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Text I. Geschichtlicher Ueberblick

Full text: Die Haupt-Cadetten-Anstalt zu Lichterfelde / Herrig, Friedrich Christian Ludwig

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die milit�rische Ausbildung der Officier-Aspiranten, II. die Orga-
nisation des Cadettencorps." 
Ad I werden die Bestimmungen �ber das F�hnrichsexamen 
und das Offleierexamen entwickelt, wie sie im Grossen und 
Ganzen noch jetzt bestehen. Nach II besteht jede Voranstalt 
aus vier (Sexta bis Tertia), die Berliner Anstalt aus zwei 
Klassen ( Secunda, Prima) und einer Selecta. Die Primaner 
absolviren mit ihrem siebzehnten Jahre das F�hnrichs-Examen; 
die 30 vorz�glichsten gehen in die Selecta �ber. Sie erhalten 
ein Jahr lang Unterricht in den Kriegswissenschaften und legen 
dann die Officiersprlifung ab. Wenn sie bestehen, so treten sie 
als Secondelieutenants, im entgegengesetzten Falle als Portepee-
f.'i.hnrichs in die Armee ein. 
Diesen Anforderungen entsprechend, erfuhr der Studienplan 
des Cadettencorps eine eingehende Ver�nderung. Jede der sechs 
Klassen absolvirt fortan einen einj�hrigen Cursus; von Sexta 
an wird im Lateinischen, Deutschen, Franz�sischen, in Religion, 
Geographie, Geschichte, Mathematik unterrichtet; in Quinta 
treten Naturkunde und Planzeichnen hinzu. Die praktische mili-
t�rische Ausbildung beschr�nkt sich in den Voranstalten auf 
Einlibung milit�rischer Haltung 7 auf Exerciren verschiedener 
Marscharten 7 auf Kenntnis und Handhabung des Infanteriege-
wehrs. In Berlin 11bt man Bataillonsexerciren, Garnison- und 
Felddienst. 
Die unruhigen M�rztage des Jahres 1848 mussten natUr-
lieh das Cadettencorps, speciell das Berliner Haus, aufs empfind-
lichste ber�hren. Aehnlich den ehemaligen Kriegszeiten mit 
ihren Gef�hrdungen und ihren Ausm�rschen tritt diese Episode 
der Preussischen Geschichte an das Corps heran. Am 19. M�rz 
verliess auf Allerh�chsten Befehl das Cadettencorps das Haus 
in der Neuen Friedrichstrasse 7 um zun�chst nach dem K�nig-
lichen Schlosse zu marschiren; hier erhielt es Befehl, nach 
Potsdam �berzusiedeln. Gef�hrt von ihrem Commandeur 7 Ge-
neral von Below, begaben sich die 250 Cadetten unter Gewehr 
nach dem Potsdamer Bahnhof und wurden in Potadam im dor-
tigen Cadettenhause einquartirt. 
Von den zum Cadettencorps commandirten Offleieren blieben 
die meisten in Berlin zurtick und schlossen sich den hier in 
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