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alleinherrschenden ihres Reiches. Als der Pabst wegen ihrer nicht
legitimen Geburt ihre Thronrechte anzweifelte, wufste sie als Triigerin
der Reformation seine Macht in ihrem Lande unmöglich zu machen.
Alle Unterthanen beugten sich ihrem königlichen Willen. Wer das
durch Elisabeth sanctionirte allgemeine Gebetbuch und ihre
39 Glaubensartikel nicht anerkannte, wurde durch Güterein-
ziehung , Kerker und Drohung der IIinrichtung dazu gezwungen.
Philipp H., König von Spanien, der mächtige Beschützer des Pabst-
thums und der Inquisition, trat für den Katholicismus, Elisabeth
gegenüber, in die Schranken. Der Krieg brach zwischen beiden
Nationen aus. Da bezwang der Sturm und die englische Tapferkeit
die spanische Flotte. Ihre Vernichtung verherrlichte den Sieg der
grofsen Nation. Der IIandel Englands, die Industrie und der Acker-
bau nahmen einen erhöhten Aufschwung, seine Finanzen blühten.
Das englische Theater erreichte seinen Culminationspunkt. Die Pflege
der Künste und Wissenschaften fanden auch unter der IIofgesellschaft
Elisabeths ihre Freunde. Nach dem Tode des Grafen Leicester stieg
sein Sohn Robert Devereux, geboren 1567 zu Netheword in der Graf-
schaft Herford, der spätere
Graf von Essex,
wie sein Stiefvater, schnell in der Gunst der Königiu. Der schöne
Mann, der Freund Racon's, wurde mehr als der Freund seiner Köni-
gin, deren Jugendblüthe längst schon verwelkte. Talentvoll und hei-
ter, hatte Essex ihr Herz einst im Sturm erobert.. Das Glück trug ihn
auf seinen Flügeln. Die Königiu ernannte ihn zum Oberstallmeister,
Geheimrath, General und Grofsmarschall von England. Dann wurde
er Kanzler von Cambridge. Nachdem er Vicekönig von Irland ge-
worden war, endete die Laufbahn seiner königlichen Gunst. Ein Auf-
stand der Irläuder und seine Untreue brachte Elisabeth in Wuth. Sie
entsetzte den Geliebten seiner Aemter und Würden. Seine Intriguen
mit dem Könige Jakob von Schottland sollten seine Schmach rächen.
Ein von Essex hervorgerufener Aufstand in London führte seine Ver-
haftung und Euthauptung im Tower herbei. Doch sein Schatten ver-
folgte die, vom Volke jetzt nicht mehr geliebte Köuigin. Sie verlebte
nur traurige Tage. Ihr einstiger Liebling Essex war stets ein treuer
Anhänger der kirchlichen Reformation gewesen, ihn konnte das Volk:
nicht so leicht vergessen.