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Volume Nr. 5, Mai 1910

Full text : Anzeiger für Architektur, Kunsthandwerk und Bau-Industrie (Public Domain) Ausgabe XIII.1910 (Public Domain)

72  Anzeiger  für  Architektur,  Kunsthandwerk  und  Bau-Industrie.  Nr.  5.  1910.

Aber  München  träumt  und  hofft  weiter.  Oberhalb  de°  Herzogsparks,
mit  ihm  durch  eine  breite  Steintreppe  in  2  Absätzen  verbunden,  ist  an
der  Föhringer  Landstraße  ein  neues  Baugelände  eröffnet.  Seine  Lage
ist  lockend,'auf  dem  tertiären  Isarufer,  über  den  spärlicher  gewordenen
Wipfeln  des  Parkes,  mit  dem  Blick  über  die  Stadt,  und  nach  Osten
und  Süden,  auf  das  blaue  Band  der  Berge.  Freilich  jetzt  auch  noch  auf
ruinös  gewordene,  ehemalige  Ziegelstädel,  auf  die  Hinterhäuser  der
aufhörenden  Stadt.  Die  Grundbesitzerin,  die  Terraingesellschaft  München-Ost,
  geht  mit  dem  Gedanken  eines  Gelehrten-  und  Künstlerviertels  um;
die  Namen  mancher,  die  dort  siedeln  wollen,  bürgen  für  Geschmack
und  sachliche  Schönheit.  Im  Groben  fertig  steht  erst  ein  Haus,  der
Atelierbau  von  C.  Sattler,  schlank,  freundlich,  aber  unverhältnismäßig
hoch,  obgleich  es  nicht  höher  als  sonstige  Landhäuser  ist;  es  fehlen
andere  Häuser,  Bäume  in  der  Umgebung.  An  der  Ecke,  die  Isrr.ocingerund
  Engelschalkingerstraße  nilden,  hat  ein  Baugeschäft  ein  Mietlandhaus
hingestellt,  ohne  Eigenart,  wie  so  viele  in  den  letzten  Jahren  entstanden
sind;  und  etwas  weiter  nach  Norden,  in  der  Nachbarschaft  einer  Wagnerei,
die  ja  wohl  verschwinden  wird,  baut  E.  v.  Seidl  einige  Häuser  für  die
Grundherrin.  Jetzt  über  sie  urteilen,  wäre  verfrüht.  Aber  es  sieht  so  aus,
als  hätte  auch  die  Gesellschaft  München-Ost  nichts  von  den  Fehlern
gelernt,  die  im  Herzogpark  gemacht  worden  sind:  die  Häuser  drängen
sich  dicht  aneinander,  und  die  paar  Meter  Vorgärten  mit  oder  ohne
kümmerliche  Pappeln  sind  missfälliger  als  die  gewohnten  Steintrottoirs.
Aber  vielleicht  wird  nur  bei  den  Mietvierteln  am  Gelände  gespart,  vielleicht ­
  kann  sich  ein  größeres  Stück  Natur  erhalten  auf  den  Parzellen,
auf  denen  Private  bauen  werden,  unter  ihnen  Adolph  Hildebrand.
(Fortsetzung  folgt.)

Kleine  Mitteilungen.
K.  Über  die  Leipziger  Bahnhofsbauten  hat  der  Landtagsabgeordnete
Herr  Verlagsbuchhändler  Dürr-Gaschwitz  im  Aufträge  der  zweiten
sächsischen  Kammer  einen  Deputationsbericht  fertiggestellt,  dem  wir

folgendes  entnehmen.  Der  von  den  sächsischen  und  preußischen
Staatseisenbahnverwaltungen  gemeinschaftlich  erbaute  Bahnhof  wird
als  Kopfstation  auf  dem  Gebäude  des  jetzigen  Thüringer,  Dresdner  und
Magdeburger  Bahnhofs  errichtet.  Die  Güterbahnhöfe  bleiben  getrennt.
Als  Bausummen  leisten  hierfür  der  sächsische  Staat  M  49  500  000,  die
Stadt  Leipzig  M  17  000  000  und  der  preußische  Staat  etwa  52  000  000  M.
Das  Empfangsgebäude,  das  jetzt  von  der  Westseite  (preussische  Eisenbahnverwaltung) ­
  her  beginnend,  im  Entstehen  begriffen  ist,  wird  nach
einem  Entwürfe  der  Dresdner  Architekten  Lossow  und  Kühne
ausgeführt.  Es  wird  eine  Gesamtfront  von  298  Meter  Länge  und  einer
Länge  der  Seitenflügel  von  je  90  Meter  erhalten.  Insgesamt  wird  das
Empfangsgebäude  eine  bebaute  Grundfläche  von  15  000  Quadratmeter
bedecken  und  einen  unbebauten  Raum  von  rund  250  900  Kubikmeter
besitzen.  Voraussichtlich  wird  der  Dresdner  Bahnhof  in  Leipzig  noch  bis
zum  Herbst  1912  beibehalten.  Alsdann  wird  auch  er  verschwinden  und  die
Fertigstellung  des  Empfangsgebäudes  auch  im  Ostflügel  erfolgen  Die
Gesamtfertigstellung  der  ganzen  Anlage  ist  im  Jahre  1914  zu  erwarten.
Die  Neubauten  aut  der  Museumsinsel  zu  Berlin  nehmen  einen  schnellen
Fortgang.  Mit  dem  Bau  des  Pergamommuseums  an  der  Ostseite  des
großen  Ehrenhofes  hinter  der  Nationalgalerie  gegen  die  Stadtbahn  hin
ist  begonnen  worden.  Das  Gerüst  gibt  die  Höhe  des  Baues  an,  die  fast
diejenige  des  Kaiser-Friedrich-Museums  erreichen  wird.  Beim  Bau  des
Deutschen  Museums  an  der  Kupfergrabenseite  haben  sich  unerwartete
Schwierigkeiten  ergeben.  Bei  den  Ausschachtungsarbeiten,  die  infolge
der  sumpfigen  Bodenbeschaffenheit  der  Museumsinsel  besonders  mühevoll ­
  sind,  hat  jetzt  Wasser  die  ganze  bisher  freigelegte  Grube  bis  zum
Rande  gefüllt,  so  dass  nur  noch  eine  dünne  Steinwand  zwischen  der
Spree  und  der  Baugrube  steht.  Hoffentlich  gelingt  es  recht  bald,  die
schwierige  Frage  der  Fundamentierung  auf  der  Museumsinsel  einer  befriedigenden ­
  Lösung  entgegenzuführen.

Inhalt  des  Hauptblattes:
„Blätter  für  Architektur  und  Kunsthandwerk“
Jahrgang  XXIII,  Nr.  4.
Tafel  41  und  42.  —  Wohnhaus  in
Nürnberg,  Prinzregentenufer,  Ecke  Liebigstraße.
  —  1.  Ansicht  vom  Prinzregentenufer ­
  her.  •—  2.  Ansicht
aus  derLiebigstraße  her.  Architekt:
Paul  Ludw.  Troost,  München.
T  a  f  e  1  43.  —  Inneres  der  Dorfkirche  in
Rückersdorf.  —-  Architekt  der  Wiederherstellung ­
  :  V.  W  e  n  d  t,  Berlin.
Tafel  44.  —  Landhaus  in  Zehlendorf-Beerenstraße,
  Winterfeldstraße  3.  —  Architekt:
W  i  1  h.  R  a  t  z  ,  Berlin.
T  a  f  e  1  45  u  n  d  46.  —  Kreuzwertheim.  —
l.Die  evangelische  Pfarrkirche.
—-  2.  T  o  r  t  u  r  m.  —  Besprochen  von  A-  v.
B  e  h  r.
Tafel  47  und  48.  —  Die  städt.  Volksschule ­
  am  Agilolfingerplatz  in  München.  —
1.  Gesamtansicht.-—-2.  Blick  in
die  Eingangshalle.  Architekt;  städt.
Baurat  Hans  Grässel.
T  a  f  e  149-  —  Alt  Nürnberg.  —  4.  Gart  entor
  in  der  Kesslerstraße.  —  5.
Gartentor  und  Gärtnerhaus  in
der  Kesslerstraße  (abgebrochen).  —
Besprochen  von  Fr.  A  u  g.  Nagel.

Nachrichten.
Offene  Preisausschreiben.
Aachen.  Wettbewerb  um  ein  Bismarck-National-Denkmal
  unter  deutschen  Künstlern. ­
  Frist  30.  November  1910.  Ein  1.  Preis
von  20  000  M,  zwei  2.  Preise  zu  je  10  000  .K,

E.  H.  niulacK,

Klempnermeister.
Gegründet  1857.
Berlin  S.42
Wassertorstr.  20.
Bauklempnerei.
Werkstätten  für  Banomamente ­
  n.  knnst  ge  werbliche ­
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