurde. Um die Musik noch mehr treiben zu können. liess er sich nach einiger Zeit in das Schullehrer-Seminar zu Bromberg aufnehmen, doch war dort der Unterricht in der .l\Iusik unter Leitung des Lehrcrs Steinbrunn nur ober- flächlich und brachte ~hn wen!g VO!:Wärts. Nach Vollendung seiner Schul~~udic.n ward er von dem Seminar m1t dem Zeugmss No. 1. als Lehrer entlassen, aber fur scme mu- sikalische Bildung war so gut wie nichts geschehen, und er hatte noch für die 'Vohlthat der Aufnahme in das Seminar die Verpflichtung 3 Jahre lang als Lehrer zu fungiren. So kam er erst als Kantor und Lehrer nach Sehnbin spliter ward er als Lehrer der Stadtschule zu Posen angestellt, legte jedoch nach Ableistung sci~er pflichtmässigen Zeit ~ein Amt nieder und begab sich nach Bcrlin, um Musi~ zu stud1ren. Hier genoss er in der Composition den Rath seines Freundes Ernst Tschtrch und den des Musik-Dir. *) Diese 1\littheilung n. Schmid's "Nekrolog der Deutschen", stimmt nicht mit einer An- gabe der Annalen des Theaters von 1792, 9. Hft. 1 wonach Gollrnick den 2. April 1792 seine theatralische Laufbahn in Berlin begonnen hat.
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