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§ 5. Schulfeierlichkeiten

Full text: Geschichte der Dorotheenstädtischen Realschule während der ersten fünfundzwanzig Jahre ihres Bestehens / Kleiber, Ludwig (Public Domain)

49 eine öffentliche Prüfung der Schüler und seit dem Jahre] 857 am Schlusse des Wintersemesters ein Redeactus Statt. Von den ausserordentlichen Festen, welche die Schule durch eine Feier begangen hat, sind folgende zu erwähnen: 1) die Erinnerung an die Gründung des deutschen Reiches durch den Vertrag zu Verdun am 5. August 1843. 2) die 300jährige Wiederkehr des Sterbetages Martin Lutller's am 18. Februar ]846. 3) Göthe's hundertster Geburtstag am 28. August 1849. 4) Die glückliche Wiedergenesung Seiner Majestät des Königs Friedrich Wilhelms IV. am 24. .Juni ]850. 5) Die feierliche Enthüllung des Standbildes Friedricbs 11. am 31. Mai 1851. fi) Schiller's hundertster Geburtstag am 11. November 1859. 7) der dreihundertjäbrige Todestag Philipp Melanchthon's am Hl. April 1860. 8) Gedächtnissfeier für den hochseligen König Frie- llrich Wilhelm IV. am 7. Januar 1861. 9) Das Jubiläum der Schule am 11. April 1861. Da das 7.Uletzt erwähnte Fest für die Schule von besonderer Wichtigkeit gewesen ist, so lassen wir eine ausführliche Beschreibung desselben folgen. Am 10. April, als am Vorabende des Festes, brachten die Schüler dem Director und -den in der Schule versammelten Lehrern auf dem Schulhofe ein Fackelständchen. Bei dieser Gele- genheit konnte der Director Lehrern und Schülern die erfreuliche Mittheilung machen, dass er so eben die officielle Benachrichtigung über die Anerkennung der Dorotheenstädtischen Real- schule als Realscbule erster Ordnung erhalten babe. Die eigentliche ~estfeier fand am Donnerstag, den] 1. Vormittags im Hörsaale der Anstalt Statt. Dieselbe begann mit dem Gesange der beiden ersten Strophen des Chorales: "Nun danket alle Gott"; demnächst wurde von dem Religionslehrer Dr. Preuss folgendes Gebet gesprochen: "Herr unser Herrscher! Wie herrlich ist dein Name in allen Landen.. Ja du hast ibn auch bei uns herrlich gemacht, und hast uns reichlich gesegnet diese fünfundzwanzig Jahre. Unsere Füsse sind nicht müde geworden, unsere Augen sind nicht trübe geworden, und unsere Stimme ist nicht verstummt. Uns ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren wir nicht werth sind. Und nun Herr! Hilf uns weiter! Gründe diese Anstalt fest auf dein heiliges Evangelium, lass deinen heiligen Geist darin wohnen, welcher ist ein Geist der Busse und des Glaubens, und der Zucht und der Wahrheit. Gieb uns allen, Lehrern und Schülern, neue Kraft, dass wir auffahren mit Flügeln wie Adler, dass wir wandeln und nicht müde werden, dass wir laufen und nicht matt werden. Ja, sei uns immerdar Sonne und Schild durch Jesum Christum unsern Heiland. Amen." Alsdann begrüsste der Primaner Bennewitz im Namen der Anstalt die Anwesenden in deut- scher Sprache. Hierauf sprach der Primaner Elsner in einem von ihm selbst verfassten eng- lischen Vortrage über die Entstehung der Realschulen und den Einfluss derselben auf das bürger- liche Leben, und der Primaner Edel scbilderte in einem französischen Vortrage die Verdienste der Hohenzollern um das preussische Schulwesen. Nach diesen Vorträgen wurde von der ersten 'Gesangklasse, unter der Leitung des Herrn Seidel, ein vierstimmiger Gesang vorgetragen, der von dem König!. Musik - Direktor Professor Grell eigens für das Fest componirt war. Der Text desselben ist aus der heiligen Schrift entnommen und lautet: "Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, da man dir danket im Himmel (Psalm 8, 2.). Der Herr denket an uns und segnet uns: er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron, er segnet, die den Herrn fürchten, beide Kleine und Grosse (Psalm 115, 12 und 13). Wir wollen täglich rühmen von Gott und deinem Namen danken ewiglich. Halleluja! Amen. (Psalm 44, 9)." 7
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