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Text I. Geschichtlicher Ueberblick

Full text: Die Haupt-Cadetten-Anstalt zu Lichterfelde / Herrig, Friedrich Christian Ludwig

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staltung geeignet waren, bald heraus und bewies, dass zun�chst 
eine Erg�nzung und Hebung des Preussischen Offleiercorps er-
forderlich war. Als die Grundlage jeder Forderung in dieser 
Hinsicht betrachtete der K�nig das Cadettencorps, dem sich 
seine Sorge und seine Bemlihungen fortan in ganz besonderer 
Weise zuwandten. Durch die Ernennung des Generalmajors 
von Buddenbrock war schon w�hrend des Kriegs dem Corps 
ein Chef gegeben, dessen pers�nliche Begabung fllr diese Stellung 
sich in der schwierigen Zeit aufs sch�nste bew�hrt hatte, so 
dass der K�nig bei Gelegenheit einer im April 1763 statt-
findenden Inspection der Anstalt ihm seine allerh�chste Zu-
friedenheit auszusprechen geruhte. Das Officiercorps der An-
stalt wurde ziemlich gleichzeitig durch zwei Lieutenants ver-
mehrt, welche die Compagniechefs bei der Beaufsichtigung der 
Cadetten zu unterstlitzen hatten. Um die Vorteile des wissen-
schaftlichen Unterrichts auch jungen Leuten zug�nglich zu machen, 
welche w�hrend des Krieges ohne besondere Bildung in das 
Heer aufgenommen waren, erhielten viele Regimenter Ordre, 
einige Junker als Hospitanten in das Berliner Corps zu schicken, 
um an den Lehrstunden Theil zu nehmen. Diese behandelten, 
wie aus einer im Jahre 1765 vom General von Buddenbrock 
entworfenen Instruction zu ersehen, Logik, Fortification, Ge-
schichte, Geographie nebst Astronomie und Naturkunde, Fran-
z�sisch, Deutsch und Rechnen. Es heisst in dieser Instruction 
u. a.: "Die Herren Professoren werden sich dahin bestreben 
und sich zum best�ndigen Augenmerk nehmen, dass sie nicht 
allein durch ihre Unterweisung geschickte, sondern auch tugend-
hafte und redliche Leute formiren. Sie werden in den Stunden, 
so sie geben, Gelegenheit finden, ein Lehrgeb�nde der guten 
Sitten, der Anst�ndigkeit, der H�flichkeit, wie Blumen darunter 
zu streuen, auf diesem Grunds�tze bauen und die jungen Leute 
tiberzeugen, dass die Tugend, die Religion und die guten Sitten 
sie allein glticklich machen� k�nnen. Es wird den s�mmtlichen 
Herrn Professores leicht sein, zu beweisen, dass ohne Tugend 
keine menschliche Gesellschaft bestehen k�nne." Und ferner: 
"So n�tig die franz�sische Sprache immer sein kann, so unum-
g�nglich notwendig ist es doch, seine Muttersprache wol zu 
sprechen."
        
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