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Carows grosse Rollen III. Der Rekrut. Von Peter Panter

Full text: Erich Carow / Georg, Manfred (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

merkt zu spät, daß er genarrt worden ist, und brüllt 
den unschuldigen Neumann an: „Sie Himmelhund ..! 
Haben Sie ....%“ — Nein, der hat nicht. Der Rekrut 
Kaczmarek hat. „Komm mal her!‘ Nun kommt es 
heraus. Und in diesem Moment, wo er doch alles ver- 
bockt hat, dreht sich Carow zu Herrn Neumann, sieht 
ihn, der gar nichts dafür kann und demgemäß stramm 
steht, von oben bis unten an und spricht ganz leise: 
„Du bist doch ein dämliches Schwein —*. 
Und ich muß sagen, daß ich meinen schönsten Ber- 
liner Theateraugenblick‘ im Weinbergsweg 20 hatte; 
Wahrheit muß sein. Es ist jener Augenblick, wo sich 
Soldat Carow einem seiner Vereinskollegen zuwendet, 
der mit der Nichte des Herrn Feldwebel ein zartes 
Abenteuer gehabt hat, ein harmloses, sagen wir es laut, 
aber eines, das sein Kommißherz arg verstört hat. Davon 
weiß Soldat Carow. Es hat auch schon einen großen 
Krach bei Feldwebels gegeben mit allen Verwechslungen, 
die nur möglich sind. Aber das hat Carow im Augen- 
blick vergessen; was heißt hier Feldwebel und Kasernen- 
hof ....1 Soldat Carow nähert sich dem Kameraden; 
ganz dicht tritt er an ihn heran, seine Äuglein glitzern, 
das Wasser läuft ihm schmeckbar im Munde zusammen, 
ein Induktionsstrom der Lust durchzuckt ihn, zu- 
gegeben: Er, Carow, hat ja von der alten Liebesaffaire 
nichts gehabt, das ist wahr .... aber der andere? 
Vielleicht ist es der andere — Mann ist Mann — der 
Sache näher gekommen? Nun hat er sich an dessen Ohr 
gedrängelt, es ist totenstill in dem rauchigen Stall, und 
Carow spricht. „Willy“, sagt er, „hast du mit ihr —?“ 
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