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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

180 Ganz. um sich uasclbst weiter auszubilden, Im J. 1852 ward er dort bei der K. Kapelle als Bratschist angestellt. Er ist ein geschickter Clavierspieler und hat sich seit 1854 als solcher hören lassen; sein Spiel vereinigt Fertigkeit mit Geschmack ; auch ist er als Lehrer gesucht. Im J. 1856 unternahm er mit den Concertmeistern M. und L. Ganz eine Kunstreise nach London und veranstaltete in den J. 1859-60 mit denselben be- liebte musikalische Soireen. Von seinen Clavier-Compositionen erschienen: Souv. de Londre Rond. op. 1. Berlin, Bock 1855. - Gr, Valse br. op. 2. ebcnd. 1856. * GRIIZ (l.eopohl Alcxandcr), K. Concertmeister und Violinist der Opern- Kapelle zu Berlin. Geb. d. 28. Nov. 1810 *) zu Mainz, erhielt von seinem Vater, der 1\litglicd des l\Iainzer Orchesters und Musik-Dir. der Herz. Kurkapelle zu Wiesbaden war, und seinem Bruder Adolph Ganz (Grossherz. Hessischem Hof-Kapellmeister zu Mainz, jetzt in London wohnhaft) den ersten Unterricht auf der Violine. Spiiter unterrichtete ihn einer der besten Schüler Spohr's, Fritz Bärwolf, auch hatte er in der Folge Gele- genheit, mit den bedeutendsten Künstlern, wie Boucher, Bcriot, Lafont, Spohr, Paganini, Vieuxtemps, in freundschaftliche Beziehungen zu treten und sich nach ihnen zu bilden. Schon in seinem 14. Jahre unternahm er in Gemeinschaft mit seinem Bruder Moritz Kun<>treisen; in seinem 17. Jahre erhielt er Engagements-Anträge für die Hof-Kapellen zu Berlin, Hannover und Mannheim, von welchen er den Huf als K. Kammermusikus der ersteren annahm und im Febr. 1827 seine Stelle daselbst antrat. Da er durch Talent und Flciss die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich zog, erhielt er später die Stelle eines Symphonie-Dirigenten, 1836 den Titel eines Concertmeisters und ward 1840 nach Scidler's Abgange zum wirklichen Concertmcister ernannt. Als im J, 1829 Paganini nach Berlin kam, beschäftigte sich derselbe ausserordent!ich viel mit dem jungen Ganz, spielte ihm täglich vor, und Lcopold ward dadnrch so begeistert, dass er mit erncuetem Eifer seine Studien wieder aufnahm und sich bald so vervollkommnete, dass er in einem Concerte, das die berühmte Soutag im Opernhause gab, nach Beendignng seines Vor- trages hervorgerufen ward und das Stück, eine Fantasie seiner Composition, da Capo spielen musste. Bei Gelegenheit der Anwesenheit der Kaiserin von Russland zu Fisch- bach in Schlesien ward er mit seinem Bruder Moritz zu den dort zu gebenden Hof- Coneerton befohlen. In Berlin Iiess er sich h1iufig, meist mit seinem Bruder Moritz ver- einigt, als Concertspieler hören, auch unternahmen beide Bruder in den J. 1837 u. 1856 Kunstreisen nach London, wurden in dem letztgenannten Jahre zu einem Hof-Concerte nach Schloss Windsor befohlen und hatten sich des Beifalls der Königin und des ganzen Hofes zu erfreuen. Als Musik-Director des von ihm gestifteten philharmonischen Ver- eins**) feierte er am 15. ,Januar 1860 das 25jährige Jubiläum als solcher und erhielt als Anerkennung seiner Leistungen von dem Vereine einen prachtvollen silbernen Pokal. Ebenso veranstaltet und dirigirt er die Concerte, die in der "vaterländischen Gesell- schaft" gegeben werden, Von seinen Compositionen können folgende angegeben werden: Var. p. V. av. acc. d'un second. V. VIa. Vlle. op. 5. Berlin, Wagenfübr. - Var. milit. p. V. av. Orch. ou Quat. op. 6. ebend. 1831, - Duo conc. p. V. et Vlle. (mit Mo ritz G.), o p. 7. 1\Iainz, Schott. - Div. p. V. et Pf. in A, op. 10. Lpz. Hoffmeister. - 8 Pieces fac. p. V. av. Pf. ad lib. (aprcs Ia Comp. de M. Ganz), o p. 14. Berlin, Schlesinger. - Pant. s. Nurmahal (aprcs la Comp. deM. Ganz) av. Orch. op. 16. ebend. * GRnz ( E d uar d lUorltz), K. Concertmeister und 1ster Violoncellist der Opern· Kapelle zu Berlin, Bruder des Vorigen. Gcb. zu l\Iainz d, 13. Sept. 1806 ***), zeichnete sich schon in frühester Jugend auf dem Violoneelle aus, auf welchem Instrumente er den ersten Unterricht von seinem Vater, später von Stiastni zu Frankfurt a. M. erhielt. Schon in einem Alter von 11 Jahren spielte der Knabe vor dem Grassherzoge Ludwig ~) Nicht 1806, wie Schilling's Lexikon angieb~. . .. . . **) Dieser Verein, 1835 gestiftet, zählt gegenwarhg {1860) uber 300 Mitglieder, ***) Nicht 1804, wie Schilling's Lexikon angiebt.
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