Publication:
2018
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365725
Path:
August Nr. 4 | 2018

Vitako Intern

Themen
IT-Planungsr at

Liebe Leser innen und Leser ,
die Digitalisierung der Verwaltung kommt voran. Kürzlich erst hat der
IT-Planungsrat eine To-Do-Liste zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes vorgelegt, der eine Aufgabenverteilung zwischen Bund und
Ländern zu entnehmen ist. Die Bundesländer konnten sich für Themenfelder eintragen, an denen sie besonders interessiert sind. Insgesamt
575 Verwaltungsleistungen oder „Anliegen“ sollen bis 2022 digitalisiert
werden. Einige sind es ja längst, andere noch weit vor der Fertigsstellung – eine Herausforderung allemal.
Vitako und die kommunalen IT-Dienstleister wollen sich bei der Umstellung des Führerscheins auf den EU-Standard beteiligen. Circa 40
Millionen Führerscheine müssen ersetzt werden. Da sind Koordination
und Kooperation gefragt.
Neue Formen der Zusammenarbeit deuten sich auch im Verhältnis
der kommunalen IT-Dienstleister zu den Kommunalen Spitzenverbänden an, wo das Thema Digitalisierung inzwischen auch auf der Tagesordnung steht. Die neue Beigeordnete für Recht und Verwaltung beim
Deutschen Städtetag, Uda Bastians, bescheinigt den kommunalen
IT--Dienstleistern im Interview fachliche Expertise für die Herausforderungen der kommunalen Digitalisierung.

›

Wir wünschen eine interessante Lektüre,
Ihr Vitako-Team

Umsetzung des OZG

Im Gespr äch
Dr. Uda Bastians, Deutscher
Städtetag

Ver anstaltungen
Rückblick Zukunftskongress

Facharbeitsgruppen
Suchen und Finden im
Portalverbund

Fusionen
Neugründung von ITEOS AöR

In Sachen SIcherheit
ITDZ mit BSI-Standards

neues Rechenzentrum
LVR und Stadt Köln daten

Offene Verwaltung
KDVZ standardisiert Wahldaten

euritas
CIO-Konferenz im November

1

aktuelles

Zur Umsetzung des OZG

IT-Planungsrat veröffentlicht Leistungskatalog

›

Die Umsetzung des Online-Zugangsgesetze (OZG),
das bereits seit einem knappen Jahr in Kraft ist, beschäftigt weiterhin Verwaltungsexperten aller föderalen
Ebenen und ist Dauerthema im IT-Planungsrat. Das OZG
schreibt vor, dass bis 2022 alle Verwaltungsleistungen digital zur Verfügung gestellt werden müssen.
In seiner Juni-Sitzung hat der IT-Planungsrat beschlossen,
dass der Umsetzungskatalog für Bund, Länder und Kommunen eine Grundlage für die Umsetzung des OZG bilden soll.
In diesem auch als „575er-Liste“ bekannten Katalog sind nach
einer bundesweiten ersten Erhebung von Verwaltungsleistungen aller Ebenen circa 55 Lebens- und Geschäftslagen mit
insgesamt 575 Einzelleistungen zusammengefasst worden.
Diese Liste ist eine Momentaufnahme, die weiter vervollständigt wird, die aber als Ausgangspunkt für die Digitalisierung
von Leistungen verwendet wird. Damit nicht jedes Bundesland
und jede Kommune eigene Lösungen entwickelt, haben sich
Bund und Länder im IT-Planungsrat in der Juni-Sitzung auch
auf ein arbeitsteiliges Vorgehen verständigt.
So wird beispielsweise das Thema Unternehmensführung
und -entwicklung federführend von Hamburg bearbeitet, für
das Thema Umwelt wird Schleswig-Holstein verantwortlich
zeichnen und für das Thema Familie und Kind die Freie Hansestadt Bremen. Vorgesehen ist die Einrichtung sogenannter
Digitalisierungslabore, in denen Fachverantwortliche und Digitalisierungsexperten, Anwender und Betroffene gemeinsam
gute Lösungen für eine entsprechende Digitalisierung der einzelnen Leistungen entwickeln. Diese können dann von anderen
übernommen werden. Sollten einzelne Kommunen beispielsweise bereits eigene digitale Verfahren im Einsatz haben, sind
sie mit Rücksicht auf bereits getätigte Investitionen und Aufwände aber nicht gezwungen, neu entwickelte Lösungen zu
übernehmen. Ansprechpartner für die Digitalisierungslabore
werden noch benannt.
herausforderung durch EU-Führerschein

Die Kommunalen Spitzenverbände haben in der Sitzung des
Planungsrates ebenfalls angeboten, Leistungen zu digitalisieren. Im Gespräch ist derzeit das Thema Waffenbesitzkarte. Die
kommunalen IT-Dienstleister werden sich hieran beteiligen.
Darüber hinaus will Vitako sich im Bereich Mobilität engagieren und mit dem Thema Führerschein befassen. Denn auf
die kommunalen Führerscheinstellen kommt in den nächsten
Jahren ein erheblicher Aufwand bei der Ausstellung neuer
Kartenführerscheine zu.
Aufgrund der europaweit notwendigen Vereinheitlichung
von Führerscheindokumenten müssen alle Führerscheine umgetauscht werden, die vor dem 1. Januar 2013 ausgestellt worden sind. Führerscheine nach dem 1. Januar 2013 haben dann
nur noch eine befristete Gültigkeit von 15 Jahren. Insgesamt
müssen rund 40 Millionen Führerscheine ersetzt werden. Zu
überlegen ist, ob im Rahmen des Digitalisierungsprogramms
ein elektronischer Prozess für den Umtausch gestaltet werden

Intern Nr. 4 | 2018

kann. Die kommunalen IT-Dienstleister wollen das Thema in
einer eigenen Arbeitsgruppe behandeln und geeignete Vorschläge für einen Online-Prozess erarbeiten.
Portalverbund und Servicekonto

Neben den verschiedenen Vorhaben des Digitalisierungsprogramms laufen auch die Konzeptentwicklungen für den Portalverbund und die interoperablen Servicekonten weiterhin auf
Hochtouren. Um die Portale des Bundes und die Verwaltungsdienstleistungen, der Länder und der Kommunen miteinander zu verknüpfen, wurde ein „Suchen und Finden“-Konzept
erarbeitet, das federführend von der Freien und Hansestadt
Hamburg vorangetrieben wird. Um die bestehenden Portale
mit ihren Anwendungen so zu verknüpfen, dass Bürgerinnen
und Bürger entsprechende Dienste auch länderübergreifend
nutzen können, werden vom Bund sowie den Ländern Berlin,
Bayern, Hamburg und Hessen jetzt Integrationsszenarien erarbeitet. Es wird außerdem an einer Architekturrichtlinie für den
Portalverbund gearbeitet. Eine erste Liste mit Kriterien für die
Portalverbundfähigkeit liegt vor, darin werden Aussagen beispielsweise zu Anforderungen an die Verwaltungsportale, an
die Nutzerkonten, Postfächer, an die Onlinedienste oder auch
an Single-Sign-On oder an das Payment getroffen. Aus Sicht
der Länder und der Kommunen gibt es hier allerdings noch
viele offene Fragen und erheblichen Diskussionsbedarf. Vitako
wird sich an dieser Diskussion gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden beteiligen und das fachliche Know-how
der kommunalen IT-Dienstleister einbringen.
Autorin: Tina Siegfried, Vitako

2

aktuelles

Übersicht über die Verteilung von OZG-Leistungen
laut IT-Planungsratsbeschluss 20118/22 vom Juni 2018
1. Unternehmensführung und
-entwicklung

a. Hamburg (Federführung)
b. Bremen (Mitarbeit)
c. Nordrhein-Westfalen (Interesse)
d. Hessen (Interesse für die Geschäftslagen Arbeitsschutz
und Statistik & Berichtspflichten)

8. Bauen und Wohnen

a. Mecklenburg-Vorpommern (Federführung)
b. Bayern (Interesse)
c. Baden-Württemberg (Interesse)
9. Engagement und Hobbies

a. N.N.

2. Steuern & Zoll

10. Recht und Ordnung

a. Thüringen (Federführung für Lebenslage Steuern)
b. Hamburg (Interesse für Geschäftslage Auslandsgeschäft)

a. Sachsen (Federführung)
11. Ein- und Auswanderung

3. Umwelt

a. Brandenburg (Federführung)

a. 1. Schleswig-Holstein (Federführung)
b. 2. Rheinland-Pfalz (Co-Federführung)
c. Hessen (Interesse an Geschäftslage Anlagen und Stoffe)

12. Gesundheit

a. Niedersachsen (Federführung für die Lebenslagen
Gesundheitsvorsorge und Krankheit)

4. Forschung und Förderung

a. Rheinland-Pfalz (Interesse)

13. Familie und Kind

5. Bildung

a. Bremen (Federführung)
b. Saarland (Mitarbeit)

a. Sachsen-Anhalt (Federführung)
14. Querschnitt
6. Arbeit und Ruhestand

a. Hessen (Interesse für Lebenslage Arbeitsplatzverlust)
7. Mobilität und Reisen

a. Berlin (Federführung)
b. Brandenburg (Mitarbeit)
c. Hamburg (Mitarbeit)
d. Thüringen (Interesse)

a. N.N.

Meldung

›

GovL ab Arnsberg

Viele Herausforderungen der Zukunft aber auch der Gegenwart sind
mit klassischen Methoden kaum zu bewältigen. In Arnsberg/ Sauerland testet
die Landesverwaltung neue Wege der
Zusammenarbeit mit interdisziplinären
Projektgruppen und Methoden wie dem
Design Thinking.
„Was dabei rauskommt, wenn Handwerker, Informatiker, Juristen und Verwaltungsleute an einen Tisch sitzen? Das
lässt sich nicht vorhersagen. Aber: Die
Chancen für neue Ideen stehen gut!“,
heißt es auf der Website.
Das Gov-Lab Arnsberg steht für neues Regieren durch interdisziplinäre und
gemeinsame Lösungsfindung und bietet für Interessierte Raum und Rahmen,

Intern Nr. 4 | 2018

um eigene Ideen und Lösungen zu entwickeln. Dabei ist das Ziel, die Verwaltung einfacher, schneller und besser zu
machen.
Ein aktuelles Projekt ist das Bereitstellen von Informationen zum LEADERProgramm der EU durch einen LEADER
Chatbot. Auf Algorithmus-Basis sollen
Informationen zu Unterlagen, formalen
Anforderungen und Basis-Informationen abgefragt werden können. Ziel ist
die Erstellung eines Prototypen, der auf
den Websiten und Social-Media Kanälen
der LEADER-Regionen getestet wird und
dann auch anderen Kommunen oder Regionen zugute kommt.
Das Gov-Lab will auch Best-Practice-Empfehlungen von Arbeitsabläufen

in der Verwaltung entwickeln. Wie funktioniert eine Anhörung und wie erstelle
ich einen Zuwendunsbescheid? Für viele
Quereinsteiger in der Verwaltung sei es
wichtig, schnell und zielgruppengerecht
das passende Verwaltungswissen parat
zu haben.
Link: Gov-Lab Arnsberg

3

Interview

Neue Formen der Zusammenarbeit
Dr. Uda Bastians, Beigeordnete für Recht und Verwaltung beim Deutschen Städtetag

›

Auf der Vitako-Mitgliederversammlung in Hamburg
hat Uda Bastians die Position des Deutschen Städtetages in Sachen Digitalisierung erläutert und dabei auf
das partnerschaftliche Verhältnis von Kommunen und ITDienstleistern hingewiesen.
Frau Bastians, wie sieht die Beschäftigung des Deutschen
Städtetages mit der Digitalisierung aus?
Die Bundesregierung hat sich bei der Digitalisierung viel vorgenommen. Es werden Herausforderungen benannt, denen
sich die Kommunen bereits heute – und mit Erfolg – stellen. Es
werden aber auch Aufgaben beschrieben, die die Kommunen
vielerorts neu in Angriff nehmen müssen. Deshalb müssen wir
uns effektiv aufstellen, um Lösungen zu erreichen, die die politischen Ziele der Kommunen unterstützen und deren Umsetzung erleichtern. Hierin liegt die Kernaufgabe des Deutschen
Städtetages. Und hier setze ich auf eine enge Zusammenarbeit
mit den kommunalen IT-Dienstleistern.
Was ist bei der Digitailisierung für Kommunen besonders
relevant?
Eine gute Infrastruktur ist Grundvoraussetzung. Bis 2025 brauchen wir flächendeckend Gigabit-Netze. Nur mit einer sinnvollen Politik von Bund und Ländern ist ein Ausbau auf Gigabitniveau zu erreichen.
Dann die digitale Verwaltung: Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes und die Ausgestaltung des Portalverbundes
stehen an. Ein Portalverbund von Bund, Ländern und Kommunen bietet Chancen, mehr Bürgernähe zu erreichen. Die kommunalen Portale müssen dabei sichtbar bleiben und die bereits heute dort abrufbaren Informationen weiter möglich sein.
Beim Ausbau digitaler Angebote der Verwaltung setzen
wir auf benutzerfreundliche Zugänge zur Verwaltung. Wir als
Deutscher Städtetag plädieren für eine Überprüfung der Digitaltauglichkeit unserer Gesetze, um den digitalen Zugang zur
Verwaltung grundsätzlich möglich zu machen. Wir möchten
aber auch weiterhin den persönlichen Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern aufrechterhalten!
Inwieweit können IT-Dienstleister behilflich sein?
Kommunen sind mit den IT-Dienstleistern seit Beginn der
1990er Jahre Vorreiter bei der Einführung von E-GovernmentAngeboten in Deutschland. Die Einführung und stetige Verbesserung digitaler Verwaltungsabläufe gehört zu den größten Herausforderungen der Zeit in der öffentlichen Verwaltung. Hierfür
brauchen die Kommunen fachliche Unterstützung.
Wer soll für die Kosten der Digitalisierung aufkommen?
Die Planung und Implementierung neuer Verwaltungsabläufe, die notwendige technische Ausstattung und Schulungen
werden erhebliche Ressourcen erfordern. Hier sind Bund und
Länder gefragt. Dabei will ich sie keinesfalls auf die Rolle als
Geldgeber reduzieren. Sie können selbst durch die Digitalsierung ihrer Verwaltungsabläufe und -dienstleistungen das The-

Intern Nr. 4 | 2018

ma E-Government voranbringen, mit Standardisierungen
Effizienzen schaffen und die
Nutzerfreundlichkeit für Bürgerinnen und Bürger steigern.
Darüber hinaus können nur
Bund und Länder als Gesetzgeber die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen
schaffen, um die Digitalisierung der Verwaltung zu
ermöglichen.
Und die Kommunen?
Bund, Ländern und Kommunen müssen zusammenwirken, um maximale Nutzerfreundlichkeit zu erreichen.
Die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern ist am Ende ein wesentlicher Faktor.
Für sie muss der Mehrwert neuer Lösungen erkennbar werden
und der Einsatz der notwendigen Steuergelder effizient, nachvollziehbar und in einem gesunden Verhältnis zum erreichten
Mehrwert stehen. Akzeptanz zu gewinnen, bedeutet auch,
die Herausforderungen und Risiken zu benennen. Deshalb
müssen Sicherheitsaspekte einschließlich eines hohen Datenschutzniveaus eine ganz wesentliche Rolle spielen.
Mir sind Akzeptanz und Vertrauen aber noch aus einem
weiteren Grund wichtig: Bei der Digitalisierung der Verwaltung
geht es um die Organisation staatlichen Handelns in einem
demokratisch verfassten Gemeinwesen. Die gesamte Staatsgewalt geht vom Volk aus. Die Nutzerinnen und Nutzer sind
unsere Auftraggeber und Kontrolleure. Dieser „Primat der Politik“ als Konsequenz der Demokratie bleibt nicht ganz ohne
Auswirkung, wie wir die Digitalisierung gemeinsam gestalten
können. Sie als kommunale IT-Dienstleister sind sicherlich
die fachlichen Experten. Doch die Kommunen müssen – auf
Basis demokratisch legitimierter Entscheidungsprozesse –
vorgeben, welche Zielsetzungen sie beschreiten möchten.
Aber sie brauchen die IT-Dienstleister mit ihrer Expertise und
ihrem Sachverstand, um nach guter fachlicher Beratung die
Ziele zu erreichen.
Das klingt nach neuen Formen der Zusammenarbeit.
Wir haben nicht immer deckungsgleiche Ziele, jedoch ist es
unabdingbar, dass sowohl die kommunalen IT-Dienstleister
als auch die Kommunen mit ihren Spitzenverbänden Verständnis und Akzeptanz für die jeweiligen Interessen und
Rahmenbedingungen aufbringen. Sicher ist, dass wir die Digitalisierung in den Kommunen nur gemeinsam voranbringen
können. Nur im gemeinsamen Schulterschluss wird die Digitalisierung in den Kommunen gelingen!
Fragen: Helmut Merschmann, Vitako

4

veranstaltungen

Digitalisierung gelingt nur gemeinsam
Impressionen vom 6. Zukunftskongress Staat und Verwaltung

›

Jünger, größer, vielfältiger - mit diesen Steigerungsformen trat der Zukunftskongress in diesem Jahr an.
Im Vorfeld gab es ein Barcamp, an dem vor allem die Generation U30 teilgenommen hatte - junge Leute unter 30
Jahren, die ihre Sicht auf die Verwaltung diskutierten und
am ersten Kongresstag präsentieren konnten. Das Credo
des Kongresses: „Die Digitalisierung muss schnell zu
sichtbaren Ergebnissen führen“.

IT-Governance

Vitako-Geschäftsführer Ralf Resch nahm an einem Zukunftsforum zum Thema „IT-Governance als Schlüssel
zur Digitalisierung der Verwaltungen in Deutschland“ teil
und plädierte für eine engere Zusammenarbeit von Bund,
Ländern und Kommunen beim Onlinezugangsgesetz
und beim Digitalisierungsprogramm und für eine neue
ebenenübergreifende Diskussionskultur. Als Verband der
kommunalen IT-Dienstleister stellt Vitako sein Know-how
und das seiner Mitglieder bei der praktischen Umsetzung
der Digitalisierungsvorhaben des Bundes zur Verfügung.

Besuch am Stand

Bundes-CIO Klaus Vitt (oben Mitte) verweilte bei seinem Rundgang am Vitako-Stand und ließ sich von den VitakoVorständen Rudolf Schleyer (links) und
Reinhold Harnisch (rechts) in die Verbandsarbeit einweihen. Zuvor hatte Vitt,
stellvertretend für Bundesinnenminister
Horst Seehofer, eine Keynote gehalten
und dabei sein Arbeitsprogramm rund
um den Portalverbund und das OnlineZugangsgesetz (OZG) vorgestellt. Bei
der Umsetzung setzt Vitt auf „hochengagierte Beteiligte in Länder und Kommunen“ und verspricht „Nutzerorientierung
First“. Eine vom Koalitionsvertrag vorgesehene E-Government-Agentur soll in
Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und öffentlichen
IT-Dienstleistern entstehen und Innovationsmanagement betreiben.

Intern Nr. 4 | 2018

Zentral gelegen und gut besucht

Wie in jedem Jahr fand der Zukunftskongress im Berliner Congress Centrum (bcc)
am Alexanderplatz statt.

5

veranstaltungen

Moderne Register

Allein das Melderegister im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen verzeichnet 200.000 Abrufe pro Monat, 1100
Behörden mit 87.000 Benutzer können
darauf zugreifen. Der Servicelevel erfordert eine Antwort binnen 10 Sekunden.
Ob dies auch bei einem zentral geführten
Bundesregister möglich ist? Der von Vitako-Referentin Tina Siegfried (2.v.l.) moderierte Best-Practice-Dialog diskutierte
zusammen mit Florian Kunstein, AKDB
(2. v.r.), Mark Holzhauer, KRZN (links)
und Petra Mittag, BVA (rechts) die Frage, wie sinnvoll zentrale Register sind.

Image aufpolieren

Bereits drei Wochen zuvor, am 1. Juni 2018, fand das Barcamp „neueVerwaltung U30“ statt, bei dem sich junge Leute Gedanken über Wissensmanagement, neue Führungskultur und attraktive Karrieremöglichkeiten in der Verwaltung der Zukunft
gemacht hatten. Auf dem Zukunftskongress präsentierten sie ihre Überlegungen.

Dabei sein ist alles

Für Vitako bot der Zukunftskongress die
Gelegenheit, auf Themen wie IT-Governance, auf die Wichtigkeit von Vernetzung auch bei der Registermodernisierung und auf neue Trends in der Public
Sector IT wie Blockchain aufmerksam
zu machen. Der Vitako-Messestand, wo
frisch zubereitete alkoholfreie Cocktails
ausgeschenkt wurden, war für viele Kongressteilnehmer attraktiver Anziehungspunkt und Ort interessanter Gespräche.
Im nächsten Jahr wird Vitako wieder dabei sein und an dem Motto festhalten:
Digitalisierung gelingt nur gemeinsam.

Intern Nr. 4 | 2018

6

veranstaltungen

KOLLOQUIUM ZUKUNFT

PROSOZ: Von der digitalen Strategie zur Umsetzung im Fachamt

›

Wie übersetzt man als Fachamtsleitung „Digitalisierung“?
Digitale Strategien auf Rathausebene sind das Rüstzeug für eine bürgernahe und serviceorientierte Arbeit
in allen Kommunen. Aber wie gelingt
dann die Umsetzung von Digitalisierung im SGB II, XII und VIII? Das Kolloquium Zukunft von PROSOZ wagt
den Blick nach vorne. Experten weisen den Weg – den Weg hin zum „best
practice Digitalisierung“ im Fachamt.

Die Digitalisierung in Kommunen: Zwischen Strategie
und Aktionismus

Referent: Prof. Dr. Volker Wittpahl, Leitung Institut für Innovation und Technik
(iit), Berlin
Als Mitherausgeber des Ergebnisberichts „Zukunftsradar digitale Kommune“ (2018) ist Prof. Dr. Volker Wittpahl
Experte für die Digitalisierung in Kommunen. Er zeigt auf, warum Digitalisierung
alternativlos ist und es Sinn macht, sich
strategisch aufzustellen und auf digitale Technik und Prozesse einzulassen,
ohne in Aktionismus zu verfallen. Für Ihre
Arbeit im Fachamt stellt er Ihnen praktische Digitalisierungsbeispiele in Kommunen vor.
Digital geht nicht mehr
weg – Auswirkungen auf Ihre
Verwaltung und Impulse für
Ihre Digitalisierung

Referent: Thomas WeingartenLippmann, PROSOZ DA+, Berater
Changemanagement
Wir leben digital und in unserem privaten
Umfeld sind digitale Prozesse an der Tagesordnung. Für die Umsetzung der digitalen Transformation in der öffentlichen
Verwaltung gibt es unzählige Initiativen
vom Bund und den Digitalisierungsbeauftragten der Länder. Doch was bedeutet das für Ihre Kommune? Welches
Verständnis von Digitalisierung braucht
es? Wie kann eine erfolgversprechende
Umsetzung aussehen? Für Ihre Arbeit

Intern Nr. 4 | 2018

im Fachamt zeigen
wir Ihnen auf, dass
Digitalisierung vor
allem auch gelebte
Organisationsentwicklung und weniger eine Frage der
Technik ist.
Das Onlinezugangsgesetz
(OZG) – Welche
Auswirkungen
ergeben sich
für SGB II, XII
und VIII?

KOLLOQUIUM ZUKUNFT
Von der digitalen Strategie zur Umsetzung im Fachamt
Wie gelingt die Übersetzung von Digitalisierung im SGB II, XII und VIII?
Unsere Experten weisen Ihnen den Weg.
Weitere Informationen zu unserer Veranstaltung und eine ausführliche
Agenda finden Sie auf www.prosoz.de

Referent: Dr. Chris19.09.2018 I 10:00–16:30 Uhr I bauwerk, Köln
tian Janssen, ]init
AG[, Dienstleister
PROSOZ Kolloquium_Anzeige Behördenspiegel.indd 1
13.07.2018
des BMI / Mitglied
des BMI-OZG-Vorbereitungsprojektes Government-Verantwortlichen, wie Juzur Planung der OZG-Umsetzung
gendamt, Sozialamt oder Jobcenter im
Im Rahmen der Umsetzung des Online- Kreis Bergstraße Digitalisierung umsetzugangsgesetzes (OZG) müssen Kom- zen und welche Erkenntnisse in Bezug
munen ihre Verwaltungsleistungen bis auf die notwendige Organisations- und
zum 31.12.2022 auch online anbieten. Prozessgestaltung gewonnen werden
Die init AG ist Mitglied des BMI-OZG- konnten. Für Ihre Arbeit im Fachamt gibt
Vorbereitungsprojektes zur Planung der er damit hilfreiche Tipps für die Praxis.
OZG-Umsetzung, in welchem die kon- Im Anschluss laden wir Sie ins Worldcafé
kret online anzubietenden Leistungen „Digitales Fachamt“ ein. Diskutieren Sie
in 575 OZG-Leistungen zusammen ge- mit anderen Fachbereichsleitungen über
fasst wurden. Für Ihre Arbeit im Fachamt das Gehörte, geben Sie Ihre Erfahrunübersetzen wir, welche Lebens- und Ge- gen weiter und profitieren Sie vom Erschäftslagen davon im SGB II, XII und fahrungsschatz Anderer. Gestalten Sie
VIII betroffen sind.
den Wandel Ihres Fachamtes aktiv mit.
Erfahrungsbericht
Kreis BergstraSSe –
Digitalisierung im
Fachamt geht, aber nur mit
Prozess-Optimierungen

Referent: Gert Lefèvre, Leiter des Fachbereichs E-Government und Digitalisierungsbeauftragter im Kreis Bergstraße,
Berater für die KGST
Der Fachbereich E-Government im Kreis
Bergstraße gestaltet und optimiert im
Zuge der Digitalisierung Verwaltungsprozesse im Kreis. In seinem Erfahrungsbericht verdeutlicht Gert Lefèvre aus Sicht
des Digitalisierungsbeauftragten und E-

Wann?

19. September 2018, 10.00-16.30
Uhr
Wo?

bauwerk Köln
Weitere Informationen?

www.prosoz.de/kolloquium-zukunft

7

12:42:10

neues aus den facharbeitsgruppen

Suchen und Finden

Vitako-Facharbeitsgruppe E-Government zum Portalverbund

›

Mitte Juli traf sich in Berlin die
Facharbeitsgruppe E-Government
zu ihrer zweiten Sitzung in diesem
Jahr, um sich mit aktuellen Themen
zu befassen. Zu Gast war Frank-Rüdiger Srocke vom Bundesministerium
des Innern, für Bau und Heimat (BMI).
Srocke berichtete über den aktuellen
Stand der Planungen zum gemeinsamen Portalverbund von Bund und
Ländern sowie über die Vorhaben des
Digitalisierungsprogramms.
Beim Portalverbund befasst sich weiterhin eine Arbeitsgruppe des IT-Planungsrates mit der Ausgestaltung von Details.
Die sogenannte Suchen- und Findenkomponente, über die Verwaltungsleistungen über alle föderalen Ebenen hinweg aufgerufen werden können, wird
derzeit von Hamburg erprobt. Die Bundesverwaltung arbeitet parallel daran,
alle Leistungen auffindbar zu machen
und in den Verbund zu integrieren. Die
Kooperationsgruppe Strategie arbeitet
an einer Roadmap und hat erste Überlegungen zu einer Architekturrichtlinie diskutiert. Diese müssen allerdings noch mit
den Ländern diskutiert werden.
blaupausen für andere

Bei der Umsetzung des Digitalisierungsprogramms wurden in der letzten Sitzung
des IT-Planungsrates Federführer für
Lebenslagen und Leistungsbündel bestimmt. So ist beispielsweise Bremen
Federführer bei der Lebenslage Familie
und Kind und wird Vorschläge erarbeiten,
wie die Digitalisierung der Leistungen vorangebracht werden kann. Hamburg ist
Federführer beim Thema Unternehmensführung und –gründung, und Mecklenburg-Vorpommern für den Bereich Bauen
und Wohnen zuständig.
Die Verwaltungsleistungen in diesen Bereichen sollen optimiert und als
Blaupausen anderen zur Verfügung gestellt werden. Hierfür werden Digitalisierungslabore bereitgestellt, in denen die
unterschiedlichen Beteiligten gemeinsam
gute Lösungen erarbeiten können. Die
Beteiligung der Kommunen und ihrer
IT-Dienstleister ist hierbei ausdrücklich
erwünscht.

Intern Nr. 4 | 2018

positionspapier in arbeit

Die Vitako-Facharbeitsgruppe hat
sich darauf verständigt, bis Ende September ein Positionspapier zur Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes
zu erarbeiten, in dem wichtige Punkte
aus Sicht der IT-Dienstleister skizziert
werden. Dazu gehört eine Konzeption für interoperable Servicekonten mit
Postfachfunktionalitäten, elektronische
Bezahlmöglichkeiten sowie die Befassung mit rechtlichen und technischen
Fragen für die Umsetzung des Once
Only-Prinzips.

Diskussion zum Thema Umtausch von
Führerscheinen. Eine europäische Verordnung sieht die Vereinheitlichung von
Führerscheindokumenten aller Mitgliedstaaten vor. Circa 40 Millionen Führerscheine in Deutschland sind davon betroffen. Diskutiert wurde, wie eine solche
bevorstehende Umtauschaktion sinnvoll
elektronisch abgewickelt werden könnte.
Eine Unter-Arbeitsgruppe der Facharbeitsgruppe E-Government wird hierzu
entsprechende Vorschläge erarbeiten.
Eine weitere Arbeitsgruppe wird sich in
Kürze mit Fragen der Registermodernisierung befassen.

Neue eu-führerscheine

Ein weiterer Themenschwerpunkt der
Facharbeitsgruppen-Sitzung war eine

Autorin: Tina Siegfried, Vitako

8

Meldungen

›

T o r s t e n ko s s w i r d n e u e r vo r s ta n d b e i data p o r t

Zum 1. September 2018 übernimmt
Torsten Koß (52) den Unternehmensbereich Digitale Transformation
bei Dataport. Neben Johann Bizer und
Andreas Reichel ist der Vorstand von Dataport damit wieder vollständig.
Torsten Koß greift auf viele Jahre Erfahrung im öffentlichen Sektor zurück.
Der Wirtschaftswissenschaftler stieg
nach dem Studium als Account Manager
für den Bereich Public Services bei SAP
ein. Von 2003 bis 2007 hatte er dort die
Position eines Vice President und Leiter
des Geschäftsbereiches Public Services
inne. 2007 wechselte Torsten Koß als
Partner zu Roland Berger Strategy Consultants. Dort beriet er vor allem den öffentlichen Sektor, darunter Bundes- und
Landesbehörden, Kommunen und Hochschulen. Seit 2010 arbeitete er als freier
Unternehmensberater sowie als Senior
Advisor für Roland Berger.

›

Michael Richter, Vorsitzender des
Verwaltungsrats von Dataport, zur Entscheidung: „Torsten Koß ist ein ausgewiesener Kenner der öffentlichen IT, der
die Entwicklung unseres Unternehmens
Dataport weiter nach vorne bringen wird.“
Torsten Koß wird bei Dataport den
neu entstandenen Unternehmensbereich
Digitale Transformation aufbauen. Ein
Bereich, der die Entwicklung der öffentlichen IT in den Trägerländern von Dataport entscheidend beeinflussen wird.
Johann Bizer, Vorstandsvorsizender von
Dataport, betont: „Wir freuen uns auf die
Zusammenarbeit mit Torsten Koß. Mit
ihm werden wir die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung erfolgreich weiterentwickeln.“
Im Umfeld von Dataport hat sich
Torsten Koß in den vergangenen Jahren bereits als Projektleiter einen Namen
gemacht. So führte er das elektronische

Personenstandsregister in den Ländern
Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg ein. 2016 übernahm er die Projektleitung für die Einführung des Personalmanagementsystems Kopers in den
Behörden und Betrieben der Freien und
Hansestadt Hamburg.

B u n d e s r e g i e ru n g s e t z t au f KI

Die Bundesregierung will bis Ende
November eine Strategie Künstliche
Intelligenz (KI) erarbeiten und diese auf
dem Digital-Gipfel 2018 in Nürnberg vorstellen. In dieser Woche sind Eckpunkte
vorgelegt worden, die unter anderem
auf den Empfehlungen des Fachforums Autonome Systeme der HightechStrategie vom 20. März 2017 und der
Expertenanhörung auf Einladung der
Bundeskanzlerin am 29. Mai 2018 sowie Vorarbeiten der Bundesministerien
aufbauen. Weitere Expertenanhörungen,
etwa zu speziellen Anwendungsfeldern und dem Ordnungsrahmen sowie zu sozialen Fragestellungen, sollen
durchgeführt werden. Außerdem wird es
einen Konsultationsprozess mit bundesweit arbeitenden Verbänden, Organisationen und Institutionen geben.
Den Eckpunkten zufolge soll
Deutschland auf ein „führendes Niveau“ bei Forschung, Entwicklung und
Anwendung gebracht werden. Wörtlich
heißt es: „Deutschland soll zum weltweit
führenden Standort für KI werden, insbesondere durch einen umfassenden und
schnellen Transfer von Forschungsergebnissen in Anwendungen sowie die

Intern Nr. 4 | 2018

›
Modernisierung der Verwaltung. „Artificial
Intelligence (AI) made in Germany“ soll
zum weltweit anerkannten Gütesiegel
werden.“
Der Verwaltung soll dabei ein besonderer Stellenwert zuwachsen. In den
Eckpunkten heißt es: „Der Einsatz von
KI bietet im Bereich der öffentlichen Verwaltung die Chance, Informationen und
Leistungen zielgerichteter, passgenauer
und niedrigschwelliger für Bürgerinnen
und Bürger und Unternehmen bereitzustellen.“ Auch Daten der öffentlichen
Hand sollen für KI-Forschung verfügbar
werden.
Link: Eckpunktepapier (PDF)

Fö r de r r ic h tl inie
Br ei tbandau s bau

Die überarbeitete Förderrichtlinie für
den Breitbandausbau liegt jetzt vor.
Das Verfahren für die Antragstellung soll
einfacher und unbürokratischer werden.
Es sollen alle noch verbliebenen „weißen
Flecken“ – Gebiete mit einer verfügbaren Bandbreite ≤ 30 Mbit/s – schneller
an das Gigabit-Netz angeschlossen werden können.
Der Startschuss für die Antragstellung erfolgt am 1. August 2018. Zu den
Neuerungen gehört ein deutlich vereinfachtes Antragsverfahren, das Fördermittel schneller bereitstellt. Um die Förderfähigkeit des beantragten Gebiets
nachzuweisen, soll es genügen, das
Ergebnis des Markterkundungsverfahrens einzureichen, ein Wirtschaftlichkeitsvergleich und ein detaillierter Finanzierungsplan sind nicht mehr nötig.
Zudem erhalten Kommunen, die bislang
auf Kupfertechnologie gesetzt haben,
die Möglichkeit für ein Technik-Upgrade
und können ihr Projekt bis Ende 2018 auf
Glasfaser umstellen.
Link: Förderrichtlinie (PDF)

9

aus der branche

Eine starke Gemeinschaft

Neue kommunale IT-Dienstleisterin ITEOS (AöR) gegründet

›

In Baden-WÜrttemberg haben
sich vier IT-Dienstleister zu einer
Anstalt öffentlichen Rechts zusammengeschlossen. Die ITEOS (AöR)
bündelt bisher verteilte kommunale
IT-Zuständigkeiten nach unternehmerischen Gesichtspunkten neu. Kommunen und Land agieren in gemeinsamer Trägerschaft, um zusammen den
digitalen Wandel in den Kommunen
flächendeckend und kostengünstig
voranzubringen.
Mit der Gründung der neuen kommunalen IT-Dienstleisterin ITEOS (AöR) am 1.
Juli 2018 ist auch eine jahrzehntelange
Ära zu Ende gegangen. Seit den 1970er
Jahren wurden die Kommunen in BadenWürttemberg über die Mitglieder des Datenverarbeitungsverbundes (DVV) mit
IT-Lösungen versorgt, die sie für die Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgaben benötigen. Eine 2014 eingeleitete Prüfung der
Zusammenarbeit der Datenzentrale Baden-Württemberg (DZBW) und der kommunalen Zweckverbände KDRS, KIRU
und KIVBF im DVV zeigte jedoch, dass
eine wirtschaftliche Aufgabenerledigung
auf diesem Weg nicht mehr dauerhaft
gewährleistet war.
Zu vielfältig und schnell geschieht
inzwischen der digitale Wandel, als dass
die damit verbundenen Aufgaben auf
Dauer erfolgreich von Einzelnen gelöst
werden könnten. Innovative Mobilitätskonzepte, Telemedizin, digitale Bildung
oder Smart City sind nur einige der Herausforderungen, denen die Kommunen
sich bereits heute stellen müssen.
gebündelte Zuständigkeiten

Die wachsende Erwartung von Behörden, Bürgern und Unternehmen an Daten, Informationen und Services ist es,
dass sie jederzeit und überall einfach,
schnell und sicher verfügbar sind. Eine
effiziente digitale Verwaltung wird damit
zu einem wesentlichen Standortfaktor.
Mit der Gründung von ITEOS wurden die auf kommunaler Ebene bisher
verteilten IT-Zuständigkeiten jetzt in einer nach unternehmerischen Gesichtspunkten aufgestellten Anstalt öffentlichen
Rechts gebündelt. Begleitet und unter-

Intern Nr. 4 | 2018

stützt wurde der Prozess von Beginn
an von der Landeshauptstadt Stuttgart
und den drei kommunalen Spitzenverbänden Gemeindetag, Städtetag und
Landkreistag.
Geschäftszweck von ITEOS ist es,
IT-gestützte integrierte Lösungen für die
gesamte Wertschöpfungskette der kommunalen, öffentlichen Hand bereitzustellen. Durch den Einsatz standardisierter
Lösungen wird die interkommunale Zusammenarbeit gefördert. Angeboten werden neben Entwicklung, Verkauf, Support und Schulung von Software auch
Beratungs- und Projektleistungen, Betriebsleistungen für Kommunikationsnetze, Rechnersysteme und Fachverfahren,
Services für Druck und Kuvertierung sowie die Unterstützung von Geschäftsprozessen und Geschäftsabwicklung.
Die Standardisierung soll zudem die
IT-Kooperation zwischen dem Land und
den Kommunen vereinfachen und den
Ausbau einer modernen bürgerfreundlichen Verwaltung in Baden-Württemberg
mit flächendeckenden E-GovernmentAngeboten erleichtern.
Praktische Vorteile

Beispiele wie die 2017 noch vom DVV
entwickelte „E-Akte Flüchtlingsmanagement“ für die unteren Aufnahmebehörden
mit Anbindung an das landeseigene Migranten-Verwaltungs-Informationssystem
(MigVIS) zeigen die praktischen Vorteile einer Zusammenarbeit zwischen dem
Land und den Kommunen über Zuständigkeitsgrenzen hinaus. Sie zeigen auch,
dass den Herausforderungen der Digitalisierung für die zukünftige Daseinsvorsorge am besten dann begegnet werden
kann, wenn Land und Kommunen besser
zusammenarbeiten.
Deshalb hat der Landtag in seinem
Gesetzesbeschluss vom 28. Februar 2018 die Möglichkeit zur Gründung
der ITEOS (AöR) geschaffen, indem die
Zweckverbände KDRS, KIRU und KIVBF
der Datenzentrale Baden-Württemberg
beitreten und diese wiederum ihre Satzung ändert.
Mit Fassung der erforderlichen Verbandsbeschlüsse und der Änderung der
Satzung der Datenzentrale Baden-Würt-

temberg durch ihren Verwaltungsrat im
Mai 2018 waren die rechtlichen Voraussetzungen für die Gründung der ITEOS
zum 1. Juli 2018 gegeben. Gleichzeitig
haben die drei Zweckverbände sich per
Verbandsbeschluss zum neuen Zweckverband 4IT vereint, der seinen Sitz in
Karlsruhe hat und für die Kommunen
die Trägerschaft von ITEOS übernommen hat.
gemeinsame trägerschaft

In gemeinsamer Trägerschaft mit dem
Land (12%) hält der Zweckverband 4IT
insgesamt 88% der Anteile an ITEOS.
Geführt wird ITEOS von den beiden
Vorständen William Schmitt (Vorsitzender des Vorstandes) und Andreas Pelzner (Mitglied des Vorstandes), die an
den Verwaltungsrat berichten, dem der
Metzinger Oberbürgermeister Dr. Ulrich
Fiedler vorsitzt.
Mit den strategischen Schwerpunkten E-Government und Bürgerbeteiligung
hat die ITEOS (AöR) sich in Anlehnung
an das Bundesprogramm „digitale Verwaltung 2020“ unter anderem das Ziel
gesetzt, notwendige Angebote für eine
moderne Kommunalverwaltung wie EGovernment-Portale oder Bürgerkonten
auszubauen und bereitzustellen. Die erforderliche Sicherheit für die Bereitstellung der Daten ist durch das Landesverwaltungsnetz und das Kommunale
Verwaltungsnetz gewährleistet.
Zusätzlich wird das ITEOS-Produktportfolio in Baden-Württemberg bereits
heute von kommunalen Unternehmen,
Eigenbetrieben, Schulen, öffentlichrechtlichen Organisationen und aus der
kommunalen Daseinsvorsorge hervorgegangenen Unternehmen, insbesondere
von Versorgern und Entsorgern, bei der
Erfüllung ihrer Aufgaben genutzt.
Autor: Gamal Morsi, Iteos

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aus der branche

Dataport druckt für den Bund

Informationstechnikzentrum Bund lagert seine Druckservices aus

›

Dataport druckt nun auch für den
Bund. Das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) gibt sein
Druckgeschäft auf. Es geht hierbei
um Druckleistungen für das Bundesministerium der Finanzen, das
Bundeszentralamt für Steuern, das
Bundesverwaltungsamt, die Generalzolldirektion und das ITZBund selbst.
Rund 29 Millionen Druckseiten und 14,4
Millionen kuvertierte Briefsendungen
wird Dataport künftig für den Bund drucken. Grundlage dafür ist eine Verwaltungsvereinbarung, welche die beiden
IT-Dienstleister im Juni in Hamburg beschlossen haben.
„Wir freuen uns über das Vertrauen
des Bundes in die Leistungsfähigkeit unseres digitalen Druckzentrums. Unsere
Kooperationsvereinbarung mit dem ITZBund ist ein sinnvolles Beispiel für interföderale Zusammenarbeit“, kommentiert
Andreas Reichel, Dataports Vorstand für
den Unternehmensbereich Technik. Dr.
Alfred Kranstedt, Direktor des ITZBund,
ergänzt: „Diese Kooperation ermöglicht
es, Drucktätigkeiten zukünftig wirtschaft-

licher als bisher zu erbringen. Das ITZBund tritt mit
seinem Partner Dataport
für eine moderne und effiziente Erledigung staatlicher
Aufgaben nach höchsten Sicherheitsstandards ein.“
Hintergrund

Das ITZBund, Standort
Bonn, ist der IT-Dienstleister
unter anderem des Bundesministeriums des Innern, Dr. Alfred Kranstedt, Direktor ITZBund, und Andreas Reichel,
des Bundesministeriums Vorstand Technik Dataport, unterzeichnen die Vereinbarung.
für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Bundesministeriums systeme ermöglichen einen Druckoutput
der Finanzen. Es hat bislang für seine von 1.050 Seiten pro Minute und 18.000
Kunden auch Druckservices erbracht. kuvertierten Briefen pro Stunde. Durch
Diese Druckleistungen übernimmt nun die Kooperation mit dem ITZBund steiDataport. Das ITZBund will sich durch gert Dataport seine Druckleistung auf
dieses Outsourcing auf seine Aufgaben über 200 Millionen Seiten pro Jahr. Derbei der IT-Konsolidierung des Bundes zeit kuvertiert Dataport im 24-Stundenkonzentrieren. Die Druckaufträge werden Schichtbetrieb 55 Millionen Briefe für die
nach wie vor vom ITZBund elektronisch Verwaltungen seiner sechs Trägerländer.
aufgearbeitet und gesteuert.
Dataport betreibt sein digitales
Autorin: Kirsten Wohlfahrt,
Druckzentrum in Altenholz bei Kiel und
Dataport
in Lüneburg. Intelligente Hochleistungs-

Happy Birthday ePR

Fünf Jahre elektronische Personenstandsregister

›

Seit fünf Jahren gibt es in bayerischen Standesämtern elektronische Personenstandsregister. Betrieben werden sie seit 2013 zentral im
Rechenzentrum der AKDB.
Am 4. Juli 2018 fand wie jedes Jahr das
Expertentreffen „elektronische Personenstandsregister“ statt. Diesmal gab es
einen besonderen Anlass: Vor fünf Jahren wurde in Bayern das elektronische
Personenstandsregister eingeführt. Die
alten Personenstandsbücher aus Papier
sind längst in den Behörden archiviert.
Viele Standesämter haben auch ihre „Altfälle“ elektronisch nacherfasst, um die
Papierregister abzuschaffen.
Der Freistaat Bayern hatte 2009
entschieden, dass die elektronischen

Intern Nr. 4 | 2018

Standesamtsregister nicht lokal bei den
Standesämtern, sondern zentral im Rechenzentrum der AKDB betrieben werden sollten. Standesämter sparen so
hohe Investitionen in ihre IT-Infrastruktur inklusive Administrations- und Wartungsarbeiten. Zudem müssen sie die
Langzeitarchivierung der Registerdaten
nicht selbst fortführen. So verbleiben
etwa Sterbeurkunden 30 Jahre im Register, bei Geburten sind es 110 Jahre.
Nicht zu unterschätzen: das Thema Datenschutz und Datensicherheit. Geburten, Eheschließungen, Lebenspartnerschaften, Sterbefälle – jedes Mal, wenn
sich der Personenstand ändert, gibt es
einen Eintrag ins elektronische Personenstandsregister. Im BSI-zertifizierten
Rechenzentrum sind diese Personenda-

ten optimal geschützt. Inzwischen gibt es
über 6,5 Millionen gespeicherte Personenstandsurkunden zu Geburten, Eheschließungen, Lebenspartnerschaften
und Sterbefällen. Und durchschnittlich
33.000 – in Spitzenzeiten bis zu 55.000
– Zugriffe pro Tag vonseiten der bayerischen Standesämter. Die Datenabfrage
funktioniert reibungslos.
Auch aktuelle Themen wurden diskutiert: Vertreter der bayerischen Standesämter, des Bayerischen Staatsministerium des Innern und für Integration, der
bayerischen kommunalen Spitzenverbände sowie der AKDB tauschten sich
über die elektronische Sammelakte und
die digitale Langzeitarchivierung von
Personenstandsurkunden aus.
Autor: Günter Popp, AKDB

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aus der branche

Serviceportal in Düsseldorf gestartet

Bewohnerparkausweise und Urkundenservice von zu Hause nutzbar

›

Mit einem neuen Serviceportal
bündelt die Landeshauptstadt
Düsseldorf alle online verfügbaren
Dienstleistungen der Verwaltung und
erweitert deren Umfang. So können
bereits 39 Anliegen online an die Verwaltung gegeben werden und zu 340
weiteren Dienstleistungen sind Formulare herunterzuladen, Termine zu
vereinbaren oder weitergehende Informationen abzurufen.
In einem ersten Schritt wird der OnlineVollservice nun für Bewohnerparkausweise und Urkundenservice angeboten.
Ein rascher Ausbau des Angebotes ist
aber schon vorgesehen – und mit dem
Werkzeugkasten der neu eingeführten
Bezahlmöglichkeiten, dem Formularserver, dem Ausfüllassistenten, dem OnlinePostfach, dem Servicekonto und der
Print@Home-Funktion nun auch technisch möglich.
Damit können sich die Bürgerinnen
und Bürger für immer mehr Anliegen
den Behördengang ersparen. Eventuell
anfallende Gebühren lassen sich direkt
mit den gängigen Bezahlarten Giropay,
Paydirekt, Kreditkarte, Lastschrift oder
Paypal entrichten. Damit können künftig
viele Dienstleistungen vollständig über
das Internet abgewickelt werden.
Die wichtigsten persönlichen Daten
können über ein Servicekonto direkt vorausgefüllt werden und stehen jederzeit
für weitere Anträge wieder zur Verfügung. Das Serviceportal ist wie das übrige Angebot von www.duesseldorf.de
responsive und passt sich jedem Endgerät vom Computer bis zum Smartphone
automatisch an.
Oberbürgermeister Thomas Geisel:
„Digitale Geschäftsprozesse sind in unserem privaten und beruflichen Umfeld
eine Selbstverständlichkeit geworden.
Die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen erwarten zu Recht, dass auch die
Verwaltung ihre Leistungen online anbietet. Das neue Serviceportal, das ständig erweitert wird, ist hierfür der richtige
Schritt.“
„Ergänzend wird es aber natürlich
auch noch persönliche Beratung geben“,
so Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, Per-

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sonaldezernent und zuständiger Beigeordneter für Bürgerservices. „Allerdings
verspreche ich mir eine Entlastung der
Bürgerbüros und somit eine Verkürzung
der Wartezeiten.“
So funktioniert das
Serviceportal

Das Serviceportal ist über den Menüpunkt
„Rathaus Online“ auf www.duesseldorf.
de oder durch Direkteingabe von service.
duesseldorf.de zu erreichen. Dabei wird
eine sichere „verschlüsselte“ Datenverbindung aufgebaut. Düsseldorf ist eine
der ersten Großstädte, die ihr Portal an
das Servicekonto.NRW anbindet. Hier
kann man sich wahlweise mit dem neuen
Personalausweis im Scheckkartenformat
(bei aktivierter Online-Ausweisfunktion)
oder mit Benutzerkennung und Passwort
anmelden.
„... techni- Mit dem Sersche Hürden v i c e k o n t o .
NRW ist in
werden so ge- naher Zuring wie mög- kunft auch
der Zugang
lich gehalten...“ zu Portalen
von Bund,
Ländern und
anderen Kommunen möglich, beispielsweise seit dem 1. Juli 2018 bei der Online-Gewerbeanmeldung des Landes.
Im ersten Schritt können zwei wichtige Verwaltungsleistungen vollständig
und rund um die Uhr von zu Hause genutzt werden: Bewohnerparkausweise
und Urkundenservice. Der Bewohnerparkausweis kann dabei nicht nur online beantragt und bezahlt werden, er
wird auch zu Hause selbst ausgedruckt
und ist sofort nutzbar. Der ganze Prozess dauert nur noch wenige Minuten,
ein Behördengang ist nur noch in ganz
wenigen Ausnahmesituationen erforderlich. Auf Wunsch kann auch online ein
Abholtermin in einem der zwölf Bürgerbüros vereinbart werden.
Die Ausgabe über das Amt für Verkehrsmanagement entfällt somit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort bleiben
aber für fachliche Fragestellungen und
die Einrichtung von Parkzonen weiterhin Ansprechpartner. Geburts-, Ehe-, Le-

benspartnerschaft- oder Sterbeurkunden
können online über das Serviceportal bestellt werden. Da die Nutzer selbst alle
wichtigen Daten in das Formular eingeben, wird die Bearbeitung beschleunigt.
Dieser Dienst löst die bisherige Möglichkeit einer Bestellung per E-Mail auf
Rechnung ab. Alle eventuell anfallenden
Gebühren können direkt online mit den
gängigen Bezahlarten entrichtet werden.
„Mit dem Serviceportal möchten wir
einen einfachen Zugang zur Verwaltung
ermöglichen. Technische Hürden werden so gering wie möglich gehalten. So
macht die Nutzung des neuen Servicekonto.NRW das Portal komfortabler, es
wird aber nur dort vorausgesetzt, wo eine
Kommunikation auch nach der Antragstellung erforderlich ist. Das Serviceportal erschließt auch Online-Leistungen
anderer Behörden wie zum Beispiel die
Beantragung eines Führungszeugnisses oder die Abfrage des Punktestandes
beim Kraftfahrtbundesamt, die sonst für
Bürgerinnen und Bürger nur schwer zu
finden sind,“ sagt Peter Adelskamp, Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Düsseldorf und verantwortlich für die Einführung des Serviceportals.
Der Datenschutz im Serviceportal
bleibt immer gewährleistet. Bescheide,
Mitteilungen und andere Informationen
mit persönlichen Daten werden niemals
per E-Mail verschickt. Die Nutzer bewegen sich immer in der abgesicherten Umgebung des Portals und können über das
Servicekonto beispielsweise auch später
noch online auf eine Kopie ihres Bewohnerparkausweises zugreifen.
Das Service-Portal wird nun sukzessive weiter ausgebaut – so sollen unter
anderem eine automatisierte Online-Auskunft (Chatbot) angeboten sowie die Bestellung und Bezahlung von Karten und
Luftbildern, Elterngeld, Sonderparkgenehmigungen erledigt und die Bezahlung
von VHS-Kursen und Angeboten des Gesundheitsamtes online abgewickelt werden können.
Autor: WOlfgang Röhl,
Stadt Düsseldorf

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aus der branche

Platz 1 in Sachen Sicherheit

IT-Dienstleistungszentrum Berlin sichert Bürgerdaten als erstes Unternehmen nach neuen BSI-Standards

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Die Datenkommunikation der
Berliner Verwaltung läuft über
Berlins Highspeed-Datenautobahn.
Unterirdisch gelegen, über 1000 km
lang und mit über 600 erschlossenen
Standorten, rauschen Berlins Bürgerdaten durch die IT-Infrastruktur in die
eigens betriebenen Rechenzentren
des IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin).
Die maximal mögliche Sicherheit beim
Datenverkehr herzustellen, liegt in alleiniger Verantwortung des kommunalen IT-Dienstleisters. Daher betreibt und
erweitert das ITDZ Berlin seine beiden
Rechenzentren stetig und hat sich zum
wiederholten Mal den strengen Prüfkriterien des Bundesamtes für Sicherheit
in der Informationstechnik (BSI) unterzogen. Mit Erfolg: Als erstes und bislang
einziges Unternehmen in Deutschland ist
das ITDZ Berlin mit dem BSI-Zertifikat
nach dem neuen IT-Grundschutz zertifiziert worden.
Neben den beiden Rechenzentren mit virtuellen (BerlinCloud) und
physischen Servern, wurden auch Arbeitsplatzrechner, Netz- und Securitykomponenten, Datenspeicher sowie
zentrale IKT-Dienste und Anwendungen
betrachtet. Die Prüfung umfasst neben
der Technik insbesondere die Prozesse
und Zuständigkeiten des Informationssicherheitsmanagements (ITSM) des ITDZ
Berlin. Der überprüfte Sicherheitsstandard gilt auch für die Dienstleistungen
und Beschaffungen von Dritten und ist
im Land Berlin verbindlich.
Ines Fiedler, Vorständin des ITDZ
Berlin: „In unseren Netzen und Rechenzentren werden die hochsensiblen Daten von mehreren Millionen Berlinerinnen und Berlinern verarbeitet. Das ist
eine besondere Verantwortung, der wir
uns seit vielen Jahren erfolgreich stellen. Deswegen ist die BSI-Zertifizierung
nach neuem Standard nicht nur für unser
Haus, sondern auch im Dienste des Landes Berlin von zentraler Bedeutung. Der
hohe sicherheitstechnische Standard hilft
uns, auch weiterhin eine sehr sichere IT
für Berlin betreiben zu können“.

Intern Nr. 4 | 2018

Über 1000 km lang ist Berlins unterirdische Datenautobahn und verbindet 600 Standorte miteinander. (Foto: iStockphoto.com)

Arne Schönbohm, Präsident des
BSI: „Cyber-Sicherheit ist die Grundlage
für das Vertrauen in die Dienstleistungen
von Staat und Wirtschaft. Gerade Kommunen verarbeiten viele sensible Daten
ihrer Bürger, für die sie daher eine besondere Verantwortung tragen. Mit der Zertifizierung verpflichtet sich das ITDZ Berlin
nun zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess und jährlichen Überwachungsaudits. Wir freuen uns sehr, dass
das ITDZ Berlin dieses wichtige Thema
ernst nimmt und hier mit gutem Beispiel
vorangeht.“
Wesentlicher Baustein in
der strategie

Eine beispielhafte Anwendung für die
Zertifizierung des landeseigenen ITDienstleistungszentrums ist das von
den PC-Arbeitsplätzen aller Abteilungen
genutzte logistisch-kaufmännische Gesamtsystem, über welches alle kaufmännischen Prozesse abgewickelt werden.

Ebenso wichtig sind die für den Betrieb
notwendigen Infrastrukturdienste, also
Netzkomponenten, Server, Kommunikationsverbindungen und Arbeitsplätze.
Die BSI-Zertifizierung ist ein wesentlicher Baustein in der Strategie des ITDZ
Berlin, die Informationssicherheit weiter
zu erhöhen. Dazu zählen unter anderem
auch die konsequente Virtualisierung von
physikalischen Serversystemen von über
110.000 Usern der Berliner Verwaltung
sowie die Umsetzung von Deutschlands
größtem IT-Projekt zur Standardisierung
und Konsolidierung von Serversystemen. Das IT-Dienstleistungszentrum
Berlin weist in diesem Bereich Erfahrungen auf, die bereits über ein Jahrzehnt
zurückreichen.
Autorin: Kathrin Schenk,
ITDZ Berlin

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aus der branche

Gründen vom Sofa aus

krz hostet Gewerbe-Service-Portal.NRW

›

Elektronische Gewerbeanmeldung digital aus einer Hand – wer
in Nordrhein-Westfalen ein Gewerbe
anzeigen will, kann dies nun rund um
die Uhr online tun.
Das Gewerbe-Service-Portal.NRW ist erfolgreich online gegangen. Das OnlineAngebot, das den Gründungsprozess
schneller, einfacher und digitaler macht,
wird vom Kommunalen Rechenzentrum
Minden-Ravensberg/Lippe gehostet. Alle
Prozesse laufen damit über die Server
des BSI-zertifizierten Rechenzentrums
in Lemgo.
Das Portal vereinigt Wissen zu Kammern und Geschäftslagen und informiert
über Gesetze und Vorschriften, Führung
in einem Unternehmen oder auch die
Schließung eines Betriebs. Ein Zuständigkeitsfinder verschafft Orientierung im
Behördendschungel und eine praktische
FAQ-Liste geht auf die häufigsten Fragen
ein. Darüber hinaus vermittelt das international ausgerichtete Portal Hilfen zur
Anerkennung ausländischer Berufsausbildungsabschlüsse oder zu grenzüberschreitenden Unternehmen. Ein Blog
enthält zudem aktuelle Informationen
etwa zum neuaufgelegten „Gründerstipendium.NRW“.
Chatbot Guido

Auch eine elektronische Signaturmöglichkeit steht bereit, sodass alle Vorgänge durchgängig ablaufen können. Die
Nutzerinnen und Nutzer können mit dem
„Governikus Signer“ Dateien signieren,
um deren Integrität und Authentizität sicherzustellen. Damit ist das Land NRW
bundesweit Vorreiter in der durchgängig
digitalen Weiterleitung und Bearbeitung
in vielen Kommunen.
Grundlage für das Gewerbe-Service-Portal.NRW ist das von der d-NRW
AöR entwickelte Content-ManagementSystem nrwGov. Chatbot Guido, ebenfalls ein Produkt von d-NRW, beantwortet
die Fragen angehender Gründer rund
um die Gewerbeanmeldung. Der Bot verwendet dabei eine natürliche Sprache
und lernt ständig hinzu.
Wer auf dem Portal nach dem jeweils
zuständigen Gewerbeamt sucht, findet

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dieses über die integrierte
Verwaltungssuchmaschine
(VSM). Die Suchmaschine
hat d-NRW im Auftrag des
Ministeriums für Wirtschaft,
Innovation, Digitalisierung
und Energie NRW (MWIDE)
entwickelt.
Einheitlicher
Ansprechpartner

Alle Anfragen werden von
der Bezirksregierung Detmold bearbeitet, die als einheitlicher Ansprechpartner
(EA) für das Land NRW arbeitet. Der Einheitliche Ansprechpartner ist ein OnlineService für Dienstleister und Fachkräfte
aus dem In- und Ausland. Er bietet Unterstützung bei allen relevanten Verfahren und Formalitäten für die Aufnahme
einer Dienstleistungstätigkeit oder bei
der Anerkennung einer ausländischen
Berufsqualifikation (EU-Berufsqualifikationsrichtlinie). Die Nutzerinnen und Nutzer des Einheitlichen Ansprechpartners
erhalten gebündelten Service aus einer
Hand und ersparen sich den Gang zu
den verschiedenen Behörden. Ihre Anträge können Sie über das elektronische
Antragssystem jederzeit von überall einreichen und so den bürokratischen Aufwand verringern.
„Mit dem Gewerbe-Service-Portal.
NRW haben wir uns dem Ziel der Landesregierung, durch digitale Möglichkeiten Services zu verbessern und Bürokratie abzubauen, einen großen Schritt
genähert“ bewirbt Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart das Angebot. „So bleibt den jungen Unternehmerinnen und Unternehmern mehr Zeit für
den Aufbau ihres Geschäfts.“
Und auch die Verwaltung wird effizienter: Denn die Kammern und die Ordnungsbehörden der Kommunen werden
die Eingaben elektronisch weiterleiten
und digital bearbeiten. „Digitalisierung
bedeutet nicht, dass die Verwaltung
elektronische Informationen annimmt,
ausdruckt und dann analog bearbeitet“,
erläutert Pinkwart. „Wir versetzen die Be-

hörden vielmehr in die Lage, ihre Prozesse von Anfang bis Ende zu digitalisieren.“
Weiterentwickelte Lösung

In den kommenden Monaten erweitert
das Land gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden, Industrie- und
Handelskammern und Handwerkskammern die Funktionalitäten des neuen Portals, damit immer mehr Behördengänge
digital erledigt werden können. Dabei
werden sie unterstützt von den Modellkommunen Aachen, Gelsenkirchen, Paderborn, Soest und Wuppertal, die digitale Lösungen für gewerberechtliche
Erlaubnisse entwickeln und ihre Erfahrungen mit den Gemeinden, Städten und
Kreisen im Land teilen.
Ende des Jahres 2018 sollen alle
Kommunen in Nordrhein-Westfalen angebunden sein und die Leistungen kostenfrei nutzen. Ziel ist, das GewerbeService-Portal.NRW bis Ende 2018 zum
modernsten Landesportal in Deutschland
auszubauen.
Das Portal ist eine Weiterentwicklung des EA-Portals der Bezirksregierung Detmold, das bereits vom krz betrieben wurde. Das Gewerbe-Service-Portal.
NRW wurde in einer Wochenendaktion
durch die Systembetreuer des Lemgoer
IT-Dienstleisters zusammen mit den Entwicklern der Firma publicplan produktiv
gesetzt!
Autorin: Bettina Hoven, krz

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aus der branche

Datacenter as a Service

LVR und die Stadt Köln feierten Richtfest für das neue gemeinsame
Rechenzentrum

›

Es geht flott voran beim Bau des
neuen LVR-Rechenzentrums in
Köln Kalk: Kein halbes Jahr nach Beginn der Bauarbeiten im Januar ist
der Rohbau inklusive Dach bereits
bis zum Oberbau errichtet.
Und so konnte termingerecht Ende Juni
das Richtfest von allen am Bau Beteiligten gebührend gefeiert werden. Bei
strahlendem Sonnenschein erhielt der
Rohbau im Beisein von Reiner Limbach (Erster Landesrat LVR), Dr. Wolfgang Weniger (Geschäftsführer LVRInfoKom), Andreas Engel (Amtsleiter IT
Stadt Köln) sowie weiteren Gästen und
zahlreichen Bauarbeitern seinen traditionellen Richtkranz.
Höchster Standard

In Köln Kalk entsteht ein Gebäude mit
rund 1.600 m² Nutzfläche, welches die
hohen Anforderungen von LVR-InfoKom
und der Stadt Köln an Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz erfüllt.
Durch die gemeinsame Nutzung wird ein
Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit beim
Betrieb erreicht. Eine große Herausforderung stellte die Wahl des Standorts
dar, denn das neue Rechenzentrum sollte weiterhin rechtsrheinisch, hochwassergeschützt, in notwendiger Entfernung
zum zweiten RZ-Standort und effizient
anbindbar an vorhandene genutzte Netzinfrastrukturen sein.
So geht es weiter

Das Richtfest bedeutet zugleich den
Startschuss für den Endspurt des Bauprojektes. In den kommenden Monaten
erfolgen die Innenausbauten sowie der
Einbau der Technischen Gebäudeausstattung. Nach einem abschließenden Infrastruktur-Test, der im Beisein des LVR
und der Stadt Köln durchgeführt und mit
dem die einwandfreie Funktion des Rechenzentrums nachgewiesen wird, soll
dieses im Oktober 2018 übergeben werden. Dann kann sukzessive der Umzug
der IT des LVR und der Stadt Köln (Server, Gateways, Datenspeicher und die
aktive Netzwerktechnik) stattfinden.

Intern Nr. 4 | 2018

Rückblick

Die Notwendigkeit für den Bau des neuen Rechenzentrums hatte sich aus dem
für 2019 geplanten Abriss des LVR-Hauses ergeben, in dem zurzeit eines der
beiden LVR-Rechenzentren beheimatet
ist. Nach Abwägung der verschiedenen
in Frage kommenden Modelle zum Bau
und Betrieb eines Rechenzentrums hatten sich das LVR-Baudezernat und LVRInfoKom dafür entschieden, ein neues
Rechenzentrum in Köln Kalk bauen zu
lassen und dieses dann als sogenann-

tes „Data Center as a Service“ (DcaaS)
zu mieten und betreiben zu lassen. Darunter versteht man die Anmietung eines
Rechenzentrums einschließlich der kompletten Nicht-IT-Infrastruktur. Untermieter
wird dieses Mal die Stadt Köln sein – im
Gegensatz zum bereits gemeinsam betriebenen Rechenzentrum in Chorweiler,
wo LVR-InfoKom der Untermieter ist.
Autor: Robert Helfenbein, LVRInfoKom

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aus der branche

Transformationen in der Kunst
Gisela Engeln-Müllges bei der regio iT

›

Die Aachener Künstlerin Gisela
Engeln-Müllges hat ausgewählte
Arbeiten, Skulpturen und Malerei bei
der regio iT ausgestellt. Überschrieben war die Ausstellung, die ab Anfang
Juni über fünf Wochen rund 200 Besucher anlockte, mit „Transformation“.
Die Transformation steht für eine deutliche Veränderung einer grundlegenden
Eigenschaft, zum Beispiel der Form. Man
kennt sie in allen Wissenschaften und
aus allen Lebensbereichen. Und selten
gelingt sie ohne Reibungsverluste und
Widerstände.
Gut so, denn das schärft den Blick
auf Chancen und Risiken. So auch im
Kontext der digitalen Transformation, mit
der sich die regio iT als IT-Dienstleister
tagtäglich beschäftigt. Die zentrale Frage
hierbei lautet: Wie wollen wir die digitale Transformation aktiv gestalten? Neben technischer Expertise brauchen die
Köpfe der regio iT auch ein gutes Maß
an Kreativität, um konstruktiv in die Zukunft zu denken.
neue Wege beschreiten

Kreativität, Gestaltungsprozesse, Transformation: Diesem Dreiklang folgt auch
Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. Gisela EngelnMüllges in ihrem künstlerischen Schaffen. Dabei erleben ihre Skulpturen im

Werkprozess, der Technik des Subtraktiv-Gussverfahrens in der Nachfolge
von Benno Werth, eine ganz besondere Transformation: Die Plastik wird im
Negativ konzipiert und geschaffen, das
Verfahren befreit den Formvorrat vom
Modell und ermöglicht Formungen in
beliebiger Komplexität. Zweitgüsse sind
ausgeschlossen, jede Skulptur ist einmalig. Auch auf dem Gebiet der Malerei
beschreitet Gisela Engeln-Müllges immer
wieder neue Wege, die ihre Arbeiten zur
mehrdimensionalen Erlebniswelt werden
lassen und dem Betrachter immer wieder aufs Neue überraschende Momente
bieten.
Rund 150 Gäste begleiteten die Eröffnung der Ausstellung am 8. Juni. In

das Werk der Künstlerin führte die Aachener Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Toenges ein, für ein musikalisches
Highlight sorgte Jazzsängerin Simone
Helle aus Duisburg.
Die Arbeiten von Gisela Engeln-Müllges waren auf zahlreichen Einzelausstellungen in Deutschland und Frankreich
sowie auf internationalen Kunstmessen
in Frankreich, Monaco, Deutschland und
Ungarn zu sehen.
Autorin: Birgit Becker, regio iT

(Informationen zum Begleitkatalog sind unter redaktion@regioit.de
erhältlich.)

Wachsen und den Standort
sichern

Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bielefeld

›

Das Rechenzentrum der Gütersloher Niederlassung der regio iT
zieht zu den Stadtwerken Bielefeld
um: Ein entsprechender IT-Dienstleistungsvertrag wurde am 27. Juni 2018
unterzeichnet.
„Wir wollen wachsen und zugleich den
ostwestfälischen Standort sichern, dafür brauchen wir starke Partner“, betonte Andreas Poppenborg, Mitglied der

Intern Nr. 4 | 2018

regio iT-Geschäftsleitung, bei der Vertragsunterzeichnung. Mit ihm signierten
Dieter Ludwigs (regio iT-Geschäftsführer), Klaus Fetzer (CIO der regio iT),
Friedhelm Rieke (Geschäftsführer der
Stadtwerke Bielefeld) und Ulf Dunker
(Geschäftsbereichsleiter IT Service &
RZ bei den Stadtwerken Bielefeld) die
Vereinbarung.
Die Stadtwerke Bielefeld verfügen
über „eine zukunftsweisende IT-Infra-

Freuen sich über die Vertragsunterzeichnung (v.l.n.r.):
Ulf Dunker (Geschäftsbereichsleiter IT-Service und
Rechenzentrum der Stadtwerke Bielefeld), Dieter Ludwigs (Geschäftsführer regio iT), Friedhelm Rieke (Geschäftsführer Stadtwerke Bielefeld), Andreas Poppenborg (Mitglied der Geschäftsleitung regio iT) und Klaus
Fetzer (CIO der regio iT).

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aus der branche

struktur“, ergänzt Ludwigs, die am Standort Gütersloh nun nicht mehr selber vorgehalten werden muss. Zudem bieten
auch die Stadtwerke höchste Sicherheitsstandards, sodass eine Zusammenarbeit in der Mitte Westfalens „fast schon
logisch war und unter anderem dem gemeinsamen Kunden Stadt Bielefeld zu
Gute kommt“, ergänzt Poppenborg.
„Für die Stadtwerke Bielefeld ist die
IT ein wichtiger Schlüsselfaktor, um unsere Angebote innovativ und kundenorientiert weiterzuentwickeln“, betont Fried-

helm Rieke. Ulf Dunker ergänzt: „Ich
freue mich sehr, dass die regio iT langfristig für OWL auf uns als verlässlichen
IT-Dienstleistungspartner setzt. Da die
regio iT ein ganz ähnliches kommunales Umfeld hat, ergeben sich sicher noch
weitere Kooperationsmöglichkeiten.“
neue adresse

sen Tochtergesellschaft vote iT und der
Zweckverband INFOKOM Gütersloh mit
Sitz in der Carl-Bertelsmann-Straße, ein
paar Meter weiterziehen. Die neue Adresse – Gleis 13 – liegt in dem Areal des
ehemaligen Güterbahnhofs.

AUtorin: Birgit Becker, regio iT

Mit dem Umzug kommt die Technik den
derzeit 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gütersloh zuvor. 2019 wird
der kommunale IT-Dienstleister, des-

Aufnahme in Zweckverband

Die Stadt Höxter ist seit dem 1. Juli 2018 Zweckverbandsmitglied bei der
GKD Paderborn

›

Nachdem der Rat der Stadt Höxter in seiner Sitzung im April auf
Vorschlag der Verwaltung die Auslagerung des IT-Serverbetriebs der
Stadt Höxter an die GKD Paderborn
beschlossen hat, wurde die Aufnahme in den kommunalen Zweckverband
nun auch von der Verbandsversammlung der GKD einstimmig und ohne
Enthaltungen bestätigt.

arbeitung Paderborn (GKD Paderborn)
hat die Stadt Höxter einen regionalen
IT-Partner ausgewählt, der bereits vollumfänglich IT-Dienstleistungen für alle
Kommunen im Kreis Paderborn und für
die Städte Bad Driburg, Beverungen und
Willebadessen erbringt. Insbesondere
die positiven Erfahrungen der langjährigen Bestandskunden haben Höxter bei
der Entscheidung bekräftigt, sich dem
IT-Dienstleister der GKD Paderborn, der
Mit der Gemeinschaft für Kommunikati- für seine Preispolitik und den nahen Kunonstechnik, Informations- und Datenver- denservice bekannt ist, anzuschließen.
Mit dem Beitritt zum Zweckverband verspricht
sich die Stadt Höxter zum einen ein
höheres Maß an
IT-Sicherheit und
IT-Verfügbarkeit,
Einsparungen bei
Personalund
Sachkosten, aber
auch deutliche
Preisvorteile beim
Erwerb von Softwarelizenzen für
Josef Hasenbein (v. l., Leiter Zentrale Dienste), Roland Neils (stellvertre- v e r s c h i e d e n e
tender Geschäftsführer der GKD), Bernd Kürpick (Geschäftsführer der
Fachverfahren. Als
GKD), Höxters Bürgermeister Alexander Fischer und Meinolf ZimmerZweckverbandsmitmann (Leiter IT der Stadt Höxter) freuen sich über die zukünftige Zuglied profitiert Höxsammenarbeit. Neben den Städten Paderborn und Delbrück ist die Stadt
ter dann auch von
Höxter der drittgrößte Partner im Verbandsgebiet. (FOTO: Stadt Höxter)
der Mitgliedschaft

Intern Nr. 4 | 2018

der GKD Paderborn im Dachverband
kommunaler IT-Dienstleister in NRW
(KDN) und kann Software oder Hardware aus Rahmenverträgen kostengünstig beziehen.
Beim Antrittsbesuch der GKD zeigte
sich Höxters Bürgermeister Alexander
Fischer erfreut über die unkomplizierte
Umsetzung des Beitrittswunsches zum
Zweckverband. „Neben der uneingeschränkten Unterstützung dieses richtungsweisenden Weges im eigenen Hause war es insbesondere auch die Politik,
die unsere strategische Entscheidung
einvernehmlich getragen hat.“
GKD-Geschäftsführer Bernd Kürpick
stellte heraus, dass neben der Stadt Paderborn und der Stadt Delbrück die Stadt
Höxter nunmehr der drittgrößte Partner
im Verbandsgebiet sei. „Dieses drücke
sich auch in den Stimmrechten in den
Gremien der GKD Paderborn aus.“
„Mit der operativen Arbeit der Umsetzung wird nach der Sommerpause begonnen“, erklärte Meinolf Zimmermann,
EDV-Leiter der Stadt Höxter. „Ich freue
mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Zweckverband.“

AUtorin: Gesine Brumby, GKD

17

aus der branche

Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten

Artikel 30 EU-DSGVO mit der Lösung pmDSR der GovConnect einfach
umsetzen

›

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Die Firma
GovConnect bietet das Datenschutzregister (pmDSR) an, mit dem Verwaltungen das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten einfach erstellen
können.
Verwaltungen verarbeiten diverse personenbezogene Daten wie Vor- und Nachnamen, Geburtsdaten und Anschriften
zur Erledigung ihrer Aufgaben. An die
Verarbeitung dieser Daten stellt die EUDSGVO erhöhte Anforderungen, um die
Privatsphäre von Bürgerinnen und Bürgern zu schützen.
Gemäß der EU-DSGVO müssen
Verwaltungen ein sogenanntes Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten führen.
Darin müssen sie alle Tätigkeiten aufführen, mit denen sie personenbezogene Daten verarbeiten. Zu den Verarbeitungstätigkeiten zählen unter anderem
das Einwohnerwesen, das Personen-

standswesen, das Finanzwesen und
die Personalabrechnung. Zu jeder Verarbeitungstätigkeit müssen Verwaltungen unter anderem dokumentieren, von
welchen Personengruppen sie welche
personenbezogenen Daten speichern,
an wen sie die Daten weitergegeben und
wann sie diese löschen.
Um Verwaltungen bei der Erstellung
des Verzeichnisses zu unterstützen, bietet GovConnect die Lösung pmDSR an.
Dank der übersichtlichen Online-Formulare und Vorlagen für gängige kommunale Verarbeitungstätigkeiten wird der
Aufwand für Verwaltungen stark reduziert
Mehr überblick

Durch das Verzeichnis erhält der Datenschutzbeauftragte einen Überblick über
die Verarbeitungstätigkeiten und kann
Optimierungspotenziale identifizieren.
Um das Verzeichnis aktuell zu halten,
können Verwaltungen sich einmalige
und wiederkehrende Aufgaben einrichten. Zudem können sie Musterschreiben

erzeugen, mit denen sie ihre Bürgerinnen
und Bürger über die Verarbeitung ihrer
personenbezogenen Daten informieren
können. Partner der GovConnect, die externe Datenschutzbeauftragte für mehrere Verwaltungen stellen, können ihre
Mandanten durch eine übergreifende
Rolle in pmDSR einfach betreuen.
Autorin: Nina Arsov, GovConnect

Erfolgreiche Zusammenarbeit

krz und SIT verhelfen Bibliotheken zu neuem Web-Auftritt

›

In enger Zusammenarbeit haben
das Kommunale Rechenzentrum
Minden-Ravensberg/Lippe (krz) und
der Zweckverband SüdwestfalenIT (SIT) zehn Bibliotheken im Raum
Ostwestfalen-Lippe (OWL) zur eigenen Bibliothekswebseite und dazugehörigem Online-Katalog verholfen.
Seit Frühjahr 2018 präsentieren sich
die Bibliotheken in Bünde, Hiddenhausen, Horn-Bad Meinberg, Kirchlengern,
Lage, Leopoldshöhe, Löhne, Spenge,
Versmold und Werther mit einem eigenen Web-Auftritt. Leserinnen und Leser
finden ihre Bibliothek über entsprechende Verlinkungen wie gewohnt über die
Seite www.biblioheken-in-owl.de.
Wie bei einem Hausbau die Gewerke mussten bei diesem Projekt mehrere
Beteiligte koordiniert werden: Der Soft-

Intern Nr. 4 | 2018

warehersteller OCLC, beide Rechenzentren, Bibliotheksmitarbeiter, IT-Fachkräfte vor Ort sowie Fremdfirmen der
Online-Schnittstellen. „Die Bibliotheken
sind zumeist mit wenig Personal besetzt.
Daher war für den Erfolg ausschlaggebend, dass die Kollegen aus Siegen das
Projekt beherzt in die Hand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den
Bibliotheken stets mitgenommen haben.“
so Frank Sommer, Projektleiter vom krz.
Die Anwendung Bibliothecaplus wird
den Bibliotheken nun über eine moderne Terminalserver-Lösung bereitgestellt,
sodass der Wartungsaufwand vor Ort minimiert und das Personal entlastet wird.
Alle Daten liegen geschützt im zweckverbandseigenen Rechenzentrum der SIT.
„Mit dem OPEN stehen unseren Lesern
weiterhin die gewohnten Online-Services
zur Mediensuche und -ausleihe zur Ver-

fügung. Darüber hinaus können sie sich
auf unserer Webseite deutlich einfacher
über neue Medien, Veranstaltungen und
Termine informieren. Wir haben nun ein
modernes Portal, auf dem es sogar eine
eigene Kinderseite gibt“, so Christine
Kuske von der Gemeindebücherei Hiddenhausen. Moderne SuchmaschinenTechnologien, Social-Media-Verknüpfungen und ein Responsive Design machen
den digitalen Besuch der Bibliotheken
attraktiv und informativ.
„Wir freuen uns sehr, das Projekt so
erfolgreich umgesetzt zu haben. Ganz
nebenbei hat die Zusammenarbeit mit
dem krz und den Bibliotheksmitarbeitern
viel Freude gemacht, da alle Beteiligten
gleichermaßen engagiert und motiviert
waren.“, so Projektleiterin Kathleen Hofius von der SIT.
Autorin: Bettina Hoven, krz

18

aus der branche

Kommunale IT sicherer machen

Land Hessen und ekom21 setzen erfolgreiches Programm fort

›

Es war eine entspannte Atmosphäre, als der Hessische Innenminister Peter Beuth zusammen mit
ekom21-Geschäftsführer Ulrich Künkel am 15. Juni 2018 vor die Presse
trat. In den Händen hielt der Staatsminister einen Zuwendungsbescheid in
Höhe von 1,7 Millionen Euro. Mit dem
Geld werden hessische Kommunen
in Punkto Cybersicherheit weiterhin
„fit“ gemacht.
Begonnen hat alles am 28. Januar 2016,
als Beuth, die kommunalen Spitzenverbände in Hessen und die ekom21 eine
gemeinsame Sicherheitsinitiative vorstellten und die Gründung des „Kommunalen Dienstleistungszentrums Cybersicherheit“ (kurz: KDLZ CS) bekannt
gaben. So einfach die Aufgaben des
Kompetenzzentrums umrissen waren,
so diffizil und komplex waren sie: Erhöhung der Informationssicherheit in Kommunen als Ganzes und gleichzeitige Vorbereitung auf zu erwartende gesetzliche
Vorgaben bei der IT-Sicherheit.
Um das Ziel zu erreichen, bietet das
KDLZ CS den Verwaltungen dazu – damals, wie heute – ein breites Portfolio
an Beratungsleistungen, Analyseinstrumenten, Schulungen und Softwarelösungen. Die fachliche und personelle Ausführung liegt dabei bei der ekom21, dem
größten kommunalen IT-Dienstleistungsunternehmen in Hessen. Auftrag der
ekom21-Experten ist es, die komplette
IT-Infrastruktur der Städte, Gemeinden
und Landkreise genau unter die Lupe
zu nehmen, zu beraten, das kommunale
Personal zu sensibilisieren und zu schulen sowie Schwachstellen aufzuzeigen.
Danach muss von jeder Kommune ein
Informationssicherheits-Managementsystem etabliert werden – das KDLZ CS
unterstützt die Verantwortlichen hierbei
und sorgt dafür, dass kein Aspekt zu kurz
kommt.
Daten schützen

Mit dem jetzt erteilten Zuwendungsbescheid trägt das Land Hessen dieser
großen Resonanz an dem Cybersicherheitsprogramm Rechnung: „Wir wollen
mit unserer Initiative die IT-Infrastruktur

Intern Nr. 4 | 2018

bei hessischen Kommunen sicherer machen. Verwaltungsdaten sind fast immer
Bürgerdaten und müssen vor Cyberattacken besonders geschützt werden. Wir
unterstützen Städte und Gemeinden deshalb mit unseren Experten des KDLZ CS
und bieten ihnen praktische und kompetente Hilfe an“, sagte der Innenminister.
Insgesamt stellt die Landesregierung mehr als fünf Millionen Euro für
den Zeitraum Januar 2016 bis 2020 zur
Verfügung, mit denen das KDLZ CS die
ungebremste Nachfrage bedienen kann.
Und die bisherige Bilanz kann sich sehen
lassen: 236 Kommunen haben ihr Interesse bekundet, sodass mittlerweile über
481 Termine
Für die vor Ort absolteilnehmen- viert wurden,
um die Verwalden Kommu- tungs-IT auf
nen sind die Risiken, Defizite und VerDienstleistun- besserungsgen des KDLZ potentiale zu
untersuchen.
CS kostenlos. 179 Städte
Unentgeltlich, und Gemeinde haben beweil das Land reits einen inHessen ein be- d i v i d u e l l e n
Beurteilungssonderes Au- bericht und
genmerk auf Empfehlungen
erhalten, wie
Cybersicher- sie ihre Inforheit gelegt mationstechnologie sichehat. rer gestalten
können.
Kommunale Ebene

Die Kommunen bleiben bei allen sicherheitsrelevanten Betrachtungen ein wesentlicher Faktor.
Das KDLZ CS setzt bei seinem
Vorgehen auf Information, Sensibilisierung und Ausbildung. Den Aktivitäten
gehen eine umfangreiche Prüfung und
eine Bestandsaufnahme in der Verwaltung voraus. Dabei schauen sich die
ekom21-Experten auch das Umfeld und
die Infrastruktur genau an: Sind Zutritts-

Gemeinsam für Sicherheit (v.l.n.r.): Landespolizeipräsident Udo Münch, Staatsminister Peter
Beuth und ekom21-Geschäftsführer Ulrich Künkel (©HMDIS)

kontrollen vorhanden? Gibt es Nebeneingänge? Wo steht der Zentralrechner?
Außerdem werden die einzelnen Arbeitsplätze unter die Lupe genommen:
Welche Softwarelösungen sind im Einsatz? Wie sind diese abgesichert? Welche Länge haben die Passwörter? Werden diese regelmäßig geändert?
Ein komplexer Fragenkatalog mit
mehr als 200 Fragen schließt sich dem
an. Nach dessen Auswertung werden
eine IT-Sicherheitsleitlinie konzipiert und
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Kommune in Sachen Informationssicherheit sensibilisiert. Hierfür steht eine eigens entwickelte Lernsoftware zur Verfügung und Präsenzschulungen vertiefen
noch einmal das Gelernte in den Köpfen.
Die Maßnahmen sind wichtiger denn
je: Laut Expertenkreisen ist davon auszugehen, dass sich die Intensität und
die Qualität von Hackerangriffen in der
nächsten Zeit drastisch erhöhen wird.
Zahlreiche hessische Kommunen haben
sich dieser Herausforderung gestellt und
die kostenlosen Dienstleistungen des
KDLZ CS in Anspruch genommen – sie
sind für die Zukunft gerüstet und sehen
der ständig wachsenden Bedrohung wesentlich gelassener entgegen.
Für die teilnehmenden Kommunen
sind die Dienstleistungen des KDLZ CS
kostenlos. Unentgeltlich, weil das Land
Hessen ein besonderes Augenmerk auf
Cybersicherheit gelegt hat.
Autor: Stefan Thomas, ekom21

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aus der branche

Mit wenigen Klicks

Die Städte Münster und Hamm sowie die Kreise Coesfeld und Warendorf
erarbeiten gemeinsames Konzept für ein Bürgerportal

›

Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen wollen die Dienstleistungen der Verwaltung heute mit wenigen
Klicks über das Internet erreichen. Die
Städte Münster und Hamm sowie die
Kreise Coesfeld und Warendorf haben jetzt beschlossen, zur Erreichung
dieses Ziels ein gemeinsames Bürgerportal zu schaffen. Den Betrieb der
Plattform übernimmt Münsters kommunaler IT-Dienstleister citeq.
Im Vorfeld der anstehenden Einführung
haben die E-Government-Fachleute der
beteiligten Kommunen und Kreise ihre
Idealvorstellungen eines Bürgerportals
zusammengetragen und mit verschiedenen Lösungen am Markt abgeglichen.
Nach sorgfältiger Prüfung haben jetzt
die beteiligten Akteure zugestimmt, das
Bürgerportal der regio iT (Aachen) als
Gemeinschaftsverfahren in einem eng
abgestimmten Gemeinschaftsprojekt
einzuführen.
„Das gemeinsam erarbeitete Konzept lässt unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der Umsetzung der Vorhaben
zu. Die Größe der Portal-Anwendergemeinschaft sorgt dabei für Zukunftssicherheit und stärkt unsere Innovationskraft“, sagt Münsters Stadtrat Wolfgang
Heuer. „Die Kooperation ist für den wirtschaftlichen und effizienten Betrieb unserer Verwaltung von großer Bedeutung.
So haben wir die Chance, unsere hochgesteckten Ziele in der vorgegebenen
Zeit zu erreichen“, sagt Jürgen Schickhoff, Leiter des Amtes für Organisation
und Informationsverarbeitung der Stadt
Hamm.
„Da wir ein gemeinsames Ziel ansteuern, können wir bei den komplexen
Aufgaben exzellent voneinander lernen“,
fügt Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau
vom Kreis Coesfeld hinzu. Und Kreisdirektor Stefan Funke vom Kreis Warendorf hebt hervor, dass jetzt Bürgerinnen
und Bürger, die bereit sind, sich einmal
zu registrieren, ihre gespeicherten Daten
vielfach nutzen können: „Die Anmeldung
am Bürgerportal erfolgt dann automa-

Intern Nr. 4 | 2018

tisch in dem jeweils erforderlichen Vertrauensniveau“, sagt Funke.

Einsatz der elektronischen Identität des
Personalausweises ermöglicht.

Bürgerportal basiert auf
Open Source

E-Gov-Gesetz NRW und OZG
bilden den Rechtsrahmen

Das Bürgerportal der regio iT basiert auf
der technischen Grundlage der Open
Source Portalsoftware Liferay CE und
lässt sich an die Bedürfnisse der Städte
und Kreise anpassen. Das Portal erlaubt
Bürgerinnen und Bürgern das selbstständige Anlegen eines Benutzerkontos. Die
Kommunikation mit der Verwaltung läuft
über eine verschlüsselte Browsersession, sodass keine persönlichen Daten
über unverschlüsselte E-Mails versendet
werden. Bürgerinnen und Bürger können
nach Dienstleistungen und Ansprechpartnern in der Verwaltung suchen, Termine
vereinbaren und über Formulare Anträge
stellen. Um sich sicher gegenüber ihrer
Verwaltung auszuweisen, können sich
Bürgerinnen und Bürger am Bürgerportal
anmelden. Dabei unterstützt sie der landesweit verfügbare Dienst Servicekonto.NRW, der neben der Authentisierung
über Kennung und Passwort auch den

Das E-Government-Gesetz NRW soll
das Online-Angebot der Verwaltungen
für die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen des Landes voranbringen. Ab
2022 kommen verbindlich geltende Anforderungen des Online-Zugangsverbesserungsgesetzes des Bundes hinzu. All
das fordert die Kommunalverwaltungen
erheblich, ihre Online-Angebote umfassend auszubauen. Eine der Hauptforderungen besteht in der Einrichtung eines
Portalverbundes, in dem alle Dienstleistungen öffentlicher Verwaltungen – egal
ob auf kommunaler, Landes-, oder Bundesebene – mit wenigen Klicks zu erreichen sind. Den Städten Münster und
Hamm sowie den Kreisen Coesfeld und
Warendorf kommt jetzt zugute, dass sie
in den letzten Jahren schon einiges an
Vorarbeit geleistet haben.
AUtor: Lothar Lechtenberg, Citeq

20

aus der branche

NRW arbeitet an GovChain

Blockchain in der Verwaltung Deutschland (BiVD)

›

Das Thema „Blockchain“ ist seit
vielen Jahren in unterschiedlichen
Bereichen präsent: Neben der Kryptowährung Bitcoin hat die Blockchain
oder besser die „Distributed Ledger
Technology“ auch Einzug in Koalitionsverträge gehalten. Ist Blockchain
eine Lösung, für die wir erst ein Problem suchen müssen? Oder kann uns
die Blockchain-Technology helfen,
das Verwaltungshandeln zum Wohle
der Bürgerinnen und Bürger sowie der
Wirtschaft effizienter zu gestalten?

Kommunalen IT-Dienstleitser zusammen
mit regio iT Aachen, das Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie
der Bundesblock (Blockchain Bundesverband - Verband zur Förderung der
Blockchain-Technologie in Deutschland)
als Initiativpartner gewonnen werden.
Das Ziel der Initiative lässt sich wie
folgt beschreiben: Es soll an der konkreten Umsetzung gearbeitet werden, um
die Blockchain-Technologie (Distributed
Ledger Technology) in der Verwaltung
voranzubringen.

Der CIO des Landes Nordrhein-Westfalen hat eine Initiative ins Leben gerufen,
die versucht, das Thema „Blockchain“
Verwaltungsebenen übergreifend zu betrachten und insbesondere im Hinblick
auf einen Einsatz in der Verwaltung zu
bewerten. Neben der CIO-Abteilung des
nordrhein-Westfälischen Wirtschaftsund Digitalisierungsministeriums konnten
Vitako - Bundes-Arbeitsgemeinschaft der

Vorteile

Zu erwarten sind von der Technologie
insbesondere folgende Vorteile:
►► Once-only-Prinzip (Bürger und
Unternehmen müssen bestimmte
Standardinformationen der Verwaltung nur noch einmal mitteilen)
►► Selbstsouveräne Identität
►► Gemeinsame Standards, behördenübergreifender und länderüber-

greifender Datenaustausch, auch
im europäischen Kontext
►► Mehr Sicherheit durch Dezentralisierung
In einer „Bauphase“ sollen technische
Planungen und Machbarkeitsstudien
zusammengetragen und daraus eine
Blaupause erstellt werden: „Wie müsste eine Blockchain in der Verwaltung
im Hinblick auf Technik, Governance,
Leistung, aufgebaut sein?“ In der „Implementierungsphase“ soll ür den Pilotbetrieb einer Blockchain der Verwaltung
(Arbeitstitel „GovChain“) die bereits vorhandene Infrastruktur der Kommunen
genutzt werden.
Autor: Helmut Nehrenheim, mwide

Offene Verwaltung

Kick-off zur Entwicklung eines neuen Standards

›

Open Data ist schon seit einigen
Jahren ein großes Thema in der
öffentlichen Verwaltung. Offene Daten einer Kommune werden seitens
der Open Data-Community immer
mehr angefragt, um hieraus interessante Applikationen zu programmieren, oder auch für journalistische
Zwecke. Spätestens seit den Wahlen
im Jahr 2017 hat sich der Trend verfestigt, dass auch Wahldaten für die
Community, aber auch für viele Bürgerinnen und Bürger und etwa Forschungseinrichtungen von großem
Interesse sind.
Ein Problem bei der gewünschten (Weiter-)Verwendung der Wahldaten ist oftmals, dass diese keinem Standard unterliegen und somit häufig eine heterogene
Datenstruktur vorweisen. Daneben besteht ganz praktisch das Problem die Da-

Intern Nr. 4 | 2018

ten überhaupt auffindbar zu machen, da
Wahldaten in Deutschland an ganz unterschiedlichen Stellen bereitliegen und
bei Bedarf mühevoll zusammengesucht
werden müssen.
Standardisierte Daten

Im Zuge ihrer Open Data-Strategie
hat die kdvz nun ein Projekt gestartet
mit dem Ziel Wahldaten in einem größeren Verbund standardisiert bereitzustellen und damit einen weiteren, nicht
unbedeutenden Schritt in Richtung „offene Verwaltung“ zu gehen. Partner
in diesem Projekt sind mit der vote iT
GmbH der Hersteller des Wahlverfahrens, das bei der kdvz eingesetzt wird,
die Städte Bonn, Düsseldorf und Köln,
die Südwestfalen-IT sowie Vertreter der
OpenData-Community.
In einem ersten Treffen der Projektbeteiligten, zu dem die kdvz kürzlich ein-

lud, wurden die Rahmenbedingungen zur
Etablierung eines offenen Wahlstandards
diskutiert und bereits erste Umsetzungsziele vereinbart. Danach sollen bis zur
Europawahl im kommenden Jahr Straßen- und Wahllokal-Daten standardisiert
angeboten werden können. Bis zur Kommunalwahl 2020, so der Plan, sollen darüber hinaus Ergebnisdaten vorliegen, die
dann interessenabhängig weiterverarbeitet werden können.
In den nächsten Wochen werden die
bisherigen Ideen, Ansätze und Konzepte
von den Akteuren weiterentwickelt und in
Treffen der Arbeitsgruppe abgestimmt.
Im Sinne des Standardisierungsgedankens würden sich die Projektpartner über
die Mitarbeit weiterer Institutionen in diesem Projekt freuen.
Autor: Tim Leroy, kdvz RheinErft-Rur

21

aus der branche

Sommermärchen 4.0

eXPO18 wurde mit neuem Besucherrekord Erwartungen gerecht

›

Die ekom21 sowie 50 weitere Mitaussteller und Partnerunternehmen hatten am 13. Juni 2018 zum
Sommermärchen 4.0 geladen. Mehr
als 620 Besucher aus Städten, Gemeinden, Landkreisen und anderen
öffentlichen Einrichtungen waren dem
Ruf gefolgt und bescherten der eXPO
den fünften Besucherrekord in Folge.
Und dies obwohl zeitgleich die CeBIT
in Hannover stattfand.
Begrüßt wurden die Gäste von Bertram
Huke, Geschäftsführer der ekom21, der
auf die einzelnen Veranstaltungspunkte
und deren Highlights hinwies. Auch auf
das Onlinezugangsgesetz und dessen
Herausforderungen für die Landes- und
Kommunalverwaltungen ging er ein. Sein
Appell an die eXPO-Besucher: „Informieren Sie sich, lassen Sie sich inspirieren
und nutzen Sie den heutigen Tag, um mit
den Ausstellern und uns in einen intensiven Dialog zu treten“.
Huke weiter: „Es geht im Kern darum, unsere Städte, Gemeinden und
Landkreise – unsere Verwaltungen –
zukunftsfähig zu machen. Die Digitalisierung wird alle Lebensbereiche immer
mehr vorantreiben und modernisieren.
Das ist in der Industrie so, das ist im Gesundheitswesen so und das wird auch in
der Verwaltung immer mehr. Ich denke,
die Digitalisierung wird einen enormen
Schub erzeugen – für uns alle gemeinsam und für unsere Städte und Gemeinden. Wir sollten uns also auf dem Weg
machen“.
Digitale offensive

Stadtrat Thomas Morlock von der Stadt
Hanau begrüßte quasi als Hausherr das
Publikum. Morlock, Verkehrs- und Ordnungsdezernent, erläuterte auch die
„Digitale Offensive 2025“ der Stadt Hanau, für die er ebenfalls zuständig ist.
In seinem Vortrag spannte der Stadtrat
einen weiten Bogen von der wirtschaftlichen Entwicklung Hanaus, die mit
steigenden Einwohnerzahlen einhergeht, über die Einführung der EU-Datenschutzgrundverordnung bis hin zum
Onlinezugangsgesetz.

Intern Nr. 4 | 2018

Die hessische Landesverwaltung vertrat Roland Jabkowski, der Co-CIO
des Landes Hessen
und Bevollmächtigter für E-Government und Informationstechnologie.
Der gebürtige Österreicher sprach
der eXPO ein
großes Lob aus:
„Sommermärchen
4.0 lautet das diesjährige Motto der
Hausmesse. Dabei
ist die Geschichte der eXPO selbst eine
Art Sommermärchen. Die jährlich neu
aufgestellten Besucherrekorde der größten kommunalen IT-Fachmesse Hessens
zeugen von deren Bedeutung und exzellentem Ruf – weit über die Landesgrenze hinaus“.
Im hier und jetzt

Die Keynote hielt Dr. Pero Mićić, der als
international führender Experte für Zukunftsmanagement gilt. Mit seinem Vortrag „Was kommt - was bleibt - was geht?
− Wie mächtige Trends und erstaunliche
Technologien unser Leben verändern“,
traf er genau den Nerv der Gäste und bescherte dem Publikum spannende, visionäre und fachlich fundierte Unterhaltung.
Mićić machte deutlich, dass jede
Handlung im Hier und Jetzt auf persönlichen Annahmen über die Zukunft beruht:
„Wenn man in einer Institution jemand
einstellt oder entlässt, wenn man in einer
Organisation eine Software einführt oder
nicht, wenn man einen Prozess ändert
oder nicht – das basiert immer auf persönlichen Annahmen über die Zukunft –
und das gilt auf kommunaler oder staatlicher Ebene ganz genauso“.
Der rund einstündige Vortrag wurde mit viel Applaus bedacht und seine
erstaunlichen Thesen sorgten in der
Pause (und darüber hinaus) für allerlei
Gesprächsstoff.

Ausstellung und Workshops

Der zweite Teil der eXPO gehörte der
Fachausstellung, den Workshops, der
Sonderausstellung und dem Future Lab.
An 40 Ständen tummelten sich die Gäste
und konnten in entspannter Atmosphäre
einen informativen Tag erleben.
Die eXPO – ausgelegt als Ort der
Kommunikation und Information – wurde
ihrem Namen wieder mehr als gerecht.
Besonderen Anklang fand auch das Zukunftslabor, in dem neueste Entwicklungen präsentiert wurden, die bereits in naher Zukunft die Arbeit der Verwaltungen
erleichtern werden.
Die Sonderausstellung widmete sich
den Kommunen und ihren Bemühungen,
die Digitalisierung weiter voranzutreiben.
Sechs ausgewählte Verwaltungen präsentierten – quasi von Kollegen zu Kollegen – wie sie der Herausforderung an
eine moderne und bürgernahe Informationstechnologie begegnen.
Mit dabei waren die Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie die Städte Bad
Hersfeld, Offenbach am Main, Neu-Isenburg, Rodgau und Wiesbaden. Großen
Andrang erfuhren auch die insgesamt
24 Workshops, die von der ekom21 und
ihren Partnerunternehmen ausgerichtet
wurden. An vielen Workshops war die
Resonanz derart groß, dass die Sitzplätze nicht ausreichten.
Autor: Stefan Thomas, ekom21

22

aus der branche

Doppelter Erfolg

ekom21 wieder in Hannover auf der CeBIT vertreten

›

Zum 22. Male in Folge war ekom21 auf der Computermesse CeBIT vertreten. In diesem Jahr sollte das neue Konzept der Deutschen Messe AG greifen und die CeBIT zu Europas führender Eventplattform und zum Festival für
digitale Technologie machen. Hat das funktioniert?

und Finanzwesen ma GmbH. Dort wurde das kommunale
fünf Tage lang dem Finanzwesen „Infoma newsystem“ mit
Fachpublikum vor. zahlreichen Modulen, wie RechnungsDurch eine inten- workflow, E-Rechnung und E-Faktura mit
sive Messekoope- epay21 gezeigt.
ration mit Partnern
sind bei der dies- Qualitativ hochwertig
jährigen CeBIT drei Die Anzahl der hessischen Besucher war
Stände in zwei Hal- im Vergleich zu den Vorjahren geringer,
len personell be- da viele Kunden das Angebot wahrnahmen, sich auf der eXPO ausführlich zu
stückt worden.
In Halle 14 war informieren. Dennoch herrschte an den
die ekom21 Partner drei Messeständen der ekom21 und ihrer
am Stand des Lan- Partner keine Langeweile. Es wurden –
des Hessen unter trotz des allgemeinen beklagten Besudem Motto „Digi- cherrückgangs – überraschend viele Getales Hessen“. Die spräche mit kommunalen Bediensteten
Steffi Lemke von der ekom21 (Bildmitte) demonstrierte die E-Government-Plattform „civento“
Zusammenarbeit aus nahezu allen Bundesländern geführt
und das gemeinsa- und auch Vertreter aus außerhessischen
Der Termin war – zumindest aus Sicht me Präsentieren mit dem Land hat eine Staatsministerien informierten sich rege
der ekom21 – unglücklich gewählt. Denn lange und erfolgreiche Tradition und inso- über die Produkte und Dienstleistungen
zeitgleich zur CeBIT fand am 13. Juni fern änderte sich auch dieses Jahr nichts der ekom21.
Im nächsten Jahr wird es zu keiner
auch die hauseigene Fachmesse eXPO an diesem Konzept. Schwerpunkte an
statt (Bericht in dieser Ausgabe). Für das den Arbeitsplätzen waren die E-Govern- Terminüberschneidung, denn dann finStandteam der ekom21 bedeutete das ment-Plattform „civento“ mit zahlreichen det die CeBIT vom 24. bis 28. Juni 2019
teilweise eine doppelte Reisetätigkeit.
Features, wie der innovativen Vorgangs- statt, während die eXPO bereits am 5.
Natürlich stand die Ausrichtung des bearbeitung, E-Payment- und Online- Juni 2019 startet.
eigenen Events im Fokus, trotzdem Services sowie OZG-ready (Onlinezuwurde so geplant, dass ausreichend gangsgesetz) und das Nutzerkonto.
Autor: Stefan Thomas, ekom21
ekom21-Fachpersonal auch auf der CeEbenfalls in Halle 14 präsentierte
BIT zugegen war, um alle Fragen von sich die ekom21 als
Besuchern beantworten und Präsentati- Partner am Dataonen durchführen zu können. Um es vor- bund-Stand mit der
wegzunehmen: Die Planung ging auf und Firma HSH Komsorgte für einen doppelten Messeerfolg m u n a l s o f t w a r e .
– sowohl in Hanau, als auch in Hannover. Dort gab es mit der
Ein positiver Nebeneffekt: Die bishe- Kfz-Zulassungsrige Ausrichtung der CeBIT in den wetter- software „kfz21“
launigen März gab ihr auch zuweilen den (beziehungsweiSpitznamen „SchneeBIT“ – die Termin- se VIATO Z) und
verlagerung sorgte nun dafür, dass das „VOIS|Kfz“ detailMesse-Team Schals und dicke Mäntel zu lierte Einblicke in
Hause lassen konnte.
die neue Welt des
ZulassungsweSchwerpunkt Digitales
sens.
In Halle 15
Hessen
In diesem Jahr stellte sich die ekom21 war die ekom21
mit bewährten Produkten sowie Neu- Partner auf dem ekom21-Mitarbeiter Timo Kohl (Bildmitte) präsentierte Neuerungen im
entwicklungen aus den Bereichen E- Messestand der Kfz-Zulassungswesen
Government, Straßenverkehrsbehörden Firma Axians Info-

Intern Nr. 4 | 2018

23

bericht aus der EU

Making the Digital Agenda Work

Euritas veranstaltet CIO-Konferenz Ende November in Brüssel

›

Euritas, das Netzwerk der öffentlichen
europäischen
IT-Dienstleister in Europa, veranstaltet
am 28.November 2018 in Brüssel eine
Konferenz unter dem Motto „Making
the digital agenda work – the journey
from policy to reality“.
Auf europäischer Ebene werden vielfältige Anstrengungen unternommen, um
den Binnenmarkt weiter auszubauen und
eine europaweite digitale Agenda einzuführen. Die Umsetzung von drei großen
von der EU initiierten Gesetzesvorhaben
hält die öffentliche Verwaltung in allen
Mitgliedstaaten seit dem letzten Jahr in
Atem.
Dazu gehören die Umsetzung der
europäischen Datenschutz-Grundverordnung sowie die eIDAS-Verordnung zum
Thema elektronische Identifizierung und
Vertrauensdienste. Beide Verordnungen
sind bereits in Kraft getreten. Eine weitere steht kurz bevor: Mit dem zentralen
digitalen Zugangstor (Single Digital Gateway) plant die EU, einen zentralisierten
Zugang für Bürger und Unternehmen in
der Europäischen Union zu allen Informationen zu gewährleisten, die sie benötigen, wenn sie ihre Rechte auf Mobilität
in der EU in Anspruch nehmen, und den
uneingeschränkten Zugang zu OnlineVerfahren zu gewährleisten.
Hierfür müssen insgesamt 14 Verwaltungsverfahren europaweit für alle

Intern Nr. 4 | 2018

online nutzbar angeboten
werden, zum Beispiel Unternehmensgründungen,
die Registrierung eines
Arbeitgebers/ Arbeitnehmers in den gesetzlichen
Renten- und Krankenversicherungssystemen, die
Beantragung von Studienbeihilfen und -darlehen
oder die Beantragung einer europäischen Krankenversicherungskarte
sowie die Zulassung eines Kraftfahrzeugs.
Mehr EInbindung
gefordert

Die bei Euritas zusammengeschlossenen öffentlichen
IT-Dienstleister sind maßgeblich an der
Umsetzung dieser und ähnlicher Vorhaben in den verschiedenen Mitgliedstaaten beteiligt. Nach Ansicht der EuritasMitglieder hätten einige Probleme bei der
Umsetzung der Verordnungen vermieden werden können, wenn sie frühzeitig
Gelegenheit bekommen hätten, auf konkrete Probleme wie unklare Zielformulierungen und Interpretationsspielräume
oder Inkompatibilitäten und unterschiedliche Ausprägungen bestehender technischer Infrastrukturen hinzuweisen.
Die europäischen IT-Dienstleister
mit ihrem großen Erfahrungsschatz bei
der Umsetzung komplexer ITVorhaben sehen sich in einer
Vermittlerrolle zwischen den
rechtlichen Vorgaben der Kommission beziehungsweise des
EU-Parlaments und der Vollzugsebene in den lokalen und
regionalen Verwaltungen der
Mitgliedstaaten. Euritas zielt
darauf ab, in IT-Fragen als wichtiger Ansprechpartner der Kommission wahrgenommen zu
werden. Die Euritas-Mitglieder
bieten an, ihre Beratungskompetenz und Expertise in technischen Fragen frühzeitig bei
der Entstehung von Gesetzge-

bungsprozessen auf europäischer Ebene
einzubringen und somit dazu beizutragen, Reibungsverluste zu vermindern.
Lessons learnt

Im Vordergrund der Konferenz Ende
November in Brüssel steht der Erfahrungsaustausch (Lessons learnt) zu den
Themen eIDAS und Datenschutz-Grundverordnung. Zum Thema Single Digital
Gateway werden die Euritas-Mitglieder
eigene Vorstellungen präsentieren, was
zu tun sei, um die Umsetzung des Vorhabens voranzubringen, und hierzu das
Gespräch mit Kommissionsmitgliedern
suchen.
Zielgruppe der Konferenz sind neben Vertretern der EU-Kommission alle
CIOs auf regionaler, staatlicher und europäischer Ebene sowie lokale CIOs und
für die Digitalisierung der Verwaltung
Verantwortliche.
Die Agenda der Veranstaltung wird
in Kürze unter folgendem Link abrufbar
sein: EURITAS-Konferenz.

Autorin: Tina Siegfried, Vitako

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Bericht aus der EU

Meldung

›

Meldung

EU-Förderung zur
Cybersicherheit

Noch bis zum 22. November 2018
können sich Betreiber Kritischer
Infrastrukturen und Anbieter Digitaler Dienste im Sinne der NIS-Richtlinie
um EU-Fördermittel zur Förderung der
Cyber-Sicherheit bewerben. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Programms
„2018 CEF Telecom Call - Cyber Security“ (CEF-TC-2018-3). Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) begrüßt diese Aktivität der
EU-Kommission zur Förderung der Cyber-Sicherheit bei Betreibern Kritischer
Infrastrukturen und Anbietern Digitaler
Dienste, ist jedoch nicht in die Vergabe
der Fördermittel eingebunden und kann
keine verbindlichen Auskünfte bezüglich
des Bewerbungsprozesses erteilen. Die
Details zur Ausschreibung und Bewerbung sind auf der Website der EU-Kommission erhältlich.
Link

›

Vier weitere Galileo-Satelliten im All

Vier weitere Galileo-Satelliten sind
mit der europäischen Trägerrakete
Ariane 5 vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana gestartet. Damit erreicht die Konstellation mit den nun 26 Satelliten im All ihre
Gesamtstärke, die für 2020 geplant ist.
In dem Jahr soll Galileo seine volle Betriebsfähigkeit erlangen.
Galileo wird dann auf 20 Zentimeter
genaue Daten senden und damit einen
Präzisionsrekord unter den Satellitennavigationssystemen der Welt aufstellen.
Galileo erbringt seit Dezember 2016 Ortungs- und Zeitgebungsdienste für inzwischen bereits rund 400 Millionen Nutzer.
Galileo stellt derzeit drei auf Satellitennavigation basierende Dienste bereit:
►► Galileos offener Dienst: ein kostenfreier Dienst für Ortung, Navigation und Zeitgebung. Der Zeitgebungsdienst wird im Vergleich zu
anderen Ortungssystemen immer
robuster, genauer und schneller (in
der Größenordnung von Nanosekunden). Er ermöglicht das
eCall-System, das seit dem 31.
März 2018 in allen Neufahrzeugen
in der EU verbindlich vorgeschrie-

TERMINE
30. August 2018 … Smart City Forum … Bad Hersfeld
4. September 2018 … E-Goverment und Digitalisierung NRW … Köln
6. September 2018 … 19. ÖV-Symposium … Münster
12. September 2018 … 14. Fachtagung IT-Beschaffung… Berlin
13. September 2018 … Digitale Mülltrennung … Karlsruhe

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ben ist, um den Rettungsdiensten den Standort des verunfallten
Fahrzeugs zu melden.
►► Galileos Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue
– SAR): Ortung der von einem
entsprechend ausgerüsteten Sender abgegebenen Notsignale.
Mit dem Start der ersten GalileoDienste im Dezember 2016 hat
sich die Zeit bis zur Ortung einer
auf See oder in den Bergen vermissten Person von bis zu 4 Stunden auf rund 10 Minuten nach
Aktivierung des Notfallsenders
verringert. Die Ortungsgenauigkeit
hat sich von 10 km ohne Hilfe von
Galileo auf weniger als 2 km mit
Galileo-Unterstützung verbessert.
Zudem wird der Dienst ab dem
kommenden Jahr sogar ein Antwortsignal zurücksenden, mit dem
die in einer Notlage befindliche
Person benachrichtigt wird, dass
ihr Notsignal empfangen und geortet worden ist.
►► Galileos öffentlicher regulierterDienst (Public Regulated Service
– PRS): ein verschlüsselter, für Behörden konzipierter Dienst, der sicherheitsrelevanten Zwecken (z. B.
militärischen Operationen) vorbehalten ist. Mit dem PRS soll selbst
unter den widrigsten Umständen
die Dienstkontinuität sichergestellt
sein. Er bietet staatlichen Nutzern
in nationalen Notfällen oder Krisensituationen, etwa bei Terrorangriffen, einen besonders zuverlässigen und komplett verschlüsselten
Dienst.
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Intern Nr. 4 | 2018

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