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Eides· A. bleistnngen im 14. J ahrhnndert.
Als eine hochwichtige Angelegenheit wurde die Ahleistung eines Eides mit aller Würde
und Feierlichkeit in Berlin im vierzehnten Jahrhundert begangen, und sehr charakteristisch ist
ein Lied, welches, als Vorhaltung bei Eidesleistungen benutzt worden zu sein scheint; es lautet
folgendennassen;
1\lensche, wenn du swerest,
So dan du dyne syle sere vorwerest,
der dann eylet in den Herren dyn,
und duldet jamer und pyn;
wes die licham deit an sunde und an schande,
dat steit der armen sylen tu pande;
wen sy tret von den lycham,
so is ör leid, dat sy by em quam.
Dat komt von des lychams missedat
dat di syle erre gat;
So schriet sy over dy stunde,
Dat sy y met deme lycham quam tu bunde,
Dat wert von ör sere bekarmet,
Bet god sich over ör derharmet.
Doch wil sich dat recht hir nicht enden,
id mut sik met enden Ienden.
Nu sich mensche even, wü du swerest,
dat du dyn syle nicht vortherest:
das :sy kuuao in godes bende,
wen sy varet ut dessen elende:
dat god dan mut met flite
tu ör spreken: "venite, venite!"
und "ite !" dat jamerlike wort,
von der sylen nicht wert gehort.
0 vil live hilge geist!
der lude herte du wol weist ;
Or herten ganz in guden sterke,
Dat em dar volgen gude werke
vor dat gremelike gerichte,
dar sy stau tu godes angesichte.
Dar is dan en gegen Barmhertigkeit,
nicht wen syn strenge rechtigkeit.
0 wi dao wol hat gedan,
Di nach vrolike vor dem richter stan.