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II. Reserve-Lazarethe, stationaire Krankenhäuser, Vereins- und Privat-Lazarethe, Privatpflege und das Barackenlager

Full text: Die Kriegslazarethe und Baracken von Berlin / Steinberg, A.

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Welches Raumverh�ltniss ist nun als das geeig-
neteste zu erachten? 
Als Vorzug des Saales der st�tlti~chen Baracken wird seine 
gr�sscrc L�nge, n1imlich !JO Fuss, anerkannt, denn sie machte 
es m�glich, dass die Betten in gr�sscrcr Entfernung von 
einander, n�mlich G Fuss (von l\Iitte zu l\Iitte) gestellt werden 
konnten, wodurch eher einer Verbreitung der Ausd�nstungen 
von Bett zu Bett vorgebeugt wird.*) 
Eine L�nge von 90 Fuss, eine Breite von 21 FuHs 
und eine H�he von 15 Fuss in der l\Iitte wird vom 
Verfasser als das heste Raum- Verh�ltniss f�r eine 
Kriegs-Baracke mit 30 Betten bezeichnet. 
Andercrscit~ muss als Vorzug der fi~kalischen und Vereins-
Baracken hervorgehoben werden, dass dieselben an der Westseite 
ein Schcuncnthor von der Breite des Saales hatten, welches bei 
warmer Witterung den freien Zutritt der Luft, sowie das Heraus-
tragen der Kranken in ihren Bett::;tcllen ohne _l\l�he zuliess. 
Hiervon wurde bei gutem W ctter oft Gebrauch gemacht, um den 
Kranken in freier Natur den Genuss der Ahwechsclung, 
das Gef�hl der beginnenden Genesung zu geben. Bei den 
st�dtischen Baracken war dies nicht anwendbar, weil, der Situation 
halber, die Eingangsth�r nach Westen lag (cfr. Blatt 11. u. III.) 
Dachreiter. Die Ventilation geschah im Sommer durch Oeffnungen 
im Dachfirst, welche durch Dach rc i tcr gegen Regen gesch�tzt 
waren. Bei den fiscalischen Baracken erstreckte sich der Dach-
reiter, mit Au~nahmc einer Baracke, welche drei kleinere Dachreiter 
besass, nur auf den Kranh:ensaal und beeintr�chtigte dadurch 
die Ventilation des Vorraumes (Badekammcr, W�rtcrkammer, Thee-
k�che, Montirung~kammer), bei den st�dtischen und Vereins- Ba-
racken war die First-Ventilation durchgehend. 
�) Die Societe de Chirurgie in Paris hat in ihren Sitznngen 1864 unter 
anderen als hygienischen Grundsatz anch den Satz anerkannt: dass die Bestand-
tbeile der Atmosph�re (also auch die Ausd�nstungen) sich haupts�chlich in 
horizontaler Richtung verbreiten. Cfr. Florence Nightingale's Bemer-
kungen �ber Hospit�ler, nach dem Englischen bearbeitet von Dr. Hugo Senft-
leben, Memel 1866, Seite 55.
        
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