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Full text: Vitako intern Issue 2019,2

APRIL NR. 2 | 2019 VITAKO INTERN LIEBE LESER INNEN UND LESER , wir möchten Ihnen in den nächsten Ausgaben unseres E-Magazin die drei neuen Vorstandsmitglieder bei Vitako in Form eines Interviews vorstellen. Den Anfang macht Sören Kuhn, Geschäftsführer der GKD Recklinghausen und Gastgeber der Anfang April dort stattfindenden Mitgliederversammlung. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Schon jetzt ist die Vitako-Geschäftsstelle mit der Organisation des Zukunftskongresses 2019 befasst, der in diesem Jahr etwas früher vom 27. - 29. Mai in Berlin stattfindet. Vitako ist wie immer Partner des Kongresses, mit eigenem Messestand und vielen Beiträgen im Kongressprogramm präsent. Darüber hinaus berichten wir vom IT-Planungsratskongress in Lübeck und von der Saarbrückener Regionalkonferenz. In der Rubrik „Aus der Branche“ finden sich spannende Berichte von Vitako-Mitgliedern. So ist Leipzig einen wichtigen Schritt bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) gegangen: Als erste sächsische Kommune bietet die Stadt Verwaltungsleistungen online über ein Bürgerportal an. ekom21 hat ein Standesamtsportal in Hessen gestartet, vom krz Lemgo wird der erfolgreiche Start von Amtshilfe.net vermeldet und Citeq und das KRZN verkünden eine strategische Partnerschaft. THEMEN DATA DRIVEN GOVERNMENT Kurzstudie des NEGZ IM GESPRÄCH Sören Kuhn, Vorstandsmitglied bei Vitako UMSETZUNG OZG Bericht vom IT-Planungsratskongress MUT ZUR VERÄNDERUNG Bericht über die Regionalkonferenz Saarbrücken MODELLPROJEKTE FÜR SMART CITIES BMI startet Aufruf NEUE HANDLUNGSFELDER Zukunftskongress 2019 VORREITER LEIPZIG Services für das Bürgerportal VOLLSTRECKUNG ONLINE krz entwickelt bundesweite elektronische Amtshilfe OZG IN HESSEN › Standesamtsportal ist online Wir wünschen eine interessante Lektüre, Ihr Vitako-Team 1 THEMEN Data Driven Government regio iT und das Berliner Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft legen Kurzstudie vor › Die Vorstellung, für die Beantragung einer Verwaltungsdienstleistung nicht mehr persönlich bei einer Behörde vorsprechen zu müssen, ist nicht mehr neu. Wesentliches Ziel aller E-Government-Bemühungen war und ist es, zeit- und ortsunabhängige Verwaltungsdienstleistungen mittels digitaler Technologien zu ermöglichen. Das E-Government-Gesetz des Bundes aus dem Jahr 2013 verfolgt laut Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) das Ziel, die elektronische Kommunikation mit der Verwaltung zu erleichtern und einfachere, nutzerfreundlichere und effizientere elektronische Verwaltungsdienste anzubieten. Eine vom Nationalen E-Government-Kompetenzzentrum (NEGZ) geförderte Kurzstudie der regio iT und des Berliner Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft geht demgegenüber einer neueren, innovativeren Fragestellung nach. Unter dem Stichwort „Data Driven Government“ wird untersucht, welche Potenziale eine datenbasierte Verwaltung hat. Verbunden damit ist die Vorstellung, dass dem Bürger auf Basis seiner der Verwaltung bekannten Daten Verwaltungsdienstleistungen proaktiv und mittels digitaler Technologie angeboten werden. Ein Paradigmenwechsel in der Verwaltung, mithin auch die Infragestellung bisheriger Verfahrensregeln, ginge damit einher. INTERN Nr. 2 | 2019 Die Autoren der Studie legen dar, dass datenbasiertes Verwaltungshandeln eine neue Dimension modernen staatlichen Handelns eröffnen kann. Dem Staat aus verschiedenen Zusammenhängen bekannte Datenbestände können unter Achtung der individuellen Datensouveränität der Bürger so miteinander verknüpft werden, dass neue Leistungen und Services generiert werden. So ist es beispiels… datenba- weise denkbar, dass der Staat, siertes Verwal- der spätestens mit Ausstellung der standesamtlichen Geburtsurkuntungshandeln de Kenntnis von der Geburt eines bedeutet einen Kindes erhält, eigeninitiativ weitere Schritte etwa zur Bewilligung und Paradigmen- Auszahlung von Kinder- oder Elwechsel in der terngeld in Gang setzt. Erforderlich hierfür ist freilich, dass die in Verwaltung... der Bundesrepublik Deutschland auf eine Vielzahl verschiedener Register verteilten Informationen zusammengeführt werden und dass dies auf Basis höchster IT-Sicherheit und unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorgaben geschieht. Die Studie arbeitet heraus, dass eine datenbasierte Verwaltung enorme Effizienzsteigerungen und Verbesserungen mit sich bringen kann. Sie kann einerseits dazu beitragen, dass Masseverfahren, die typische Lebenslagen mit repetetiven Ver- 2 THEMEN fahrensschritten enthalten, zügiger und weniger fehleranfällig verlaufen. Andererseits kann sie einen Beitrag zu materieller Gerechtigkeit leisten, wenn und soweit Betroffene in herkömmlichen Verwaltungsverfahren etwa durch einen falsch oder gar irrtümlich nicht gestellten Antrag Nachteile oder Einbußen hinzunehmen gehabt hätten. DATENBASIERTE VERWALTUNG VERLANGT MANAGEMENT DER ABLÄUFE Notwendig für die datenbasierte Verwaltung ist freilich ein entsprechendes Management-System. Hier bietet sich als IT-basierte Lösung ein zentrales Dashboard an, das die Kommunikationsbeziehungen zwischen Bürgerschaft und Verwaltung anbietet und darüber hinaus einer Person die Möglichkeit einräumt, den Zugriff auf ihre Stammdaten zu regeln beziehungsweise berechtigte Zugriffe nachzuvollziehen. Die Verwaltung kann insoweit dezentral auf Daten zugreifen, ohne dafür – wie bisher – parallele Strukturen in Form von Datensilos bereitstellen zu müssen. Stehen wiederkehrende Verwaltungsdienstleistungen in Rede – etwa bei befristet erteilten Bewohnerparkausweisen oder sonstigen Berechtigungen – kommt als Instrument der datenbasierten Verwaltung ein Abonnement-Modell in Betracht. Hierbei würden in Fällen, in denen die Inanspruchnahme einer wiederkehrenden Leistung typisch ist, nicht erneut fehleranfällige und zeitaufwändige Eingaben von Primärdaten (Name, Adresse, ggf. Aktenzeichen) notwendig. Vielmehr könnten durch einen automatisierten, aber gleichzeitig nicht minder transparenten Prozess Synergien gehoben und Ressourcen geschont werden; dies sowohl auf Seiten des Bürgers als auch auf Seiten der Verwaltung. gleichsam nicht weniger individualschützende Auslegungen der datenschutzrechtlichen Bestimmungen möglich sind. Dem IT-Sicherheitsrecht muss vor diesem Hintergrund die Aufgabe zukommen, nicht nur die Sicherheit der verwendeten Produkte und IT-Verfahren zu garantieren, sondern ganzheitlich die gesamte Organisation einschließlich der Sphäre des Bürgers sicherheitstechnisch zu optimieren. Das Verwaltungsverfahrensrecht steht derweil vor der Aufgabe, auf die Dateninfrastruktur der Verwaltung einzuwirken, um insbesondere Grundprinzipien der Datenhaltung zu formulieren. Fraglich werden vor dem Hintergrund einer datenbasierten Verwaltung die in vielen Fachgesetzen enthalten Antragserfordernisse. Der Antrag (als mitunter für die Verfahrenseinleitung obligatorischer Parameter) hat sich vor diesem Hintergrund einer Debatte über seine Notwendigkeit beziehungsweise seine zukunftsgerichtete Ausgestaltung zu stellen. STUDIE Benjamin Fadavian / Dina Franzen-Paustenbach / Dieter Rehfeld / Michael Schmitt / Dirk Schweikart / Christian Djeffal: Data Driven Government, Kurzstudie, herausgegeben und gefördert von dem Nationalen E-GovernmentKompetenzzentrum (NEGZ). DOI: 10.30418/2626-6032.2019.04 Link (PDF) AUTOR: BENJAMIN FADAVIAN, REGIO IT ARCHITEKTURMODELLE IN ENTWICKLUNG Darüber hinaus setzt sich die Studie mit informationstechnologischen Architekturüberlegungen einer datenbasierten Verwaltung auseinander. Zwar müssten Anwendungen der datenbasierten Verwaltung nicht bei Null beginnen. Als zu überwindende Hürde erweist sich jedoch der Umstand, dass noch keine elaborierten, durchgängig standardisierten Vorgaben für Schnittstellen der Fachverfahren existieren. Diese jedoch sind zwingend erforderlich, um eine effiziente Umsetzung und Anbindung vornehmen zu können. Eine erste Beleuchtung erfahren überdies die juristischen Aspekte einer datenbasierten Verwaltung. Die betroffenen Rechtsgebiete und Kodifikationen – das Datenschutzrecht, das IT-Sicherheitsrecht, die E-Government-Gesetze, das Online-Zugangsgesetz und insbesondere das Verwaltungsverfahrensrecht – erfahren eine erste Analyse, inwieweit sie Grund, Grenze und Gestaltung einer datenbasierten Verwaltung darstellen. Dabei prüft die Studie die jeweiligen Gesetzeswerke exemplarisch daraufhin ab, inwieweit sie Festlegungen oder Regulierungen für die datenbasierte Verwaltung enthalten und wie sich diesbezügliche Anwendungen und Services in den vorhandenen legislativen Kanon einfügen lassen. Mit Blick auf das Datenschutzrecht bringt die Studie Argumentationsstränge ins Spiel, mit deren Hilfe progressive und INTERN Nr. 2 | 2019 3 INTERVIEW „Die Verwaltung muss attraktiv bleiben“ Im Gespräch: Sören Kuhn, Vorstandsmitglied bei Vitako › „Vitako intern“ stellt an dieser Stelle regelmäßig „neue Köpfe“ aus der Vitako-Mitgliedschaft vor, meistens sind dies neue Geschäftsführer nach einem Wechsel in der Führungsetage. In dieser und den nächsten Ausgaben stellen wir Ihnen drei im vergangenen Jahr in den Vorstand gewählte Mitglieder vor und befragen sie nach ihren Erwartungen und ersten Erfahrungen mit der Vorstandsarbeit. Den Anfang macht Sören Kuhn, Geschäftsführer der GKD Recklinghausen, der auch Gastgeber der Vitako-Mitgliederversammlung Anfang April ist. Herr Kuhn, Sie sind auf der Mitgliederversammlung im November letzten Jahres in den Vitako-Vorstand gewählt worden. Was hat Sie bewogen, in den Vitako-Vorstand zu gehen? In erster Linie habe ich mich bei den Mitgliedern um einen Vorstandsposten beworben, da ich die Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen Ebenen insbesondere im Thema Digitalisierung für hochspannend und auch für weiter optimierbar halte. Zudem bin ich ja „hauptberuflich“ Geschäftsführer bei einem eher kleinen Vitako-Mitglied und finde, dass das eine wertvolle Perspektive für die Vorstandsarbeit ist – ohne es dabei für ein überlegenes Konzept zu halten. Wie haben Sie die ersten Monate Vorstandsarbeit wahrgenommen und was sind Ihre Prioritäten? In erster Linie war es bisher neben dem eigentlichen Job bei der GKD Recklinghausen ganz gut zu bewältigen – da hatte ich vorher etwas Sorge. Wie erwartet, hat die intensivere Befassung mit einigen Themen wirklich Spaß gemacht, und ich hoffe, dass ich auch zunehmend gute Beiträge zur Vorstandsarbeit leisten kann. Die Arbeitsatmosphäre in den Vorstands-videokonferenzen habe ich als sehr konzentriert erlebt, auch wenn natürlich nicht alle von Anfang an der gleichen Meinung sind. Was die Prioritäten für die Vorstandsarbeit angeht, würde ich gerne mithelfen, die Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen Ebenen ein bisschen zu verbessern. Herausforderungen wie „Digitale Souveränität“ werden wir mit mehr Einigkeit besser in den Griff bekommen. Mindestens mit Blick auf die kommunalen Spitzenverbände hoffe ich hier auf weitere Fortschritte in der Zusammenarbeit. Mit welchen Herausforderungen beschäftigen Sie sich gegenwärtig in Ihrem Unternehmen und ist dies typisch für die Region? Wir sind gerade mit einigen großen Themen für einen kleinen Zweckverband unterwegs. Da ist zum einen das vom Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW) geförderte Serviceportalprojekt mit Fokus auf Unternehmer in der Emscher-Lippe Region und zum anderen die Umsetzung digitaler Aktenführung für das kommunale Jobcenter des Kreises Recklinghausen mit rund 1.000 Mitarbeitern an 16 Standorten INTERN Nr. 2 | 2019 in diesem Jahr. Die Bestrebungen eine BSI-Grundschutzzertifizierung zu erreichen, werden wir weiter fortführen und hoffentlich im nächsten Jahr eine erste Zertifizierung erhalten. Zudem wird der Support für Schulen zunehmend zu einem Thema in dem wir uns engagieren sollen und wollen. Diese Herausforderungen sind so oder so ähnlich wohl auch überregional vorhanden. Welche Prioritäten setzen Sie bei der Digitalisierung? In dem Thema Online-Dienstleistungen sind wir durch das Förderprojekt des MWIDE NRW vor allem mit dem Fokus auf Dienstleistungen für Unternehmen befasst. Das Ganze zusammen mit 13 Gebietskörperschaften, zwei weiteren Rechenzentren und einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Den Gedanken, den Standort „Emscher-Lippe“, der heute schon viel zu bieten hat, dadurch noch attraktiver zu machen finde ich nach wie vor gut. In welchem Ausmaß sind Sie von Fachkräftemangel und der veränderten Arbeitswelt durch die Digitalisierung betroffen? Das Fachkräftereservoir ist einer der wichtigsten Standortfaktoren des Ruhrgebietes. Zahlreiche Universitäten und Fachhochschulen und eben auch eine hohe Bevölkerungsdichte sind hier ein echter Pluspunkt. Hochspezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kriegen aber auch wir derzeit nur schlecht im Rahmen des TVöD. Die „veränderte Arbeitswelt durch die Digitalisierung“ wollen wir als kommunale IT-Dienstleister doch aktiv mitgestalten. Das ist in erster Linie kein Schreckgespenst das da auf die Menschheit losgelassen worden ist, sondern doch auch für viele eine Erleichterung der täglichen Arbeit und gerade bei jungen Menschen sogar Teil des persönlichen Erwartungshorizontes. Die teilweise Automation insbesondere von wiederkehrenden Aufgaben ist gut um zukünftig als Verwaltung attraktiv zu bleiben. FRAGEN: HELMUT MERSCHMANN, VITAKO 4 VERANSTALTUNGEN Umsetzung des OZG im Visier Bericht vom Kongress des IT-Planungsrates 2019 in Lübeck › Am 12. und 13. März 2019 fand in der Hansestadt Lübeck der jährliche Fachkongress des IT-Planungsrates statt. Jan Phillipp Albrecht, Digitalisierungsminister des Landes Schleswig-Holstein und Hans-Henning Lühr, Vorsitzender des IT-Planungsrates, begrüßten die über 700 Teilnehmer. Bei Vorträgen und in Workshops tauschten sich die Anwesenden über aktuelle Themen rund um die Digitalisierung aus. Auch neben dem offiziellen Programm wurde das Forum für zahlreiche Gespräche und Diskussionen genutzt. Insbesondere stand dabei die Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG) im Vordergrund und ist aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und rege diskutiert worden. Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen informierten über die Fortschritte und die weiteren Umsetzungspläne in den einzelnen Themenfeldern. Der IT-Planungsrat hatte im vergangenen Jahr die an Lebenslagen orientierten Themenfelder in die Verantwortung einzelner Bundesländern gestellt. Insgesamt war der Tenor dabei optimistisch, dass die Umsetzung der 575 Leistungen sich auf einem guten Weg befände. Gleichzeitig soll aber auch mehr Transparenz geschaffen werden. Vertreter des Bundesinnenministeriums kündigten an, möglichst bald eine Online-Übersicht zum aktuellen Sachstand in den einzelnen Themenfeldern verfügbar zu machen. Außerdem sollen Hinweise zu nötigen Rechtsänderung über eine Art Ticketsystem eingereicht werden können. Darüber hinaus wurde von vielen Rednern auch immer wieder betont, dass die Zusammenarbeit zwischen den föderalen Ebenen und besonders mit den Kommunen weiter verstärkt werden muss. DIGITALE SOUVERÄNITÄT Neben dem OZG waren unter anderem der Datenschutz und die digitale Souveränität wichtiges Thema, bei dem auch das Zusammenwirken mit der Informationssicherheit diskutiert wurde. Auch Vi- INTERN Nr. 2 | 2019 tako-Mitglieder brachten sich mit Beiträgen ein. Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport und Vorstandsmitglied bei Vitako, stellte in seinem Vortrag über digitale Souveränität die besondere Rolle der IT-Dienstleister bei der Wahrung dieses Prinzips heraus. Dr. Christine Zoppke und Henning Elbe, ebenfalls von Dataport, zeigten unter dem Schlagwort Green IT auf, wie ein Rechenzentrum möglichst energieeffizient gestaltet werden kann und welche Möglichkeiten bestehen, auch bei der Beschaffung im IT-Bereich für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Tino Eilenberger vom ITDZ Berlin gab Einblicke in die Funktionsweise des Virtuellen Bürger-Service-Assistenten, eines Chatbots, der Nutzer im Online-Portal der Berliner Verwaltung bei der Suche nach Informationen und Dienstleistungen zur Seite steht. Der Vorsitzende des IT-Planungsrats und Staatsrat bei der Bremer Senatorin für Finanzen, Hans-Henning Lühr, bei der Eröffnung des 7. Fachkongresses des IT-Planungsrats am 12. März in Lübeck.(Foto: ©jankonitzki.com) UMSETZUNG VON KI Im Bereich Künstliche Intelligenz wurde einerseits Grundlagenwissen vermittelt, andererseits aber auch die technische Umsetzung einzelner Projekte demonstriert. Prof. Dr. Thomas Franke und André Gode zeigten auf, in welchen Anwendungsbereichen die tatsächlichen Stärken von KI liegen und was bei der Gestaltung solcher Systeme zu beachten ist. Immer wieder richteten sie dabei auch Fragen zu Verständnis und zukünftigen Erwartungen an das Publikum. Stefan Bregenzer vom Bundesfinanzministerium stellte sein in Eigenarbeit entwickeltes KI-Projekt vor, mit dem E-Mails aus dem Behördenpostfach automatisch an die zuständigen Empfänger weiterverteilt werden. Er erläuterte, wie er einen Deep-Learning-Algorithmus darauf trainierte die E-Mails zu analysieren und welche Tools dafür zum Einsatz kamen. Weitere Vorträge und Workshops behandelten die IT-Sicherheit und die Blockchain-Technologie. Außerdem wurden die Digitalisierung in der Stadt und auf dem Land sowie die Personalsituation in der digitalen Verwaltung in verschiedenen Workshops in den Blick genommen. Zum Schluss übergab SchleswigHolstein symbolisch den Staffelstab an Sachsen-Anhalt, wo der Kongress im nächsten Jahr am 25. und 26. März in Halle an der Saale stattfinden wird. AUTOR: DANIEL SIEBERATH, VITAKO 5 VERANSTALTUNGEN Mut zur Veränderung Regionalkonferenz Saarbrücken zur Verwaltungsdigitalisierung › Am 21. März 2019 fand in Saarbrücken die zweite Regionalkonferenz zur Verwaltungsdigitalisierung im Zuge des Online-Zugangsgesetzes (OZG) statt, die Vitako zusammen mit der Staatskanzlei des Saarlandes organisiert hat. Staatssekretär und CIO des Saarlandes, Prof. Dr. Ulli Meyer, übernahm die Begrüßung und stellte die Digitalisierungsstrategie seines Bundeslandes vor. Das Saarland verfolgt eine DigitalisierungsGesamt-Strategie, die alle wichtigen Player auf Landes- und kommunaler Seite einbezieht wie das IT-Innovationszentrum und das IT-Dienstleistungszentrum des Saarlandes, die IT-Referenten der Ressorts, den CIO genauso wie den Zweckverband egoSaar. Ebenenübergreifendes Gremium der Zusammenarbeit ist der IT-Kooperationsrat. Vor Jahren hätte die Devise gegolten, wenn von IT nichts zu hören war, sei alles gut verlaufen. Dies habe sich, so Meyer, in den letzten drei Jahren deutlich verändert. Welche wichtige Rolle die IT für die Modernisierung der Verwaltung spiele, sei nunmehr klar sichtbar und gegenwärtig. Meyer stellte die saarländischen Masterprojekte der Digitalisierung vor, allen voran die Umsetzung des OnlineZugangsgesetzes, Portalverbund und Servicekonto, E-Akte und das digitale Landesamt. Beim OZG ist das Saarland an den Themenfeldern Familie & Kind sowie Bauen & Wohnen beteiligt. Das Land will dabei eng mit den Kommunen kooperieren und stellt ihnen die für die Umsetzung des OZG erforderlichen Basiskomponenten (Portal, Servicekonto, E-Payment) zur Verfügung. Das Portal „Bürgerdienste-Saar“ soll in diesem Zuge zu einem gemeinsamen Serviceportal weiterentwickelt werden. Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, referierte über „Digitalisierung als strategisches Umbauprojekt in Kommunen“. Digitalisierung bedeute ein völlig neues Ökosystem für Kommunen, wofür eine geeignete Strategie notwendig sei. Obwohl 90 Prozent aller Kommunen große Chancen in der Digitalisierung er- INTERN Nr. 2 | 2019 kennen, haben ebenfalls 90 Prozent sich noch keine konkreten Gedanken über die Umsetzung gemacht. Vor allem die Geschwindigkeit der Veränderungen, der notwendige Kulturwandel und das „mitzunehmende“ Personal bildeten dabei große Herausforderungen. Handschuh sprach sich dabei für „kleine und knackige“ Projekte anstelle von komplexen Masterplänen aus. BINNENDIGITALISIERUNG ERFOLGREICH Paul Maurer, Ministerialdirigent im saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, brachte Beispiele für die Binnendigitalisierung in der Landesverwaltung. So ist die Online-Antragstellung im Schwerbehindertenverfahren (schweb.net) im Saarland möglich. Für dieses Verfahren sind digitale Akte und Vernetzung mit anderen Verfahrensbeteiligten bisher nicht realsiert. Allerdings gab es bei insgesamt 21.670 Anträgen jährlich lediglich 23 Anträge, die online eingereicht worden sind. Maurer sprach sich dafür aus, dass umgebaut werden muss, was keine ausreichende Akzeptanz findet. Beim Bundeselterngeld (BEEG online) ist das Saarland gemeinsam mit Bayern Vorreiter. Für dieses Verfahren ist der Gesamtablauf digitalisiert. Neben der Onlineantragstellung gehören dazu die integrierte Bescheiderteilung und die DMS-Einbindung – also die digitale Akte. Es kann sogar der Verfahrensstand digital abgefragt werden, auch das Widerspruchsverfahren ist online abwickelbar! DIE ROLLE DER KOMMUNALEN IT-DIENSTLEISTER Lars Greifzu, Mitglied der Geschäftsleitung der Lecos GmbH, die langjähriges Vitako-Mitglied ist, sprach über die Rolle der kommunalen IT-Dienstleister bei der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes. Dabei stellte er heraus, dass bei der Breite der zu digitalisierenden Prozesse nur ein koordiniertes Vorgehen Erfolg versprechen wird. Jene Kommunen, die sich aktiv beteiligen können und wollen, müssen mit den kommunalen IT-Dienstleistern gemeinsam Lösungen schaffen, die den Digitalisierungsbedarf aller Kommunen in einem Land decken können. Dabei wird es ohne schrittweise Vereinheitlichung der Prozesse und IT-Landschaft nicht gehen. Greifzu schilderte die Situation in Sachsen: In der OZG-Werkstatt arbeiten die Kommunalen Spitzenverbände, die SAKD, die kommunalen IT-Dienstleister und einige Kommunen kontinuierlich zusammen. Prozessspezifisch werden Bürger, Wirtschaft, Verfahrenshersteller einbezogen. Resultat sind produktionsreife Lösungen, deren Funktionsumfang und Integrationstiefe in Schritten ausgebaut werden. Wichtige Lösungselemente sind die „Basiskomponenten“ Serviceportal und Bezahl- und Authentifizierungsdienste, die das Land Sachsen bereitstellt. Greifzu berichtete zudem, dass die Lösungen in der Regel zentral betrieben werden, beispielsweise die Basiskomponenten im Rechenzentrum des Landes und kommunale Fachverfahren im Rechenzentrum der Lecos, also beim kommunalen IT-Dienstleister. Diese Rollenverteilung gewährleistet auch das Ausrollen der Lösungen in die Fläche und den stabilen Betrieb. Arbeiten im „stillen Kämmerlein“ zähle aber nicht! Schon vor dem Start müssen Informationen für alle Kommunen bereitgestellt werden, besonders jene, die mangels Größe, Kapazität und vielleicht auch Know-how nicht aktiv an der Lösungsentwicklung mitwirken können. Anhand des Beispiels der Gästetaxe der Stadt Leipzig illustrierte Lars Greifzu, was die Digitalisierung im Zuge des OZG konkret bedeutet: Der Prozess ist von Beginn an vollständig digital abgebildet, von der Meldung der Übernachtungen durch die Beherbergungsbetriebe bis zur Verbuchung im Finanzwesen. Die konkreten Beispiele aus der Praxis fanden beim saarländischen Publikum großen Anklang, und man konnte den Eindruck gewinnen, dass das Interesse an der Mitgestaltung der Digitalisierung größer geworden ist. AUTOR: HELMUT MERSCHMANN, VITAKO 6 AUS DER GESCHÄFTSSTELLE Den Wandel in die Spur bringen Die Major-Cities-of-Europe-Jahreskonferenz findet in Venedig statt › Mit dem Slogan „Channeling Change - Digital Cities in a changing world“ lädt Major Cities of Europe – das Netzwerk von IT-Experten aus europäischen Städten – zum Jahrestreffen nach Venedig ein. Der Kongress findet vom 13. – 14. Juni 2019 statt. So historisch die Lagunenstadt auch erscheinen mag, so modern ist sie in ihrer digitalen Infrastruktur. IT-Experten aus Venedig sind seit Jahren Gast beim MCE-Jahrenkongress und haben stets von spannenden Projekten berichtet, beispielsweise einem vorbildlichen Ticketsystem mit NFC-Chip für den örtlichen Nahverkehr zu Lande und zu Wasser, das gut funktioniert und leicht bedienbar ist. In diesem Jahr ist Venedig Gastgeberstadt des MCE-Kongresses und will ein neues digitales Stadtinformationssystem vorstellen. Bereits angekündigt haben sich des Weiteren, Liona Shechter, CIO von Tel Aviv, Isabella Mader vom Excellence Institute Österreich, Norbert Weidinger, CIO der Stadt Wien, Jörn Riedel aus Hamburg sowie Dieter Rehfeld vom Vitako-Mitglied regio iT, der eine Diskussion über Blockchain und Künstliche Intelligenz veranstalten und leiten wird. 2010 trat Vitako als Gastgeber auf, im letzten Jahr fand der Kongress in Leipzig statt. Anmeldungen für 2019 können jetzt vorgenommen werden. Zur Anmeldung Modellprojekte für Smart Cities BMI startet Aufruf für Modellprojekte › Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat einen Aufruf zur Einreichung von Modellprojekten für Smart Cities veröffentlicht. Zudem wird auch die Dialogplattform „Smart Cities“ fortgeführt. Hiermit sollen Städte und Gemeinden bei der digitalen Modernisierung und Entwicklung zu Smart Cities aktiv begleitet werden. Ziel der Modellprojekte ist die Suche und Umsetzung beispielhafter Lösungen im Bereich der Digitalisierung. Dabei geht es einerseits um neue technologische Lösungen für bekannte stadtentwicklungspolitische Aufgaben, andererseits um Lösungen für neue zentrale Herausforderungen des technologischen Wandels. Die Förderung erfolgt in zwei Phasen: Zuerst wird die Entwicklung kommunaler und fachübergreifender Strategien zur Gestaltung der Digitalisierung geför- INTERN Nr. 2 | 2019 dert. Dann soll sich die Umsetzung der Strategien anschließen. Kommunen, die bereits eine Strategie entwickelt haben, können unmittelbar mit der Umsetzung beginnen, sofern die geplanten Maßnahmen mit den Leitlinien und Handlungsempfehlungen der Smart-City-Charta in Einklang stehen. RATSBESCHLUSS ERFORDERLICH Die geförderten Strategien und Konzepte müssen von Beginn an darauf ausgerichtet sein, durch einen Ratsbeschluss Verbindlichkeit zu erlangen. Eine Förderung von Maßnahmen und Investitionen zur Umsetzung sind nur bei Strategien oder Konzepten möglich, die vom Stadt- oder Gemeinderat beschlossen wurden. Die Modellprojekte werden durch den Bund über die KfW befristetet gefördert. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren in vier Staffeln rund 50 Modellprojekte mit circa 750 Millionen Euro gefördert werden. Für die erste Staffel mit rund zehn Modellprojekten stehen im Bundeshaushalt 2019 rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. Kommunen erhalten für die förderfähigen Kosten Zuschüsse in Höhe von 65 Prozent oder bis zu 90 Prozent im Falle kommunaler Haushaltsnotlage. Ab dem 29. März 2019 steht eine Website mit weiteren Informationen und einem Rückfragepool zur Verfügung. Fragen zur Auslobung sind dort für alle transparent eingestellt. Antragsteller können sich online bis zum 17. Mai 2019 bewerben. Die Auswahl der Modellprojekte wird auf Basis von Fachgutachten von einer Expertenjury durch vergleichende Bewertung am 1. Juli 2019 getroffen. Eine Auftaktveranstaltung der Modellprojekte ist für September 2019 im Rahmen des 13. Bundeskongresses Nationale Stadtentwicklungspolitik in Stuttgart vorgesehen. Weitere Infos: Link 7 AUS DER GESCHÄFTSSTELLE Neue Handlungsfelder Zukunftskongress Staat & Verwaltung am 27.-29. Mai in Berlin › Unter dem Motto „Deutschland und Europa erfolgreicher und lebenswerter machen!“ startet vom 27. bis 29. Mai 2019 der Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin. Seit 2013 findet die „Leitveranstaltung des Public Sectors für Digitalen Wandel“ unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern, Bau und Heimat im Berlin Congress Center am Alexanderplatz statt. Vitako ist seit 2013 Partner des Zukunftskongresses. Digitalisierung und Globalisierung zeitigen in allen Bereichen des Alltags umfangreiche Veränderungen. Heute werden Dinge in Echtzeit erledigt, die früher Stunden, Tage oder Wochen in Anspruch nahmen. Die Digitalisierung verändert die Kommunikation, die Mobilität und das gesellschaftliche Miteinander. Daher ist der Staat selbst als Akteur gefordert, der sich der Geschwindigkeit dieser Veränderungen stellt und möglichst keine digitale Lücke zwischen den Entwicklungen in der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor entstehen lässt. Auf dem Zukunftskongress werden diese Themen wie in jedem Jahr von hochkarätigen Experten diskutiert. Unterschiedlichste Programmformate wie Plenen, Zukunftsforen, interaktive Veranstaltungen und Best-Practice-Dialoge stehen dafür zur Verfügung. Eine „Arena der Lösungen“ sowie das zentrale Networking auf den Ausstellungsfläches sind weitere klassische Programmbestandteile. Vitako wird wie in jedem Jahr einen eigenen Messestand mit Cocktail-Bar betreiben und lädt alle Kongressbesucher ein, sich dort über die aktuelle Arbeit der kommunalen IT-Dienstleister zu informieren. ZUKUNFT DER RECHENZENTREN Das bislang bekannte Programm setzt verschiedene Schwerpunkte und „Handlungsfelder“: IT-Governance, Umsetzung des OZG, Zukunft der Arbeit im öffentlichen Sektor, Innovationsmanagement und die Öffentliche IT-Landschaft der Zukunft. Letztere umfasst die Zukunft der öffentlichen Rechenzentren und will – unter Teilnahme der kommunalen IT-Dienstleister – Strategien, Strukturen, Technologien und die IT- und Dienstekonsolidierung diskutieren. Außerdem ist ein eID-Forum geplant, das den Schutz und die Gestaltung sicherer digitaler INTERN Nr. 2 | 2019 Identitäten und Transaktionen thematisieren will. Als Keynote-Speaker haben sich angekündigt Bundesinnenminister Horst Seehofer mit einem Impuls über „Starke Strukturen für Staat und Verwaltung“, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil spricht zur Digitalisierung der Arbeitswelt, und auch viele Landesminister und Staatssekretäre finden sich im Programm. VITAKO-VERANSTALTUNGEN Vitako ist mit drei Veranstaltungen auf dem Zukunftskongress vertreten. Auf einer Fachkonferenz zum Thema „Digitale Souveränität“ soll diskutiert werden, welche (industriepolitischen) Maßnahmen ergriffen werden können, um mittelfristig das digitale Arbeiten zu realisieren und zu mehr Datensouveränität zu gelangen. Ein Best-Practice-Dialog fragt nach dem Zuschnitt und dem Mehrwert der FITKO (Föderale IT-Kooperation) für die Digitalisierung. Die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) soll die Handlungs- und politisch-strategische Steuerungsfähigkeit des IT-Planungsrats stärken und ihre Dienstsitz in Frankfurt am Main haben. Ein weiterer Best-Practice-Dialog zum Thema IT-Sicherheit behandelt die Notwendigkeit stärkerer föderaler Zusammenarbeit bei der Abwehr von Cyberangriffen. Darüber hinaus bringen sich viele Vitako-Mitglieder im Kongressprogramm zu den verschiedensten Themen ein. Auf der Vitako-Website werden in Kürze mehr Informationen hierzu bereitgestellt. 8 NEUES AUS DEN FACHARBEITSGRUPPEN Blockchain as a Service Projektgruppe Blockchain diskutiert die Gründung einer Genossenschaft › Im Vorfeld der nationalen Blockchain-Strategie, die die Bundesregierung im Sommer vorlegen will, entwickelt die Projektgruppe Blockchain bei Vitako weitere Anwendungsszenarien. Am 7. Februar kam die Vitako-Projektgruppe Blockchain auf Einladung vom LVR Infokom in Köln zusammen und diskutierte Neuigkeiten im Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie. Dabei ist die Idee einer „Blockchain-Genossenschaft“ entstanden, die Angebote für den kommunalen Raum in Form von Blockchain as a Service (BaaS) entwickeln will. Inwieweit dies in Form einer zu gründenden Genossenschaft oder unter dem Dach von ProVitako stattfinden soll, ist noch offen. Den Vorstellungen zufolge soll eine BaaS-Infrastruktur entstehen, die Anwendungen sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Sektor entwickelt und anbietet. Im Zuge europäischer Zielsetzungen und der Entwicklung einer nationalen Blockchain-Strategie könnte eine solche BaaS-Infrastruktur einen guten Beitrag für den Durchbruch der Technologie leisten. Nach Auffassung der Vitako-Projektgruppe müssen Anwendungeszenarien für den öffentlichen Bereich indessen einen echten Mehrwert bieten. Derweil tut sich in vielen der BundesArbeitsgemeinschaft angeschlossenen Mitgliedshäusern bereits eine Menge. An der gemeinsamen Arbeit an einem auf Blockchain basierenden FührerscheinFachverfahren beteiligen sich KDO, regio iT, AKDB und ITEOS. Die Idee ist aufgekommen, auf einem Hackathon mit Technikern aus dem Vitako-Netzwerk weitere Anwendungen auszuprobieren und real zu progammieren. Nach Auskunft von regio iT hat der Autovermieter Sixt Interesse an einem Piloten für das Fahrerlaubnisszenario angemeldet. Dies setze aber voraus, dass die Führerscheinstellen einbezogen werden, um einen durchgängi- gen Workflow einzurichten. ITEOS prüft den Use-Case einer Authentifizierung mittels Blockchain, davon ausgehend, dass ID-Management ein zukunftsträchtiges Feld ist. Beim ID-Management will regio iT auf Lösungen von Jolocom und Sovereign setzen, deren Lösung SelfSovereign-Identity (SSI) auf der Sitzung vorgestellt wurde und auch für kommunale Anwendungen denkbar ist. Die Projektgruppe hat dies intensiv diskutiert. Fragen nach der Kontrolle von Zugängen zu Identitäten und wie sich diese sicher verwalten lassen, müssen erst noch beantwortet werden. Die Gruppe sprach sich auch dafür aus der European Blockchain Partnership beizutreten. Unterdessen hat regio-iT-Chef Dieter Rehfeld ein Govchain-Blog gestartet, wo die aktuellen Diskussionen nachvollzogen werden. AUTOR: RALF RESCH, VITAKO Testphase verlassen Sitzung der Facharbeitsgruppe E-Government › Am 19. und 20. März trafen sich die Mitglieder der FAG E-Government in Berlin. Karl Klein, Leiter der Facharbeitsgruppe, und Ralf Resch, Geschäftsführer von Vitako, begrüßten Frank-Rüdiger Srocke und Björn Bünzow vom Bundesinnenministerium (BMI) als Gastreferenten. In ihrem Vortrag gaben diese Einblicke in den aktuellen Stand und die Planungen beim Portalverbund, beim Unternehmenskonto und bei der Umsetzung der OZG-Leistungen. Für den Portalverbund wurde ein Onlinegateway als Pilotprojekt entwickelt, das noch in diesem Jahr die Testphase verlassen soll und an das dann der Bund und alle Länder angeschlossen werden. Dieses Ziel soll bis Ende 2020 erreicht werden. Der IT-Planungsrat hat ein Koordinierungsprojekt INTERN Nr. 2 | 2019 zum Thema Unternehmenskonten eingesetzt mit der Aufgabe, Vor- und Nachteile von Zentralität und Interoperabilität zu erarbeiten. Die Projektgruppe eID-Strategie soll außerdem fachliche Anforderungen für Unternehmenskonten festlegen. Zur Umsetzung der OZG-Leistungen sind 30 Digitalisierungslabore geplant. Für alle Leistungen sollen FIM-Bausteine und Prozessbeschreibungen entwickelt werden, die dann allen Ländern zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. Mit Hilfe von Steckbriefen zu den jeweiligen Verwaltungsleistungen sollen dann Umsetzungsprojekte entstehen. VERKNÜPFUNG DER REGISTER Die Vitako-Geschäftsstelle berichtete über die Gespräche mit dem BMI zu den Verhandlungen der Konditionenverträge sowie zur Registermodernisierung. Aus diesen geht hervor, dass der Select-PlusVertrag um drei Jahre verlängert wird, beim Enterprise-Agreement wurde allerdings noch keine Einigung erzielt. Das BMi beabsichtig zur Registermodernisierung eine Verknüpfung der bestehenden dezentralen Register und die Entwicklung eines zentralen Identifiers. Die FAG diskutierte außerdem das Zusammenspiel zwischen E-Akte und den Fachverfahren. Karl Klein (ITEOS) informierte die Mitglieder zur Änderungen der PSI-Richtlinie der EU und Christian Drews (Governikus) analysierte die EU-Verordnung zum Free Flow of Data. Das nächste Treffen wird am 19. und 20. November 2019 stattfinden. AUTOR: DANIEL SIEBERATH, VITAKO 9 MELDUNGEN › ZUGFERD 2.0 Der hybride E-Rechnung-Standard ZUGFeRD ist in der neuen Version 2.0 veröffentlicht worden. Das Format ist für den Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung und Verbrauchern geeignet. ZUGFeRD 2.0 ist eine Weiterentwicklung des bereits bewährten Standards ZUGFeRD 1.0, der im Sinne der Richtline 2014/55/EU und der Europäischen Norm EN 16931 im Juni 2017 vom Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) erarbeitet wurde. Überdies gab es bei der Entwicklung enge Abstimmungen mit dem französischen Standard Factur-X 1.0, mit dem ZUGFeRD 2.0 technisch identisch ist. Der hybride ZUGFeRD-Standard richtet sich auch an kleinere und mittelständische E-Rechnung-„Anfänger“, die bisher vor elektronischer Rechnungsübermittlung zurückschreckten. Mehr Infos: hier Konditionenverträge mit Microsoft Verlängerung bis 2022 ausgehandelt › Am 15. März 2019, haben sich Microsoft und das Bundesinnenministerium (BMI) über die Verlängerung des Select Plus-Vertrages bis zum 31. Mai 2022 geeinigt. Die Konditionen bleiben unverändert. Angepasst wurden lediglich die Regelungen zur Laufzeit der Software Assurance (SA). Vitako ist am 18. März 2019 über den aktuellen Sachstand der Verhandlungen zu den Konditionenverträgen zwischen Microsoft und dem BMI unterrichtet worden. Hintergrund ist, dass der Konzernvertrag (Enterprise Agreement, EA) und der Select Plus-Vertrag zum 31. Mai 2019 auslaufen und dementsprechend eines Neuabschlusses beziehungsweise einer Verlängerung bedurften. Der Mi- crosoft Business- und Service-Vertrag läuft unbefristet, aber auch dieser Vertrag ist Verhandlungsgegenstand. Über eine Verlängerung des Konzernvertrages (Enterprise Agreement, EA) und die mögliche Anpassung des Microsoft Business und Service-Vertrages (MBSA) wird weiter verhandelt. Eine Einigung zu EA und MBSA wurde noch nicht erzielt. STELLENMARKT Attraktive Jobs und Ausbildungsberufe bei öffentlichen IT-Dienstleistern iStock.com/Sritakoset www.vitako.de / karriere INTERN Nr. 2 | 2019 10 AUS DER BRANCHE Leipzig übernimmt Vorreiterrolle Lecos entwickelt Services für das Bürgerportal › Leipzig ist einen ersten wichtigen Schritt bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) gegangen. Als erste sächsische Kommune bietet die Stadt Verwaltungsleistungen online über ein Bürgerportal an. Das Vitako-Mitglied Lecos GmbH hat erste Services für das Portal entwickelt und integriert. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Vereine in der Stadt Leipzig können Verwaltungsleistungen künftig online über ein Bürgerportal in Anspruch nehmen – anwenderfreundlich, vollkommen unabhängig von Ort und Zeit, ganz ohne Wartezeiten und zusätzliche Wege. Die Kommune nimmt damit – in enger Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatsregierung – eine Vorreiterrolle im Freistaat ein und bietet als erste sächsische Stadt Leistungen auf dem neuen Bürgerportal an. Das Portal wurde nach erfolgreichem Test Mitte Februar offiziell durch Ulrich Hörning, Bürgermeister und Beigeordneter für Allgemeine Verwaltung, und Torsten Bonew, Bürgermeister und Beigeordneter für Finanzen, freigeschaltet. ERSTE SERVICES ONLINE Zunächst stehen zwei von der Lecos GmbH in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband KISA entwickelte Services zur Verfügung. So können Hotels, Ferienwohnungen und andere Objekte zur Unterbringung von Gästen online für die Gästetaxe angemeldet und monatlich abgerechnet werden. Bürgern steht die Möglichkeit der bequemen OnlineAbforderung von Personenstandsurkunden für Geburt, Sterbefälle, Ehe und Lebenspartnerschaft zur Verfügung. Weitere werden zeitnah folgen, etwa die Services „Anwohnerparken“ und „Anträge für die Sondernutzungen im öffentlichen Raum“. Bei der Entwicklung der Leistungen wurde und wird eng mit den eigentlichen Nutzern zusammengearbeitet. So gab es beispielsweise einen intensiven Kontakt und Austausch mit den Leipziger Hoteliers für die Leistung zur Gästetaxe. „Mit dem Serviceportal macht die Leipziger Stadtverwaltung einen gro- INTERN Nr. 2 | 2019 Seit Februar 2019 können die Leipzigerinnen und Leipziger erste Verwaltungsleistungen über ein Serviceportal nutzen. (Bild: Lecos) ßen Schritt in … viele Richtung MoVerwaltungsdernisierung und Digitalisievorschriften rung”, erläutert Verwaltungs- können so bebürgermeister schleunigt und Ulrich Hörning. vereinfacht „Zukünftig können viele städtiwerden... sche Dienstleistungen bequem von zuhause erledigt werden, und das absolut sicher und einfach. Davon profitieren nicht nur die Leipziger Bürgerinnen und Bürger. Auch viele Verwaltungsvorgänge können so beschleunigt und vereinfacht werden. Die Stadt Leipzig und der Freistaat Sachsen arbeiten gemeinsam mit ihren Partnern daran, die Funktionen rund um das Serviceportal zügig auszubauen, um weitere Services anbieten zu können.” EINFACHE REGISTRIERUNG Das für die Nutzung des Portals erforderliche Servicekonto ist schnell angelegt – mit einer einfachen Registrierung von Bürger oder Organisationen mittels Benutzername und Passwort. Diese Da- ten werden für die wiederholte Nutzung gespeichert. Dem Servicekonto zugehörig sind ein Postfach sowie ein Dokumentensafe, in dem persönliche Dokumente abgelegt werden können. Das Konto wird auch als Zugang zu dem bundesweiten Portalverbund dienen. Einrichtung und Nutzung sind freiwillig. Basis für die Online-Bereitstellung der Verwaltungsleistungen der Stadt Leipzig ist die Anbindung an das Serviceportal des Freistaates Sachsen „Amt24“. Die neuen Online-Verwaltungsservices ergänzen die bekannten Informationen sowie den bereits etablierten Behördenfinder unter https://amt24.sachsen.de. Weiterhin wird über einen Link der Zugang von den Fachamtsseiten der Stadt Leipzig möglich sein. Mit dem Servicekonto entsteht für Bürger und Wirtschaft ein einheitlicher, digitaler Ansprech-partner für den Umgang mit der Verwaltung – ein wichtiger Schritt in Richtung digitale Verwaltung der Zukunft. AUTORIN: MANUELA KASPAR, LECOS 11 AUS DER BRANCHE Reiter und Angler dürfen sich freuen citkoOutdoor verwaltet die Beantragung von Jagd- und Angelscheinen › Mit dem Softwarepaket citkoOutdoor bietet die Südwestfalen IT – SIT (aus der Fusion zwischen der KDZ Westfalen-Süd und Citkomm hervorgegangen) eine moderne und vielseitige Softwarelösung. Die Aktivitäten in den Bereichen Waffen, Sprengstoff, Jagd, Fischerei und Reitabgabe/Reitkennzeichen sind ohne viel Aufwand zu verwalten. de bei der Jagdscheinverwaltung. Auch der Einsatz in der Jagdrevierverwaltung wird dort derzeit vorbereitet. Das Modul Fischereiverwaltung erleichtert die Planung und Organisation der Fischerprüfung. Die Fischereischeinverwaltung hilft bei der anschließenden Erteilung der Fischereischeine. Gute Zeiten für Angler also! citkoOutdoor besteht aus verschiedenen Modulen. Diese lassen sich abhängig von den örtlichen Zuständigkeiten zwischen einzelnen Behörden bedarfsgerecht kombinieren. Durch die weitgehend intuitive Benutzerführung in Web-Dialogen ist der Schulungs- und Betreuungsaufwand gering. Darüber hinaus ermöglicht die Browser-Anwendung einen unaufwändigen Betrieb. Die Kombination aus Einfachheit und Funktionalität konnte auch die Städte Wuppertal und Mülheim überzeugen. Seit 2017 beziehungsweise 2018 kommt die Software in den beiden Ruhrmetropolen zum Einsatz. citkoOutdoor unterstützt bei der Stadt Wuppertal die Untere Jagdbehör- Auch die Reiter gehören in den beiden Städten zu den Profiteuren der neuen Software, ihre Anliegen können nun schneller bearbeitet werden. Die Erteilung und Verlängerung von Reitkennzeichen wird durch den Einsatz des Moduls Reitabgabe/Reitkennzeichen deutlich vereinfacht. „Wir haben uns für citkoOutdoor entschieden, weil es sich um eine webbasierte Anwendung handelt. Im Hinblick auf die Digitalisierung war uns das wichtig. Mobiles Arbeiten und Telearbeit ist somit für unsere Mitarbeiter möglich. Des Weiteren können wir mit citkoOutdoor unser Hauptgeschäft der Unteren Jagdund Fischereibehörde, sowie die Aufga- INTERN Nr. 2 | 2019 SCHNELLERE BEARBEITUNG be der Unteren Naturschutzbehörde mit den Reitplaketten sicherstellen“, sagt Annika Mehnert vom Ressort Umweltschutz Stadt Wuppertal. LEICHTER EINSTIEG FÜR NEUANWENDER Auch Katja Siric (Abteilung Sicherheit und Ordnung) profitiert seit Mai 2018 vom Einsatz von citkoOutdoor bei der Stadt Mülheim. „Die Benutzerfreundlichkeit der Software hat uns direkt überzeugt. Neuen Anwendern fällt der Einstieg leicht.“ Martin Krengel, Produktmanager der SIT, ist erfreut, dass die Software auch außerhalb des südwestfälischen Verbandsgebietes gut ankommt: „Ich bin überzeugt, dass wir unseren Kunden mit citkoOutdoor ein ausgereiftes und vielseitiges Produkt anbieten können. Die Benutzerfreundlichkeit der Anwendung ist gewiss einer der ausschlaggebenden Punkte für den Einsatz in den Verwaltungen. Aber auch der Bürger profitiert – durch kürzere Wartezeiten.“ AUTORIN: MARAY PAUL, SIT 12 AUS DER BRANCHE Enge Partnerschaft citeq und KRZN arbeiten bei personalwirtschaftlicher Software auf Basis von SAP-HCM zusammen. ITEOS mit an Bord. › Die kommunalen IT-Dienstleister der Stadt Münster citeq und das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein KRZN haben im Februar 2019 ihre enge Zusammenarbeit im Bereich der personalwirtschaftlichen Software SAP-HCM offiziell bekannt gegeben. In einem ersten Schritt haben die Fachteams des KRZN und der citeq mit Unterstützung der ITEOS das bisher vom KRZN eingesetzte Modul Personalabrechnung bereits auf SAP-HCM umgestellt. Die insgesamt mehr als 28.000 Personalfälle konnten die citeq und das KRZN in neun Monaten und damit in einer für solche Projekte sehr kurzen Projektlaufzeit erfolgreich in SAP-Mandanten überführen. Gemeinsam betreiben die beiden Partner ihre Lösung damit nun für Kommunen in NRW mit mehr als 62.000 Personalfällen. Die Zusammenarbeit kommt sowohl dem wirtschaftlichen und sicheren Betrieb als auch der Kundennähe und der Lösungskompetenz zu Gute. Jonas Fischer, Geschäftsleiter des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein (KRZN), Stefan Schoenfelder, Betriebsleiter der citeq, Susanne Diehm, Mitglied der Geschäftsleitung der SAP Deutschland, Dirk Adamy (SAP) und Andreas Pelzner, Mitglied des Vorstands der ITEOS (v.r.n.l.) haben in Münster offiziell die Zusammenarbeit der citeq und des KRZN im Bereich Personalwesen gestartet. (Foto: Presseamt Münster) REGIONALE BERATUNGSTEAMS Die citeq setzt SAP-HCM bereits seit 2010 erfolgreich in verschiedenen Aufgabenfeldern der Personalwirtschaft ein. Spezielle Funktionen für den kommunalen Markt liefert der KommunalMaster Personal der ITEOS aus Stuttgart. „Sowohl mit der SAP und der ITEOS als auch mit dem KRZN verbinden uns bereits seit Jahren enge Partnerschaften. Unsere kommunalen Kunden und Partner profitieren von vielen bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Softwaremodulen in den wichtigen Aufgabenfeldern der Personalwirtschaft und des Datenabgleichs, die aus diesen Partnerschaften hervorgegangen sind“, berichtet Stefan Schoenfelder, Betriebsleiter der citeq. Das kooperative und arbeitsteilige Betriebsmodell wird von einem zentralen technischen Betrieb in Münster und regional agierenden Beratungsteams in Münster und Kamp-Lintfort geprägt. Die Zusammenarbeit spiegelt auch die wachsende Bedeutung der Investitionssicherheit in der Informationstechnik wider. INTERN Nr. 2 | 2019 „Kurze Projektlaufzeiten und langfristige Investitionssicherheit waren die Triebfeder für die ITEOS, um KommunalMaster-Produkte für die Personalwirtschaft und das Rechnungswesen auf SAP-Basis zu ent… kurze Pro- wickeln. Die Entscheijektlaufzeiten dung der ciund langfri- teq und des KRZN für stige Inves- den Komtitionssicher- munalMaster bestäheit sind die tigt unsere Triebfeder... Strategie“, sagt Andreas Pelzner, Mitglied des Vorstands der ITEOS. Susanne Diehm, Leiterin des Geschäftsbereichs Public & Healthcare und Mitglied der Geschäftsleitung der SAP ergänzt: „Die SAP entwickelt ihre personalwirtschaftlichen Lösungen integriert im Rahmen ihrer intelligenten ERP-Softwaresu- ite kontinuierlich weiter. Das KRZN und die citeq sind damit auch im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen bestens aufgestellt.“ NUR NEUN MONATE PROJEKTDAUER „Mich begeistert die Art und Weise wie SAP-HCM und der KommunalMaster Personal der ITEOS uns dabei unterstützen, die Personalabrechnung rechtskonform und komfortabel durchzuführen. Durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit unserer Häuser konnte die Projektdauer auf nur neun Monate begrenzt werden“, bilanziert Jonas Fischer, Geschäftsleiter des KRZN. „Wir freuen uns darauf, die Lösung gemeinsam mit der citeq auch in weiteren Bereichen wie dem Stellen- und Organisationsmanagement auszurollen.“ AUTOR: VOLKER LECHTENBERG, CITEQ 13 AUS DER BRANCHE Vollstreckung online Erfolgreicher Start der bundesweiten elektronischen Amtshilfe-Lösung › Anfang März wurde zwischen dem Kreis Lippe und der Stadt Detmold das erste elektronische Amtshilfeersuchen versendet. Die Verwaltungen in Ostwestfalen-Lippe und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vollstreckungsabteilungen in den Rathäusern freuen sich über den erfolgreichen Start von AMTSHILFE.net. Ab sofort steht diese Möglichkeit den krzVerbandskommunen zur Verfügung. Der erste Produktivgang im Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/ Lippe (krz) in Lemgo stellt einen großen Meilenstein für den bundeseinheitlichen elektronischen Amsthilfeaustausch dar, der nach mehreren Jahren komplexer Entwicklung und intensiver Tests erreicht wurde. Im Rahmen der Produktivsetzung wurde das erste digitale Ersuchen von der Kreisbehörde an die Stadtverwaltung versendet. Michael Held vom Kreis Lippe ist sich sicher: „Da wir häufig Amtshilfeersuchen an die umliegenden Kommunen versenden, profitieren die Empfänger unserer Ersuchen sofort von AMTSHILFE. net.“ „Weil wir diese Ersuchen vollautomatisch in unsere Vollstreckungssoftware eingespielt bekommen“, ergänzt Michael Peuker von der Stadt Detmold. Das Ersuchen ist vollständig in den digitalen Prozess der Vollstreckung eingebettet. Der Vorgang erscheint in der Software des empfangenden Amtes so, als wäre er von einem Kollegen im Büro nebenan abgeschickt worden. Damit erweist sich gerade der Prozess, der oft ganz am Ende eines Verwaltungsverfahrens steht, nämlich die Vollstreckung einer Forderung, als ein Vorreiter der Digitalisierung in den Kommunalverwaltungen. BEITRAG ZUR STEUERGERECHTIGKEIT Deutsche Kommunen stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Amtshilfeersuchen nicht nur einfach auszutauschen, sondern diese in einer effizienteren Art und Weise abzuarbeiten als sich in den letzten Jahren etabliert hat. Die Masse an Schuldnern, die nicht im Einzugsgebiet der eigentlich zuständigen INTERN Nr. 2 | 2019 Am Start: Martin Kroeger (krz, Abteilungsleiter Finanzservice), krz- Projektleiter Timm Mühlenweg, Philipp Wittner (Projektleiter DATA-team) und DATA-team Geschäftsführer Thomas Teschner. Vollstreckungsbehörde liegt, wächst stetig. Neben den eigenen vollstreckungsrelevanten Fällen kommt eine Vielzahl von Ersuchen hinzu, die an andere Kommunen gestellt werden müssen oder die man selbst empfängt. „Dadurch, dass wir das Verfahren so schnell und einfach machen, tragen wir zur Steuergerechtigkeit in Deutschland bei. Vorher waren die Ersuchen mit viel manuellem Aufwand verbunden – nun kann eine Vollstreckung für eine andere Kommune mit so wenig Umständen erfolgen wie für die eigene. In einem anderen Ort zu wohnen, ist kein Ausweg mehr für den Schuldner“, erläutert Thomas Teschner, Geschäftsführer des SoftwareEntwicklers DATA-team. BUNDESWEITE STANDARDS Die AMTSHILFE.net-Lösung wurde gemeinsam von den öffentlich-rechtlichen Partnern krz Lemgo und KDO Oldenburg sowie dem Marktführer für Vollstreckungssoftware DATA-team GmbH aus Leipzig entwickelt. Sie basiert auf einem gemeinsamen IT-System bestehend aus der Server-Komponente, einem zentralen Authority-Server zur Ermittlung der zuständigen Vollstreckungsbehörde, einem Webclient für Vollstreckungsbehörden ohne eigene Vollstreckungsprogramme und einer Webservicekomponente für die Anbindung von Vollstreckungsfachverfahren im XAmtshilfe Standard. Sie kombiniert zudem bundesweite zertifizierte Kommunikationsstandards in nur einer Lösung: XFINANZ 3.1, XAMTSHILFE 1.0, XTA 2.0 und OSCI. Dadurch sind die Anträge auch in andere Vollstreckungslösungen und Finanzverfahren integrierbar. Das krz betreibt die bundesweite zentrale Serverkomponente, in der die automatische Ermittlung und Adressierung der zuständigen Vollstreckungsbehörde vorgenommen wird. „Das krz ist ein Vorreiter in Sachen Datensicherheit. Mit seiner BSI-Zertifizierung ist das Rechenzentrum in Lemgo der ideale Dienstleister für die anderen Rechenzentren und Kommunen, die AMTSHILFE.net einsetzen“, so Teschner. „Als nächster Meilenstein ist der Produktivgang im Mai dieses Jahres mit der KDO in Niedersachsen gesetzt. Weitere Rechenzentren in Baden-Württemberg und Hamburg wollen folgen“, so Teschner. „Mit AMTSHILFE.net gibt es eine Vision: Die gerechte Beitreibung von offenen Steuern und Abgaben wird zukünftig ohne Zeitverlust und ohne manuelle Arbeit im ganzen Bundesland durchgeführt, als hätten alle Kommunen eine gemeinsame Vollstreckungsabteilung. Das ist Digitalisierung“, fügt Martin Kroeger, Abteilungsleiter Finanzservice im krz, hinzu. AUTOR: TIMM MÜHLENWEG, KRZ 14 AUS DER BRANCHE Ausgezeichnet! Lecos zählt zu den besten Arbeitgebern in der ITK-Branche Leipzigs › Die Lecos GmbH ist in den Wettbewerben „Beste Arbeitgeber in der ITK 2019“ (Kategorie 101 bis 500 Mitarbeiter) und „Beste Arbeitgeber in der ITK - Sonderkategorie SYSTEMHÄUSER“ vom Great Place to Work® Institut Deutschland ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde am 19. März 2019 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in den Münchner Highlight Towers vom Great Place to Work®-Institut bekannt gegeben. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die sich in besonderer Weise für die Gestaltung einer vertrauensvollen und mitarbeiterorientierten Kultur der Zusammenarbeit im Unternehmen engagieren und ihren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen bieten. ERFOLGSFAKTOR MENSCH „Wir sind wirklich stolz darauf, dass sich Lecos als kommunales Unternehmen in diesem Wettbewerb gegen die anderen, vorrangig privatwirtschaftlich organisierten Teilnehmer behaupten konnte“, sagt Lecos-Geschäftsführer Peter Kühne. „Die Lecos ist ein großartiger Platz zum Arbeiten, weil sich unsere Mitarbeitenden täglich mit Herzblut und Leidenschaft der IT und der Digitalisierung der Verwaltung widmen. Es ist unsere Aufgabe als Arbeitgeber, ihnen das Umfeld zu schaffen, in welchem sie das können und auch gern tun.“ Peter Kühne betonte, dass die Auszeichnung ein Ansporn sei, auch künftig alles zu tun, um attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Schließlich seien sie ein wichtiger Faktor, um im wachsenden Wettbewerb um junge Talente mithalten können. WERTUNG DER MITARBEITENDEN Bewertungsgrundlage der Wettbewerbe war eine anonyme Befragung der Mitarbeitenden zu zentralen Arbeitsplatzthemen wie Vertrauen in die Führungskräfte, Qualität der Zusammenarbeit, Wertschätzung, Identifikation mit dem Unternehmen, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, Vergütung, Gesundheitsförderung und Work-LifeBalance. Darüber hinaus wurde das INTERN Nr. 2 | 2019 Management zu Maßnahmen und Angeboten in der Personalarbeit befragt. Die Ergebnisse sind in einer Gewichtung von 2:1 in die Gesamtbeurteilung eingeflossen. Die unmittelbare Bewertung der Mitarbeiter stand also im Vordergrund. Als besonders positiv erfahren die Mitarbeitenden von Lecos demnach die besonderen Sozi- Manuela Kaspar, Unternehmenskommunikation, und Roy Barthel, Leiter alleistungen, die Marketing und Vertrieb, von der Lecos GmbH nahmen den Preis in MünBeteiligung der chen entgegen. Belegschaft am Unternehmenserfolg gonomisch ausgestattete Arbeitsplätze, sowie die Maßnahmen im Rahmen Wechselarbeitsplätze mit höhenverstelldes Gesundheitsmanagements sowie baren Tischen, Obstteller, Beratungstage zur Förderung einer ausgeglichenen sowie Impf- und Massageangebote im Work-Life-Balance. Unternehmen. Außerdem nimmt die Belegschaft regelmäßig an gemeinsamen LECOS IST FAMILIENFREUNDLICH sportlichen Aktivitäten teil, zum Beispiel Dank flexibler Arbeitszeitmodelle kön- am jährlichen Leipziger Firmenlauf, an nen Lecos-Mitarbeitende ihre Arbeits- verschiedenen Fußball- und Volleyballzeit unkompliziert an individuelle Bedürf- Turnieren. Sport spielt außerdem bei den nisse anpassen – kurzfristig durch das jährlichen Sommer- und Familienfesten familien- und freizeitfreundliche Gleit- eine Rolle. zeitmodell ohne Kernarbeitszeit oder längerfristig durch Anpassungen der LECOS ÜBERNIMMT SOZIALE Wochenarbeitszeit, etwa für die Pfle- VERANTWORTUNG ge von Familienangehörigen. Familien- Als kommunaler IT-Dienstleister bleibt freundlichkeit spielt für Lecos überhaupt Lecos der eigenen Branche auch im soeine tragende Rolle. Dazu gehören ne- zialen Bereich treu und unterstützt Verben dem Kostenzuschuss für die Krip- eine mit wiederaufbereiteter Technik. pen- und Kindergartenbetreuung des Unzählige Vereine und karitative EinrichMitarbeiternachwuchses auch zusätzli- tungen vom Kindergarten bis zum Seche Kindkrank-Tage, wenn der gesetzli- niorenzentrum, vom Sportclub bis zum che Anspruch aufgebraucht ist, und die Jugendfreizeit-Angebot, vom Projekt in Möglichkeit der Nutzung eines mobilen Äthiopien bis hin zu Schulklassen in der Eltern-Kind-Arbeitsplatzes. Darüber hin- Ukraine konnten bereits bei ihrer Arbeit aus bietet Lecos allen Beschäftigten eine unterstützt werden. Gemeinsam mit den betriebliche Altersvorsorge. Mitarbeitenden wurde entschieden, auf Geburtstagsgeschenke zu verzichten LECOS IST GESUND und das Geld stattdessen an regionale Die Gesundheit der Mitarbeitenden liegt soziale Projekte, wie zum Beispiel ein Lecos am Herzen. Neben einer betrieb- Kinderhospiz oder einen Verein zur Traulichen Krankenversicherung gibt es erbegleitung von Kindern, zu spenden. deshalb weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Dazu gehören erAUTORIN: MANUELA KASPAR, LECOS 15 AUS DER BRANCHE Standesamtsportal in Hessen freigeschaltet ekom21 ist bundesweit Vorreiter beim OZG › Am 8. März 2019 wurde in Hessen das „Standesamtsportal“ freigeschaltet und damit die Voraussetzung geschaffen, dass von den Bürgern in diesem Bereich Leistungen der Kommunalverwaltungen einfach und zu jeder Zeit in Anspruch genommen werden können. Das Land Hessen und die ekom21 sind damit bundesweit die Ersten, die für ein ganzes Handlungsfeld den Kommunen eine einheitliche Plattform anbieten und damit die Anforderungen aus dem Onlinezugangsgesetz (OZG) erfüllen. Die Beantragung von Personenstandsurkunden von zu Hause aus, an sieben Tagen und 24 Stunden am Tag – diesen Service können jetzt alle hessischen Standesämter ihren Bürgerinnen und Bürgern bieten. Dazu gehört beispielsweise die Ausstellung von Geburtsurkunden, Sterbeurkunden, Eheurkunden und Lebenspartnerschaftsurkunden. Gleichzeitig ist es auch möglich, dass Geburtskrankenhäuser die Daten für Geburtsanzeigen oder Bestatter die Daten für Sterbefallanzeigen direkt online dem jeweiligen Standesamt übermitteln. Das spart allen Beteiligten Zeit und beschleunigt und vereinfacht das Verwaltungshandeln mit dem Standesamt erheblich. Der Online-Service für Geburtsund Sterbefallanzeigen der ekom21 wird bereits seit einem Jahr von Städten wie Dortmund und Paderborn eingesetzt. MISSION OZG: ERFÜLLT Die Freischaltung des neuen Portals erfolgt jetzt durch jedes Standesamt, in dem die Verlinkung zum zentralen Antragsservice bei der ekom21 auf die Homepage der jeweiligen Stadt oder Gemeinde eingebunden wird. Diesen Service nutzen bereits auch Standesämter außerhalb Hessens, darunter die Stadt Witten (Nordrhein-Westfalen). Mit der Nutzung dieser Online-Services erfüllen die Hessischen Standesämter bereits jetzt die Anforderungen aus dem Onlinezugangsgesetz (OZG), das im August 2017 in Kraft getreten ist und alle Verwaltungen verpflichtet, bis Ende INTERN Nr. 2 | 2019 Geburtsurkunden, Sterbeurkunden, Eheurkunden und Lebenspartnerschaftsurkunden - all dies zu beantragen, ist in Hessen jetzt online möglich. (Bild: ekom21) 2022 ihre Verwaltungsleistungen auch online anzubieten. Der neuartige Service „Standesamtsportal“ wurde durch die Zusammenarbeit hessischer Standesämter mit dem Verlag … spart al- für Standesamtswesen len Beteiligten als Anbieter Zeit und be- des Fachverfahrens schleunigt und „AutiSta“ und vereinfacht das der ekom21 als Hersteller Verwaltungs- und Betreihandeln... ber des Antragsportals auf der Basis der Digitalisierungsplattform „civento“ möglich. Unterstützt und finanziert wurde die Umsetzung durch das Land Hessen. NUTZERKONTO KOSTENFREI Ein wesentlicher Bestandteil des OZG ist es auch, den Bürgern ein sogenanntes Nutzerkonto zur Verfügung zu stellen. Mit der hessischen Standesamtslösung sind für die Standesämter jetzt auch diese Anforderungen des OZG erfüllt. Das Land Hessen hat ein solches Nutzerkonto für alle hessischen Kommunen kostenfrei zur Verfügung gestellt und jeder Bürger kann sich unentgeltlich ein solches Konto einrichten. Die Registrierung erfolgt auf dem Service Portal des Landes Hessen „service.hessen.de“ und in Verbindung mit den Services auf den Internetseiten der jeweiligen Kommunen. Nutzbar ist dieses Konto für die Bürger jetzt in Verbindung mit den OnlineAnträgen beim Standesamt aber auch bei der Beantragung von Bewohnerparkausweisen und anderen Online-Angeboten bei mehreren Kommunen. Weitere Anwendungen kommen im Rahmen der Umsetzung der weiteren Themenfelder hinzu. So ist die Einrichtung eines Sozialportals vorgesehen, über das die Anträge auf Unterhaltsvorschuss, auf Tagespflege oder die Erstattung von Kitagebühren bei den hessischen Jugendämtern online durchgeführt werden können. AUTOR: STEFAN THOMAS, EKOM21 16 AUS DER BRANCHE Komfortable Bearbeitung der Gewerbedaten Herford setzt als erster Kreis migewa Region beim krz ein › Um eine verbesserte Planungsgrundlage zu haben und seine Vorgänge im Bereich Gewerbe zu beschleunigen und zu koordinieren, setzt der Kreis Herford die Anwendung migewa-Region der Firma naviga ein, die vom Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg / Lippe (krz) betreut wird. Die Lösung führt zu einer effektiven Vernetzung der Gewerbedaten zwischen den kreisangehörigen Kommunen und der Kreisverwaltung. migewa-Region baut im Lemgoer Rechenzentrum eine Gewerbedatenbank mit allen Betrieben und Gewerbetreibenden aus dem Kreisgebiet auf, worauf die Kreisverwaltung zugreift. Durch die Arbeit am gleichen Datenbestand werden Fehlerquellen minimiert und alle Stellen gehen vom gleichen Sachstand aus. Die Informationen können nach unterschiedlichsten Kriterien gefiltert und ausgewertet werden, was der Kreisverwaltung somit eine bürgerfreundliche gewerbliche Weiterentwicklung ermöglicht. Die berechtigten Fachämter haben einen gefilterten Lesezugriff auf freigege- bene Gewerbedaten. Über ein Berechtigungssystem ist sichergestellt, dass alle Datenschutzrichtlinien eingehalten werden. Gleichzeitig hat der Kreis Zugriff auf komfortable und fachspezifische Erlaubnismodule (Modul Bewacher, Modul Prostitution), die den Beschäftigten die Bearbeitung von verwaltungsinternen Vorgängen erleichtern. Das Modul migewa-Anwender Die migewa Regionslösung (Quelle: naviga) ermöglicht zudem durch die Erfassung von Notizen, Hinweisen und setzt. Silke Vahrson-Hildebrand, AmtsTerminen eine bequeme Bearbeitung leiterin für Sicherheit und Ordnung, zeigt und effektive Kommunikation. sich zufrieden: „Die Anforderungen des Das krz sorgt für eine tägliche au- Kreises Herford konnten gemeinsam tomatisierte Aktualisierung der Daten mit dem krz und dem Hersteller naviga zwischen Kreis und Kommunen. Un- kurzfristig erfolgreich umgesetzt werden. ter Berücksichtigung der gesetzlichen Über die weiteren Entwicklungschritte Standards werden die Gewerbedaten wie E-Akte und eine Online-Gewerbeautomatisch über den Kommunikations- anmeldung werden wir uns intern und server IRIS von naviga versendet und mit dem krz abstimmen.“ empfangen. Technisch wurde die Lösung durch AUTOR: INGO FRÖHLICH, KRZ naviga gemeinsam mit dem krz in Abstimmung mit dem Kreis Herford umge- Auf dem Weg zur intelligenten Stadt › Die Digitalisierungsoffensive nimmt Fahrt auf, auch in den Modellkommunen in Ostwestfalen-Lippe. Vorn mit dabei: Die Stadt Delbrück, die mit flächendeckendem LoRaWAN das Internet der Dinge (IoT) in ihre Verwaltungsprozesse einbinden will. In fünf digitalen Modellkommunen erprobt das Land Nordrhein-Westfalen seit 2018 innovative Projekte des E-Governments und der digitalen Stadtentwicklung. Eine dieser Modellkommunen ist die Region Ostwestfalen-Lippe. Beim Ausbau eines funkbasierten IoT-Netzes legte die Stadt Delbrück großen Wert auf Nachhaltigkeit. Zudem sollte das dahingehende Konzept bereits konkrete Anwendungsfälle beinhalten, die Verwaltung, Bürgerinnen INTERN Nr. 2 | 2019 und Bürger, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Dienstleistungsbetriebe gleichermaßen beteiligen. Bei der entsprechenden Ausschreibung hatte die regio iT GmbH mit Sitz in Aachen Ende 2018 die Nase vorn und nahm die Umsetzung direkt in Angriff. Der Weg zur „Smart City“ begann mit der Installation von drei LoRa-WAN-Gateways. Intelligent wird eine Stadt aber erst, wenn durch Vernetzung und Sensorik die unterschiedlichsten Datenströme erfasst, zusammengebracht und analysiert werden – aus Bereichen wie Umwelt, Energie, Verkehr und Sicherheit. Das ist nicht nur wirtschaftlich, sondern sorgt auch an vielen Stellen für neuartige Transparenz. Möglich machen dies unter anderem Smart Energy-Lösungen wie „e2watch“, die Energieeffizienz-Lösung der regio iT zur Visualisierung von Energieverbräuchen und Sensorwerten. In Delbrück wird man über das neue IoT-Netz künftig den Grundwasserpegel messen, Energiemonitoring betreiben und das Glatteis überwachen. Auch soll die neue Vernetzung dabei helfen, Gebäudeauslastungen auszuwerten sowie Kleinkläranlagen, Regenrückhaltebecken und Grundwasser zu kontrollieren und somit besser steuern zu können. Dabei soll die Skalierbarkeit einzelner Anwendungsfälle sowie deren Übertragbarkeit auf andere Kommunen im Fokus stehen, ebenso wie Fragen zu den Verantwortlichkeiten, Betreibern und Geschäftsmodellen. AUTORIN: MIRJA NIEWERTH-HALIS, REGIO IT 17 AUS DER BRANCHE Impulse für die digitale Verwaltung AKDB-Vorstand skizziert Zukunftsmodelle der Digitalisierung › Die wichtigsten Themen beim 7. Zukunftskongress Staat & Verwaltung sind die Entwicklungen in den Bereichen Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung. Der Kongress Ende Mai in Berlin soll Impulsgeber für die digitale Verwaltung der Zukunft sein – und ist mit erneut über 1.500 erwarteten Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eine der führenden Veranstaltungen dieser Art. Wie im Vorjahr wird beim Zukunftskongress Ende Mai in Berlin auch die AKDB wieder vertreten sein: Mit einem Ausstellerstand sowie mit Beteiligungen an verschiedenen Foren und Plenen stellen Vertreter der AKDB ihre Fachkompetenz bei den Themen Verwaltungsdigitalisierung und E-Government unter Beweis. Im Zukunftsforum I.1 am zweiten Veranstaltungstag wird der AKDB-Vorstandsvorsitzende Rudolf Schleyer gemeinsam mit weiteren Experten den Umsetzungsstand des Onlinezugangsgesetzes analysieren. Führt das Gesetz zu einer noch engeren Zusammenarbeit der föderalen Ebenen? Mit dem interoperablen Bürgerservice-Portal steht bayerischen und außerbayerischen Kommunen bereits heute die modernste und reichweitenstärkste E-Government-Plattform für Onlineverwaltungsdienste zur Verfügung. ZUKUNFT DER RECHENZENTREN AKDB-Vorstandsmitglied Gudrun Aschenbrenner beteiligt sich währenddessen im Zukunftsforum I.4 an einer Diskussionsrunde zum Thema Zukunft der öffentlich-rechtlichen Rechenzentren: Diese RZ-Landschaft wurde in den vergangenen Jahren bekanntlich stark durch Kooperationen und Fusionen geprägt. Wird der Konsolidierungstrend in Richtung größerer regionaler Strukturen anhalten? Wie wichtig eine agile und dienstleistungsorientierte Verwaltung für den erfolgreichen Wirtschaftsstandort Deutschland ist, darüber diskutieren am dritten Veranstaltungstag Experten unter ande- INTERN Nr. 2 | 2019 Auf dem Zukunftskongress im Vorjahr: Der AKDB-Vorstandsvorsitzende Rudolf Schleyer (links) im Gespräch mit dem IT-Beauftragten der Bundesregierung, Klaus Vitt. (Bild: Simone M. Neumann) rem aus Ministerien, IT-Planungsrat und AKDB. Und in der Zukunftswerkstatt III.A referiert der Leiter der Stabsstelle für Digitalisierung bei der AKDB, Michael Diepold, über integrierte E-Payment-Lösungen für die öffentliche Verwaltung: Dort hält diese Zahlungsform immer stärker Einzug, erhöht sie doch den Online-Bürgerservice und reduziert den administrativen Aufwand. Das Land Hessen betreibt das Servicekonto im Zuge einer Länderkooperation mit Bayern seit 2018. Darüber hinaus plant der Bund den Einsatz im Rahmen des eigenen Online-Angebots. AUTOR: ANDREAS HUBER, AKDB TRENDS IM E-GOVERNMENT Am Ausstellerstand präsentiert die AKDB neue Trends im Bereich E-Government: Bei digitalen Servicekonten für Bürger und Wirtschaft etwa ist die AKDB starker Partner für Bund, Länder und Kommunen. Bereits seit 2011 bietet das AKDBServicekonto eine sichere Lösung für die Authentifizierung von Bürgern und Wirtschaft im Rahmen von Online-Verwaltungsprozessen an. Im Rahmen der Digitalisierungsinitiative des Freistaats Bayern wird das AKDB-Servicekonto seit 2015 als BayernID von rund 1.300 bayerischen Kommunen eingesetzt. 18 BERICHT AUS DER EU Bündelung der Kräfte EU für mehr Cybersicherheit › Die Europäische Union (EU) hat Initiativen für Cybersicherheit initiiert. Am 12. März verabschiedete das Europäische Parlament die EUVerordnung zur Cybersicherheit (EU Cybersecurity Act), die EU-weite Zertifikate für Cybersicherheit von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen einführt sowie ein ständiges Mandat und mehr Mittel für die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA vorsieht. Mit der Cybersicherheitsverordnung führt die EU ein eigenes Zertifizierungssystem samt Cybersicherheits-Gütesiegel ein. Es soll Produkten, Verfahren und Dienstleistungen bescheinigen, dass sie die Sicherheit der „gespeicherten, übermittelten oder verarbeiteten Daten, Funktionen oder Dienste“ schützen. Welche Produkte zertifiziert werden können, soll die Kommission festlegen. Ein entsprechendes Zertifizierungsschema wird von der europäischen Cybersicherheitsagentur ENISA („EU Agency for Network Information Security“) im Auftrag der Kommission ausgearbeitet. Zwar ist die Teilnahme an der Zertifizierung für Unternehmen freiwillig, doch spätestens 2023 will die EU-Kommission die Zertifizierungen evaluieren und möglicherweise dann verpflichtend festlegen. Besonders kritische Infrastrukturen stehen dabei im Fokus. DAUERHAFTES MANDAT 2004 war die Cybersicherheitsagentur ENISA befristet ins Leben gerufen und ihr Mandat seitdem mehrfach verlängert worden. Nun erhält ENISA ein dauerhaftes Mandat. Die Aufgaben der Sicherheitsbehörde werden außerdem über den bisherigen Informations- und Unterstützungsauftrag hinaus erweitert: Zukünftig soll sie unter anderem „Rechtsetzungsinitiativen im Bereich der Cybersicherheit“ vorlegen, alle zwei Jahre eine umfassende Cybersicherheits-Großübung veranstalten, eigene Aufklärungskampagnen durchführen und das genannte Cybersicherheits-Zertifizierungsschema ausarbeiten. KOMPETENZEN BÜNDELN Bereits im September 2018 ist ein Vor- TERMINE 2. April 2019 … Dataport Hausmesse … Hamburg 4. - 5. April 2019 … Vitako-Mitgliederversammlung … Haltern am See 7. Mai 2019 … Microsoft Business User Forum … Karlsruhe 21. Mai 2019 … 16. Deutscher IT-Sicherheitskongress … Bad Godesberg www.itkalender.de … für mehr Informationen + Termine schlag zur Einrichtung dreier europäischer Cybersicherheits-Organisationen angeregt worden: 1. eines Europäischen Kompetenzzentrums für Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung, 2. eines Netzes nationaler Koordinierungszentren sowie 3. einer Kompetenzgemeinschaft für Cybersicherheit. Diese drei Initiativen sollen nun dem Willen der Kommission zufolge stärker zusammenarbeiten und ihre Arbeiten bündeln. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, Forschung und Innovation im Bereich Cybersicherheit besser zu koordinieren. Das Kompetenznetz für Cybersicherheit soll nationale Koordinierungszentren verknüpfen, die über technisches Fachwissen auf dem Gebiet der Cybersicherheit verfügen, etwa in den Bereichen Kryptografie, Angriffserkennung oder menschliche Sicherheitsaspekte, oder Zugang dazu haben. Die Ausschreibung eines Pilotprojektes für ein solches Netz in Höhe von 50 Millionen Euro hatte die Kommission Anfang Februar veröffentlicht. Die dritte Initiative, die Kompetenzgemeinschaft für Cybersicherheit, soll zukünftig industrielle, akademische und gemeinnützige Forschungseinrichtungen und Verbänden mit öffentlichen und anderen Einrichtungen zusammenführen, um externe Expertise in die Arbeit der Kompetenz- und Koordinierungszentren einzubinden. Zur Cybersicherheits-Verordnung: Link IMPRESSUM Herausgegeben von WWW.VITAKO.DE VITAKO REDAKTION & KONTAKT: Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e. V. 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