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Volume 1848, No. 4

Metadata: Der Neue Berliner Bär (Public Domain) Ausgabe 1.1848 (Public Domain)

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Die Neisechaise war angespannt- die Koffer aufgepackt, 
und man trank noch eben eine Schaalc Kaffe, da trat mit 
einem male der Seminarist ein, und bat mit' fast bebender 
Stimme um eine kurze Unterredung mit'dem Baron. Ralph 
nahm ihn in ein Seitenzi'mmer und frug nach: seinem Be 
gehr. Der junge Mensch pumpte mit Gewalt Lust in seine 
beengte Brust, und eröffnete ihm, wie er längst gewünscht 
eine Jnformatorstelle auf-deM-Lande zu erringen, und wenn 
der Baron eine Prüfung seiner Fähigkeiten veranlassen 
wollte, würde er die'Ueberzeugung: gewinnen, -daß er ihm 
bei seinen Kindern, vorzüglich im Studium der Geographie 
und Geschichte nützlich werden könne, der' Doctor hätte ihm 
zwar gesagt, daß der Herr Bremont bereits zum Erzieher 
der jungen Herrschaften ernannt worden,"-allein er wolle 
sich ihm gerne -in allen Stücken subordiNiren Und Hülfs- 
lchrer sein, wenn der Baron -sein Anerbieten gütigst anneh 
men Möchte». — ^ .:,v; Ml; 
Nachdem Ralph einen Moment nachgedacht sagte er: 
„Mn wohl mein junger Herr,' ich will es mit Ihnen ver 
suchen,-doch will ich aus meinen Kindern und Zöglingen 
keine moralischen Stubenhocker, keine bockstcifcn Bücherklauber 
gezogen haben, im Gegentheil, sie sollen die Welt wie sie 
wirklich ist kennen kernen, sich nicht mit idealen Popanzen 
anfüllen lassen, um dann von jeden Schurken Lbcrdümpclt 
zu werden, sie sollen lernen ihre Gefühle-verbergen, und 
wenn auch innerlich glühend, nach außen, zü, die feinste Be 
sonnenheit in ihren Handlungsweisen geltend machen. — 
Mit - einem Wort?, sie sollen bfcr Menschenbrut List und 
Verschlagenheit entgegen stellen, und ihre Kenntnisse so.ver-
	        
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