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Straße, wie in Paris, und schaut den Vorübergehenden
nicht widerlich in's Gesicht, und dann hat die äußere Um—
gebung hier ein anderes, ich möchte sagen freundliches
Kolorit. Die Schrecken eines gewaltsamen Todes werden
durch die äußere Dekoration nicht noch widerlicher in Scene
gesetzt, als sie bereits an sich auftreten.
Die Thür der Morgue liegt der Thür des Leichenkellers
gerade gegenüber. Beide schrecklichen Räume werden nur
durch die in der Mitte liegenden Zimmer getrennt, durch
welche man in die Zimmer geht, welche zu den gerichtlichen
Obduktionen und zur Aufstellung der gerade nöthigen
Särge dienen. Sie hat die Größe und die Breite des
Leichenkellers. Die Wände sind weiß gestrichen. Lange
weiße Vorhänge verhüllten die nach dem Garten hinaus—
gehenden Fenster.
Der Thür gegenüber lagen auf hölzernen Ruhebetten
fünf Leichen, welche uns die blassen, entstellten Todten—
gesichter zukehrten. In der Mitte lag ein Arbeiter in blauer
Blouse, die Zeichen des Todes der Erstickung noch auf dem
Gesicht. Er war erst heute morgen hierhergebracht wor—
den. Es war ein kräftiger Mann in den fünfziger Jahren.
Er lag dort in dem Anzuge, in dem er gefunden war.
Die vollkommene Nacktheit der Leichen in der Morgue zu
Paris ist so widerlich. Ebenso die gereckte und die ge—
zwungene Stellung, in der die Leichen auf dem schwarzen
Marmor liegen. Hier lag die Leiche des erstickten Arbei⸗
ters in natürlicher, ungezwungener Stellung, ganz bekleidet,
den Kopf halb nach der Seite, halb der Thür zugewandt.