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§ 4. Berechtigungen

Full text: Geschichte der Dorotheenstädtischen Realschule während der ersten fünfundzwanzig Jahre ihres Bestehens / Kleiber, Ludwig (Public Domain)

44 Da aber daR Lateinische in der erwähnten Instruction als ein facultativer Lehrgegenstand betrachtet worden war I so wurde zu wiederholten .Malen (namentlich durch Ministerial- Rescript vom 18. Sept. 1838 und 10. Decbr. 1840) darauf aufmerksam gemacht, dass nur diejenigen Abiturienten auf eine Anstellung im Staatsdienst rechnen dürften I welche im Examen die erfor- derliche Kenntniss der lateinischen Sprache nachgewiesen hätten. Allein trotzdem, dass die Abiturienten der Dorotheenstädtischeu höheren Stadtscbule die vorschriftsmässige Kenntniss der lateinischen Sprache nachwiesen, wurden sie von den meisten Behörden zum Eintritt in den Bureaudienst nicht zugelassen. Dies veranlasste den Director Zinnow, sich am 4.0ct. 1845 mit einem Gesuch an das Königliche Schulcollegium zu wenden I und dasselbe um seine Vermittelung in dieser Angelegenheit zu bitten. Es war nämlich kurz vorher ein Abiturient der Dorotheenstädtischen höheren Stadtschule , Namens B., der sicb zuerst an den Chef der General- Militair- Kasse und dann an den Chef der Militair - Intendantur mit der Bitte gewendet hatte, ihn als Aspiranten für den Subaltern - Dienst beschäftigen zu wollen, von beiden Chefs abgewiesen worden, weil er auf einer höheren Bürgerschule und nicht auf einem Gymnasium gebildet worden sei. Das Schulcollegium sagte in einem Schreiben vom 7. Mai Hl46 seine Vermittelung zu, allein die factischen Verhältnisse wurden dadurch nicht ge- ändert; denn auch die Postbehörde nahm später nur Zöglinge von Gymnasien zu Aspiranten für den Bureaudienst an. Das Recht zum Eintritt in den einjährigen freiwilligen MiJitair- Dienst blieb den Schülern der Dorotheenstädtischen höheren Stadtschule unverkümmert, es wurde sogar im Jahre 1841 auch den für Prima reifen Secundanern zugestanden. 1) In demselben Jahre wurde durch Ministerial-Verfügung vom 16. August 1841 verordnet 1) dass die für Prima reifen Secundaner zu dem Studium eines Wundarztes erster Klasse resp. zu der Staatsprüfung eines solchen, 2) dass die für Secunda reifen Tertianer zum Studium der Chirurgie und Zahn3rzneikunde resp. zur Prüfung als Wundarzt zweiter Klasse ohne vorherige schuhvissenschaftliche Prüfung von dem Königlichen Medizinal-Kollegium zugelassen werden sollten. Durch die Ministerial-Verfügung vom 13. Juli 1ti50 verlor die Dorotheenstädtische Real- schule das Recht, zum Eintritt in die König!. Bau-Akademie genügende Zeugnisse zu ertbeilen, und erhielt es erst durch Verfügung 2) vom 8. Febr. 1851 wieder, nachdem sie eine Ober-Secunda errichtet und den Namen "Realschule" erhalten hatte. Michaelis 1853 wurden die drei oberen Klassen (Prima, Ober - und Unter-Secnnda) in die Friedrich-Wilbelmstädtische höhere Lehranstalt verlegt, und so kam es, dass bei der definitiven Trennung der Dorotheenstädtischen Realschule vom Friedrichs-Gymnasium die Rech te dersel- ben durch die auf S. 15 mitgetheilte Ministerial-Verfügung vom 15..Juli 1856 für erloschen er- klärt wurden. Dadurch entstand bei der Reorganisation der Anstalt für diejenigen Schüler, welche in Prima sassen und bereits das 20. Lebensjahr erreicht hatten, der Uebelstand, dass sie zwar im Besitz der gesetzlich vorgeschriebenen Kenntnisse waren I aber trotzdem nicht das Recht zum Eintritt in' deli einjährigen freiwilligen Militairdienst hatten. Der unterzeichnete Director wandte sich deshalb unter dem 2. Februar 1860 an die Königliche Departements-Prüfungs- Commission für einjährige Freiwillige, um fünf Primanern die Anwartschaft auf das erwähnte ') cf. Die Verfügung des König\. SchulcoUegiums yom 8. Juli 1841 im Amtsblatt der König\. Regierong zu POisdam. ") cf. Amtsblatt der König\. Regierung zu Potsdam Stück 10. Tom 7. Män: 18/i1. Seite 63.
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