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Text I. Geschichtlicher Ueberblick

Full text: Die Haupt-Cadetten-Anstalt zu Lichterfelde / Herrig, Friedrich Christian Ludwig

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corps dem Zweck, den Officierss�hnen, deren V�ter vor dem 
Feinde gehlieben, oder zum Dienste unfabig geworden, oder 
durch besondere Umst�nde an der Erziehung ihrer S�hne ge-
hindert sind, oder denen ein Beweis des K�niglieben Wolwollens 
zu Teil werden soll, auf Staatskosten Unterriebt nnd Erziehung 
zu gew�hren, um sie zu brauchbaren Offleieren zu machen. 
An der Spitze des Cadetten-Corps steht ein h�herer Offleier 
als Commandeur; seine Beh�rde ist in den allgemeinen Hin-
sichten das Kriegsministerium , sonst aber steht er unmittelbar 
unter dem K�nige. Ibm sind als eine Studiendirection zwei 
Assistenten aus den Lehrern beigegeben. Unter ibm steht das 
gesammte Personal der Berliner Anstalt, ebenso der Stabs-
officier, welcher eine Voranstalt leitet. Das Erziehungspersonal 
besteht aus den Compagniechefs, den Premierlieutenants und 
den Gouverneuren. Von letzteren geh�ren zu jeder Compagnie 
vier: dem gern�ss zerfallt die Compagnie von 60 Cadetten in 
vier Gonverneurscbaften zu 15 K�pfen. Ein flinfter Gouverneur 
tritt ein, sobald die Anzahl der Pension�re einer Compagnie 
sich �ber zehn erhebt. Es ergiebt sich daraus flir Berlin die 
Anzahl von 240 K�niglichen Cadetten und mindestens 40 
(h�chstens 60) Pension�ren. Das Lehrpersonal des Haupt-
instituts besteht aus sechs Professoren f�r Milit�rwissenschaften 
(ein Officier), Mathematik, Geschichte, Geographie, Deutsch, 
Franz�sisch ; dazu kommen 10 wissenschaftliche Lehrer, die 
u. a. auch im Lateinischen und in der Physik unterrichten, und 
ebensoviele f�r K�nste und gymnastische Fertigkeiten. 
Der Cadet verl�sst das Hauptinstitut, sobald er das sieb-
zehnte Jahr erreicht hat, gleichviel welche wissenschaftliche 
Reife er sich angeeignet. Die Z�glinge der obersten Classe 
legen beim Abgange das Officiersexamen ab und treten, im 
Falle des Nichtbesteheus als Portepee- F�hnriche, die Sch�ler 
der zweiten Classe machen das F�hnrichsexamen und treten, 
im gedachten Falle, als Unteroffleiere in die Armee. 
Die innere Einrichtung des Instituts ist v�llig milit�risch. 
Als der Oberst von Brause diese Instruction dem gesammten 
Personale zur Kenntnis brachte, begleitete er sie mit folgenden 
bezeichnenden Worten: "Nach einer Zeit, wo die h�here Le-
bensanschauung darniederlag, TrUbsale und Ersch�tterungen
        
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