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unserer jungen Kaiserstadt, wo neue Schöpfungen mannigfacher
Art, wo Kunstbauten und Denkmäler noch den spätesten
Geschlechtern künden werden von dieser großen Zeit des
Aufschwunges und von dem ruhmgekrönten Kaiser und König,
an deni sich erfüllte der Segen unseres Textes: „Groß wurde
sein Ruhm durch Deine Hülfe, Glanz und Majestät legtest Du
ans ihn. Denn Du machtest ihn zur Segnung für ewig,
verklärtest ihn mit Freude vor Deinem Angesichte."
TI.
Meine Andächtigen! Die Ursache dieser göttlichen Gnaden-
wirkung — ich deutete bereits an, daß sie in der Persönlichkeit
unseres allverehrten Herrschers liegt. Ich verkenne gewiß nicht
die tüchtige Kraft des preußischen Volkes, seinen Opfermuth und
seine Vaterlandsliebe, seine Treue und Ausdauer in der Er-
strebung idealer Ziele. Aber wessen Schöpfung ist denn dieses
Volk, wenn nicht der HohenzollerN'schen Fürsten? rvn oyn n:
„Dieses Volk bestand ja nicht," es mußte erst aus verschieden
artigen Theilen zusammengeschmiedet werden zu einem Ganzen;
es mußte ans kleinen Anfängen zu einer auch in sittlicher
Beziehung bedeutenden Macht erstarken, um die sich vertrauens
voll schaaren durften alle Stämme unseres deutschen Vaterlandes.
Das ist aber das WerkunseresFürstengeschlechtes, dessen würdiger
Nachkomme den deutschen Kaiserthron wieder aufgerichtet hat.
Auf diese persönliche Würdigkeit des Königs weist das Schluß
wort unseres Textes als auf die Ursache der göttlichen Gnaden-
wirknng hin: Liv' p2 p'Sy norm '"2 “^on '2 „Denn der
König, der auf Gott vertrant und ans die Gnade des Höchsten,
wanket nimmer." M. A.! Das Gottvertrauen unseres Königs
ist die Wurzel aller seiner Erfolge. Ihr kennt ja den frommen
Sinn unseres Königs, der nach jeder großen Waffenthat den:
Ewigen die Ehre gab und auf's Nachdrücklichste betonte:
‘rn nu’jj " pe' „Daß die Rechte des Ewigen allein den Sieg
verleiht." Wie viele haben für diese an einem Könige so er-