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Lala und die Snobs. Von Hanns G. Lustig

Full text: Erich Carow / Georg, Manfred (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

suchte das Büfett ab. Man verwies mich an die herum- 
ziehende Verkäuferin. Ich fand sie nicht. Ich wand 
mich durch das Dickicht der Menschenleiber im Parkett, 
ich balanzierte an tausend Tischen vorbei, ich bohrte 
mich durch das Chaos der angeregten Menge. Ohne 
Schokolade kam ich zurück. 
Lala sah nur ihren anderen Begleiter an. Er verzog 
den Mund zu einem Lächeln. Nach einer Minute war 
er mit der Schokolade da. Lala und er drehten mir dann 
halb den Rücken zu. 
Jetzt kam Carow. Er spielte in einem Einakter den 
dummschlauen Offiziersburschen. Die Wände des 
Theaters erdröhnten vom Orkan des Lachens, 
Und Lala lachte! Wie bezaubernd war es, wenn sie 
lachte! Sie bekam dann ein reines, glückliches Kinder- 
gesicht. 
Ich flüsterte ihr zu, ich hätte den Eindruck, daß ich 
sie liebte. Es war mir sehr ernst damit. 
„Du lachst ja nicht!‘ sagte sie, und über ihrer Nasen- 
wurzel zeigte sich eine kleine Falte. Dann wandte sie 
sich an Herrn Junghans: „Wie finden Sie diesen Carow?“ 
Er entgegnete scharf: „Ein Bursche! Ein Bursche!‘“ 
Lala war ihm so dankbar. Er hatte Verständnis für 
diese natürlichste Art der Volkskomik. Junghans war 
kein Snob, 
Und plötzlich lachte Junghans. Eben noch hatte er 
seltsam und unergründlich dreingeblickt. Jetzt bog er 
sich weit nach hinten, nahm den Kneifer ab und schrie 
vor Entzücken. 
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