Path:
F

Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

172 Friedrich Wilhelm 111. - Fromme. aber war er ein eifriger Quartdtspieler und stets mussten auf seinen Reisen, ja während der Feldzüge, einige Kammermusiker zum Quartettspieleu bei ihm sein. Unter diesen werden ausscr seinem Lehrer Duport, uen er zum Intendanten seiner Kammermusik er- nannte und der in Bezug auf l\Iusik fast denselben Einfluss auf den König ausgeübt haben soll, wie Qnanz auf Fricdrich II., die Kammermusiker C. l\Iöser, Scidlcr, F. Semler, Fleischmann, Friede] u. A. genannt. Der König starb den 1G. No,·cmbcr 1797 zu Potsdam. :t'rleclrielt '"illlelnt 111., König von Preusscn. Geh. den 3. August 1770 zu Berlin, gest. dasclbst d. 7. Juni 1840. Wiihrcnd seiner segensreichen Regierung, die auch reich an wichtigen Verordnungen in Bezug auf .l\Iusik war, nahm diese einen grössern Aufschwung, als unter seinen Yorfahreu. Der König erhielt in seiner Jugend bei dem damaligen Kapcllmei,.;t~;r seiner .i\Iuttcr, dem letzten Sprossen einer berühmten Künstlerfamilie, "\Yilhelm Bach, Uuterricht in der l\Iusik; ebenso war der letzte Ab- kömmling eines andern berühmten Künstlergeschlechts, Carl Ben da, sein Lehrer im Clavierspiel. Ob der damalige Prinz grosse Fortschritte in der l\Iusik gemacht, kann nicht mit Bestimmtheit behauptet \Yen1cn, doch ist es gewiss, !lass er spiiter als Köuig V ersuche in der Composition gemacht. Ein schöner l\Iarsch, der von ihm 180G com- ponirt ward, erschien in ncncrer Zeit, Bcrlin bei Sch]e,ingcr *). Er ist auch dazu benutzt worden, dem Liede von N. Bccker: "Der deutsche Hhcin" als Melodie untergelegt zu werden und erschien in dieser Form, Harnburg bei Schuberth. Ebenso soll nach einer miindlichcu :l\Iitthcilung des verstorbenen Chor-Dir. Leidei der König einen musikalischen Satz aus der in der Garnisonkirche gesungenen Liturgie C?mponirt haben. :Frit>clet·ih.t>, Prinzessin von Prcusscn, iilteste Tochter König- Fricdr. Wilh. II. Gcb. d, 1G. Aug. 17G3. Von ihr sagt Gerber (siehe daselbst unter Joh. Christ. Franz), dass sie 1788 bei einer Aufführung des "Tod .Jesu" bei Hofe die Sopranpartie meister- haft vorgetragen habe. Sie vermählte sich d. 29. Sept. 1791 mit dem Herzoge von York und starb den 6. August 1820 zu London. Frlselnnutll (Johann Ullrhl1lan), Kapellmeister des K. National-Th. zu Berlin. Geh. zu Schwabhauscn im Gothaischpn 1741, war längere Zeit als Musiker und Schauspieler bei herumziehenden Schauspielergescllschaften, kam 1775 von der Münster- sehen Bühne nach Gotha, ging nach Aufhebung des dortigen Theaters zur Ackermann- scben Gesellschaft und kam um 1782 nach Berlin. Nach dem Original-Kassenbuche des Dir. Döbbelin v. d .• T. 1782-84 scheint Frischmuth schon während dieser Zeit, vielleicht nicht mit fester Anstellung, als Musik-Dir. mit 10 Thlrn. Gehalt die Woche beschäftigt gewesen zu sein, wirkte aber zugleich als Schauspieler; z. B. 1783 in der Oper: ,,Die .Jngd" als l\Iichel. Hierauf erfolgte seine wirkliche Anstellung um 1785 als Kapell- meister neben "\Vesscly. Er starb den 31. Juli 1790 zu Bcrlin. Opern. 1. Das l\Iondcnreieh, Op., 1769 in Berlin gegeben. 2. Clarissa, oder d. unbekannte Dienstmädchen, kom. Op. in 3 Aufz. v, Bock, am 26. l\Iai 1775 zuerst in I3crlin gegeben, - 3. Die kranke Frau. Instrumental-Musik. 6 Duette f. V. - 12 Airs p. 2 V. Berlin, Hummel. _ Son. f. Clav. Amsterdam. FroJJeliie (.Jola. Ularlstlan), Reise-Kantor Fricdr. I. und zugleich Bassist der K. Kapelle zu Bcrlin, 170a-12, mit 250 Thlrn. Gehalt als solcher angestellt. Fronanae (Andreal!l), Probst von ßerlin. Geh. zu Plänitz bei Wusterhausen a. d. Dosse 1621 **), wo sein Vater Prediger wnr, ward 1648 nach Stet~in bernfen, wo er Musiklehrer bei dem dortigen Gymnasium wanl, ging 1651 .n~ch .Bcr~m, wo er als Prediger augestellt und 1654 Probst ward, jedoch wegen -qne1mg~e1t m1t den Kirchen- behörden im .J. 1666 Berlin verliess und nach Wittenbcrg gmg. Naehd<'m er sich hier *) Die Orig.-Part. davon warll von C. Benda der K. Bibi. geschenkt. **) In Küster's "Altes u. neues Berlin" findet mar Näheres iibcr sein Leben.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.