in einer. „Mathematische Magie“ betitelten Abhandlung ausführlich
über die Möglichkeiten des Fluges mit Flügeln oder des mechanischen
Fluges. Diese und andere Betrachtungen von Gelehrten aus
dem 17. und 18, Jahrhundert beschäftigten sich alle mit den
„Schwerer-als-die-Luft“-Problem des Fluges. Die einzige Ausnahme
bildet wahrscheinlich die von John Aubrey, einem geachteten Anftiquar,
etwa um 1664 gegebene Anregung, daß mit Rauch gefüllte
Blasen in die Höhe steigen würden, und daß eine Anzahl zusammengebundener
solcher Blasen einen Mann emporheben könnten — ein
unbestimmter_ Vorschlag, der vielleicht das erste Auftauchen einer
praktischen Vorstellung über die „Leichter-als-die-Luft“-Methode
des Fluges bedeutet.
Als im _ Jahre 1783 der Ballon erfunden wurde, wandten sich sowohl
die Wissenschaftler als auch die andern Leute in Großbritannien
nur langsam der neuen Erfindung zu, obgleich aller Wahrscheinlichkeit
nach der Heißluftballon der Montgolfiers und der Wasserstoffgasballon
des französischen Physikers Charles in gewissem Maße den
Entdeckungen der großen englischen Chemiker Joseph Priestley und
Henry _Cavendish zu verdanken waren. Bestimmter ist, daß Cavendish
Entdeckung von der relutiven Dichtigkeit des Wasserstoffs
und der Luft den schottischen Chemiker Joseph Black im Jahre 1766
veranlaßte, darzulegen, daß mit Wasserstoff gefüllte Blasen offensichtlich
in der Luft emporsteigen würden, Der erste Ballonaufstieg
in England wurde jedoch durch den Italiener Vincent Lunardi am
15. September 1784 von London aus ausgeführt, obgleich schon im
vorhergegangenen Juli in Edinburgh einige frühere Versuche mit
einem Heißluftballon durch James Tytler gemacht worden waren.
Der erste englische Luftschiffer war James Sadler, ein Mann von
hervorragender Erfindungsgabe, der seinen ersten Aufstieg in einer
Montgolfiere am 4. Oktober 1784 von Oxford aus machte, und der
später zum ersten Berufsluftschiffer überhaupt wurde. Seine heiden
Söhne folgten ihm in dieser Laufbahn nach. Der Ballonsport wurde dann
in England in weitgehendstem Maße von zahlreichen Berufsballonfahrern
ausgeübt, wie Charles Green, James Harries, die Grahams,
John Hampton, Henry Coxwell und viele andere noch. Green ist
hervorzuheben als Erster, der Kohlengas für die Füllung seiner
Ballone verwandte, und ebenso wegen seiner Rekordfahrt von
London nach Weilburg (Nassau) im Jahre 1836. Von den andern
war Harris der erste Engländer, der einem Ballonunfall zum Opfer
fiel, Hampton der erste, der 1836 von einem Freiballon aus einen
Sprung mit dem Fallschirm machte, obschon der französische Luftschiffer
Garnerin schon 1802 in London dasselbe getan hatte. Späterhin
zeichnete sich Coxwell aus durch seine ernsten Versuche, den
Ballon zu wissenschaftlichen Zwecken zu verwenden und durch die
Befürwortung seiner militärischen Verwendung. Coxwell war aher
in gewisser Hinsicht der letzte der Berufsballonfahrer, und der
Freiballon wurde in der Folge zu einer veralteten Maschine.
Im Rückblick auf die früheren Jahre des 18, Jahrhunderts besteht
kein Zweifel, daß der größte Pionier der Luftschiffäahrt, sowohl was
das Schwerer-als-Luft- als auch das Leichter-als-Luft-Problem anbetrifft,
George Cayley (1773 bis 1857) war, der sich von 179 bis
1850 mit außerordentlichem Interesse den Fragen der Lenkbarkeit
des Luftschiffes und der mechanischen Flugmaschine widmete. Fr
hat mit bemerkenswerter Scharfsicht und mit unerschütterlicher
Überzeugung die Grundsätze für diese beiden Gebiete der Luftschifffahrt
festgelegt. Er wußte von den Lenkluftschiffen, daß sie von
enormer Größe sein müßten, dafl sie bis zu einem gewissen Maße der
Stütze eines starren Innengerüstes bedürften, und daß ihre Gestalt
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