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§ 3. Lehrverfassung und Lehrpläne

Full text: Geschichte der Dorotheenstädtischen Realschule während der ersten fünfundzwanzig Jahre ihres Bestehens / Kleiber, Ludwig (Public Domain)

40 von 1856 die Pensa wiederum so anzugeben, wie sie schon im Programm von 1855 angegeben waren. Die Regelung dieser Verhältnisse ist darum in Berlin ausserordentlich schwierig, weil in den höheren Lehranstalten zu Ostern und zu Michaelis Versetzungen Statt finden, so dass man jährige Curse und halbjährige Versetzungen hat. t ) Der Vorschlag, alle Schüler, die in die betreffende Klasse versetzt werden, Ostern in die eine Abtheilung , beispielsweise Quinta A., Michaelis aber alle in die betreffende Klasse zu versetzenden Schüler in die andere Abtheilung, beispielsweise Quinta B. zu schicken, würde ebenfalls eine Ueberfüllung einzelner Abtheilungen herbeiführen. Ueberfüllte Klassen aber hemmen den Unterricht mehr, als wenn der Lehrer in einer nicht überfüllten Klasse Schüler aus dem ersten Semester mit Schülern aus dem zweiten Semester zusammen zu unterrichten hat. Für eine combinirte Anstalt kann die Theilung der Quarta von Nutzen sein. Wenn man nämlich den Anfang des Griechischen in die Ober-Quarta verlegt, so gewinnt man eine Klasse (Unter-Quarta) mehr für den gemeinsamen Unterbau; aber für eine einheitliche Lehranstalt fälIt dieser Vortheil weg. Diese Erwägungen veranlassten den Unterzeichneten, das System der Parallelklassen wiederherzustellen ), was denn auch im fol- genden Jahre zur Ausführung kam. Um die Ueberfüllung der unteren Klassen zu beseitigen, wurde die Einrichtung einer gleichsam"wandernden" Parallelklasse beschlossen, die immer an diejenige Klasse angesetzt werden sollte, welche wegen ihrer Ueberfüllung am meisten eines coordinirten Coetlls bedurfte. Diese wandernde Klasse wurde Michaelis 1857 an die Ober-Sexta angesetzt, und stieg allmählich bis zur Tertia auf, so dass die Anstalt seit Michaelis 1860 eine dreifache Tertia hat. Die Einrichtung der oberen Klassen erfolgte nach Maassgabe des im Jahre 1851 festge- stellten Lehrplans; nur einige Abweichungen hielt der Unterzeichnete für nothwendig. Der englis.che Unterricht wurde nämlich früher in Tertia begonnen; Michaelis 1857 wurden dem lateinischen Unterricht in Ober-Quarta, der 8 Stunden in Anspruch nahm, drei Stunden abge- nommen, und dem Eng I i s ch e n eingeräumt. Dadurch wurde es möglich, den englischen Unter- richt intensiver zu betreiben, und ihm, wenn auch nicht eine gleiche, so doch eine ähnliche Gel- tung zu verschaffen, wie dem fra n z ö si 8 ch e n. Diese Einrichtung wurde bis Ostern 1860 beibehalten, musste dann aber wieder aufge- hoben werden, weil die neue Unterrichts·Ordnung den Anfang des Englischen in die Tertia ver- legte. Da die Zeitpunkte, in welchen die oberen Klassen errichtet wurden, schon oben 3) ange- geben sind, so bÜebe nur noch übrig, den Lehrplan der Anstalt, wie er auf Grund der Unter- richts-Ordnung vom 6. Oktober 1859 entworfen worden ist, hier abdrucken zu lassen. Da aber in dem vorjährigen Programm der Lehrplan mit den betreffenden Stellen aus der Unterrichts- Ordnung volIständig mitgetheilt worden ist, und in dem verflossenen Jahre keine Aenderungen erfahren hat, so verweise ich in dieser Beziehung auf das Programm von 1860. Icb lasse deshalb blos die Uebersichten der Lehrverfassung aus den Jahren 1859 und 1861 abdrucken, wobei jedoch zu bemerken ist, dass die Parallel-Coetus weggelassen sind. 1) Dieser Punkt ist so wichtig, dass Professor Kalisch darüber eine besondere Abhllndlung geschrieben hat. Cf. Pro- lil'amm der Köuiglichen Realschule in Berlin vom Jahre 1838. 2) Auch die Unterrichts.Orduung vom 6. Oct. 18li9 spricht sich in diesem Sinne aus. Auf S. 7 der Erliuternngen heisst es ullmlich: ,Die eigeutliche Realschule besteht aus sechs aufsteigenden Klassen. Es ist nicht rathsam, durch weitere Theilungen innerhalb der einzelnen Klassen die Zahl der Stufen zu vermehren. Bei grosser Frequenz sind coordinirte Cötua einer und derselbeu Klasse einzurichten. S) cf. S. 11 sq.
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