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Full text: KMU-Report Berlin ... Issue 2015

KMU-Report Berlin 2015
 Wirtschaftslage und Finanzierung

Eine gemeinsame Untersuchung der Investitionsbank Berlin und Creditreform Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, mit der vorliegenden Ausgabe feiert der „KMU Report Berlin – Berliner ­ Wirtschaft im Fokus“ sein fünfjähriges Jubiläum. Bereits seit 2011 erstellen wir diesen Bericht über die Situation und die Erwartungen der Berliner ­ Unternehmen mit Ihrer Unterstützung. Da passt es gut, dass sich in diesem Jahr mit rund 1.789 beantworteten Fragebögen so viele Unternehmen an unserer Befragung beteiligt haben wie noch nie. In seinem fünften Jahr ist der KMU-Report also keineswegs alt, sondern findet immer weitere Verbreitung. Inzwischen ist der Report, der sich durch Ihr Engagement auf eine sehr qualifizierte Datenbasis stützen kann, in Berlin etabliert und findet eine erfreuliche Beachtung in den Medien, bei der Wirtschaft und in der Politik. Dieses Fundament ist wie immer in doppelter Hinsicht tragfähig. Denn der KMU-Report betrachtet nicht nur das „Heute“ und beleuchtet die aktuelle wirtschaftliche Situation. Er schaut auch nach vorn, auf Pläne und Erwartungen, Hoffnungen und Perspektiven des Standorts Berlin. Dafür, dass dieser Blick ein objektiver und repräsentativer ist, haben die Berliner Unternehmen wieder gesorgt. Wir, die Creditreform Berlin Wolfram KG und die Investitionsbank ­ erlin, B wollen diese Untersuchung auch weiterhin herausbringen und Ihnen sowie allen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik ein jährlich aktuelles Datenfundament für wichtige Entscheidungen liefern. Wir h ­ offen dabei, dass Sie uns gewogen bleiben und dass wir in fünf Jahren auf eine ähnlich erfreuliche Entwicklung gemeinsam zurückblicken k ­ önnen, wie uns das heute möglich ist. Wir sagen allen Teilnehmern der Erhebung von Herzen: Danke!

Jochen Wolfram 	 Creditreform Berlin Wolfram KG Geschäftsführer

Christian Wolfram Creditreform Berlin Wolfram KG Geschäftsführer

Dr. Jürgen Allerkamp Investitionsbank Berlin Vorstandsvorsitzender

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INHALT	SEITE 1	Einleitung	 2	 	 	 	 3	 	 	 	 4	 	 	 	 	 Die aktuelle konjunkturelle Situation des Mittelstandes	 2.1	Geschäftslage	 2.2	Umsatzentwicklung	 2.3	 Aktuelle Personalsituation	 Erwartungen im Mittelstand	 3.1	Umsätze	 3.2	Personalplanungen	 3.3	Investitionsplanungen	 Finanzierung des Mittelstandes	 4.1	Ertragslage	 4.2	Eigenkapital	 4.3	Finanzierungsbedingungen	 4.4	Finanzierungsquellen	 4 5 5 6 8 11 11 13 16 18 18 20 22 23 25 28 28 33 37

5	Zusammenfassung	 6	 Im Fokus 2015: Wie innovativ sind die Berliner Unternehmen?	 	 6.1	 Fast die Hälfte der Unternehmen hat im letzten Jahr Innovationen umgesetzt	 	 6.2	 Innovationen in der Berliner Industrie und bei den unternehmensnahen Dienstleistern	 7	 Basis der Untersuchung	

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1	Einleitung
Die Konjunkturaussichten für das laufende Jahr sind weiterhin günstig. Zwar hat sich das BIP-Wachstum in Deutschland im ersten Quartal auf 0,3 Prozent verlangsamt und das, obwohl Konsum und Investitionen durchaus ansehnliche Zuwachsraten zeigten. Der private Verbrauch wuchs mit 0,6 Prozent das dritte Mal in Folge überdurchschnittlich. Einen Dämpfer erhielt das BIP-Wachstum allerdings aufgrund leicht rückläufiger Nettoexporte um 0,2 Prozentpunkte Prozentpunkte sowie aufgrund eines beschleunigten Abbaus der Lagerbestände um weitere 0,3 Prozentpunkte. Inzwischen hat sich die deutsche Wirtschaft jedoch schneller als erwartet von der konjunkturellen Schwäche erholt. So erwarten die Volkswirte der IBB im weiteren Jahresverlauf einen deutlichen Aufhol­ effekt, der vor allem von der Binnennachfrage kommen dürfte. Aber auch der Außenhandel wird die Konjunktur wieder anschieben. Die sich festigende wirtschaftliche Erholung des Euroraums wird diese Entwicklung unterstützen. Jahresdurchschnittlich wird das BIP-Wachstum in Deutschland nach Überzeugung der IBB-Volkswirte mit 1,9 Prozent daher etwas höher als im Vorjahr (1,6 Prozent) ausfallen. Und in Berlin? Wie stabil war die Berliner Wirtschaft in den ersten Monaten des Jahres? Gab es Unterschiede zum bundesweiten Trend? Und teilen die Berliner Unternehmer den Optimismus der Wirtschaftsforscher? Die vorliegende Studie „Die Berliner Wirtschaft im Fokus – KMU-Report 2015“ gibt Antworten. 1.789 kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Sitz in der Bundeshauptstadt haben und Produkte sowie Dienstleistungen für den heimischen Bedarf als auch für den Weltmarkt produzieren, beteiligten sich an der Umfrage. Ihnen gilt ein besonderer Dank. Ohne ihre Teilnahme­ ereitschaft wäre diese Studie nicht möglich gewesen. b

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Die aktuelle konjunkturelle Situation des Mittelstandes
Überwiegend gute Noten für die Geschäftslage

2.1 Geschäftslage
Die Berliner Wirtschaft ist weiter im Stimmungshoch. Knapp zwei Drittel der von Creditreform und der Investitionsbank Berlin (IBB) befragten Unternehmen (64,0 Prozent) bezeichneten die aktuelle Geschäftslage als „sehr gut“ bzw. „gut“. Damit liegt der Anteil der Positivmeldungen nicht nur höher als im Vorjahr (58,0 Prozent), sondern auch höher als der bundesdeutsche Vergleichswert (56,3 Prozent). Der Anteil der Befragten, die die Geschäftslage als „mangelhaft“ oder „ungenügend“ einschätzten, verringerte sich von 5,0 auf 2,8 Prozent. Tab. 1: Geschäftslage im Mittelstand
sehr gut / gut befriedigend / ausreichend mangelhaft / ungenügend Berlin 64,0 (58,0) 32,3 (37,0) 2,8 (5,0) Deutschland 56,3 (57,4) 40,9 (39,1) 2,7 (2,8) Quelle: Creditreform / IBB

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Der anhaltende Wirtschaftsboom in der Bundeshauptstadt findet sich in den Befragungsergebnissen der letzten Jahre wieder. So hat sich der Stimmungsindikator „Geschäftslage“ im Vergleich zu 2010 mehr als verdoppelt. Nicht nur das: Während die Einschätzungen der Geschäftslage im gesamtdeutschen Durchschnitt im Jahresvergleich 2014/15 weitgehend stabil waren, gab es für die Berliner Wirtschaft erneut einen kräftigen Sprung nach oben. Mit aktuell plus 61,2 Punkten verzeichnet der Indikator einen neuen Höchststand. Abb. 1: Aktuelle Geschäftslage des Mittelstandes (Frühjahr)
70 60 50 40 30 20 10 0 -10 -20 2010 2011 2012 2013 2014 Berlin Deutschland 2015 25,4 49,1 54,1 51,0 53,0 61,2 Saldo aus gut/schlecht

GeschäftslageIndikator macht erneut Sprung nach oben

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Stimmungshoch im Baugewerbe und bei den Dienstleistern

Verbesserungen bei den Lageeinschätzungen finden sich in allen Hauptwirtschaftsbereichen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. So erhöhte sich der Anteil der Unternehmen, die ihre Geschäftslage mit „sehr gut“ bzw. „gut“ einschätzten, im Handel nur geringfügig von 51,2 auf 53,1 Prozent. Im Diensteistungssektor hat sich die Konjunkturstimmung hingegen stärker verbessert. Der Anteil der Positivbewertungen stieg von 59,3 auf 67,4 Prozent. Nur im Baugewerbe haben noch mehr Befragte mit „sehr gut“ bzw. mit „gut“ geantwortet (68,1 Prozent). Auch hier gab es ein Plus gegenüber dem Vorjahr (63,9 Prozent). Das Baugewerbe zeigt zudem, dass ein bereits hohes Stimmungsniveau weiter gesteigert werden kann. Offenbar waren im Berliner Bausektor aufgrund des vergleichsweise milden Winters keine saisonalen Bremsspuren festzustellen. Tab. 2: Geschäftslage in den Hauptwirtschaftsbereichen
sehr gut / gut Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen 61,0 (56,9) 68,1 (63,9) 53,1 (51,2) 67,4 (59,3) befriedigend / ausreichend 33,3 (36,9) 30,3 (31,4) 42,0 (43,2) 29,1 (36,2) mangelhaft / ungenügend 2,8 (6,1) 1,4 (4,7) 3,9 (5,7) 3,2 (4,6)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

2.2	Umsatzentwicklung
Umsatzstarkes Jahr 2014 Im Vergleich zu 2013 war 2014 für die Mehrheit des Berliner Mittelstandes ein sehr gutes Jahr. Mehr als jeder zweite Befragte (54,7 Prozent) berichtete von Umsatzsteigerungen. Lediglich 14,0 Prozent der Unternehmen verzeichneten Einbußen. Bei der letztjährigen Befragung lag dieser Anteil noch bei 18,1 Prozent. Somit findet sich das positive Stimmungsbild auch in der realen Umsatzentwicklung wieder. Tab. 3: Umsatzentwicklung im Mittelstand
gestiegen stabil gesunken Berlin 54,7 (50,6) 30,5 (30,7) 14,0 (18,1) Deutschland 26,2 (25,3) 50,1 (52,3) 23,1 (21,0)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Hinsichtlich des Umsatzes ist der Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt nur eingeschränkt möglich, da dort die Umsatzentwicklung gegenüber dem vergangenen Herbst erfragt wird. Dennoch zeigt sich in der zeitlichen Betrachtung seit 2010 eine klare Tendenz: Die Berliner Wirtschaft hat deutlich an Stärke hinzugewonnen. Zudem haben die Umsätze gegenüber dem Vorjahr noch einmal angezogen, so dass der entsprechende

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Indikator der Umsatzentwicklung von plus 32,5 auf nunmehr plus 40,7 Punkte gestiegen ist. Lediglich im Jahr 2012 (plus 49,2 Punkte) wurde ein noch höherer Wert gemessen, der sicherlich auch durch die damalige Aufschwungphase nach der Rezession 2009 bedingt war. Abb. 2: Umsatzentwicklung des Mittelstandes
60 50 40 30 20 10 0 -10 -20 -30 -40 2009 2010 2011 2012 2013 Berlin Deutschland 2014 3,5 35,7 49,2 32,5 Saldo aus gestiegen/gesunken 38,4 40,7

Breite Zuwächse verzeichnete das Berliner Baugewerbe. 53,0 Prozent der Befragten aus diesem Wirtschaftsbereich berichteten von gestiegenen Umsätzen (Vorjahr: 45,0 Prozent). Vergleichsweise deutlich war das Umsatzplus auch im Dienstleistungssektor, wo 59,3 Prozent der Dienstleister Umsatzsteigerungen meldeten (Vorjahr: 54,1 Prozent). Im Handel sowie im Verarbeitenden Gewerbe war die Umsatzentwicklung ebenfalls positiv, allerdings weniger dynamisch. So bleibt der Handel Schlusslicht, wenn es um Umsatzsteigerungen geht. Knapp die Hälfte der Befragten (49,8 Prozent) verzeichnete Zuwächse (Vorjahr: 48,4 Prozent). Tab. 4: Umsatzentwicklung in den Hauptwirtschaftsbereichen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen gestiegen 50,9 (49,7) 53,0 (45,0) 49,8 (48,4) 59,3 (54,1) stabil 30,8 (26,7) 32,6 (35,5) 33,4 (30,0) 27,7 (30,6) gesunken 15,7 (22,4) 13,7 (19,5) 16,1 (20,7) 12,5 (14,9)

Umsatzdynamik im Baugewerbe

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Ein differenzierter Blick in die einzelnen Branchen zeigt, wo die Konjunktur derzeit am stärksten boomt. So verzeichneten viele Unternehmen aus dem Nahrungsmittelgewerbe einen Umsatzschub. Der Saldo der Meldungen von gestiegenen und gesunkenen Umsätzen erreicht hier plus 68,3 Zähler. Auch im Bereich der unternehmensnahen Dienstleister (Saldo: plus 50,7 Punkte) sowie bei IT-Unternehmen (Saldo: plus 50,0 Punkte) zeigte sich die Umsatzlage überdurchschnittlich gut. Ebenso lagen die Umsätze im Verkehrsgewerbe (Saldo: plus 47,9 Punkte) sowie

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im Grundstücks- und Wohnungswesen (Saldo: plus 47,1 Punkte) bei der Mehrheit der Unternehmen im Plus. Insbesondere der wachsende Wohnungsmarkt ist offenbar einer der Treiber der Berliner Konjunktur. Großhandel (Saldo: plus 31,3 Punkte) und Elektrotechnik (Saldo: plus 29,1 Punkte) liegen hingegen am unteren Ende der Skala. Aber auch hier überwog der Anteil der Positivmeldungen zum Umsatz. Tab. 5: Umsatzentwicklung nach Branchen
Branche Nahrungs- und Genussmittelgewerbe unternehmensnahe Dienstleistungen Datenverarbeitung, IT Verkehr / Nachrichtenübermittlung Grundstücks- und Wohnungswesen Maschinenbau Berliner Mittelstand gesamt Ausbau- und Bauhilfsgewerbe Bauhauptgewerbe personenbezogene Dienstleistungen Einzelhandel Gastgewerbe Kredit- und Versicherungsgewerbe Großhandel Elektrotechnik Angaben in Prozentpunkten Saldo aus gestiegen / gesunken + 68,3 + 50,7 + 50,0 + 47,9 + 47,1 + 42,3 + 40,7 + 39,7 + 36,6 + 36,6 + 36,2 + 35,8 + 35,1 + 31,3 + 29,1 Quelle: Creditreform / IBB

2.3	Aktuelle Personalsituation
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nimmt weiter ab und lag Ende Mai um rund 120.000 unter dem Vorjahresstand. 2,76 Mio. Personen wurden von der Bundesagentur für Arbeit als erwerbslos registriert. Die Arbeitslosenquote sank bundesweit auf 6,3 Prozent. In Berlin waren rund 196.400 Erwerbspersonen arbeitslos gemeldet. Das war ein Rückgang der Zahl der Betroffenen um knapp 7.800 gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch die Arbeitslosenquote verringerte sich weiter und lag bei 10,8 Prozent (Mai 2014: 11,1 Prozent). Positiver Beschäftigungsbeitrag des Mittelstandes Der Personalbedarf im Berliner Mittelstand war erneut hoch. Gut jedes dritte befragte Unternehmen (34,7 Prozent) beschäftigte 2014 mehr Mitarbeiter als im Jahr zuvor. 11,7 Prozent hatten im Jahresverlauf 2014 Personal abgebaut. Der Beschäftigungsbeitrag des KMU-Sektors dürfte damit größer als im Vorjahr gewesen sein.

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Tab. 6: Personalbestand im Mittelstand
aufgestockt unverändert verkleinert Berlin 34,7 (32,3) 52,8 (54,8) 11,7 (12,2) Deutschland 22,8 (22,5) 65,2 (64,5) 12,0 (12,4)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Die regelmäßigen Befragungen des Berliner Mittelstandes durch Creditreform und die IBB zeigen, dass ab 2010 die Personalaufstockungen überwiegen. Der entsprechende Indikator blieb vergleichsweise stabil im Plusbereich. Aktuell werden plus 23,0 Punkte gemessen. 2009 kam es letztmalig zu einem Übergewicht an Unternehmen, die Personal abbauten. Damals lag der Indikator im Minusbereich (minus 2,8 Punkte). Abb. 3: Personalbestand im Mittelstand
30 20 10 0 -10 -20 -30 -40 2009 2010 2011 2012 2013 Berlin Deutschland 2014 -2,8 29,7 18,7 25,3 23,0 Saldo aus aufgestockt/verkleinert 40

20,1

Viele Stellen dürften erneut im Dienstleistungssektor entstanden sein. 38,3 Prozent der befragten Unternehmen aus diesem Wirtschaftsbereich hatten zum Jahresende 2014 mehr Beschäftigte als ein Jahr zuvor. In den übrigen Wirtschaftszweigen hat etwa jeder Dritte das Personal aufgestockt, so waren es beispielsweise im Handel 32,1 Prozent der Unternehmen und im Verarbeitenden Gewerbe 33,6 Prozent. Das Plus fiel überall stärker als bei der letztjährigen Umfrage aus. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es im Verarbeitenden Gewerbe, wo jedes sechste Unternehmen (16,4 Prozent) 2014 Stellen abbauen musste. Dies war ein höherer Anteil als im Jahr zuvor (12,1 Prozent). Tab. 7: Personalbestand in den Hauptwirtschaftsbereichen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen aufgestockt 33,6 (32,7) 31,1 (29,6) 32,1 (29,1) 38,3 (34,7) unverändert 46,9 (53,9) 59,1 (57,4) 57,0 (58,2) 49,7 (52,6) verkleinert 16,4 (12,1) 9,4 (12,4) 10,8 (11,7) 11,4 (12,3)

Dienstleistungssektor war 2014 der Jobmotor

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

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Vermehrter Personalbedarf in der Expansionsphase

Nachdem die ersten Geschäftsjahre eines Unternehmens erfolgreich verlaufen sind, kommt es häufig zu einer Expansionsphase, in der weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Dieser Trend findet sich auch in der Berliner Wirtschaft. So hat knapp die Hälfte der Unternehmen im Alter von drei bis zehn Jahren (46,8 Prozent) das Personal aufgestockt. Diese Altersklasse zeigte sich damit einstellungsfreudiger als im Vorjahr (36,4 Prozent). Am höchsten war der Anteil an Unternehmen mit Beschäftigungszuwachs jedoch wieder bei neu gegründeten Betrieben im Alter von bis zu drei Jahren. 61,4 Prozent dieser Start-ups (Vorjahr: 66,7 Prozent) meldeten einen höheren Personalbestand. Zu einem Personalaufbau kam es zudem bei älteren und etablierten Unternehmen. Allerdings hat auch jeder achte Befragte in dieser Altersklasse Stellen abgebaut (12,3 Prozent). Tab. 8: Personalbestand nach Unternehmensalter
bis zu 3 Jahre 3 bis 10 Jahre über 10 Jahre aufgestockt 61,4 (66,7) 46,8 (36,4) 29,8 (27,9) unverändert 31,4 (24,1) 43,9 (53,4) 57,9 (58,9) verkleinert 7,1 (9,3) 9,3 (10,2) 12,3 (13,2)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

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3	 Erwartungen im Mittelstand
3.1	Umsätze
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen einschließlich der Finanzierungskonditionen sind nach wie vor günstig. Der starke Arbeitsmarkt, weitere Tariferhöhungen sowie die anhaltenden Niedrig­ insen z dürften den Privatkonsum als Konjunkturtreiber auch 2015 weiter anschieben. Hinzu kommt die Kaufkraft der zahlenmäßig jährlich zunehmenden Berlin-Touristen. Vor diesem Hintergrund ist in Berlin erneut mit einem deutlichen Wachstumsplus zu rechnen. So erwarten die Volkswirte der IBB für 2015 mit 2,2 Prozent wieder ein Wachstum oberhalb des Bundesdurchschnitts (1,9 Prozent). Auch der Berliner Mittelstand erwartet offenbar eine Fortsetzung der guten Wirtschaftslage. 43,1 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Umsätzen im Vergleich zu 2014. Deutschlandweit lag der Anteil der Optimisten lediglich bei 38,7 Prozent. Gleichwohl wachsen auch in der Bundeshauptstadt die Bäume nicht in den Himmel. Weitere Umsatzsteigerungen bezogen auf den meist bereits guten Ausgangswert des Jahres 2014 dürften nicht immer leicht zu realisieren sein. Wie im Vorjahr (9,8 Prozent) erwartet knapp ein Zehntel der Befragten (9,3 Prozent) weniger Umsatz. Umsatzerwartungen im Mittelstand: Der Boom geht weiter

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Tab. 9: Umsatzerwartungen im Mittelstand
steigend stabil sinkend Berlin 43,1 (44,8) 47,2 (45,2) 9,3 (9,8) Deutschland 38,7 (37,8) 52,2 (54,3) 8,2 (5,9) Quelle: Creditreform / IBB

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Die Umsatzprognosen der Berliner Unternehmen lagen in ihrer positiven Ausrichtung zumeist im Einklang mit den Prognosen im gesamten Bundesgebiet. In den letzten Jahren war dabei stets ein etwas höherer Anteil an Optimisten und ein geringer Anteil an Pessimisten zu beobachten, so dass die Berliner Wirtschaft zu einem Aufholprozess angesetzt hatte. Aktuell erreicht der Indikator der Umsatzerwartungen in Berlin plus 33,8 Zähler nach plus 35,0 Punkten vor einem Jahr. Der bisherige Höchstwert wurde im Jahr 2011 gemessen (plus 41,2 Punkte). Abb. 4: Zukünftige Umsatzentwicklung im Mittelstand (Frühjahr)
60 40 30 20 10 0 -10 -20 -30 2010 2011 2012 2013 2014 Berlin Deutschland 2015 35,8 35,0 33,8 Saldo aus steigen/sinken 50 41,2 32,7 31,5

Getrübter Blick im Handel

Optimistischer als im Vorjahr sind die Umsatzprognosen im Verarbeitenden Gewerbe, wo knapp die Hälfte der Befragten (46,2 Prozent) mit einem Umsatzplus rechnet (Vorjahr: 41,8 Prozent), sowie im Berliner Baugewerbe. Hier sind 36,3 Prozent der Befragten zuversichtlich, Umsatzsteigerungen erzielen zu können (Vorjahr: 34,9 Prozent). Verschlechtert haben sich die Umsatzerwartungen offenbar bei den Berliner Händlern. Nachdem vor einem Jahr 47,4 Prozent der befragten Betriebe mit mehr Umsatz rechneten, sind es in diesem Jahr noch 42,6 Prozent. Zudem erhöhte sich der Anteil der Handelsunternehmen, die Umsatzeinbußen befürchten, leicht von 10,8 auf 11,5 Prozent. Etwas zurückhaltender sind auch die Dienstleister geworden, wenn es um die Einschätzung der weitereren Umsatzentwicklung geht. Allerdings erwarten noch 46,0 Prozent der Befragten (Vorjahr: 48,3 Prozent) ein Umsatzplus.

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Tab. 10: Umsatzerwartungen in den Hauptwirtschaftsbereichen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen steigend 46,2 (41,8) 36,3 (34,9) 42,6 (47,4) 46,0 (48,3) stabil 42,1 (44,8) 54,3 (54,4) 45,2 (41,8) 46,0 (43,5) sinkend 11,6 (12,1) 8,7 (10,7) 11,5 (10,8) 7,8 (8,2)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

3.2	Personalplanungen
Die insgesamt positiven Geschäftsaussichten werden voraussichtlich zu einem weiteren Beschäftigungsaufbau führen. So wollen 27,2 Prozent der befragten Unternehmen (Vorjahr: 26,7 Prozent) im weiteren Jahres­ verlauf ihr Personal aufstocken. Eine Verkleinerung ihres Personal­ bestandes haben 6,8 Prozent der Berliner Unternehmen vorgesehen (Vorjahr: 5,9 Prozent). Tab. 11: Voraussichtliche Entwicklung des Personalbestandes
aufstocken unverändert verkleinern Berlin 27,2 (26,7) 65,4 (67,2) 6,8 (5,9) Deutschland 23,5 (23,9) 69,5 (69,2) 6,8 (5,0) Quelle: Creditreform / IBB

Personalbedarf bleibt hoch

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Im Vergleich zum Deutschlandtrend sind die aktuellen Personalplanungen in der Bundeshauptstadt von etwas mehr Zuversicht geprägt. Dies war auch in den vergangenen Jahren zumeist der Fall. So liegt der Saldo aus Personal aufstockenden und Personal abbauenden Unternehmen bei plus 20,4 Punkten und damit im Bereich des Vorjahreswertes (plus 20,8 Punkte). Gegenüber dem Jahr 2010 (plus 3,8 Punkte) sind die Personalplanungen jedoch erheblich expansiver geworden. Darin spiegelt sich auch die gefestigte Wirtschaftslage in Berlin wider, die bislang keine Schwächen zeigt.

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Abb. 5: Zukünftiger Personalbestand im Mittelstand (Frühjahr)
40 30 20 10 0 -10 -20 -30 2010 2011 2012 2013 2014 3,8 Berlin Deutschland 2015 19,1 22,4 21,7 20,8 20,4 Saldo aus aufstocken/verkleinern

Verarbeitendes Gewerbe muss Schwäche im Handel ausgleichen

Hinsichtlich der Personalplanungen gibt es einige nennenswerte Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen: Gute Geschäftsaussichten gibt es offenbar bei den Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, denn gut ein Drittel der hier Befragten (34,0 Prozent) will zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Dies ist ein höherer Prozentwert als im Vorjahr (31,5 Prozent). Zudem hat sich im Verarbeitenden Gewerbe der Anteil der Unternehmen, die eine Verkleinerung der Belegschaft vorsehen, binnen Jahresfrist von 9,7 auf 5,7 Prozent nahezu halbiert. Das Berliner Baugewerbe zeigt ebenfalls einen höheren Anteil an Personalaufstockern (25,3 Prozent gegenüber 23,1 Prozent im Vorjahr), aber gleichzeitig auch einen höheren Anteil an Unternehmen mit Abbauplänen (6,6 Prozent gegenüber 4,1 Prozent im Vorjahr). Die schwächeren Umsatzprognosen, die der Berliner Handel in der diesjährigen Umfrage äußerte, spiegeln sich auch in zurückhaltenden Personalplanungen für die kommenden Monate wider. Weitere Mitarbeiter benötigt nur jedes fünfte Handelsunternehmen (19,7 Prozent), nachdem es im Vorjahr noch gut jedes vierte war (26,3 Prozent). 7,9 Prozent der befragten Händler wollen Stellen streichen – das sind mehr als im Vorjahr (6,1 Prozent). Auch im Dienstleistungssektor haben mehr Unternehmen als in der Vorjahresumfrage (7,0 Prozent statt 5,2 Prozent) einen Arbeitsplatzabbau angekündigt. Gleichwohl überwiegt in allen Wirtschaftsbereichen weiterhin der Anteil der Personalaufstocker. Tab. 12: Voraussichtliche Entwicklung des Personalbestandes in den Hauptwirtschaftsbereichen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen aufstocken 34,0 (31,5) 25,3 (23,1) 19,7 (26,3) 28,6 (26,5) unverändert 57,9 (58,8) 68,0 (72,8) 72,5 (67,1) 64,1 (68,1) verkleinern 5,7 (9,7) 6,6 (4,1) 7,9 (6,1) 7,0 (5,2)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

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Ein detaillierter Blick in einzelne Branchen offenbart, in welchen Bereichen der Berliner Wirtschaft in den kommenden Monaten das meiste Personal gesucht wird. So äußerten die Wirtschaftszweige IT, Elektro­ technik, Maschinenbau und das Nahrungsmittelgewerbe einen stark überdurchschnittlichen Bedarf. Weit zurückhaltender sind die Einstellungsplanungen hingegen im Bauhauptgewerbe, im Großhandel, im Einzelhandel sowie im Gastgewerbe. Tab. 13: Personalplanungen nach Branchen
Branche Datenverarbeitung, IT Elektrotechnik Nahrungs- und Genussmittelgewerbe Maschinenbau personenbezogene Dienstleistungen Ausbau- und Bauhilfsgewerbe unternehmensnahe Dienstleistungen Verkehr / Nachrichtenübermittlung Berliner Mittelstand gesamt Kredit- und Versicherungsgewerbe Grundstücks- und Wohnungswesen Bauhauptgewerbe Einzelhandel Großhandel Gastgewerbe Angaben in Prozentpunkten Saldo aus steigend / sinkend + 38,9 + 38,6 + 31,7 + 31,1 + 25,9 + 23,8 + 22,7 + 21,7 + 20,4 + 18,9 + 16,3 + 13,7 + 13,5 + 11,3 + 1,9 Quelle: Creditreform / IBB

Die anhaltend gute Wirtschaftslage in Berlin hat in vielen Bereichen offenbar bereits zu einem Fachkräfteengpass geführt. So bezeichnete es die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen (66,6 Prozent) als schwierig, Fachpersonal zu finden. Nur wenige Unternehmen (2,1 Prozent) hatten keinerlei Schwierigkeiten. Besonders problematisch gestaltet sich die Suche nach geeignetem Personal offenbar im Bau­ ewerbe, wo acht g von zehn Unternehmen (79,9 Prozent) einen Fachkräfte­ angel wahrm nehmen. Dabei sind es vor allem Facharbeiter, die von den Bauunternehmen benötigt werden und deren Suche sich schwierig gestaltet. Im Dienstleistungsgewerbe sind es akademisch ausgebildete Fachkräfte, nach denen händeringend gesucht wird. Tab. 14: Die Suche nach Fachkräften ist derzeit …
einfach Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen Gesamt 1,3 0,7 2,0 3,3 2,1 meist möglich 28,0 17,6 29,2 33,2 27,8 schwierig 65,1 79,9 63,9 60,4 66,6

Fachkräftemangel in Berlin längst Realität

Angaben in % der Befragten, Rest o. A.,

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3.3	Investitionsplanungen
Investitionsbereitschaft sinkt unter Bundesdurchschnitt Die Investitionsbereitschaft im Berliner Mittelstand hat trotz der günstigen Rahmenbedingungen von einem hohen Niveau aus leicht nachgelassen. Gut jedes zweite Unternehmen (52,7 Prozent) will ein Investitionsprojekt in Angriff nehmen (Vorjahr: 54,0 Prozent). Der Anteil der investitionswilligen Unternehmen in Berlin liegt damit erstmals seit 2012 wieder unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die Normalisierung der Investitionsabsichten dürfte jedoch damit zusammenhängen, dass der Investitionsstau aus der Vergangenheit in den beiden Vorjahren zunächst abgearbeitet wurde. Tab. 15: Investitionsbereitschaft des Mittelstandes
investitionsbereite Unternehmen Berlin 41,6 51,5 55,9 44,2 48,8 43,1 46,0 58,8 54,0 52,7 Deutschland 48,0 58,5 51,1 41,4 44,3 53,4 50,6 50,4 52,0 53,6

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Angaben in % der Befragten

Nachdem die Investitionsbereitschaft während der Wirtschaftskrise, vor allem im Jahr 2009, massiv eingebrochen war, setzte im Zuge der konjunkturellen Erholung auch in der Investitionstätigkeit wieder ein Aufschwung ein, der mit kleineren Unterbrechungen (2011/12) im Jahr 2013 seinen Höhepunkt fand. Seitdem verblieb die Zahl der investierenden Unternehmen auf einem hohen Niveau. Weniger Investi­ tionen im Handel, mehr in der Industrie Eine überdurchschnittliche Investitionsneigung zeigen erneut die Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe: 61,9 Prozent und damit etwas mehr als im Vorjahr (61,2 Prozent) wollen investieren. Die Dienstleister bleiben investitionsstark, auch wenn der Anteil der Unternehmen, die Investitionen angekündigt haben, gegen den Bundestrend von 56,3 auf 54,5 Prozent leicht zurückgegangen ist. Im Handel gab es eine deut­ lichere Abwärtsbewegung, die allerdings der bundesweiten Tendenz folgt. Leicht verbessert in Bezug auf die Investitionstätigkeit präsentiert sich hingegen das Baugewerbe: 47,7 Prozent der Befragten wollen Geld für Investitionen in die Hand nehmen (Vorjahr: 46,7 Prozent).

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Tab. 16: Investitionsbereitschaft in den Hauptwirtschaftsbereichen
investitionsbereite Unternehmen Berlin Verarbeitendes Gewerbe 61,9 (61,2) Bau 47,7 (46,7) Handel 45,9 (49,3) Dienstleistungen 54,5 (56,3) Angaben in % der Befragten () = Vorjahresangaben Deutschland 62,1 (55,9) 46,6 (45,3) 45,2 (51,8) 56,6 (52,2)

Trotz der leicht abgeschwächten Investitionsbereitschaft sind vor allem Erweiterungsinvestitionen gefragt. 62,8 Prozent der Befragten und damit mehr als im Vorjahr (59,9 Prozent) planen beispielsweise Kapazitätserweiterungen. Vor allem im Baugewerbe gab es in dieser Hinsicht Verbesserungen. Ersatzinvestitionen haben 47,2 Prozent der Berliner Unternehmen angekündigt. Dieser Prozentwert unterscheidet sich nur unwesentlich vom Vorjahreswert (46,2 Prozent). Insbesondere im Baugewerbe wird die Bereitschaft zu notwendigen Ersatzinvestitionen häufig genannt (53,6 Prozent der Befragten). Vergleichsweise wenige Ersatz­ investitionen sind hingegen im Handel vorgesehen (40,7 Prozent). Tab. 17: Art der Investitionen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen Gesamt Erweiterung 61,9 (60,4) 62,7 (46,8) 63,6 (59,0) 63,0 (64,0) 62,8 (59,9) Rationalisierung 33,0 (25,7) 16,3 (19,0) 16,4 (16,2) 16,1 (10,3) 19,7 (15,6) Ersatz 48,2 (44,6) 53,6 (53,2) 40,7 (45,7) 45,6 (44,8) 47,2 (46,2)

Erweiterungs­ investitionen bleiben gefragt

Angaben in % der Befragten, Mehrfachnennungen möglich () = Vorjahresangaben

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4	Finanzierung des Mittelstandes
4.1	Ertragslage
2014 war für den Berliner Mittelstand ein ertragreiches Jahr. Knapp die Hälfte der Befragten (47,3 Prozent) konnte Ertragszuwächse verbuchen. Das war ein höherer Anteil als im Vorjahr (45,2 Prozent). Ertragseinbußen verzeichneten 18,1 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 22,5 Prozent). Damit konnten die Berliner Mittelständler in der Summe die verbesserte Umsatzlage auch in Mehrerträge ummünzen. Tab. 18: Ertragslage im Mittelstand
gestiegen stabil gesunken Angaben in % der Befragten () = Vorjahresangaben Berlin 47,3 (45,2) 33,7 (31,3) 18,1 (22,5) Deutschland 20,9 (19,2) 56,6 (54,2) 22,2 (25,3)

Jedes zweite Unternehmen erzielt Ertragsplus

Die gute Ertragssituation bestätigt sich bei einem Blick auf die vier Hauptwirtschaftsbereiche insbesondere im Dienstleistungsgewerbe. Hier hatten 51,2 Prozent der Unternehmen Ertragszuwächse vorzuweisen (Vorjahr: 49,4 Prozent). Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr gab es zudem im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Handel. Stabil war die Ertragslage im Baugewerbe, wo erheblich weniger Unternehmen als vor Jahresfrist über Ertragseinbußen klagten (16,7 statt 21,3 Prozent).

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Tab. 19: Ertragslage in den Hauptwirtschaftsbereichen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen gestiegen 44,3 (39,4) 44,7 (44,4) 44,6 (41,3) 51,2 (49,4) stabil 32,4 (32,1) 37,7 (33,1) 31,8 (31,5) 32,7 (30,2) gesunken 20,8 (27,3) 16,7 (21,3) 23,0 (25,8) 15,7 (19,6)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Die weitere Ertragsentwicklung beurteilen die Unternehmen zuversichtlich. 38,8 Prozent der Befragten erwarten, die Erträge steigern zu können. Vor einem Jahr lag dieser Prozentanteil sogar noch etwas höher (40,2 Prozent). Ertragseinbußen befürchtet wie im Vorjahr jedes achte Unternehmen (12,5 Prozent). Tab. 20: Zukünftige Ertragslage im Mittelstand
steigend stabil sinkend Berlin 38,8 (40,2) 47,9 (46,4) 12,5 (12,9) Deutschland 27,6 (35,9) 60,9 (51,3) 11,1 (10,7)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Insgesamt sind die Ertragserwartungen der Berliner Unternehmen optimistischer als im bundesweiten Durchschnitt. Dies war auch in den Vorjahren der Fall. Auch die hohe Kontinuität der Ertragserwartungen ist auffallend. Dabei wurden die Erwartungen der Unternehmen offenbar nicht enttäuscht. Positiv dazu beigetragen hat sicherlich auch, dass weniger Unternehmen als in den Vorjahren Forderungsausfälle zu beklagen hatten. Abb. 6: Zukünftige Ertragslage im Mittelstand (Frühjahr)
60 50 40 30 20 10 0 -10 -20 -30 -40 2010 2011 2012 2013 2014 Berlin Deutschland 2015 Saldo aus steigend/sinkend 39,3 30,7 27,2 26,6 27,3 26,3

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Steigende Erträge erwartet

Alle Hauptwirtschaftsbereiche rechnen per Saldo mit steigenden Erträgen. Leichte Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr waren dabei im Verarbeitenden Gewerbe festzustellen. Im Handel gab es mehr Unternehmen, die steigende Erträge erwarten, aber auch mehr Unternehmen, die mit sinkenden Erträgen rechnen. Zurückhaltender als im Vorjahr zeigt sich das Dienstleistungsgewerbe. Tab. 21: Ertragserwartungen in den Hauptwirtschaftsbereichen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen steigend 40,9 (38,2) 31,3 (32,5) 41,3 (40,8) 41,5 (43,3) stabil 44,7 (45,5) 58,2 (55,0) 41,6 (45,1) 45,7 (44,2) sinkend 12,3 (15,8) 10,0 (11,2) 15,7 (14,1) 12,6 (11,9)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

4.2	Eigenkapital
Günstiges Fremdkapital verdrängt Eigenkapital Die Eigenkapitalquoten der kleinen und mittleren Unternehmen sind weitgehend stabil. Insgesamt leiden jedoch weniger Unternehmen als im Vorjahr unter Eigenkapitalknappheit (Eigenkapitalquote < 10 Prozent). Der entsprechende Prozentanteil verringerte sich binnen Jahresfrist leicht von 28,2 auf 27,6 Prozent. Allerdings gab es auch weniger Unternehmen, die eine sehr hohe Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent aufweisen (24,5 Prozent). Möglicherweise haben einige Berliner Unternehmen die günstigen Finanzierungsbedingungen genutzt und mehr Fremdkapital aufgenommen, um beispielsweise Investitionen zu schultern. Eine verbesserte Eigenkapitalsituation ist vor allem im Verarbeitenden Gewerbe festzustellen. Nachdem im Vorjahr noch knapp ein Drittel der Unternehmen (31,5 Prozent) eine sehr geringe Eigenkapitalquote von unter 10 Prozent aufwies, betrifft dies derzeit nur gut jedes fünfte Unternehmen (21,4 Prozent). Auch das Baugewerbe hat offenbar die gute Wirtschaftslage der vergangenen Jahre genutzt, um Eigenkapital aufzubauen. Allerdings ist weiterhin nur ein Sechstel der Bauunternehmen als eigenkapitalstark zu bezeichnen – dies ist der niedrigste Wert innerhalb der vier Hauptwirtschaftsbereiche. Im Handel gab es die umgekehrte Tendenz: Die Zahl der eigenkapitalstarken Firmen ging zurück, während mehr Händler als im Vorjahr als eigenkapitalschwach zu bezeichnen sind.

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Tab. 22: Eigenkapitalquoten in den Hauptwirtschaftsbereichen
Verarb. Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen Gesamt bis 10% 21,4 (31,5) 30,8 (30,8) 28,9 (26,3) 27,9 (26,9) 27,6 (28,2) bis 20% 24,5 (20,0) 24,2 (27,8) 21,0 (18,3) 20,5 (19,8) 22,2 (20,9) bis 30% 15,1 (17,0) 19,9 (16,6) 15,1 (19,7) 16,2 (14,7) 16,7 (16,4) ≥ 30% 28,9 (27,3) 16,7 (14,2) 23,9 (28,2) 27,6 (30,4) 24,5 (26,7)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

Insgesamt entwickelt sich die Eigenkapitalsituation in die richtige Richtung. Ein Großteil der Unternehmen erzielte Verbesserungen (38,4 Prozent der Befragten), selten wurden Verschlechterungen gemeldet (7,2 Prozent). Damit kann der KMU-Sektor eine alte Schwäche zunehmend ablegen: Jahrelang galten kleine und mittlere Unternehmen als eigenkapitalschwach. Dennoch dürften weiterhin Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalquoten im Mittelstand nötig sein. Tab. 23: Eigenkapitalsituation in den Branchen
verbessert Nahrungs- und Genussmittel­ gewerbe Grundstücks- und Wohnungswesen Kredit- und Versicherungsgewerbe Verkehr / Nachrichtenübermittlung Maschinenbau Ausbau- und Bauhilfsgewerbe unternehmensnahe Dienstleistungen Datenverarbeitung, IT Berliner Mittelstand gesamt Elektrotechnik Großhandel personenbezogene Dienstleistungen Bauhauptgewerbe Einzelhandel Gastgewerbe 51,2 (43,8) 49,0 (46,8) 45,9 (44,1) 43,5 (35,5) 42,2 (48,4) 39,7 (38,4) 39,1 (39,7) 38,9 (47,3) 38,4 (39,1) 37,5 (28,6) 37,4 (37,7) 35,7 (35,5) 33,7 (44,6) 32,9 (38,3) 22,6 (26,1) unverändert 39,0 (31,3) 46,2 (40,3) 40,5 (50,0) 50,7 (54,8) 44,4 (41,9) 49,2 (50,7) 51,1 (51,1) 48,6 (34,5) 53,1 (48,7) 54,2 (62,5) 51,3 (50,6) 50,9 (54,2) 59,4 (39,2) 56,1 (52,2) 64,2 (56,5) verschlechtert 9,8 (25,0) 1,9 (11,3) 13,5 (5,9) 4,3 (9,7) 8,9 (9,7) 7,9 (9,6) 8,6 (7,6) 6,9 (18,2) 7,2 (11,4) 4,2 (8,9) 7,8 (11,7) 11,6 (10,3) 6,9 (14,9) 7,7 (9,6) 13,2 (13,0)

Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben

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4.3	Finanzierungsbedingungen
Investitions­ finanzierung meist gesichert Die Finanzierungsbedingungen sind derzeit so günstig wie lange nicht mehr. Dies spiegelt sich auch in den Antworten der Unternehmen wider. 35,7 Prozent der Befragten bezeichneten die Finanzierungsbedingungen für Investitionen als „sehr gut“ bzw. „gut“. Dies ist ein deutlich höherer Anteil als im Vorjahr (27,6 Prozent). Entsprechend haben weniger Unternehmen als im Vorjahr die Finanzierungsbedingungen mit schlechten Noten bewertet. Größere Unterschiede innerhalb der vier Hauptwirtschaftsbereiche waren in dieser Hinsicht nicht festzustellen. Tab. 24:  eurteilung der Finanzierungsbedingungen B für Investitionen
sehr gut / gut befriedigend ausreichend mangelhaft / ungenügend Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben 35,7 (27,6) 23,8 (29,2) 11,3 (14,5) 12,6 (17,2) Quelle: Creditreform / IBB

Als „sehr gut“ oder „gut“ bezeichneten vor allem mittlere und größere Unternehmen die aktuellen Finanzierungskonditionen. In den Größenklassen mit mehr als 20 Mitarbeitern war es gut die Hälfte der Befragten. Tab. 25: Beurteilung der Finanzierungsbedingungen nach Unternehmensgröße (Zahl der Beschäftigten)
sehr gut / gut 1 bis 5 6 bis 10 11 bis 20 21 bis 50 51 bis 100 > 100 37,6 (27,1) 40,6 (29,5) 44,9 (30,0) 51,2 (43,6) 54,4 (43,5) 54,9 (57,7) befriedigend 29,0 (33,1) 30,4 (29,9) 29,5 (38,6) 23,4 (34,0) 27,8 (39,1) 25,5 (34,6) ausreichend 15,4 (17,7) 14,3 (18,4) 12,4 (11,4) 11,9 (14,9) 6,3 (4,3) 11,8 (3,8) mangelhaft / ungenügend 18,0 (22,1) 14,8 (22,2) 13,2 (20,0) 13,4 (7,4) 11,4 (13,0) 7,8 (3,8)

Angaben in % der Befragten, () = Vorjahresangaben

Die insgesamt positiven Einschätzungen der Finanzierungsbedingungen zeigen: Der Zugang zu Finanzmitteln ist für den Berliner Mittelstand tendenziell einfacher geworden. Anders als im Vorjahr hat die Mehrzahl diesmal eine positive Wahrnehmung. So berichtete jeder zehnte Befragte (10,2 Prozent) von Vereinfachungen, für knapp die Hälfte der Befragten (45,4 Prozent) hat sich nichts verändert.

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Tab. 26: Wie hat sich der Zugang zu Finanzierungsmitteln gegenüber dem Vorjahr verändert?
ist einfacher geworden ist unverändert ist schwieriger geworden Angaben in % der Befragten, Rest o. A., () = Vorjahresangaben 10,2 (7,2) 45,4 (46,0) 10,4 (14,7) Quelle: Creditreform / IBB

Finanzierungsschwierigkeiten betrafen insbesondere den Umfang der zu stellenden Sicherheiten. Auch wurden Kredite manchmal nicht in der gewünschten Höhe und Laufzeit bewilligt.

4.4	Finanzierungsquellen
Einnahmen aus dem laufenden Geschäft sind für die Berliner Unternehmen weiterhin die Finanzierungsquelle Nr. 1 – stabil nachgefragt werden Bankkredite. Seltener als im Vorjahr werden eingebrachte Eigenmittel zur Unternehmensfinanzierung eingesetzt. Tab. 27: Welche Finanzierungsmittel hat Ihr Unternehmen bisher eingesetzt oder geplant einzusetzen?
Einnahmen aus dem laufenden Geschäft Kredite von Banken eingebrachte Eigenmittel Rücklagen aus Gewinnen öffentliche Fördermittel Bürgschaften Beteiligungskapital Zins- oder Lizenzeinnahmen Angaben in % der Befragten, Mehrfach­ nennungen möglich, () = Vorjahresangaben 81,3 (84,8) 40,7 (40,7) 38,5 (43,4) 35,1 (35,4) 13,1 (13,1) 6,0 (6,1) 3,0 (4,6) 1,0 (1,8) Quelle: Creditreform / IBB

Der Blick in die Wirtschaftsbereiche verdeutlicht einige Unterschiede hinsichtlich der Mittelherkunft bzw. unterschiedliche Entwicklungen gegenüber dem Vorjahr. So waren Bankkredite zur Unternehmensfinanzierung im Handel weniger gefragt als im Vorjahr. Hingegen gab es im Verarbeitenden Gewerbe eine vermehrte Nutzung dieses Instruments. Öffentliche Fördermittel sind vor allem für das Verarbeitende Gewerbe weiterhin eine relevante Finanzquelle – gegenüber dem Vorjahr hat die Bedeutung allerdings leicht nachgelassen. Mehr Verwendung als zuletzt fanden öffentliche Fördergelder hingegen insbesondere im Handel. Im Baugewerbe sorgt die anhaltend gute Geschäftslage für sprudelnde Umsatzerlöse, welche die Unternehmen stärker als im Vorjahr zur Finanzierung einsetzten.

Öffentliche Fördermittel gehen in das Verarbeitende Gewerbe

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Tab. 28: Welche Finanzierungsmittel hat Ihr Unternehmen bisher eingesetzt oder geplant einzusetzen?
Verarb. Gewerbe Einnahmen aus dem laufenden Geschäft Kredite von Banken eingebrachte Eigenmittel Rücklagen aus Gewinnen öffentliche Fördermittel Bürgschaften Beteiligungs­ kapital Zins- oder Lizenzeinnahmen 81,8 (84,8) 40,6 (35,8) 39,9 (41,2) 36,5 (35,8) 22,6 (24,2) 4,7 (4,8) 4,4 (7,9) 0,6 (1,2) Bau 79,5 (77,5) 42,0 (42,0) 35,2 (39,6) 36,8 (38,5) 6,2 (7,1) 11,0 (13,6) 1,4 (1,8) 0,2 (0,0) Handel 80,3 (82,6) 41,3 (45,1) 46,2 (44,6) 31,5 (32,9) 11,1 (8,5) 6,2 (4,7) 1,3 (1,4) 0,7 (2,8) Dienstleistungen 82,6 (88,4) 39,7 (39,9) 36,7 (45,0) 35,0 (35,3) 14,0 (13,4) 3,6 (4,5) 4,0 (6,0) 1,6 (2,2)

Angaben in % der Befragten, Mehrfach­ nennungen möglich, () = Vorjahresangaben

Quelle: Creditreform / IBB

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5	Zusammenfassung
Berlin befindet sich weiterhin in einem kräftigen Wirtschaftsboom. Nahezu zwei Drittel der von Creditreform und der IBB befragten Unternehmen aus der Bundeshauptstadt (64,0 Prozent) bezeichneten ihre Geschäftslage als „sehr gut“ bzw. „gut“. Der Anteil der positiven Rückmeldungen lag damit über dem Vorjahreswert (58,0 Prozent). Nur wenige Befragte (2,8 Prozent) waren mit der Geschäftslage überhaupt nicht zufrieden. Sehr positive Stimmungswerte finden sich vor allem im Baugewerbe. Im Dienstleistungssektor hat sich die Geschäftslage deutlich verbessert.

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Das positive Stimmungsbild wird durch die Umsatzentwicklung bestätigt. Die Mehrzahl der Berliner Unternehmen meldete für das abgelaufene Jahr 2014 höhere Umsätze als im Jahr zuvor. So verbuchten 54,7 Prozent – und damit gut jeder zweite Befragte – ein Umsatzplus. Einbußen verzeichneten 14,0 Prozent der Befragten. Die gute Wirtschaftslage ließ auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigen. So beschäftigte jedes dritte Unternehmen (34,7 Prozent) zum Jahresende 2014 mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr. 11,7 Prozent der Befragten hatten in dieser Zeit Personal abgebaut. Der Berliner Mittelstand liefert damit seit Jahren einen stabil positiven Beschäftigungsbeitrag. Viele neue Stellen sind erneut im Dienstleistungssektor sowie bei Unternehmen im Alter von drei bis zehn Jahren entstanden. Der Berliner Mittelstand erwartet offenbar eine Fortsetzung der guten Wirtschaftslage, denn 43,1 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Umsätzen im laufenden Jahr. Dies ist ein ähnlich hoher Wert wie im Vorjahr (44,8 Prozent). Knapp jeder zehnte Befragte (9,3 Prozent) erwartet weniger Umsatz als 2014. Damit ist die Berliner Wirtschaft insgesamt optimistischer als der Bundesdurchschnitt. Nennenswert verschlechtert haben sich die Umsatzerwartungen allerdings im Handel. Der Beschäftigungsaufbau in den Unternehmen dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. 27,2 Prozent der Befragten wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen und so die Belegschaft aufstocken (Vorjahr: 26,7 Prozent). Eine Verkleinerung des Personalbestandes planen 6,8 Prozent der Befragten (Vorjahr: 5,9 Prozent). Im Verarbeitenden Gewerbe haben überdurchschnittlich viele Unternehmen Personalaufstockungen angekündigt. Der Handel ist in dieser Hinsicht deutlich zurückhaltender. Die Berliner Wirtschaft sieht sich zunehmend einem Fachkräftemangel gegenüber. 66,6 Prozent der Befragten bezeichneten es als schwierig, geeignetes Personal zu finden. Die Investitionsbereitschaft im Berliner Mittelstand ist weiter hoch, hat aber leicht nachgelassen. 52,7 Prozent der Befragten planen, zu investieren (Vorjahr: 54,0 Prozent). Eine überdurchschnittliche Investitions­ neigung zeigen erneut die Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Stärker als im Vorjahr sind Erweiterungsinvestitionen gefragt (62,8 Prozent der Unternehmen). Die Berliner Wirtschaft blickt auf eine insgesamt gute Ertragslage zurück. Knapp die Hälfte der Befragten (47,3 Prozent) konnte 2014 Ertrags­ zuwächse verbuchen. Zu Ertragseinbußen kam es bei 18,1 Prozent der Unternehmen. Die weitere Ertragsentwicklung bis zum Jahresende sehen die Unternehmen zuversichtlich.

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Die Eigenkapitalsituation im Mittelstand erwies sich als weitgehend stabil. Der Anteil der eigenkapitalschwachen Unternehmen, die eine Eigenkapitalquote von weniger als 10 Prozent aufweisen, verringerte sich leicht (von 28,2 auf 27,6 Prozent), allerdings sank gleichzeitig auch der Anteil der eigenkapitalstarken Firmen (von 26,7 auf 24,5 Prozent). Vor allem im Handel war dieser Trend ausgeprägt. Die Finanzierungsbedingungen für den Mittelstand sind aktuell günstig. So bewerteten deutlich mehr Unternehmen als im Vorjahr (35,7 statt 27,6 Prozent) die Finanzierungskonditionen mit den Noten „sehr gut“ bzw. „gut“. Die positive Einschätzung ist auch darauf zurückzuführen, dass der Zugang zu Finanzmitteln den Einschätzungen der Unternehmen nach einfacher geworden ist. Wohl auch aufgrund der derzeit günstigen Finanzierungsmöglichkeiten ist im Mittelstand der Bankkredit nach den Einnahmen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb zur zweitwichtigsten Quelle der Unternehmensfinanzierung aufgestiegen. 40,7 Prozent der Befragten nutzten Kredite. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe war eine verstärkte Inanspruchnahme festzustellen.

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6	 Fokus 2015: Im Wie inno­ ativ sind die v Berliner Unternehmen?
6.1	 ast die Hälfte der Unternehmen hat im F letzten Jahr Innovationen umgesetzt
Mit 49,1 Prozent gab fast die Hälfte der Berliner Unternehmen an, innerhalb des letzten Jahres neue Produkte, Angebote oder Verfahren eingeführt und damit Innovationen umgesetzt zu haben. Innerhalb der letzten drei Jahre waren es sogar mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen, während fast 17 Prozent der Unternehmen angaben, keine Innovationen einzuführen, oder die Messlatte für diesen Begriff so hoch anlegten, dass sie die sicherlich eingeführten Neuerungen nicht als Innovationen bezeichneten.

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Tab. 29: Wann haben Sie zuletzt neue Produkte/Angebote oder Verfahren (Innovationen) eingeführt?
Verarb. Gewerbe im letzten Jahr innerhalb der letzten 3 Jahre innerhalb der letzten 5 Jahre früher gar nicht 52,8 18,6 8,2 5,7 10,1 Bau 38,7 24,0 4,8 4,6 24,2 Handel 59,0 18,7 5,6 3,3 8,5 Dienstleistungen 49,0 21,8 5,2 3,2 18,3 alle 49,1 21,2 5,7 4,0 16,6

Angaben in % der Befragten

Quelle: Creditreform / IBB

Dabei dürfte der Begriff „Innovation“ in den einzelnen Wirtschaftszweigen unterschiedlich interpretiert werden, so dass ein Vergleich der Ergebnisse zwischen diesen Bereichen nur bedingt zu empfehlen ist (siehe Tab. 29). So kann eine Erweiterung des Sortiments oder die Einführung einer neuen Produktgruppe bzw. die Aufnahme einer neuen Marke im Handel bereits als Innovation gesehen werden, während im Verarbeitenden Gewerbe oder auf dem Bau erst aufwendigere Neuerungen bei den Produkten oder Verfahrensumstellungen als Innovation gelten dürften. Abb. 7: Anteil der Unternehmen, die die Einführung von Innovationen als sehr wichtig oder wichtig für den Erfolg ihres Unternehmens bezeichnen
alle Verarb. Gewerbe Handel Dienstleistungen Bau 60 65 70 71,7 75 80 85 90 74,7 77,3 83,3 85,2

Angaben in % der Befragten

Quelle: Creditreform / IBB

Insgesamt geben gut drei Viertel der befragten Unternehmen an, dass Innovationen wichtig für ihren Unternehmenserfolg sind, während fast ein Fünftel aller Unternehmen (19,4 Prozent) Innovationen als unwichtig bezeichnet. Die gleiche Tendenz zeigt sich in den Wirtschaftsbereichen bei der Frage, welcher Bereich der Innovationen die größte Bedeutung hat, obgleich auch hier Spezifika sichtbar werden. Mit großem Abstand werden neue Produkte und Angebote als am wichtigsten beurteilt, während

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Neuerungen in der Organisation oder beim Personal sogar als noch wichtiger angesehen werden als neue Produktionsverfahren, denen erwartungsgemäß im Verarbeitenden Gewerbe die größte Bedeutung zugesprochen wird. Auffällig ist die relativ große Bedeutung von Neuerungen in der Organisation und beim Personal im Dienstleistungsbereich. Tab. 30: Welche Neuerungen/Veränderungen (Innovationen) haben für Sie die größte Bedeutung?
Verarb. Gewerbe neue Produkte / Angebote neue Produktions­ verfahren Neuerungen bei Organisation / Personal neue Vertriebswege Angaben in % der Befragten 57,9 12,6 15,4 6,0 Bau 50,2 8,4 25,3 4,6 Handel 68,2 0,7 13,4 10,2 Dienstleistungen 46,6 3,3 31,9 7,0 alle 53,2 5,8 24,2 6,8

Quelle: Creditreform / IBB

Langfristiger Erhalt der Kon­ kurrenzfähigkeit ist größter Inno­ vationstreiber

Der langfristige Erhalt der Konkurrenzfähigkeit sowie die Anpassung an geänderte Kundenwünsche und an den technischen Fortschritt sind in allen Bereichen die wichtigsten Innovationstreiber. Der Ausbau von Marktanteilen veranlasst Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel überdurchschnittlich oft zu Innovationen, während der Preis- und Kostendruck weniger als ein Fünftel der Unternehmen zu Innovationen bewegt. Tab. 31: Wodurch wurden Sie zur Einführung neuer Produkte/ Angebote/Verfahren (Innovationen) veranlasst?
Verarb. Gewerbe Erhalt der Konkurrenzfähigkeit geänderte Kundenwünsche technischer Fortschritt Wettbewerbsdruck Ausbau von Marktanteilen Kostendruck Preisdruck Sonstiges 56,6 46,5 46,9 36,5 39,9 22,6 17,9 6,3 Bau 45,0 37,0 43,6 26,7 19,6 20,3 19,6 6,8 Handel 53,4 52,1 31,8 39,3 37,7 17,4 17,7 7,9 Dienstleistungen 47,7 40,2 33,8 29,5 28,4 15,8 11,7 8,4 alle 49,6 42,6 38,2 31,7 29,9 18,4 15,8 7,5

Angaben in % der Befragten, Mehrfachnennungen möglich

Quelle: Creditreform / IBB

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Im kleinteiligen Berliner Mittelstand – die rechnerische Durchschnittsgröße der befragten Unternehmen lag in der aktuellen Befragung bei 18 Mitarbeitern – ist die Einführung von Innovationen fast zwangsläufig Chefsache. Ohne wesentliche Abweichungen zwischen den Wirtschaftsbereichen geben ca. 84 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Geschäftsleitung für Innovationen zuständig sei. Hingegen liegen alle anderen Nennungen unterhalb der Fünfprozenthürde, wobei Verbesserungsvorschlägen mit 3,6 Prozent eine größere Bedeutung zukommt als einer Marketing-/Vertriebsabteilung (1,6 Prozent) oder einer Entwicklungsabteilung (1,1 Prozent), die es in den meisten Unternehmen auch nicht gibt. Hierzu passt, dass fehlende Personalressourcen als das größte Problem bei der Umsetzung von Innovationen gesehen werden. Auch die Finanzierung und die organisatorische Umsetzung werden häufig als Probleme bei der Einführung von Innovationen wahrgenommen, während es an Ideen offenbar kaum mangelt. Abb. 8: Die drei größten Probleme bei der Umsetzung von Innovationen
100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Bau Dienstleistungen Handel Verarb. Gewerbe alle 43,4 26,9 43,3 29,1 21,5 40,3 23,2 27,2 31,5 45,6 28,9 32,1 43,2 28,2 25,8 Personalressourcen organisatorische Umsetzung Finanzierung

Die Einführung von Innovationen ist beim Berliner Mittelstand Chefsache

Fehlende Personalressourcen sind größter Engpass bei der Umsetzung von Innovationen

Angaben in % der Befragten, Mehrfachnennungen möglich

Quelle: Creditreform / IBB

Obwohl durchweg mehr als zwei Fünftel der befragten Unternehmen fehlende Personalressourcen als das größte Problem bei der Umsetzung von Innovationen bezeichnen, geben lediglich 37 Prozent der Unternehmen an, hierfür externe Unterstützung zu benötigen, während 53 Prozent dies als unwichtig benennen. Mit Abstand wichtigste Berater bei der Einführung von Innovationen sind mit 47 Prozent die Geschäftspartner, während Innovationsberater, Hochschulen und andere Institutionen keine wesentliche Rolle spielen.

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15 Prozent der Unternehmen haben in der Vergangenheit bereits versucht, für ihre Entwicklungen einen Patentschutz, ein Gebrauchs- oder Geschmacksmuster zu erlangen; im Verarbeitenden Gewerbe ist es ein Viertel aller Unternehmen. Abb. 9: Anteil der Unternehmen, die bereits einen Patentschutz, ein Gebrauchs- oder Geschmacksmuster beantragt haben
30 25 20 15 10 5 0 6,2 Bau Dienstleistungen Handel Verarb. Gewerbe alle 14,8 16,4 25,5

14,9

Angaben in % der Befragten

Quelle: Creditreform / IBB

Mit 18 Prozent der befragten Unternehmen liegt das Verarbeitende Gewerbe auch hinsichtlich der Beteiligung an einem Innovationswettbewerb vorn. Abb. 10: Anteil der Unternehmen, die sich bereits an einem Innovationswettbewerb beteiligt haben oder sich das vorstellen könnten
20 16 12 8 4 0 Bau Dienstleistungen 8,2 12,5 17,9

11,3 6,2 Handel Industrie alle

Angaben in % der Befragten

Quelle: Creditreform / IBB

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6.2 Innovationen in der Berliner Industrie und bei den unternehmensnahen Dienstleistungen
Im Vergleich mit den anderen Hauptwirtschaftsbereichen (Bau, Handel und Dienstleistungen) spielen Innovationen im Verarbeitenden Gewerbe eine überdurchschnittlich wichtige Rolle. Der Anteil der Unternehmen, die regelmäßig Innovationen umsetzen und diese als wichtig oder sehr wichtig für ihren Unternehmenserfolg bewerten, ist hier deutlich höher. Wir wollen deshalb die wichtigsten Industriezweige – Chemie, Elektrotechnik und Maschinenbau – sowie die unternehmensnahen Dienstleistungen etwas genauer betrachten. Mit 66,7 Prozent haben genau zwei Drittel der Unternehmen im Maschinenbau innerhalb des letzten Jahres Innovationen eingeführt. Dies liegt deutlich über dem Durchschnitt aller Unternehmen (49,1 Prozent) und auch des Industriedurchschnitts (52,8 Prozent). Innovationen sind im Maschinenbau offenbar sehr viel häufiger als in den anderen Bereichen ein kontinuierlicher Prozess, der regelmäßig umgesetzt wird. Abb. 11: Anteil der Unternehmen, die die Einführung von Innovationen als wichtig oder sehr wichtig für ihren Unternehmenserfolg bezeichnen
88 86 84 82 80 78 76 74 Chemie Elektrotech. Maschinenbau unternehmensnahe Dienstl. 79,4 84,2 82,3 86,7 Industriedurchschnitt: 83,3

Angaben in % der Befragten

Quelle: Creditreform / IBB

Auch in den genannten Industriezweigen spielt die Einführung neuer Produkte und Angebote beim Thema „Innovation“ die mit Abstand wichtigste Rolle, während neuen Produktionsverfahren in der Chemie und im Maschinenbau eine überdurchschnittliche Bedeutung zukommt.

Öffentliche Fördermittel gehen in das Verarbeitende Gewerbe

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Tab. 32: Welche Neuerungen/Veränderungen (Innovationen) haben für Sie die größte Bedeutung?
Verarb. Gewerbe neue Produkte / Angebote neue Produktionsverfahren Neuerungen bei Organisation / Personal neue Vertriebswege 57,9 12,6 15,4 6,0 Maschinenbau 60,0 17,8 11,1 6,7 Elektrotechnik 60,4 4,2 25,0 5,2 unternehmensnahe Dienstleistungen 49,4 3,9 34,3 5,6

Chemie

68,4 15,8 0,0 0,0

Angaben in % der Befragten

Quelle: Creditreform / IBB

In fast allen Industriebereichen ist der langfristige Erhalt der Konkurrenzfähigkeit der wichtigste Innovationstreiber. Lediglich in der Elektrotechnik hat die Anpassung an den technischen Fortschritt eine noch größere Bedeutung. Auffällig ist, dass geänderte Kundenwünsche Unternehmen im Maschinenbau doppelt so häufig zu Innovationen veranlassen wie Unternehmen der Chemischen Industrie und dass dort auch der technische Fortschritt nur relativ selten Innovationen hervorruft. Dem Preis- oder Kostendruck als Innovationstreiber kommt im Verarbeitenden Gewerbe generell eine etwas größere Bedeutung als in den anderen Bereichen zu. Innerhalb der drei Industriebereiche ist dessen Bedeutung im Maschinenbau am größten. Tab. 33: Wodurch wurden Sie zur Einführung neuer Produkte/ Angebote/Verfahren (Innovationen) veranlasst?
Verarb. Gewerbe Erhalt der Konkurrenzfähigkeit geänderte Kundenwünsche technischer Fortschritt Wettbewerbsdruck Ausbau von Marktanteilen Kostendruck Preisdruck Sonstiges 56,6 46,5 46,9 36,5 39,9 22,6 17,9 6,3 Maschinenbau 66,7 62,2 53,3 37,8 46,7 22,2 20,0 11,1 Elektrotechnik 59,4 44,8 65,6 29,2 42,7 19,8 15,6 6,3 unternehmensnahe Dienstleistungen 47,2 42,9 33,5 28,8 31,8 12,4 12,0 9,9

Chemie

47,4 31,6 21,1 36,8 31,6 21,1 10,5 5,3

Angaben in % der Befragten, Mehrfachnennungen möglich

Quelle: Creditreform / IBB

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Ein recht unterschiedliches Bild zwischen den Industriebereichen ergibt sich auf die Frage, wo die größten Probleme bei der Umsetzung von Innovationen gesehen werden. Da bei dieser Frage Mehrfachnennungen möglich waren, ergeben sich auch Werte von über 100 Prozent. Insgesamt sehen sich die Unternehmen des Maschinenbaus hier vor die größten Probleme gestellt. Wie in den anderen Industriezweigen auch, sind die fehlenden Personalressourcen das Hauptproblem, aber auch Finanzierungsfragen und technische Probleme sind von überdurchschnittlicher Bedeutung. Bei der Elektrotechnik fällt vor allem die große Bedeutung fehlender Personalressourcen ins Auge, bei der Chemischen Industrie die insgesamt sehr zurückhaltenden Problembenennungen, wobei technische Probleme und die Umsetzungsprozesse hier überdurchschnittlich oft genannt werden. Abb. 12: Die Problemfelder bei der Umsetzung von Innovationen
Ideenfindung, Know-how Personalressourcen Industrie unternehmensnahe Dienstl. Maschinenbau 8,8 10,7
4,4

Finanzierung Umsetzungsprozesse 28,9 45,6 43,8 28,9

organisatorische Umsetzung technische Probleme 7,9 11,3 7,3 12,9 51,1 57,3 8,9 7,3 10,4 15,6

32,1 22,3 40,0 24,0 26,3 10,5 27,1 15,8

31,8

Elektrotechnik 8,3 Chemie

10,5

21,1 Quelle: Creditreform / IBB

Angaben in % der Befragten, Mehrfachnennungen möglich

Insgesamt bezeichnen 44 Prozent der Industrieunternehmen eine externe Unterstützung bei der Einführung von Innovationen als „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Im Bereich des Maschinenbaus sind es sogar mehr als 53 Prozent, in der Elektrotechnik hingegen nur gut 37 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Maschinenbauer wünschen sich externe Unterstützung bei der Einführung von Innovationen

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Abb. 13: Prozentsatz der Unternehmen, die eine externe Unterstützung bei der Einführung von Innovationen als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ bezeichnen
60 50 40 30 20 10 0 Chemie Elektrotechnik Machinenbau unternehmensnahe Dienstl. Industrie 42,1 53,4 40,4 44,0

37,5

Angaben in % der Befragten

Quelle: Creditreform / IBB

Auch Schutzrechte haben im Maschinenbau die größte Bedeutung. 40 Prozent der Maschinenbauer geben an, bereits einmal ein Patent, ein Gebrauchs- oder ein Geschmacksmuster angemeldet zu haben. Der Durchschnitt aller Industriebetriebe liegt hier bei lediglich 25,5 Prozent. Auch das Interesse an der Teilnahme an einem Innovationswettbewerb ist mit 24 Prozent bei den Maschinenbauern am größten, während lediglich 11 Prozent der Chemieunternehmen Interesse dafür aufbringen und der Industriedurchschnitt bei dieser Frage bei 18 Prozent liegt.

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7	 Basis der Untersuchung
Die vorliegende Untersuchung schließt sich der vorherrschenden wissenschaftlichen Lehre an, die eine Definition des Mittelstandes auf die Mitarbeiterzahl abstellt (nicht mehr als 249 Beschäftigte) und eine Umsatzgröße von nicht mehr als 50 Mio. Euro zulässt. Entscheidend für die Definition kleiner und mittlerer Unternehmen ist darüber hinaus die „Personaleinheit“ von Geschäftsführer und Inhaber. Befragungszeitraum war April 2015. Die Stichprobendaten wurden gemäß der Wirtschaftsstruktur Berlins hochgerechnet. Tab. 34: Anzahl der befragten Unternehmen
Verarbeitendes Gewerbe Bau Handel Dienstleistungen Gesamt 318 438 305 728 1.789

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Tab. 35: Hauptsitz des Unternehmens
Charlottenburg Friedrichshain Hellersdorf Hohenschönhausen Köpenick Kreuzberg Lichtenberg Marzahn Mitte Neukölln Pankow Prenzlauer Berg Reinickendorf Schöneberg Spandau Steglitz Tempelhof Tiergarten Treptow Wedding Weißensee Wilmersdorf Zehlendorf Angaben in % der Befragten, Rest nicht Berlin 7,7 2,1 1,7 0,9 4,1 3,2 2,7 2,4 5,1 4,4 2,7 1,9 5,8 3,9 3,6 3,3 5,4 1,6 2,9 1,4 1,3 2,9 2,2 Quelle: Creditreform / IBB

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Tab. 36: Anzahl der Beschäftigten
1 – 5 Personen 6 – 10 Personen 11 – 20 Personen 21 – 50 Personen 51 – 100 Personen 101 – 250 Personen über 250 Personen Angaben in % der Befragten, Rest o. A. 37,2 24,8 15,6 12,5 4,9 2,0 1,1

Tab. 37: Alter des Unternehmens
bis 1 Jahr 1 – 2 Jahre 2 – 3 Jahre 3 – 4 Jahre 4 – 5 Jahre 5 – 10 Jahre 10 – 25 Jahre über 25 Jahre Angaben in % der Befragten, Rest o. A. 0,1 1,1 2,9 2,9 3,5 15,4 48,0 24,1

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Verantwortlich für den Inhalt:
Creditreform Wirtschaftsforschung Hellersbergstr. 12, D - 41460 Neuss Michael Bretz (m.bretz@verband.creditreform.de) Telefon: +49 (0) 2131 109-171 Telefax: +49 (0) 2131 109-176 www.creditreform.de Creditreform Berlin Wolfram KG Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. 1, D - 10787 Berlin Hans-Ulrich Fitz (H.Fitz@berlin.creditreform.de) Telefon: +49 (0) 30 - 21294-380 Telefax: +49 (0) 30 - 21294-115 www.creditreform-berlin.de Investitionsbank Berlin Bundesallee 210, D - 10719 Berlin Uwe Sachs (Uwe.Sachs@ibb.de) Hartmut Mertens (Hartmut.Mertens@ibb.de) Telefon: +49 (0) 30 2125-2950 Telefax: +49 (0) 30 2125-2902 www.ibb.de

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