Path:
Von unten auf

Full text: Erich Carow / Georg, Manfred (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

und wirklich durch zu kommen, bekam doppelten Elan, 
Lucie drehte sich um. Sie hatte wohl mein etwas ver- 
legen begeistertes Gesicht im Spiegel bemerkt und sah 
mich an. In den klassischen Schauspielen heißt es 
ebenso wie in den Operetten, daß in solchen Fällen, 
wenn es bei dem Manne einschlägt, dieser rot wird und 
innerlich plötzlich den Entschluß faßt: die oder keine! 
Ich war nicht sehr originell, ich sagte genau das gleiche. 
Und bald reimte sich „keine‘“ auf „meine‘‘, womit ich 
Ihnen Frau Lucie Carow vorstelle, aus der zu fünfzig 
Prozent von nun an nicht nur das Ehepaar Carow, 
sondern auch der Erfolg Carow bestand. 
Lucie hat alles mitgemacht. Sie hat in der Alhambra 
am Moritzplatz bei 10 Grad Kälte stundenlang, die Füße 
mit Stroh umwickelt, an der Kasse gesessen, sie ist 
nachher noch auf der Bühne gestanden am gleichen 
Abend, sie singt heute noch jeden Abend im Pro- 
gramm, und wenn auch an der Kasse längst andere 
sitzen, es gibt keine Rechnung im ganzen Betrieb, die 
ich zahle, wenn Lucie sie nicht gesehen hat. 
Lucie ist mir treu, Berlin ist mir treu. Was kann ich 
Ihnen Besseres versprechen, als Ihnen ebenfalls treu zu 
bleiben? 
Peter Sachse, der Mann mit dem Erfolgsblick, hat mich 
für die breitere Öffentlichkeit entdeckt. Viele, Heinrich 
Mann an der Spitze, haben über mich geschrieben. 
Warum sollte ich nicht von den Angeboten erzählen — 
— aber ich will kein Star werden. Sondern ich will 
bleiben, was ich war und bin: der Erich Carow von der 
Lachbühne am Weinbergsweg in Berlin N. 
16
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.