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Karriere am Varieté. Von Direktor Jules Marx (Scala)

Full text: Erich Carow / Georg, Manfred (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

So hört man jetzt vielfach sprechen, mit dem Unter- 
ton des stillen Vorwurfes, Es wäre von uns also, die 
wir so stolz auf unsere Kenntnisse und auf unsere welt- 
umspannende Organisation sind, sozusagen direkt vor 
unserer eigenen Tür, eine ganz große Nummer über- 
sehen worden! Da muß ich denn nun sagen: So stimmt 
das nicht. Denn wir alle kennen ja diesen Carow, 
haben seinen Entwicklungsgang beobachtet und haben 
gewußt, daß er ein ganzer Kerl ist. Wenn er jetzt, 
indem er in der „Scala“ auftritt, plötzlich aus der 
Vorstadt in die City und als Nummer „Top on the 
Bill‘‘ kommt, so erscheint das der breiten Öffentlichkeit 
gegenüber, als wäre er mit einem kühnen und über- 
raschenden Hechtsprung aus dunkelster Tiefe plötzlich 
ins grelle Rampenlicht geschnellt. Die Fachleute wissen 
es aber besser. Was sich für die Augen des Laien in 
einer gänzlich unvorbereiteten Rapidität darstellt, er- 
scheint dem Fachmann, um einen Begriff der Kino- 
technik heranzuziehen, wie eine Zeitlupenaufnahme, 
Langsam, ganz langsam, aber mit einer unabänder- 
lichen, fast zwangsläufigen Bewegung gleitet ein Stern 
empor, manchmal heller, manchmal dunkler erstrah- 
lend, so zieht er seine Bahn, bis er auf der höchsten 
Höhe halt macht. Hier steht er nun, dieser Erich 
Carow und sieht sich erstaunt in der Runde um und 
fragt: „Is det nun wirklich Karriere? Nee, lieben Leute, 
det is Arbeit!“ 
Und das können wir alle gern bestätigen! Wenn es 
eine Karriere geworden ist, dann nur durch ununter- 
brochene, ehrliche Arbeit! 
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