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Text II. Die neue Anstalt

Full text: Die Haupt-Cadetten-Anstalt zu Lichterfelde / Herrig, Friedrich Christian Ludwig

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der Feldmarsch�lle v. Roon und v. Moltke, Werke des Bild-
hauers Schiffelmann, den oberen Teil des Portals. 
Das Lehrgeb�ude enth�lt zun�chst 37 Lehrklassen f�r je 
20 bis 25 Cadetten. Diese R�ume sind einfach gehalten, jedoch 
mit Subseilien neuester Construction versehen. Ferner sind hier 
untergebracht: die Bibliothek, die Lehrerversammlungszimmer, 
die physicalischen und chemischen Cabinette. In diesem Ge-
b�ude ist Luftheizung angelegt, w�hrend in den Kasernen 
gew�hnliche Kachel�fen W�rme spenden. In unmittelbarem 
Zusammenhang mit dem Unterrichtsgeb�ude steht der 38 m. 
lange, 17m. breite, 15m. hohe Feldmarschallsaal. 
Die Decke dieses imposanten Raumes wird durch reich 
decorirte Tr�ger in 15 grosse Felder geteilt. Die drei mittleren 
derselben enthalten f�r die Kronleuchter runde Ventilations-
�ffnungen, zu deren Maskirung vergoldete und vielfach durch-
brochene Zinkornamente dienen. F�r die �brigen zw�lf Felder 
entwarf der Maler Burger allegorische Darstellungen der mili-
t�rischen Tugenden: Frauengestalten auf goldornamentirtem 
Grunde versinnbildlichen die Vaterlandsliebe, die Wachsamkeit, 
das Gottvertrauen, die Weisheit, den Edelmut, die Hochherzig-
keit, den Gehorsam, die Uebcrlcgtheit im Handeln, den Todes-
mut, die Festigkeit, die Kllhnheit und die Unermlldlichkeit. 
Die Verbindung dieser Decke und der W�nde Ubernimmt 
eine Voute, welche Laubgeh�ngc, Kr�nze und Helme beleben; 
den Uebergang von den Deckentr�gern zu den Wandpilastern 
vermitteln je zwei Knabenfiguren, welche in eine Posaune 
stossen und ein Wappen halten, das entweder den Reichsadler 
oder den Preussischen Adler zeigt. Unterhalb der beschriebenen 
Voute dehnt sich n�chst dem glatten Architrav ein Fries aus, 
auf dem stilvolle Lorbeerornamente von breiten, vergoldeten 
B�ndern umzogen werden: ihn schliesst nach unten das reiche, 
streng im Renaissanccstyl gehaltene Hauptgesims. Alles dies 
tragen 16 grosse dreifach geteilte Hauptpilaster, welche den 
umfangreicheren Oberteil der Wand beherrschen. Aus der l\littc 
eines jeden Hauptpilasters tritt eine Siegesg�ttin mit sch�tzend 
vorgehaltenem Schilde ; einen zweiten plastischen Schmuck ge-
w�hren ihm tiefer unten angebrachte W affentroph�en. Den ge-
sammten oberen Teil schm�ckt ein plastisches Ornament: eine
        
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