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Full text: Epi-Info Issue 2016,11/12

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Epi -Info

Wochenbericht
Epidemiologischer Wochenbericht für die Meldewochen 11-12/2016
über die im Land Berlin gemäß IfSG erfassten Infektionskrankheiten
herausgegeben am 31. März 2016
Inhalt
1. Allgemeine Lage
2. Besondere Fälle
3. Ausbrüche
3.1. Ausbrüche durch meldepflichtige Erreger / Krankheiten übermittelt gemäß §11(1) IfSG
3.2. Nosokomiale Ausbrüche übermittelt gemäß §11(2) IfSG
3.3. Besondere Ausbrüche

4. Influenza-Saison 2015/2016
4.1. Zur aktuellen Influenza - Saison 2015/2016 im Land Berlin
4.2. Information der AGI für Berlin, Brandenburg und Deutschland

5. Besondere Hinweise
5.1. Meldepflichtige Erkrankungen / Erregernachweise unter Asylsuchenden in Berlin
5.2. Asylsuchende und Gesundheit: Neuer Bericht des RKI
5.3. IfSG: Beschluss über Meldepflicht-Anpassungsverordnung
5.4. Epidemiologisches Bulletin 12/2016
5.5. Zikavirus: neue Hinweise auf Zusammenhang mit Fehlbildungen
5.6. Ebola: WHO erklärt globalen Gesundheitsnotstand für beendet
5.7. PEI: Ausgabe 1/2016 des Bulletins zur Arzneimittelsicherheit erschienen

6. Spezial
Borreliose: Übertragung durch Mückenstich?

7. Tabellen
7.1. / 7.2. Übersichten der Berichtswochen 11 / 12 im Vergleich zum Vorjahr (Fallzahlen und Inzidenzen)
7.3. Bezirksübersicht kumulativ bis einschließlich der 12. Berichtswoche
7.4. Übersicht Salmonellenserovare bzw. -gruppen bis zur 12. Berichtswoche (Fallzahlen und Anteile)

8. Abbildungen der wöchentlichen Fallzahlen im Berichtsjahr mit Vorjahresvergleich
Legionellose, Norovirus-Gastroenteritis, Rotavirus-Erkrankungen

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Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo)
Fachgruppe Infektionsepidemiologie und umweltbezogener Gesundheitsschutz (I C 2)
Hr. Schubert / Fr. Hentschel / Fr. Hoffmann / Fr. Wendt / Fr. Dr. Simon / Hr. PD Dr. Werber
Darwinstraße 15, 10589 Berlin (Charlottenburg), Tel. 90229-2427/-2428/-2420/-2432/-2430/-2421, Fax: (030) 90229-2096
Groupmail: infektionsschutz@lageso.berlin.de, Groupfax-IfSG: (030) 90283385, www.berlin.de/lageso/gesundheit/index.html
Neben dem statistischen Teil enthalten die Berichte im Textteil auch allgemeine und weiterführende Informationen, deren
Interpretation infektiologischen und epidemiologischen Sachverstand und Kenntnisse über die Datengrundlagen erfordern.
Eine Weitergabe sowie Be- und/oder Verarbeitung der Daten zu kommerziellen Zwecken ist ohne Genehmigung des
Herausgebers nicht zulässig.
© 2016

Link zum Download
der Wochenberichte
des LAGeSo

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

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1. Allgemeine Lage
Der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle ist überschritten. Die Zahl der übermittelten
Influenza-Erkrankungen ging in der 12. Berichtswoche mit 138 Fällen deutlich zurück. Das
Niveau ist jedoch immer noch erhöht. Die derzeitige Aktivität wird zu einem Großteil (72%)
von Influenzaviren vom Typ B verursacht (siehe detaillierten Bericht zur Lage in Berlin
unter 4.1.).
In den weiteren Meldekategorien wurden keine Infektionsereignisse von gesamtstädtischer
Bedeutung erfasst (siehe unter 2., 7. und 8.).
Die meisten der übermittelten Erkrankungen bei Asylsuchenden waren auch im Berichtszeitraum (11. und 12. Woche) prinzipiell impfpräventabel und wurden zumeist in Deutschland
erworben (siehe detaillierten Bericht zur Situation in Berlin unter 5.1.).
Im Berichtszeitraum wurden 49 Ausbrüche übermittelt, darunter 32 Ausbrüche durch
Influenzaviren mit bis zu drei Ausbruchserkrankungen.
Die kumulative Zahl nosokomial bedingter Ausbrüche hat sich durch Nachmeldungen gegenüber dem letzten Wochenbericht deutlich erhöht. Ein Drittel aller übermittelten nosokomialen
Ausbrüche waren bedingt durch Rotavirus-Infektionen (siehe unter 3.).

Der nächste Wochenbericht erscheint voraussichtlich am 14. April 2016.

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

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2. Besondere Fälle (Datenstand: 30.03.2016 - 10:00 Uhr)
Denguefieber
GA Friedrichshain-Kreuzberg
Erkrankung eines 47-jährigen Mannes mit Fieber während eines sechswöchigen Aufenthalts in Indonesien. Nach der Rückkehr erfolgte die labordiagnostische Abklärung, bei
der Anti-Dengue-Serotypen-IgM-Antikörper diagnostiziert wurden.
GA Steglitz-Zehlendorf
Erkrankung einer 19-jährigen Frau mit Fieber zum Ende ihres zweiwöchigen Aufenthalts
auf Bali (Indonesien). Nach der Rückkehr erfolgte ein PCR-Nachweis.
Haemophilus influenzae
GA Neukölln
Lungenentzündung und Fieber bei einer 84-jährigen Frau. Der Erreger-Nachweis
erfolgte aus Blut. Hinweise zur möglichen Infektionsquelle wurden nicht übermittelt.
Hepatitis A
GA Charlottenburg-Wilmersdorf
Nicht näher bezeichnete Erkrankung einer 75-jährigen Frau. Die Übermittlung erfolgte
ohne nähere Angaben zur Labordiagnostik.
Legionellose
GA Mitte
Pneumonie bei einer 30-jährigen Frau, bei der eine Infektion mit Legionella pneumophila
der Serogruppe 1 mittels IFT-Antikörperbestimmung aus Blut nachgewiesen wurde.
GA Reinickendorf
Pneumonie bei einer 59-jährigen Frau mit Vorerkrankungen, bei der eine Infektion mit
Legionella pneumophila der Serogruppe 1 mittels Antigenbestimmung aus Urin nachgewiesen wurde.
Pneumonie bei einer 68-jährigen Frau, bei der eine Infektion mit Legionella pneumophila
der Serogruppe 1, ohne nähere Angaben zur Labordiagnostik, nachgewiesen wurde.
Als mögliche Infektionsquelle vermutet das Gesundheitsamt die Trinkwasser-Hausinstallation in einem Hotel im Landkreis Lüneburg (Niedersachsen), wo sich die
Erkrankte aufhielt. Das dort zuständige Gesundheitsamt veranlasste eine entsprechende Untersuchung.
GA Steglitz-Zehlendorf
Pneumonie bei einer 56-jährigen Frau, bei der eine Infektion mit Legionella pneumophila
der Serogruppe 1 mittels Antigenbestimmung aus Urin nachgewiesen wurde.
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Masern
GA Mitte
Kopliksche Flecken, Husten und Lungenentzündung bei einem 45-jährigen Mann ohne
Impfschutz. Labordiagnostisch erfolgte ein IgM-Antikörper-Nachweis.
Das klinische Bild entspricht auf Grund des Fehlens von Fieber und Hautausschlag nicht der
Referenzdefinition.

Meningokokken
GA Friedrichshain-Kreuzberg
Typische Symptomatik bei einem 26-jährigen Mann, der in einer Gemeinschaftseinrichtung tätig ist. Aus Liquor erfolgte die Erregerisolierung.
GA Mitte
Typische Symptomatik bei einer 38-jährigen Frau. Aus Liquor erfolgte die Erregerisolierung.
GA Tempelhof-Schöneberg
Typische Symptomatik bei einer 80-jährigen Frau, die einen Tag nach Erkrankungsbeginn an der gemeldeten Krankheit verstarb. Aus Liquor erfolgte die Erregerisolierung.

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3. Ausbrüche (Datenstand: 30.03.2016 - 10:00 Uhr)
3.1. Ausbrüche durch meldepflichtige Erreger / Krankheiten übermittelt gemäß §11(1) IfSG
Gesamtzahl der Häufungen nach Erregern / Krankheiten und Fallzahlen bzw.
Fallzahlspannen in den Berichtswochen 11 und 12
Zahl der
Ausbrüche

Erreger / Krankheit

Fallzahl pro
Ausbruch

Influenza

321

2-3

Norovirus

8

2

2 - 11

Rotavirus

3

1

2-3

Windpocken

6

2-8

49

2 - 11

Summe / Spanne
1
2

darunter ein Ausbruch einem anderen Bundesland zugeordnet
darunter fünf nosokomiale Ausbrüche

3.2. Nosokomiale Ausbrüche übermittelt gemäß §11(2) IfSG
Kumulative Übersicht 2016 bis einschließlich der 12. Berichtswoche (ohne Norovirus)
Zahl der
Ausbrüche

Erreger

Fallzahl pro
Ausbruch

Clostridium difficile

1

Enterobacter cloacae (3MRGN)

1

2

2

Enterobacter cloacae (4MRGN)

1

2

2

Enterococcus faecium van A
Enterococcus faecium van B
Influenza

1
1
3

13
7
2-4

13
7
8

Klebsiella pneumoniae (3MRGN)

1

4

4

Klebsiella pneumoniae (4MRGN)

2

2-3

5

MRSA

4

2-6

13

Rotavirus

8

4-8

48

23

2-13

104

Summe / Spanne

2

Gesamtfallzahl
2

3.3. Besondere Ausbrüche
Keine

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4. Influenza-Saison 2015/2016
4.1. Zur aktuellen Influenza - Saison 2015/2016 im Land Berlin (Stand: 30.03.2016, 10:00 Uhr)
In der aktuellen (12.) Berichtswoche wurden aus den Gesundheitsämtern 138 Influenzaerkrankungen entsprechend der Referenzdefinition an das LAGeSo übermittelt, in der
11. Meldewoche (MW) 443 Fälle. Insgesamt wurden in der Influenza-Saison 2015/2016
von der 40. bis zur 12. MW 3.376 Fälle erfasst (siehe Abb. 1). Durch Nachmeldungen stieg
die Fallzahl der 10. MW weiter an und erreichte mit 613 übermittelten Erkrankungen den
bisherigen Höchststand. Seither sinken die Fallzahlen. Allerdings entsprechen zahlreiche
bereits übermittelte Fälle der letzten zwei Wochen noch nicht der Referenzdefinition, d.h.
die Fallzahlen für die 11. und 12. MW werden sich noch erhöhen.
700
600

2014/2015

500

2015/2016

Fallzahl (n)

400
300
200
100
0
40

41

42

43

44

45

46

47

48

49

50

51

52

53

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

Meldewoche

Abb. 1: Verlauf der Influenza-Erkrankungen im Land Berlin, kumulativ für die aktuelle Saison bis 12. KW 2016
(n=3.376) im Vergleich zur Vorjahressaison (keine 53.KW 2014). Datenstand 30.03.2016, 10.00 Uhr
Hinweis: Durch nachträglich eingehende Meldungen und Übermittlungen, insbesondere für die Berichtswoche,
werden sich die Zahlen in den Folgewochen noch verändern.
(Datenquelle: LAGeSo Berlin)

Die Gesamtfallzahl der Grippesaison 2014/2015 mit 3.159 Fällen wurde mittlerweile um
220 Fälle (7%) überschritten. Die meisten Fälle wurden als Einzelerkrankungen übermittelt. Seit Saisonbeginn wurden zudem 264 Ausbrüche gemeldet, davon 32 im Berichtszeitraum. Die Ausbrüche traten insgesamt überwiegend im Haushalt mit zwei bis drei Erkrankungen auf. Im Berichtszeitraum wurden drei Patienten übermittelt, die zu einem Ausbruchsgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern gehörten.
Bislang wurden 257 (8%) der in der Meldestatistik erfassten Erkrankten hospitalisiert.
In den Meldedaten für das gesamte Bundesgebiet beträgt der Anteil hospitalisierter Fälle
derzeit 16%. Es trat kein weiterer Todesfall durch eine Influenza-Erkrankung auf. Die
Anzahl gemeldeter Todesfälle in der diesjährigen Saison liegt damit weiterhin bei sechs.
95% der Erkrankten waren nicht gegen die Influenza geimpft.
Die Neuerkrankungsraten nach Altersklassen (siehe Abb. 2) zeigen weiterhin die höchsten
Werte bei (Klein-) Kindern bis neun Jahre. Unter Erwachsenen trat weiterhin die höchste
Inzidenz in der Altersgruppe 30-39 Jahre auf. Die Inzidenz bei Menschen >70 Jahre ist hingegen verhältnismäßig niedrig, wie auch in den Vorjahren.
Bei den Differenzierungen der Influenzaviren zeigt sich erneut der hohe Nachweis von
Influenza Typ B-Viren (siehe Tabelle 1). Im Berichtszeitraum (MW 11-12) wurden sie in
annährend drei Viertel (72%, n=410) der Influenzaerkrankungen nachgewiesen und sind
somit hauptsächlich für die derzeitige Influenza-Aktivität verantwortlich. Der Anteil von
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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

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400

Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner)

300

200

100

0
00-04
(n=595)

05-09
(n=526)

10-14
(n=210)

15-19
(n=176)

20-24
(n=117)

25-29
(n=214)

30-39
(n=572)

40-49
(n=411)

50-59
(n=351)

60-69 70+ (n=92)
(n=112)

Altersklassen in Jahren

Abb 2: Inzidenz der Influenza-Erkrankungen im Land Berlin nach Altersklassen, kumulativ für die aktuelle Saison,
Datenstand 30.03.2016, 10.00 Uhr
(Datenquelle: LAGeSo Berlin)

Influenza Typ B-Erkrankungen in
Anzahl
Anzahl
der aktuellen Influenzasaison
Influenza-Typ bzw. Subtyp
(%)
Typ
Subtyp
beträgt mit 1.703 Nachweisen
Influenza A Virus
1.647
49
mittlerweile 50%. Diese EntwickA(H1N1)pdm09 Virus
889
lung kann auch in der virologiA(H3N2) Virus
12
schen Surveillance des Nationalen
A ohne Subtypangabe
746
Referenzzentrums für Influenza
1.703
50
am Robert Koch-Institut nachvoll- Influenza B Virus
14
0
zogen werden, das Einsendungen Influenza A/B undifferenziert
12
0
aus dem gesamten Bundesgebiet ohne Angaben
Gesamt
3.376
erhält. Im Meldesystem erfasste
Tabelle 1: Influenzavirusnachweise im Land Berlin mit
Erkrankte mit Influenza Typ BSubtypisierung, kumulativ für die aktuelle Saison
Infektionen wurden zu einem geDatenstand 30.03.2016, 10.00 Uhr (Datenquelle: LAGeSo Berlin)
ringeren Anteil hospitalisiert (5%)
und waren jünger (Altersmedian: 15 Jahre) als Fälle mit Influenza-Typ A-Infektionen
(Anteil Hospitalisierungen: 11%, Altersmedian 34 Jahre). In 1.647 Fällen wurde eine Influenza Typ A-Infektion nachgewiesen. Zu 901 (55%) Fällen lagen Informationen zum
Subtyp des Influenza A-Virus vor. Demnach gehörten 889 (99%) zum Subtyp A(H1N1)
pdm09 und nur 12 (1%) zum Subtyp A(H3N2). Jeweils <1% betrug der Anteil an Nachweisen von Influenza A/B undifferenziert bzw. ohne Angaben zum Typ.
Quelle: LAGeSo/SurvNet/AGI
Abb.: LAGeSo

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4.2. Informationen der AGI für Berlin, Brandenburg und Deutschland (Stand: 22.03.2016)
Praxisindex Region Berlin Brandenburg (bis einschließlich der 11. Berichtswoche)

Der Praxisindex basiert auf Daten zu akuten respiratorischen Erkrankungen
der aktuellen Saison (rot), im Vergleich zu 2014/2015 und 2013/2014.
Indexwerte bis 115 entsprechen der Hintergrundaktivität.

Konsultationsinzidenz Region Berlin Brandenburg

Konsultationsinzidenz aufgrund akuter respiratorischer Erkrankungen in der aktuellen Saison
im Vergleich zur Saison 2014/2015
Zusammenfassende Bewertung der epidemiologischen Lage:

Übersicht Deutschland
Auf dem Praxisindex basierende Aktivität der akuten
respiratorischen Erkrankungen in der Berichtswoche
Quelle: AG Influenza: https://influenza.rki.de

Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist
bundesweit in der 11. Kalenderwoche (KW) 2016 im Vergleich
zur Vorwoche leicht gesunken. Die Werte des Praxisindex lagen
insgesamt im Bereich deutlich erhöhter ARE-Aktivität.
Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) wurden
in der 11. KW 2016 in 154 (66 %) von 235 Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert. In 122 (52 %) Proben wurden
Influenza-, in elf (5 %) Respiratorische Synzytial (RS)-, in vier
(2 %) humane Metapneumoviren (hMPV), in acht (3 %) Adenound in 17 (7 %) Rhinoviren nachgewiesen.

stark erhöht

deutlich erhöht

moderat erhöht

geringfügig erhöht

Normal

Für die 11. Meldewoche (MW) 2016 wurden bislang 9.226 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt
(Datenstand 22.03.2016).
Die diesjährige Grippewelle in Deutschland hält seit der 2. KW
an. Influenza A(H1N1)pdm09-Viren wurden mit 48 % gegenüber
49 % Influenza B-Viren fast gleich häufig nachgewiesen,
A(H3N2)-Viren mit 3 % nur sporadisch. Der Anteil an Influenza B
an allen Influenzanachweisen ist von 23 % (5. KW) auf 76 %
(11. KW) gestiegen; die erhöhte Influenza-Aktivität wird derzeit
überwiegend durch Influenza B verursacht.

alle Abb.: © Robert Koch-Institut

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5. Besondere Hinweise
5.1. Meldepflichtige Erkrankungen / Erregernachweise unter Asylsuchenden in Berlin
(Datengrundlage: Übermittlungen seit der 40. KW)

Für die 10.-12. MW 2016 wurden insgesamt 48 Erkrankungen übermittelt
(Tabelle 1), davon sind 43 (88%) prinzipiell impfpräventabel. Das Alter der
Erkrankten lag im Median bei sieben
Jahren (Spanne <1- 67 Jahre), 32
(67%) der Erkrankten waren männlich.
Bei den impfpräventablen Erkrankungen handelte es sich um Windpocken
(n=38), Influenza (n=2), Hepatitis A
(n=1) und Mumps (n=1). Von Windpocken betroffen waren Personen im
Alter von unter 1 bis 42 Jahre, 24
(63%) männlich, in der Mehrzahl
handelte es sich um Kinder (Altersmedian 5.5 Jahre). Bei 17 Erkrankten,
für die Angaben zum Einreisedatum
und dem Erkrankungsbeginn vorliegen, ist die Infektion in fünfzehn
Fällen sicher nach Einreise in Deutschland erworben worden (Aufenthalt in
Deutschland vor Erkrankungsbeginn
länger als vier Wochen); zwei Personen erkrankten wahrscheinlich nach
Einreise (Aufenthalt in Deutschland
vor Erkrankungsbeginn länger als drei
aber kürzer als vier Wochen). Die
Windpocken-Erkrankungen traten
weiterhin überwiegend (33/38, 87%)
im Rahmen von Ausbrüchen in Gemeinschaftsunterkünften auf.
Die zwei Influenza-Erkrankungen
traten bei einem Mädchen und einem
Mann auf, deren Einreisedatum nicht
angegeben war. Die Hepatitis AErkrankung trat bei einem sechsjährigen Jungen auf und kann sowohl in
Deutschland als auch vorher

Meldekategorie

MW 10-12, N Kumulativ, N(%)

Windpocken

38

251 (57,6)

Tuberkulose

2

33 (7,6)

Hepatitis A

1

28 (6,4)

Rotavirus

0

28 (6,4)

Skabies

0

28 (6,4)

Influenza

2

22 (5,1)

Hepatitis C

0

12 (2,8)

Giardiasis

2

10 (2,3)

Norovirus

0

6 (1,3)

Hepatitis B

0

3 (0,7)

Campylobacter

0

2 (0.5)

Legionellose

1

2 (0.5)

MRSA

0

2 (0.5)

Masern

0

2 (0.5)

Mumps

1

2 (0.5)

Brucellose

0

1 (0.2)

E.-coli-Enteritis

0

1 (0.2)

Kryptosporidiose

0

1 (0.2)

Meningokokken*

1

1 (0.2)

Typhus

0

1 (0.3)

48

436 (100)

Summe

Tab. 1: Erkrankungen und Erregernachweise unter Asylsuchenden
im Land Berlin übermittelt von der 10. bis 12. MW 2016 und
kumulativ seit der 40. MW 2015, Datenstand 28.03.2016, 10.00 Uhr
* nachträgliche Streichung des Erkrankungs-/Todesfalles , da
wohnsitzbedingt einem anderen Bundesland zugeordnet
(Quelle: LAGeSo Berlin)

Anzahl der
Häufungen

Anzahl der Fälle

4

2-6

21

3-61

Norovirus

1

2

Rotavirus

1

4

Hepatitis A

3

2-7

30

2-61

Meldekategorie
Skabies
Windpocken

Summe/Spanne

Tab. 2: Übermittelte Häufungen unter Asylsuchenden seit der
40. MW 2015, Datenstand 28.03.2016, 10.00 Uhr
(Quelle: LAGeSo Berlin)

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erworben worden sein. Die Mumps-Erkrankung trat bei einer 25-jährigen Frau auf.
Für die 10.-12. MW 2016 wurden fünf neue Häufungen erfasst, alle neuen Häufungen
betrafen Windpocken. Insgesamt wurden seit der 40. MW 30 Häufungen mit mindestens
zwei der Referenzdefinition (Ausnahme: Skabies) entsprechenden Erkrankungen übermittelt (Tabelle 2). Es handelt sich um Häufungen durch Windpocken (n=21), Skabies (n=4),
Hepatitis A-Virus (n=3) sowie durch Rota- und Noroviren (jeweils n=1).
Hinweise zur Datenqualität:
Die Auswertung dieser Angaben, die softwarebedingt in Berlin derzeit nur über ein Textfeld erfasst werden, ist fehleranfällig. Zudem ist davon auszugehen, dass Behandlungen
häufig ohne begleitende labordiagnostische Untersuchungen erfolgen (z.B. Therapie von
Durchfall- und Atemwegserkrankungen). Insgesamt ist, wie bei allen Meldedaten, von
einer Untererfassung der Erkrankungen auszugehen. Dies betrifft insbesondere solche,
bei denen der labordiagnostische Nachweis die Grundlage der Meldung nach IfSG ist.
Bei der Meldekategorie Windpocken kommt es zudem aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Standards in der Meldesoftware der Gesundheitsämter einerseits und in
der der Landesbehörde andererseits zu Fehlern in der Fallzählung (weswegen Zahlen zu
Windpocken in den Tabellen des Wochenberichts seit dem Frühjahr 2015 nicht mehr aufgeführt werden). Darüber hinaus kann die Zahl der übermittelten Erkrankungen aktuell
nicht verlässlich in Relation zur Gesamtzahl der Asylsuchenden in Berlin gesetzt werden.
Zusammenfassend ist eine Bewertung der Zahlen nur sehr eingeschränkt möglich.
Quelle / Abb.: LAGeSo

5.2. Asylsuchende und Gesundheit: Neuer Bericht des RKI
Das RKI hat seinen Monatsbericht über meldepflichtige Infektionskrankheiten bei Asylsuchenden am 21.03.2016 veröffentlicht.
Weiterhin stehen derzeit bei Asylsuchenden vor allem impfpräventable Krankheiten und
Magen-Darm-Infektionen im Vordergrund. Außerdem werden durch Screening - Untersuchungen erwartungsgemäß Fälle mit Tuberkulose, Hepatitis B und C gefunden. Es wurden nur vereinzelte Fälle von schwerwiegenden importierten Krankheiten wie Läuserückfallfieber übermittelt. Die Zahlen zeigen, dass Asylsuchende durch impfpräventable
Krankheiten und Magen-Darm-Infektionen gefährdet sind, gegen die Impfungen und
Basishygienemaßnahmen schützen würden. Wie auch in der Allgemeinbevölkerung findet
sich die höchste Anzahl von Fällen bei den 0- bis 4-Jährigen.
Das RKI sieht derzeit weiterhin keine erhöhte Infektionsgefährdung der Allgemeinbevölkerung durch Asylsuchende.
Der nächste Bericht ist für den 25. April geplant.
Download-Link: www.rki.de/asyl

Quelle: RKI

5.3. IfSG: Beschluss über Meldepflicht-Anpassungsverordnung
Der Bundesrat hat am 18.03.2016 die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
vorgelegte IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung beschlossen. Damit werden die
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Meldepflichten für Antibiotika-resistente Erreger verschärft und eine neue Meldepflicht
für sog. Arboviren, z.B. das Zikavirus, eingeführt. Die Verordnung soll im Mai 2016 in Kraft
treten.
Ärzte und Labore haben künftig zusätzliche Krankheiten und Nachweise von Krankheitserregern an die Gesundheitsämter zu melden. Damit wird das nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) bestehende Meldewesen an die aktuelle epidemische Lage angepasst.
Weitere Informationen beim BMG unter:
http://bpaq.de/Meldepflichtverordnung

Quelle: BMG

5.4. Epidemiologisches Bulletin 12/2016
Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 12/2016 vom 29.03.2016 ) weist das Nationale Referenzzentrum für Masern, Mumps oder Röteln (MMR) darauf hin, dass der Begleitschein zur Einsendung von Proben verwendet werden soll. Dieser ist online abrufbar unter
www.rki.de/nrz-mmr.
Masern, Mumps und Röteln sind meldepflichtige Erkrankungen, die aufgrund der
unspezifischen Symptome leicht mit anderen Infektionen verwechselt werden können.
Masern und Röteln sollen im Rahmen eines von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
koordinierten Programms in Europa bis 2020 eliminiert werden. Um die Ärzteschaft in der
klinischen Diagnose zu unterstützen und wichtige Daten zur Dokumentation und Verifizierung des Eliminationsprozesses zu erfassen, bietet das NRZ für MMR eine kostenfreie
Diagnostik bei Verdacht auf Masern, Mumps oder Röteln an. Auf dieser Internetseite können auch Entnahmesets bestellt werden.
Des Weiteren ist der vollständig überarbeitete RKI-Ratgeber für Ärzte zu Tularämie
(Hasenpest) erschienen.
Die Tularämie, auch Hasenpest genannt, wird durch das Bakterium Francisella tularensis
hervorgerufen. Die Infektion kann durch Haut- oder Schleimhautkontakt mit infektiösem
Tiermaterial (z.B. beim Abhäuten), durch Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminierten Fleisch (Hasen), anderen Lebensmitteln bzw. durch Aufnahme von kontaminiertem Wasser, durch Inhalation von infektiösem Staub (aus Erde, Stroh oder Heu), Kontakt
mit kontaminierten blutsaugenden Parasiten (Zecken, Mücken, Fliegen) oder beim Umgang mit den Erregern im Labor erfolgen. Das Krankheitsbild hängt unter anderem von
der Eintrittspforte des Erregers ab und kann sehr verschiedenartig sein (z.B. Geschwür an
der Eintrittsstelle, vergrößerte Lymphknoten, Lungenentzündung). Ohne antibiotische
Behandlung kann die Sterblichkeit über 30 % betragen. Die Erkrankung ist in Deutschland
mit etwa 10 bis 30 Fällen pro Jahr recht selten.
Zudem wird über einen Gelbfieber-Ausbruch in Angola und 'exportierte' Fälle in andere
Länder in Afrika und Asien berichtet.
Seit Anfang Dezember 2015 ist in Angola ein großer Gelbfieber-Ausbruch bekannt. Mit
Stand 21. März 2016 wurden gemäß WHO in Angola mindestens 1.132 Fälle, darunter
168 Todesfälle, gezählt. Von Beginn des Ausbruchs an waren auch Gelbfieber-Fälle in den
Gemeinden der vielen in Angola lebenden Ausländer zu verzeichnen. Zudem wird in den
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letzten Tagen von Fällen berichtet, die sich in Angola infiziert hatten und nach Rückkehr
in ihre Heimatländer in Kenia, Mauretanien und China erkrankten. In Deutschland wurde
zuletzt 1999 ein reiseassoziierter Fall von Gelbfieber gemeldet. Die Gelbfiebermücke, der
Hauptvektor des Virus, kommt in Deutschland nicht vor.
Download-Link des Epidemiologischen Bulletins:

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/12/Tabelle.html
Quelle: RKI

5.5. Zikavirus: neue Hinweise auf Zusammenhang mit Fehlbildungen
In der Fachzeitschrift „The Lancet“ wurden neue Forschungsergebnisse veröffentlicht, die
den Zusammenhang zwischen einer Zikavirus-Infektion und Fehlbildungen unterstützten.
Die Ergebnisse basieren auf den Daten des Zika-Ausbruchs 2013 bis 2014 in FranzösischPolynesien und untermauern einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem
Zika-Virus während der Schwangerschaft und Mikrozephalie (kleiner Kopf mit kleinem
Gehirn) bei Babys. Die Wissenschaftler schätzen, dass Frauen in diesem Gebiet, die sich
während des ersten Trimesters der Schwangerschaft mit dem Virus infizieren, ein
Risiko eins zu 100 haben, dass ihr Kind von einer Mikrozephalie betroffen ist.
Download-Link des Artikels (PDF) "Association between Zika virus and microcephaly in
French Polynesia, 2013–15: a retrospective study"
www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736%2816%2900651-6.pdf

Ausführliche Informationen der WHO zu Zikavirus sind über diese Webadresse aufrufbar:
http://www.who.int/emergencies/zika-virus/en/

Quelle: thelancet.com / WHO

5.6. Ebola: WHO erklärt globalen Gesundheitsnotstand für beendet
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika
mit mehr als 11.000 Toten ausgerufenen globalen Gesundheitsnotstand für beendet erklärt. Die Entscheidung gab WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Dienstagabend in
Genf bekannt. Die Epidemie sei ungeachtet vereinzelter neuer Fälle erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden.
Insgesamt sind der Epidemie mehr als 11.300 Menschen verstorben, mehr als 28.000 hatten sich infiziert.
Link zur WHO-Mitteilung:
www.who.int/mediacentre/news/statements/2016/end-of-ebola-pheic/en/
Quelle: WHO

5.7. PEI: Ausgabe 1/2016 des Bulletins zur Arzneimittelsicherheit erschienen
Die erste Ausgabe 2016 des "Bulletin zur Arzneimittelsicherheit – Informationen aus
BfArM und PEI" ist am 22.03.2016 erschienen.
Die Themen der aktuellen Ausgabe lauten:
 Neue Daten zum Risiko von Ovarialkarzinomen bei menopausaler Hormontherapie
———————————————————————————————————————————
Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

13








Aktualisierte Empfehlungen zur Minimierung des Risikos einer PML unter
Tysabri-Behandlung
Ergänzende risikorelevante Informationen zu Arzneimitteln veröffentlicht:
Zusammenfassungen von Risikomanagementplänen auf PharmNet.Bund
EURD-Liste – Was und wofür ist das?
Immunmodulatorische Wirkung von Outer Membrane Vesicles – Stand der
Forschung und Implikationen für die Arzneimittelsicherheit
Meldungen aus BfArM und PEI
Hinweise auf Rote-Hand-Briefe und Sicherheitsinformationen

Kurzlink zum Bulletin:

www.pei.de/bulletin-sicherheit
Quelle: PEI

———————————————————————————————————————————
Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

14

6. Spezial
Borreliose: Übertragung durch Mückenstich?
Als allgemein bekannter Überträger (Vektor)
des Borreliose-Erregers fungiert in Deutschland
der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) aus der
Familie der Schildzecken und als sogenannte
Reservoirwirte werden Nagetiere (Wildmäuse)
und Vögel genutzt. Vor dem Hintergrund, dass
auch in weiteren Arthropoden wie Bremsen,
Flöhen oder Kriebelmücken vereinzelt Borrelien
gefunden wurden, hat ein Wissenschaftlerteam Auf Borrelien-Erreger untersucht: die südlicher Hausmücke
(Culex quinquefasciatus).
© Senckenberg
der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung nun auch Mücken auf ihr Übertragungspotential untersucht. Sie sind bekannte Überträger zahlreicher Infektionserreger wie beispielsweise Malaria, dem Dengue-Virus oder auch
dem aktuell grassierenden Zika-Virus.
An 42 Fangstandorten über das gesamte Bundesgebiet verteilt haben die Wissenschaftler im
Jahr 2013 von April bis Oktober Stechmücken gefangen – von den insgesamt 3615 gefangenen Mücken wurden 682 Pools gebildet und auf Borrelien getestet, wobei 28 positive Pools
identifiziert wurden. Dies bedeutet, dass zehn verschiedene Stechmückenarten aus vier Gattungen an 11 Standorten Borrelien in sich trugen. Dabei wurden bestimmte Borrelienspezifische Gene mittels molekularbiologischen Methoden nachgewiesen. So konnten die
Borrelien-Arten Borrelia afzelii, Borrelia bavariensis und Borrelia garinii identifiziert werden.
Alle drei Borrelien-Arten sind humanpathogen und gelten in Deutschland sowie Europa als
die bedeutendsten Erreger der Lyme-Borreliose.

Borrelia mayonii

© CDC (ID 20518)

In ihrer Studie konnten die Parasitologen
zudem erstmalig in wildgefangenen und
unter Laborbedingungen geschlüpften und
aufgezogenen Stechmücken Borrelien-DNA
nachweisen. Dass die DNA der Erreger auch
in den aufgezogenen Mücken gefunden
wurden, zeige nach Ansicht der Wissenschaftler, dass die Borrelien die Umwandlung der Larve zur Puppe und schließlich
zum ausgewachsenen Tier überdauern können.

Bei den untersuchten Mücken lagen die Befallshäufigkeiten mit den Borrelien-Erregern zwischen 0,1 und 8,3 % – bei der Rheinschnake
(Aedes vexans) zum Beispiel bei 0,3 %, bei der häufigen Stechmückenart Aedes cataphylla bei
11,1 %. Die Wissenschaftler sehen jedoch keinen Grund zur Panik, da nach ihrem derzeitigen
Erkenntnisstand Stechmücken als Überträger der Lyme-Borreliose auslösenden Erreger nur
bedingt geeignet seien und würden, wenn überhaupt, eher eine untergeordnete Rolle spielen.
Quelle: Senckenberg-Gesellschaft

———————————————————————————————————————————
Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

15

7. Tabellen (Datenstand: 23.03.2016 - 10:00 Uhr)
7.1. Übersicht der 11. Berichtswoche im Vergleich zum Vorjahr (Fallzahlen1 und Inzidenzen2)
1 2 3 4 5

/ / / / Erläuterungen am Ende der folgenden Seite

Krankheit bzw. Infektionserreger
Adenovirus-K(eratok)onjunktivitis

Berichtswoche
Fallzahl

Inzidenz

kumul.
2015

kumulativ 2016

Todesfälle

Fallzahl

Inzidenz

Todesfälle

Fallzahl

0

0,00

0

3

0,09

0

1

1

0,03

0

47

1,34

0

40

Botulismus

0

0,00

0

0

0,00

0

1

Brucellose

0

0,00

0

2

0,06

0

0

17

0,48

0

519

14,76

0

611

CJK (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit)

0

0,00

0

0

0,00

0

2

Clostridium difficile

1

0,03

0

28

0,80

9

31

Borreliose3

Campylobacter-Enteritis

Denguefieber

1

0,03

0

20

0,57

0

8

Diphtherie

0

0,00

0

0

0,00

0

0

EHEC-Erkrankung

0

0,00

0

15

0,43

0

13

Giardiasis

3

0,09

0

75

2,13

0

68

Haemophilus influenzae, inv. Erkrankung

1

0,03

0

8

0,23

0

9

Hantavirus-Erkrankung

0

0,00

0

0

0,00

0

0

Hepatitis A

1

0,03

0

25

0,71

0

6

Hepatitis B

1

0,03

0

21

0,60

0

19

Hepatitis C

15

0,43

0

85

2,42

0

96

Hepatitis D

0

0,00

0

0

0,00

0

2

Hepatitis E

0

0,00

0

19

0,54

0

10

HUS (Hämolytisch-urämisches Syndrom)
Influenza

Keuchhusten4

0

0,00

0

2

0,06

2

0

357

10,15

0

3.054

86,82

6

2.475

8

0,23

0

231

6,57

0

200

Kryptosporidiose

1

0,03

0

14

0,40

0

27

Legionellose

4

0,11

0

13

0,37

1

29

Leptospirose

0

0,00

0

0

0,00

0

2

Listeriose

0

0,00

0

5

0,14

0

2

Masern
Meningokokken, invasive Erkrankung
MRSA, invasive Infektion
Mumps4

5

Norovirus-Gastroenteritis
Paratyphus
Q-Fieber
Rotavirus-Gastroenteritis
Röteln, postnatal4

1

0,03

0

5

0,14

0

699

3*

0,09

1*

10

0,28

1

7

4

0,11

0

62

1,76

4

67

2

0,06

0

9

0,26

0

7

96

2,73

0

999

28,40

0

1.162

0

0,00

0

1

0,03

0

0

0

0,00

0

0

0,00

0

0

32

0,91

0

422

12,00

0

373

0

0,00

0

2

0,06

0

0

Salmonellose

9

0,26

0

77

2,19

0

57

Shigellose

0

0,00

0

19

0,54

0

9

Tuberkulose

5

0,14

0

84

2,39

0

78

Tularämie

0

0,00

0

0

0,00

0

0

Typhus abdominalis

0

0,00

0

2

0,06

0

2

VHF (Chikungunya)

0

0,00

0

3

0,09

0

7

0

0,00

0

25

0,71

1

5.906

Yersiniose
Summe

563

0

14

23

6.134

* nachträgliche Streichung eines Erkrankungs-/Todesfalles , da wohnsitzbedingt einem anderen Bundesland zugeordnet

———————————————————————————————————————————
Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

16

7. Tabellen (Datenstand: 30.03.2016 - 10:00 Uhr)
7.2. Übersicht der 12. Berichtswoche im Vergleich zum Vorjahr (Fallzahlen1 und Inzidenzen2)
1 2 3 4 5

/ / / / Erläuterungen am Ende der folgenden Seite

Krankheit bzw. Infektionserreger
Adenovirus-K(eratok)onjunktivitis

Berichtswoche
Fallzahl

Inzidenz

kumul.
2015

kumulativ 2016

Todesfälle

Fallzahl

Inzidenz

Todesfälle

Fallzahl

0

0,00

0

3

0,09

0

1

0

0,00

0

47

1,34

0

41

Botulismus

0

0,00

0

0

0,00

0

1

Brucellose

0

0,00

0

2

0,06

0

0

11

0,31

0

541

15,38

0

667

CJK (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit)

0

0,00

0

0

0,00

0

3

Clostridium difficile

1

0,03

0

29

0,82

9

35
10

Borreliose3

Campylobacter-Enteritis

Denguefieber

1

0,03

0

22

0,63

0

Diphtherie

0

0,00

0

0

0,00

0

0

EHEC-Erkrankung

0

0,00

0

15

0,43

0

13

Giardiasis

0

0,00

0

75

2,13

0

76

Haemophilus influenzae, inv. Erkrankung

0

0,00

0

8

0,23

0

10

Hantavirus-Erkrankung

0

0,00

0

0

0,00

0

0

Hepatitis A

1

0,03

0

26

0,74

0

6

Hepatitis B

0

0,00

0

21

0,60

0

21

Hepatitis C

5

0,14

0

84

2,39

0

108

Hepatitis D

0

0,00

0

0

0,00

0

2

Hepatitis E

0

0,00

0

19

0,54

0

11

HUS (Hämolytisch-urämisches Syndrom)
Influenza

Keuchhusten4

0

0,00

0

2

0,06

2

0

138

3,92

0

3.336

94,84

6

2.729

4

0,11

0

236

6,71

0

213

Kryptosporidiose

0

0,00

0

16

0,45

0

28

Legionellose

0

0,00

0

14

0,40

1

29

Leptospirose

0

0,00

0

0

0,00

0

2

Listeriose

0

0,00

0

5

0,14

0

3

Masern

0

0,00

0

5

0,14

0

774

Meningokokken, invasive Erkrankung

1

0,03

1

11

0,31

2

7

MRSA, invasive Infektion

3

0,09

0

66

1,88

4

71

1

0,03

0

12

0,34

0

9

48

1,36

0

1.066

30,31

0

1.250

0

0,00

0

1

0,03

0

0

Mumps4

5

Norovirus-Gastroenteritis
Paratyphus
Q-Fieber
Rotavirus-Gastroenteritis
Röteln, postnatal4

0

0,00

0

0

0,00

0

0

12

0,34

0

452

12,85

0

419

0

0,00

0

2

0,06

0

0

Salmonellose

4

0,11

0

84

2,39

0

68

Shigellose

0

0,00

0

19

0,54

0

9

Tuberkulose

4

0,11

0

96

2,73

0

83

Tularämie

0

0,00

0

0

0,00

0

0

Typhus abdominalis

0

0,00

0

2

0,06

0

2

VHF (Chikungunya)

0

0,00

0

3

0,09

0

8

0

0,00

0

25

0,71

1

6.345

Yersiniose
Summe

234

0

14

24

6.723

———————————————————————————————————————————
Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

17

7.3. Bezirksübersicht kumulativ bis einschließlich der 12. Berichtswoche (Fallzahlen1)
Summe

Reinickendorf

Lichtenberg

MarzahnHellersdorf

TreptowKöpenick

Neukölln

TempelhofSchöneberg

SteglitzZehlendorf

Spandau

CharlottenburgWilmersdorf

Pankow

FriedrichshainKreuzberg

Mitte

Krankheit bzw. Infektionserreger
Adenovirus- (Kerato-) Konjunktivitis

0

0

0

0

0

1

1

0

0

1

0

0

3

Borreliose1

5

3

14

1

0

3

3

4

1

9

2

2

47

0

0

0

0

1

0

0

0

0

0

1

0

2

39

40

63

49

25

56

53

35

34

44

47

56

541

2

3

4

0

2

3

2

2

4

2

3

2

29

Denguefieber

2

6

5

0

1

1

1

2

0

0

3

1

22

EHEC-Erkrankung

4

1

0

1

1

3

2

1

0

0

0

2

15

Giardiasis

7

17

5

7

3

5

11

9

4

1

1

5

75

Haemophilus influenzae, inv. Erkr.

0

0

0

1

0

2

0

2

1

0

0

2

8

Hepatitis A

3

0

1

5

2

2

10

1

0

1

0

1

26

Hepatitis B

3

6

2

2

3

1

0

0

1

1

1

1

21

Hepatitis C

5

11

8

8

11

10

4

6

7

2

0

12

84

Hepatitis E

1

2

3

1

1

0

4

1

0

2

2

2

19

0

0

0

0

0

0

0

0

0

2

402 153

345

396

221

79

288

112

195

3.336

26

19

9

25

6

8

236

Brucellose
Campylobacter-Enteritis
Clostridium difficile

HUS (Hämol.-urämisches Syndrom)
Influenza
Keuchhusten4

1

0

1

256

301

588

19

13

44

20

17

30

Kryptosporidiose

4

2

3

1

0

0

5

1

0

0

0

0

16

Legionellose

1

0

0

0

1

2

4

0

1

0

0

5

14

Listeriose

1

0

0

0

0

0

1

2

0

0

1

0

5

Masern

4

0

0

0

0

0

0

1

0

0

0

0

5

Meningokokken, inv. Erkrankung

3

2

1

0

2

0

2

0

0

0

1

0

11

MRSA, invasive Infektion

6

5

7

4

4

7

2

11

1

9

2

8

66

Mumps4
Norovirus-Gastroenteritis5

4

0

2

0

0

0

4

0

0

0

1

1

12

59

38

143

68

77

142

129

66

97

71

78

98

1.066

Paratyphus

0

1

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1

Rotavirus-Gastroenteritis

9

18

15

16

17

35

31

163

58

25

21

44

452

Röteln

0

0

1

0

0

0

0

0

1

0

0

0

2

Salmonellose

6

10

7

8

4

4

12

7

2

7

15

2

84

Shigellose

4

1

3

4

0

0

1

0

2

0

3

1

19

3

4

7

2

10

7

1

2

42

5

96

10

3

Typhus abdominalis

0

0

1

0

0

0

1

0

0

0

0

0

2

Virale hämorrhagische Fieber

1

1

0

0

0

0

1

0

0

0

0

0

3

1

2

2

1

3

0

1

1

2

25

603 334

656

717

564

303

491

343

455

6.345

Tuberkulose

Yersiniose
Summe

4

3

5

463

487

929

1

Veröffentlichung der Fälle entspr. Referenzdefinition des RKI (U. a. weichen wegen noch nicht erfolgter Freigabe durch das RKI die Fallzahlen von den beschriebenen Einzelfällen ab) / 2 Die angegebenen Inzidenzen sind berechnet als Fallzahl pro 100.000 Einw. Dabei wird die Einwohnerzahl Berlins von 3.517.424 mit Stand vom 31.12.2013
zugrunde gelegt. (Datenquelle: Amt für Statistik Berlin Brandenburg) / 3 Arzt- und Labormeldepflicht in Berlin seit 07.04.2013 (vorher nur Arztmeldepflicht) / 4 Meldepflicht
seit 29.03.2013 / 5 Angabe nur lab. best. Fälle (o. aggregierte Daten)

———————————————————————————————————————————
Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

18

7.4. Übersicht Salmonellenserovare bzw. -gruppen bis zur 12. Berichtswoche
(Fallzahlen und Anteile)
Rangfolge der in 2016 gemäß IfSG übermittelten Salmonellenserovare bzw. Serogruppen,
kumuliert bis einschließlich der Berichtswoche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Rang

Serovar bzw. Gruppe ohne weitere
Differenzierung

Gruppe

n
2016

Anteil
%

n
2015

Anteil
%

B

19

22,6

17

25,0

14

16,7

16

23,5

1

S.Typhimurium

2

Salmonella der Gruppe B

3

S.Enteritidis

D1

13

15,5

10

14,7

4

S.Infantis

C1

3

3,6

0

0,0

5

Salmonella der Gruppe D1

3

3,6

5

7,4

andere Serovare*

22

26,2

13

19,1

ohne Angabe

1

1,2

1

1,5

nicht ermittelbar

9

10,7

6

8,8

84

100,00

68

100,0

gesamt
*

In der Kategorie „andere Serovare / Gruppen“ werden Serovare, die bisher nur weniger als dreimal
nachgewiesen wurden, und andere nicht häufige Gruppen zusammengefasst.

Rangfolge der gemäß IfSG übermittelten Salmonellenserovare bzw. -gruppen
der Berichtswochen 11 und 12
Rang
1

Serovar bzw. Gruppe ohne weitere Differenzierung

Fallzahl

Salmonella der Gruppe B

4

2

S.Enteritidis

3

3

S.Typhimurium

3

4

-andere/sonstige-

2

5

S.Infantis

1

6

Salmonella der Gruppe B O:4,5,12 H1:i H2:-

1

7

-nicht ermittelbar-

1
gesamt

15

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016

19

8. Abbildungen der wöchentlichen Fallzahlen 2016 mit Vorjahresvergleich
(Datenstand: 30.03.2016 - 10:00 Uhr)
Legionellose
8

2016
2015

7

Anzahl Fälle

6
5
4
3
2
1
0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

Wochen

Norovirus-Gastroenteritis
(nur klinisch-labordiagnostisch bestätigte Fälle)
2016

150

2015
125

Anzahl Fälle

100

75

50

25

0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

Wochen

Rotavirus-Erkrankung
90
2016
2015

80
70

Anzahl Fälle

60
50
40
30
20
10
0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

Wochen

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Epi-Info Wochenbericht Berlin Nr. 11-12/2016
        
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