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Überfallkommandos und Papierkragen

Full text: Erich Carow / Georg, Manfred (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Vollgepackt standen schließlich zwei Rollwagen. Aber 
noch rollten sie nicht davon, denn etwas anderes rollte 
heran: das Überfallkommando, das die Eigentümer 
telefonisch mobilisiert hatten. Große Erkennungsszene 
zwischen Carow und dem Polizeihauptmann. Wir konn- 
ten uns als harmlos und berechtigt ausweisen. Schluß- 
effekt: Während unsere Kapelle das wehmütige Lied 
„Ach, wie schade, ach, wie schade, wäre gern noch hier- 
geblieben‘ intonierte, köpften Überfallkommando und 
Carow-Ensemble gemeinsam die letzten Bockwürste 
und Bierflaschen. Dann zogen wir zum Tor hinaus, 
und hinter uns schloß der Hauptmann mit gewaltigem 
Schwung die Türen ab. 
Fort ging es, durch die nächtlichen Straßen. Unserm 
neuen Ziele zu: dem Cafe Tivoli am Kottbuserdamm. 
Kaum hatten wir angefangen abzuladen, da alarmierten 
die dortigen Hausbewohner die nächste Polizeiwache 
und wir wurden in dieser Nacht zum zweiten Mal von 
Grünen umzingelt. Die erschreckten Herrschaften aus 
den oberen Etagen hatten uns für Einbrecher gehalten. 
Es war ja gerade damals üblich, sich zum nächtlichen 
Streifzug gleich einen Möbelwagen mitzubringen. 
Mehrere Jahre blieben wir still und vergnügt dort. 
Dann mietete Carow wieder den alten Walhalla- Tunnel. 
Aber wie hatte der sich unterdessen verändert! Er war 
richtig heruntergewirtschaftet worden, Die dicken 
Säulen erkannten wir freilich wieder. Carow formierte 
das Personal, ergriff einen Hammer und dann tobte 
zwei Tage lang die Schlacht gegen die dicken Säulen, 
daß der Stuck und der Dreck nur so stäubten, bis die 
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