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1816 Zum Polterabend der Gräfin Brandenburg (jetzt Herzogin v. Anhalt-Köthen) im Schlosse zu Potsdam 1816

Full text: Erinnerungen an Berlin / Herzog zu Mecklenburg-Strelitz, Carl (Public Domain)

36 fla komm' ich am Besten weg; iiberdies seid ihr ja all' meine alte Bekannte, sehn mich heut nicht zum ersten mal, denn hin ich yielleicht auch jedem von euch anders erschienen, weil ich oft yon Far!Jen und .Miene changiere; so Lranch ich mich doch nur zu nennen, und jeder wird gleich als Bekannten mich kennen. Ich hin die Liebe, auch Amor genannt, und seit der Olymp auf die Erde gebannt, dien' ich als Schirrmeister auf der :Ehestandsstation, und diri- giren da meinen Herrn Freund Postillon, daf.s er mir fein die rechte Strafse fahre; denn der arme Mann ist eine gemeine Natur, und verfehlt ohne mich stets die rechte Spur. - Kennt ihr mich noch uicht alle genau! o! das macht mein jetziges Kleid. Sel11, Flügel hab' ich stets, daranhin ich immer zu kennen, und mir diese zu binden, das ist der Passagiere Zeitvertreib, wenn ich auf meinen 'Vagen sie lade. 'V er's richti~:; versteht, dem auch die Zeit gar lustig vergeht. Im übrigen bin ich halb Soldatischer Art von wegen des Degen und Zwickelbart, aber ihr wifst, Amor et Mavor, das ist eine Kompagnie, und nun da das bunte Kleid, heifst so viel, als: Lin kein Freund von Traurigkeit, hin nicht gern allein. Jeder kann seine Farbe daraus wählen; aber wenn zwei sich
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