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Text I. Geschichtlicher Ueberblick

Full text: Die Haupt-Cadetten-Anstalt zu Lichterfelde / Herrig, Friedrich Christian Ludwig

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Dieses SchriftstUck l�sst uns erkennen, welche Anforde-
rungen an die Erziehung der Cadetten gestellt wurden und 
welche Bildungsstufe der junge Officier einnahm. Dem K�nige 
gen�gte aber die letztere f\lr alle seine Offleiere keineswegs: 
sie sollten Gelegenheit finden 1 auch nach dem Eintritt in ein 
Regiment, h�here wissenschaftliche Bildung zu erwerben. Daher 
begannen schon 1764 kriegswissenschaftliche Curse flir Junker 
und Subalternoffleiere: die ersten Anf�nge der im folgenden 
Jahre zu er�ffnenden academie militaire, f\lr die der K�nig 
selbst die Instruction verfasste und mit deren Leitung er den 
bew�hrten General von Buddenbrock betraute. Dieser w�hlte 
zun�chst 15 Cadetten zum Besuche der neuen Anstalt aus, wie 
denn beide Institute noch lange in enger Beziehung zu einander 
blieben. 
Hatte demzufolge die Cadettenanstalt eine Fortsetzung nach 
oben erhalten, so wurde nunmehr f\lr Voranstalten gesorgt, die 
den oben ber�hrten Uebelst�nden abhelfen sollten. F�r Pommern, 
Ostpreussen und die Neumark wurde ein Cadettenhaus in Stolp 
er�ffnet; nach der Teilung Polens und dem Anschluss West-
preussens im Jahre 1773 kam dazu das Cadettenhaus iu Culm. 
Aber auch eine wichtige �usserliche Ver�nderung verdankt 
das Berliner Cadettencorps der Regierung Friedrichs II. Schon 
oben wurde darauf hingewiesen, wie wenig das zum Wohn- und 
Unterrichtsgeb�ude der Cadetten eingerichtete Hetzhaus billigen 
�nforderungen entsprach. Die Zahl der Z�glinge hatte sich 
indessen mehr als verdoppelt, die Unterrichtsgegenst�nde waren 
vermehrt und erforderten mehr Klassenr�ume 1 eine Bibliothek 
hatte sich angesammelt: dazu kam, dass j�hrlich ftlr Repara-
turen bedeutende Summen zu zahlen waren 1 ohne eigentliche 
Abhilfe zu schaffen. Daher befahl der K�nig den Bau eines 
neuen Cadettenhauses. Am 3. April 1776 legte der General 
von Buddenbrock im Auftrage des Monarchen vor dem Ein-
gange des alten Geb�udes den Grundstein zu dem neuen; un-
mittelbar darauf begannen die Mauerarbeiten. Rings um das 
alte halbmondrurmige Haus errichtete man im Quarre ein drei-
st�ckiges, palastartiges Geb�ude nach den Angaben des Bau-
meisters Georg Christian Unger. Die inneren Mauern zeigten 
keinen besonderen Schmuck, die der Klosterstrasse zugewandte
        
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