Publication:
2018
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365733
Path:
Oktober Nr. 5 | 2018

Themen

Vitako Intern

neuer Führerschein

Liebe Leser innen und Leser ,

Regionalkonferenzen

das Online-Zugangsgesetz zeigt erste Wirkungen: Nachdem der
IT-Planungsrat die Aufgaben zwischen Bund, Ländern und Kommunen
verteilt hat, engagiert sich Vitako bei der Umstellung von Führerscheinen auf das einheitliche EU-Format und hat angeboten, den digitalen
Prozess umzusetzen und zu erproben. Auch eine neue Reihe von Regionalkonferenzen zur Verwaltungsmodernisierung, die im November
startet, befasst sich mit der Umsetzung des OZG auf kommunaler Ebene und präsentiert erste Praxisprojekte aus den jeweiligen Regionen.
Dass die Blockchain-Technologie Einzug in die Verwaltung halten wird, erscheint inzwischen gewiss. Dafür sprechen die dezentrale
Datenhaltung, Anonymisierung, die öffentliche Einsehbarkeit und Manipulationssicherheit der enthaltenen Daten – ideale Voraussetzungen
für öffentliche Register. Bei der AKDB sieht man genau hier ein Aufgabengebiet von Blockchain: für Registereinträge und bei der Verifizierung von
Identitäten.

Viele öffentliche Stellen planen gerade erst die Umsetzung der Digitalisierung – im Geoinformationsbereich beim Kreis Lippe ist sie
bereits seit zehn Jahren Praxis. Lesen Sie den Bericht über die bundesweit

erste Katasterbehörde, die den neuen Standard „Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS)“ eingeführt. hat

›

Vitako engagiert sich bei
OZG-Umsetzung

Auftakt in Nürnberg

im Gespr äch
Torsten Koß, Vorstand
Dataport

Politikbrief
Wie weit kann die digitale Verwaltung gehen?

Miteinander leben
NEGZ-Konferenz zur
Verwaltungstransformation

Disruptionen
AKDB forscht über Blockchain

KRZ-Forum 2018
Blick in die Zukunft

GDI-Jubiläum
10 Jahre ALKIS

re-Zertifizierung
ekom21 erneut BSI-konform

ECSM im oktober
Wir wünschen eine interessante Lektüre,
Ihr Vitako-Team

Aufklärung und
Sensibilisierung

1

onlinezugangsgesetz

Neuer Führerschein

Vitako erarbeitet Projektskizze zum Umtausch des einheitlichen
EU-Kartenführerscheins

›

Auf die kommunalen Führerscheinstellen kommt in
den nächsten Jahren ein erheblicher Aufwand bei
der Ausstellung neuer Kartenführerscheine zu. Aufgrund
der europaweit notwendigen Vereinheitlichung von Führerscheindokumenten müssen alle Führerscheine umgetauscht werden, die vor dem 1. Januar 2013 ausgestellt
worden sind. Führerscheine nach dem 1. Januar 2013 haben dann nur noch eine befristete Gültigkeit von 15 Jahren.
Insgesamt sind rund 40 Millionen Führerscheine betroffen
und müssen ersetzt werden.
Das Bundesverkehrsministerium hat eine Änderung der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) in die Wege geleitet, in der Fristen
für den Umtausch in Abhängigkeit vom Geburtsdatum des Führerscheininhabers vorgesehen waren. Eine solche Staffelung
wäre vor allem deshalb sinnvoll, weil dadurch eine einmalige
Umtauschaktion vermieden werden könnte, bei der alle Führerscheinbesitzer gleichzeitig in den Bürgerämtern erscheinen.
Die Änderung der FeV wird momentan zwischen Bund und
dem Bundesrat diskutiert.
Auf die kommunalen Führerscheinstellen kommt in jedem
Fall ein erheblicher Aufwand zu. Großstädte rechnen mit einem
Bedarf von einer zusätzlichen Sachbearbeiterstelle allein für
den Umtausch von Kartenführerscheinen.
Lösungsansatz von Vitako

Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen
IT-Dienstleister hat Überlegeungen angestellt, wie das Problem zu lösen und die dahinterstehenden Prozesse zu organisieren sind. Um den Umtauschprozess zu vereinfachen,
schlägt Vitako in Absprache mit den Kommunalen Spitzenverbänden vor, den Führerscheinumtausch als Vorhaben im
Digitalisierungsprogramm aufzunehmen und eine vollständig
digitale Verwaltungsleistung „Umtausch Kartenführerschein“
zu entwerfen. Sowohl für die Verwaltungen als auch für die
Inhaber von Führerscheinen wäre dies eine nutzerfreundliche
und zeitsparende Verwaltungsleistung.
Auch die Bundesdruckerei als Hersteller der Kartenführerscheine dürfte ein Interesse an einem einfachen und zeitlich
gestaffelten Prozess haben. Das Vorhaben ist anzusiedeln
im Themenfeld Mobilität und Reisen. Im OZG-Umsetzungskatalog findet sich die Lebenslage Führerschein unter Punkt
4.6.1. Die Problematik Umtausch der Führerscheine in EUKartenführerscheine ist im Leika-Katalog noch nicht enthalten, passt aber inhaltlich in die Rubrik 123.03 – Fahr- und
Beförderungserlaubnisse.
Wie das Vorgehen aussehen könnte

Eine vollständige Bestandsaufnahme des bisherigen Ist-Prozesses und die Gestaltung eines zukünftigen Soll-Prozesses
steht noch aus. Eine erste, bisher noch oberflächliche Analyse
der Sachlage mit einigen Experten hat bereits wichtige Fragen
aufgeworfen. Diese müssen bei der Gestaltung eines Online-

Intern Nr. 5 | 2018

Dienstes berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise
folgende Aspekte:
►► Wie können die Inhaber von Führerscheinen über den
notwendigen Umtausch und gegebenenfalls den fälligen
Stichtag informiert werden?
►► Wie kann sichergestellt werden, dass der Antrag auf
Umtausch bei der Behörde landet, die den Führerschein
ursprünglich ausgestellt hat? Dies betrifft Führerscheine,
die vor 1999 ausgestellt wurden, und die DDR-Führerscheine, deren Daten von den Polizeistellen gehalten
wurden und nicht bei kommunalen Stellen vorliegen.
►► Wie geht man mit dem Unterschied zwischen PKW- und
LKW-Führerscheinen um? Bei PKW-Führerscheinen ist
die Dokumentengültigkeit unabhängig von der Fahrerlaubnis. Bei LKW-Führerschein gelten unterschiedliche
Regelungen. Je nach Zeitpunkt des Erwerbs der Fahrerlaubnis sowie der Führerscheinklasse gilt sie entweder
unbefristet oder muss bis zum 50. Lebensjahr alle fünf
Jahre verlängert werden.
►► Bei einer begrenzten Gültigkeit der Führerscheine (15
Jahre) müssen auch Folgeumtausche berücksichtigt
werden.
►► Das geltende EU-Recht sieht Fotos des Inhabers auf
dem Führerscheindokument vor. Wie kann dies in einem
Onlineprozess möglichst einfach und benutzerfreundlich
technisch umgesetzt werden?
Aus dem Kreis der Vitako-Mitglieder hat sich eine Reihe von
Experten gefunden, die sich mit diesen Fragen befassen. Ziel
ist es, einen möglichst benutzerfreundlichen, vollständig digitalen Soll-Prozess zu entwerfen und im Digitalisierungslabor
zu erproben.
Autorin: Tina Siegfried, Vitako

2

Regionalkonferenz

Save the Date

Auftakt einer Reihe von Regionalkonferenzen zur Verwaltungsdigitalisierung in Nürnberg

›

Am 19. November 2018 veranstaltet Vitako – BundesArbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister
e.V. – in Kooperation mit der Stadt Nürnberg eine Regionalkonferenz zum Thema Verwaltungsdigitalisierung. Die
Veranstaltung knüpft an die Regionalkonferenzen zur Digitalen Agenda für Städte und Regionen an, die Vitako vor
zwei Jahren mit Partnern durchgeführt hatte. Nun geht es
vor allem um die Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes. Vertreter des Bundes, des Freistaates Bayern sowie
kommunale Akteure liefern dazu in Nürnberg Beispielie
aus erster Hand.
Die Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG) ist das
derzeit zentrale Thema der Verwaltungsdigitalisierung. Das im
August letzten Jahres verabschiedete OZG schreibt vor, bis
zum Jahr 2022 alle Verwaltungsleistungen digital zur Verfügung
zu stellen. Im IT-Planungsrat wurde daraufhin ein Katalog mit
zunächst 575 Verwaltungsleistungen erstellt, für die Bund, Länder und Kommunen arbeitsteilig digitale Lösungen entwickeln
sollen. Die Vielfalt wie auch die Vielzahl der Projekte nimmt
weiter zu, und auch handelnden Akteuren fällt es nicht immer
leicht, hier die Übersicht zu behalten.
Erfahrung aus Kommunen

In vielen Kommunen wird die Digitalisierung der Verwaltung
seit Jahren vorangetrieben. Die Bereitstellung von Online-Verwaltungsdienstleistungen, die Einbindung von Servicekonten
in die kommunalen Portale und die Entwicklung von digitalen
Agenden sind längst kein Neuland mehr, sondern kommunale
Alltagspraxis; sie werden konsequent weiter ausgebaut. Neue
Trends wie agile Entwicklung oder die konkrete Einbeziehung
von Bürgerinnen und Bürgern bei der Gestaltung nutzerfreundlicher Angebote werden aufgegriffen, sodass erste Erfahrungen in diesen Bereichen auf der Regionalkonferenz vorgestellt
werden können.
im Fokus: das online-Zugangsgesetz

In der Vergangenheit hat Vitako gemeinsam mit den Partnern
Bundesinnenministerium (BMI), den Bundesländern sowie mit
IT-Dienstleistern vor Ort sehr erfolgreiche Regionalkonferenzen zur Einführung des elektronischen Personalausweises,
des E-Government-Gesetzes und zur Digitalen Agenda für
Kommunen und Regionen durchgeführt. Auf diesen Regionalkonferenzen sind jeweils die Aktivitäten des Bundes und
der Länder und auch lokale und regionale Projekte vorgestellt
worden. Für die aktuelle Reihe von Regionalkonferenzen steht
die Umsetzung des OZG im Mittelpunkt.
Föderale Stimmen

Ziel der neuen Regionalkonferenzen ist es, eine Plattform zu
schaffen, um über die Initiativen des BMI, Landesinitiativen und
regionale Projekte in Zusammenhang mit der Umsetzung des
OZG und des Digitalisierungsprogramms des IT-Planungsrates

Intern Nr. 5 | 2018

zu berichten. Die Konzeption sieht vor, dass vormittags Bund
und Länder über ihre jeweiligen Schwerpunkte und Initiativen
berichten und „Vorreiterprojekte“ mit bundesweiter Signalwirkung vorgestellt werden. Der Nachmittagsblock steht dann im
Zeichen der jeweiligen Region und gibt lokalen oder regionalen Projekten ein Forum. Im Vordergrund stehen die jeweiligen
Vorgehensweisen und die gewonnenen Erfahrungen.
Auftakt in Nürnberg

So werden in Nürnberg zunächst Oberbürgermeister Ulrich
Maly und Vitako-Geschäftsführer Ralf Resch die Grußworte
übernehmen, bevor Ministerialdirigent Ernst Bürger, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) eine Einführung
in das Digitalisierungsprogramm und das OZG übernimmt und
Rainer Bauer, Abteilungsleiter Digitalisierung im Bayerischen
Finanzministerium, die bayerische Digitalisierungsstrategie
erläutert. Im Anschluss referiert der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch über die Frage „Warum die Digitalisierung
für Kommunen wichtig ist“. Und auch die Stadt Nürnberg, vertreten durch Michael Fraas, Referent für Wirtschaft, stellt ihre
eigene „Strategie für die Stadtgesellschaft“ vor. Das komplette
Programm finden Sie hier (PDF).

Wir laden Sie herzlich ein zum Besuch
der Regionalkonferenz in Nürnberg.
Wann: 19.11.2018 von 9.30 bis 16.30 Uhr.
Wo: DB-Museum Nürnberg, Lessingstr. 6
Die Teilnahme an der Regionalkonferenz ist kostenlos.
Anmeldung unter strategieprojekte@stadt.nuernberg.de.

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Interview

Digitale Transformation

Im Gespräch: Torsten Koß ist neuer Dataport-Vorstand

›

Zum 1. September 2018 hat Torsten Koß (52) den Unternehmensbereich Digitale Transformation bei
Dataport übernommen. Neben Johann
Bizer und Andreas Reichel ist Koß der
Dritte in der der Vorstandsrunde von
Dataport. Torsten Koß greift auf viele
Jahre Erfahrung im öffentlichen Sektor zurück.
Herr Koß, wir beglückwünschen
Sie zum Wechsel nach Dataport.
Sie sind ja kein Unbekannter in der
Mehrländeranstalt…
Stimmt. Mit Dataport hatte ich über die
Jahre seit der Gründung des Unternehmens in verschiedenen Rollen und
Aufgaben zu tun. In den ersten Jahren
ging es meistens um SAP. Dataport war
dann später auch Teilnehmer am Public Sector IT-Benchmark. In den letzten
zwei Jahren ging es dann es mehr um
Projektmanagement.
Sie betreuen den neu gegründeten Unternehmensbereich Digitale
Transformation. Was machte diese
Neugründung und Umstrukturierung
bei Dataport notwendig?
Die Digitalisierung macht diese Umstrukturierung erforderlich. Digitalisierung
stellt die IT-Dienstleister im öffentlichen
Sektor vor neue Herausforderungen. Lösungen und Services sind konsequent
vom Anwender her zu denken. IT wird
komplexer, weil die Wertschöpfung durch
IT steigt.
Heute geht es darum die Geschäftsprozesse der Kunden durch IT zu gestalten, und nicht mehr so sehr darum,
Abläufe durch IT zu unterstützen. Die
digitale Transformation verändert aber
auch die Art und Weise, wie wir arbeiten sehr stark. Agilität ist das Stichwort.
Skills, Methoden, Kultur und Denken verändern sich gegenwärtig.
Welche Aufgabengebiete fallen in
Ihren Wirkungsbereich?
Im neuen Vorstandsbereich sind unter anderem die Aufgaben Projektmanagement, Consulting, Training, das

Intern Nr. 5 | 2018

Softwarehaus, digitale Lösungsinfrastrukturen,
ERP und Business Intelligence
zusammengefasst.
Können Sie uns
schon
etwas
über Ihre Pläne
verraten? Welche
Projekte wollen
Sie vorantreiben?
Es gibt natürlich
eine Vielzahl von
Projekten. Strategisch sehr wichtig Torsten Koß ist für digitale Transformation bei Dataport zuständig. (Bild:
für uns ist unsere Dataport)
neue „Online Service Infrastructure“,
kurz OSI.
IT-Dienstleister kenne ich zum Beispiel
Wir entwickeln OSI zur Zeit in en- aus den Benchmark-Aktivitäten ganz gut.
ger Zusammenarbeit mit unseren Trä- Ich habe aber auch eine große Anzahl
gern. Das erste Release dieser Digi- von Strategieprojekten und Umsetzungstalisierungsplattform ist im September projekten durchgeführt. Von daher kenbereitgestellt worden. Die OSI-Plattform ne ich das Geschäft ganz gut, von der
beinhaltet alle Basisdienste für Online- Governance bis zur Delivery.
Services und ist damit unter anderem
Grundlage für die OZG-Umsetzung. In welcher Beziehung kann das VitakoWir beginnen aktuell mit der Entwick- Netzwerk Ihnen bei Ihrer Arbeit behilflung der ersten Online-Dienste auf der lich sein?
Viele Vitako-Mitglieder kenne ich ja beOSI-Plattform.
Damit einhergehend passen wir aber reits aus der Vergangenheit. Ich freue
auch die internen Prozesse in Entwick- mich im Vitako-Netzwerk neue Kontaklung und Betrieb an. Die Entwicklung te zu knüpfen und bestehende nun mit
der Online Dienste erfolgt nicht mehr neuer Rolle zu vertiefen. Hilfreich für
in den klassischen Strukturen, sondern mich ist ein offener Austausch zu Strawir bauen dazu unsere „Online Service tegien, Produkten, Markt und KooperaDevelopment Factory“ auf, in der wir in tionen. In jedem Fall freue ich mich auf
virtuellen Strukturen und mit mehreren die Zusammenarbeit.
Entwicklungsteams agil Online-Dienste
entwickeln werden.
Sie haben in den letzten Jahren als
Berater insbesondere für den Public
Sector gearbeitet. Welche Erfahrungen
haben Sie dort gemacht und bringen
sie mit nach Dataport?
Zu Dataport bringe ich elf Jahre Erfahrungen als Berater im Public Sector aus vielen verschiedenen Projekten und Mandaten mit. Die öffentlichen

Interview: Helmut Merschmann,
Vitako

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Aus der Geschäftsstelle

Der Politikbrief

Wie weit kann die digitale Verwaltung gehen?

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Mit einem mehrmals im Jahr erscheinden Politikbrief richtet sich
Vitako an die politisch Verantwortlichen im Deutschen Bundestag und
macht auf das aktuelle Geschehen in
der kommunalen IT aufmerksam.
Der aktuelle Vitako-Politikbrief (Nr.
3/2018) widmet sich den Themen OnlineZugangsgesetz (OZG), E-Rechnung,
Blockchain, Künstliche Intelligenz in der
Verwaltung und Cybersicherheit. Im Rahmen des OZG engagiert sich Vitako beim
Führerscheinumtausch (vgl. Beitrag auf
Seite 2). Gemäß einer EU-Richtlinie sollen alle Führerscheine in der EU auf ein
einheitliches Format umgestellt werden.
Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft will für
den Umtausch einen elektronischen Prozess in Zusammenarbeit mit den Kom-

munalen Spitzenverbänden entwickeln.
Die kommunalen IT-Dienstleister haben
dazu eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, die ab Oktober erste Ideen für
einen digitalen Prozess diskutiert.
Ab 2019 sind Verwaltungen verpflichtet, E-Rechnungen anzunehmen
und weiterzuverarbeiten. Der enge Zeitplan stellt gerade kleine und finanziell
schwache Kommunen vor Herausforderungen. Vitako fordert finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern.
Zahlreiche Branchen diskutieren
die Potenziale von Blockchain – vom Finanzwesen über den Verkehrssektor bis
hin zur Fertigungsindustrie. Auch Vitako
beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Blockchain in der Verwaltung. Seit
Ende 2017 erproben acht kommunale
Rechenzentren die Technologie in einem

eigenen Blockchain-Labor. Ein erstes Pilotprojekt setzt sich mit dem Thema Führerscheinauskunft auseinander – bislang
einzigartig in Deutschland!
Verwaltungsmitarbeiter verbringen
bis zu einem Viertel ihrer Arbeitszeit mit
repetitiven Routinearbeiten. Automatisierung und Künstliche Intelligenz können
ihnen bestimmte Arbeiten abnehmen.
Vitako engagiert sich in der Debatte um
Vorteile und Grenzen von KI.
Als Kehrseite der Digitalisierung gelten zunehmende Hackerangriffe. Immer
häufiger gelangt Schadsoftware über sogenannte Phishing-Mails in ein IT-System. Sensibilisierungsmaßnahmen von
Mitarbeitern und Führungskräften helfen,
den Schaden zu begrenzen.
Zum Politikbrief: Link (PDF)

Scannen durch externe Scandienstleister
Vitako-Leitfaden für Kommunen erschienen

›

Vitako – Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen
IT-Dienstleister e.V. – hat einen Leitfaden für ersetzendes Scannen durch
externe Dienstleister herausgegeben,
der sich als zusätzliches Hilfsdokument zur „Leitlinie zum ersetzenden
Scannen“ versteht.
Die hier vorliegende „Musterverfahrensbeschreibung für das ersetzende Scannen durch externe Scandienstleister
in Kommunen“ ist eine Ergänzung zur
„Leitlinie zum ersetzenden Scannen
in Kommunen nach TR RESISCAN“
(Link) von April 2017. Sie befasst sich
vorrangig mit der Beauftragung externer Scandienstleister, für die besondere Rahmenbedingungen beachtet werden müssen. Damit wird eine Lücke
geschlossen, weil im Hauptdokument,
der „Leitlinie zum ersetzenden Scannen“,
auf den Prozess des Scannens beim externen Dienstleister nicht eingegangen
wurde.
Die Musterverfahrensbeschreibung
basiert auf der Technischen Richtlinie

Intern Nr. 5 | 2018

„TR-03138 Ersetzendes Scannen“ des
Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), kurz TR RESISCAN. Berücksichtigt werden die Größe
der Verwaltung, ihr Aufgabenspektrum
und nicht zuletzt deren IT-Ausstattung,
die verschiedene Handlungsspielräume
vorgeben. Die Zielsetzung der TR RESISCAN, Papierdokumente (Posteingänge und Aktenbestände) mit Erhaltung der
Beweiskraft zu scannen, bleibt bestehen.
Denn ein wirtschaftlicher Vorteil ergibt
sich nicht nur aus der Digitalisierung
der Dokumente und damit der Prozesse, sondern auch durch die Vernichtung
der Papierbelege.
einfach und rechtssicher

Das Ziel des vorliegenden Dokuments ist
es, den Scanprozess einfach und rechtssicher umsetzen zu können. Die elektronische Akte soll vollständig sein und ein
medienbruchfreies Arbeiten ermöglichen.
Die Verfahrensbeschreibung befasst sich
mit der ordnungsgemäßen Digitalisierung
von Dokumenten mit dem Ziel der Aufrechterhaltung der Beweiskraft des Digi-

talisats im Vergleich zum Papieroriginal.
Die Basis für das beweiswerterhaltende Scannen ist neben einer Verfahrensbeschreibung auch die Durchführung
einer Schutzbedarfsanalyse für die zu
scannenden Dokumente. Mithilfe dieser
Musterverfahrensbeschreibung können
bestehende interne Musterverfahrensbeschreibung um die Dokumentation
des externen Scanprozesses erweitert
werden. Außerdem werden sicherheitsrelevante Maßnahmen benannt, die beim
rechtskonformen ersetzenden Scannen
zu gewährleisten sind.
Die Musterverfahrensbeschreibung
erlaubt es, den Scanprozess beim externen Dienstleister Schritt für Schritt zu
dokumentieren. Gliederung und Text sind
so angelegt, dass ein einfaches Komplettieren für das externe Scannen möglich ist. Die individuell modifizierte Musterverfahrensbeschreibung ergibt dann
– zusammen mit dem Hauptdokument
– die für Ihre Kommune geltende Verfahrensbeschreibung im Sinne der TR
RESISCAN.
Zum Leitfaden: Link (PDF)

5

facharbeitungsgruppen

Flexible Updates für Windows 10

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Die Vitako-Facharbeitsgruppe
Windows 10 kam am 25. September 2018 in Köln zusammen, um sich
über die Einführung des aktuellen Microsoft-Betriebssystems bei kommunalen Kunden auszutauschen.
Eingangs wurden die bekannten Probleme wie Telemetriedatenübermittlung,
Updatezwang sowie Hard- und Softwarekompatibilität diskutiert. Alternativen zum Anwender-PC mit vollwertigem
Windows 10 (Fat-Client) gibt es, auch
insbesondere aufgrund der geringen
Nachfrage kommunaler Kunden, derzeit recht wenig.
Virtuelle Desktop Infrastrukturen
(VDI), die verstärkte Nutzung von OpenSource-Software oder die Entwicklung
von webbasierten Fachverfahrensanwendungen sind aus Sicht der Experten verfolgbare Ansätze, um sich künftig
etwas unabhängiger vom Betriebssys-

tem aufzustellen. Die Facharbeitsgruppe will sich weiterhin mit diesen Themen
auseinandersetzen.
In der nachfolgenden Berichtsrunde aus den Häusern erläuterten die anwesenden Vertreter den Status quo der
Einführung von Windows 10 und mit welchen Schwierigkeiten dies einhergeht.
Zu den Problemen in den Einführungsprojekten kommt hinzu, dass es momentan schwierig ist, notwendige neue Hardware zu beschaffen. Viele PC-Hersteller
stehen vor dem Problem, dass sie vom
Chiphersteller Intel nur unzureichend
mit benötigten Halbleiterchips versorgt
werden und somit selbst Lieferengpässe erzeugen.
Die Stadt Köln präsentierte interessante Details ihres Windows 10 Migrationsprojektes. Insbesondere die Projektorganisation und die Nutzung agiler
Methoden wie einem Kanban-Board stießen bei den Zuhörern auf reges Interes-

se. Mit den vorgestellten Methoden und
Tools ist die Stadt Köln gut aufgestellt,
um die Frequenz neuer Betriebssystemreleases mitzugehen.
An dieser Stelle hat Microsoft ab
dem Septemberrelease dieses Jahres
nachgebessert und erlaubt nun eine flexiblere Gestaltung der Updates. So wurde der Supportzeitraum der SeptemberReleases von 18 Monaten auf nunmehr
30 Monate erhöht. Ralf Sutorius, Leiter der Vitako-Facharbeitsgruppe sagte
dazu: „Microsoft sieht das als Adaptionshilfe, um den Sprung auf den fahrenden
Zug zu schaffen.“ Die Experten waren
sich einig, dass ein jährliches Deployment der Septemberreleases im kommunalen Umfeld Sinn machen würde.
Das nächste Treffen der Facharbeitsgruppe wird Anfang Dezember
stattfinden.
Autor: Daniel Grimm, Vitako

STELLENMARKT
Attraktive Jobs und Ausbildungsberufe bei öffentlichen IT-Dienstleistern

iStock.com/Sritakoset

www.vitako.de / karriere

Intern Nr. 5 | 2018

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Veranstaltungen

Wie wollen wir miteinander leben?

NEGZ-Konferenz in Kiel zum Thema Staatsmodernisierung und
Verwaltungstransformation

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Am 13. September veranstalteten
das Deutsche Forschungsinstitut
für öffentliche Verwaltung (FÖV), das
Nationale E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ) und das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) unter der
Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
in Kiel eine wissenschaftliche Konferenz mit dem Titel Staatsmodernisierung und Verwaltungstransformation.
Wie wollen wir als Gesellschaft miteinander leben, welche Strukturen werden
und müssen sich verändern, welche Entwicklungsperspektiven sind zu erwarten,
welchen Beitrag kann die Digitalisierung
dazu leisten und welche Antworten hat
die Wissenschaft darauf? Mit diesen Fragen konfrontierte der schleswig-holsteinische Innenminister Hans-Joachim Grote
die anwesenden Wissenschaftler der beteiligen Forschungsinstitute und andere
Gäste der NEGZ-Konferenz.
Grote wies in seinem Einführungsvortrag darauf hin, dass sich mit der Digitalisierung der Gesellschaft ebenso
philosophischen und ethischen Fragen
verbinden. Sich mit Themen wie künstlicher Intelligenz zu befassen, sei auch
für die Politik wichtig. Relevant sei es
allerdings ebenso, passende Antworten
auf aktuelle Fragen zu erhalten. Dazu
gehört die Frage, welche Entwicklungspotenziale durch Digitalisierung entstehen und wie diese helfen können, die
notwendige Strukturveränderungen im
ländlich geprägten Schleswig-Holstein
voranzutreiben.
Vorhandene Lösungen
überprüfen

Peter Batt, Abteilungsleiter Digitale Gesellschaft, Verwaltungsdigitalisierung und
Informationstechnik im Bundesministerium des Innern, griff diese Frage auf und
betonte in seinem Grußwort, dass nicht
allein die Wissenschaft für Antworten zuständig ist. Das Thema gehe vielmehr
alle an: Staat und Verwaltung genauso
wie Wirtschaft und Wissenschaft. Batt
verwies darauf, dass der Staat seine Gestaltungskraft erhalten müsse und dass

Intern Nr. 5 | 2018

Modernisierung eine Daueraufgabe sei,
die nicht mit der Umsetzung von Gesetzen und Programmen erledigt werde. Als
Beispiel führte er das Thema E-Government an, das mit der Umsetzung der Vorgaben aus dem Online-Zugangs-Gesetz
noch lange nicht erledigt sei.
Als eine der wichtigsten Aufgaben
der Forschung nannte Batt die Entwicklung von Zukunftsszenarien. Der Staat
müsse dafür bereit sein, die Erkenntnisse der Wissenschaft anzuhören, von den
Erfahrungen Anderer zu lernen und diese
auf die eigenen Verhältnisse zu übertragen. Dies bedeute nicht zwangsläufig
die Lösungen zu übernehmen, sondern
sie sorgfältig dahingehend zu prüfen, ob
und wo man von guten Ideen Anderer
profitieren kann. Die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen
der Gesellschaft können als Chance
begriffen werden, wenn es gelinge, das
Vertrauen der Bürger zu gewinnen beziehungsweise zu behalten und die Menschen auf dem Weg in die Digitalisierung
mitzunehmen.
aktuelle Erkenntnisse und
zukunftsvisionen

Im Verlauf der Konferenz wurden Forschungsideen, Studien zum Wandel
des öffentlichen Sektors sowie praxisrelevante Fragen und Forschungsergebnisse aus dem Netzwerk der beteiligten
Forschungsinstitutionen vorgestellt. Berichtet wurde über aktuelle Erkenntnisse
zu Themen wie Algorithmen und Automatisierung in Staat und Gesellschaft.
Ein Blick in die Zukunft galt der künstlich-intelligenten Verwaltung im Jahr
2030. Weitere Vorträge befassten sich
mit Estlands X-Road-Konzept, mit der
Einführung einer Personenkennziffer
für die Registermodernisierung und mit
den Digitalisierungsstrategien in föderalen Strukturen.
In der von Peter Parycek (ÖFIT) geleiteten Diskussionsrunde zum Thema
künstliche Intelligenz (KI) ist angeregt
über die Frage diskutiert worden, ob und
wie Verwaltung durch den Einsatz von KI
besser und für welche Zwecke KI konkret
eingesetzt werden kann. Christian Djef-

fal vom Alexander-von-Humboldt-Institut
für Internet und Gesellschaft arbeitete in
seinem Vortrag heraus, dass eine Begriffsklärung von KI und ein gemeinsames Verständnis von KI notwendig seien.
Um Antworten und Handlungsoptionen
aufzeigen zu können, müsse auch offen über Chancen und Risiken diskutiert
werden.
In diesem Zusammenhang standen
ethische Fragen zur Debatte. So tauche
in der öffentlichen Diskussion immer wieder die Frage auf, welche Entscheidung
ein autonom fahrendes Auto wohl im Falle einer nicht zu vermeidenden Kollision
fällen würde, bei der mindestens eine
Person zu Schaden kommt. Es sei wichtig sich zu vergewissern, welche Konflikte im Zusammenhang mit KI auftauchen
und gelöst werden müssten. Oftmals
werden hier gesamtgesellschaftliche
und philosophische Fragen aufgeworfen, für die Antworten bereits gefunden
wurden. In der anschließenden Diskussion über Künstliche Intelligenz wurde die
Frage aufgeworfen, wer von Seiten des
Staates eigentlich die Verantwortung für
„öffentliche KI“ übernehmen müsse und
für welchen Zwecke KI dann eingesetzt
werden solle.
Summa summarum hat die Konferenz einen guten Überblick über die
aktuellen Forschungsergebnisse gegeben, und die einzelnen Beiträge lieferten interessante und anregende Aspekte
für die Auseinandersetzung mit diesen
Themen. Als notwendig erachtet wurde,
die Reihe der wissenschaftlichen Konferenzen der beteiligten Forschungsinstitute fortzusetzen. Das NEGZ kündigte
für diesen Herbst bereits eine weitere
Tagung an.
Autorin: Tina Siegfried, Vitako

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Veranstaltungen

Neue Standards

Informationsveranstaltung „Webangebote gemäß EU-Richtlinie 2102“

›

Kommunen müssen Internetangebote zukünftig barrierefrei
zur Verfügung stellen – dafür sorgt
eine neue EU-Richtlinie, die Deutschland bis September 2018 in deutsches
Recht übertragen wird.
Um die neuen Regelungen zu erläutern
und kommunale Webanbieter bei der
Umsetzung der Anforderungen zu unterstützen, führt „BIK für Alle“ gemeinsam
mit dem Bundesministerium für Arbeit
und Soziales (BMAS) im Herbst 2018
eine Informationsveranstaltung durch.
Zielgruppe sind Web-Verantwortliche von
Kommunen sowie Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter kommunaler Rechenzentren.
Die EU-Richtlinie 2102 „über den
barrierefreien Zugang zu den Websites
und mobilen Anwendungen öffentlicher
Stellen“ verpflichtet öffentlich-rechtliche
Webanbieter von der Bundes- über die

Intern Nr. 5 | 2018

Landes- bis zur kommunalen Ebene
zu Barrierefreiheit. In den kommenden
Jahren werden sich also Verwaltungen
und beispielsweise auch Gerichte, Polizeistellen, öffentliche Krankenhäuser,
Universitäten oder Bibliotheken um die
Barrierefreiheit ihrer Internetseiten und
Apps kümmern müssen.
neue Anforderungen

Für kommunale Aufgabenträger ergeben
sich dadurch viele Fragen: Welche Anforderungen kommen auf uns zu? Welcher Standard für Barrierefreiheit gilt?
Wie müssen die in der Richtlinie geforderte „Erklärung zur Barrierefreiheit“ und
der „Feedback-Mechanismus für Nutzer“
aussehen? Welche Stellen sollen die
Einhaltung der Richtlinie in Deutschland
überprüfen? Diese und andere wichtigen Fragen sollen auf der Informationsveranstaltung beantwortet werden. Er-

gänzt durch Best-Practice-Beispiele aus
den Kommunen, informiert BIK für Alle
außerdem, wie gut zugängliches Webdesign effizient umgesetzt werden kann
und stellt BIK-Umsetzungshilfen wie Leitfäden, Webinare oder BarrierefreiheitsTests vor.
Auf der Tagesordnung stehen neben
der Vorstellung des Projekts BIK für Alle
weitere Vorträge, die sich mit der Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches
Recht befassen sowie Fallbeispiele aus
der Praxis. Aus der Vitako-Mitgliedschaft
hält Timo Keller (ITEOS) den Vortrag „Als
IT-Dienstleister Barrierefreiheit umsetzen: Anforderungen und nachhaltige
Umsetzungsstrategien“.
Die Veranstaltung findet am 17. Oktober im Berliner Kleist-Haus statt; sie ist
bereits ausgebucht.
Weitere Informationen zum Thema
Barrierefreiheit: Link

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Meldungen

In den Ruhestand verabschiedet

›

Nach langjähriger Tätigkeit als
Geschäftsführer der Kommunalen Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) und Mitglied im
Aufsichtsrat von ProVitako wurde
Manfred Allgaier am 30. Juni 2018 im
Rahmen eines Mitarbeiterfestes in den
Ruhestand verabschiedet.
Allgaier übernahm 2003 die Geschäftsführung des Zweckverbands Kommunale
Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm
(KIRU) und deren Tochtergesellschaft Interkommunale Informationsverarbeitung
Reutlingen-Ulm (IIRU GmbH) zunächst
gemeinsam mit Karlheinz Haller. Ab 2007
vertrat er die KIRU und IIRU GmbH als
alleiniger Geschäftsführer. Auch in der
Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum KDRS in Stuttgart wurde ihm die
Geschäftsführerfunktion für die KOMIT

›

URS übertragen.
Bundesweite Anerkennung erlangte
Manfred Allgaier bei Vitako als Vertreter
des Zweckverbands KIRU. Allgaier wirkte erfolgreich in verschiedenen Arbeitsgruppen und Ausschüssen mit und war
Mitglied des Aufsichtsrats von ProVitako.
Der gelernte Datenverarbeitungskaufmann begann seine Karriere bei der Ulmer Volksbank, bei der er unter anderem
als Rechenzentrumsleiter tätig war. 1991
wechselte er in die kommunale Informationstechnik und arbeitete als Abteilungsleiter in der Verfahrensentwicklung und
–beschaffung beim Zweckverband Interkommunale Datenverarbeitung Ulm,
der 2002 mit dem Regionalen Rechenzentrum Alb-Schwarzwald in Reutlingen
zum Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU)
fusionierte.

Allgaier beendete seine Karriere als
Geschäftsführer der KIRU am 30. Juni
2018 mit der Verabschiedung in den Ruhestand. Bereits im April ist ihm auf der
Vitako-Mitgliederversammlung für seine
Tätigkeit als Aufsichtsrat bei ProVitako
herzlich gedankt und seine Arbeit gewürdigt worden.

Meldung

Meldung

Meldung

Beta-Version Verwaltungsportal Bund

KGST GLEICHT PRO ZESSKATALOG MIT OZG
AB

Benchmarking
gefordert

Am 20. September 2018 ist das Verwaltungsportal Bund in einer BetaVersion online gegangen – eine erste
Etappe auf dem Weg zu einem föderalen Portalverbund. Hintergrund ist das
Online-Zugangsgesetz, wonach alle Verwaltungsdienste von Bund, Ländern und
Kommunen bis 2022 online angeboten
werden sollen.
Die jetzige Beta-Version bündelt zunächst die in einigen Ländern und Kommunen verfügbaren Leistungen und Informationen und hat diese gemäß dem
Leistungskatalog der öffentlichen Verwaltung (LeiKa) einheitlich aufbereitet.
Das Portal zeichnet sich durch einen nutzerorientierten Ansatz aus. Unterschieden wird zwischen Belangen
von Bürgern und von Unternehmen. Für
Suchanfragen müssen lediglich zwei Eingaben getätigt werden, der Suchbegriff
und die Postleitzahl. Das Verwaltungsportal Bund ist von der Firma Init entwickelt worden und wird vom Rechenzentrum des Bundes, dem ITZBund,
gehostet. Gegen Ende des ersten Quartals 2019 soll als nächster Schritt ein Nutzerkonto integriert werden.
Zur Beta-Version (Link)

Intern Nr. 5 | 2018

›

Damit die im OZG-Umsetzungskatalog nach Lebenslagen von Bürgern und Unternehmen strukturierten
Einträge sich besser auf die Organisationsstrukturen der Verwaltung übertragen lassen, hat die KGSt einen Abgleich
unternommen.
Die etwa 1.800 Einträge des OZGKatalogs wurden daraufhin geprüft, ob es
sich um einen kommunalen Prozess handelt, um dann zu entscheiden, welchem
Prozess sie im KGSt-Prozesskatalog zuzuordnen sind. Durch dieses Mapping
werde es nun möglich, nachzuvollziehen,
welche kommunalen Produkte, Leistungen und Prozesse von der OZG-Umsetzung betroffen sind.
Indem die im OZG-Umsetzungskatalog gelisteten LeiKa-Einträge konkreten
Prozessen zugeordnet werden, würde
die mangelnde fachliche Exaktheit der
LeiKa-Einträge behoben – so die KGSt.
Sind durch einen LeiKa-Eintrag mehrere
Prozesse betroffen, sei dies im KGStProzesskatalog leicht nachvollziehbar.
Mehr Infos (Link)

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Die Stiftung Neue Verantwortung
plädiert in einem Papier für eine
klare Zielsetzung, für festgelegte Handlungsmaßnahmen und Erfolgskriterien bei der geplanten KI-Strategie der
Bundesregierung.
Künstliche Intelligenz (KI) sei die
Schlüsseltechnologie der Digitalisierung. Ohne automatisierte, intelligente
Analyse- und Entscheidungssysteme
könne die Fülle an im Zuge der digitalen Transformation von Wirtschaft und
Gesellschaft entstehenden Daten nicht
produktiv genutzt werden. Mittlerweile
habe auch die Politik die Bedeutung
von KI erkannt. Viele Länder haben nationale KI-Strategien veröffentlicht und
fördern Entwicklung und Einsatz von
KI-Technologien.
Auch die Bundesregierung befindet sich mittlerweile in einem Strategieprozess und will ihn auf dem Nationale
Digitalgipfel vorstellen. Daher sei eine
Erfolgsmessung auf Basis von Benchmakrs besonders relevant, damit die Umsetzung der KI-Strategie auch gelänge.
Mehr Infos (Link)

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aus der branche

Blockchain in der Verwaltung – Durchbruch
für die Digitalisierung?
AKDB engagiert sich für disruptive Blockchain-Technologie

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Die Furcht vor Identitäts- und Datenklau oder Manipulation von
Registern und Dokumenten bremst
viele Kommunen und Bürger bei der
Nutzung von Online-Verwaltungsdiensten. Die Blockchain-Technologie könnte den Durchbruch bringen.
Gleich sechs Mal taucht im Koalitionsvertrag das Wort „Blockchain“ auf. Eine
neue Technologie, die eine Revolution
im Datenverkehr verspricht – auch in der
öffentlichen Verwaltung. Das Revolutionäre daran besteht in der dezentralen
Datenhaltung, Anonymisierung, öffentlichen Einsehbarkeit des Systems und in
der Unveränderlichkeit beziehungsweise
Manipulationssicherheit der darin enthaltenen Daten.
Dezentrale Datenhaltung bedeutet:
Es gibt keinen alleinigen Verantwortlichen, der als Einziger die Richtigkeit
der Daten validiert, wie etwa eine Bank

Intern Nr. 5 | 2018

oder ein Notar. Denn jeder Teilnehmer
des Systems erhält eine identische Kopie
der Blockchain, sie ist also über sehr viele Computer verteilt. Peer-to-Peer nennt
man das.
Schwarmintelligenz garantiert die Richtigkeit der
Daten

Alle Teilnehmer an der Blockchain können die Daten der Blockchain einsehen –
und mit mathematischen Berechnungen
validieren, also auf Richtigkeit überprüfen. Diese Schwarmintelligenz garantiert
die Validität der Daten. Da diese in vielen Blöcken „verpackt“ sind, die allesamt
miteinander verknüpft und dadurch nicht
veränderbar sind, können sie weder manipuliert noch gelöscht werden. Dadurch
können unter anderem auf sichere Art
und Weise Identitäten geprüft und Dokumente verschickt werden. Das Beste
daran: Die persönlichen Daten bleiben

pseudonymisiert bzw. anonymisiert. Ein
datenschutzrechtlich relevanter Aspekt.
Sichere Daten für sichere
Verwaltungsdienste

Was wie Zukunftsmusik klingt, folgt einem klaren Plan: Die Blockchain soll die
Digitalisierung in Deutschland vorantreiben. Und zwar nicht nur in der Privatwirtschaft – etwa bei Warenlogistik oder
Geldtransaktionen, sondern auch in der
Verwaltung. Das Versprechen, manipulationssichere Daten zu verschicken, ist
besonders für Regierungen und Bürger
verlockend – zumal in Zeiten rücksichtsloser Cyberkriminalität oder in Ländern
mit hoher Korruption. Das Internet könnte
wieder zu einem sicheren Ort werden.
Kein Wunder, dass die AKDB sich
für diese disruptive Lösung engagiert:
„Wir sind maßgeblich am VITAKO-Blockchain-Lab beteiligt und an einem Studentenprojekt der TU München“, sagt der

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Aus der branche

Wirtschaftsinformatiker Stefan Pernpaintner von der AKDB.
Zusammen mit der fortiss GmbH hat
die AKDB Studierende der TU München
im Blockchain-Seminarpraktikum unterstützt. Das Studententeam der AKDB erhielt am 20. Juli 2018 den ersten Preis
für eine Blockchain-Anwendungsstudie
gegen das „Mietnomadentum“. Konkret
ging es um den Einsatz der BlockchainTechnologie bei der Vermietung einer
Wohnung. Die Case Study zeigte, wie
ein Vermieter, dank eines kryptographischen Schlüssels, problemlos Auskünfte
zum Mietkandidaten erfragt, ohne dass
dieser auch nur einen Behördengang erledigen muss: Kreditwürdigkeit, polizeiliches Führungszeugnis, Haftpflichtversicherung oder Häufigkeit der Umzüge in
den letzten Jahren.
Selbstverständlich wird die Autorisierung, diesen „Schlüssel“ zu nutzen,
vom Mietkandidaten selbst gegeben.
Das auf der Blockchain basierte System erspart dem Mietkandidaten viel
Zeit und Aufwand. Zudem kann er sichergehen, dass seine persönlichen Daten
nicht missbraucht werden, da diese nicht
von einem zentralen Anbieter verwaltet
werden.
Die AKDB forscht zum Thema
Führerscheinwesen auch für
Fachverfahren

Im Rahmen des VITAKO-BlockchainLabs treibt die AKDB das Pilotprojekt
„Blockchain-basiertes Führerscheinregister“ voran und prüft es auf seine Machbarkeit hin. Das Projekt untersucht, wie
man beim Mieten eines Wagens sämtliche Dokumentenprüfungen (Gültigkeit eines Führerscheins, Richtigkeit der Identität etcetera) in der Blockchain ausführen
kann. Und zwar pseudonymisiert.
Dabei speichern Führerscheinstellen
Daten in die Blockchain, die für die Überprüfung von Führerscheindaten genutzt
werden. Ein Autovermieter bekäme dann
einen „Schlüssel“, also eine Art ad-hoc
erstellten Code, mit dem er diese Daten
überprüfen kann. Dabei sind die Daten
nur als Ja/Nein erhältlich.
Auf die Frage: „Hat die Person, die
den Wagen mieten will, die richtige Führerscheinklasse“? erhält der Autovermieter die Antwort: „ja“ oder „nein“. In
der AKDB-Abteilung für Entwicklung und
Qualitätsmanagement prüft Bereichsleiter Stefan Pernpaintner, wie die Block-

Intern Nr. 5 | 2018

Prof. Dr. Helmut Krcmar (TU-München), Farhan Shahid Nawaz und Dian Balta (fortiss GmbH)
sowie Vertreter des Studententeams, Jasjeet Kaur und Sebastian Koch (AKDB), waren mit dem
Blockchain-Projekt „Mietnomadentum“ erfolgreich. (Bild: AKDB)

chain konkret in Kommunen angewendet
werden kann. Das Führerscheinprojekt,
so Pernpaintner, sei noch nicht beendet.
„Im nächsten Schritt wird der Zugriff auf
diese Blockchain aus SYNERGO® heraus stattfinden. So werden wir die Machbarkeit von Blockchain-basierten Fachverfahren beweisen.“ Bei diesem Projekt
sind die Daten auf diverse Rechenzentren verteilt. Auch die AKDB betreibt einen
Rechnerknoten.
Anwendungsszenarien in der
Verwaltung

„Besonders bei Registereinträgen und
bei der Verifizierung von Identitäten ist
die Blockchain das ideale Werkzeug.
Einträge ins Grundbuch könnten manipulationssicher vollzogen werden.
Besitzerdaten wären absolut sicher“,
erklärt Stefan Pernpaintner. Weitere Anwendungsgebiete sind, neben Führerschein- oder Standesamtsnachweisen,
auch Gewerberegisterauskünfte. Der
Nutzer weist einfach mithilfe seines Nutzerkontos und einer App seine Identität
nach und erlaubt dem Empfänger eine
definierte Abfrage von Daten.
Die Daten werden dabei verschlüsselt in die Blockchain gehoben. „In einigen Ländern wird die Blockchain
schon eingesetzt“, so Stefan Pernpaintner. „Die Gemeinde Zug in der Schweiz
setzt Kryptowährung ein, um Zahlvorgänge zwischen Bürgern und Kommune zu vollziehen.“ In Estland sichert die
Technologie die Integrität medizinischer

Dokumente ab. Außerdem kann man
seit 2015 in der baltischen Republik mit
einem E-Residency-Programm einen
Notardienst in Anspruch nehmen, der
auf der Blockchain-Technologie basiert.
„Auch die USA, Dubai und Großbritannien treiben ähnliche Projekte voran“, so
Pernpaintner.
Rechts- und Regulierungssicherheit fehlt noch

Selbstverständlich gibt es noch einige
Hürden auf dem Weg zu einer dezentralen Blockchain-Datenhaltung. Sie sind
mit noch fehlender Rechts- und Regulierungssicherheit verbunden. Und mit der
geringen Anzahl von Experten. Denkbar
wäre jedenfalls, dass sich Rechenzentren in Deutschland oder in Europa zusammenschließen, um diese Technologie anzubieten.
Eine weitere Hürde stellt die Komplexität des Systems dar: Bedeutet die
Blockchain das Ende der zentralisierten Verwaltung? Stefan Pernpaintner
weist dieses Szenario dezidiert von der
Hand: „Ich glaube nicht, denn innerhalb
Deutschlands funktioniert die Verwaltung
sehr gut. Vielmehr eröffnet die Blockchain neue Möglichkeiten, sich stärker
dezentral zu organisieren und Anwendungsgebiete, die bisher auf einer zentralen Lösung basierten, dezentral neu
zu denken.“
Autorin: Claudia v.d. Brüggen,
AKDB

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Aus der branche

Mehr Sicherheit mit neuer Wahlsoftware
Kooperation von Kommunalem IT-Dienstleister citeq und KAAW

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Der Zweckverband Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft
West (KAAW) und Münsters kommunaler IT-Dienstleister citeq, die gemeinsam mehr als 80 Städte und Gemeinden beraten, kooperieren bei der
Einführung einer neuen Wahlsoftware
für Kreise und Kommunen.
Das neue Wahlprogramm „votemanager“
unterstützt bei der Vorbereitung und organisatorischen Durchführung von der
Europawahl bis zur Kommunalwahl.
Wichtige Funktionen sind die Zusammenführung von Ergebnissen der Stimmenauszählung in den Wahlkreisen und
die Darstellung der Wahlergebnisse im
Internet und in den Rathäusern. Zusätzlich unterstützt das Programm etwa bei
Angaben zu den Fraktionen, Wahlkandidaten oder den Wahlhelfern.
Die bisherige Software wurde in den
Kreisen Steinfurt, Borken Warendorf und

Coesfeld sowie den kreisfreien Städten
Hamm und Münster in Eigenregie durch
jede einzelne Kommune betrieben. Das
neue Programm bietet viele Vorteile:
„Eine gemeinsame Datenbasis, die damit einhergehende Reduzierung des Datenstroms sowie die Erhöhung der ITSicherheit schaffen Synergien, die einen
flächendeckenden Gemeinschaftsbetrieb
absolut rechtfertigen“, sagt Cornelia
Ebert, Verbandsvorsteherin des Zweckverbandes KAAW und Erste Beigeordnete der Stadt Ibbenbüren.
sicher und funktional

Die Konzeptionierung des Betriebsmodells wurde in enger Abstimmung
zwischen citeq und KAAW langfristig
vorbereitet. Münsters Dezernent für Informationstechnik, Stadtrat Wolfgang
Heuer: „Das Ergebnis kann sich sehen
lassen: sicherer Betrieb in einem Hochleistungsrechenzentrum, funktionale

Stadtrat Wolfgang Heuer, Münster (citeq) und
Erste Beigeordnete Cornelia Ebert, Ibbenbüren
(KAAW) unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung für eine neue Wahlsoftware.

Mehrwerte im Wahlprogramm sowie ein
wirtschaftliches Leistungsangebot. Das
alles wird möglich durch die enge Zusammenarbeit mit dem starken regionalen Partner KAAW.“
Autor: Lothar Lechtenberg, Citeq

ekom21 sorgt für Druck

Termingenaue Abwicklung von 4,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen

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Bevor am 28. Oktober 2018 die
Stimmen zur Wahl des Hessischen Landtags ausgezählt werden,
müssen die rund 4,4 Millionen wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger
erst einmal ihre Wahlbenachrichtigungen erhalten.
Für den reibungslosen Ablauf dieses
äußerst komplexen Vorgangs sorgt
die ekom21, der größte kommunale
IT-Dienstleister in Hessen. Rund 27,5
Tonnen Papier benötigt die ekom21 für
den Druck der 4,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen. Und das alles in einem engen Zeitrahmen, denn für den Druck, die
Kuvertierung, Adressierung und den Versand hat die ekom21 die Zeitspanne vom
17. September bis 29. September 2018
vorgesehen.
Aufgrund der gesetzlichen Fristen
der Landeswahlordnung ist der 7. Ok-

Intern Nr. 5 | 2018

tober der späteste Termin, an dem die
Wahlbenachrichtigungen beim Wähler
zugegangen sein müssen. Das Besondere bei dieser Wahl ist die gleichzeitig
stattfindende Volksabstimmung, die 15
Gesetze zur Änderung oder Ergänzung
der Verfassung des Landes Hessen umfasst. Hierzu muss jeder Wahlberechtigte, neben seiner Wahlbenachrichtigung,
eine mehrseitige Broschüre im Format
DIN A4 erhalten.
gewaltige GröSSenordnung

Anstatt im für Wahlbenachrichtigungen
sonst gewohnten Format DIN C6 zu
drucken und kuvertieren, müssen die
Anlagen der ekom21 diesmal das Format DIN A4 bewältigen; dadurch sinkt
die Leistung der Kuvertieranlagen von
rund 22.000 auf 7.000 pro Stunde. Dies
bedeutet, dass statt circa 200 Stunden
nun rund 630 Stunden für die Kuvertie-

Zum „Startschuss“ der großangelegten
Druckaktion lud die ekom21 zum Pressetermin
ein. Unser Bild zeigt v.l.n.r.: Christian Romberg
(Key Account Manager, Deutsche Post), Ulrich
Künkel (Geschäftsführer der ekom21), Dr. Walter Lübcke (Regierungspräsident des Regierungspräsidiums Kassel) und Dieter Josefiak
(Vertriebsmanager, Deutsche Post).

rung anfallen. Um sich die Größerordnung besser vorstellen zu können: Für

12

Aus der branche

die Einlieferung bei der Deutschen Post
AG werden rund 31.000 Transportboxen benötigt (Behälter Typ 1). 27 dieser
Boxen passen auf eine Europalette; für
die gesamten 4,4 Millionen Umschläge
müssen rund 1.150 Europaletten zur
Deutschen Post bewegt werden – das
entspricht einer Transportleistung von
mindestens 40 LKW.
Die Abwicklung dieses Vorhabens
erfordert ein Maximum an Planung im
Bereich Druck, Kuvertierung und Logistik. Die ekom21 und die Deutsche Post
AG arbeiten hier in engster Abstim-

mung zusammen, um eine
korrekte, präzise und termingenaue Abwicklung zu
gewährleisten.
Autor: Stefan Thomas,
ekom21

Leistungen des Druckzentrums
„eprint21“ im Jahr
Ordnungswidrigkeitswesen
►► ca. 26 Millionen Druckseiten
►► ca. 3 Millionen Kuvertierungen
Personalwesen
►► ca. 8 Millionen Druckseiten
►► ca. 1,8 Millionen Kuvertierungen
Finanzwesen
►► ca. 5,5 Millionen Druckseiten
►► ca. 1,3 Millionen Kuvertierungen

Ein Blick in die Zukunft

Erfolgreich und gut: Zum krz Forum 2018 erschienen 400 Gäste
Kunden aus nah und fern besuchten bei
sonnigem Spätsommerwetter die krzLeistungsschau und tauschten sich persönlich mit den Lemgoer Fachleuten aus.
Dabei konzentrierte sich das Hauptanliegen der Besucher, wie bei der Allgemeinheit der Bürgerinnen und Bürger in
Deutschland, auf eine moderne, digitale
Grundversorgung.
Zu diesem Zweck präsentierte das krz
an insgesamt 25 Ständen die neuesten
Lösungen, die den Beschäftigten in den
Verwaltungen ihre Arbeit und den Bürgerinnen und Bürgern den Kontakt zu
ihrer Kommune erleichtern. Bei diesem
Vorhaben arbeitet das krz mit regionalen
Partnern wie der neuen Initiative Lemgo
digital und der Digitalen Modellkommune
Ostwestfalen zusammen, die ebenfalls
auf dem Forum vertreten waren.
krz-Geschäftsführer Reinhold Harnisch begrüßt
die 400 Gäste beim krz Forum 2018. (Bild: krz)

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Digitale Zukunft – sicher – gemeinsam – gestalten. Unter diesem Motto lud das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/
Lippe (krz) am 18. September 2018
zum krz Forum nach Lemgo.
Knapp 400 Gäste informierten sich bei
ausführlichen Vorträgen, praktischen
Präsentationen und intensiven Gesprächen über die Angebote des Lemgoer
IT-Dienstleisters. Anwender, Partner und

Intern Nr. 5 | 2018

Hohen Stellenwert genieSSt
die IT-Sicherheit

Neben kreativer Kooperation erfordern
die Services für die voranschreitende Digitalisierung ein hohes Maß an moderner und sicherer Informations- und Kommunikationstechnik. Das krz unterstützt
Kreise, Städte und Gemeinden in Ostwestfalen-Lippe sowie Kommunen weit
darüber hinaus mit modernen Lösungen
zur EDV, IT und Digitalisierung und stellt
für viele Verbandsgemeinden und Kunden bundesweit die Datenschutz- und
Informationssicherheitsbeauftragten.
Sicherheit hat beim BSI-zertifizierten
Rechenzentrum seit jeher einen hohen

Stellenwert. So konnten sich die Besucher bei den Experten Tipps zur neuen
europäischen Datenschutzgrundverordnung holen.
kommunale Entscheider
informieren sich

In den Fachforen erfuhren die Anwenderinnen und Anwender, wie die neuesten Entwicklungen ihre Arbeit beeinflussen, und wie die Lösungen aus dem krz
sie dabei unterstützen, ihre Aufgaben
schnell und effektiv zu erledigen. Im Führungskräfteforum informierten sich die
kommunalen Entscheider über aktuelle
Modellprojekte wie Lemgo digital oder
die Digitale Modellkommune Paderborn.
Erstmals wurde auch das neue Bürogebäude am Lindenhaus für Vorträge
genutzt. Dort fand das Digitalisierungsforum mit Informationen zu den umfangreichen E-Government-Angeboten aus
Lemgo statt.
Beim abschließenden Get-together
mit Musik und Gesprächen fand das krz
Forum in lockerer Atmosphäre seinen
Ausklang. Zahlreiche Besucher resümierten: Der Besuch beim größten ostwestfälischen IT-Dienstleister hat sich
einmal mehr gelohnt!
Autor: Dirk Stock, krz

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Aus der branche

Digitale Zukunft gestalten

KDO-Kunden- und Partnertage am 23. und 24. Oktober 2018

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Mit dem Aufruf „Digitale Zukunft
gestalten“ lädt die Kommunale
Datenverarbeitung Oldenburg (KDO)
am 23. und 24. Oktober alle Interessierten zu ihren traditionellen Kundenund Partnertagen in die Oldenburger
Weser-Ems-Hallen ein. Der Fokus
in diesem Jahr liegt unter anderem
auf den Themen Digitalisierung, Online-Zugangsgesetz (OZG) und der
EU-Datenschutzgrundverordnung.
Alle zwei Jahre bietet die KDO mit ihrer Hausmesse eine interessante Veranstaltung für Anwender und Führungskräfte aus öffentlichen Verwaltungen,
Eigenbetrieben und Verbänden. Auf
dem Treffpunkt für die kommunale IT
gibt es die neuesten Informationen über
fachliche und technische Neuerungen
sowie Trends aus der kommunalen IT.
Die Besucher können aus über 50 Vorträgen – von E-Government, Dokumenten-Management-System über Finanzund Personalwesen über Kfz-Zulassung

bis hin zu Einwohnerwesen und Wahlen
auswählen.
Weitere Schwerpunktthemen sind
der Umgang mit den Anforderungen des
Onlinezugangsgesetzes (OZG) und den
Herausforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Neben den
Fachforen steht allen Besuchern der
Messebereich mit rund 45 Ausstellern
offen, die zu allen relevanten Themen
rund um IT für die öffentliche Verwaltung
informieren.
Besonders spannend: In einem separaten Bereich wird der IT-Arbeitsplatz
der Zukunft präsentiert. „Die Digitalisierung liegt nicht vor uns – wir sind bereits mittendrin. Deswegen werden wir
auf unseren Kunden- und Partnertagen
einfach einmal zeigen, wie Arbeit sich
verändert. Live an unseren KDO-CloudArbeitsplätzen“, erklärt Rolf Beyer, Verbandsgeschäftsführer der KDO.
Anmeldungen zu den KDO-Kundenund Partnertagen sind über die Homepage des kommunalen IT-Dienstleisters

Betriebsamkeit auf den KDO Kunden- und
Partnertagen 2017

möglich. „Wir freuen uns darauf, mit Ihnen innovative Konzepte, spannende
Ideen und kommunale Erfolgsgeschichten zu diskutieren“, lädt Rolf Beyer abschließend zur Veranstaltung ein.
Autorin: Tina Thüer, KDO

Bürgerportal der regio iT

Basis für interkommunales Gemeinschaftsprojekt

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Die Hauptverwaltungsbeamten der
Städte Münster und Hamm sowie
der Kreise Warendorf und Coesfeld
waren sich einig: Das Bürgerportal
der regio iT soll als Gemeinschaftsverfahren in einem eng abgestimmten
Projekt eingeführt werden.
Einen entsprechenden Auftrag erteilt deren IT-Dienstleister citeq. Das „interkommunale“ Vorhaben startet umgehend und
kann „in verschiedenen Geschwindigkeiten umgesetzt werden“, erläutert Ralph
Kleiber, bei der regio iT für strategische
Marktentwicklung & Partnermanagement
zuständig. „Wir orientieren uns am digitalen Status quo der Städte und Kreise“, erklärt Kleiber. „Die Voraussetzungen sind
bei allen sehr gut“, stellt der IT-Experte
den Verwaltungen ein gutes Zeugnis aus.
Die Anforderungen an die Kommunen wachsen stetig. Die Bürgerinnen

Intern Nr. 5 | 2018

und Bürger erwarten immer mehr Online-Dienstleistungen, nicht erst seit der
Einführung des E-Government-Gesetzes
in NRW. Ab 2022 kommen verbindlich
geltende Anforderungen des OnlineZugangsverbesserungsgesetzes des
Bundes hinzu. All das fordert die Kommunalverwaltungen erheblich, ihre Online-Angebote umfassend auszubauen.
Um den gesteckten Zielen gemeinsam
schneller näher zu kommen, setzen die
Kreise und Städte auf die Portallösung
der regio iT.
Anpassbar und verschlüsselt

Das Bürgerportal der regio iT basiert auf
der technischen Grundlage der Open
Source Portalsoftware Liferay CE und
lässt sich an die Bedürfnisse verschiedener Städte und Kreise anpassen. Das
Portal erlaubt Bürgerinnen und Bürgern
das selbständige Anlegen eines Benut-

zerkontos. Die Kommunikation mit der
Verwaltung läuft über eine verschlüsselte Browsersession, sodass keine persönlichen Daten über unverschlüsselte
E-Mails versendet werden. Bürgerinnen
und Bürger können nach Dienstleistungen und Ansprechpartnern in der Verwaltung suchen, Termine vereinbaren und
über Formulare Anträge stellen. Um sich
sicher gegenüber ihrer Verwaltung auszuweisen, können sich die Bürgerinnen
und Bürger am Bürgerportal anmelden.
Dabei unterstützt sie der landesweit verfügbare Dienst Servicekonto.NRW, der
neben der Authentisierung über Kennung
und Passwort auch den Einsatz der elektronischen Identität des Personalausweises ermöglicht.
Autorin: Birgit Becker, regio it

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Aus der branche

Digitale Baugenehmigungsakte

Bauakten des Kreises Lippe werden in das krz-DMS überführt

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Die digitale Baugenehmigungsakte mit Anbindung an das Fachverfahren BBG2000 wurde in erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem
Kreis Lippe und dem Kommunalen
Rechenzentrum Minden-Ravensberg/
Lippe (krz) eingeführt.
Nach Aufnahme der anwenderspezifischen Anforderungen wurde gemeinsam
mit den Lipper Kollegen vom Fachdienst
Bauen, Christian Gehse und Anke Dauer, ein Konzept und Projektplan erarbeitet. Nach der Realisierung durch den
IT-Dienstleister aus Lemgo und Freigabe
durch das Fachamt ist die neue Lösung
nun seit Juni 2018 produktiv.
Sie ermöglicht es, abgeschlossene
Baugenehmigungsvorgänge der digitalen ITeBau-Plattform mittels des Fachverfahrens BBG 2000 mit Metadaten
anzureichern und über automatisierte
krz-Prozesse in das revisionssichere
Dokumentenmanagementsystem (DMS)
des krz auf Basis des Produktes nscale
zu übernehmen.
Vor Ablage erfolgt eine Prüfung aller
Dokumente auf Signaturen sowie archiv-

würdige Formate. Die Dokumente, die
nicht dem Standard entsprechen, werden in das Langzeitarchivformat PDFA/2
konvertiert. Inzwischen wurden circa
150.000 Dokumente in das krz-DMS
transferiert, 5.000 digitale Akten mit Unterstrukturen gebildet und alle Objekte
mit Metadaten versehen.
prüfen und bewerten

Ein direktes Abtauchen in die Akte wird
aus dem Fachverfahren über eine enge
Koppelung an das DMS ermöglicht. Außerdem können die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der oberen
Baubehörde sowie der zwölf beteiligten
Kommunen nun problemlos über den
verfahrensunabhängigen nscale DMSClient auf die E-Akten zugreifen. Zusätzlich wurden Funktionen für Archivare realisiert: Diese können nun direkt
den von Sachbearbeitern als relevant
gekennzeichneten Aktenbestand prüfen
und bewerten.
Derzeit arbeiten die Fachexperten
des krz schon am nächsten Schritt, der
XDOMEA-konformen Aussonderung. Sie
sieht vor, die vom Archivar als archiv-

würdig gekennzeichneten Akten an das
Langzeitarchivsystem DiPS kommunal
des LWL Münster zu übergeben.
Ein umfangreiches Berechtigungskonzept gewährleistet, dass jeder Sachbearbeitende nur die Dokumente sehen
kann, für die er zugriffsberechtigt ist
und erfüllt damit die Anforderungen des
Datenschutzes.
Sowohl das Fachverfahren als auch
das Dokumentenmanagementsystem mit
dem neuen Aktenmodul „Digitale Baugenehmigungsakte“ wurden vom Kommunalen Rechenzentrum entwickelt und
werden im Fullservice betrieben und
betreut.
Dieser Rundumservice überzeugte
auch den Kreis Herford. Die Komplettlösung befindet sich bereits im Test. Zudem konnte das krz bei der Vergabe zur
Altaktendigitalisierung unterstützen und
wird die Digitalisate in das DMS überführen. Weiteres Interesse haben bereits der Kreis Minden-Lübbecke und
die Stadt Lage gezeigt.
Autorin: Larissa Moos, krz

GDI-Jubiläum in OWL

10 Jahre Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystems (ALKIS)
beim Kreis Lippe sowie 10 Jahre AED-SICAD Anwendergemeinschaft NRW

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Viele öffentliche Stellen planen gerade erst die Umsetzung der Digitalisierung, im Geoinformationsbereich beim Kreis Lippe ist sie bereits
seit zehn Jahren Praxis.
2008 hat der Kreis Lippe als bundesweit erste Katasterbehörde den neuen
Standard „Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS)“ eingeführt. In einer Feierstunde im Kreishaus
in Detmold würdigten rund 100 Gäste
aus Nordrhein-Westfalen gleich zwei Ereignisse: Zehn Jahre ALKIS im Produktiveinsatz beim Kreis Lippe sowie zehn
Jahre AED-SICAD Anwendergemeinschaft NRW.

Intern Nr. 5 | 2018

ALKIS als reines IT-Projekt zu bezeichnen, greift viel zu kurz. Das bereits
vor zehn Jahren für die neuen Technologien „fit gemachte“ Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem
(ALKIS) bildet vielmehr die Grundlage
zahlreicher weiterer Fachdaten. Ob Breitbandkoordinierung, die Genehmigung
von Bauvorhaben oder auch die Wanderwege-Infrastruktur: Ohne deren gemeinsame digitale Darstellung mit aktuellen Grundstücksgrenzen und Gebäuden
ließen sich die Aufgaben in den Kommunalverwaltungen gar nicht mehr wahrnehmen, hielt Landrat Axel Lehmann in
seiner Begrüßungsrede in Detmold fest.
Die technische Vernetzung dieser Da-

ten wird dabei als Geodateninfrastruktur
(GDI) bezeichnet.
In ihren Grußworten hoben die Vertreter der AED-SICAD Anwendergemeinschaft, der Firma AED-SICAD sowie des Innenministeriums NRW die
jahrelange gute Zusammenarbeit hervor und gaben einen Ausblick auf kommende Aufgaben. Unmittelbar bevor stehe der Beschluss des AdV-Plenums zur

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Aus der branche

Das Foto zeigt die Mitglieder der AED SICAD Anwendergemeinschaft NRW

Einführung der GeoInfoDok 7 und deren geplante bundesweite Umsetzung
bis 2023. Die AdV-Arbeitsgemeinschaft
der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland koordiniert dabei das amtliche deutsche
Vermessungswesen.
Projekt groSSen AusmaSSes

Die Einführung von ALKIS in Deutschland gestaltete sich als Projekt großen
Ausmaßes: Bei den Katasterbehörden
in NRW hat sie insgesamt sieben Jahre, in den übrigen Bundesländern rund
fünf Jahre in Anspruch genommen. In
Bayern und Berlin wurde Ende 2015
auf den neuen Standard umgestellt, so
Stefan Ostrau, zuständiger Leiter des
Fachbereiches Geoinformation, Kataster, Immobilienbewertung sowie Digitalisierungsbeauftragter des Kreises. Die
Bundesländer haben dabei auch auf den
Erfahrungen der nordrhein-westfälischen
Städte und Kreise aufgebaut. Der Kraftakt in Zahlen: Das Liegenschaftskataster besteht deutschlandweit aus rund
64,4 Millionen Flurstücken und rund 21,5
Millionen Gebäude mit georeferenzierter
Adresse (Hauskoordinaten). Hinzu kommen Millionen von Eigentümerdaten, Angaben über die tatsächliche Nutzung und
weitere Daten.
Entwicklung zur Praxisreife

Das Erfolgsrezept in NRW liege in einem kooperativen Vorgehen mit der

Intern Nr. 5 | 2018

Wirtschaft: Bereits 2008 wurden insgesamt drei Anwendergemeinschaften gegründet, so Ostrau. Diese hatten zum
Ziel, das etwa 3500 Seiten umfassende bundesweit gültige Regelwerk technisch umzusetzen und bis zur Praxisreife
zu entwickeln. Der Wettbewerb wurde
dadurch sichergestellt, dass jeweils nur
eine Softwarefirma in einer Anwendergemeinschaft mitwirken konnte. Der
Kreis Lippe hatte sich schon frühzeitig
für die Softwarelösungen der AED-SICAD entschieden und sich von Beginn
an in der AED-SICAD Anwendergemeinschaft NRW engagiert, in der heute neben dem Land Nordrhein-Westfalen rund
30 Institutionen aus NRW und Gäste
aus anderen Bundesländern erfolgreich
zusammenarbeiten.
acht millionen zugriffe

Die aktuellen Daten des Liegenschaftskatasters werden beim Kreis Lippe kostenfrei bereitgestellt. Für den Kreis Lippe ergeben sich jährlich mehr als acht
Millionen Zugriffe auf das Amtliche Liegenschaftskataster und das mit weiteren
Informationen gefüllte Geo-Portal. Darüber hinaus stehen Nutzern landesweite
ALKIS-Datensätze bei der Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, zentral zur
Verfügung. Die Daten werden vorrangig
über Dienste und daneben auch über
Downloadmöglichkeiten der Datensätze (portionierte Datenpakete) zur Verfügung gestellt und können entsprechend

weiterverwendet werden.
Und die Entwicklung geht weiter:
Seit längerem wird bundesweit daran
gearbeitet, den Datenaustausch mit anderen Verwaltungen umzusetzen: Von
der Bundesstatistik mit dem Projekt
Zensus 2021 über die Steuerverwaltung (steuerrelevante Grundstücksdatenbank) bis hin zur Anbindung an das
Datenbankgrundbuch sowie der Daten
der Flurneuordnungsverwaltung.
Darüber hinaus werden noch weitere Entwicklungen aufgegriffen wie beispielsweise die Einführung der dritten Dimension im Liegenschaftskataster (3D),
mobile Lösungen für Smart Devices sowie brandaktuell auch die Integration von
Fernerkundungsdaten (Copernicus-Programm) in die Katasterdaten, wie Markus Schräder, Leiter des Fachgebiets
Geoinformation/ Geodatenmanagement,
im weiteren Verlauf der Veranstaltung
berichtete.
Leitziel Digitalisierung

Landrat Axel Lehmann zeigte abschließend die weitere Entwicklung auf: Viele Kommunen erarbeiten derzeit digitale Strategien. Mit dem Zukunftskonzept
Lippe 2025 hat sich der Kreis Lippe das
Ziel gesetzt, bis 2025 unter den ländlich
geprägten Regionen führend in der Digitalisierung und dynamisch in der Wirtschaftsentwicklung zu sein. Eine tragende Rolle nimmt dabei der Fachbereich
„Geoinformation, Kataster, Immobilienbewertung“ ein, der für dieses Leitziel
Digitalisierung verantwortlich ist. Neben
dem Ausbau des schnellen Internets und
der ganzheitlichen Umsetzung der digitalen Verwaltung sollen eine Digitalisierungs- sowie eine Open Data- Strategie
erarbeitet werden.
Autor: Kreis Lippe

16

aus der branche

Re-Zertifizierung erfolgreich bestanden
ekom21 erhält BSI-Zertifizierung bis 2021

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Die Informationstechnologie unterstützt heute zahlreiche Prozesse und erleichtert die alltägliche Arbeit. Der breite Einsatz von IT bringt
allerdings auch immer weitere Risiken
mit sich, etwa Hackerangriffe, Datenverlust oder die unautorisierte Weitergabe von Informationen. Bereits
seit 2009 wurde die ekom21 über das
Bundesamt für Informationssicherheit
(BSI) nach ISO 27001 auf Basis des ITGrundschutzes geprüft. Mit einer diesjährigen Re-Zertifizierung stellte sich
das Unternehmen erneut den hohen
Sicherheitsanforderungen des BSI.
Im April 2018 wurde die ekom21 nach
zahlreichen internen Audits über einen
BSI zertifizierten ISO 27001-Grundschutz-Auditor vor Ort umfassend geprüft. Der Untersuchungsgegenstand
umfasste die informationstechnischen
Anlagen, Prozesse und Lösungen der
ekom21, die zur Erbringung der ASPDienstleistungen erforderlich sind. Betrachtet wurden insbesondere die Informationssysteme, die unmittelbar (zum
Beispiel Fachverfahren) und mittelbar
(zum Beispiel Kommunikationssysteme)
mit den Dienstleistungen verzahnt sind.
Aufgrund der durchgeführten VorOrt-Prüfungen und Einzelprüfungen wurde festgestellt, dass die Anforderungen
der ISO 27001-Zertifizierung auf der Basis von IT-Grundschutz erfüllt sind. Damit darf sich die ekom21 bis zum Jahr
2021 mit dem begehrten BSI-Zertifikat
schmücken.
IT-Sicherheit als gelebter
Wert

Viel Lob gab es vom BSI-Auditor, welches sich auch durch sein abschließendes Votum ausgedrückt (hier ein
Auszug):
„Die ekom21 besitzt weiterhin ein
wirksames Informationssicherheitsmanagement, welches für die optimale Anwendung der etablierten Prozesse im Tagesgeschäft sorgt. Alle Richtlinien und
Handlungsanleitungen werden in den
Fachabteilungen im Tagesgeschäft befolgt. Die aufgestellten Regularien und

Intern Nr. 5 | 2018

etablierten Prozesse werden von den
Mitarbeitern als
sinnvoll und hilfreich erachtet und
deshalb im Tagesgeschäft grundsätzlich gelebt. Im
Audit konnte festgestellt werden,
dass sich alle Interviewpartner der
Bedeutung eines
effizienten ISMS
bewusst sind. Alle
Interviewpartner Die Geschäftsführer der ekom21, Ulrich Künkel und Bertram Huke, sowaren ausnahms- wie der IT-Sicherheitsbeauftragte Bastian Schäfer (v.l.n.r.) mit dem Zertilos sehr gut auf fikat. (Bild: ekom21)
das Audit vorbereitet. Der Gesamteindruck war sehr professionell“.
Mannschaft an Bord zu haben, die die
Informationssicherheit ganz im Sinne unHohe Ansprüche
serer Kunden lebt.“
Über die erneute Zertifizierung freuen sich auch Bertram Huke und Ulrich Der neue Grundschutz
Künkel, Geschäftsführer der ekom21: Aufgrund der immer komplexer werden„Schon das Zertifikat ISO 27001 ist an den IT-Landschaft wurde vom BSI eine
extrem hohe Ansprüche geknüpft. Noch systematische Vorgehensweise entwiaussagekräftiger, da umfangreicher, ist ckelt, um notwendige Sicherheitsmaßallerdings die ISO 27001-Zertifizierung nahmen umzusetzen.
Im Jahr 2017 wurden die IT-Grundauf Basis IT-Grundschutz, die durch das
neue IT-Grundschutzkompendium noch schutz-Kataloge im Zuge der Modernispeziellere Anforderungen aufweist. Der sierung des IT-Grundschutzes auf das
IT-Grundschutz des BSI bietet damit ei- neue „IT-Grundschutz-Kompendium“
nen Maßnahmenkatalog auf höchstem umgestellt. Neben den bereits sehr diffeNiveau, mit dem Organisationen und renzierten Vorgaben werden damit noch
Behörden ihre IT-Systeme zuverlässig konkretere und tiefergehende Anfordeschützen, etwa vor menschlichen Fehl- rungen an die Unternehmen gestellt.
handlungen, technischem Versagen oder
Bereits in diesem Jahr hat die
ekom21 einen ersten Schritt zur MigAngriffen“, erklärt Bertram Huke.
Ulrich Künkel ergänzt: „Durch das ration auf den neuen IT-Grundschutz
Zertifikat des BSI haben unsere Kunden vorgenommen, indem einige Bausteine
von neutraler Stelle die Bestätigung, dass bereits auf dem neuen Niveau bearbeiwir ein Maximum an Sicherheit bieten. tet wurden. Damit gehört die ekom21 zu
Unser Dank gilt allen Mitarbeiterinnen den ersten öffentlichen Rechenzentren
und Mitarbeitern, die jeden Tag durch ihr deutschlandweit, die diesen Standard
exzellentes Know-how und ihre Umsicht umsetzen.
zum sicheren Umgang mit sensiblen Informationen beitragen. Ihr Wissen, ihre
AUtorin: Sabine Fleischer,
Fähigkeit und ihre Motivation sind jeden
ekom21
Tag gefragter denn je. Spezielle Qualifizierungen und kontinuierliche Sensibilisierungsmaßnahmen führen dazu, eine

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Bericht aus der EU

Aufklärung und Sensibilisierung

Beim European Cyber Security Month (ESCM) steht Sicherheit im Zentrum

›

Aufklärung und Sensibilisierung
auf dem Gebiet der IT-Sicherheit
zählen zu den Voraussetzungen für
eine erfolgreiche Digitalisierung. Bürger, Unternehmen und Organisationen sollten Risiken im Umgang mit Informationstechnik kennen und diese
sicher nutzen können. Der European
Cyber Security Month (ECSM) hat sich
genau diese Sensibilisierung zum Ziel
gesetzt.
Wie in den Jahren zuvor steht der Oktober ganz im Zeichen europaweiter
IT-Sicherheitsbemühungen. Mit Unterstützung der EU-Kommission und unter
Federführung der europäischen IT-Sicherheitsbehörde ENISA bieten die europäischen Länder sowie Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft
während des Aktionsmonats zahlreiche
Veranstaltungen, Informationen und Aktionen an, die den verantwortungsbewussten Umgang im Cyber-Raum in den
Mittelpunkt stellen. In Deutschland koordiniert das Bundesamt für Sicherheit in
der Informationstechnik (BSI) die Angebote. Im vergangenen Jahr 2017 hatten
sich 104 Partner mit 215 Aktionen am
ECSM beteiligt.
Und auch in diesem Jahr stehen wieder zahlreiche Aktionen beim ECSM auf
dem Programm. Jede Woche im Oktober
steht unter einem eigenen Motto:
►► IT-Basisschutz leicht gemacht
(01.-07.10.2018)
►► Digitales Leben – Sicherheit vermitteln (08.-14.10.2018)
►► Schutz vor Onlinebetrug
(15.-21.10.2018)
►► IoT und Smart Devices – mit Sicherheit digital und smart
(22.-31.10.2018)
Die Wochenthemen dienen als Anregung
für eigene Aktionen, denn der ECSM lebt
von der Teilnahme vieler Akteure. Im Vorfeld wurde seitens des BSI und anderer
IT-Sicherheits- und Datenschutzorganisationen zur Teilnahme aufgerufen. Öffentliche und private Institutionen waren
eingeladen, sich zu beteiligen. Seit dem
Jahr 2013 ist der Aktionsmonat ein regel-

Intern Nr. 5 | 2018

mäßig stattfindendes europaweites Format. Grundsätzlich sind von Pressearbeit
über Veranstaltungen bis hin zu Videos,
Informationen auf Webseiten und Social
Media-Aktionen alle möglichen Formen
der Beteiligung denkbar. Auch interne
Maßnahmen wie Schulungen für Mitarbeiter sind ein wertvoller Beitrag und
konnten als Aktion angemeldet werden.

und ihnen Informationen, Hilfestellungen
und Praxisbeispiele an die Hand zu geben, mit denen sie sich sicherer durch
das Internet bewegen können.
Weitere Informationen:
►► ECSM-Website (Link)
►► Abschlussbericht 2017 (Link)

hintergrund

Seit 2012 sensibilisiert der ECSM europaweit Bürgerinnen und Bürger sowie
Organisationen für den umsichtigen und
verantwortungsbewussten Umgang im
Cyber-Raum. Als Pilotprojekt gestartet,
nahmen im ersten Jahr Tschechien, Luxemburg, Norwegen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien und Großbritannien teil, um mit Unterstützung der
ENISA und der Europäischen Kommission über Cyber-Sicherheit aufzuklären.
Unter Federführung der europäischen IT-Sicherheitsbehörde ENISA
bieten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union während des ECSM verschiedene Veranstaltungen und Informationen zum Thema Cyber-Sicherheit an.
Im Jahr 2016 beispielsweise nahmen 32
Staaten mit mehr als 450 Aktivitäten am
ECSM teil. Deutschland rückte Inhalte
zum Thema „Ins Internet – mit Sicherheit“
in den Fokus der Öffentlichkeit, um Internetnutzer in Europa für die möglichen
Risiken des Internets zu sensibilisieren

„Cyber-Sicherheit ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Durch
Information, Aufklärung und
die Bereitschaft zum Handeln
kann jeder Einzelne dazu beitragen. Das BSI unterstützt
und koordiniert den European Cyber Security Month
in Deutschland, damit wir gemeinsam das Thema CyberSicherheit im Bewusstsein der
Öffentlichkeit verankern.“
Arne Schönbohm, Präsident des
Bundesamtes für Sicherheit in der
Informationstechnik

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Bericht aus der EU

Euritas EU Digital Summit 2018

Meldung

›

European digital
skill award 2018

Die EU-Kommission will Projekte, die
zur AUsbildung besonderer digitaler
Fähig- und Fertigkeiten beitragen, auszeichnen. Ein entsprechender Preis, der
European Digital Skill Award, ist dafür
ausgelobt worden und wird am 6. Dezember 2018 von EU-Digital-Kommissarin Mariya Gabriel verliehen. Der Preis
berücksichtigt Initiativen und Projekte,
die zur Verbesserung digitaler Skills in
der Schule und am Arbeitsplatz beitragen. Insbesondere Projekte, die sich auf
andere Städte, Regionen, Länder und
Sektoren übertragen lassen, werden
gesucht.
Die EU-Kommission sieht digitale
Skills als elementar an, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu steigern
und eine inklusive digitale Gesellschaft
aufzubauen. Heute verfügen noch rund
43 Prozent aller Europäer über ungenügende oder gar keine digitalen Skills.
Die Deadline zum Einreichen von
Projekten endet am 21.10.2018.
Mehr Infos (Link)

›

Die europäische Vereinigung der öffentliche IT-Dienstleister – EURITAS
– wird am 29. November 2018 eine Konferenz über Regulierungsmaßnahmen im
E-Government abhalten. Die Konferenz
fokussiert das Spannungsfeld zwischen
politischen Rahmenbedingungen und der
technischen Implementierung. Eingeladen sind alle Stakeholder des öffentlichen Sektors auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene.
Der Europäische Rat, die Kommission und das Parlament haben kürzlich
verschiedene einschlägige Richtlinien
verabschiedet. Dies betrifft die Datenschutz-Grundverordnugn, die elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen
(eIDAS) und das künftige Single Digitale
Gateway. Alle Mitgliedstaaten sind aufgefordert, sich mit den Richtlinien und ihrer
Umsetzung zu befassen.
Auf der Konferenz werden Vertreter
europäischer IT-Dienstleister den Stand
der Umsetzung in ihren Ländern schildern, die Herausforderungen aufzeigen
und die bei der Umsetzung gemachten
Erfahrungen präsentieren. So soll beispielsweise gezeigt werden, wie Cloud-

Dienste in Übereinstimmung mit der Datenschutz-Grundverordnung entstehen
können, wie die verschiedenen nationalen Ansätze bei der Implementierung der
eIDAS-Richtlinie aussehen können und
welche Optionen die nutzerorientierten
Ansätze für das Single Digital Gateway
beinhalten.
Mehr Infos: Link

►► Datum: 28. November 2018
►► Ort: Vertretung der Region
Tirol-Südtirol-Trentino (4547, Rue de Pascale - B-1040
Brüssel)
►► Zeit: 10.00 - 17.00 Uhr

TERMINE
3. Oktober 2018 … Europäische Entwicklerkonferenz … Dublin
16. Oktober 2018 … Intergeo … Frankfurt
17. Oktober 2018 … Infoveranstaltung Barrierefreiheit … Berlin
18. November 2018 … Regionalkonferenz Digitalisierung… Nürnberg
28. Novermber 2018 … EURITAS-Konferenz … Brüssel

www.itkalender.de … für mehr Informationen + Termine

Impressum
Herausgegeben von

www.vitako.de

Vitako

Redaktion & Kontakt:

Bundes-Arbeitsgemeinschaft der
Kommunalen IT-Dienstleister e. V.
V.i.S.d.P.: Dr. Ralf Resch
Markgrafenstraße 22
D - 10117 Berlin

Dr. Helmut Merschmann

Intern Nr. 5 | 2018

Telefon: +49 30 20 63 156 - 14
E-Mail: redaktion@vitako.de

Bildnachweis:
Fotolia 1 | iStockphoto 2,9 | Stadt Nürnberg 3
| Vitako 5 | NEGZ 7 | BIK 8 | KIRU 9 | AKDB
11 | Citeq 12 | ekom 12,17 | krz 13 | KDO 14 |
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