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Text I. Geschichtlicher Ueberblick

Full text: Die Haupt-Cadetten-Anstalt zu Lichterfelde / Herrig, Friedrich Christian Ludwig

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Degradation, Entlassung. K�rperliche Z�chtigung wird nur bei 
Z�glingen unter vierzehn Jahren, und auch da nur als letzter 
Versuch zur Besserung, nach Erfolglosigkeit aller anderen 
Mittel angewendet*)." 
"Dem Commandeur liegt eine zweckm�ssige Zeiteintei-
lung, welche Arbeit und Erholung, k�rperliche und geistige 
Anstrengung ins Gleichgewicht setzt, ob. Das Uebermaass gei-
stiger Anspannung ist zu vermeiden, eine k�rperliche Ermtidung 
dagegen, bei verh�ltnism�ssiger R�cksicht, kann herbeigefUhrt 
werden. Jedes Tagewerk beginnt mit einer Morgenandacht und 
schliesst mit einem kurzen Gebete, und es sind im Durchschnitt 
auf jede 24 Stunden, acht Stunden ftir den Schlaf, acht bis 
neun Stunden zum Unterricht und zur Selbstt�tigkeit, vier bis 
f�nf Stunden zu milit�rischen und Leibes�bungen und zur Er-
holung zu verwenden. Die noch !ihrigen zwei bis drei Stunden 
kommen auf die Morgenandacht, den Anzug, die Mittagsparade 
und die Mahlzeiten." 
"Das Berliner Institut besteht aus vier Compagnien, jede 
Compagnie aus f�nf Brigaden; jede Brigade begreift zwei 
Wohnzimmer. Das Personal einer jeden Compagnie besteht aus 
dem Compagniechef, dem Premier- Lieutenant, zwei comman-
dirten Officieren, einem Gouverneur, einem Feldwebel-Lieutenant, 
5 U nterofficieren, 5 Gefreiten, 60 Cadetten (mit Einschluss der 
Pension�re), einem Tambour und 6 Aufw�rtern. - Die Beauf-
sichtigung der Brigaden und Stuben h�ngt von der Anordnung 
des Compagniechefs ab. Die Z�glinge haben keine gemeinsamen 
Schlafs�le, weil es die Localit�t nicht gestattet, sondern Schlaf-
stuben neben ihren Wohnzimmern. Das milit�rische Princip 
der Erziehung muss in dem Hauptinstitute ganz besonders her-
vortreten. Die Compagnien haben die Selbstbesch�ftigung ihrer 
Z�glinge zu controliren und auf alle Weise f�r deren Nachhilfe 
und Fortschritte bedacht zu sein." 
Mit der Realisirung dieser Bestimmungen war das Preus-
sische Cadettenwesen am Ende der Regierung K�nig Friedrich 
Wilhelm III zu einer ganz erstaunlichen Ausdehnung und H�he 
gelangt. Vorbereitet durch die Instruction des Jahres 1818, 
*) von Crousaz, S. 318.
        
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