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Periodical volume

Full text: Epi-Info Issue 2016,22

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Epi -Info

Wochenbericht
Epidemiologischer Wochenbericht für die Meldewoche 22/2016
über die im Land Berlin gemäß IfSG erfassten Infektionskrankheiten
herausgegeben am 09. Juni 2016 (Datenstand: 08.06.2016 - 10:00 Uhr)

Inhalt
1. Allgemeine Lage
2. Besondere Fälle
3. Ausbrüche
3.1. Ausbrüche durch meldepflichtige Erreger / Krankheiten übermittelt gemäß §11(1) IfSG
3.2. Nosokomiale Ausbrüche übermittelt gemäß §11(2) IfSG
3.3. Besondere Ausbrüche

4. Besondere Hinweise
4.1. Epidemiologisches Bulletin 22/2016
4.2. RKI: Neuer Ratgeber zu Skabies
4.3. FSME: Ausbruch in der Slowakei durch Schafskäse
4.4. Für Kaffeetrinker und Aufgeweckte: 16. Lange N8 der Wissenschaften in Berlin / Potsdam
4.5. Public Health in Berlin: Neuer Masterstudiengang
4.6. Veranstaltungshinweis: Einführung in die VDI/DVGW 6023

5. Spezial
Nach den Unwettern kommen die Mücken - Busch- und Tigermücke in Bundesländern aktiv

6. Tabellen
6.1.Übersicht der Berichtswoche im Vergleich zum Vorjahr (Fallzahlen /Inzid.)
6.2. Bezirksübersicht kumulativ bis einschließlich der Berichtswoche
6.3.Übersicht Salmonellenserovare bzw. -gruppen bis zur Berichtswoche (Fallzahlen und Anteile)

7. Abbildungen ausgewählter wöchentlicher Fallzahlen im Berichtsjahr mit Vorjahresvergleich
Campylobacter-Erkrankungen, Hepatitis C-Infektionen, Legionellose

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Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo)
Fachgruppe Infektionsepidemiologie und umweltbezogener Gesundheitsschutz (I C 2)
Hr. Schubert / Fr. Hentschel / Fr. Hoffmann / Fr. Wendt / Fr. Dr. Simon / Hr. PD Dr. Werber / Hr. Dr. Sagebiel
Darwinstraße 15, 10589 Berlin (Charlottenburg), Tel. 90229-2427/-2428/-2420/-2432/-2430/-2421,/-2400 Fax: (030) 90229-2096
Groupmail: infektionsschutz@lageso.berlin.de, Groupfax-IfSG: (030) 90283385, www.berlin.de/lageso/gesundheit/index.html
Neben dem statistischen Teil enthalten die Berichte im Textteil auch allgemeine und weiterführende Informationen, deren
Interpretation infektiologischen und epidemiologischen Sachverstand und Kenntnisse über die Datengrundlagen erfordern.
Eine Weitergabe sowie Be- und/oder Verarbeitung der Daten zu kommerziellen Zwecken ist ohne Genehmigung des
Herausgebers nicht zulässig.
© 2016

Link zum Download
der Wochenberichte
des LAGeSo

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

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1. Allgemeine Lage
Im aktuellen Masernausbruch seit der 11. Meldewoche (MW) wurden bisher 52 Erkrankungen
übermittelt, davon sechs in der Berichtswoche. Damit liegt die Fallzahl weiterhin stabil
zwischen sechs und acht pro Woche. Es sind überwiegend Erwachsene betroffen; in den letzten
Wochen zunehmend junge Erwachsene. Die Erkrankten haben überwiegend keinen Impfschutz
(Details siehe im Bericht unter 3.3.).
Die gesamtstädtische epidemiologische Lage blieb, wie in der Vorwoche, in allen weiteren
Meldekategorien stabil und ohne Auffälligkeiten (siehe unter 6. und 7.).
In der Berichtswoche wurden sieben Ausbrüche übermittelt. Nosokomial bedingte Ausbrüche
wurden im Berichtszeitraum nicht gemeldet (siehe unter 3.).

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

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2. Besondere Fälle
Denguefieber
GA Pankow
Während seines einmonatigen Aufenthalts in Indonesien erkrankte ein 31-jähriger
Mann mit Fieber. Die Infektion wurde mittels PCR nachgewiesen.
EHEC/ESTEC
GA Spandau
Bei einer 91-jährigen Frau, die mit Durchfall erkrankte, wurde mittels PCR das
Shigatoxin-Gen 1 (stx1) nachgewiesen.
Haemophilus influenzae
GA Spandau
Fieber und Kopfschmerzen bei einem 12-jährigen Mädchen. Im Liquor wurde der
Erreger kulturell nachgewiesen.
Legionellose
GA Mitte
Pneumonie bei einer 78-jährigen Frau, in deren Urin Legionella pneumophila der
Serogruppe 1 mittels Antigen-Test nachgewiesen wurde. Acht Tage nach Erkrankungsbeginn verstarb die durch einen Grunderkrankung vorgeschädigte Frau infolge der
Infektion.
GA Tempelhof-Schöneberg
Pneumonie bei einem 74-jährigen Mann, bei dem in Urin Legionella pneumophila der
Serogruppe 1 mittels Antigen-Test nachgewiesen wurde. Der Mann hat eine Grunderkrankung. Das Gesundheitsamt ermittelte im Haushalt eine dezentrale Warmwasseraufbereitung. Zu evtl. Probenahmen bzw. Untersuchungsergebnissen des Wassers
wurde nichts übermittelt.
Seit Jahresbeginn sind unter den übermittelten 37 Legionellosen (entpr. der
Referenzdefinition) drei Todesfälle zu verzeichnen. Alle Betroffenen waren älter
als 70 Jahre.
Masern
In der Berichtswoche wurden sechs Neuerkrankungen aus den Bezirken CharlottenburgWilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg (je zwei Fälle), Spandau und Tempelhof-Schöneberg (je ein Fall) übermittelt. Die Alterspanne der Erkrankten liegt zwischen unter einem
und 22 Jahren.
Unter Punkt 3.3. wird die im letzten Wochenbericht beschriebene Ausbruchssituation
im Land Berlin fortgesetzt.
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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

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Yersiniose
GA Mitte
Gastroenteritische Symptome bei einem 23-jährigen Mann, der im Lebensmittelbereich
tätig ist. Die Labordiagnostische Untersuchung erbrachte den kulturellen Nachweis von
Yersinia enterocolitica O:3. Das Gesundheitsamt konnte keine näheren Hinweise auf die
mutmaßliche Infektionsquelle ermitteln.

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3. Ausbrüche
3.1. Ausbrüche durch meldepflichtige Erreger / Krankheiten übermittelt gemäß §11(1) IfSG
Gesamtzahl der Häufungen nach Erreger / Krankheit und Fallzahlen bzw.
Fallzahlspannen in der Berichtswoche
Zahl der
Ausbrüche

Erreger / Krankheit

Fallzahl pro
Ausbruch

Keuchhusten

1

3

Norovirus

1

3

Rotavirus

3

1

2 - 41

Windpocken

2

3

7

2-4

Summe / Spanne
1

Vier Fälle in drei Bezirken sind einem Ausbruch in einem anderen Bundesland zugeordnet.

3.2. Nosokomiale Ausbrüche übermittelt gemäß §11(2) IfSG
Kumulative Übersicht 2016 bis einschließlich der Berichtswoche (ohne Norovirus)
Zahl der
Ausbrüche

Erreger

Fallzahl pro
Ausbruch

Gesamtfallzahl

Citrobacter freundii 4MRGN KPC

1

2

2

Clostridium difficile

4

2-4

12

Enterobacter cloacae (3MRGN)

1

2

2

Enterobacter cloacae (4MRGN)

1

2

2

Enterococcus faecium van A
Enterococcus faecium van B
Influenza

1
1
4

17
9
2 - 22

21
9
35

Klebsiella pneumoniae (3MRGN)

1

4

4

Klebsiella pneumoniae (4MRGN)

2

2-3

5

MRSA

4

2-6

13

20

2 - 24

151

40

2 - 24

256

Rotavirus
Summe / Spanne

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

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3.3. Besondere Ausbrüche
Masernausbruch in Berlin (Datenstand: 08.06.2016, 10:00 Uhr)
Seit der 11. Meldewoche (MW) wurden 52 dem Ausbruch zugehörige Masernfälle übermittelt, davon sechs in der Berichtswoche (Abb.). Das jüngste Erkrankungsdatum ist der
31.05.2016. Bei der Abbildung ist zu beachten, dass die Fallzahlen insbesondere für die
aktuelle Meldewoche (23/2016) noch unvollständig sind.

Abb: Anzahl übermittelter Masernerkrankungen im Land Berlin seit 11. MW 2016 (Ausbruchsbeginn), Datenstand
08.06.2016, 10.00 Uhr
Hinweis: Durch nachträglich eingehende Meldungen und Übermittlungen, insbesondere für die aktuelle Woche
(MW 23), kann sich die Fallzahl in den Folgewochen noch verändern
(Quelle: LAGeSo)

In allen Bezirken Berlins sind in
diesem Ausbruch Erkrankungen
aufgetreten (Tab. 1). In der Berichtswoche wurden Erkrankungen aus
Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf (jeweils n=2)
sowie Spandau und TempelhofSchöneberg (jeweils n=1) übermittelt.
Das mediane Alter der Erkrankten
beträgt 22 Jahre (Interquartilsabstand: 14,5-32 Jahre) und ist damit
im Vergleich zu den Vorwochen abnehmend. Weiterhin sind 36 (70%)
der Erkrankten Erwachsene (Tab.2),
wobei zunehmend jüngere Erwachsene betroffen sind.

Anzahl der Masernfälle
N
%

Bezirk
Neukölln

15

29

7

13

Friedrichshain-Kreuzberg

6

12

Tempelhof-Schöneberg

4

8

Lichtenberg

Charlottenburg-Wilmersdorf

3

6

Mitte

3

6

Spandau

3

6

Reinickendorf

3

6

Marzahn-Hellersdorf

2

4

Pankow

2

4

Steglitz-Zehlendorf

2

4

Treptow-Köpenick

2

4

52

100

Summe

Tab.1: Anzahl übermittelter Masernerkrankungen im Land
Berlin nach Bezirken ab der 11. MW 2016, Stand: 08.06.2016
(Quelle: LAGeSo Berlin)

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

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31 (60%) der Masernerkrankten sind männlich, 24 (46%)
wurden hospitalisiert und keiner ist verstorben.
Für 39 (87%) von 45 Fällen mit vorliegender Information
wurde angegeben, dass die Patienten nicht gegen Masern
geimpft waren. Es konnten bisher 46 (88%) der Fälle
labordiagnostisch bestätigt werden.
Zusammenfassend wird dem LAGeSo im aktuellen
Masernausbruch seit Wochen unverändert ca. eine neue
Masernerkrankung pro Tag übermittelt. Betroffen sind
vor allem erwachsene Personen ohne entsprechenden
Impfschutz. Die Ansteckungsorte sind über ganz Berlin
verteilt.
Wir bitten die Gesundheitsämter weiterhin, geeignete
Proben von allen an Masern erkrankten Personen an das
NRZ zu senden.

Fall zahl
Altersgruppen
(in Jahren)

N

%

<1

2

3,9

1

4

7,7

2-5

3

5,8

6-17

7

13,5

18-29

19

36,5

30-44

15

29,9

45+

2

3,9

Summe

52

100,0

Tab. 2: Anzahl der Masernfälle in
Berlin seit der 11. MW - nach Altersgruppen (N=52, Stand 08.06.2016,
(Quelle: LAGeSo)
10.00 Uhr)

Quelle: LAGeSo

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4. Besondere Hinweise
4.1. Epidemiologisches Bulletin 22/2016
Das Epidemiologisches Bulletin 22/2016 vom 06.062016 berichtet u. a. über die regionale
Verteilung des Anteils von MRSA und VRE bei nosokomialen Infektionen mit S. aureus und
Enterokokken.
Im Jahr 2014 hatte das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen
Infektionen erstmals die regionale Verteilung des Anteils von MRSA und VRE bei nosokomialen Infektionen mit S. aureus und Enterokokken auf Intensivstationen sowie bei
postoperativen Wundinfektionen nach Bundesländern in Deutschland publiziert. Dabei
wurden die Jahre 2007 bis 2012 berücksichtigt. Der Beitrag im Epidemiologischen Bulletin
22/2016 liefert Daten zur weiteren Entwicklung in den Jahren 2013/2014 im Vergleich mit
den Vorjahren.
Download-Link des Epidemiologischen Bulletins:

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/22/Tabelle.html
Quelle: RKI

4.2. RKI: Neuer Ratgeber zu Skabies
Das RKI hat seinen Ratgeber für Ärzte zu Skabies vollständig überarbeitet. Insbesondere
die Abschnitte Definition von Kontaktpersonen, Therapie und Maßnahmen bei Erkrankten
und Kontaktpersonen wurden angepasst. Die vom Robert Koch-Institut herausgegebenen
Ratgeber für Ärzte geben einen strukturierten Überblick zu ausgewählten Infektionskrankheiten. Die Beiträge werden in Zusammenarbeit mit den Nationalen Referenzzentren, Konsiliarlaboren sowie weiteren Experten erarbeitet.
Skabies ist eine durch die Krätzemilbe verursachte ansteckende Hautkrankheit des
Menschen. Sie kommt weltweit vor und betrifft Menschen jeden Alters, besonders häufig
erkranken aber Kinder, pflegebedürftige Senioren und immunsupprimierte Patienten. Ausbrüche in Einrichtungen treten dort auf, wo Personen über längere Zeit zusammenleben,
betreut oder medizinisch versorgt werden und in denen enger Haut-zu-Haut-Kontakt
üblich ist.
Als Ergänzung zum Ratgeber hat das RKI ein Flussdiagramm
für die Maßnahmen beim Auftreten von Skabies veröffentlicht.
Das Merkblatt ist online verfügbar über diesen Link:
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/
Ratgeber_Skabies.htm

Das Flussdiagramm steht als PDF zum Download über
diesen Link zur Verfügung:
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/K/Kraetzemilben/
Kraetzemilben_node.html

Hinweis: Der Ratgeber mit Flussdiagramm wird den Berliner
Gesundheitsämtern als PDF zum Download in UMINFO BERLIN bereit gestellt.
Quelle: RKI

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

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4.3. FSME: Ausbruch in der Slowakei durch Schafskäse
Anfang Juni ist es im Osten des Landes zu einem Ausbruch von FSME durch den Verzehr
von unpasteurisiertem Schafskäse gekommen, berichtet am 07.06.2016 das Centrum für
Reisemedizin (CRM). Mindestens 32 Menschen mussten ärztlich behandelt werden. Auf
den Verzehr von Rohmilchprodukten sollte verzichtet werden.
FSME ist eine klassische vektorbezogene Zoonose. Aus einem in verschiedenen Wirbeltieren bestehendem Virusreservoir (Kleinsäugerpopulationen, insbesondere Mäuse, aber
auch Vögel, Rehe, Rotwild) erfolgt die Übertragung in Mitteleuropa durch den Stich der
Schildzecke Ixodes ricinus („Holzbock“), sehr selten durch Milch von infizierten Haustieren
(Ziegen, Schafen, in Ausnahmefällen auch von Kühen). Letztgenannter Übertragungsweg
stellt besonders in Osteuropa ein Ansteckungsrisiko dar, in Deutschland gilt er als Rarität.
Quelle: CRM/RKI

4.4. Für Kaffeetrinker und Aufgeweckte: 16. Lange N8 der Wissenschaften in Berlin / Potsdam
74 wissenschaftliche Einrichtungen in Berlin und auf dem Potsdamer Telegrafenberg
öffnen am kommenden Samstag, 11. Juni 2016 von 17 bis 24 Uhr zum 16. Mal ihre Türen
zur Langen Nacht der Wissenschaften. Das Programmangebot umfasst fast 2.000 Experimente, Vorträge, Workshops und Mitmachaktionen für Erwachsene und Kinder und eröffnet den Besuchern Einblicke in Orte, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Auf der Webseite gibt es das detaillierte Programm und alle Informationen u. a. zu Tickets
und Shuttlebus-Routen. Dort kann man auf Karten zu den Veranstaltungsorten navigieren
oder sich die persönlichen Highlights herausfiltern, zum Beispiel nach Schlagworten oder
Veranstaltungsformaten; natürlich auch auf Smartphones.
Alle wichtigen Infos und einen guten Überblick über die Veranstaltung bietet auch das
Lange-Nacht-Infoheft. Es liegt in allen beteiligten Wissenschaftseinrichtungen, vielen
Museen, öffentlichen Einrichtungen, der Urania, den Kinos der Yorck-Gruppe sowie bei
BVG und S-Bahn kostenlos bereit.
Link:

www.langenachtderwissenschaften.de/
Quelle/Abb.: LNDW

4.5. Public Health in Berlin: Neuer Masterstudiengang
Die Berlin School of Public Health (BSPH) bietet ab dem kommenden Wintersemester
einen neuen (strukturierten - Red.) Studiengang im Bereich Gesundheitswissenschaften
an: den Master of Science in Public Health (MScPH).
Als konsekutiver Master wird der neue Studiengang hochschulübergreifend von den

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drei beteiligten Einrichtungen, der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Technischen
Universität Berlin (TU) und der Alice Salomon Hochschule Berlin, angeboten. Der Bewerbungszeitraum reicht noch bis zum 15. Juli. Insgesamt stehen 60 Studienplätze zur Verfügung.
Zulassungsvoraussetzungen für den Studiengang ist ein erster berufsqualifizierender,
Public Health-relevanter Hochschulabschluss.
Die Berlin School of Public Health ist vor einem Jahr in Trägerschaft von Charité – Universitätsmedizin Berlin, Technischer Universität Berlin und der Alice Salomon Hochschule
Berlin neu konstituiert worden, um gemeinsam ein national und international führendes
Public Health-Zentrum zu etablieren. Neben den drei Kooperationspartnern sind die Humboldt-Universität zu Berlin und die Freie Universität Berlin an den Planungen beteiligt.
Link: http://iph.charite.de/
Quelle: Charité

4.6. Veranstaltungshinweis: Einführung in die VDI/DVGW 6023
Am Montag, 20.06.2016, 13:00 – 17.00 Uhr findet in Berlin-Moabit eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema VDI/DVGW 6023 für die Kollegenschaft der Gesundheitsämter,
Fachbereich Hygiene/Gesundheitsaufsicht statt.
Inhaltlich werden die Schwerpunkte Hygiene in Trinkwasser-Installationen, Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung durch den vom VDI bescheinigter Referenten Technik, Dr. Carsten Gollnisch, behandelt. Veranstalter ist der Berufsverband der Hygieneinspektoren Berlin-Brandenburg e.V. (BHBB e.V.).
Der Flyer mit Programm und Anmeldeformular ist über UMINFO sowie auf der Webseite
www.bhbbev.de/veranstaltungen abrufbar.
Quelle: BHBB e.V.

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5. Spezial
Nach den Unwettern kommen die Mücken - Busch- und Tigermücke in Bundesländern aktiv
Die aktuelle Wetterlage mit starken Niederschlägen und sommerlichen Temperaturen bietet
ideale Fortpflanzungsmöglichkeiten für Stechmücken. Potenzielle Brutplätze bilden sich auf
Wiesen, in Parks und Wäldern und im Siedlungsbereich, z.B. in Regentonnen. In kürzester Zeit
sind bis zu 300 Eier pro Mückenweibchen abgelegt. Die Brut benötigt bei den vorliegenden
klimatischen Bedingungen nur ca. zwei Wochen bis zum Schlupf der neuen Generation. Nach
den größtenteils niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015 mit eher geringen Populationsdichten der Stechmücken könnte die aktuelle Situation ein Startschuss für ein hohes Aufkommen in der Mückensaison 2016 sein.
Wann, wo und mit welchen Arten die Mücken in Deutschland vorkommen, kartiert mit Hilfe
interessierter Bürger der Mückenatlas – ein Projekt, welches vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und vom Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für
Tiergesundheit (FLI), etabliert wurde.
Die Wissenschaftler konnten zuletzt mit Hilfe der Mückenatlas-Einsendungen Ansiedlungen
der Asiatischen Buschmücke (Aedes japonicus) in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen nachweisen.
Die als potenzieller Überträger von Krankheitserregern
ungleich gefährlicher einzuschätzende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wurde hingegen in BadenWürttemberg und Thüringen gefunden.
Aedes japonicus

Quelle: ECDC

Das Leibniz-Zentrum teilte mit, dass durch die in Europa in den letzten Jahren zunehmenden Ausbrüche von
Stechmücken übertragenen Krankheiten, wie Dengue-,
Westnil- oder Chikungunya-Fieber, sowie den jüngsten
Zika-Virus- Ausbruch in Südamerika, die aktuelle Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter
Beweis gestellt wurde . Zur Risikoabschätzung benötigen die Wissenschaftler dringend Daten zur VerbreiAedes albopictus
tung der in Deutschland vorkommenden invasiven und
einheimischen Arten. Diese fließen ein in das Projekt Mückenatlas.

Quelle: ECDC

Da es in Deutschland bisher kein Überwachungs- oder Meldesystem über das Vorkommen medizinisch relevanter Stechmückenarten gab, wurden vom Bundesministerium für Ernährung
und Landwirtschaft zwei Verbundprojekte zur deutschlandweiten Überwachung und Erforschung von Stechmücken ins Leben gerufen, in die der Mückenatlas integriert ist.
Näheres zum Mückenatlas und zur Möglichkeit der Einsendung von Stechmücken finden sich
unter www.mueckenatlas.de.
Übersichtlich und ausführlich gibt das ECDC auf seinen Webseiten Informationen zu den verschiedenen Mückenarten und den mückenübertragenden Infektionskrankheiten:
http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/vectors/mosquitoes/Pages/mosquitoes.aspx

Quelle: ZALF / FLI ECDC

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6. Tabellen
6.1. Übersicht der Berichtswoche im Vergleich zum Vorjahr (Fallzahlen1 und Inzidenzen2)
1 2 3 4 5

/ / / / Erläuterungen am Ende der folgenden Seite

Krankheit bzw. Infektionserreger
Adenovirus-K(eratok)onjunktivitis

Berichtswoche
Fallzahl

Inzidenz

kumul.
2015

kumulativ 2016

Todesfälle

Fallzahl

Inzidenz

Todesfälle

Fallzahl

0

0,0

0

9

0,3

0

2

4

0,1

0

88

2,5

0

98

Botulismus

0

0,0

0

1

0,0

0

1

Brucellose

0

0,0

0

3

0,1

0

0

44

1,3

0

1.100

31,3

0

1.153

CJK (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit)

0

0,0

0

0

0,0

0

4

Clostridium difficile

2

0,1

0

60

1,7

14

68

Denguefieber

1

0,0

0

58

1,6

0

22

Diphtherie

0

0,0

0

0

0,0

0

1

EHEC-Erkrankung

1

0,0

0

34

1,0

0

28

Giardiasis

6

0,2

0

157

4,5

0

152

Haemophilus influenzae, inv. Erkrankung

1

0,0

0

13

0,4

0

15

Borreliose3

Campylobacter-Enteritis

Hantavirus-Erkrankung

0

0,0

0

0

0,0

0

0

Hepatitis A

0

0,0

0

28

0,8

0

10

Hepatitis B

1

0,0

0

41

1,2

0

27

Hepatitis C

14

0,4

0

161

4,6

0

187

Hepatitis D

0

0,0

0

0

0,0

0

2

Hepatitis E

0

0,0

0

44

1,3

0

20

HUS (Hämolytisch-urämisches Syndrom)

0

0,0

0

2

0,1

2

0

Influenza

Keuchhusten4

1

0,0

0

4.235

120,4

6

3.117

9

0,3

0

390

11,1

0

319

Kryptosporidiose

2

0,1

0

44

1,3

0

48

Legionellose

2

0,1

1

37

1,1

3

44

Leptospirose

0

0,0

0

1

0,0

0

4

Listeriose

0

0,0

0

7

0,2

0

4

Masern

6

0,2

0

54

1,5

0

1.142

Meningokokken, invasive Erkrankung

0

0,0

0

20

0,6

1

8

MRSA, invasive Infektion

Mumps4

5

Norovirus-Gastroenteritis
Paratyphus
Q-Fieber
Rotavirus-Gastroenteritis

Röteln, postnatal4

6

0,2

0

122

3,5

10

118

0

0,0

0

21

0,6

0

21

21

0,6

0

1.605

45,6

0

1.709

0

0,0

0

2

0,1

0

1

0

0,0

0

1

0,0

0

1

31

0,9

0

1.092

31,0

0

1.030

0

0,0

0

3

0,1

0

4

Salmonellose

2

0,1

0

145

4,1

0

160

Shigellose

0

0,0

0

29

0,8

0

22

Trichinellose

0

0,0

0

1

0,0

0

0

Tuberkulose

0

0,0

0

160

4,5

1

139

Tularämie

0

0,0

0

0

0,0

0

0

Typhus abdominalis

0

0,0

0

5

0,1

0

7

VHF (Chikungunya)

0

0,0

0

4

0,1

0

11

Yersiniose

1

0,0

0

45

1,3

0

29

1

9.822

37

9.728

Summe

155

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

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18.

6.2. Bezirksübersicht kumulativ bis einschließlich der Berichtswoche (Fallzahlen1)
Summe

Reinickendorf

Lichtenberg

MarzahnHellersdorf

TreptowKöpenick

Neukölln

TempelhofSchöneberg

SteglitzZehlendorf

Spandau

CharlottenburgWilmersdorf

Pankow

FriedrichshainKreuzberg

Mitte

Krankheit bzw. Infektionserreger
Adenovirus- (Kerato-) Konjunktivitis

1

0

1

1

0

3

1

1

0

1

0

0

9

Borreliose1

8

9

19

2

2

7

4

8

1

20

4

4

88

Botulismus

0

1

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1

Brucellose

0

0

0

0

2

0

0

0

0

0

1

0

3

80

82

132

103

57

101

114

78

69

90

95

99

1.100

Campylobacter-Enteritis
Clostridium difficile

7

5

9

1

4

5

3

3

7

3

7

6

60

Denguefieber

8

16

13

2

1

4

3

6

1

0

3

1

58

7

3

1

3

3

4

5

1

0

1

2

4

34

14

30

18

12

6

8

21

16

10

9

4

9

157

Haemophilus influenzae, inv. Erkr.

0

0

0

1

1

2

1

2

1

2

1

2

13

Hepatitis A

3

0

2

4

3

2

10

1

0

2

0

1

28

EHEC-Erkrankung
Giardiasis

Hepatitis B

11

8

4

2

5

3

2

0

1

1

2

2

41

Hepatitis C

12

23

16

13

18

19

6

13

13

5

0

23

161

Hepatitis E

6

4

6

3

2

2

7

2

1

3

2

6

44

HUS (Hämol.-urämisches Syndrom)

1

0

1

0

0

0

0

0

0

0

0

0

2

316

353

752

516 193

445

491

272

189

318

147

243

4.235

Influenza
Keuchhusten4

29

25

59

31

28

63

42

23

28

35

13

14

390

Kryptosporidiose

5

5

16

1

1

0

6

5

1

2

0

2

44

Legionellose

2

1

3

0

3

5

7

3

1

0

2

10

37

Leptospirose

1

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1

Listeriose

1

0

0

0

0

0

1

3

0

0

1

1

7

Masern

6

6

2

3

2

2

4

15

2

2

7

3

54

Meningokokken, inv. Erkrankung

5

2

1

0

3

0

2

2

1

2

1

1

20

MRSA, invasive Infektion

9

7

15

8

12

13

6

19

4

13

3

13

122

4

1

5

0

1

0

5

1

1

0

1

2

21

115 116

Mumps4
5

87

56

194

198

202

94

168

102

142

131

1.605

Paratyphus

0

2

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

2

Q-Fieber

0

0

0

0

0

0

0

0

1

0

0

0

1

30

53

53

32

43

63

142

284

132

61

109

90

1.092

0

0

1

1

0

0

0

0

1

0

0

0

3

12

16

13

13

9

7

17

14

3

12

22

7

145

Norovirus-Gastroenteritis

Rotavirus-Gastroenteritis
Röteln
Salmonellose
Shigellose

8

3

3

6

0

0

3

0

2

0

3

1

29

Trichinellose

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1

0

0

1

Tuberkulose

17

6

5

7

15

5

20

11

2

7

59

6

160

Typhus abdominalis

2

0

1

0

0

0

1

0

0

0

1

0

5

Virale hämorrhagische Fieber

1

1

0

0

0

0

1

1

0

0

0

0

4

Yersiniose

7

6

6

4

3

6

3

4

0

3

1

2

45

967 1.130

882

640

695

633

683

9.822

Summe

700

724 1.351

884 533

1

Veröffentlichung der Fälle entspr. Referenzdefinition des RKI (U. a. weichen wegen noch nicht erfolgter Freigabe durch das RKI die Fallzahlen von den beschriebenen Einzelfällen ab) / 2 Die angegebenen Inzidenzen sind berechnet als Fallzahl pro 100.000 Einw. Dabei wird die Einwohnerzahl Berlins von 3.517.424 mit Stand vom 31.12.2013
zugrunde gelegt. (Datenquelle: Amt für Statistik Berlin Brandenburg) / 3 Arzt- und Labormeldepflicht in Berlin seit 07.04.2013 (vorher nur Arztmeldepflicht) / 4 Meldepflicht
seit 29.03.2013 / 5 Angabe nur lab. best. Fälle (o. aggregierte Daten)

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

14

6.3. Übersicht Salmonellenserovare bzw. -gruppen bis zur Berichtswoche
(Fallzahlen und Anteile)
Rangfolge der in 2016 gemäß IfSG übermittelten Salmonellenserovare bzw. Serogruppen,
kumuliert bis einschließlich der Berichtswoche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Rang

Serovar bzw. Gruppe ohne weitere
Differenzierung

1

S.Typhimurium

2

Salmonella der Gruppe B

3

S.Enteritidis

4

Salmonella der Gruppe D1

5

S.Derby

6

Salmonella der Gruppe C1

7

S.Infantis

n
2016

Anteil
%

n
2015

B

31

21,4

36

22,5

24

16,6

33

20,6

23

15,9

24

15,0

11

7,6

9

5,6

5

3,4

8

5,0

5

3,4

7

4,4

4

2,8

5

3,1

27

18,6

23

15,0

2

1,4

1

0,6

13

9,0

13

8,1

145

100,0

159

100,0

D1
B
C1

andere Serovare
ohne Angabe
nicht ermittelbar
gesamt
*

Gruppe

Anteil
%

In der Kategorie „andere Serovare / Gruppen“ werden Serovare, die bisher nur weniger als dreimal
nachgewiesen wurden, und andere nicht häufige Gruppen zusammengefasst.

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 22/2016

15

7. Abbildungen ausgewählter wöchentlicher Fallzahlen 2016 mit Vorjahresvergleich
Campylobacter
120
2016
2015

100

Anzahl Fälle

80

60

40

20

0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

Wochen

Hepatitis C
18
2016

16

2015

14

Anzahl Fälle

12
10
8
6
4
2
0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

Wochen

Legionellose
8
2016
2015

7

Anzahl Fälle

6
5
4
3
2
1
0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

Wochen

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