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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

120 Däringer. - Duport. von 'ihr ausgeführten Gesangpartien sind rlic bedeutendsten 1812: Rosette (das Schweizer Hirtenmädchen); 1813: Zobe"ide (Ahn Hassan); 1814:. Kathrinchen (Dorf .im Gebirge); DevP-da (Bayaderen); 1815: Babette (der neue Gutsherr); Philipp (Augenarzt); Zcrline (Don Juan); 1816: Zweite Dame (Zaubcrflöte); Edile (Joconde); 1818: Fr. v. Rosen (Jgnatz Schuster); später Preciosa u. A. - Sie ist 1795 zu.ßcrlin geboren und war von 1814-18 auch Mitglied der Sing-Akademie zu Berlin. Diirlnfier (Pialllpp), Regisseur der K. Sehnspiele zu Berlin seit 1853, frü- her Ober-Regisseur in Mann heim. Von ihm ist folgende Schrift herausgegeben: "Albert Lortziug, sein Leben und Wirken", mit Lortzing's Bildniss. Leipz., in Commission bei Otto Wigand 1851. 8. 126 8. (eine sehr interessante Lebensbeschreibung dieses Künst- lers). Unter seinem Namen erschienen ferner: Kleine Lieder und deutsche V olksmelo- dien. Leipz. Klemm. Dnpor& (olean Plerre), Intendant der K. Kammermusik Königs Friedrich Wilhelm II., geh. zu Pa~;is 27. Nov. 1741, erlernte das Violoneeil unter Leitung Ber- taud's, ward· hierauf 1761 beim Conccrt spirituel und in demselben Jahre bei der Kapelle des Prinzen von Conti als Violoncellist angestellt. Er unternahm 1769 eine Reise nach England. und 1772 nach Spanien; trat 1773 in die Dienste des damaligen:Prinzen von Preusscn. dessen Violoneeillehrer er auch ward. Nachdem der Prinz 1786 den Thron bestiegen, ward Duport zum Intendanten der Kammermusik des Königs ernannt und scheint überhaupt bis zum 'fode dieses Monarchen einen grosscn. Einfluss auf die Musik ausgeübt zu haben. Im Orchester spielte er nur selten mit, zum letzten Male geschah die~ im J. 1810 bei Gelegenheit der Aufführung des Tedeum's von Righini. Im J. 1811 ward er pensionirt und starb den :n. Dcc. 1818 zu Berlin im 77. Lebensjahre. Er soll seirt ·Instrument mit unvergleichlicher Virtuosität zu behan.deln verstanden, hab~n; auch wird die Schönheit. und Fülle des Tones, sein kräftiger ßogenstrich, sein geschmackvol- ler Vortrag und die glockenreine Intonation sehr gerühmt. Er i~t der Schöpfer einer neuen l\lcthodc, dessen vorzüglichster V crtreter nach ihm sein SchiHer der Kammermusi- ker Hauemann ward. Ein Künstler, der aus dieser Schule hervorgeg;tngen *), spricht sich über die Duport'sche Schule wie folgt aus: "Es ist recht zu beklagen, dass, die Duport'sche Methode gänzlich unterzugehen droht und die neuen Methoden eines Rom- berg, llohrcr, Dotzauer, Kummer, Servais ctc. dafür Platz nehmen. Der grösste Nach- theil dieser neuen Methoden erwächst vornehmlich dem Orchester. Hier sollen die Vio- lonccllos nach ihrer nächsten Bestimmung die Töne der ·Contra-Bässe, welche ihrer Natur·· nach zerfahrener Art sind, unterstützen, sie consistenter, mit einem Wort deut- licher hörbar machen; aber das können die Töne der Cellisten der neuen .. Schule am wenigsten, weil sie an derselben Zerfahrenheit leiden, wie die Töne der Contra-Bässe. Ja sie verschlimmern das Uebcl. - In der alten Schule war Ton die Hauptsache, auf allen Saiten ein gesunder, voller, kräftiger Ton. - In der neuen ist es Fingerfertigkeit mit gewandter, leichter Bogenführung, aber auf Rechnung des Tones • ...;_ Duport hob die Töne aus dem Instrument hervor , · durch einen kurzen Druck seines Bogens, und zwar mit der Spitze desselben. Dabei gab er diese Töne (ausser bei getragenen Noten) nur zum halben Zeitwerth und liess die andere Hälfte unter seinen .Fingern nachtönen. Die Cellisten der neuen Sr hulcn s t r e i c h e n sie dagegen nach ihrem ganzen Zeitwerth her- aus und gehrauchen dazu fast die ganze Länge ihres Bogens., Die Töne·~ :J?uport'- schen Schule klingen anf allen Saiten abgerundet, präcis, stark und voll; d1e Tone der neuen Schule dagegen raub, unbestimmt, dünn und näselnd, und bilden sich auf den he- sponnenen Saiten nach der Octave hinauf, eine Folge des langen, marklosen, oberfläch- lichen Striches, der bei gcstosscuen Noten, gleichviel ob Viertel oder Achtel, angewen- det wird , und der die Saite nur in halbe Vibration bringt. Ein Orchester mit derar- tigen Cellisten ist übel dnran. Die Musikstücke 'hiihgen~ sa,zu·sagen;: zwischen Himmel und Erde, weil ihnen das BassfundH.ment fehlt, ja• sie sind sogar dem Satze nach falseb, *) Der K. Kammer-l\lusikus Hauemann, mit dessen gütil~er Erlanbniss das Folgende mit- getheilt wird.
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