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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

D,qm. 115 veranstaltete im Juni· 1836 das erste Musikfest der russischen Ostt>.eep,rovin~en, von welchem er in der Leipziger neuen Zeitschrift fiir Musik einen Berich,t erstattete. Auf V eranlassuug des Sängers Hoffmann, der die Direction des Stadt- Theaters angetreten hatte, übernahm Dorn nochmals neben seiner Stelle an Schule und Kirche die Musik- Directorstelle beim Stadt Theater zu Riga und brachte dort 1838 seine Oper: "der Schöffe von Paris" mit Beifall auf die Bühne. Im J. 1843 ward Dorn an die Stelle Conr. Kreutzer's als städtischer Kapellmeister nach Köln berufen, wo er neben dieser Stelle (die er jedoch nach dem erstcu Jahre wieder aufgab) die Leitung der Abonnements- Couccrte des städtischen Gesangvereins, der Liederinfel und der musikalischen Gesell- schaft hatte nnd mit Eifer als Lehrer fiir Composition, Gesang und Clavicrspiel wirkte. Von grosser Bedeutung war es für den Musikzustand daselbst, dass Dorn im J. 1845 die "Rheinische Musikschule'" errichtete, eine Lehranstalt für talentvolle, aber unbemit- telte JUfige 1\lusilurr-;= welche später durcl1 seinen Nachfolger Ferdinand Hillcr zum...Q2.!.!..- .§~r.y,a~q_ri.~.P ... I!!.~eitert ward. In den J. 1844 und 47 dirigirte Dorn das Niederrheinische Musikfest und hat auf dem erstgP-nannten das V crdicnst, .zum ersten Male die _!1is~~ !2-!~W!Ü\'. von Beethoven in Deutschland vollständig aufgeführt zu haben. Nachdem ihm 1m J. 1847. das Prädikat eines K. Musik-Directors verliehen worden, führte er in dem- selben Jahre seine Cantate zur Einweihung des Altenburger Doms in Gegenwart des Königs Friedr. Wilh. IV. auf und erhielt in Folge dieser Autruhrung die goldene Huldi- gungs-Medaille. Ebcn~o componirte er zur Feier der 600jähr. Grundsteinlegung des Kölner Doms eine Fest-Ouverture für Orchester, Solostimmen und Chor und ward hierauf von der niederländischen Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst.zum coresspondirel:MienMitgliede ernannt. Im J. 1849 kam Dorn auf einer Kunstreise nach Berlin, wo er eine schon an an- dern Orten gegebene Symphonie zur Aufführung brachte; die Akademie. der Künste liU Bcrlin ernannte ihn damals zu ihrem ordentlichen Mitgliede. Am 28. Apr. 1849 starb 0. Nicolai, Dorn trat in die Reihe der Bewerber um dessen Stelle; und da der damalige General-Intimdant von Küstner ihn und .Jul. Rietz, der Gencral-Musikdirector Meyerbeer ebenfalls ihn und Ferd. Hiller als Candidaten Allerhöchsten Orts vorschlugen, so ent- schied sich der König fdr den von beiden Autoritäten Vorgeschlagenen. Dorn ward zum K. Kapellmeister bei der Oper zu Berlin ernannt und trat sein neues Amt an, indem er am 6. Nov. 1849 die Oper Jessonda von Spohr zuerst dirigirte. Im J, 1851 ward Dorn vom Berliner Tonkünstler- Vereine zum Vorsitzenden gewählt, ·gab aber 1852 diesen Ehrenposten seiner übrigen Geschäfte wegen wieder auf; ebenso das Amt eines Vor- sitzenden der "Neuen Berliner Liedertafel", das ihm 1855 übertragen worden war.. Von seinen Compositionen bat besonders seine Oper: "die Nibelungen" einen glänzenden Er- folg gehabt und erfreut sich noch immer desselben. Als Anerkennung erhielt er vom Grassherzoge von 'V cimar, dem er den Clavierauszug dieses Werkes übersandt hatte, die Insignien des Ordens vom weissen Falken und ein gnädiges Handschreiben , worin es n. A. hcisst: "So wenig ich mich über die Anerkennung Ihre~ Werkes wundere, denn das Wahre und Schöne muss, weil es wahr und schön ist, endlich doch seine Anerken- nung finden, so freue ich mich doch, dass diese Anerkennung Ihnen jetzt und in so aus- gedehntem Maasse wird etc," Seine ncueste Oper: "Ein Tag in Russland", hat sich zwar nicht auf dem Repertoir gehalten, soll aber, wie alle seine Werke, mit grossem Geschicke gearbeitet sein; als etwas Eigcnthümliches bei dieser Oper möge hier erwähnt werden. dass der a Akt mit einer "Ballet-Fuge" beginnt. Als Lehrer der Musik hat Dorn neben seinem Amte eine grosse Thätigkcit entwickelt, und als Beweis mögen fol- gende Namen seiner Schüler und Sehülcrinncn hier angegeben werden: in ·der Composi· tion: Robet·t und Clara Seimmann; im Gesange: Frau Henriette Kriete, . geh. Wüst, die Damen: Veith zu Frankfurt a. M, Carl in Gotha, Sehröder in Dessau; die Herren: Stolzenberg in Braunschweig, Lamprecht in Königsberg u. A. Im J. 18Ml ·erhielt Dorn rlen rothen Adler-Orden 4. Klasse. 0 p er n. 1. Roland's Knappen, k. Op. in 2 Akten, Text und Musik von II. Dorn, 25. Juli 18'!6, Königsst. Th. zu Berlin (4 Nu~mern: Cavatine, Lied, Rondo, Duett, op. 1. Berl. Trautwein.). 2. Die Bettleriu, k. Op. m 4 Akte~, von C. v. Holtey, Köuigsbcrg, 24 .• Jul. 1828; Leipzig 1831. 3. Abu-Kara, rom. Op. m 3 Akten, von Bcchstcin, Lcip· zig, ,27: Sept. 1831, unter seiucr Direction (?uv. und R. Nummern als op. 18. Leipzig, Hofimmstcr, 1832.). ·i. D. Schöffe von Paris, k. Op. m 2 Akten, von W. A. Wohl- 15 *
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