Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365762
Path:
FEBRUAR

NR. 1 | 2019

THEMEN

VITAKO INTERN

JAHRESRÜCKBLICK 2018

LIEBE LESER INNEN UND LESER ,

IM GESPR ÄCH

wir starten die erste Ausgabe unseres E-Magazins traditionell mit
einem Rückblick auf das vergangene Jahr und lassen die für Vitako
wichtigsten Stationen Revue passieren. Unterdessen sind drei Positionspapiere zu Servicekonten, dem Portalverbund und zur Frage moderner
Register entstanden, die Vitako im Laufe des Januars veröffentlicht hat.
Gleich zu Beginn seines Amtsantritts im IT-Planungsrat hat der
Bremer Staatssekretär Henning Lühr der Vitako-Geschäftsstelle einen
Besuch abgestattet und seine Pläne für das kommende Jahr skizziert.
Die Reihe von Regionalkonferenzen zur Umsetzung des OZG in
den Ländern und Regionen geht in die zweite Runde: Ende März lädt
Vitako nach Saarbrücken.
Die Stadt Dortmund hat einen neuen Leiter im Personal- und Organisationsderzernat, Christian Uhr, der uns von seinen Digitalisierungsplänen berichtet hat.
Des Weiteren präsentieren wir in der Rubrik „Aus der Branche“
spannende Entwicklungen aus den Mitgliedsunternehmen. Die KDVZ
Frechen stellt einen digitalen Ablauf für den Posteingang vor, beim krz
Lemgo ist eine IoT-Infrastruktur entstanden, und nicht zuletzt gibt es
einen Geburtstag zu verkünden: Schleswig-Holstein feiert 50 Jahre
Informationstechnik.

›

Wir wünschen eine interessante Lektüre,
Ihr Vitako-Team

Vitako lässt das vergangene
Jahr Revue passieren

Christian Uhr, Stadt Dortmund

BESUCH BEI VITAKO
Henning Lühr ist neuer Vorsitzender des IT-Planungsrats

POSITION BEZIEHEN
Vitako veröffentlicht drei
Positionspapiere

VER ANSTALTUNGEN
Regionalkonferenz zum OZG in
Saarbrücken

FACHARBEITSGRUPPEN
Führerscheinumtausch und
Windows 10

DIGITALER POSTEINGANG
KDVZ optimiert Abläufe

IT-OPER ATIONS
ekom21 baut Qualitätsmanagement aus

KITAPLATZ ONLINE
AKDB entwickelt Webservice

1

AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Volle Kraft voraus

Jahresrückblick der Geschäftsstelle auf 2018

›

Eine kleine Tradition bei Vitako ist der Jahresrückblick,
den wir auch an dieser Stelle auf das Jahr 2018 werfen
wollen. 2018 war ein außerordentlich erfolgreiches Jahr
für Vitako und – auch wenn es vielen nicht schnell genug
vorangeht – für die Digitalisierung und Modernisierung
der Verwaltung insgesamt. Zur Erinnerung: Im September
2017 fanden Bundestagswahlen statt, und es brauchte
eine gewisse Zeit, bis sich eine Koalition gebildet hatte,
die sich dann aber die Digitalisierung auf die Fahnen geschrieben hat.
Nach langen Verhandlungen kam es zu einer neuen Auflage
der Großen Koalition. Das Thema „Digitalisierung“ steht im
Koalitionsvertrag – statistisch gesehen – auf jeder zweiten Seite. Dennoch wird schnell die „große Linie“ vermisst, denn die
Frage der Koordination der vielen Einzelthemen und –projekte bleibt ungelöst. Die von Vitako begrüßte „Digitalagentur“ ist
auch am Jahresende noch nicht konkretisiert, die Besetzung
neuer Stellen im Bundeskanzleramt dauert ebenfalls über das
Jahr. Einzig das Thema „Registermodernisierung“ wird belebt,
was Vitako veranlasst hat, sich Anfang 2019 mit einem Positionspapier in die Diskussion einzumischen.
Am 22.11.2018 hatte Vitako Bundestagsabgeordnete aus
dem Ausschuss Digitale Agenda zu einem parlamentarischen
Mittagessen, einem sogenannten Luncheon, eingeladen. Geschäftsführer und Vorstände diskutierten mit MdB Tankred
Schipanski, digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion,
und MdB Jens Zimmermann, in gleicher Funktion der SPDFraktion, die bisherigen Erfolge und die Herausforderungen
der Digitalisierung. Einer der Schwerpunkte war die Umsetzung
des Onlinezugangsgesetzes und die bereits funktionierenden
digitalen Lösungen auf kommunaler Ebene. Der Dialog war auf
beiden Seiten so fruchtbar, dass er fortgesetzt wird.
Während die Diskussionen um den Portalverbund andauern – Vitako hat auch hierzu eine Position erarbeitet und
Anfang 2019 veröffentlich – ist besonders bei der weiteren
Arbeit an der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes viel
Kommunikation in die Kommunen notwendig. Dazu hat Vitako
in Partnerschaft mit den Ländern und den Kommunen vor Ort
die Reihe der Regionalkonferenz wieder aufgenommen. Weiterhin bringt sich Vitako gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden auch konkret in das Digitalisierungsprogramm
des IT-Planungsrates ein: Ein Projekt zur Digitalisierung des
Führerscheinumtauschs im Themenfeld „Mobilität und Reisen“
wurde vom Planungsrat aufgenommen.
VITAKO SPIELT MIT

Oft nur abstrakt diskutiert, spielt das „Once-only Prinzip“ für
die Vereinfachung von Behördentätigkeit für Bürgerinnen und
Bürger sowie Unternehmen eine große Rolle. Dabei geht es
um die Frage, welche bereits in den Behörden vorliegenden
Informationen für neue Anträge oder Vorgänge direkt abgerufen werden können. Hierbei gibt es eine Reihe von rechtlichen,
technischen und organisatorischen Voraussetzungen, die zu

INTERN Nr. 1 | 2019

schaffen sind. Entsprechende Forderungen adressiert Vitako
vielfach, zuletzt im Positionspapier zur Registermodernisierung, das Ende Januar 2019 erscheint.
Obwohl zwei Jahre ins Land gingen, bevor die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ab dem 27. Mai 2018
anzuwenden war, entstand der Eindruck, als sei sie überraschend beschlossen worden. Um den IT-Dienstleistern den
Gegenstand näher zu bringen, veröffentlichte Vitako einen
Handlungsleitfaden, aus dem nachvollziehbar war, was sich
gegenüber dem bisherigen Datenschutzrecht für Dienstleister
ändert und was nun zu tun ist.
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern aus
Europa (Euritas) wurde Ende November in Brüssel diskutiert,
ob und inwieweit Produkte der Microsoft Office-Familie dem
geänderten europäischen Datenschutzrecht noch entsprechen.
Weitere Themen waren die zur DSGVO kompatible und später im Jahr beschlossene Verordnung über den freien Datenverkehr von nicht-personenbezogenen Daten („Free flow of
non-personal data“) und das Vorhaben, einen europäischen
Portalverbund unter dem Namen „Zentrales Digitales Zugangstor“ (Single Digital Gateway) zu schaffen. Vitako verfolgt diese
Vorhaben, damit sie möglichst parallel zu Vorhaben in Deutschland laufen uns der zusätzliche Aufwand für die IT-Dienstleister
niedrig bleibt.
Darüber hinaus hat Vitako bei befreundeten Verbänden
und Organisationen strategische Mitgliedschaften abgeschlossen und ist nun Fördermitglied bei der Initiative D21,
dem von der Privatwirtschaft getragenen Netzwerk der Digitalen Gesellschaft. Ferner ist Vitako eine außerordentliche
Mitgliedschaft beim Deutschen Städte- und Gemeindebund
eingegangen und ist auch Mitglied beim neuen Bundesverband
„Blockchain in der Verwaltung“ (BiVD).
Beim jährlichen Branchenbarometer haben sich übrigens
neue Kennzahlen für die von Vitako vertretene kommunale
IT-Branche gezeigt. Demnach sind derzeit 52 Rechenzentren, Software- und IT-Serviceunternehmen mit über 13.100

2

AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

2.6 Bedeutung der öffentlichen IT-Dienstleister als Wirtschaftsfaktor

Der Juni stand wie üblich im Zeichen des Zukunftskongresses. Zum sechsten Mal war Vitako als Hauptpartner mit
>>Vergleich Branchenbarometer 2011 bis 2018<<
einem Stand und mehreren Veranstaltungen im Berliner ConVeränderung
6,0%
3,8%
5,9%
3,9%
5,8%
zum Vorjahr:
6,5%
5,6%
2|
gressCentrum vertreten. Bundes-CIO Klaus Vitt verweilte
2.450
Die Steigerungsrate des
2.500
bei einem
Rundgang am Vitako-Stand und ließ sich von den
2.300
Umsatzes
der Vitako-Mitglieder
2.170
von der ersten bis zur achten
2.051
Vorständen
Rudolf Schleyer und Reinhold Harnisch in die
1.975
Welle
beträgt 44,1 %.
1.900
2.000
1.800
1.700
Verbandsarbeit einweihen. Zum Thema IT-Governance als
1.500
Schlüssel zur Digitalisierung der Verwaltungen in Deutschland diskutierte Vitako-Geschäftsführer Ralf Resch auf einem
1.000
Zukunftsforum mit verschiedenen Gästen über eine engere
Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen beim
500
Onlinezugangsgesetz und beim Digitalisierungsprogramm.
0
Zwei weitere, von Tina Siegfried moderierte Foren befassten
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
sich mit Fragen zur Registermodernisierung und zum Einsatz
Die Branchenkennzahlen zeigen einen kontinuierlichen Anstieg bei Umvon Blockchain in der öffentlichen Verwaltung.
57
& Frömchen
GmbH / Dezember
2018
2018Kooperation
sätzen Hiestermann
und Personal.
(Grafik:
Hiestermann
& Frömchen) Endbericht VITAKO BranchenbarometerIn
mit der Stadt Nürnberg hat Vitako am 19.
November 2018 eine Regionalkonferenz zum Thema VerwalBeschäftigten in Vitako organisiert und stellen ihr Know-how tungsdigitalisierung in Nürnberg durchgeführt. Die Konferenz
den Kommunen zur Verfügung. Insgesamt betreuen die Mit- eröffnet eine Reihe von Regionalkonferenzen, die sich mit der
gliedsunternehmen knapp 700.000 IT-Arbeitsplätze in mehr als Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG) in Kommunen
10.000 Kommunen und generieren einen jährlichen Umsatz und Regionen befassen. Die Nürnberger Regionalkonferenz
von etwa 2,5 Milliarden Euro (vgl. Abb.).
wurde von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und Vitako-Vorstand Rudolf Schleyer eröffnet. Maly begrüßte die Teilnehmer
MESSEN UND KONGRESSE
in Anspielung auf den Anfang Dezember ebenfalls in Nürnberg
Wie immer war Vitako auf den wichtigen einschlägigen Kon- stattfindenden IT-Gipfel der Bundesregierung beim „kleinen Digressen und Veranstaltungen aktiv. Mit dem Fachkongress gitalgipfel“ und betonte die Bedeutung der kommunalen Ebene
Digitaler Staat in Berlin wurde am 20. und 21. März die Kon- bei der Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben. Insgesamt
gress-Saison zum Thema Verwaltungsdigitalisierung eröffnet. wurden auf der Regionalkonferenz unterschiedliche kommuAuf dem Programm standen aktuelle Fragen zum Portalver- nale Beispiele, Herangehensweisen und Erfahrungen mit Best
bund, Once Only, Datenschutz, vollautomatisierte Verwaltungs- Practice vorgestellt. Die rund 100 Teilnehmer verfolgten mit
akte, Arbeit und Beschäftigung, Blockchain und viele andere großem Interesse die praxisnahen Vorträge sowie die von Tina
Themen, die sich rund um die Digitalisierung der Verwaltung Siegfried moderierte Podiumsdiskussion.
bewegen. Tina Siegfried, Bereichsleiterin Digitalisierung bei
Ebenfalls im November engagierte sich Vitako wieder beim
Vitako, berichtete dort über das Vitako-Blockchain-Lab Führer- Mitteldeutschen IT-Fachtag. E-Rechnung, Digitalisierung
schein, das von mehreren kommunalen IT-Dienstleistern ein- von Schulen, Onlinezugangsgesetz und Servicekonten sowie
gerichtet worden ist, um den Prozess der Autovermietung kun- viele weitere Themen standen auf der Agenda des Treffens,
denfreundlicher und vollständig medienbruchfrei zu gestalten. zu dem sich rund 190 Führungskräfte und IT-Entscheider aus
Im April ging es gleich weiter nach Weimar zum jährlichen den östlichen Bundesländern trafen. Tina Siegfried moderierFachkongress des IT-Planungsrates. Vitako-Vorstand Jo- te dort unter anderem zwei Workshops zu der Frage, wie die
hann Bizer stellte dort den Handlungsleitfaden zur Umsetzung Entwicklung des Personalbestandes in den nächsten Jahren
der EU-DSGVO vor, der im Auftrag von Vitako erarbeitet wurde im Zusammenhang mit der Digitalisierung zusammenhängt
und sich speziell an IT-Dienstleister im kommunalen Umfeld und zum Thema „Rolle der IT heute“.
wendet. Daniel Grimm, Bereichsleiter InformationsmanageDas Veranstaltungsjahr wurde abgerundet durch eine
ment bei Vitako, befasste sich mit der Frage, wie Cybersicher- Euritas-Konferenz in Brüssel, die unter dem Motto „Making
heitsvorfälle in Kommunen verhindert werden können. Und the digital agenda work – the journey from policy to reality“
Vitako-Vorstand Andreas Engel diskutierte über die mögliche veranstaltet wurde. Euritas ist das Netzwerk der öffentlichen
Einbindung der Kommunen bei FITKO, der im Aufbau befind- IT-Dienstleister in Europa, in dem auch Vitako Mitglied ist. Im
lichen Anstalt, die in Zukunft für die Organisation der föderalen Vordergrund der Veranstaltung stand der Erfahrungsaustausch
IT-Kooperation zuständig sein wird.
zu den Themen eIDAS und Datenschutz-Grundverordnung.
Rund 150 Vertreter von Kommunen und kommunalen Un- Zum Thema Single Digital Gateway präsentierten die Euritasternehmen aus 18 Ländern Europas und darüber hinaus haben Mitglieder eigene Vorstellungen für das weitere Vorgehen, um
Ende Mai an der Jahreskonferenz der Major Cities of Euro- die Umsetzung des Vorhabens voranzubringen, und suchpe (MCE) in Leipzig teilgenommen. Unter dem Titel „Are we ten hierzu das Gespräch mit Mitgliedern der europäischen
ready? Taking the digital city to the next level” tauschten sie Kommission.
sich darüber aus, wie Kommunalverwaltungen smart, nachhaltig und bürgerfreundlich gestaltet werden können. Vitako- NEUES AUS DEM HAUSE VITAKO
Geschäftsführer Ralf Resch hielt dort einen Vortrag über IT- Auf der Mitgliederversammlung letzten November in Sulzbach
Governance im föderalen Staat.
bei Frankfurt, zu der ekom21 eingeladen hatte, standen Wahlen zu einem erweiterten Vorstand an. Lars Hoppmann (krz),
1|

Der Umsatz wird in brutto
angegeben.

in Mio. €

Wie hoch war der Umsatz Ihres Unternehmens im jeweiligen Jahr?
- Hochrechnung auf alle Vitako-Mitglieder -

INTERN Nr. 1 | 2019

3

AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Darüber hinaus haben sich auch die weiteren Medien von
Vitako bewährt: In gewohnter Abfolge erscheinen das E-Magazin Vitako intern alle zwei Monate und der Branchenticker
-Newsletter wöchentlich. Hinzugekommen ist ein Politikbrief,
der 2018 drei Mal erschienen ist und sich vornehmlich an die
Abgeordneten im Bundestag wendet und sie mit den Themen
der kommunalen IT vertraut machen will. Ein im Dezember neu
eingeführter monatlicher Newsletter nur für Vitako-Mitglieder
behandelt Verbands-Interna.
FACHARBEITSGRUPPEN & CO.

Der Vitako-Vorstand hat sich erweitert: Andreas Engel, Matthias Kammer, Lars Hoppmann, William Schmitt, Bernd Landgraf, Rudolf Schleyer,
Sören Kuhn, Reinhold Harnisch, Bertram Huke (v.l.n.r. Foto: Vitako)

Bertram Huke (ekom21) und Sören Kuhn (GKD Recklinghausen) wurden einstimmig zum bestehenden Vorstand kooptiert. Hintergrund ist das Ausscheiden mehrerer jetziger Vorstandsmitglieder bei der turnusgemäßen Wahl im Jahr 2020.
Die neuen Vorstandsmitglieder sollen auf diese Weise an die
Gremienarbeit herangeführt werden.
Inhaltlich hatte sich die Mitgliederversammlung in Sulzbach schwerpunktmäßig mit dem Stand der Digitalisierung in
Hessen beschäftigt. Bei der Mitgliederversammlung im April in
Hamburg, ausgerichtet von Dataport, standen entsprechend
Digitalisierungsvorhaben in der Hansestadt und den nördlichen
Bundesländern im Vordergrund.
Unterdessen hat sich die Zahl der Vitako-Mitglieder durch
den Beitritt Wolfsburgs, Potsdams und Oldenburgs zur BundesArbeitsgemeinschaft erweitert. Zuvor war diese Zahl durch die
Fusion von KIRU, KIVBF, KDRZ und Datenzentrale BW zur
Gemeinschaftsanstalt ITEOS AöR gesunken. Noch weitere
Fusionen sind für 2018 zu vermelden: So haben Citkomm und
KDZ Westfalen-Süd zur Südwestfalen IT fusioniert, und mit
dem Zweckverband Ostwestfalen-Lippe-IT (OWL-IT) haben
das krz und die GKD Paderborn ihre Leistungen im technischen Bereich zusammengeführt.
Auch in der Geschäftsstelle trugen sich Änderungen zu.
Im Dezember haben Daniel Sieberath und Janin Heidemann
ihren Dienst bei Vitako als neue Mitarbeiter angetreten. Daniel
Sieberath ist Referent für Informationsmanagement und hat die
Aufgaben von Daniel Grimm übernommen, der als IT-Administrator der Geschäftsstelle freiberuflich verbunden bleibt. Janin
Heidemann ist die neue Assistentin der Geschäftsführung und
zuständig auch für das Office-Management.
Augenfälligste Veränderung in der Öffentlichkeitsarbeit von Vitako ist der neue Look der Hauszeitschrift „Vitako
aktuell“. Eine neue Agentur ist mit der Produktion des Verbandsmagazins betraut worden und hat der Fachzeitschrift
ein neues Layout und eine neue Ausrichtung gegeben: Inhaltliche Positionen und die relevanten Themen der kommunalen IT-Dienstleister sind in Themenschwerpunkten gebündelt
worden. Die vier Ausgaben im Jahr 2018 haben sich mit digitalen Prozessen, der Digitalpolitik nach der Bundestagswahl,
Verwaltung 4.0 und mit Trends und Innovationen in der öffentlichen IT beschäftigt.

INTERN Nr. 1 | 2019

Im Jahr 2018 hat die neu gegründete Projektgruppe „Führerscheinumtausch“ ihre Arbeit aufgenommen. Hintergrund ist
eine EU-Verordnung, die es erforderlich macht, dass bis 2033
in Deutschland rund 40 Millionen Führerscheine umgetauscht
werden müssen. Vor allem auf die Führerscheinstellen in größeren Kommunen kommt eine erhebliche Belastung zu. Die
Projektgruppe aus Vitako-Mitgliedern, will dazu beitragen, den
Aufwand für die Bürgerinnen und Bürger sowie den Ansturm auf
die Führerscheinstellen möglichst überschaubar zu halten. Sie
entwickelten Vorschläge, wie der Führerscheinumtausch digitalisiert werden kann, sollen in das Digitalisierungsprogramm
des IT-Planungsrats eingebracht werden.
Hierzu kam die Projektgruppe 2018 zu zwei Sitzungen in
Berlin und Nürnberg zusammen. Als Ergebnis sind detaillierte
Vorschläge zur digitalen Abwicklung des Umtauschprozesses
entstanden, vom Onlineantrag über die einzelnen Schritte der
Sachbearbeitung bis zur Zustellung des neuen Führerscheins.
An ein Konzept, mit dem die Führerscheinstellen einen großen
Teil ihrer Fälle proaktiv angehen können, indem sie den betreffenden Führerscheinbesitzern einen QR-Code zusenden, der
sie direkt zum Onlineverfahren leitet, ist auch gedacht worden.
Anfang 2018 richtete Vitako eine neue Facharbeitsgruppe
zum Thema Windows 10 ein. Da das Microsoft Betriebssystem
die kommunalen IT-Dienstleister immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, folgten zahlreiche Vitako-Mitglieder diesem Aufruf. Am 24. Januar 2018 wurde die Facharbeitsgruppe
Windows 10 in der konstituierenden Sitzung in Berlin ins Leben
gerufen. Seitdem tauschen sich die Experten in regelmäßigen
Abständen zum Thema Einführung und Nutzung von Windows
10 bei ihren kommunalen Kunden aus.
Bekannte Herausforderungen im Umfeld von Windows
10, wie die Telemetriedatenübermittlung, Updatezwang sowie
Hard- und Softwarekompatibilität wurden in der FAG diskutiert. Alternativen zum Anwender-PC mit vollwertigem Windows 10 (Fat-Client) gibt es, auch insbesondere aufgrund der
Nachfrage kommunaler Kunden, derzeit recht wenig. Virtuelle Desktop Infrastrukturen (VDI), die verstärkte Nutzung von
Open-Source-Software oder die Entwicklung von webbasierten Fachverfahrensanwendungen sind aus Sicht der Experten
verfolgbare Ansätze, um sich künftig etwas unabhängiger vom
Betriebssystem aufzustellen. Die Facharbeitsgruppe wird sich
neben dem Thema Windows 10 auch im Jahr 2019 mit diesem
erweiterten Themenspektrum auseinandersetzen.
AUTOREN: RALF RESCH, TINA SIEGFRIED, HELMUT MERSCHMANN, DANIEL SIEBERATH, DANIEL GRIMM, ALLE VITAKO

4

INTERVIEW

Veränderung durch Digitalisierung

Im Gespräch: Stadtrat Christian Uhr, Leiter des Personal- und Organisationsdezernats der Stadt Dortmund
Herr Uhr, Sie leiten seit April letzten Jahres bei der Stadt
Dortmund das Personal- und Organisationsdezernat. Was
sind Ihre bisherigen Arbeitserfahrungen?
Die vergangenen Wochen und Monate haben mir gezeigt, wie
wichtig ein eigenständiges Personal- und Organisationsdezernat für die Beschäftigten der Stadt Dortmund ist. Auf meiner
Tour durch die Ämter der Stadtverwaltung konnte ich in zahlreichen Gesprächen und Hospitationen die Erfahrungen und
Erwartungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einholen. Aus
den offenen Gesprächen habe ich nicht nur viele Eindrücke,
sondern auch konkrete Ideen mitgenommen, die ich in meiner
weiteren Arbeit gerne aufgreifen möchte. Es werden sich beispielsweise mit der Digitalisierung Arbeitsprozesse verändern
und neue Berufsbilder entstehen.
Sie wollen das Dezernat den veränderten Arbeitswelten –
Stichwort Digitale Verwaltung und Arbeit 4.0 – anpassen.
Was ist darunter zu verstehen?
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geht
davon aus, dass die Arbeitswelt der Zukunft digitaler, flexibler
und vernetzter wird. Als Personal- und Organisationsdezernent
möchte ich diese Entwicklung zum Anlass nehmen, die sich
verändernde Arbeitswelt im Sinne der Beschäftigten der Stadt
Dortmund zu gestalten.
Neben den gesetzlichen Vorgaben, resultierend aus dem
E-Government-Gesetz (EGovG) NRW sowie dem Gesetz zur
Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsdienstleistungen (OZG), stellen unter anderem die Ermöglichung von
neuen flexiblen Arbeitsformen und -zeitmodellen, die Gewinnung und Erhaltung von Fachkräften vor dem Hintergrund
der demographischen Entwicklung und die Ausrichtung von
Führung, Qualifizierung und Wissenstransfer auf die Anforderungen der Digitalisierung große Herausforderungen für die
Stadtverwaltung Dortmund dar.
Die Herausforderungen werden im Masterplan „Digitale Verwaltung – Arbeiten 4.0“ aufgegriffen, nach Handlungsschwerpunkten strukturiert und über eine Vielzahl von Digitalisierungs- und Organisations-Projekte in der Verwaltung
fokussiert und initiiert.
Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?
Der Arbeitsplatz der Zukunft ist darauf ausgerichtet, Verwaltungsprozesse durch die Einführung beziehungsweise den
Ausbau von Informations- und Kommunikationstechnik zu optimieren. Neben der Möglichkeit, mobil arbeiten zu können,
haben dabei die Themen Vernetzung, Datenschutz und Datensicherheit sowie IT-Architektur einen hohen Stellenwert.
Neue Formen von Arbeitszeitmodellen werden entstehen, die
maßgeblich auf die Work-Live-Balance Einfluss nehmen werden und so den Berufsalltag flexibler und familienfreundlicher
gestalten.

INTERN Nr. 1 | 2019

Wie gehen die Mitarbeiter/innen mit den
neuen Anforderungen um?
Die Nutzerzentrierung
ist zentraler Faktor in
dem Veränderungsprozess in der Stadtverwaltung Dortmund.
Dementsprechend
werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
und die sich wandelnden Anforderungen in
den Mittelpunkt des
Arbeitsplatzes gestellt. Kommunikation und Partizipation
sind in dem Veränderungsprozess Erfolgsfaktoren. Die Teilhabe
der Beschäftigten der
Stadtverwaltung, sowohl auf analogem als auch digitalem
Wege, ist ein wesentlicher Bestandteil zur positiven Durchführung von Digitalisierungsprojekten.
Unter Beteiligung der Personalvertretung werden Workshops über die zukünftige Ausrichtung und Informationsveranstaltungen, die das Thema „Veränderung“ und „Digitalisierung“ präsenter und greifbarer machen, die Beschäftigten bei
dem Wandel unterstützen. Daneben wurden zwischen dem
Personalrat und dem Oberbürgermeister in Form der „Charta
Digitales Dortmund 2018 – 2030“ Leitlinien vereinbart, die gemeinsame Ziele und Gestaltungsgrundsätze für den Digitalisierungsprozess beschreiben und somit wichtige Faktoren für
ein nachhaltiges und sozialverträgliches Vorgehen darstellen.
Auf welche Weise kann das Vitako-Netzwerk Sie bei den
anstehenden Reformprojekten unterstützen?
Das Vitako-Netzwerk bietet den Kommunen bereits seit Jahren durch ihr gebündeltes Know-how zum digitalen Wandel in
vielerlei Hinsicht Unterstützung. Publikationen zu Themen rund
um die öffentliche IT, wie praxisbezogene Leitfäden, Handlungsempfehlungen sowie Positionspapiere, bieten Hilfestellung bei Konzeption und Planung von IT-Projekten. Hinsichtlich bevorstehender Reformprojekte begrüße ich außerdem
die Interessensvertretung im politischen Umfeld in Bezug zu
kommunalen IT-Themen.
FRAGEN: HELMUT MERSCHMANN, VITAKO

5

AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Besuch vom Staatsrat

Henning Lühr ist neuer Vorsitzender des IT-Planungsrates

›

Die Freie Hansestadt Bremen hat
2019 den Vorsitz im IT-Planungsrat inne. Staatsrat Hans-Henning Lühr,
seit langem Vitako verbunden, stattete der Geschäftsstelle am 23. Januar
einen Besuch ab.
Anlass war ein Interview, das Henning
Lühr der Verbandszeitschrift „Vitako aktuell“ gegeben hat. Darin skizziert der
Vorsitzende des IT-Planungsrates seine Vorstellungen hinsichtlich der anstehenden Arbeiten bei der Umsetzung des
Online-Zugangsgesetzes (OZG). Lühr
sprach sich in diesem Zusammenhang
für den Leitsatz „Users first“ als oberstes
Ziel der Verwaltungsdigitalisierung aus.:
„Wir müssen den Blick darauf richten,
welchen Nutzen unsere diitalen Lösungen stiften.“
Auf die Rolle der kommunalen
IT-Dienstleister bei der OZG-Umsetzung
angesprochen, erklärte Lühr: „Die kommunalen IT-Dienstleister sind die Basis

der Digitalisierung – gerade wenn es um
Angebote für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger geht. Diese sind in
der föderalen Ordnung den Ländern und
Kommunen zugewiesen, während der
Bund hier vergleichsweise wenige Leistungen anbietet.“
„Die besondere Funktion der kommunalen IT-Dienstleister ist bisher zu wenig wahrgenommen worden. Sie besteht
in einer eigenständigen Rolle bei der Digitalisierung, und Vitako hat eine besondere Rolle bei der Gestaltung der Prozesse. Es gibt eine neue Arbeitsteilung
zwischen Kommunen und ihren Dienstleistern. Man könnte sage: Die öffentlichen Dienstleister sind die verlängerte
Werkbank des öffentlichen Sektors.“
„Ich setze darauf, dass die kommunalen IT-Dienstleister weiterhin innovativ
und noch mehr zur Zusammenarbeit bereit sind. In der Digitalisierung haben es
Geschäftsmodelle einfacher, wenn die
Netzwerke potenzieller Kunden größer

Vitako-Geschäftsführer Ralf Resch (l.) begrüßt den Vorsitzenden des IT-Planungsrates, Hans-Henning Lühr (r.),
in der Vitako-Geschäftsstelle. (Foto: D. Hasskarl)

sind. Sicherlich wird es aber hier und da
auch neue Aufgabenteilungen mit den
Rechenzentren der großen Bundeseinrichtungen geben müssen.“
Das komplette Interview erscheint
Anfang März in „Vitako aktuell“.

Position beziehen

Vitako veröffentlicht Positionspapiere zu Servicekonten, Portalverbund und
Registermodernisierung

›

Vitako hat drei Positionspapiere
veröffentlicht, mit denen der Verband zu aktuellen IT-Vorhaben Stellung bezieht. Die Papiere sind aus
Facharbeitsgruppen hervorgegangen,
die sich intensiv mit den Themen Servicekonto, Portalverbund und Registermodernisierung beschäftigen.
Durch das Onlinezugangsgesetzt (OZG)
und das Digitalisierungsprogramm des
Bundes ist Schwung in die Digitalisierung
von Staat und Verwaltung gekommen.
Die Zeichen stehen auf Umsetzung, doch
herrschen unterschiedliche Vorstellungen vor, wie die Umsetzung auszusehen hat und in Angriff genommen werden
soll. Formell haben der Bund und der
IT-Planungsrat das Heft in der Hand und
drängen auf Zentralisierung und Standardisierung. Da die Kommunalen Spitzen-

INTERN Nr. 1 | 2019

verbände zwar im IT-Planungsrat vertreten sind, aber kein Stimmrecht genießen,
und Vitako allein auf der Arbeitsebene
bei einzelnen Projekten mitwirkt, droht
die kommunale Stimme nicht genügend
gehört und berücksichtigt zu werden.
Aus diesem Grund hat Vitako im
Verbund mit seinen Mitgliedern drei Positionspapiere erarbeitet, die sich mit
„Servicekonten und Postfächern“, mit
der „Roadmap Portalverbund“ und mit
„Registermodernisierung“ befassen und
die kommunale Haltung repräsentieren.
In allen drei Papieren macht Vitako
auf bestehende Digitalisierungsangebote
und -leistungen in Kommunen aufmerksam, die seit langem funktionieren und
den fortgeschrittenen Digitalisierungsstand in Kommunen aufzeigen. So gibt
es in vielen Kommunen und einigen Bundesländern bereits Bürger- oder Service-

portale, die sich gut eignen, in den vom
Bund geplanten Portalverbund integriert
zu werden. Anstatt neue proprietäre Lösungen entwickeln zu lassen und sie als
Standard durchzusetzen, erscheint es
uns sinnvoller, auf Interoperabilität zu
setzen und die bestehenen Systeme zu
integrieren.
Unsere Haltung: Man darf die Vorreiter der Digitalisierung nicht dadurch
bestrafen, dass neue Konzepte zur Interoperabilität von Servicekonten alte
vernichten. Dies würde im Übrigen auch
hohe Investitionen in den Kommunen
zunichtemachen.
Zu den Papieren (Links):
►► Servicekonten
►► Roadmap Portalverbund
►► Registermodernisierung

6

AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Zur Umsetzung des OZG

Vitako-Regionalkonferenz am 21. März in Saarbrücken

›

Die Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG) ist das
zentrale Thema der Verwaltungsdigitalisierung und Dauerthema im ITPlanungsrat. Das Gesetz schreibt vor,
dass bis 2022 alle Verwaltungsleistungen digital zur Verfügung gestellt werden müssen. Im IT-Planungsrat wurde
ein Katalog mit zunächst 575 Verwaltungsleistungen verabschiedet, für
die Bund, Länder und Kommunen arbeitsteilig digitale Lösungen entwickeln werden. Die Vielfalt, wie auch
die Vielzahl der Projekte nimmt weiter
zu, auch handelnden Akteuren fällt es
nicht immer leicht, hier die Übersicht
zu behalten.
​In vielen Kommunen wird die Digitalisierung der Verwaltung seit Jahren vorangetrieben. Die Bereitstellung von Online-Verwaltungsdienstleistungen, die
Einbindung von Servicekonten in die
kommunalen Portale und die Entwick-

lung von digitalen Agenden sind längst
kein Neuland mehr, sondern werden
konsequent ausgebaut. Neue Trends
wie agile Entwicklung oder die konkrete Einbeziehung von Bürgerinnen und
Bürgern bei der Gestaltung nutzerfreundlicher Angebote werden konsequent aufgenommen, erste Erfahrungen in diesen
Themenfeldern werden vorgestellt.
SAARBRÜCKEN IST AM ZUG

Vitako hat eine Serie von Regionalkonferenzen zur Umsetzung des OZG
konzipiert und will damit den Umsetzungsprozess in den Regionen einleiten und begleiten. Die nächste Regionalkonferenz am 21. März 2019 findet
in Saarbrücken statt. Sie informiert über
den Stand der Digitalisierung der Verwaltung auf allen föderalen Ebenen mit
dem Schwerpunkt Saarland. Es wird die
Digitalisierungsstrategie des Saarlandes
vorgestellt, der IT-Planungsrat referiert
den Umsetzungsstand des OZG, der

Deutsche Städte- und Gemeindebund
behandelt die Digitalisierung als strategisches Umbauprojekt in Kommunen und
auch die wichtige Rolle der kommunalen
IT-Dienstleister bei der OZG-Umsetzung
steht auf der Agenda. Darüber hinaus
werden zahlreiche digitale Praxisbeispiele aus dem Saarland präsentiert, beispielsweise vom Landesamt für Soziales.

STELLENMARKT
Attraktive Jobs und Ausbildungsberufe bei öffentlichen IT-Dienstleistern

iStock.com/Sritakoset

www.vitako.de / karriere

INTERN Nr. 1 | 2019

7

NEUES AUS DEN FACHARBEITSGRUPPEN

Beitrag zum Digitalisierungsprogramm
Projektgruppe Führerscheinumtausch entwirft digitalen Prozess

›

Im Rahmen des Digitalisierungsprogramms des IT-Planungsrates
entwickelt eine Vitako-Projektgruppe
Vorschläge, wie ein elektronisches
Verfahren zum Führerscheinumtausch ablaufen könnte. Am 13. Dezember 2018 fand das zweite Treffen
der Gruppe im Rathaus in Nürnberg
statt. Dabei wurde ein vollständiger
Prozess vom Online-Antrag bis zur
Zustellung entworfen.
Bis 2033 müssen in Deutschland
rund 40 Millionen Führerscheine umgetauscht werden und den neuen EU-Vorgaben entsprechen. Viele Kommunen
bereiten sich bereits jetzt auf ein erhöhtes Aufkommen in den Führerscheinstellen vor. Durch die Digitalisierung des Vorgangs ließe sich der Aufwand deutlich
verringern.
Denny Seiler (AKDB) stellte als Input zunächst ein bestehendes Verfahren
der AKDB zum Führerscheinumtausch

vor. An der Sitzung nahmen außerdem
Herr Sperber und Michael Schaffert von
der Führerscheinstelle Nürnberg teil, die
viele wertvolle Hinweise aus der Praxis
in die Diskussion einbrachten.
Darauf aufbauend wurde in der Sitzung ein Prozessablauf für den digitalen Führerscheinumtausch entwickelt.
Dieser enthält alle nötigen Zwischenschritte von der Beantragung über die
Sachbearbeitung bis zur Zustellung des
neuen Kartenführerscheins. Für einige
Elemente gibt es dabei gleich mehrere
mögliche Varianten, die in die Vorschläge
mit aufgenommen wurden. Denn abhängig davon, ob der Führerschein vor 1999
ausgestellt wurde und ob die betreffende
Person noch im Zuständigkeitsbereich
der Führerscheinstelle wohnt, von der sie
den Führerschein ursprünglich erhalten
hat, sind unterschiedliche Abläufe nötig.
Ein großer Teil der Fälle erfordert
allerdings weniger Komplexität, da die
Führerscheindaten lokal oder beim Kraft-

fahrtbundesamt abgefragt werden können. Hier könnte die Führerscheinstelle
den Betroffenen einen QR-Code zusenden, der sie direkt zum Online-Antrag
führt. Der neue Führerschein wird ihnen
dann per Post zugestellt.
Darüber hinaus entwarf die Projektgruppe auch Anreize zur Nutzung des
Online-Antrags und empfiehlt, das Umtauschverfahren gestaffelt vorzunehmen,
um die Menge der Anträge besser steuern zu können.
Diese Vorschläge werden nun
bei den Federführern des Themenfeldes „Mobilität und Reisen“ im Digitalisierungsprogramm eingereicht. Als
nächstes sollen sie im Rahmen eines
Digitalisierungslabors erprobt und weiterentwickelt werden.
AUTOR: DANIEL SIEBERATH, VITAKO

Windows 10 und Rahmenverträge

›

Zuletzt traf sich die Facharbeitsgruppe Windows 10 am 4. Dezember 2018 in Köln. Eines der zentralen
Themen, das von den Experten am
Vormittag der Sitzung diskutiert wurde, war die zukünftige Lizenzbeschaffung von Microsoft Betriebssystemen.
Mit Blick auf die am 31. Mai 2019 auslaufenden Rahmenverträge zwischen
dem Bundesinnenministerium und Microsoft zeigten sich einige Vertreter der
Mitgliedshäuser besorgt. Ein großer Teil
der Vitako-Mitglieder bezieht Betriebssystemlizenzen aus dem in den Rahmenverträgen geregeltem Enterprise
Agreement beziehungsweise dem Select Vertrag.
Vitako hatte im Vorfeld der Sitzung
ein Schreiben an den CIO des Bundes,
Staatssekretär Klaus Vitt, verfasst, in
dem unter anderem auf die Sammlung
von Telemetriedaten durch Microsoft Produkte und die in diesem Zusammenhang

INTERN Nr. 1 | 2019

zumindest fragwürdige Konformität zur
Datenschutzgrundverordnung hingewiesen wird. Das Schreiben wurde von
den Experten der Facharbeitsgruppe zur
Kenntnis genommen und begrüßt.
Weitere Themen waren unter anderem der Erfahrungsbericht eines Mitgliedes mit dem IT-Grundschutzbaustein
Windows 10, Alternativen zu Microsoft
Produkten, wie etwa vollkommen browserbasierte Arbeitsplätze, virtuelle Desktop Infrastrukturen und Office-Alternativen sowie der Umgang und Einsatz von
Windows 10 im Long Term Servicing
Chanel (LTSC).
In der Diskussion um LTSC wurde
deutlich, dass trotz der bekannten Nachteile, wie zum Beispiel veraltete Treiber
oder die fehlende Möglichkeit eines Inplace-Upgrades, einige Mitglieder den
Wechsel zum Semi Annual Chanel (SAC)
vorerst nicht vornehmen werden. „Der
Personalbedarf für die halbjährlichen
Updates des Betriebssystems und die

damit verbundenen Kompatibilitätstests
sind schlicht und einfach zu hoch“, so
die Aussage der betroffenen Mitglieder.
Der Nachmittag war geprägt von den
beiden Vorträgen eines Vertreters des
Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dietmar Wippig ist
dort Leiter des Referats für Cyber-Sicherheit in Betriebssystemen und Anwendungen und hielt zunächst einen Vortrag zu
einer vom BSI durchgeführten Studie zu
Systemaufbau, Protokollierung, Härtung
und Sicherheitsfunktionen in Windows
10, welche auch unter dem Namen SiSyPHuS Win10 bekannt ist.
Abgerundet wurde die Sitzung durch
einen weiteren Impulsvortrag zum Thema Windows 10 Telemetriedaten und die
anschließende Diskussion der Experten.
AUTOR: DANIEL GRIMM, VITAKO

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MELDUNGEN

›

MIT IT UND MENGENLEHRE ZUM
BIENENSCHUTZ

Das Kommunale Rechenzentrum
Minden-Ravensberg/ Lippe (krz) versucht, mit Geometrie und Mengenlehre
Bienen zu retten. Die erste Menge sind
die Kataster-Flurstücke, die im Besitz der
Kommune sind. Die zweite Menge sind
die Feldblöcke der Landwirtschaftskammer, das heißt das bewirtschaftete Land.
Wenn man aus diesen beiden Mengen
die Schnittmenge bildet, erfährt man,
welche kommunalen Flächen landwirtschaftlich genutzt werden.
Randstreifen an Wegen und Straßen, die eigentlich im Besitz der Kommunen sind, werden oft von Bauern für
den Anbau mit genutzt. Wenn diese von
den Kommunen als Blühstreifen reaktiviert werden, können Bienen hier Nahrung finden.
Um die Flächen auszuwerten,
müssen die Ergebnisse zusätzlich sinnvoll gefiltert werden, um nicht relevante
Bagatell-Flächen auszublenden, die auf
Messungenauigkeiten beruhen. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt als Kartendienst (WMS) in der GDI.

Durch Kombination mit weiteren Kartendiensten in der GDI kann die Auswertung dann analysiert werden. Als Hintergrund geben hochauflösende Fotos und
Luftbilder Auskunft darüber, wie die Fläche genutzt wird. Acker oder Wiese? Und
wie weit reicht die befestigte Fläche, also
die Fahrbahn? Darüber hinaus zeigt der
Kartendienst ALKIS die Flurstücksgrenzen und ermöglicht die Eigentümerauskunft sowohl für das Wege-Flurstück,
als auch für die angrenzende landwirtschaftliche Fläche. Und letztendlich ermöglicht eine Messfunktion eine erste
Einschätzung der Breite des umgepflügten Streifens und der Flächengröße. Die
Flächengröße, gerundet auf m², ist als
Feature-Info abfragbar.
AUTORIN: BIRTE ANDERS, KRZ

INTERN Nr. 1 | 2019

Abschied von der Geschäftsstelle

›

Die langjährige Vitako-Mitarbeiterin
Tina Siegfried verlässt die BundesArbeitsgemeinschaft, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen.
Tina Siegfried war seit September 2006
als Referentin für E-Government bei Vitako angestellt, als die Geschäftsstelle
noch in Bochum logierte. Die große Einweihungsparty der Geschäftsstelle mit
150 Personen folgte Ende Oktober 2006
in Berlin.
Angefangen hatte Tina Siegfried unter dem Vorstandsvorsitzenden Matthias Kammer und Geschäftsführer Herbert
Wilgers. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehörten die Begleitung des Themas
Digitalisierung von Staat und Verwaltung
und die Auswirkungen auf kommunale
IT-Dienstleister. Des Weiteren betreute
sie bei Vitako Facharbeitsgruppen und
war insbesondere eng in den Aufbau
der Facharbeitsgruppe E-Government
involviert.
Ihre größten Erfolge? Dazu sagt sie:
„Der Musterantrag für das Auslesen von
Zertifikaten für den nPA, den wir gemeinsam mit der Vergabestelle für Berechtigungszertifikate 2011 gemacht haben,
wird wohl Bestand haben. Darüber freue
ich mich. Der Erfolg liegt darin, dass wir
es geschafft haben, dass die Kommunen
nicht für jeden Onlinedienst ein Zertifikat
benötigen, wie es die ursprüngliche Konzeption vorsah, sondern dass ein Zertifikat für Kommunen geschaffen wurde, mit
dem alle Onlinedienste angeboten werden können.“ Darüber hinaus war Tina
Siegfried an vielen Stellungnahmen des
Verbandes beteiligt und hat Regionalkonferenzen, etwa zum neuen Personal-

›

ausweis und dem E-Government-Gesetz
des Bundes gemeinsam mit dem BMI organisiert und begleitet und war maßgeblich in die Organisation der Messeauftritte von Vitako beteiligt: Moderner Staat,
Zukunftskongress und der Jahreskongress des IT-Planungsrates. Mit Rat und
Tat hat sie sich immer sehr leidenschaftlich für E-Government und Digitalisierung
eingesetzt. Die Vitako-Geschäftsführung
dankt Tina Siegfried für ihre wertvolle Arbeit. Geschäftsführer Ralf Resch: „Tina
Siegfried hat durch ihre langjährige Mitarbeit bei Vitako geholfen, den Verband
als kompetenten Ansprechpartner für alle
Belange der kommunalen IT zu etablieren. Wir danken ihr für ihr Engagement
und bedauern, dass sie uns verlässt. Wir
wünschen ihr in ihrer neuen Rolle alles
Gute und hoffen, mit ihr in engem Austausch zu bleiben.“

L AG E BILD D E R DIGI TA L I S IE RU N G

Der D21-Digital-Index bietet alljährlich ein Lagebild des Digitalisierungsgrads in Deutschland. Besondere
Schwerpunkte der diesjährigen Befragung waren die Diversität der Digitalen
Gesellschaft und die Unterschiede urbaner und ländlicher Regionen, die Akzeptanz und Nutzung von E-Health und
Smart Homes sowie digitales Arbeiten.
Das Ergebnis: Der Digitalisierungsgrad ist auf 55 von 100 möglichen Punkten gestiegen und auch die Kompetenzen nehmen zu. Die Befragung stellte

fest, dass es mehr digitale Vorreiter und
Mithaltende und weniger Menschen im
digitalen Abseits gibt als 2017. 84 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online, große Zuwächse gab es besonders
bei über 60-Jährigen.
Digitale Gesundheitsanwendungen
und Smart Home sind noch nicht sehr
verbreitet und die Chancen des mobilen
Arbeitens bleiben weitgehend ungenutzt.
Befragt wurden knapp 20.500 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren,
auch Offliner. Link (PDF)

9

AUS DER BRANCHE

Der Posteingang wird intelligent
Basis für durchgängig digitale Prozesse

›

Die Posteingangsbearbeitung in
der Verwaltung ist aufgrund des
immer noch vergleichsweise hohen
Anteils an papiergebundener Korrespondenz ein wichtiger, aber auch
aufwendiger Vorgang, der aus Effizienzgründen in aller Regel von einer
zentralen Poststelle ausgeführt wird.
Aufgrund der Verschiedenartigkeit der
Schriftgüter mit den unterschiedlichsten
Adressaten innerhalb der Kommunalverwaltung ist es dabei nicht so leicht,
Prozesse durch den Einsatz technischer
Hilfsmittel zu verbessern. Daher werden
viele Arbeitsschritte nach wie vor manuell
durchgeführt. Hier setzt nun die Idee der
Kreisstadt Bergheim an, über den Einsatz einer höheren Automatisierung eine
Optimierung der Abläufe in der Poststelle
zu erreichen.
Bei der Posteingangsbearbeitung
sind einige Verarbeitungs- und Vorverarbeitungstätigkeiten
notwendig, bis dann im Ergebnis die Schriftstücke den richtigen Sachbearbeiter innerhalb der Verwaltung erreichen. Zunächst werden die Schriftstücke aussortiert, die nicht geöffnet,
also nicht weiterbearbeitet werden dürfen. Die übrige Post
wird dann geöffnet, das Schriftgut entnommen und mit einem
Eingangsstempel versehen. Der letzte Schritt ist die finale
Verteilung der Post.
SOFTWARE VERTEILT SELBSTSTÄNDIG DIE POST

An dieser Stelle greift nun der neue Automatisierungsgedanke
der Stadt Bergheim. Es werden dabei drei neue Arbeitsschritte
in den herkömmlichen Ablauf der Eingangs-Postverarbeitung
eingefügt:
►► Manuelle Vorarbeiten
►► Das Überführen der Papierdokumente in digitale Dokumente durch den Einsatz eines Scanners
►► Das automatisierte Verteilen der digitalen Dokumente in
elektronische Postfächer des DMS der zuständigen Organisationseinheit
Der Scanvorgang wird dabei in Form eines kompletten Stapelscans aller vorhandenen Dokumente durchgeführt. Die
logische Trennung der fachlich zugehörigen Schreiben wird
durch einen speziellen Barcode-Handdrucker erreicht. Die
anschließende Postverteilung läuft dann automatisiert mithilfe
einer entsprechend intelligenten Software und eines zentralen
Regelwerkes ab.
Um zu gewährleisten, dass beispielsweise das Schreiben
eines Bürgers zur Hundeanmeldung auch den zuständigen
Sachbearbeiter erreicht, müssen Einschätzungen auf Basis

INTERN Nr. 1 | 2019

von Regeln getroffen werden. Soll dies durch eine Software
geschehen, ist dort zumindest eine einfache Form von künstlicher Intelligenz notwendig, um die richtigen Entscheidungen
treffen zu können. Sie muss also „wie ein Mensch denken“.
ENTSCHEIDUNG AUF BASIS EINES ZENTRALEN
REGELWERKS

Eine solche Softwarekomponente wurde nun von den Firmen
D.velop, Codia und Classcon, der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale (kdvz) Rhein-Erft-Rur und der Kreisstadt Bergheim gemeinschaftlich entwickelt. Der Kerngedanke dieses
neuen Ansatzes basiert auf folgendem Ablaufschema:
►► Scannen der Dokumente in einem Stapel
►► OCR-Texterkennung der Dokumentinhalte
►► Klassifizierung über ein Regelwerk
Über die Verteilung der Post entscheidet die Software unter
anderem mit Hilfe eines zentralen Regelwerks nach Kriterien
wie Gewichtung der Regeln, Wortanalysen verbunden mit bestimmten Wortabständen und logischen Algorithmen bezogen
auf die Dokumentinhalte selbstständig.
Die Aufstellung der Regeln zur Entscheidungsfindung
durch die Software kann fachspezifisch durch das Fachamt
erfolgen, die allgemeinen Regeln definiert die Poststelle. Hierzu steht eine einfach gehaltene grafische Oberfläche zur Verfügung, die, wie sich im Praxiseinsatz zeigte, auch Nicht-ITSpezialisten in kurzer Zeit bedienen können.
Greift gerade in der Anfangsphase des Regelwerkaufbaus
eine Regel für ein Schriftstück nicht wie gewünscht, wird sie automatisch an eine Clearingstelle der Poststelle zur Überprüfung

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AUS DER BRANCHE

gesendet. Dort wird in einer Trainingsumgebung mit einem Dokumentenmusterstapel das Regelwerk entsprechend optimiert.
Auch an eine eventuell einmal stattfindende Verwaltungsumorganisation wurde gedacht; diese kann durch einen dann
einfach zu verändernden Merkmalkatalog umgesetzt werden.
Eine Import- und Exportfunktion des Regelwerkes für andere
Kommunen rundet die Softwarelösung zusätzlich ab.
Nächstes Entwicklungsziel ist, dass beim Scannen erkannte Daten aus den Posteingangsdokumenten entsprechend der
vermeintlichen Ziel-Fachanwendung oder Fallakte in eine (zum
Beispiel XML-)Datei eingelesen werden. Diese werden dann
dem eigentlichen Dokument angehängt und sind damit je nach
Art und Ausprägung unmittelbar in das jeweilige Fachverfahren/
Fallakte übernehmbar. Durchgängig digitale Prozesse rücken
damit ein gutes Stück näher.

fängerpostfach zugeordnet wird und eine zentrale Instanz zur
zeitnahen Bearbeitung von Irrläufern das System fortlaufend
optimiert, konnte durch diese Lösung realisiert werden. Der
gesamte Prozess der Posteingangsverteilung ist technisch und
organisatorisch nachvollziehbar sowie korrekt und vollständig.
Die angestrebten Ziele wie
►► Integration des papierbasierten Posteingangs in das digitale Schriftgutmanagement
►► Beschleunigung der Zustellung des Posteingangs
►► Reduktion der Aufwände des Posteingang
konnten durch die gemeinschaftliche Projektarbeit so für die
Verwaltung erreicht werden. Die Kreisstadt Bergheim ist zuversichtlich, perspektivisch über 90 Prozent des Schriftguts
vollautomatisch zuordnen zu können.

FAZIT

Die Vision, dass ein maßgeblicher Anteil des zentral eingescannten Posteinganges automatisiert dem korrekten Emp-

AUTOREN: BIRGIT RITZ, CARINA STEINERT, THEO KRATZ,
ALLE KREISSTADT BERGHEIM; FRANZ HÖHNER,
KDVZ RHEIN-ERFT-RUR

Angebot kommt gut an

Stadt Diepholz zufrieden mit pmPayment und pmOnline

›

Die Stadt Diepholz setzt seit Mai
2018 die Lösungen pmPayment
und pmOnline der Firma GovConnect
ein. Seither können Bürgerinnen und
Bürger Geburts-, Ehe-, Lebenspartnerschafts- und Sterbeurkunden bequem online von zuhause beantragen
und bezahlen.
„Die Bürger können ihre Urkunden nun
bequem von zuhause und außerhalb der
Öffnungszeiten des Rathauses beantragen“, freut sich Bürgermeister Florian
Marré. Um den neuen Service zu nutzen, können die Bürgerinnen und Bürger
auf der Website der Stadt Diepholz einen
digitalen Antrag ausfüllen. Dabei werden
sie durch einen intelligenten Antragsassistenten der Firma Form-Solutions unterstützt. Das neue Online-Angebot nehmen die Bürgerinnen und Bürger gut an.
DURCHLAUFZEITEN IM STANDESAMT VERKÜRZT

Sobald die Dienstleistung bezahlt wurde,
wird das Standesamt in der Fachanwendung AutiSta über den eingereichten Antrag informiert. Da alle Vorgänge bereits
bezahlt wurden, kann das Standesamt
sie direkt abarbeiten. Petra Dullweber,
Standesbeamtin bei der Stadt Diepholz,
freut sich: „Wenn ein Bürger morgens

INTERN Nr. 1 | 2019

den Standesamt-Online-Assistenten
nutzt, ist die Urkunde teilweise schon am
nächsten Tag bei ihm zu Hause. Noch ein
Vorteil ist, dass die ganzen Informationen, die der Bürger im Online-Formular
eintippt, schon vorausgefüllt in der Fachanwendung landen. Durch die medienbruchfreie Abwicklung verkürzen sich
unsere Durchlaufzeiten und der Prozess
wird optimiert.“
BACKEND VON PMPAYMENT
ÜBERZEUGT

Im Backend von pmPayment kann die
Stadt Diepholz den Bezahlvorgang konfigurieren. So kann sie entscheiden, welche Bezahlarten sie den Bürgerinnen
und Bürgern anbietet und bis zu welchem
Betrag diese zur Verfügung stehen. Benjamin Grob, Fachinformatiker Systemintegration bei der Stadt Diepholz, betont:
„Wir sind vom einfachen und übersichtlichen Backend überzeugt.“
Zudem kann die Stadt Diepholz die
erfolgten Transaktionen im Backend auswerten. So kann sie beispielsweise die
beliebtesten Bezahlarten ermitteln. Benjamin Grob stellt fest: „Als Bezahlarten
nutzen die Bürgerinnen und Bürger vorzugsweise PayPal und ihre Kreditkarte.“
In Zukunft möchte die Stadt die digitalen Angebote für die Bürgerinnen und

Petra Dullweber (Standesbeamte, Stadt Diepholz), Florian Marré (Bürgermeister, Stadt Diepholz) und Benjamin Grob (Fachinformatiker
Systemintegration, Stadt Diepholz)

Bürger weiter ausbauen. Melderegisterauskünfte möchte sie dann online anbieten. Und auch Verwarngelder, die die
Stadt Diepholz mit der pmOWI-App erfasst, sollen Betroffene zukünftig elektronisch bezahlen können. Benjamin Grob
meint: „Die Erweiterungsmöglichkeiten
von pmPayment, um andere Fachanwendungen anzubinden, sind sehr gut.“
AUTORIN: NINA ARSOV, GOVCONNECT

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AUS DER BRANCHE

„Vernetzter Norden“

Kiel feiert 50 Jahre Informationstechnik für Verwaltung in
Schleswig-Holstein

›

1968: In diesem Jahr demonstrierten die Studenten, der Prager Frühling wird mit Panzern niedergeschlagen, die Beatles bringen ihr
„Weißes Album“ heraus. Einschlägige
Assoziationen. Doch noch etwas anderes passierte damals. 1968 gründete das Land Schleswig-Holstein die
Datenzentrale Schleswig-Holstein
(DZ-SH), die damals erste Einrichtung
für elektronische Datenverarbeitung
(EDV), heute Informationstechnik (IT)
sowohl für eine Landesregierung als
auch Kommunen. 50 Jahre später feiern die schleswig-holsteinische Landesregierung und Dataport die Gründung der DZ-SH im Landeshaus an
der Kieler Förde.
Die Datenzentrale Schleswig-Holstein
nahm am 1. Oktober 1968 für Land und
Kommunen ihre Arbeit auf. Insgesamt
zehn Beamte und 46 Angestellte waren
damals für den IT-Betrieb verantwortlich. Heute, 50 Jahre später, sind es
bei Dataport, dem 2004 aus der Fusion
der DZ-SH mit der vergleichbaren Hamburger Einrichtung hervorgegangenen
IT-Dienstleister, rund 2.800 Mitarbeiter.
Haben damals ein Land und zahlreiche
Kommunen miteinander kooperiert, sind
es heute sechs Bundesländer.
IT-DIENSTLEISTER ALS RETTER
IN DER NOT

Hans-Joachim Grote, Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration,
betonte während der Feierstunde die
Rolle der Informationstechnik für das
Land. Er ging auf wegweisende Vorhaben wie zum Beispiel ganz aktuell das
Projekt „Ultramobile Polizeiarbeit“ ein:
„Seit 50 Jahren sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Datenzentrale
Schleswig-Holstein, beziehungsweise
heute von Dataport, Unterstützer bei
technischen Fragen, finden innovative
Lösungen und sind auch oft genug Retter
in höchster Not, wenn wir mal wieder an
unseren Laptops verzweifeln. Beispielsweise das Projekt Ultramobile Polizeiarbeit wäre ohne Dataport gar nicht möglich. Mit Hilfe der Mitarbeiterinnen und

INTERN Nr. 1 | 2019

Mitarbeiter werden
wir die Polizei in
Schleswig-Holstein
mit besonders ausgestatteten Smartphones ausrüsten
und so Arbeitsschritte vereinfachen, beschleunigen und insgesamt
die Qualität der
Polizeiarbeit weiter
erhöhen.“
Tobias Goldschmidt, Staatssekretär für Digitalisierung, sagte: „50
Jahre IT haben uns 50 Jahre IT in Schleswig-Holstein: An der Feierstunde, die im Dezember
gesellschaftlich vor im Kieler Landeshaus stattfand, nahmen rund 100 Personen teil, darungroße Herausforde- ter Parlamentarier, IT-Verantwortliche aus Land und Kommunen sowie
Wegbegleiter aus den vergangenen 50 Jahren. Im Bild: Hans-Joachim
rungen gestellt, die Grote, Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration.
besonders Dataport
für unser Land angegangen ist. Der Blick in die Zukunft je- von Verwaltung. Algorithmen und künstdoch, bietet uns viele Chancen am digita- liche Intelligenz werden zu weiteren grolen Horizont. Dass der Glasfaserausbau ßen Veränderungen beim Technikeinsatz
und kommunales WLAN in Schleswig- führen. Die Entscheidungsgewalt darüHolstein erfolgreich ist, ist jedoch nicht ber sollten Staat und Verwaltung in eiselbstverständlich. Deshalb gilt es am genen Händen behalten. Mit Dataport
Ball zu bleiben, innovativ zu denken und ist das ohne weiteres möglich.“
die Herausforderungen der Zukunft anWährend IT in ihren Anfangsjahzunehmen. Unser Ziel ist es den „echten ren vor allem als Hilfstechnik eine Rolle
Norden“ zum „vernetzten Norden“ wer- spielte, mit der Statistiken erstellt oder
den zu lassen.“
Gehälter errechnet wurden, ist IT heute integraler Bestandteil der öffentlichen
DIGITAL GUT AUFGESTELLT
Verwaltung. Ohne IT wäre sie nicht mehr
Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender arbeitsfähig. Wo vor 50 Jahren in Lochvon Dataport, bedankte sich für die gute kartensälen Daten auf Rechnern mit 64
und vertrauensvolle Zusammenarbeit, Kilobyte Speicherplatz erfasst wurden,
deren Grundstein bereits 1968 gelegt stehen heute im leistungsfähigen Rewurde. Er blickte optimistisch in die Zu- chenzentrum von Dataport zwei Millionen
kunft: „50 Jahre nach dem Start der sys- Gigabyte virtueller Speicher zur Verfütematischen und kooperativen IT steht gung. Wo 1968 KugelkopfschreibmaschiSchleswig-Holstein wieder weit vorne. nen ohne Speicherfunktion im Büroalltag
Eine weitreichende Digitale Agenda be- unterstützen, wird heute auf Notebooks
schreibt den Weg in die digitale Zukunft im Home Office gearbeitet und Falschdes Landes. Ein Digitalisierungspro- parker werden über das Smartphone ergramm schafft den Rahmen für die Um- fasst. Neue Technologien wie Blockchain
setzungsziele der nächsten Jahre. Die und Künstliche Intelligenz werden für ihGrundlagen dafür hat das Land in den ren Einsatz in der öffentlichen Verwalvergangenen Jahren geschaffen und hat tung erprobt.
mit Dataport den richtigen Partner dafür.
AUTORIN: KIRSTEN WOHLFAHRT,
IT ist inzwischen integraler Bestandteil
DATAPORT

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AUS DER BRANCHE

Souveräne digitale Identität
regio iT ist neuer Partner im Sovrin-Netzwerk

›

Die regio iT ist neuer Partner im
Netzwerk „Sovrin“. Als internationale Non-Profit-Organisation verfolgt
die Sovrin Foundation das Ziel, eine
souveräne digitale Identität (self-sovereign digital identity) für jedermann zu
ermöglichen. Verbrauchern wie Bürgern die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten zurückzugeben, ist
Kern der gemeinsamen Mission.
Hierzu setzt das weltweite Netzwerk
neue Standards für die digitale Identität
im Internet. So will man Vertrauen in analoge IDs – wie Führerschein und Personalausweis – herstellen und zudem die
Benutzerfreundlichkeit erhöhen. Zu diesem Zweck wollen die Partner im Netzwerk das derzeitige System der isolierten Identitäten, endlosen Passwörter und
unsicheren Datenbanken ablösen. Hier
kommt die Blockchain-Technologie ins
Spiel: Mit ihr kann sich der Bürger seine
Datenhoheit zurückerobern.
ZUM GESTALTUNGSPOTENZIAL
DER BLOCKCHAIN

Die Blockchain ist ein öffentliches Kontobuch, dezentral und digital, mit dem
Transaktionen wie die Übertragung von
Rechten oder auch Zahlungen aufgezeichnet werden können, ohne dass eine
zentrale Stelle jede einzelne Transakti-

on legitimieren muss. Die Kommunikation erfolgt direkt zwischen den Beteiligten, keine Partei übernimmt die alleinige
Kontrolle und Steuerung. Nutzer können
wahlweise anonym bleiben, und eine einmal eingetragene Transaktion kann nicht
mehr verändert werden.
Gerade für die öffentliche Verwaltung birgt die Blockchain ein enormes
Potenzial: Hier müssen viele Register
und Verfahren (vom Einwohnerverfahren über das Standesamtsregister bis zu
Gewerbeanmeldungen) manipulationsund ausfallsicher betrieben werden und
Urkunden sowie Bescheide Nachweise
über bestimmte Sachverhalte und Besitzverhältnisse geben. Die Vorteile der
Blockchain: Weniger zentrale Instanzen
und Verwaltungsaufwand, Kostenersparnis, höhere Sicherheit, ein robustes Gesamtsystem und mehr Transparenz.
BLOCKCHAIN GEHT NICHT ALLEIN

„Die Blockchain-Technologie kann die
Interaktion zwischen Bürgern und ihren
Verwaltungen deutlich erleichtern“, erklärt Dieter Rehfeld, Vorsitzender der regio iT-Geschäftsführung. „Gemeinsam
mit nationalen und europäischen Partnern im Netzwerk möchten wir Services
mit digitalen Identitäten für den öffentlichen Sektor entwickeln.“

Von der Führerscheinvalidierung
über die Verwaltung der digitalen Identität mit mehr Datensouveränität für den
Bürger bis hin zum Online-Voting oder
zum regionalen Nachbarschaftsstrom:
Es ist an der Zeit, mit den Möglichkeiten der Technologie zu experimentieren
und neue Anwendungsszenarien zu entwickeln. Das tut die regio iT, an vielen
Stellen. Unter anderem im Rahmen der
Initiative „Blockchain in der Verwaltung
Deutschland - BiVD“ des Landes NRW
und gemeinsam mit Partnern im Projekt
„govchain nrw“. Was aktuell im Reallabor
der regio iT und darüber hinaus in der
Blockchain-Szene läuft, erzählt Dieter
Rehfeld in seinem Blog govchain-blog.
de.
AUTORIN: BIRGIT BECKER, REGIO IT

ZENNER und regio iT kooperieren

Smart Metering und Internet of Things (IoT) sind Zukunftsthemen, die die
Partner gemeinsam erfolgreich besetzen

›

Es passt einfach: die Zusammenarbeit zwischen der regio iT als zertifiziertem Smart Meter Gateway- Administrator und der ZENNER International
GmbH & Co. KG (Saarbrücken), dem
weltweit tätigen Hersteller von Wasserund Wärmezählern.
Das wurde durch eine Kooperationsvereinbarung Ende 2018 auch
schriftlich besiegelt. Es ist eine Partnerschaft mit echten Synergieeffekten.
Gemeinschaftlich werden Dinge auch

INTERN Nr. 1 | 2019

„mal ausprobiert“, und das ausgesprochen erfolgreich wie die ersten Projekte
zeigten. Zu denen gehören intelligente
Wasserzähler mit Abschaltfunktion zur
Prävention gegen Undichtigkeiten sowie
Smart-School-Anwendungen.
ZUSAMMENARBEIT BEI IOT

Künftig wollen die Unternehmen bei der
Entwicklung und beim Vertrieb von Long
Range Wide Area Network (LoRaWAN)basierten IoT-Lösungen zusammenar-

beiten. „ZENNER und regio iT kombinieren sehr intelligent die Themen Smart
Metering und IoT, auf denen Mehrwertdienstleistungen und neue Services für
Stadtwerke und Kommunen basieren“,
fasste regio iT-Geschäftsführer Dieter
Ludwigs auf den Metering Days 2018 in
Fulda die Gründe für die Vertiefung der
Partnerschaft zusammen.
AUTORIN: BIRGIT BECKER, REGIO IT

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AUS DER BRANCHE

Geprüfte Sicherheit

Rechenzentrum der ITK Rheinland erfüllt international anerkannte Norm

›

Die ITK Rheinland hat das Managementsystem für die Sicherheit ihres Rechenzentrums von einer
unabhängigen Stelle prüfen lassen
und ist erfolgreich zertifiziert worden.
Das offizielle Gütesiegel bezieht sich
nicht nur auf den Betrieb des Rechenzentrums, sondern auch auf das Bereitstellen von Servern sowie die Unterbringung und Netzanbindung von
Kunden-Servern im Rechenzentrum.
„Uns sind Daten von rund 1,3 Millionen
Bürgerinnen und Bürgern aus dem Verbandsgebiet anvertraut. Deshalb sind wir
stolz darauf, dass unsere Anstrengungen
zum Schutz des Rechenzentrums und
der dort gespeicherten Informationen

nun ein Gütesiegel bekommen haben“,
berichtet ITK-Verbandsvorsteher Prof.
Dr. Andreas Meyer-Falcke.
Die Zertifizierung des Rechenzentrums ist nicht nur ein Signal an die
Kommunen, dass die Verfügbarkeit,
Vertraulichkeit und Integrität der Daten
sichergestellt sind. Sie trägt auch ihren
Teil dazu bei, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Verwaltung zu
stärken.
„In Zeiten, in denen Akteure auf
dem freien Markt fahrlässig mit Daten
umgehen oder sie verkaufen, ist es für
jeden einzelnen umso wichtiger zu wissen, dass seine Daten bei uns mit größter Sorgfalt und geprüften technischen
Standards bereitgestellt und verarbeitet

werden“, sagen die Geschäftsführer der
ITK Rheinland, Bodo Karnbach und Wolfgang Vits.
Um die Anforderungen der Norm DIN
ISO / IEC 27001 zu erfüllen, hat die ITK
Rheinland bereits in den Vorjahren zahlreiche technische Maßnahmen getroffen,
welche die Sicherheit nachweislich erhöhen. Die Zertifizierungsgrundlage ist ein
international führendes Regelwerk, das
Anforderungen an ein angemessenes Informationssicherheits-Managementsystems beschreibt. Den Kompetenznachweis erbringt die ITK Rheinland von nun
an jedes Jahr erneut.
AUTORIN: NICOLA ROEB, ITK RHEINLAND

Unterschiedliche Regelungen

Das krz informiert seine Datenschutzkunden zur DSGVO

›

Die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist seit Mai 2018 in Kraft und
wird immer noch heftig diskutiert.
Auch die praktische Umsetzung ist
vielfach noch nicht abgeschlossen,
und die Regelungen werden häufig
unterschiedlich ausgelegt.
Um den Kunden des krz hier Anhaltspunkte und Orientierungshilfen zu geben, haben die Datenschutzbeauftragten
im Dezember 2018 eine weitere Infoveranstaltung zu dem komplexen Thema
durchgeführt. Bereits im Dezember 2017
hatte der Lemgoer IT-Dienstleister seine
Kunden in einem eigenen Termin auf die
Neuerungen vorbereitet.
Das Interesse an der Thematik war
auch kurz vor Weihnachten so groß,
dass sich die Referentinnen und Referenten aus dem Datenschutz-Team vor
einem ausgebuchten Plenum wiederfanden. Als zentrale Fragestellungen ergaben sich im Vorfeld der Veranstaltung
die Punkte:

INTERN Nr. 1 | 2019

►► Was hat sich seit Inkrafttreten der
DS-GVO vor über 200 Tagen geändert?
►► Wie war die Umsetzung und was
steht uns bevor?
Nach der Begrüßung durch Lars Hoppmann, den stellvertretenden Geschäftsführer des krz, und Frank Lehnert, Abteilungsleiter Zentrale Dienste, gab der
Geschäftsbereichsleiter Datenschutz
und Sicherheit, Markus Kohlstädt, einen
Überblick über das Thema und den Ablauf der Veranstaltung.
VORABBEWERTUNG VON RISIKEN

Isabell Jungnitz machte den Anfang mit
Informationen zu den Regeln, die beim
Einsatz von Social Media zu beachten
sind. Im Anschluss beleuchtete Markus
Kohlstädt die Bedingungen im Bereich
Beschäftigtendatenschutz und welche
wichtigen Faktoren zu beachten sind.
Ein zentraler Aspekt bei der Umsetzung der neuen Regelungen ist die
Datenschutz-Folgeabschätzung, zu der

Christian Forner referierte. Ihr maßgebliches Ziel ist die systematische Vorabbewertung von Risiken für die Rechte und
Freiheiten der Betroffenen, die einzelne
Verarbeitungsvorgänge mit sich bringen.
Einen Blick in die Zukunft warf Kristina Leinfelder. Sie stellte die anstehende
e-Privacy Verordnung vor, die im Kern
einen besseren Schutz in der elektronischen Kommunikation mit personenbezogenen Daten bezweckt und so die
Sicherheit für die Nutzer erhöht. Welche
Schritte hier zukünftig umzusetzen sind,
gab sie den interessierten Zuhörern mit
auf den Weg.
Zum Abschluss der Veranstaltung
gab Fachbereichsleiterin Swetlana Fischer einen Ausblick auf das Jahr 2019
hinsichtlich der Neuerungen im Datenschutzbereich und informierte über die
aktuelle Rechtsprechung.
AUTORIN: SWETLANA FISCHER, KRZ

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AUS DER BRANCHE

Digitales Vorzeigeprojekt
IoT-Infrastruktur von Lemgo Digital steht

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Unerwartete Verspätungen, fehlende Informationen oder Busse,
die einem vor der Nase wegfahren –
das gehört in Lemgo der Vergangenheit an. Gemeinsam mit dem krz hat
das Projekt Lemgo Digital der Fraunhofer IOSB-INA eine Web-Anwendung
für die Stadtbus-Kunden entwickelt,
mit der sie sich immer aktuell über die
nächsten Fahrgelegenheiten informieren können. Zudem wurde damit die
IoT- Infrastruktur für weitere Innovationen und Mehrwerte geschaffen.
Seit dem 11. September 2018 sind alle
16 Stadtbusse in Lemgo mit Sensoren
für die exakte Positionsbestimmung und
zusätzlichen Displays ausgestattet. Die
Positionsdaten werden in einer sicheren
Cloud verarbeitet und die Fahrgäste sehen morgens bereits am Frühstückstisch
auf dem Smartphone, wann genau sie
sich auf dem Weg zur Haltestelle machen
können. Busfahrer sehen ab sofort die
Positionen der Kolleginnen und Kollegen – es entfällt der fragile Funkverkehr
und eigene Abfahrtszeiten können einfacher synchronisiert werden. Gemeinsam
mit dem krz, der Hochschule OWL und
den Stadtwerken Lemgo hat Fraunhofer
IOSB-INA die Basis für die Entwicklung
zukünftiger Mehrwerte und die Verbesserung des Komforts für die Fahrgäste
geschaffen.
Das Kommunale Rechenzentrum
Minden-Ravensberg/Lippe hat sich maßgeblich an der Entwicklung der Oberflächen beteiligt. Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Geschäftsbereiche EGovernment und Softwareentwicklung
wirkten an der Entwicklung der Web-Anwendung, des Displays für die Busfahrer und des Displays an der Haltestelle
„Treffpunkt“ mit. Hierbei wurde zunächst
bei der Prototypenerstellung unterstützt.
Die Datenhaltung erfolgt aktuell noch
beim Fraunhofer IOSB-INA.
Zukünftig soll diese aber in einer
vom krz entwickelten ‚Goverment-Cloud‘
im BSI-zertifizierten Rechenzentrum erfolgen, dabei liegt der Fokus auch bei
der Datennutzung für die weitere Bereichen des Projekts wie Parken, Handel
und Umwelt. Denn mit diesem Projekt ist

INTERN Nr. 1 | 2019

erst der Anfang gemacht: Lemgo Digital
verfügt nun über das Handwerkszeug,
zahlreiche weitere Mehrwertdienste zu
erschaffen – nicht nur im öffentlichen
Nahverkehr.
BEGINN VON SMART CITY

So ist eines der zentralen Ziele von Lemgo Digital die Technologiegestaltung in
der Bürgerbeteiligung. Auch die Funktionsweise und die grafische Oberfläche
der Informationsanzeige in den Bussen
ist bereits in einem Workshop gemeinsam mit Busfahrerinnen und Busfahrern
entwickelt worden. Die Web-Anwendung
wurde interessierten Fahrgästen und allen Bürgern bereits im August für einen
zweiwöchigen Test zur Verfügung gestellt. Es gab ein hohes Interesse der
Anwender, die diesen Test engagiert und
interessiert angenommen haben. Umfangreiches Feedback zu Funktion, Anwenderfreundlichkeit und Nutzwert der
Anwendungen wurde gesammelt und
ist bereits in weitere Anpassungen der
Anwendungen eingeflossen. Auch Anregungen für Funktionserweiterungen sind
eingegangen.
Lars Hoppmann, stellvertretender
Geschäftsführer des krz, ist sich sicher: „Dieses Projekt bietet den idealen
Rahmen für die Umsetzung einer neuen Smart City-Plattform für Mittelstädte,
die wir nun gemeinsam mit Fraunhofer
IOSB-INA, beispielgebend für andere
Mittelstädte, in Lemgo entwickeln und
erproben.“

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter
des Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo und
Initiator von Lemgo Digital ergänzt: „Der
Aufbau der grundlegenden IT-Infrastruktur wurde nun abgeschlossen. Damit sind
wir in der Lage, Daten zum Beispiel zur
Pünktlichkeit oder Ein-/ Ausstiegsfrequenzen an den Haltestellen in der notwendigen Qualität und Tiefe zu erfassen.
Diese werden wir gemeinsam mit den
Stadtwerken Lemgo und den Busbetreibern zur Weiterentwicklung des Stadtbus-Systems nutzen.“
Arnd Oberscheven, Geschäftsführer
der Stadtwerke Lemgo ist erfreut: „Die
Digitalisierung eröffnet uns neue Möglichkeiten, den Busbetrieb noch genauer
zu analysieren, benutzerfreundlicher zu
machen und damit die Attraktivität des
Stadtbusses weiter zu steigern.“
Unterstützt wird dieses Projekt darüber hinaus durch die am Stadtbus Lemgo
beteiligten Busbetreiber Köhne aus Extertal und Linke aus Lemgo, sowie dem
Software Lieferanten IVU Traffic Technologies aus Aachen. Sven Oehlmann,
Geschäftsführer Karl Köhne Omnibusbetriebe GmbH und Prokurist Uwe Kortemeier sind sich einig: „Wir begrüßen den
Vorstoß von Fraunhofer in Lemgo sehr.
Er wird uns helfen, die Digitalisierung im
Bereich des ÖPNV für unsere Kunden
voranzutreiben und die Qualität weiter
zu verbessern.“
AUTORIN: MICHAELA LEHNERT, KRZ

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AUS DER BRANCHE

Aufwand der sich rechnet

ekom21 baut Qualitätsmanagement weiter aus

›

Der Unternehmensbereich „ITOperations“ der ekom21 hat sein
Qualitätsmanagement weiter ausgebaut. Nachdem bereits im Jahr 2016
der Fachbereich „Print Services“ das
Zertifikat für die erfolgreiche Einführung des Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2015
erhalten hatte, folgten in 2017 die Bereiche „Produktion“, „Command Center“ und „IT-Produkte“. Nun haben
auch die Fachbereiche „SicherheitsTeam“ sowie „IT-Governance“ die begehrte Auszeichnung empfangen.
Die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO
9001:2015 ist durch einen nicht zu unterschätzenden Zeit- und Arbeitsaufwand
geprägt. Dennoch scheut die ekom21
solche Aufwendungen nicht, um ihre ITProzesse zu verbessern, Arbeitsabläufe
zu optimieren sowie die Anforderungen
an Organisation und Management effizienter zu gestalten.
Die Leiterin des Unternehmensbereiches, Gabriele Büsse, erklärt dazu:
„Bei all unseren Bemühungen steht vor
allem die Steigerung der Kundenzufriedenheit und die Verbesserung der Servicequalität im Vordergrund. Die Qualitäts-Management-Norm ISO 9001:2015
hilft dabei, unsere Prozesse zu optimieren, die Abläufe zu dokumentieren, das
Wissen um die Abläufe transparent zu
machen und über Kennzahlen zu steuern. Das Qualitätssiegel bestätigt uns,
dass wir diese Ziele zum Nutzen unserer Kunden in einem stetigen Verbesserungszyklus verfolgen.“
VERBESSERTE
PROZESSSICHERHEIT

Bereits im Vorfeld der Audits sind sämtliche Prozesse dokumentiert und analysiert sowie Arbeits- und Verfahrensanweisungen erstellt oder überarbeitet
worden. Für die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der beiden neu überprüften
Fachbereiche bedeutete dies zwar eine
Anpassung in den betrieblichen Prozessen, aber gleichzeitig auch einen Gewinn
bei der Erhöhung der Prozesssicherheit
und der Verbindlichkeit – natürlich waren

INTERN Nr. 1 | 2019

dazu auch interne Weiterbildungsmaßnahmen notwendig, um das Fachwissen
weiter zu vertiefen.
Die Überprüfung aller im Anwendungsbereich befindlichen Fachbereiche wurde von zwei Auditoren parallel
an zwei Tagen durchgeführt. Es fanden Gespräche mit den Führungskräften statt, einzelne Kolleginnen und Kollegen wurden an ihren Arbeitsplätzen
über die Arbeitsabläufe befragt. Dabei
wurde insbesondere untersucht, ob die
dokumentierten Regelungen „gelebt“
werden. Hierzu wurden zahlreiche Nachweise verlangt, die alle vorgelegt werden
konnten.
Im Ergebnis konnten die Auditoren
den Mitarbeitern der geprüften Bereiche
eine hohe Prozesssicherheit bescheinigen und der ekom21 bestätigen, dass
die Normanforderungen nach DIN EN
ISO 9001:2015 im Anwendungsbereich
erfüllt werden.
ERWEITERTER
ANWENDUNGSBEREICH

Das erweiterte Zertifikat wurde kürzlich
der ekom21 übergeben (s. unser Foto).
Damit sind nun folgende Fachbereiche
des Unternehmensbereichs IT-Operations nach DIN EN ISO 9001:2015
zertifiziert:
►► Stab 2B – Sicherheits-Team:
„Verbesserung der IT-Sicherheit
durch organisatorische und technische Maßnahmen“
►► FB 21 – Produktion:
„Steuerung und Sicherstellung der
Verfügbarkeit aller zentral betreuten Systeme“
►► FB 22 – Print Services:
„Verarbeitung von elektronisch bereitgestellten Druckdaten aus den
internen Zentralrechnerverfahren
heraus oder für elektronisch angelieferte Druckdaten“
►► FB 24 – IT-Governance:
„Erarbeitung und Weiterentwicklung der Methoden, Standards und
Richtlinien für den technischen
Betrieb im Unternehmen sowie die

Prof. Manfred Rothgänger (links), Geschäftsführer der CertEuropA GmbH, überreicht
ekom21-Geschäftsführer Ulrich Künkel die
Urkunde der ISO-9001-Zertifizierung für
Qualitätsmanagement

Bereitstellung interner technischer
Dienstleistungen“
►► FB 25 – Command Center:
„Überwachung von IT-Anwendungen und IT-Infrastruktur“
►► FB 27 – IT-Produkte:
„Beratung und Vertrieb von Hardware und Standardsoftware sowie
Drucker-Verbrauchsmaterialien“.
Nach der jüngsten Überprüfung (durch
die Zertifizierungsstelle) sind mittlerweile
25 Prozesse des Unternehmensbereichs
IT-Operations im Anwendungsbereich
des Qualitätsmanagementsystems integriert - weitere sollen in Kürze folgen.
Dazu ekom21-Geschäftsführer Bertram
Huke: „Wir sind stolz auf diese Zertifizierung. Die Anforderungen unserer Kunden
an die von uns angebotenen Dienstleistungen steigen beständig und ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN
ISO 9001 gibt ihnen die notwendige Investitionssicherheit. Unser Unternehmensbereich IT-Operations entwickelt
seine IT-Produkt- und -Dienstleistungsqualität dadurch ständig weiter und trägt
damit zu einer höheren Kundenzufriedenheit bei“.
AUTOREN: STEFAN THOMAS,
JENS KIEFER, EKOM21

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AUS DER BRANCHE

Sicherheit durch automatisierte Updates

kasus21® entlastet Eltville am Rhein

›

Rund 17.000 Einwohner der Stadt
Eltville am Rhein werden von etwa
175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der Verwaltung betreut. Die sich daraus ergebende Größe der IT-Landschaft erfordert einen entsprechenden
Aufwand, den die beiden System-Administratoren Dieter Schenk und Jonathan Peuser vor Ort kaum noch aufbringen können.
Die heutigen Sicherheitsanforderungen
bringen es mit sich, dass jede eingesetzte Software sehr zeitnah mit den notwendigen Updates versorgt wird. Diese auf
allen Systemen einzuspielen, war bisher
ein großer Bestandteil der Arbeit der Systembetreuer. Denn nicht aktuelle Systeme sind heute ein immenses Sicherheitsrisiko: Entsprechende Angriffe sind eher
die Regel, als die Ausnahme.
Bei der Suche nach Entlastung stieß
die Stadt Eltville am Rhein sehr schnell
auf kasus21®, den Software-Aktualisierungs-Service der ekom21.
Vollkommen automatisch werden
nun die Inventarisierung und Aktualisie-

rung der eingesetzten Software durchgeführt. Des Weiteren wird eine Differenzprüfung der zur Verfügung stehenden
Updates sowie der derzeit installierten
Software vorgenommen und mit dem
Produktkatalog abgeglichen.
Der Clou: Die Updates werden zu einem festgelegten Zeitpunkt installiert, so
dass die damit verbundenen Einschränkungen der Systemleistung außerhalb
der jeweiligen Arbeitszeiten stattfinden.
RUNDUM SICHER

Eine detaillierte Berichterstattung ermöglicht es der IT-Abteilung nun jederzeit, die
Vollständigkeit der installierten Updates
zu überprüfen und die diesbezügliche
Sicherheit aller verwalteten Systeme im
Blick zu haben.
Für die Administratoren hat sich mit
Einsatz von kasus21® der Arbeitsaufwand deutlich verringert: Die Installationen laufen automatisch, beeinflussen die
Arbeit der anderen Mitarbeiter nicht und
sind mit einem Blick überprüfbar.
Darüber freut sich auch Bürgermeister Patrick Kunkel: „Gerade in der digita-

Freuen sich über mehr Sicherheit und weniger Aufwand
(vorne v.l.n.r.): Dieter Schenk, Bürgermeister Patrick Kunkel und Jonathan Peuser (Stadt Eltville am Rhein) sowie
(hinten v.l.n.r.) Michael Kugelmann und Christian Fassbender (ekom21)

len Welt spielt die Sicherheit eine herausragende Rolle. Wer hier zu spät reagiert,
ist ganz schnell von der rasanten Entwicklung abgekoppelt. Damit wir auch
auf diesem Gebiet beispielgebend vorangehen, haben wir einen starken Partner
an unserer Seite“, so der Bürgermeister.
AUTOR: HELMUT BEST, EKOM21

Weltweit eines der Besten

Das SAP Customer Center of Expertise von Dataport

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Das SAP Customer Center of Expertise (CCoE) von Dataport gehört zu den zehn besten CCoEs weltweit. Das ergab die noch im Jahr 2018
durchgeführte Rezertifizierung. Die
SAP AG bescheinigt Dataport mit der
Zertifizierung ein sehr hohes Niveau
an Qualität und Service für SAP-basierte Dienstleistungen.
In ihrem Zertifizierungsprozess bewertet
SAP die Lösungskompetenz und Organisationsreife des CCoE. Dataport wurde
mit der vollen Punktzahl bewertet. Das
CCoE von Dataport bearbeitet Störungen und Anfragen effizient und in hoher
Qualität. Auftrags- und Supportprozesse
laufen reibungslos und stellen sowohl
die schnelle Bearbeitung eines Auftrags
als auch die schnelle Lösung eines Pro-

INTERN Nr. 1 | 2019

blems sicher. Das systematisch aufgesetzte Vertrags- und Lizenzmanagement
sorgt für hohe Transparenz und ist damit
Grundlage für schnelle Fehlerbehebung,
geringe Ausfallzeiten und sichere Verarbeitung von Daten.
„Ich freue mich sehr über dieses hervorragende Ergebnis. Es zeigt, mit wieviel Kompetenz und Engagement unsere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. Eine sehr gute Basis, um leistungsstarke und sichere Angebote und Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln“,
so Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender
von Dataport.
Weltweit existieren mehrere tausend
CCoEs. Sie dienen als erste Anlaufstelle für alle Fragen zu SAP und der SAPSoftware. Die Mitarbeiter in den CCoEs
lösen Probleme, beantworten Anfragen

und liefern Informationen rund um die
verschiedenen Produkte der SAP. Dataport betreibt im eigenen Rechenzentrum Software von SAP für die Länder
Hamburg, Bremen, Sachsen-Anhalt und
Schleswig-Holstein. Das CCoE von Dataport installiert, betreibt und managt die
verschiedenen Softwareprodukte.
Zurzeit stellt Dataport alle SAP-Systeme auf die Plattform für Hochleistungsanalyse, SAP HANA, um. Auf der Basis
von HANA wird der IT-Dienstleister Lösungen für das Finanzwesen entwickeln,
die automatisierbar und einfach zu bedienen sind. Sie sollen in der öffentlichen
Verwaltung die Planung und Bewirtschaftung von Haushaltsmitteln vereinfachen.
AUTORIN: BRITTA HEINRICH,
DATAPORT

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AUS DER BRANCHE

Zeitgemäß zum Kitaplatz

AKDB entwickelt Webservice für Kitas und Eltern

›

Die Digitalisierung der KitaplatzBedarfsanmeldung spart Zeit und
Nerven für Verwaltungen, Einrichtungen und Eltern. Der jährliche Ansturm
auf verfügbare Plätze sorgt stets für
die gleichen Fragen: Werden die
Plätze reichen? Wie vermeidet man
Warteschlangen vor Rathäusern und
Einrichtungen? Können Mehrfach-Anmeldungen leichter aussortiert werden? Wie werden Kommunikationswege zwischen Trägern und Eltern
kürzer?
Eltern erleben nach der Anmeldung
häufig eine unsichere Zeit, da erst eine
schriftliche Zusage die vielzitierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherstellt. Bewerbungen für einen Kitaplatz
müssen oft in jeder infrage kommenden
Einrichtung persönlich abgegeben werden – danach heißt es dann warten. Für
Verwaltungen und Einrichtungen steigt
in dieser Zeit der Druck. Kommunen
müssen die Anmeldung angesichts einer
hohen Anzahl an Trägern koordinieren
und die Plätze bereitstellen, die Einrichtungen wiederum kämpfen mit Personalund Zeitmangel, sollen sie doch gewissenhaft entscheiden, wer welche Kinder
aufnimmt.
Ziel des bisherigen analogen Prozedere war eine maximale Elternzufriedenheit. Das soll mit der neuen digitalen
Lösung der AKDB auch so bleiben, nun
zusätzlich mit optimaler Platzverteilung
sowie einfacheren Verwaltungsabläufen
und der Vernetzung aller Träger. Im Frühjahr starten erste Kommunen mit dem
intelligenten Vergabemanagement über
den Online-Fachdienst „Kita-Bedarfsanmeldung“ im Bürgerservice-Portal der
AKDB.
ZENTRALISIERUNG UND
EFFIZIENZSTEIGERUNG

Eltern geben das Wertvollste, was sie
besitzen, in die Betreuung, nämlich ihre
Kinder. Sie können sich, wie in vielen
Kommunen üblich, am Tag der offenen
Tür persönlich ein Bild von den Einrichtungen machen, um einen geeigneten
Kitaplatz auszumachen. Nach Bekanntgabe des Anmeldezeitraums durch die

INTERN Nr. 1 | 2019

Die Kita-Anmeldung kann bequem vom Sofa aus erfolgen. (Bild: Fotolia)

Kommune beginnt der ganzheitliche und
durchgängige Prozess.
Nach nur einmaliger Registrierung
über die BayernID im BürgerservicePortal merken Eltern übersichtlich ihren
Bedarf für einen Kinderbetreuungsplatz
vor. Das Portal bietet einen Überblick
über die Kinderbetreuungsangebote unterschiedlicher Träger. Hierbei wird den
Eltern aber keine offene Platzanzahl angezeigt, da sich dies bis zur finalen Vergabe etwa wegen Zurückstellungen und
Wegzügen noch ändern kann.
Nach der Erstellung einer Favoritenliste übermitteln Eltern einmalig die Bedarfsanmeldung und erhalten anschließend eine Benachrichtigung im digitalen
Postfach, bis zu welchem Zeitpunkt eine
verbindliche Zusage eines Platzes erfolgt. Das Postfach des BürgerservicePortals lässt eine sichere und datenschutzkonforme Kommunikation zu. Die
eingehende Bedarfsanmeldung ist für
alle relevanten Nutzer sichtbar, auch,
wenn ein Platz zugewiesen wurde. Das
verhindert eine Mehrfachbelegung, verkürzt Kommunikationswege und spart
Zeit bei allen Beteiligten. Die finale Vergabe verbleibt wie in der Vergangenheit
bei den Fachkräften der Verwaltung und
Kitas mit ihren Vergabekriterien.
KONSTRUKTIVE KOOPERATION
MIT PILOTKOMMUNEN

dienstes lag in der intensiven Zusammenarbeit eines AKDB-Entwicklerteams
mit einigen Pilotkommunen, die Anforderungen und Wünsche an eine zentrale
und digitale Kitaplatz-Bedarfsanmeldung
klar definiert hatten. So entstanden gemeinsame Lösungen und am Ende ein
Fachdienst, der flexibel und intuitiv zu
bedienen ist: Eltern melden ihren Platzbedarf an und erhalten eine verbindliche
Antwort; Kommunen sparen bei ihrem
Auftrag der Platzbereitstellung erheblich Zeit ein und profitieren von hoher
Datensicherheit; und schließlich können
Träger und Einrichtungen Plätze nach
pädagogischen Grundsätzen verteilen,
um anschließend die Daten der Kinder
ohne weiteren Aufwand in ihre Kita-Verwaltungssoftware zu übertragen.
Der Fachdienst unterstützt Kommunen bei der Bedarfsplanung in der Kinderbetreuung, damit diese Kommunen
politische Entscheidungen zum Ausbau
aller Kinderbetreuungsformen treffen
können. Dazu passend das Statement
von Bürgermeister Benedikt Bisping von
der Stadt Lauf an der Pegnitz beim Pilotkommunen-Treffen: „Während andere
nur von Digitalisierung reden, handeln
wir konkret und erleichtern für die Eltern
die Kitaanmeldung mit moderner Technik. Wir freuen uns, dass es losgeht!“
AUTORIN: ANDREA MISCHKE, AKDB

Die Basis zur Realisierung des Fach-

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BERICHT AUS DER EU

Künstliche Intelligenz für Dich

EU fördert die KI-Plattform „AI4EU“ für Unternehmen und Behörden
Am 25. April 2018 hatte die Kommission ihre Strategie für künstliche Intelligenz vorgestellt und kündigte die Entwicklung der AI-on-Demand-Plattform
an. Insgesamt erhöht die Kommission
ihre Investitionen in Forschung und Innovation im Bereich der künstlichen Intelligenz im Rahmen des Programms Horizont 2020 für den Zeitraum 2018-2020
auf 1,5 Milliarden Euro. Das AI4EU-Projektteam wird eng mit den Digital Innovation Hubs für Robotik und dem zukünftigen Netzwerk von KI-Exzellenzzentren
zusammenarbeiten, um den Zugang zur
KI-Technologie weiter zu erleichtern.
Mehr Infos: Link

›

Zu Jahresbeginn haben 79 Partner
aus 21 Ländern ihre gemeinsame
Arbeit an einer umfassenden Plattform zu Künstlicher Intelligenz begonnen. Das sogenannte AI4EU-Projekt
wird mit EU-Mitteln in Höhe von 20
Millionen Euro gefördert. Unter den
Partnern befinden sich beispielsweise
Siemens, SAP, die Allianz, die TU Berlin, die Fraunhofer Gesellschaft und
das Deutsche Zentrum für Luft- und
Raumfahrt. Das französische Unternehmen Thales leitet das Projekt.
Der Vizepräsident der EU-Kommission
für den digitalen Binnenmarkt, Andrus
Ansip, und die für digitale Wirtschaft
und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel begrüßen das Projekt: „Europa kann die Vorteile von KI-

Innovationen nur dann voll ausschöpfen,
wenn diese Technologie für alle leicht
nutzbar ist. Das Projekt AI4EU wird dazu
beitragen, die KI für kleine Unternehmen,
Nicht-Technologieunternehmen und öffentliche Verwaltungen in ganz Europa
zugänglich zu machen.“
Mit der Plattform, die im Laufe des
Jahres 2019 eingerichtet wird, soll eine
Anlaufstelle für Ressourcen für Künstliche Intelligenz einschließlich Datenspeicher, Rechenleistung, Werkzeugen und
Algorithmen geschaffen werden. Sie wird
potenzielle Nutzer der Technologie unterstützen und ihnen helfen, KI-Lösungen
zu testen und in ihre Prozesse, Produkte und Dienstleistungen zu integrieren.
AI4EU soll eine offene und kollaborative
Plattform sein und auch Fortbildungsund Umschulungskurse anbieten.

TERMINE
12. März 2019
Fachkongress IT-Planungsrat
… Weimar
19.-20. März 2019
KGSt Kongress IT 2019
… Kassel
21.-23. März 2019
21. IT-Sicherheitskongress
… Bad Godesberg
23. März 2019
Regionalkonferenz zum OZG
Saarbrücken

www.itkalender.de

IMPRESSUM
Herausgegeben von

WWW.VITAKO.DE

VITAKO

REDAKTION & KONTAKT:

Bundes-Arbeitsgemeinschaft der
Kommunalen IT-Dienstleister e. V.
V.i.S.d.P.: Dr. Ralf Resch
Markgrafenstraße 22
D - 10117 Berlin

Dr. Helmut Merschmann

INTERN Nr. 1 | 2019

TELEFON: +49 30 20 63 156 - 14
E-MAIL: redaktion@vitako.de

BILDNACHWEIS:
Pixelio 1 | Vitako 2,4,9 | Hiestermann 3 | Stadt
Dortmund 5 | D. Hasskarl 6 | Saarbrücken 7 |
Fotolia 10,13,18 | Stadt Diepholz 11 | Dataport 12 | krz 15 | ekom 16,17 | iStockphoto 19

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