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Full text: Beteiligungsbericht ... der Stadt Halle (Saale) (Rights reserved) Ausgabe 2012(2013) (Rights reserved)

BETEILIGUNGSBERICHT 2012 der Stadt Halle (Saale) Herausgeberin: Stadt Halle (Saale) Der Oberbürgermeister Marktplatz 1 06100 Halle (Saale) Erstellt durch: BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) Universitätsring 6a 06108 Halle (Saale) Telefon: (0345) 581-2822 Telefax: (0345) 581-2835 E-Mail: info@bma-halle.de INHALTSVERZEICHNIS 1.0 EINLEITUNG Vorwort 7 8 2.0 2.1 GRUNDINFORMATIONEN AUFGABE UND AUFBAU DES BETEILIGUNGSBERICHTES Gesetzliche Grundlagen Zielsetzung Aufbau 9 10 11 12 13 2.2 ÜBERSICHT ÜBER DEN STAND AN BETEILIGUNGEN Übersicht über den Stand an Beteiligungen - Organigramm zum 31.12.2012 Beteiligungsliste 14 15 16 2.3 UNTERNEHMENSORGANISATION UND -FÜHRUNG Unternehmensorganisation Unternehmensführung 19 20 21 2.4 BETEILIGUNGSPOLITIK ÜBERSICHT ÜBER AUSGEWÄHLTE FINANZ- UND BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ALLER BEDEUTSAMEN BETEILIGUNGEN 22 DATEN 2.5 24 25 34 34 37 40 Finanzbeziehungen 2012 zwischen Kernhaushalt und Beteiligungen Geschäfts- und Ertragslage Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2012 Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Inhaltsverzeichnis Seite III 2.6 2.7 ERLÄUTERUNGEN BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHER FACHBEGRIFFE ERLÄUTERUNGEN DER BILANZ- UND LEISTUNGSKENNZAHLEN 43 49 3.0 3.1 EINZELBERICHTERSTATTUNG UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Stadtwerke Halle GmbH 54 55 56 3.2 VER- UND ENTSORGUNG Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 66 67 76 82 88 94 104 116 121 129 136 148 157 164 169 172 177 182 188 194 199 206 Inhaltsverzeichnis Seite IV 3.3 VERKEHR Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH 213 214 219 231 242 248 253 3.4 WOHNUNGSWIRTSCHAFT Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG 260 261 266 276 287 311 3.5 WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH 314 315 327 334 340 349 373 Inhaltsverzeichnis Seite V 3.6 GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung 386 387 395 405 413 426 432 438 442 450 453 458 461 3.7 KULTUR Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH 465 466 469 484 3.8 BETEILIGUNGSMANAGEMENT BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 490 491 Inhaltsverzeichnis Seite VI 1.0 EINLEITUNG Vorwort des Oberbürgermeisters Einleitung Seite 7 von 497 Die Stadt Halle (Saale) stellt ihren Einwohnern umfangreiche kommunale Dienstleistungen zur Verfügung, die in nahezu allen Lebensbereichen der Bevölkerung wirken. Zur Erfüllung dieser Aufgaben darf sich die Stadt dabei Unternehmen verschiedener öffentlicher und privater Rechtsformen bedienen. Diese zum Konzern Stadt Halle (Saale) gehörenden Beteiligungen leisten gemeinsam einen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Stadt. Für das Gemeinwohl notwendig ist ein angemessener Ausgleich zwischen wirtschaftlich leistungsstarken Unternehmen und den Beteiligungen, die Ihren öffentlichen Zweck nur unter Inanspruchnahme von Zuschüssen und Transferleistungen erfüllen können. Zur Gewährleistung der städtischen Vorgaben wirkt die Stadt Halle (Saale) im Rahmen einer angemessenen Einflussnahme auf diese Beteiligungen ein. Ein Public Corporate Governance Kodex zur Umsetzung anerkannter Grundsätze und Standards guter Unternehmensführung und Kontrolle öffentlicher Unternehmen in einer einheitlichen und allgemeinen anerkannten Form soll im Jahr 2013 vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) beschlossen werden. Den Geschäftsleitungen, den Beschäftigten sowie den Mitgliedern in den Aufsichtsgremien der städtischen Beteiligungen danke ich für ihr Engagement und für die Arbeitserfolge im Geschäftsjahr 2012. Mein Dank gilt weiterhin der BMA BeteiligungsManagmentAnstalt Halle (Saale) für die kompetente und vertrauensvolle Beratung in Beteiligungsangelegenheiten. Halle (Saale), im August 2013 Dr. Bernd Wiegand Oberbürgermeister Einleitung Seite 8 von 497 2.0 GRUNDINFORMATIONEN Aufgabe und Aufbau des Beteiligungsberichtes Übersicht über den Stand an Beteiligungen Unternehmensorganisation und -führung Beteiligungspolitik Übersicht über ausgewählte finanzund betriebswirtschaftliche Daten aller bedeutsamen Beteiligungen Erläuterungen betriebswirtschaftlicher Fachbegriffe Erläuterungen der Bilanz- und Leistungskennzahlen Grundinformationen Seite 9 von 497 2.1 AUFGABE UND AUFBAU DES BETEILIGUNGSBERICHTES Gesetzliche Grundlagen Zielsetzung Aufbau Grundinformationen Seite 10 von 497 Gesetzliche Grundlagen Die Gemeindeordnung für das Land Sachsen-Anhalt (GO-LSA) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. August 2009, zuletzt geändert am 30. November 2011, verpflichtet die Kommunen zur Erstellung eines Beteiligungsberichtes. Nach § 118 Abs. 2 GO-LSA hat eine Stadtverwaltung dem Stadtrat einen Bericht über die Beteiligungen und Unterbeteiligungen an Unternehmen in einer Rechtsform des öffentlichen und privaten Rechts, an denen sie mit mindestens 5 % beteiligt ist, vorzulegen. Der Beteiligungsbericht hat insbesondere Angaben zu enthalten über: 1. den Gegenstand des Unternehmens, die Beteiligungsverhältnisse, die Besetzung der Organe und die Beteiligungen des Unternehmens, 2. den Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks durch das Unternehmen, 3. die Grundzüge des Geschäftsverlaufes, die Lage des Unternehmens, die wichtigsten Kennzahlen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens, die Kapitalzuführungen und -entnahmen durch die Gemeinde und die Auswirkungen auf die Haushaltswirtschaft für das jeweilige letzte Geschäftsjahr sowie im Vergleich mit den Werten des vorangegangenen Geschäftsjahres die durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer, 4. die gewährten Gesamtbezüge an die Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates oder der entsprechenden Organe des Unternehmens. Der Beteiligungsbericht ist im Stadtrat in öffentlicher Sitzung zu erörtern. Die Stadtverwaltung hat die Einwohner über den Beteiligungsbericht in geeigneter Form zu unterrichten. Grundinformationen Seite 11 von 497 Zielsetzung Der Beteiligungsbericht zielt auf eine transparente und fundierte Information über die wirtschaftlichen Betätigungen der Stadt Halle (Saale) ab und dient somit als zusammenfassendes Informationsinstrument nicht nur den städtischen Entscheidungsträgern. Adressiert wird der Bericht auch an die Öffentlichkeit, zu denen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) zählen. Angesprochen fühlen sollen sich auch die Partner der Stadt und ihrer Unternehmen. Die Stadt Halle (Saale) hält im Berichtsjahr 2012 bedeutsame unmittelbare oder mittelbare Beteiligungen an 3 Eigenbetrieben, 5 Stiftungen und 46 Kapital- bzw. Personengesellschaften und ist Gewährsträger einer Anstalt öffentlichen Rechts. Diese 55 bedeutsamen städtischen Beteiligungen stellen gemeinsam mit der Stadt Halle (Saale) einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar und bieten neben ihren kommunalen Dienstleistungen rund 6.250 Mitarbeitern und 245 Auszubildenden im Jahresdurchschnitt 2012 einen zukunftsorientierten und attraktiven Arbeitsplatz. Die rechtlichen Verhältnisse und die wirtschaftliche Lage der Beteiligungen werden komprimiert dargestellt. Neben einer kurzen Darstellung des Gegenstandes des einzelnen Unternehmens wird auch eine Aussage zum öffentlichen Zweck getroffen. Branchen- oder geschäftsspezifische Leistungsdaten (in der Regel nichtmonetäre Größen) stellen mengenmäßige Informationen über die Art und den Umfang der sachlichen Unternehmensleistung dar und vermitteln einen Eindruck über den Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks. Die Entwicklung der Beteiligungen und deren derzeitiger Status lassen sich darüber hinaus anhand von Mehrjahres-Vergleichen unter Anwendung marktüblicher Kennziffern nachvollziehen. Berichte zur Lage der Beteiligungen geben dazu Erläuterungen und bieten gleichzeitig einen Ausblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung. Ebenso richtet sich der Report an alle Interessenten für den Wirtschafts-, Wissenschaftsund Kulturstandort im Zentrum Mitteldeutschlands. Sie sind bei der Mitwirkung am eingeleiteten Veränderungsprozess jederzeit und gerne willkommen. Grundinformationen Seite 12 von 497 Aufbau Der Beteiligungsbericht ist so gegliedert, dass die Beteiligungsunternehmen nach der Einleitung zunächst in einer Übersicht zusammengefasst und danach einzeln dargestellt werden. Die Übersichtsdarstellungen ermöglichen dem interessierten Leser sowohl mit einer grafischen Veranschaulichung in Form eines Organigramms als auch mit tabellarischen Darstellungen einen raschen Überblick über das wesentliche städtische BeteiligungsPortfolio. Die Einzeldarstellungen bieten dann weitergehendere und tiefgreifendere Auskünfte. Gegenüber dem letzten Beteiligungsbericht 2011 wurde der grundsätzliche Aufbau unverändert weitergeführt. Die Beteiligungen werden im Rahmen der Einzeldarstellung in acht Aufgabenbereiche gegliedert. Zur schnelleren Orientierung werden die Beteiligungen innerhalb des jeweiligen Aufgabenbereiches alphabetisch aufgeführt. Die automatisiert erstellten Einzelberichte werden nach Nennung des Unternehmens wie folgt strukturiert: a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen (einschließlich des öffentlichen Zwecks) b) Besetzung der Organe c) Beteiligungen d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten bb) Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) cc) Kennzahlen zur Ertragslage dd) Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur ee) Leistungsdaten e) Lage des Unternehmens Die Struktur der Darstellungsform ist für die einzelnen Beteiligungen einheitlich gewählt. Alle in der Gemeindeordnung geforderten Informationen sind enthalten. Der Leitfaden Nr. 3 „Inhalt eines Beteiligungsberichtes“, herausgegeben im Januar 2005 vom Ministerium des Inneren des Landes Sachsen-Anhalt, wurde der Konzeption dieses Reports zugrunde gelegt. Grundinformationen Seite 13 von 497 2.2 ÜBERSICHT ÜBER DEN STAND AN BETEILIGUNGEN Organigramm Beteiligungsliste Grundinformationen Seite 14 von 497 Übersicht über den Stand an Beteiligungen - Organigramm zum 31.12.2012 STADT HALLE (SAALE) PRIVATRECHTLICHE UNTERNEHMEN 1. Unternehmenszusammenschluss 2. Ver- und Entsorgung Stadtwerke Halle GmbH 100,0% Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau 100,0% A/V/E GmbH 23,9% Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH 20,0% EVH GmbH 100,0% Energieversorgung Halle Netz GmbH 100,0% Meter1 GmbH & Co. KG 33,3% Meter1 Verwaltung GmbH 33,3% Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH 100,0% Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH 50,0% Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH 75,5% Hafen Halle GmbH 100,0% Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH 100,0% Cives Dienste GmbH 100,0% Maya mare GmbH & Co. KG 12,5% WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH 60,0% W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 100,0% Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH 50,0% IT-Consult Halle GmbH 100,0% M-Exchange AG 7,0% RAB Halle GmbH 100,0% Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH 100,0% TELONON Abwasserbehandlung GmbH 100,0% 3. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin 41,1% Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH 12,5% 74 TEUR 1.000 TEUR Hallesche Verkehrs-AG 100,0% Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH 11,0% OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH 51,0% Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH 1,7% Saalebus GmbH 50,0% Servicegesellschaft Saale mbH 51,0% 4. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH 100,0% Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH 100,0% Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH 100,0% HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG 99,9% 5. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH 51,0% 26 TEUR 10 TEUR 102.259 TEUR 256 TEUR 12.782 TEUR 50 TEUR EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) 100,0% 25 TEUR 25 TEUR 74 TEUR 30 TEUR 74 TEUR 51.200 TEUR 26 TEUR 25 TEUR 300 TEUR 100 TEUR 250 TEUR 300 TEUR 26 TEUR 256 TEUR 10.226 TEUR 25 TEUR 10.000 TEUR 512 TEUR 127.823 TEUR 25 TEUR 25 TEUR 25 TEUR 2.500 TEUR 25 TEUR 10.250 TEUR 260 TEUR 550 TEUR 30 TEUR 30.000 TEUR EIGENBETRIEBE KOMMUNALE STIFTUNGEN o. ä. Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG 100,0% 25 TEUR Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH 100,0% MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH 100,0% Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH 55,0% TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH 60,0% 6. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Stadion Halle Betriebs GmbH 51,0% 25 TEUR Maya mare GmbH & Co. KG 82,4% 10.226 TEUR Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH 16,0% 30 TEUR 26 TEUR Bäder Halle GmbH 100,0% FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH 100,0% 26 TEUR 300 TEUR Eigenbetrieb Kindertagesstätten 100,0% 0 TEUR Serva GmbH 100,0% Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) 12.372 TEUR Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung 344 TEUR 7. Kultur Theater, Oper und Orchester GmbH Halle 100,0% Zoologischer Garten Halle GmbH 100,0% 8. Beteiligungsmanagement 26 TEUR BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 100,0% 10 TEUR 25 TEUR Stiftung Händel-Haus 6.481 TEUR 26 TEUR Eigenbetrieb für Arbeitsförderung 100,0% 25 TEUR Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale 12.823 TEUR Oelhafe-Zeysesche-Stiftung 311 TEUR 25 TEUR 25 TEUR 25 TEUR Grundinformationen Seite 15 von 497 Beteiligungsliste BETEILIGUNG 1. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Stadtwerke Halle GmbH 30.000 100,00 gezeichnetes Anteil der Kapital in Stadt TEUR in % 2. VER- UND ENTSORGUNG Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 30 550 25 260 25 10.250 25 127.823 512 10.000 300 250 2.500 25 100 25 300 25 26 256 26 100,00 23,90 100,00 20,00 100,00 100,00 50,00 22,88 100,00 100,00 50,00 100,00 33,33 33,33 7,00 100,00 100,00 100,00 100,00 60,00 100,00 Grundinformationen Seite 16 von 497 BETEILIGUNG 3. VERKEHR Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH gezeichnetes Anteil der Kapital in Stadt TEUR in % 1.000 51.200 74 30 25 50 41,10 100,00 24,27 51,00 50,00 51,00 4. WOHNUNGSWIRTSCHAFT Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für WohnGewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG und 256 25 12.782 102.259 10 100,00 100,00 100,00 100,00 99,90 5. WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Saalkreis mbH & Co. KG Halle26 25 25 25 25 26 50,96 100,00 100,00 100,00 55,00 60,00 Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches (Saale) GmbH Multimediazentrum Halle Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Grundinformationen Seite 17 von 497 BETEILIGUNG 6. GESUNDHEIT, SPORT Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung gezeichnetes Anteil der Kapital in Stadt TEUR in % UND SOZIALES, BILDUNG 300 30 25 0 26 10.226 311 12.823 26 25 12.372 344 100,00 16,00 100,00 100,00 100,00 94,90 100,00 51,00 7. KULTUR Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH 6.481 25 26 100,00 100,00 8. BETEILIGUNGSMANAGEMENT BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 10 100,00 Grundinformationen Seite 18 von 497 2.3 UNTERNEHMENSORGANISATION UND -FÜHRUNG Unternehmensorganisation Unternehmensführung Grundinformationen Seite 19 von 497 Unternehmensorganisation Im Vergleich zum Beteiligungsbericht 2011 haben Veränderungen in der Unternehmensorganisation ergeben: sich folgende wesentliche Die Stadtwerke Halle GmbH hat im Geschäftsjahr 2011 einen Vertrag über den Erwerb von 20 % der Geschäftsanteile an der Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH (EWAG) geschlossen. Ein vereinbartes weitreichendes Rücktrittsrecht, welches bis Ende 2012 bestand, ist von der Stadtwerke Halle GmbH nicht ausgeübt worden. Im Beteiligungsbericht 2012 der Stadt Halle (Saale) wird erstmals über die Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH berichtet. Mit notarieller Urkunde vom 27.07.2012 ist die Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung mbH gegründet worden. Die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH und die GP Papenburg Hochbau GmbH sind zu jeweils 50 % am Stammkapital der Gesellschaft beteiligt. Im Geschäftsjahr 2012 hatte die Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung mbH einen Geschäftsbetrieb von lediglich untergeordneter Bedeutung. Eine Berichterstattung im Beteiligungsbericht der Stadt Halle (Saale) für das Jahr 2012 erfolgt nicht. Mit notariellem Vertrag vom 27.06.2012 und Wirkung zum 01.07.2012 hat die Paul-RiebeckStiftung zu Halle an der Saale die Geschäftsanteile an der EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH vom Bauverein Halle & Leuna eG erworben. Als Alleingesellschafter der EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH übertrug die Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale ebenfalls mit Wirkung zum 01.07.2012 im Wege der Einzelrechtsnachfolge wesentliche Aktiva und Passiva der EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH zu Buchwerten in ihr Vermögen. Die notarielle Beurkundung des Übertragungsvertrages erfolgte am 05.07.2012. Eine Berichterstattung zur EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH im Beteiligungsbericht der Stadt Halle (Saale) für das Jahr 2012 erfolgt nicht mehr. Direkt beteiligt ist die Stadt Halle (Saale) nach den Veränderungen im Beteiligung-Portfolio weiterhin an drei Eigenbetrieben und fünf kommunalen Stiftungen. Für eine Anstalt öffentlichen Rechts, die BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale), ist die Stadt Gewährsträgerin. Die Stadt Halle (Saale) ist direkt an 15 Kapital- bzw. Personengesellschaften beteiligt, die in diesem Beteiligungsbericht aufgeführt sind. Ein privatrechtliches Unternehmen erfüllt eine Holdingfunktion. Die Stadtwerke Halle GmbH ist an zahlreichen Kapital- und Personengesellschaften direkt und indirekt beteiligt. Diese Gesellschaft bündelt nunmehr die Aktivitäten der Ver- und Entsorgung und des öffentlichen Personennahverkehrs. Das Organigramm der städtischen Unternehmen und Beteiligungen kann Ziffer 2. 2. (Übersicht über den Stand an Beteiligungen) dieses Beteiligungsberichtes entnommen werden. Grundinformationen Seite 20 von 497 Unternehmensführung Die Steuerung und Überwachung der städtischen Beteiligungen erfolgt durch die Stadt unter Berücksichtigung der kommunalpolitisch orientierten Zielvorgaben. Instrumente für die laufende Steuerung und Überwachung sind Beschlüsse des Aufsichtsgremiums oder der Gesellschafter / Hauptversammlung zu Wirtschaftsplänen, Jahresabschlüssen, Lageberichten und sonstigen Vorlagen. Die Stadt wird als Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung tätig. Ferner wird die Stadt über städtische Vertreter in den Aufsichtsgremien tätig. Die Entscheidung über die Errichtung, Übernahme, wesentliche Erweiterung, Einschränkung oder Auflösung kommunaler Einrichtungen und Unternehmen, die Beteiligung an Unternehmen in einer Rechtsform des Privatrechts und die Änderung der Beteiligungsverhältnisse sowie die Umwandlung der Rechtsform kommunaler Einrichtungen und Unternehmen bleibt dem Stadtrat vorbehalten (vgl. § 44 Abs. 3 Ziffer 9 GO-LSA). Gleiches gilt bei Stiftungen für die Umwandlung des Zwecks, die Zusammenlegung und Aufhebung von Stiftungen sowie die Verwendung des Stiftungsvermögens (vgl. § 44 Abs. 3 Ziffer 11 GO-LSA). Die Stadt Halle (Saale) hat nach der Gemeindeordnung des Landes Sachsen-Anhalt (GO-LSA) die Aufgabe, das Beteiligungsmanagement durch eine fachlich geeignete Stelle zu gewährleisten. Diese Gewährleistungsverpflichtung wurde durch Satzung als eigene Aufgabe auf die „BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale)“ (nachfolgend BMA) übertragen. Die BMA unterstützt die Stadt Halle (Saale) bei der Überwachung der Einhaltung der öffentlichen Aufgabenerfüllung und der Sicherstellung der wirtschaftlichen Ziele der Beteiligungsunternehmen. Der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) hat in seiner Sitzung am 25. Oktober 2006 die Beteiligungsrichtlinie der Stadt Halle (Saale), zuletzt geändert durch Beschluss des Stadtrates am 26. Mai 2010, beschlossen. Diese Richtlinie beschreibt einen verbindlichen Rahmen, wie das Beteiligungsmanagement in der Stadt Halle (Saale) im Zusammenwirken zwischen der Stadt, den städtischen Vertretern in Aufsichtsgremien und den Beteiligungen gewährleistet werden soll. Die Stadt legt mit dieser Beteiligungsrichtlinie für sämtliche unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen verbindlich die Regeln für das Beteiligungsmanagement fest. Nicht zuletzt bildet die Beteiligungsrichtlinie die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt Halle (Saale) und ihren Beteiligungen. Grundinformationen Seite 21 von 497 2.4 BETEILIGUNGSPOLITIK Grundinformationen Seite 22 von 497 Beteiligungspolitik Die Beteiligungspolitik der Stadt Halle (Saale) hat ihren Ursprung in der Ausgliederung von kommunalen Leistungen aus der Kernverwaltung. Aufgaben aus dem Bereich der Daseinsvorsorge sollen durch städtische Beteiligungen in verschiedenen privaten und öffentlichen Rechtsformen erbracht werden. Die Balance zwischen Gewinnoptimierung und Daseinsvorsorge ist die zentrale Aufgabe der Stadt Halle (Saale) im Umgang mit ihren Beteiligungen. Mit dem Blick auf das Wohl der städtischen Gemeinschaft können die Beteiligungen die ihnen übertragenen Aufgaben rechtlich einwandfrei und in einer hohen Qualität erbringen sowie stets an den Bedürfnissen der Kunden/Bürger orientieren und ausrichten (Gebot der Erfüllung eines öffentlichen Zwecks). Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist eine leistungsstarke Kommunalwirtschaft als Werkzeug politischer Gestaltung eine wichtige Säule kommunalpolitischen Handelns. Dabei ist eine funktionelle Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die ansässigen Unternehmen gleichermaßen wichtig wie die Versorgungssicherheit. Neben der eigenen Wirtschaftskraft der Beteiligungen bilden diese ein Grundfundament für eine aktive Wirtschaftspolitik. Eine nachhaltige Beteiligungssteuerung unter Berücksichtigung der zukünftigen demografischen Herausforderungen leistet einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungssicherung sowie Ausbildungsförderung und ist ein bedeutsames Instrument der Arbeits- und Sozialpolitik. Unter Berücksichtigung angespannter Haushaltslagen gewinnt die Stärkung der kommunalen Finanzkraft im Zusammenhang mit der Beteiligungspolitik weiter an Bedeutung. Es werden neue Wege im Zusammenwirken der Stadt Halle (Saale) mit ihren Beteiligungen beschritten und die Betrachtungsweise als Konzern-Stadt rückt immer mehr ins Zentrum einer umsichtigen Beteiligungspolitik. Darauf aufbauend übt die Stadt Halle (Saale) ihren strategischen Einfluss auf die Beteiligungen als Gesellschafter und über die städtischen Vertreter in den Aufsichtsgremien aus. Den Beteiligungen wird eine solide Basis für ihr operatives Handeln geschaffen. Mit dem neuen strategischen Ansatz „Shared Services“ (gemeinsam erbrachte Dienstleistungen) werden die Vorteile des „Konzern Stadt Halle an der Saale“, also die Kernverwaltung und die städtischen Beteiligungen, stärker genutzt. Im Ergebnis entstehen Synergieeffekte und ein erhöhter Nutzen für die Stadt. Eine fortwährende Überprüfung des Beteiligungsportfolios zur Sicherung einer leistungsstarken und zukunftsfähigen Kommunalwirtschaft ist ein wichtiger Teil der Beteiligungspolitik. Ein Beleg für die wirkungsvolle Beteiligungspolitik sind die wirtschaftlichen Erfolge der städtischen Beteiligungen mit ihren positiven Effekten auf den Haushalt der Stadt Halle (Saale). Grundinformationen Seite 23 von 497 2.5 ÜBERSICHT ÜBER AUSGEWÄHLTE FINANZ- UND BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE DATEN ALLER BEDEUTSAMEN BETEILIGUNGEN Finanzbeziehungen Beteiligungen 2012 zwischen Kernhaushalt und Geschäfts- und Ertragslage Grundinformationen Seite 24 von 497 Finanzbeziehungen 2012 zwischen Kernhaushalt und Beteiligungen Angaben in TEUR Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 1. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Stadtwerke Halle GmbH 1.223 1.2232) 48 21.589 7.524 7.524 8.344 (1.1523)) (1383)) (33)) 2. VER- UND ENTSORGUNG Abfallwirtschaft Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft mbH (EWAG) Energieversorgung GmbH Geiseltal Halle Netz GmbH Halle- (433)) (3.6163)) 1) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse Zuschüsse Dritter zur Weiterleitung an HAVAG 3) (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung 2) Grundinformationen Seite 25 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen VER- UND ENTSORGUNG EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser Stadtwirtschaft GmbH und 35 2.986 18.603 (9.0673)5)) (5583)) 13 (23.0213)) 8.3444) Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG 1) 3) (1.6633)) (83)) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung 4) Im Rechnungsergebnis der Stadt werden 8.041 TEUR für Strom und Gas sowie 303 TEUR für Fernwärme ausgewiesen. Im Jahresabschluss der EVH GmbH wird demgegenüber ein um 187 TEUR höherer Aufwand von insgesamt 8.531 TEUR abgebildet, und zwar für Konzessionsabgabe Strom (7.801 TEUR) und Gas (420 TEUR) sowie Entgelt für Fernwärmegestattung (310 TEUR). In der Jahresrechnung der Stadt für 2011 (nach Kameralistik) belief sich der Zahlungszufluss aus Konzessionsabgabe auf insgesamt 9.564 TEUR, wobei darin Spitzabrechnungen des Vorjahres und Abschlagszahlungen für das laufende Jahr enthalten waren. Bei Anwendung der Doppik wird demgegenüber die „Soll-Stellung“ abgebildet. 5) im Vorjahr Verlust von 2.483 TEUR wegen Bilanzierungsmaßnahmen (Rückstellungsbildung für Personalanpassungsmaßnahmen und außerplanmäßige Abschreibungen) Grundinformationen Seite 26 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen VER- UND ENTSORGUNG Netzgesellschaft A14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung GmbH TELONON GmbH Halle Service Industriegebiet (2563)) Abwasserbehandlung und (173)) (93)) (3503)) WER-Wertstofferfassung Recycling Halle GmbH W + H Wasser- und Haustechnik GmbH 1) 3) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung Grundinformationen Seite 27 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 3. VERKEHR Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher GmbH Verkehrsverbund 4.285 839 56 11.311 22 223) (3.0003)8)) 5 0 3.1036) 1.182 839 567) 33 11.278 5 OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH 1) 3) (13)) (13)) (83)) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung 6) Zuschuss Rosengarten (3.103 TEUR) und zusätzlich – in Vorjahren nicht bezifferte – Ausgleichsleistungen Ausbildungsverkehr (3.515 TEUR) 7) Bauzuschuss Beesener Straße 8) Der Gewinn vor EAV beruht auf nicht geplanten Erträgen (u.a. zusätzliche Verkehrseinnahmen aus § 148 SGB IX für das Jahr 2010, Verkauf nicht benötigter Straßenbahnen) und weiterhin wirkten im Jahr 2011 die Umsetzung der Beschlüsse zur Durchführung von Restrukturierungsmaßnahmen und Ausgleich von Verlusten aus dem Betreiben der Tiefgarage Charlottencenter kostensenkend. Grundinformationen Seite 28 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 4. WOHNUNGSWIRTSCHAFT Bau und Haustechnik Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Halle (Saale) Halle- 1.232 66 14 10.381 (673)) 147 Stadt 1.2329) 1 GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche mbH Wohnungsgesellschaft 66 14 3.342 7.038 147 HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG 1) 3) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung 9) Zuschüsse zu ergebniswirksamen Bauleistungen der Stadt Halle (Saale) Grundinformationen Seite 29 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 5. WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Stadtmarketing GmbH Halle (Saale) und 1.590 9.467 1.182 253) 9.46710) 1.1303) 33) 47911) 1.111 23) 223) TGZ Halle TechnologieGründerzentrum Halle GmbH 1) 3) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung 10) Periodengerecht ermittelter Gesamtbetrag der Investitionszuschüsse (weitergeleitete Fördermittel). Im Jahr 2012 sind Zuschüsse für die Erschließung in Höhe von 11.539 TEUR überwiesen worden. Der Eigenmittelanteil der Stadt Halle (Saale) beträgt 280 TEUR. 11) davon 229 TEUR zweckgebundene Mittel für die Abwicklung von Rechtstreitigkeiten, 80 TEUR für Hochwasserschutz und 170 TEUR als planmäßiger Betriebskostenzuschuss Grundinformationen Seite 30 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 6. GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk (Saale) gGmbH Halle 33.478 1.158 11.100 37 92 3.500 Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten** FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale 2.483 27.125 37 (13)) 012) 1.158 7.209 92 ** Ein geprüfter Jahresabschluss 2012 lag bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes nicht vor. 1) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse 3) (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung 12) Die vom Stadtrat in der Sitzung am 25.01.2012 beschlossene anteilige Ausschüttung des Jahresüberschusses 2010 (Beschlussvorlage: V/2011/09956) in Höhe von 324 TEUR ist nicht erfolgt. Ein Betrag in Höhe von 301 TEUR ist seitens der Stadt mit der Auszahlung der Transferleistungen verrechnet worden. Zum Differenzbetrag von 23 TEUR ist der Ausschüttungsbeschluss vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) mit Beschluss über den Jahresabschluss 2011 (Beschlussvorlage: V/2012/11173) erst im Jahr 2013 gefasst worden. Grundinformationen Seite 31 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH** Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale)** Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung 7. KULTUR Stiftung Händel-Haus Theater, Oper GmbH Halle und Orchester 37.611 2.110 32.600 2.901 189 256 11.97113) 0 20 445 11.971 20 370 3.891 Zoologischer Garten Halle GmbH ** Ein geprüfter Jahresabschluss 2012 lag bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes nicht vor. 1) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse 13) aus dem Zukunftsfonds zur Rückzahlung von Kreditverbindlichkeiten inkl. Vorfälligkeitsentschädigung und sonstigen Zinsaufwendungen (11.271 TEUR) sowie für Maßnahmen zur energetischen Ertüchtigung (700 TEUR) Grundinformationen Seite 32 von 497 Transferaufwen1) dungen Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Sonstige Zahlungen Stand Darlehen (31.12.12) Stand Bürgschaften (31.12.12) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 8. BETEILIGUNGSMANAGEMENT BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) SUMME 821 137 821 137 80.240 10.865 12.027 1.172 44.000 19.166 137 8.344 244 1) vor Doppik-Einführung zum 01.01.2012: Ertragszuschüsse Grundinformationen Seite 33 von 497 Geschäfts- und Ertragslage - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2012 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH* Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau* A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH (EWAG) Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH* Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH* IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH RAB Halle GmbH 10.274 22.518 644 5.235 104.673 462.796 0 45.256 4.507 119.513 70.287 20.756 143 135 1.201 165 4.758 6.220 22.239 639 5.103 101.946 436.666 0 41.981 4.096 115.273 66.893 20.540 121 127 1.151 165 4.615 2.335 314 11 439 343 24.352 -13 1.670 -961 9.021 -9.575 1.139 -596 1 46 0 266 68.324 4.866 133 4.888 36.879 341.143 129 147.530 16.185 432.404 34.702 11.172 447 69 457 256 4.002 1.260 921 0 3.847 1.595 232.220 0 134.124 14.146 407.414 27.129 597 44 0 284 0 3.002 0 398 0 201 446 17.196 0 10.062 127 26.930 5.141 282 61 0 95 0 434 5.807 1.861 25 1.256 25 77.917 120 109.673 731 70.998 763 522 317 27 243 25 1.708 8,5 38,2 18,8 25,7 0,1 22,8 92,6 74,3 4,5 16,4 2,2 4,7 71,0 39,5 53,2 9,8 42,7 52 312 31 56 65 471 0 223 33 621 0 179 5 0 3 9 1 4 14 0 0 7 50 0 7 4 65 0 2 0 0 0 0 0 16.246 3.257 206 282.978 191.375 22.377 173.013 61,1 75 0 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Grundinformationen Seite 34 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2012 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH* W+H Wasser- und Haustechnik GmbH* Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin* Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH* OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH* Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH* EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale)* GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH* Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH* HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG* Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH* Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet HalleSaalkreis mbH & Co. KG* Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH* 1.721 623 222 1.736 399 0 61 -512 3 11.297 19.460 157 9.743 0 0 1.510 0 0 6.463 17.421 65 57,2 89,5 41,6 2 0 2 0 0 0 3.365 34.587 46.759 85.669 5.865 3.407 32.292 44.861 78.285 5.859 214 9 2.462 8.772 0 1.564 28.995 331.649 540.806 74.889 195 635 297.820 483.906 74.874 101 60 14.033 1) 2.716 3.172 210 4.228 2.626 3.172 198 4.094 -217 15 23 62 1.470 710 810 785 35 0 0 224 2 0 0 55 22 26 664 225 1,5 3,6 82,0 28,6 7 0 2 57 0 0 0 1 715 52.162 966 12.175 1.984 1.432 581 37.696 512 11.302 1.964 1.409 97 -129 0 108 46 1 2.156 325.346 1.349 10.231 331 252 1.906 309.505 230 8.048 0 92 16 21.398 63 967 0 27 1.056 83.583 461 4.730 130 129 49,0 25,7 34,2 46,2 39,4 51,1 8 724 26 112 31 52 0 32 0 0 0 0 526 1.598 168.308 250.720 10 33,6 5,5 50,7 46,4 0,0 26 196 106 225 0 0 5 8 7 0 20.381 0 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. 1) inkl. Instandsetzung und Instandhaltung Grundinformationen Seite 35 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2012 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH* Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH* Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH* Eigenbetrieb für Arbeitsförderung* Eigenbetrieb Kindertagesstätten** FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG* Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH** Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale)** Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung Kultur Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH* Beteiligungsmanagement BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 849 0 55 401 144 14 119 29,8 7 0 3.959 3.950 7.021 89 3.069 1.304 45 39 -270 21.540 33.036 28.120 8.667 29.972 27.134 190 1.744 372 20.873 28.186 4.283 96,9 85,3 15,2 24 492 80 0 5 8 12 0 11 509 344 0 509 100,0 0 0 9 5.363 16 19.148 489 9 4.639 0 16.838 483 1 0 14 167 5 56 12.495 547 59.304 131 0 11.926 311 56.010 15 0 325 0 10.150 3 48 3.518 547 16.763 81 86,2 28,2 100,0 28,3 61,8 0 113 0 392 32 0 14 0 11 0 1.910 1.800 4.184 730 589 3.927 90 23 133 8.224 329 35.747 7.777 44 33.808 56 54 2.001 2.064 135 14.289 25,1 41,0 40,0 5 23 5 0 0 0 4.891 6.526 8.280 982 6.137 3.030 15 73 0 6.762 20.456 10.582 5.030 16.238 46 1.346 345 22 789 6.056 37 11,7 29,6 0,4 51 71 542 0 0 0 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. ** Ein geprüfter Jahresabschluss 2012 lag bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes nicht vor. Grundinformationen Seite 36 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH (EWAG) Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH 10.559 22.613 632 4.949 103.830 454.512 0 40.862 3.913 119.153 64.377 20.383 3 8 1.249 29 4.406 2.492 3.330 7.226 22.363 627 4.772 100.940 428.682 0 36.845 3.430 115.096 59.494 19.573 3 7 1.211 0 4.271 2.394 3.330 1.152 576 3 214 3.616 23.021 -39 2.437 -1.264 9.067 -1.282 1.663 -458 1 115 0 256 -305 17 67.935 5.256 79 4.999 35.743 336.424 142 140.282 17.063 444.055 36.115 10.348 385 29 659 53 4.375 1.845 673 1.260 1.054 0 4.108 1.607 235.389 0 133.462 14.828 398.688 22.448 710 3 0 293 0 3.059 45 0 0 393 0 1.060 848 22.471 0 10.134 320 17.162 12.928 530 5 0 190 0 431 57 0 3.624 2.123 25 817 25 77.917 133 108.003 731 68.898 10.338 522 313 26 197 25 1.708 22 26 5,3 40,4 31,6 16,3 0,1 23,2 93,5 77,0 4,3 15,5 28,6 5,0 81,4 91,9 29,9 47,0 39,0 1,2 3,8 60 282 37 57 63 485 0 224 32 648 0 124 2 0 3 0 1 0 0 5 12 0 0 7 51 0 7 2 70 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2.761 2.185 7.524 313.109 183.830 21.283 172.807 55,2 54 0 Grundinformationen Seite 37 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet HalleSaalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH 1) 2) 213 4.935 209 4.761 15 350 781 1.124 0 239 0 61 656 225 84,0 20,0 2 57 0 2 685 51.375 1.191 11.918 1.760 1.434 590 38.514 485 11.001 1.750 1.413 54 3.000 0 3 2 15 2.229 336.187 1.359 10.647 297 253 1.983 312.036 296 8.345 0 92 26 21.612 65 1.322 0 17 959 83.583 461 4.623 85 128 43,0 24,9 34,0 43,4 28,5 50,5 8 757 26 110 31 52 0 29 1 0 0 0 3.609 33.839 46.066 83.838 5.886 3.411 32.534 45.349 78.251 5.879 67 1 2.911 6.610 0 1.425 27.546 329.025 531.472 76.248 147 772 298.749 475.090 76.236 31 68 12.5191) 21.8782) 0 526 1.588 165.846 241.948 10 36,9 5,8 50,4 45,5 0,0 35 198 103 222 0 0 3 8 10 0 1.804 2.149 237 16.042 1.728 2.290 0 686 49 1.130 3 -5.716 11.696 20.515 155 9.264 9.812 0 1 8.397 1.019 0 0 465 6.402 17.932 63 1.974 54,7 87,4 40,5 21,3 3 0 2 7 0 0 0 0 inkl. Instandsetzung und Instandhaltung vor Abzug von Zuschüssen (381 TEUR) Grundinformationen Seite 38 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung Kultur Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH Beteiligungsmanagement BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 974 0 184 492 160 13 202 41,1 8 0 3.934 37.638 6.564 61 37.299 1.481 146 20 -1.478 23.857 31.408 29.080 8.663 29.941 28.535 72 2.886 776 23.405 28.147 4.553 98,1 89,6 15,7 24 534 78 1 9 9 1.694 4.019 486 3.695 4 37 339 37.469 41 34.394 34 1.563 111 14.156 32,9 37,8 22 6 0 0 4.474 6.313 7.169 32.282 18 5.541 15 18.093 395 545 5.539 14 722 5.692 6.081 31.341 18 4.485 0 16.462 380 344 4.041 0 -2 -2 0 37 1 -218 9 202 2 -1 -179 14 5.362 21.202 6.425 43.012 55 13.404 545 53.842 131 929 33.465 518 4.046 16.780 40 34.985 0 12.966 304 49.674 18 778 31.314 344 3.989 275 24 1.760 0 327 0 1.304 18 827 5.171 0 324 5.983 37 21.086 47 3.520 545 16.403 81 24 18.690 518 6,0 28,2 0,6 49,0 84,9 26,3 100,0 30,5 61,5 2,6 55,9 100,0 29 78 423 644 0 119 0 398 26 0 47 0 0 0 0 0 0 18 0 10 0 0 3 0 Grundinformationen Seite 39 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH (EWAG) Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 9.274 20.368 769 3.610 138.165 446.872 0 43.533 3.345 117.410 77.210 12.863 0 3 827 3.868 0 3.167 243 4.062 7.158 19.900 731 3.370 135.232 418.045 0 39.171 2.441 111.018 69.307 12.466 0 3 790 3.846 0 3.167 206 3.952 1.651 616 20 -974 2.853 25.359 -107 2.710 -1.171 -2.483 4.112 1.212 -78 0 102 102 -3 15 40 351 70.165 5.422 87 4.745 51.361 356.283 227 139.303 17.206 436.346 46.333 6.828 250 28 363 5.176 25 452 789 1.016 1.260 1.193 1 3.571 904 236.821 0 132.678 15.280 399.477 9.981 583 0 0 188 3.065 0 0 0 238 0 344 1 624 758 14.574 0 11.975 1.183 16.948 3.283 504 0 0 122 3.140 0 0 0 72 3.123 2.163 25 602 25 77.917 172 105.566 731 68.898 11.904 522 172 25 82 1.708 22 26 681 225 4,5 39,9 28,7 12,7 0,0 21,9 75,7 75,8 4,2 15,8 25,7 7,6 68,6 90,9 22,5 33,0 88,8 5,7 86,3 22,1 63 249 43 58 57 497 0 226 23 663 0 102 0 0 2 1 0 0 2 54 6 12 0 0 5 48 0 8 1 72 0 0 0 0 0 0 0 0 0 6 25.930 0 4.659 310.180 184.415 62.245 165.284 53,3 23 0 Grundinformationen Seite 40 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalkreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet HalleSaalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH 1) 2) 687 48.511 908 11.779 1.700 1.413 577 36.575 371 10.625 1.698 1.334 40 -11.508 0 -100 -14 23 2.234 339.047 1.478 10.778 273 263 2.044 311.654 367 8.241 0 101 81 26.754 65 845 0 69 905 83.583 461 4.620 82 112 40,5 24,7 31,2 42,9 30,1 42,7 8 777 26 110 30 51 0 30 1 0 0 0 5.880 37.658 46.553 83.907 5.982 6.909 34.645 45.083 78.125 5.976 147 1 2.928 9.227 6 2.092 31.435 334.934 521.434 77.609 160 914 303.174 466.507 77.597 101 107 13.9731) 26.530 2) 526 1.587 166.025 242.638 10 25,1 5,0 49,6 46,5 0,0 44 253 104 218 0 1 4 7 15 0 0 1.660 551 58 1.161 1.775 4.013 1.741 413 0 833 581 3.456 53 -181 5 -601 1 208 11.949 19.085 122 29.166 242 40.533 10.375 0 1 27.681 22 36.682 1.003 1 0 43 1 2.609 6.353 16.802 60 7.690 107 14.124 53,2 88,0 48,9 26,4 44,4 34,8 3 2 0 7 24 6 0 0 0 0 1 0 inkl. Instandsetzung und Instandhaltung vor Abzug von Zuschüssen (989 TEUR) Grundinformationen Seite 41 von 497 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung Kultur Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH Beteiligungsmanagement BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 807 0 78 455 184 45 143 31,4 7 0 3.882 37.799 6.679 63 37.466 1.205 717 -107 -1.480 26.356 30.921 31.895 8.781 28.628 31.107 143 1.804 444 25.910 28.127 6.031 98,3 91,0 18,9 24 575 73 1 14 9 2.747 6.787 7.675 31.438 6 5.018 15 17.980 303 13 5.365 10 441 6.182 4.596 30.700 6 4.112 0 16.359 299 0 3.997 0 20 302 0 1.672 1 -656 18 134 10 0 3 12 4.698 22.916 6.202 43.065 57 14.532 536 53.352 125 39 32.169 503 254 17.389 28 34.846 0 14.083 287 49.959 4 0 27.654 344 264 484 24 6.242 0 282 0 550 3 0 883 0 326 5.985 37 21.555 46 3.739 536 16.200 81 25 18.869 503 6,9 26,1 0,6 50,1 80,4 25,7 100,0 30,4 64,5 63,0 58,7 100,0 31 79 461 654 0 116 0 400 21 0 41 0 0 0 0 0 0 16 0 7 0 0 1 0 Grundinformationen Seite 42 von 497 2.6 ERLÄUTERUNGEN BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHER FACHBEGRIFFE Grundinformationen Seite 43 von 497 Abschreibung Über die Abschreibung soll die Wertminderung abgebildet werden, die im Laufe der Nutzung der Vermögensgegenstände (in der Regel das Anlagevermögen eines Unternehmens) eintritt. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand abgebildet. Die Abschreibungen werden nicht liquiditätswirksam. Abschreibungsursachen (Abschreibungsgründe) Technische Ursachen können in gewöhnlichem Verschleiß oder in außergewöhnlichem Verschleiß (Katastrophenverschleiß) liegen. Als wirtschaftliche Ursachen kommen Nachfrageverschiebungen und Fehlinvestitionen sowie Ineffizienz in Frage. Rechtliche Ursachen können auf Entwertung durch gesetzgeberische Maßnahmen, auf dem zeitlichen Ablauf von Verträgen (Miet-, Pacht-, Leasing-, Franchiseverträge) oder Schutzrechten (Konzessionen, Patente, Lizenzen, Musterschutz) beruhen. Abschreibungsarten Im Handelsrecht unterscheidet man planmäßige Abschreibungen (im Voraus in einem Abschreibungsplan festgelegte Abschreibungen) und außerplanmäßige Abschreibungen. Das Steuerrecht subsumiert unter Abschreibungen sechs Unterarten: Absetzung für Abnutzung (AfA) und Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung (AfaA), Absetzung für Substanzverringerung (AfS), erhöhte Absetzungen, Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter, Sonderabschreibungen und Teilwertabschreibungen. Abschreibungsmethoden Die lineare Abschreibung verteilt die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten gleichmäßig auf die voraussichtlichen Nutzungsjahre. Die degressive Abschreibung verteilt die entsprechenden Beträge in fallenden Raten über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Eine Kombination der degressiven und der linearen Abschreibung ist unter bestimmten Bedingungen zulässig. Seltener wird eine Leistungsabschreibung verwendet, welche die Abschreibungen nach der verbrauchten Leistungsmenge bei einer vorher definierten Gesamtleistung ermittelt. Abschreibungen (Bedeutung) Abschreibungen mindern als Aufwand den ausgewiesenen Gewinn, der u. a. für Ausschüttungen und Steuerzahlungen maßgeblich ist. Durch die Wahl der Abschreibungsmethode und die Schätzung der betrieblichen Nutzungsdauer lässt sich der auszuweisende Periodengewinn beeinflussen. Damit wird den Unternehmen ein Bewertungsspielraum eingeräumt, durch den ein Unternehmen u. a. die Möglichkeit besitzt, stille Rücklagen (stille Reserven) zu bilden. Grundinformationen Seite 44 von 497 Anlagevermögen Das Anlagevermögen bezeichnet die Teile des Vermögens eines Unternehmens, die nicht zur Veräußerung bestimmt sind und die dem Betriebszweck dauerhaft dienen. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme (Vermögensstruktur) ist in der Regel in der Industrie erheblich höher als im Handel. Die Finanzierung des Anlagevermögens sollte mit langfristig dem Unternehmen zur Verfügung stehendem Kapital erfolgen (Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital). Anlagevermögen (Zusammensetzung) Das Anlagevermögen unterteilt sich in immaterielle Vermögensgegenstände (z. B. Konzessionen, Firmenwert, geleistete Anzahlungen), Sachanlagen (z. B. Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) und Finanzanlagen (z. B. Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens). Der Verbrauch bzw. Verschleiß des Anlagevermögens wird über Abschreibungen oder Wertberichtigungen abgebildet. Cashflow Der Cashflow gibt den in einer Periode erwirtschafteten Zahlungsmittelüberschuss an. Dieser steht dem Unternehmen u. a. für Investitionen, Kredittilgung und Ausschüttungen zur Verfügung. Er ist Indikator für die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Cashflow (Berechnung) Die Grundlage für die Berechnung des Cashflows bildet das Jahresergebnis. Dieses wird um die nicht liquiditätswirksamen Aufwands- und Ertragspositionen bereinigt. In der Mehrzahl der Fälle wird der Cashflow hinreichend genau aus dem Jahresergebnis zuzüglich der Abschreibungen ermittelt. Sofern von Relevanz, können zusätzlich die Veränderungen der Rückstellungen und die Auflösung des Sonderpostens zur Ermittlung des Cashflow herangezogen werden. Cashflow (Beurteilung) Die Cashflow-Analyse erlaubt gute Einsichten in die Aktivitäten eines Unternehmens. Weil die Cashflow-Analyse aber historische Daten verarbeitet, ist ihr Prognosewert begrenzt. Grundinformationen Seite 45 von 497 Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) Die GuV ist eine Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen einer Periode zur Ermittlung des Jahresergebnisses und der Darstellung seiner Quellen. Sie ist Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses von Kaufleuten (§ 242 Abs. 3 HGB). Die GuV kann in Konto- oder Staffelform aufgestellt werden. Wegen der größeren Übersichtlichkeit ist für Kapitalgesellschaften die Staffelform zwingend vorgeschrieben (§ 275 Abs. 1 HGB). Dabei kann von ihnen entweder das Gesamtkostenverfahren oder das Umsatzkostenverfahren angewendet werden. Investition Zielgerichtete, in der Regel langfristige Kapitalbindung zur Erwirtschaftung zukünftiger Erträge. Nach ihrem Zweck ist zwischen Gründungs-, Ersatz-, Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestition zu unterscheiden, wobei sich diese Zwecke zum Teil auch gegenseitig überlagern. Nach der Art kann zwischen Realinvestition (z. B. in Betriebs- und Geschäftsausstattung), Finanzinvestitionen (z. B. Beteiligungen an anderen Unternehmen) und immateriellen Investitionen (z. B. Software) unterschieden werden. Jahresergebnis/Bilanzergebnis Begriff der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) (§ 275 HGB) sowie der Bilanz (§ 266 HGB) von Kapitalgesellschaften. Das Jahresergebnis ergibt sich als Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen eines Geschäftsjahres. Ein Jahresüberschuss ergibt sich aus einer positiven Differenz, ein Jahresfehlbetrag aus einer negativen. Bei der Ermittlung des Jahresergebnisses werden Gewinn-/Verlustvortrag, Entnahmen aus bzw. Einstellungen in Rücklagen nicht berücksichtigt. Zur Ermittlung des Bilanzergebnisses wird der Jahresüberschuss unter Berücksichtigung der Ergebnisverwendung aufgestellt. In der GuV werden in diesem Fall unterhalb des Jahresergebnisses zusätzlich Ausschüttungen, Entnahmen oder Einstellungen aus bzw. in Rücklagen und der Gewinn- oder Verlustvortrag eingerechnet. Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) Die RAP dienen der zeitlichen Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben und somit der periodengerechten Erfolgsermittlung. Sie beinhalten Geschäftsvorfälle, die im alten Jahr zu Ausgaben bzw. Einnahmen geführt haben, deren Ergebniswirkung jedoch eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag eintritt. Man unterscheidet in den aktiven RAP (auf künftige Jahre zuzurechnender Aufwand) und passiven RAP (auf künftige Jahre zuzurechnende Erträge). Grundinformationen Seite 46 von 497 Rückstellungen Rückstellungen sind nach dem Handelsrecht Verbindlichkeiten, Verluste oder Aufwendungen, die hinsichtlich ihrer Entstehung oder Höhe ungewiss sind. Durch die Bildung der Rückstellungen sollen die später zu leistenden Ausgaben den Perioden zugerechnet werden, in denen sie wirtschaftlich verursacht wurden. Rückstellungen werden u. a. für Instandhaltungen, Prozesse, Garantieverpflichtungen und Pensionen gebildet. Üblich sind Rückstellungen für weitere Aufwendungen, die dem Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnen sind. Alle Rückstellungen sind bei Inanspruchnahme oder Wegfall des Grundes aufzulösen. Sonderposten Der Sonderposten stellt für das Unternehmen eine unversteuerte Rücklage dar, der erst bei seiner Auflösung das steuerliche Ergebnis wieder erhöht. Die Auflösung des Sonderpostens richtet sich nach den steuerrechtlichen Vorschriften. Im Fall von kommunalen Unternehmen enthält der Sonderposten häufig die für Investitionen in das Anlagevermögen erhaltenen Fördermittel und Zuschüsse. Der Sonderposten wird in diesem Fall analog der Abschreibung über den Nutzungszeitraum des Anlagevermögens ertragswirksam aufgelöst. Sonderverlustkonto Regelung gemäß § 17 Abs. 4 DM-Bilanz-Gesetz im Zusammenhang mit der Bilanzerstellung in den neuen Bundesländern nach der Währungsumstellung: Bei erstmaliger Erstellung der Eröffnungsbilanz wurden die gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB zu bildenden Rückstellungen auf der Aktivseite in einem Sonderverlustkonto gesondert ausgewiesen. Der dort aktivierte Betrag wurde/wird in den Folgejahren in dem Umfang abgeschrieben, in dem Aufwendungen zur Erfüllung der zurückgestellten Verpflichtungen entstehen. Umlaufvermögen Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen. Es enthält die Vermögensgegenstände, die relativ kurzfristig verbraucht bzw. umgesetzt werden, z. B. Vorräte, Forderungen, Bankguthaben, Schecks (Gegensatz: Anlagevermögen). Grundinformationen Seite 47 von 497 Verlustvortrag Einkommens- und körperschaftsteuerrechtlicher Begriff. Durch den Verlustvortrag können die im Verlustentstehungsjahr nicht anrechnungsfähigen Verluste in den folgenden Veranlagungszeiträumen als Sonderausgaben vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Negative Einkünfte (Verluste) können bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens abgezogen werden (Verlustabzug). Dadurch wird verhindert, dass die Steuerpflichtigen Einkommensteuer auf ihre Gewinne aus einer ihrer Tätigkeiten zahlen müssen, wenn sie die entsprechenden Beträge in Wahrheit längst durch eine andere Betätigung verloren haben und deshalb über gar keine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mehr verfügen, die sie zur Steuerzahlung befähigen können. Verluste aus einer Einkunftsart sind zunächst vorrangig mit Gewinnen aus derselben Einkunftsart zu saldieren (sog. horizontaler Verlustausgleich). Soweit hiernach noch Verluste nicht berücksichtigt worden sind, sind sie mit den Einkünften aus anderen Einkunftsarten zu verrechnen (vertikaler Verlustausgleich). Bleibt auch nach diesem Verrechnungsschritt noch ein Verlustüberhang übrig, findet ein Ausgleich mit dem Einkommen des vorigen Veranlagungszeitraums statt (Verlustrücktrag) und, wenn auch dann noch Verluste nicht ausgeglichen werden konnten, kommt es zur Verrechnung mit dem Einkommen folgender Jahre (Verlustvortrag). (Quelle: Gabler-Wirtschafts-Lexikon, 16. Auflage 2004, Wiesbaden: Gabler) Grundinformationen Seite 48 von 497 2.7 ERLÄUTERUNGEN DER BILANZ- UND LEISTUNGSKENNZAHLEN Grundinformationen Seite 49 von 497 Umsatzrentabilität Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung x 100 Umsatzerlöse Kennzahlen-Aussage Die Kennzahl zeigt auf, welcher Prozentsatz des Umsatzes nach Abzug aller Kosten, des Finanzergebnisses, Steuern und außerordentlicher Positionen dem Unternehmen als Gewinn zufließt. Die Umsatzrendite ist insbesondere innerhalb der Unternehmung für den Vergleich einzelner Konzerneinheiten eine sinnvolle Größe, um zu beurteilen, welcher Teilbereich welche Rendite erwirtschaften konnte. Somit lassen sich rentable von unrentablen Geschäftseinheiten unterscheiden. Kennzahlen-Herkunft Der Gewinn kann aus der Gewinn- und Verlustrechnung entnommen werden, ebenso die Umsatzerlöse. Eigenkapitalrentabilität Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung x 100 bilanzielles Eigenkapital (bereinigt um Bilanzgewinn/Bilanzverlust) Kennzahlen-Aussage Die Rendite gibt Aufschluss, in welcher Höhe das von den Aktionären zur Verfügung gestellte Kapital verzinst wurde. Die Eigenkapitalrendite ist bei konstantem Gewinn umso höher, je niedriger das eingesetzte Eigenkapital ist (Leverage Effekt). Ziel eines Unternehmens muss es sein, eine Rentabilität zu erwirtschaften, die dem Kapitalmarktzins plus einer branchenabhängigen Risikoprämie (in der Regel zwischen 5-10 %) entspricht. Kennzahlen-Herkunft Das Jahresergebnis kann aus der Gewinn- und Verlustrechnung und das Eigenkapital aus der Bilanz entnommen werden. Grundinformationen Seite 50 von 497 Cashflow Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung + Abschreibungen auf Anlage- und Umlaufvermögen + Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes + Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens = Cashflow Kennzahlen-Aussage Der Cashflow ist eine Kennzahl, die angibt, welchen Mittelzufluss ein Unternehmen in einer Periode aus dem Umsatzprozess erwirtschaftet hat und was somit unterjährig für Investitionen, Tilgungszahlungen oder Gewinnausschüttungen zur Verfügung steht (Finanzmittelüberschuss). Er ist ein Maßstab für die Selbstfinanzierungskraft eines Unternehmens und zeigt die finanzielle Flexibilität und finanzielle Unabhängigkeit von außenstehenden Geldgebern an. Ein niedriger Cashflow führt zu einer Schwächung des Eigenkapitals, somit zu einem erhöhten Verschuldungsgrad und schließlich zwangsläufig zu einer wachsenden Zinslast. Das Wachstumspotential des Unternehmens wird eingeschränkt. Kennzahlen-Herkunft Die für den Cashflow relevanten Angaben sind aus der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz ersichtlich. Gesamtleistung je Mitarbeiter Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen + sonstige betriebliche Erträge Mitarbeiterzahl (ohne Auszubildende) im Jahresdurchschnitt Kennzahlen-Aussage Die Gesamtleistung je Beschäftigtem gibt den Anteil eines Beschäftigten an der Gesamtleistung des Unternehmens in einer bestimmten Periode an. Kennzahlen-Herkunft Die Zahlen sind aus der Buchhaltung sowie der Personalwirtschaft ersichtlich. Grundinformationen Seite 51 von 497 Personalaufwandsquote Personalaufwand x 100 Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen + sonstige betriebliche Erträge Kennzahlen-Aussage Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Personal- und Arbeitsintensität des Unternehmens. Sie stellt eine wichtige Kennzahl dar, da Personalkosten fixe Kosten sind und problematisch werden, wenn die Erlöse sinken. Kennzahlen-Herkunft Neben dem reinen Personalaufwand sind die Pensionsrückstellungen zu berücksichtigen sowie die sozialen Abgaben. Ein kalkulatorischer Unternehmerlohn wird dagegen nicht berücksichtigt. Sachanlagenintensität Sachanlagen x 100 Bilanzsumme Kennzahlen-Aussage Die Sachanlagenintensität beschreibt die Beziehung zwischen Sachanlage- und Gesamtvermögen. Je höher die Anlagenintensität, desto länger ist die zeitliche Bindung finanzieller Mittel und desto höher sind i. d. R. die damit verbundenen Fixkosten. Die Kennzahl gibt Aufschluss über die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an veränderte Marktbedingungen. Bei Betrachtung der Anlagenintensität ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens zu berücksichtigen. Kennzahlen-Herkunft Die benötigten Informationen erhält man aus der Bilanz. Grundinformationen Seite 52 von 497 Eigenkapitalquote bilanzielles Eigenkapital x 100 Bilanzsumme Kennzahlen-Aussage Diese Kennzahl sagt aus, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist. Sie wird zur Beurteilung der Kapitalkraft des Unternehmens herangezogen. Je höher die Eigenkapitalquote, umso größer ist prinzipiell die Ausgleichsmöglichkeit durch Eigenkapital von eingetretenen Verlusten der Unternehmung. Kennzahlen-Herkunft Unter dem Begriff Eigenkapital ist zusammenzufassen: das (gezeichnete) Kapital, Kapital- und/oder Gewinnrücklagen, Gewinnvortrag und Jahresüberschuss. Alle Angaben sind aus der Bilanz abzulesen. Fremdkapitalquote (Bilanzsumme-bilanzielles Eigenkapital) x 100 Bilanzsumme Kennzahlen-Aussage Diese Kennzahl gibt Auskunft darüber, wie hoch der Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital ist. Die Fremdkapitalquote lässt Rückschlüsse auf die finanzielle Stabilität eines Unternehmens zu. Kennzahlen-Herkunft Aus der Bilanz kann die Höhe der Bankverbindlichkeiten entnommen werden, ferner alle Verbindlichkeiten, Sonderposten und Rückstellungen. Grundinformationen Seite 53 von 497 3.0 EINZELBERICHTERSTATTUNG Unternehmenszusammenschluss Ver- und Entsorgung Verkehr Wohnungswirtschaft Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Kultur Beteiligungsmanagement Einzelberichterstattung Seite 54 von 497 3.1 UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Unternehmenszusammenschluss Seite 55 von 497 Stadtwerke Halle GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30.000 T€ Stadt Halle (Saale) 30.000 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die kommunalwirtschaftliche Betätigung, insbesondere die Versorgung der Bevölkerung mit Elektrizität, Gas, Fernwärme und Wasser, die Abfallbeseitigung einschließlich der Sammlung, Verwertung, Behandlung und Deponierung von Abfällen, der Hafenbetrieb, der öffentliche Personennahverkehr einschließlich des Betriebs von Tiefgaragen und der Parkraumbewirtschaftung, die Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen, sowie die Betätigung im Bäder- und Freizeitbereich. Zum Gegenstand des Unternehmens gehören auch der Erwerb und das Halten von Beteiligungen an kommunalwirtschaftlichen Unternehmen der Stadt Halle (Saale) sowie die Ausübung einer Geschäftsleitungsfunktion gegenüber Beteiligungsgesellschaften. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Unternehmensgegenstand unmittelbar und mittelbar gefördert werden kann. Sie kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben anderer Unternehmen bedienen. Öffentlicher Zweck: Als Holdinggesellschaft für Unternehmen der Energieversorgung ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Vorsitzender Lux, Matthias Girard, Francois Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias Arbeitsdirektor Walther, René (bis 30.11.2012) Aufsichtsrat Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 56 von 497 Aufsichtsrat Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 28 31.12.2010 T€ 29 (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) Aufsichtsrat 33 c) Beteiligungen unmittelbar Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Bäder Halle GmbH Energieunion GmbH Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Verkehrs-AG Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH HAL Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Halle mbH i. L. Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Maya mare GmbH & Co. KG M-Exchange AG RAB Halle GmbH RPL Recyclingpark Lochau GmbH i. L. Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH Trianel GmbH T€ 30 131 300 150 52 10.250 13 26 512 51.200 10.000 8 150 250 8.426 7 300 38 25 26 317 % 100,00 23,90 100,00 3,41 20,00 100,00 50,00 100,00 100,00 100,00 100,00 30,00 50,00 100,00 82,40 7,00 100,00 75,10 100,00 100,00 1,59 Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 57 von 497 mittelbar ARGE "Elektronisches Personenstandsregister Sachsen-Anhalt (ePR-LSA)" beka ebusiness GmbH beka GmbH Cives Dienste GmbH Energiefinanz GmbH Energieversorgung Halle Netz GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH GESY Green Energy Systems GmbH HAL-Arbeitsförderungsgesellschaft mbH Halle (Saale) i. L. Maya mare GmbH & Co. KG Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH Netzleitung Lünen GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Trianel Energie B.V. Trianel Erdgasförderung Nordsee GmbH & Co. KG Trianel Erdgasförderung Nordsee Verwaltungs GmbH Trianel Finanzdienste GmbH Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG Trianel Gaskraftwerk Hamm Verwaltungs GmbH Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG Trianel Gasspeicher Epe Verwaltungs GmbH Trianel Kohlekraftwerk Krefeld Verwaltungs GmbH Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG Trianel Kohlekraftwerk Lünen Verwaltungs GmbH Trianel Service GmbH Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG Trianel Windkraftwerk Borkum Verwaltungs GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH T€ 15 1 2 25 27 25 29.250 % 50,00 0,50 0,63 100,00 3,41 100,00 22,88 25,00 41,36 1 8 1.278 833 8 9 25 0 15 13 26 0,40 30,00 12,50 33,33 33,33 11,82 100,00 0,05 51,00 50,00 51,00 1,59 1,59 0 40 1,59 1,59 0,10 0 1,59 0,12 0 0 1,59 1,59 0,10 0 5 1,59 1,27 0,04 0 153 26 1,59 60,00 100,00 Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 58 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 68 32 0 2010 % 59 41 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 191.375 91.532 71 T€ 183.830 129.024 255 T€ 184.415 125.626 139 % 59 41 0 T€ 7.545 -37.492 -184 % 4 -29 -72 Bilanzsumme 282.978 100 313.109 100 310.180 100 -30.131 -10 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 173.013 14.919 95.046 % 61 5 34 T€ 172.807 5.126 135.176 % 55 2 43 T€ 165.284 8.014 136.882 % 53 3 44 T€ 206 9.793 -40.130 % 0 191 -30 Bilanzsumme 282.978 100 313.109 100 310.180 100 -30.131 -10 Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 59 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Aufwendungen aus Verlustübernahmen Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust Ausschüttung und 3.257 12.990 5.323 114 18.192 34.793 214 133 884 1.306 23.405 1.134 2.797 1.341 -1.341 1.252 -2 206 7.524 7.524 206 2011 T€ 2.185 577 4.465 86 5.661 37.024 940 143 1.452 1.569 21.705 1.829 7.006 1.417 -1.417 -1.938 3 7.524 4.659 4.659 7.524 2010 T€ 25.930 2.822 87 4.512 26.586 8.002 150 1.482 15.162 28.986 1.219 9.362 1.075 -1.075 2.825 803 4.659 144.597 71.597 4.659 73.000 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 6,31 0,12 23.724 217 32,76 2011 344,35 4,55 29.315 51 161,70 2,90 33.731 1.127 10,88 2010 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,16 61,14 38,86 31.12.2011 0,14 55,19 44,81 31.12.2010 0,17 53,29 46,71 Angaben in % % % Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 60 von 497 ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 61 von 497 e) Lagebericht Die Stadtwerke Halle GmbH (SWH) ist für ihr Beteiligungsportfolio und dessen strategische Steuerung und Koordination tätig. Das Beteiligungsportfolio der SWH erstreckt sich auf die Geschäftsfelder Energie, Wasser und Entsorgung, Mobilität und kommunalnahe Services. Die Organisation der SWH gliedert sich in die Struktureinheiten Recht, Personal, Konzernkommunikation, Projektentwicklung, Konzerncompliance/Konzernrevision, Unternehmensentwicklung sowie Konzerncontrolling (Rechnungswesen, Controlling, Steuern, Finanzen/Cash-Pool). Im Jahr 2012 waren durchschnittlich 75 Mitarbeiter beschäftigt. 1. 1.1. Veränderungen im Unternehmen Personalbereich Mit dem Übergang von Mitarbeitern des Personalbereichs der HAVAG zum Personalbereich der SWH wurde das Projekt der Zentralisierung von personalwirtschaftlichen Ressourcen auf Ebene der Holding erfolgreich abgeschlossen. Zusätzlich zu der damit intendierten Nutzung von operativen Effizienzvorteilen für die gesamte SWH-Gruppe liegt der Schwerpunkt des zentralen Personalbereiches in der an den strategischen Zielen der Gruppe ausgerichteten Entwicklung und Förderung von Nachwuchskräften (Talentpool) und in der damit korrespondierenden Führungskräfteentwicklung. 1.2. Führungsstruktur Im Anschluss an die im Vorjahr vollzogene Umstrukturierung des Beteiligungsportfolios der SWH in die Geschäftsfelder „Energieversorgung und Energieeffizienzdienstleistungen“ (kurz: Energie), „Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallentsorgung und Sekundärrohstoffe“ (kurz: Wasser und Entsorgung), „Öffentlicher Personennahverkehr, Mobilität und Logistik“ (kurz: Mobilität) und „Kommunale Infrastrukturdienstleistungen und interne Dienste“ (kurz: Services) wurde im Geschäftsjahr mit der Neubesetzung der Geschäftsführungen in den Geschäftsfeld-Führungsgesellschaften begonnen und im ersten Quartal des Jahres 2013 abgeschlossen. Die EVH GmbH als Geschäftsfeldführungsgesellschaft für das Geschäftsfeld Energie wird zukünftig von Herrn Olaf Schneider geleitet. Herr Jörg Schulze ist als neuer Geschäftsführer der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH für das Geschäftsfeld Wasser und Entsorgung verantwortlich, während das Geschäftsfeld Mobilität vom neuen Vorstand der Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG), Herrn Vinzenz Schwarz, geführt wird. Im Zuge der vorgenannten Änderungen in der Führungsstruktur ist Herr François Girard aus der Geschäftsführung der SWH ausgeschieden. 1.3. Unternehmensentwicklung Mit Beginn des Geschäftsjahres 2013 hat die neue Struktureinheit Unternehmensentwicklung der Holding ihre Arbeit aufgenommen. Schwerpunkt der Unternehmensentwicklung bildet die Koordination und Umsetzung von operativen und strategischen Projekten der SWH-Gruppe und von gemeinsamen Projekten mit der Stadt Halle (Saale). 2. 2.1. Rahmenbedingungen Wirtschaftliche Entwicklung Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozent. Damit lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: + 4,0 Prozent, 2011: +3,1 Prozent). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 Prozent) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit dem Jahr 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 Prozent und für Sachsen-Anhalt mit 0,1 Prozent ausgewiesen wurden. 2.2. Arbeitsmarkt Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozent-Punkte auf 6,8 Prozent. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozent-Punkte auf 10,7 Prozent verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 62 von 497 2.3. Bevölkerungsentwicklung Bereits zum dritten Mal in Folge war in der Stadt Halle (Saale) ein Zuwachs der Bevölkerung zu verzeichnen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von Ende 2010 bis zum Ende 2011 betrug 808 Einwohner. 2.4. Umfeldentwicklungen Die Unternehmen der Stadtwerke-Gruppe sind sachlich und räumlich in unterschiedlichen Märkten tätig. Die Märkte weisen wegen fortgesetzt hoher Wettbewerbsintensitäten, steigendem Erlös- und Kostendrucks sowie hoher Qualitätsanforderungen vergleichbare Entwicklungsmuster auf. Außerdem haben die Volatilitäten auf den Rohstoffmärkten weiterhin eine hohe Relevanz für die Erfolgsposition der Stadtwerkegruppe. In erster Linie bezog sich dieses auf die Energie-, Wertstoff- und Wasserpreise. Bezugsseitig hatten die Preisentwicklungen für Energien, Wasser und Kraftstoffe bedeutenden Einfluss auf die Kostenentwicklung der Gruppe bei geringeren Preiswälzungsspielräumen aufgrund der höheren Wettbewerbsintensität. Besonderes Augenmerk galt der Entwicklung in der Stromerzeugung. Wegen der EEG-Förderung nahm der Anteil regenerativer Energieträger und wegen des rapiden Preisverfalls bei CO2-Zertifikaten der Anteil der Stein- und Braunkohle an der Stromerzeugung zu. In Folge dessen gerieten Gaskraftwerke unter Ertragsdruck. Zusätzlich zu den vorgenannten Entwicklungen hatte die SWH auch die Ergebnisanforderungen der Gesellschafterin zu beachten, welche weiterhin auf eine vollständige Finanzierung der Zuschuss- und Verlustbetriebe aus Eigenmitteln der Gruppe abzielen. 3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Die Stadtwerke Halle GmbH schließt das Geschäftsjahr 2012 mit einem Jahresüberschuss (nach Steuern) von 0,2 Mio. € ab. Das Ergebnis lag leicht unter den Erwartungen der Planung, war jedoch wesentlich von einmaligen Effekten beeinflusst. Mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2012 konnte die SWH zum dritten Mal in Folge den Finanzierungsbedarf für den ÖPNV aus eigener Kraft, d.h. ohne Inanspruchnahme städtischer Haushaltsmittel, sicherstellen. 3.1. Ertragslage Die Umsatzerlöse betrugen 3,3 Mio. € und erstreckten sich im Wesentlichen auf Weiterberechnungen gegenüber Tochterunternehmen für Managementleistungen, Personalmanagement- und Revisionsleistungen. Der Anstieg zum Vorjahr war hauptsächlich Folge der weiteren Zentralisierung von Serviceleistungen auf Ebene der Holding. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 13 Mio. €. Hintergrund des zum Vorjahr markanten Anstieges waren hauptsächlich die Erträge aus der Zuschreibung des Beteiligungsbuchwertes an der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS). Die in den Vorjahren eingeleiteten Maßnahmen zur Optimierung der Ertragslage der HWS führten zu Ergebnisverbesserungen bei gleichzeitiger Stabilität der Preise. Die im Jahr 2009 vorgenommene Abschreibung des Beteiligungsbuchwertes konnte somit aufgeholt werden. Der Anstieg im Vorjahresvergleich um 0,9 Mio. € beim Personalaufwand war im Wesentlichen auf die weitere Zentralisierung des Personalbereiches in der Holding und zudem auf Tariferhöhungen zurückzuführen. Die Abschreibungen auf Sachanlagevermögen betrafen die Geschäftsausstattung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Vorjahresvergleich deutlich um 12,5 Mio. €. Hintergrund dieses Anstieges war die Wertberichtigung von Forderungen der SWH gegenüber dem mit VNG geführten Gemeinschaftsunternehmen Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH (KWT). Anders als geplant, konnte die KWT die erneuerte Gasturbinenanlage im Jahr 2012 noch nicht in Dauerbetrieb nehmen, weshalb Erträge aus der KWK-Förderung ausblieben. Dieses führte zu Liquiditätsengpässen, welche durch Maßnahmen der Gesellschafter geschlossen wurden. Die Maßnahmen greifen zunächst für die nächsten beiden Folgejahre. Nach diesem Zeitraum ist die Ertragslage der KWT von der Margenentwicklung in der Stromerzeugung abhängig. Mit Wertberichtigungen wurden zukünftig nicht auszuschließende Risiken nach Maßgabe des kaufmännischen Vorsichtsprinzips bereits im Jahresabschluss 2012 zugunsten zukünftiger Geschäftsjahre antizipiert. Die Erträge aus Beteiligungen resultierten hauptsächlich aus Ausschüttungen der A/V/E und der Trianel. Die aus Gewinnabführungsverträgen erzielten Erträge erreichten im Geschäftsjahr 2012 35,8 Mio. € und lagen um 2,2 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Über den Erwartungen liegende Ergebnisabführungen erreichten die EVH und die HWS. Der Vorjahreswert ist von Einmaleffekten bei der HAVAG mit einem Jahresüberschuss von 3,0 Mio. € beeinflusst. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 63 von 497 Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens waren bei HAVAG und KWT erforderlich. Die von der SWH als verdeckte Einlage in die HAVAG geleisteten Betriebskostenzuschüsse in Höhe von 19,7 Mio. € wurden in voller Höhe abgeschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr (21,0 Mio. €) konnte der Betriebskostenzuschuss gesenkt werden. Das Zinsergebnis verringerte sich leicht um 0,4 Mio. €. In Folge der längeren Fristigkeit gingen die Darlehenszinsen weniger zurück als die Ertragszinsen aus zumeist kurzfristiger Anlage. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme resultierten im Wesentlichen aus der Übernahme der Verluste der Hafen Halle GmbH und der HAVAG. 3.2. Vermögenslage und Finanzlage Die Bilanzsumme der Stadtwerke verringerte sich im Vorjahresvergleich um 30,1 Mio. € auf 283,0 Mio. €. 3.2.1. Aktiva Das Anlagevermögen stieg um 7,5 Mio. €, was hauptsächlich auf die Anpassung der Bewertungsansätze für die HWS zurückzuführen ist. Die im Umlaufvermögen ausgewiesenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrafen hauptsächlich die Forderungen aus Ergebnisabführungen gegen die in die ertragsteuerliche Organschaft einbezogenen Tochterunternehmen. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr korrespondiert mit den Ergebnisveränderungen der Tochterunternehmen. Die Wertpapiere waren zum Stichtagswert auszuweisen. Die Bankguthaben ergaben sich hauptsächlich aus den Stichtagsguthaben der im Cash-Pool einbezogenen Tochterunternehmen und der SWH. Der Rückgang zum Vorjahr spiegelte die Gesamtliquidität der Gruppe wider. 3.2.2. Passiva Das Eigenkapital der Gesellschaft stieg leicht in Höhe des Bilanzgewinns auf 173,0 Mio. €. In die anderen Gewinnrücklagen der Gesellschaft wurde der ausgewiesene Vorjahresgewinn in Folge der Thesaurierung eingestellt. Die Rückstellungen der Gesellschaft stiegen deutlich gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Mio. € an. Maßgeblich hierfür waren die in den sonstigen Rückstellungen wirkenden Maßnahmen im Zusammenhang mit der KWT. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stehen der Aufnahme eines Darlehens planmäßige Tilgungen gegenüber. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassten die zum Stichtag bei der Holding gebündelten Cash-Pool-Bestände der Tochterunternehmen, die hierüber jederzeit verfügen können. Der Rückgang der Verbindlichkeiten korrespondiert wesentlich mit der insgesamt geringeren Liquidität innerhalb des Cash-Pools. In Folge der durch geringere Liquiditätsvorhaltung gesunkenen Bilanzsumme stieg die Eigenkapitalquote der Stadtwerke deutlich an. Im Vergleich zum Vorjahr (55,2 %) ergab sich eine Eigenkapital-Quote von 61,1 %. 4. Finanz- und Risikomanagement Die Gesellschaft hat sowohl für die eigenen, als auch für die Darlehensaufnahmen der verbundenen Unternehmen konzerneinheitliche Rahmenbedingungen in einer Finanzierungsrichtlinie niedergelegt. Inhalt der Finanzierungsrichtlinie ist die konzernweite Vereinheitlichung von Sicherungsinstrumenten und weiteren Vertragsbedingungen, welche im Rahmen von Kreditgeschäften eingegangen werden dürfen. Bei der SWH kommt ein aktives Zinsmanagement zur Anwendung, in dem Zinssicherungsinstrumente ausschließlich zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken eingesetzt werden dürfen. Ein spekulativer Handel mit Finanzderivaten erfolgt nicht. Nach den Richtlinien für Geldanlagen der Stadtwerke wurden Geldanlagen (auch innerhalb des Cash-Pools) nur bei einlagengesicherten Banken getätigt. Bankenausfälle, wie sie im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008 zu verzeichnen waren, würden insofern zum Risiko eines vorübergehenden Liquiditätsausfalles (bis zur Ersatzleistung durch die Sicherungsfonds) führen. Zur Minderung dieses Risikos erfolgte seit dem Jahr 2008 – so auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 – eine breitere Streuung der Geldanlagen zu jeweils geringeren Anlagebeträgen. In das Risikomanagement der Stadtwerke Halle GmbH sind alle wesentlichen Beteiligungsgesellschaften einbezogen. Die Identifikation und Bewertung von Risiken sowie die Überwachung von Maßnahmen zur Risikofrüherkennung und zur Risikobegegnung erfolgen nach einem einheitlichen System. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 64 von 497 Gegenwärtig bestehen keine den Bestand der SWH gefährdenden Risiken. 5. Chancen, Risiken und Ausblick Die Stadtwerke Halle GmbH ist über die bestehenden Beherrschungs- bzw. Ergebnisabführungsverträge mittelbar mit den Chancen und Risiken der Tochterunternehmen verbunden. Die Geschäftsführung beurteilt die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft vor dem Hintergrund eines weiter anhaltenden bzw. steigenden Ertrags- und Kostendrucks in nahezu allen Geschäftsfeldern. Dieses wird weit überwiegend auf die weiter zunehmenden Wettbewerbsintensitäten zurückgeführt. Zudem werden in den wieder anziehenden Rohstoffpreisen sowie speziell in der Entwicklung der Energieerzeugung zu ungunsten gasbefeuerter Anlagen die Vorboten eines weiter zunehmenden Margendrucks gesehen. Der derzeitige energiewirtschaftliche Rechtsrahmen und die damit intendierte Absenkung der Marktzutrittsbarrieren bietet sowohl Chancen für das eigene überregionale Geschäft als auch Risiken aus einem erleichterten Markteintritt von Mitbewerbern im Stadtgebiet Halle (Saale). Für das Geschäftsfeld Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallentsorgung und Sekundärrohstoffe werden in den nächsten Jahren weitere Rückgänge der erlöswirksamen Mengen in den Sparten Wasser, Abwasser und Abfallentsorgung wegen des prognostizierten Bevölkerungsrückgangs und wegen des weiterhin sparsamen Verbrauchsverhaltens erwartet. Darüber hinaus sind im Rahmen des Stadtumbaus weitere Aufwendungen aus dem Rückbau und der Stilllegung von Anlagen nicht auszuschließen. Die Zulässigkeit von öffentlichen Zuschüssen und von Inhouse-Geschäften sowie die bestehenden beihilferechtlichen Regelungen führen ebenso wie die europäische Marktöffnung im Geschäftsfeld Öffentlicher Personennahverkehr, Mobilität und Logistik zu absehbaren Wettbewerbsrisiken, welche weiterhin eine Anpassung der Kostenstrukturen an ein wettbewerbsfähiges Niveau erforderlich machen. Die das Marktumfeld der SWH-Konzernunternehmen prägenden volatilen Märkte können zu ungeplanten Abweichungen der Erträge bei der SWH führen und somit die auf Planwerten beruhenden Finanzzusagen der SWH beeinflussen. In Hinblick auf die vorgenannten Entwicklungen liegt der Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung des Beteiligungsportfolios auch zukünftig in der Identifikation unternehmensübergreifende Optimierungsmöglichkeiten und in der Entwicklung und Umsetzung daraus resultierender Maßnahmenpakete. Hierzu zählen sowohl konzerninterne Projekte und Maßnahmen als auch externe Kooperationen und Anteilserwerbe. Für das Geschäftsjahr 2013 wird von einem handelsrechtlichen Verlust von rund 6 Mio. € ausgegangen. Hintergrund sind voraussichtlich sinkende Ergebnisbeiträge des Geschäftsfeldes Energie als Folge der aufgezeigten Entwicklungen auf den Energiemärken. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 65 von 497 3.2 VER- UND ENTSORGUNG Ver- und Entsorgung Seite 66 von 497 Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Sitz der Gesellschaft: Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Postanschrift: Berliner Straße 100 06258 Schkopau Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30 T€ Stadtwerke Halle GmbH 30 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Stilllegung und Nachsorge einer subaquatischen Deponie mit dem Ziel einer nachhaltigen umweltverträglichen Sicherung des Standortes sowie die Ansiedlung von Unternehmen und die Vermarktung von Flächen im Rahmen der Entwicklung eines Abfallwirtschaftszentrums sowie sämtliche damit in Zusammenhang stehende Tätigkeiten. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Abfallentsorgung wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Arndt, Michael * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 67 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 2 98 0 2010 % 2 98 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.260 67.055 9 T€ 1.260 66.653 22 T€ 1.260 68.884 21 % 2 98 0 T€ 0 402 -13 % 0 1 -59 Bilanzsumme 68.324 100 67.935 100 70.165 100 389 1 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 5.807 61.949 567 1 % 8 91 1 0 T€ 3.624 63.402 909 0 % 5 93 2 0 T€ 3.123 65.954 1.084 4 % 4 94 2 0 T€ 2.183 -1.453 -342 1 % 60 -2 -38 100 Bilanzsumme 68.324 100 67.935 100 70.165 100 389 1 Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 68 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 6.220 4.054 220 2.254 5.997 1.925 0 29 3.699 97 619 -522 826 16 2.335 2.335 2011 T€ 7.226 3.333 198 2.537 7.509 1.928 532 33 1.678 418 84 334 843 17 1.152 1.152 2010 T€ 7.158 2.116 197 2.541 6.289 2.312 315 27 2.218 0 299 -299 251 16 1.651 1.651 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 37,55 67,26 2.335 198 21,94 2011 15,95 46,62 1.684 176 24,02 2010 23,07 112,20 1.966 147 27,40 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 1,84 8,50 91,50 31.12.2011 1,85 5,33 94,67 31.12.2010 1,80 4,45 95,55 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Abfallmenge Durchschnittserlöse 31.12.2011 938.864,00 3,84 31.12.2010 1.348.353,00 2,65 Angaben in M g E U R / M g 880.952,00 3,25 Mg EUR/Mg Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 69 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 %-Punkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 %-Punkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 %-Punkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. Das Geschäftsjahr 2012 war für die Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau (AWH), wie in den Vorjahren, mit wesentlichen Entscheidungen für die weitere Umsetzung der Rekultivierungsanordnung des Landesverwaltungsamtes verbunden. Die Geschäftsführung hat insbesondere mit den betroffenen anliegenden Partnern der Deponie wichtige Vorgespräche für die weitere Stilllegungs-Realisierung geführt. Gleichzeitig wurden die wissenschaftlich-technischen Voraussetzungen für das Stilllegungskonzept weiter entwickelt und in mehreren Beratungen dem Landesverwaltungsamt mündlich und schriftlich dargelegt. Die weitere Untersetzung des Stilllegungskonzeptes führte zur Ableitung einer differenzierten Endhöhengestaltung bei der Rekultivierung, welche vor allem zur Sicherung ausreichender Flurabstände hinsichtlich der final auf der Oberfläche anzulegenden Bepflanzung notwendig ist und einen Mehrbedarf an Erlös erwirtschaftenden mineralischen Verwertungsabfällen zur Folge hat. Dieses Konzept wurde mit Landesverwaltungsamt abgestimmt und mit der dritten Ergänzung der Rekultivierungsanordnung vom 26. November 2012 für die ersten Teilbereiche bestätigt. Die weiter ausstehende abschließende Bestätigung einer Aufgabenstellung für den Drehpunkt hat ebenfalls wesentlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der AWH und des Gesamtkonzeptes zur Rekultivierung. In diesem Zusammenhang ist besonders darauf zu verweisen, dass das Landesverwaltungsamt mit seinen Entscheidungen grundlegend die Möglichkeiten zum weiteren Einsatz von Verwertungsabfällen sowie zum Bedarf an inerten Einbaumaterialien im Bereich des Drehpunktes beeinflussen wird. Auch bezüglich der weiteren Verwendung der finanziellen Rückstellungsmittel und den bisherigen Finanzanlagen wurden wichtige Entscheidungen mit dem Gesellschafter vereinbart. Schwerpunkt im Jahr 2012 war erneut die ständige Konkretisierung, Fortschreibung und Aktualisierung der Decklungsrechnung insbesondere unter dem Gesichtspunkt der schwierig einschätzbaren Entwicklung der Sickerwassermengen im Deponiekörper und die daraus entstehenden Erfordernisse für die Behandlung dieser Sickerwässer in verschiedenen Anlagen. Weitere wichtige Einzelmaßnahmen sind im nachfolgenden Bericht detailliert aufgeführt. Dabei verweisen wir auch auf eine zusammenfassende Darstellung über die konkreten Entscheidungsvorgänge im Zeitraum 2002 bis 2012, dazu siehe Anlage 5 in diesem Bericht. Die Geschäftsführung schätzt ein, dass die gegenwärtige Situation der mittelfristigen Planung erwartungsgemäß entspricht. Die dem Gesellschafter vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bildung von Gewinnrücklagen in den Jahren 2010 und 2011 stellen eine zusätzliche Sicherung für die Finanzierung der Rekultivierungsmaßnahmen unter Beachtung der langen Zeitabschnitte dar. Seit 01. Februar 2007 ist die Verordnung zur Umsetzung der EU-Ratsentscheidung vom 19. Dezember 2002 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren für die Annahme von Abfällen auf Abfalldeponien vom 13. Dezember 2006 in Kraft. Diese Verordnung enthielt neue Regelungen u. a. bezüglich der „grundlegenden Charakterisierung“ des Abfalls, der Festlegung von Schlüsselparametern für Kontrolluntersuchungen, deren Häufigkeit und Änderung bezüglich chemischer Parameter. Am 16. Juli 2009 wurde die Verordnung zur Vereinfachung des Deponierechts rechtswirksam. Sie regelte u.a. den weiter bestehenden Bestandsschutz für das mit der Rekultivierungsanordnung des Landesverwaltungsamtes vom 05. Juli 2008 angeordnete Stilllegungskonzept. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 70 von 497 Gleichzeitig gingen mit der Verordnung aber auch eine weitere Verschärfung der Eigenkontrollverantwortung der Deponiebetreiber sowie der Ausbau der Verantwortung und Kontrollpflicht der Deponiebetreiber gegenüber den Abfallerzeugern einher. Am 01. Dezember 2011 trat die „Erste Verordnung zur Änderung der Deponieverordnung“ in Kraft. Mit dieser Veränderungsverordnung wurden unter anderem Anpassungen und Aktualisierungen vorgenommen, die sich aus dem Vollzug ergaben und für die Deponiebetreiber weitere Aufgaben bezüglich Abfallannahme und Abfallkontrolle mit sich brachten. Wesentliche Änderungen ergaben sich in der Folge insbesondere aus der vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt erarbeiteten und Mitte 2012 in Kraft gesetzten “Handlungsempfehlung zur Umsetzung der Verordnung über Deponien und Langzeitlager (DepV) für das Land Sachsen-Anhalt”. Hierin wurden sehr strenge und über die Regelungen in anderen Bundesländern hinausgehende Vorgaben beispielsweise für die Bewertung von Kontrollanalysen im Verlauf der Abfallannahme getroffen. Diese führten im Rahmen der Umsetzung zu einer stark erhöhten Zahl von auszusprechenden Anliefersperren und zu veranlassenden Rückweisungen von Abfallanlieferungen zur Deponie. Diese Entwicklung ist auch als Einflussfaktor für den Rückgang der Abfallannahme 2012 im Vergleich zum Vorjahr anzusehen. Um weiterhin Rechtssicherheit in Bezug auf Abfallannahme und Abfallverwertung im Unternehmen zu gewährleisten und die innerbetrieblichen Abläufe mit der notwendigen Transparenz für die Kontrollbehörde deutlich zu machen, erfolgte eine Anpassung der diesbezüglichen Ablauforganisation in dem dafür zuständigen Bereich USICO. Weiterer Änderungsbedarf für die aktuell geltende Deponieverordnung ergibt sich u.a. aus der Einführung des Gesetzes zur Neuordnung des Kreislaufwirtschafts-und Abfallrechtes und der europäischen Richtlinie über Industrieemissionen (IED). Anpassungen betreffen insbesondere die von der IED vorgegebenen Melde-, Informations- und Überwachungspflichten, für die im Abfallrecht Umsetzungsbedarf besteht. Weiterhin dient die Novellierung der Umsetzung der Quecksilberablagerungsrichtlinie und der Quecksilberverbotsverordnung der EU und enthält Folgeänderungen zur ersten Verordnung der Änderung der Deponieverordnung, Präzisierungen zu Deponierungsanforderungen sowie Anpassungen auf Grund der Erfahrungen in Betrieb und Vollzug. Am 01. Februar 2013 stand der Referentenentwurf der zweiten Verordnung zur Änderung der Deponieverordnung im Rahmen der weiteren parlamentarischen Abstimmung auf der Tagesordnung im Bundesrat. Ein Inkrafttreten dieser erneuten Novellierung ist für 2013 vorgesehen. In den Erarbeitungsprozess von Verordnungen bringt sich die AWH durch ihre Mitarbeit in den einschlägigen Fachverbänden ein. Grundlage für die im Jahr 2012 durchgeführten Stilllegungsmaßnahmen bleibt der im Juni 2008 durch das LVwA erlassene und inzwischen mit drei Ergänzungen fortgeschriebene Rekultivierungsbescheid, der auf den Ergebnissen des BMBF – Forschungsvorhabens der AWH basiert. Im Rahmen der Stilllegungsmaßnahme der geotechnischen Sicherung des Deponiekörpers werden geeignete Abfälle zur Verwertung u.a. mit der Zielstellung der hydraulischen Optimierung des Durchströmungsverhaltens zur langzeitlich wirksamen, nachhaltigen Reduzierung des Stoffaustrages aus dem Deponiekörper in die unterschiedlichen Bereiche des Deponiekörpers eingebaut. Diese Maßnahme stellt sowohl aus geotechnischer als auch aus hydraulischer Sicht die Voraussetzung zur Außerbetriebnahme der Wasserhaltung und zur Herstellung einer weitgehend selbsttragenden Vorflutanbindung zum Ende der Stilllegungsphase dar. Im Geschäftsjahr 2012 wurden im Rahmen dieser Maßnahme 691.560 Mg mineralische Verwertungsabfälle als Deponieersatzbaustoff angenommen und eingebaut. Eine merkliche Erhöhung des Resteinbauvolumens für diese mit verhältnismäßig hohen Einnahmen anzunehmenden Verwertungsabfälle ergab sich aus der Fortschreibung des Stilllegungskonzeptes im Rahmen des Teilprojektes zur Sicherung ausreichender Flurabstände (siehe Erläuterungen am Anfang des Lageberichtes). Ab Oktober 2010 erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bereich Forst des Landesverwaltungsamtes die Aufforstung der ersten 5 ha der Wasserhaushaltsschicht. Im März 2010 wurde die Antragstellung für weitere 16 ha (zweiter Bauabschnitt) bei der Genehmigungsbehörde eingereicht, die im September 2011 beschieden wurde. Auf Grundlage des nunmehr vorliegenden Genehmigungsbescheides wurden im Jahr 2011 im zweiten Bauabschnitt 3 ha Drainage- und Wasserhaushaltsschicht errichtet. Die im Plan 2012 vorgesehene Fertigstellung von weiteren 9 ha Drainage- und Wasserhaushaltsschicht konnte auf Grund notwendiger Umstellungen bei der Reihenfolge der Bereichsfertigstellung nicht in vollem Umfang realisiert werden. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden 2012 61.530 Mg Drainagematerial und 127.862 Mg Abfall zum Aufbau der Wasserhaushaltsschicht angenommen. Der vorsorglich im Wirtschaftsplan 2012 vorgesehene Ankauf von 100.000 Mg Drainagematerial wurde nicht in Anspruch genommen. Die Beschaffung hochwertiger Abfälle zur Verwertung in Größenordnungen gestaltet sich zunehmend schwieriger, da diese Materialien auch für andere Verwertungs- und Baumaßnahmen außerhalb des Deponierechtes sehr gefragt sind und hierfür ein weitaus geringerer Kontrollaufwand zu betreiben ist. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 71 von 497 Durch die extremen Niederschlagsereignisse Ende 2010 und Anfang 2011 kam es zu einem erhöhten Sickerwasserstand im Deponiekörper und insbesondere im nördlichen Deponie-bereich zu Wasseransammlungen in den Deponiegasbrunnen, die deren Leistungsfähigkeit beträchtlich verringerten. Durch die AWH erfolgt momentan gemeinsam mit Fachplanern die Ausarbeitung technischer Lösungen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Im Jahr 2012 konnten im Rahmen der Verstromung bzw. Bereitstellung von Deponiegas Umsatzerlöse in Höhe von T€ 1.853 generiert werden. Durch die Maßnahme der Sickerwasserrückführung ist eine beschleunigte Stabilisierung des Deponiekörpers beabsichtigt, indem durch Infiltration von Deponiesickerwasser ein optimaler Feuchtigkeitsgehalt im Deponiekörper eingestellt wird, der den Verlauf der biochemischen Reaktionen beschleunigt und so die Mineralisierung des Deponiekörpers vorantreibt. Eine erste Teilanlage wurde 2008 fertiggestellt und läuft stabil und störungsfrei. Anhand der Monitoringergebnisse konnten die Zielstellungen, insbesondere bei der Stimulierung der Deponiegasproduktion, nachgewiesen werden. Im August 2011 erfolgte die behördliche Genehmigung zur Erweiterung dieser Anlage. Auf Antrag und wiederholter Anfrage durch die AWH erfolgte im September 2011 die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn, so dass mit dem Bau dieser Anlage im 4. Quartal 2011 begonnen werden konnte. Die Inbetriebnahme erfolgte am 18. Juni 2012. Ein im Juni 2010 von der AWH eingereichter Fördermittelantrag für dieses Bauvorhaben wurde durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt im Jahr 2012 beschieden. Die Anlage zur Deponiesickerwasserinfiltration ist eine Kombination kiesgefüllter Infiltrationssäulen und Infiltrationsrigolen. Nach Inbetriebnahme des 2. Bauabschnittes im Juni 2012 hat sich die Infiltrationsmenge an Deponiesickerwasser von ursprünglich 3.600 m³ im Monat auf 13.740 m³ Sickerwasser im Monat erhöht. Die umfangreiche Datenerfassung und wissenschaftliche Auswertung erfolgt durch die AWH. Die bisherigen Ergebnisse entsprechen den Erwartungen und Prognosen des Forschungsvorhabens und sind Grundlage für die Vorgaben des Regelbetriebes. Im Vergleich zum Jahr 2011 konnten die Kosten der Sickerwasserreinigung von Mio. EUR 2,9 auf Mio. EUR 1,3 im Jahr 2012 gesenkt werden. Dieser Kostenrückgang resultiert im Wesentlichen aus der zusätzlichen Versickerung von Deponiesickerwasser in den Deponiekörper mit Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnittes der Sickerwasserinfiltrationsanlage. Nach Aufsättigung des infiltrierten Deponiebereichs wird nach den Prognosen wieder ein Anstieg der extern zu entsorgenden Deponiesickerwassermengen zu verzeichnen sein. Für außerplanmäßige Aufwendungen zur Reinigung von angefallenem Sickerwasser in den Jahren 2010/2011, welche durch die ungenügende Funktionalität des sich noch im Eigentum der LMBV befindlichen Vorfeldentwässerungssystems verursacht wurden, leistete die LMBV im Jahr 2012 die geforderte Schadensersatzzahlung in Höhe von T€ 168. In Bezug auf den sogenannten Drehpunktbereich des Tagebaurestloches ist es notwendig, die Böschungen in diesem Bereich auch unter Berücksichtigung des Wasseraufgangs standsicher zu gestalten sowie Schnittstellen zum Deponiekörper und zum Westschlauch geotechnisch und hydrogeologisch zu sichern. Im Verlauf der Abstimmungen unter Berücksichtigung der aktuellen Erkenntnisse zeigte sich, dass diese Aufgabe wesentlich anspruchsvoller und umfangreicher ist als noch vor 10 Jahren angenommen (u.a. zu berücksichtigende Schlussfolgerungen aus der Havarie Nachterstedt). Die 2011 von der AWH gegenüber der Behörde vorgelegten Unterlagen wurden sicher auch deshalb noch nicht weitergehend beschieden. Der ursprüngliche Zeitplan des Stilllegungskonzeptes konnte diesbezüglich nicht eingehalten werden. Die Verhandlungen mit der LMBV werden fortgeführt, wobei die Zielstellung in der Übernahme der obertägigen LMBVFlächen sowie der Deponieflächen im Ostschlauch durch die AWH besteht. Als Zwischenstand erfolgte 2012 eine Verständigung darauf, dass eine Übertragung der Flächen erst dann rechtskräftig werden soll, wenn die Erfüllung aller berg-rechtlichen Pflichten durch die LMBV behördlich bestätigt wurde (Entlassung des Tagebaurestloches/Ostschlauch aus der Bergaufsicht). Die LMBV rechnet diesbezüglich aktuell mit einem Zeitrahmen von etwa zwei Jahren, bis diese Voraussetzung erfüllt ist. Im Rahmen der Investitionstätigkeit im Geschäftsfeld „Sonstige Geschäfte“ beabsichtigt die AWH 2013 eine Boden- und Bauschuttbörse zur Annahme, Lagerung und Aufbereitung von Böden und mineralischen Abfällen nach Anhang 4 BImSchV, Spalte 2 zu errichten. Im Jahr 2012 erfolgte hierfür die erforderliche Genehmigung. Es wird mit einem Investitionsvolumen zur Herstellung der Fläche von ca. T€ 50 gerechnet. Vor Inbetriebnahme der Anlage ist eine Sicherheitsleistung von 166.673 € beim Landkreis Saalekreis zu hinterlegen. Die Anlagenfläche der Boden- und Bauschuttbörse befindet sich teilweise im Eigentum der LMBV. Im Norden des Tagebaurestloches außerhalb des Deponiekörpers wird durch die Hallesche Wasser-und Stadtwirtschaft GmbH im Rahmen eines vom BMU geförderten Forschungsvorhabens eine Demonstrationsanlage zur hydrothermalen Carbonisierung biogener Reststoffe errichtet. Hierfür soll Abwärme aus der in unmittelbarer Nähe gelegenen Deponiegasverwertungsstation Nord der AWH genutzt werden. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 72 von 497 Insgesamt konnte im Geschäftsjahr 2012 eine Gesamtleistung von Mio. EUR 10,3 erzielt werden, das entspricht einer Planerfüllung von 80,4 %. Ursache für das Defizit ist u.a. dass Mio. EUR 4,4 Sanierungsrückstellungen 2012 nicht in Anspruch genommen werden mussten. Hintergrund hierfür sind zeitliche Verschiebungen geplanter Maßnahmen wie Drehpunktbereich und Ertüchtigung der Deponiegasfassung, aber auch Kosteneinsparungen bei der Sickerwasserentsorgung, der Errichtung der Anlage für Sickerwasserinfiltration und der Beschaffung von Drainagematerial. Die im Rahmen des Stilllegungsbetriebes erzielten Umsatzerlöse und die sonstigen Erträge (ohne Erträge aus der Inanspruchnahme der Sanierungsrückstellung) betragen für 2012 Mio. EUR 5,4. Der gesamte betriebliche Aufwand unter Einbeziehung des außerordentlichen Aufwandes des Geschäftsjahres 2012 belief sich auf Mio. EUR 9,1 (Vj. Mio. EUR 10,3). Davon entfallen Mio. EUR 7,3 auf die Kosten des Stilllegungsbetriebes. Dem Prinzip der Bildung der Rückstellung für Aufwendungen zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge folgend (Rückstellungsbetrag entspricht den zu erwartenden Gesamtkosten vermindert um künftige Vorteile, d.h. die in der Stilllegungsphase mit der Deponie erzielbaren Erlöse wie z. B. aus der Gasverwertung und der Annahme von Deponiebaustoffen) wurden in Höhe des sich ergebenden Saldos von Mio. EUR 1,9 entsprechende Erträge aus der Inanspruchnahme der Rückstellung für Aufwendungen zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge verbucht. Es ist vorgesehen, den sich nach Steuern ergebenden Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2012 (T€ 2.335), der überwiegend aus den Zinserträgen der Wertpapierfonds resultiert, vollständig an den Gesellschafter Stadtwerke Halle GmbH (SWH) auszuschütten. Die Geschäftsführung erbringt die notwendigen Nachweise, dass die Ausschüttung in Einklang mit dem vom LVwA beschiedenen Sicherungsbetrag (geforderte Sicherheit für die Rekultivierung der Deponie) steht. Im Geschäftsjahr 2012 bestanden grundsätzlich durch die Beteiligung am Cash-Pool der SWH keine Liquiditätsprobleme. Nach einer externen Überwachungsbegutachtung „Entsorgungsfachbetrieb“ im März 2012 wurde der AWH das Zertifikat für abfallwirtschaftliche Tätigkeit für die Verwertung von Abfällen im Deponiestilllegungsbetrieb vom EdDE erneut bestätigt. Im September 2012 wurde durch ZER-QMS das jährliche Qualitätsmanagement-Überwachungsaudit durchgeführt. Das Audit umfasst den Deponiestilllegungsbetrieb einschließlich der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die Stilllegung. Im Ergebnis wurde der AWH eine vorbildliche Organisation und Durchführung der entsprechenden abfallwirtschaftlichen Tätigkeiten bescheinigt. Ebenfalls 2012 wurde die externen Begutachtungen für die Re-Akkreditierung des Labors der AWH nach der DIN EN ISO 17025 erfolgreich absolviert. Ausblick Nach Einbindung der AWH in den Verbund der Stadtwerke Halle GmbH wird im Jahr 2013 weiter untersucht, wie Effizienzsteigerungen aus Synergieeffekten erschlossen werden können, um die zukünftigen Entwicklungserfordernisse zu unterstützen, beispielsweise durch die Zusammenlegung aller Laborkapazitäten im SWH-Konzern. Die Ergebnisse des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens beruhen u. a. auf Unter-suchungen und Modellprognoserechnungen, die zunächst auf der Grundlage verfügbarer Standortdaten und des in der Fachliteratur veröffentlichten aktuellen Kenntnisstandes auf konzeptionelle, planerische Ansätze abstellen. Um diese begründeten Annahmen kontinuierlich zu untersetzen, sind weiterhin fundierte Untersuchungen zur Bemessung, Umsetzung und Optimierung der Konzeptparameter erforderlich. Dabei werden während der Umsetzung relevante Daten u. a. im Monitoringprogramm ermittelt, um die Wirksamkeit und die Effizienz der verschiedenen technischen Maßnahmen zur Stilllegung zu prüfen. Auf dieser Grundlage wird dann im Wesentlichen eine detaillierte Bemessung und Optimierung von Maßnahmen erreicht, so dass diese im Projektverlauf entsprechend dem fortschreitenden Erkenntnisgewinn angepasst werden können. Die Kosten- und Erlöskalkulation (Decklungsrechnung) für den Zeitraum vom 01. Juni 2005 bis 31. Dezember 2051 wird von der AWH ständig fortgeschrieben. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass mit den nach der geplanten Ausschüttung an den Gesellschafter verfügbaren Mitteln eine Rekultivierung der Deponie wie geplant möglich ist. Zum 31. Dezember 2012 sind hierfür Rückstellungen in Höhe von Mio. EUR 60,3 gebildet. Wertpapiere sind mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2012 in Höhe von Mio. EUR 64,2 ausgewiesen. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 73 von 497 Die Geschäftsführung der AWH geht jedoch nach wie vor davon aus, dass aufgrund der notwendigen langen Zeiträume auch unter Einbeziehung der Wertpapiererträge und eventueller Kursgewinne kurzfristig oder anhaltend Fehlbeträge bei der Decklungsrechnung eintreten können (Differenz zwischen den tatsächlich anfallenden Stilllegungs- und Nachsorgekosten, abzüglich zu erzielender Erlöse, und den durch die AWH zu finanzierenden Mittel). Es ist dann notwendig, in der Decklungsrechnung enthaltene Aufwendungen weiter zu minimieren oder die Einnahmesituation zu verbessern. Grundsätzlich hat die Geschäftsführung gegenwärtig keine Anhaltspunkte für wesentliche Über- und Unterschreitungen der in der Decklungsrechnung ausgewiesenen Positionen. Insofern kann nach den Festlegungen des LVwA zur Sicherstellung der Finanzmittel für Sanierungsleistungen verfahren werden. In der Decklungsrechnung wurden bisher mögliche zukünftige finanzielle Potentiale aus der Beantragung von Förder- und Zuschussmitteln aus verschiedenen landes- bzw. europaweiten Fördermittelpositionen nicht berücksichtigt. Dies würde eine Deckung von eventuellen Mehrkosten ermöglichen, gleichermaßen wie eine mögliche Minimierung der bisher geplanten Aufwendungen insbesondere in den Jahren zwischen 2016 und 2021. Die von der Geschäftsführung getroffenen Annahmen hinsichtlich der durchzuführenden Stilllegungs- und Nachsorgemaßnahmen und ihrer Finanzierung sind sorgfältig eingeschätzt, aber durch die Langfristigkeit und verbleibenden Innovationsrisiken nicht vollständig kalkulierbar. Der Fortbestand der AWH ist bedroht, wenn die von der Geschäftsführung getroffenen Annahmen hinsichtlich der im Rahmen der Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge durchzuführenden Maßnahmen und ihrer Finanzierung nicht eintreten. Dies kann u. a. durch Mehrkosten, die eventuell im Rahmen von Genehmigungsanordnungen für die einzelnen Maßnahmen entstehen könnten, eine sich ändernde Rechtslage (insbesondere in Bezug auf EU-Vorgaben), Kosten- und Preissteigerungen, höher als geplante Steuer(nach)zahlungen und geringere als geplante Erlöse verursacht sein. Des Weiteren ist zu beachten, dass Teile des vom LVwA vorgegebenen Stilllegungskonzeptes auf modelltheoretischen Ansätzen basieren, deren Bestätigung in der Praxis noch nicht gesichert ist und bei denen die Auswirkungen auf den tatsächlichen Sanierungsprozess noch nicht eingeschätzt werden können. Dies könnte die Fortsetzung des Sanierungsprozesses beeinflussen und Auswirkungen auf die Gesamtsanierungsaufwendungen nach sich ziehen. Hinsichtlich möglicher Risiken aus künftigen finanzamtlichen Außenprüfungen ist zu beachten, dass die bisherigen Betriebsprüfungen die Decklungsrechnung (Kosten- und Erlöskalkulation), die als Basis zur Berechnung der Rückstellung zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge dient, noch keiner abschließenden Prüfung unterzogen haben. Der Kostenund Erlösplan ist Basis für die Bildung und Bewertung der Rückstellung zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die von der AWH gehaltenen Wertpapiere neben Chancen einer überdurchschnittlichen Performance auch Kurs- Teilungs- (Tranchen-) und Wertschwankungsrisiken unterliegen, insbesondere vor dem Hintergrund der andauernden Finanzkrise. Die zusätzlich zum Verkauf der Wertpapiere zu erzielenden (und sich im Zeitablauf mit Fortschreiten der Sanierungsarbeiten und damit Abbau des Wertpapierbestands verringernden) Wertpapiererträge (nach Steuern) die nicht Bestandteil der Decklungsrechnung sind, könnten bei Notwendigkeit zur Kompensation zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen der Sanierung herangezogen werden und würden dann insoweit für Ausschüttungen nicht zur Verfügung stehen. Die Geschäftsführung hat die Manager der Wertpapierfonds angewiesen, bei den Wertpapieranlagen dafür Sorge zu tragen, dass im Jahre 2013 die Entscheidung getroffen werden kann, unter Umständen teilweise oder vollständig auf die Wertpapierfonds zu verzichten und die dann verfügbaren Cash-Mittel zur Sanierung nur als (Termin-)Geldanlage einzusetzen. Die abschließende Entscheidung ist im Jahr 2013 unter Berücksichtigung der Performance der Wertpapieranlagen der Jahre 2012 und 2013 zu treffen. Im kommenden Jahr sind unter Berücksichtigung der neuen Rahmenbedingungen (u. a. veränderte hydrogeologische Rahmenbedingungen nach Umstellung der Vorfeld-entwässerung und unter Berücksichtigung der Niederschlagsdaten aus den letzten Jahren) und der Prognose der künftig zu erwartenden hydraulischen Flurabstände die erforderlichen deponietechnischen Maßnahmen auf der Grundlage behördlicher Anordnungen umzusetzen. Um die Deponiegaserlöse auch weiterhin stabil zu halten, sind im Jahr 2013 Ertüchtigungs-maßnahmen im nordwestlichen Deponiebereich durchzuführen. Außerdem soll im Ergebnis eines Absaugversuches im Deponiegasbereich Süd festgestellt werden, ob ein möglicher Deponiegasüberschuss in diesem Bereich die zusätzliche Aufstellung eines Gasmotors rechtfertigt und zusätzliche Erlöse generiert werden können. Des Weiteren ist der Aufbau von weiteren 5 ha der Drainage- und Wasserhaushaltsschicht vorgesehen. Zunehmend schwierig gestaltet sich hierfür die Bereitstellung der erforderlichen Mengen an Drainage- und Bodenmaterial. Die AWH muss weiterhin ihre Bemühungen verstärken im Einklang mit den deponierechtlichen Anforderungen die erforderlichen Mengen am Markt zu akquirieren, um Einkäufe von diesbezüglichen Materialien zu vermeiden. Auf einer bereits fertiggestellten Rekultivierungsfläche von 6 ha ist im Rahmen eines Versuchsbetriebes bis zur behördlichen Freigabe der Aufforstung dieser Fläche der Anbau von Energiepflanzen vorgesehen, welche anschließend in der sich am Standort befindlichen Biogasanlage zu verstromen sind. Bei positivem Ergebnis, ist das Aufbringen und die energetische Verwertung von Energiepflanzen in Abstimmung mit der Behörde in den Rekultivierungsprozess einzuordnen. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 74 von 497 Eine weitere wichtige Maßnahme im Jahr 2013 wird die Planung Drehpunktbereich sein. Hier sollen im laufenden Jahr weitere Abstimmungen mit den einzubeziehenden Behörden erfolgen, um die notwendigen Genehmigungen für das Drehpunkt-Gestaltungskonzept zu erwirken und danach mit der Umsetzung beginnen zu können. Die Unternehmenskonzeption der AWH sieht zusätzlich zur Durchführung des Stilllegungs- und Nachsorgebetriebes den Ausbau des Standortes Halle-Lochau zu einem Abfallwirtschaftszentrum vor, das auch weitere (nicht nur durch die AWH betriebene) Anlagen zur Stoffkonditionierung für den Stilllegungsbetrieb vorsieht bzw. Flächen für andere Ansiedlungen anbietet. Dazu wurde eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Gesellschafter Stadt Halle (Saale) und dem Landkreis Saalekreis zur Entwicklung eines Kreislaufwirtschafts-Parks geschlossen. Ein dazu erforderlicher Bebauungsplan wurde von der Gemeinde Schkopau beschieden. Bestandteil der vorgesehenen innovativen Maßnahmen ist u. a. auch die Entwicklung des Geschäftsfeldes „Bodenbörse“, welche am Standort Halle-Lochau vorgesehen ist und sowohl zur Gewinnung von Deponiebaustoffen für die Rekultivierungsschicht dient, als auch eine neue wettbewerbsbezogene Marktposition mit zusätzlichen Ergebnismöglichkeiten erschließen soll. Der Aufsichtsrat der AWH hat im Jahr 2009 die Geschäftsführung beauftragt, unverzüglich Verhandlungen mit der LMBV darüber aufzunehmen, unter welchen Bedingungen eine Übertragung des bisherigen Grundstückseigentums des Tagebaurestloches von der LMBV auf die AWH möglich ist. Da entsprechend eines Gutachtens eine kostenlose Eigentums-übertragung des jetzigen Deponiegeländes an die AWH/Stadt Halle (Saale) nicht möglich ist, andererseits aber das Interesse des Gesellschafters besteht, das ca. 350 ha große, später sanierte Gelände in das Eigentum der AWH/Stadt Halle (Saale) zu überführen, werden 2013 die entsprechenden Verhandlungen mit der LMBV weitergeführt. Ein 2010 erarbeitetes Wertgutachten zum Grundstück wurde von beiden Partnern grundsätzlich anerkannt und bildet die Basis für die weiteren Verhandlungen. Die AWH wird die Entwicklung auf den Finanz- und Wirtschaftsmärkten verfolgen müssen. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass grundsätzlich die im Wirtschaftsplan 2013 ausgewiesenen Ergebnisse erreicht werden können, es hierfür aber sehr großer Anstrengungen bedarf. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 75 von 497 A/V/E GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Magdeburger Straße 51 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 550 T€ envia Mitteldeutsche Energie AG MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH rhenag Rheinische Energie Aktiengesellschaft Stadtwerke Halle GmbH 143 138 138 131 % 25,90 25,10 25,10 23,90 Gegenstand des Unternehmens: (1) Die Abrechnung von Leistungen der Ver- und Entsorgung, die damit verbundene Beratung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Das Unternehmen ist zu allen Maßnahmen berechtigt, die mittelbar oder unmittelbar diesem Zweck dienen. Die Gesellschaft kann gleichartige oder ähnliche Unternehmen gründen, erwerben, sich an solchen beteiligen und Zweigniederlassungen errichten. Die Gesellschaft wird nach erwerbswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt. (2) (3) Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck dieses Unternehmens ergibt sich aus einem Annex. Es bestehen Verträge u. a. mit den Energiedienstleistern Mitgas, der enviaM und anderen Stadtwerken. Diese Unternehmen finden ihren öffentlichen Zweck in § 116 GO-LSA. Soweit Abrechnungsaufgaben für diese Unternehmen vorgenommen werden, muss es dafür daher auch einen öffentlichen Zweck geben. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Arnold, Andrea Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 76 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 19 80 1 2010 % 20 79 1 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 921 3.893 52 T€ 1.054 4.157 45 T€ 1.193 4.229 % 22 78 T€ -133 -264 7 % -13 -6 16 Bilanzsumme 4.866 100 5.256 100 5.422 100 -390 -7 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 1.861 1.993 1.012 % 38 41 21 T€ 2.123 1.951 1.182 % 41 37 22 T€ 2.163 2.063 1.196 % 40 38 22 T€ -262 42 -170 % -12 2 -14 Bilanzsumme 4.866 100 5.256 100 5.422 100 -390 -7 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 22.239 279 5.418 13.790 530 2.322 87 68 477 0 0 0 163 314 314 2011 T€ 22.363 250 5.433 13.183 530 2.573 31 20 905 0 38 -38 291 576 576 2010 T€ 19.900 468 4.890 11.502 578 1.992 15 61 1.360 36 0 36 780 616 616 Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 77 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,41 20,28 844 72 61,24 2011 2,58 37,22 1.106 80 58,30 2010 3,09 39,80 1.194 82 56,47 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 11,49 38,25 61,75 31.12.2011 11,02 40,40 59,60 31.12.2010 9,15 39,89 60,11 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 78 von 497 e) Lagebericht Unternehmen & Umfeld Als Dienstleister für alle Marktrollen der Energieversorgungsbranche mit einem Full-Service-Angebot von Abrechnung über Kundenservice bis hin zum Zählermanagement, ist der A/V/E-Kundenkreis mit insgesamt 40 Auftraggebern sehr umfangreich. Die Beauftragung der Dienstleistungen erfolgt entweder direkt oder als Nachauftragnehmer eines anderen Dienstleisters. Grundsätzlich sind die Leistungsbeziehungen mit jedem Auftraggeber nach den einzelnen Marktrollen getrennt vereinbart. A/V/E bedient 30 Kunden für die Marktrolle Lieferant und 20 Kunden für die Marktrollen Netzbetreiber und/oder Messstellenbetreiber. Die Größe der Auftraggeber der A/V/E weist gemessen am Endkundengeschäft eine Bandbreite von ca. 2.000 bis 2.000.000 Endkunden bzw. Zähler auf. Die Auftraggeber verteilen sich über das gesamte Bundesgebiet, wobei gewichtet nach Endkunden bzw. Zählern die östlichen Bundesländer den Schwerpunkt bilden. Der Kundenkreis der A/V/E setzt sich aus gestandenen, etablierten Unternehmen sowie jüngst gegründeten oder neu in den Energiemarkt eingestiegenen Lieferanten und Netzbetreibern zusammen. Dieses komplexe Gesamtbild fordert von unseren Mitarbeiter/innen strukturierte Denkweisen und von den bei A/V/E unterstützend eingesetzten Systemen eine gezielte Funktionsweise. Aus diesem Grund arbeiten alle Mitarbeiter/innen prozessbezogen und nicht primär Auftraggeber bezogen. Auf der Messe E-world energy & water (im folgenden „Eworld“) im Februar 2012 wurden viele Kontakte zu Interessenten und neuen Vertriebsgesellschaften geknüpft. Die Erfahrungen der A/V/E und auch andere Marktabschätzungen zeigen jedoch, dass die avisierten Geschäftsvolumina und Vertriebserfolge der Interessenten oft sehr überzogen sind. Die am Markt bekannte und wertgeschätzte Systemoffenheit der A/V/E wurde von neuen Applikationsanbietern auf der Eworld zum Anlass genommen, mit A/V/E in Kontakt zu treten. A/V/E bedient heute bereits die Systeme SAP, Wilken, Neutrasoft, Schleupen, SIV, XAP und LIMA. Die Umsetzungen der Forderungen der Bundesnetzagentur (BNA) bereiten allen Systemen noch Schwierigkeiten, mit denen vor allem ein Dienstleister zu kämpfen hat. Insgesamt erschien das Jahr 2012 hinsichtlich des Markteintritts neuer Wettbewerber oder auch dem Markteintritt von neuen Lieferanten deutlich ruhiger. Anders stellte sich dies jedoch auf dem bestehenden Wettbewerbsmarkt der Dienstleistungsbranche dar. Es mussten zum Teil harte Preisverhandlungen im Rahmen von Ausschreibungen geführt werden. A/V/E konnte dabei nach wie vor besonders bei kleineren und mittleren Lieferanten oder Netzbetreibern punkten. Zudem wurde A/V/E bei großen Ausschreibungen wiederholt eine gute Angebotspräsentation und überzeugende Leistungsfähigkeit in Verbindung mit höchster Qualität bescheinigt. Auch 2012 hob sich A/V/E mit einem modularen Leistungsangebot von den Wettbewerbern ab. Allen Lieferanten, Netzoder Messstellenbetreibern wurden durch die Systemoffenheit weiterhin Investitionsschutz, und durch die individuell zugeschnittenen Dienstleistungsangebote weitreichende Handlungsmöglichkeiten geboten. Gleichzeitig konnten die Kunden der A/V/E von Effizienzgewinnen und Skaleneffekten sowie von aktuellen Wissensständen der Mitarbeiter/innen profitieren. Geschäftsentwicklung Insgesamt wirkt sich der zunehmende Kostendruck auf die Lieferanten und Netzbetreiber auch auf die Preisentwicklung der A/V/E aus. Allgemeine Preis- und Kostensteigerungen konnte A/V/E nur zum Teil an die Kunden weiterreichen. Zum einen lag dies an fest vereinbarten Preisen, zum anderen waren Zugeständnisse an solche Kunden notwendig, die 2012 die Systemtrennung abschlossen. Getrennte Systeme generieren i.d.R. höhere Auftragsvolumina durch gestiegene Kundenkontakte und Anzahl Abrechnungen. Diese Situation wird nur schwerlich von den Auftraggebern akzeptiert und führen zu starken Preis- und Kostendiskussionen. Dazu sah sich A/V/E noch mit vermeintlich günstigen Preisangeboten von marktfremden Dienstleistern konfrontiert. Rechnungsmäßiges Unbundling Für die A/V/E gelten die Bestimmungen des Rechnungsmäßigen Unbundling gemäß § 6b EnWG in der Fassung vom 20. Dezember 2012, da sie zu einer Gruppe verbundener Elektrizitäts- oder Gasunternehmen gehört und energiespezifische Dienstleistungen erbringt. A/V/E übte im Jahr 2012 keine Tätigkeit im Sinne des EnWG § 6b Absatz 3 Satz 1 Ziffer 1 bis 6 und Satz 2 aus, für die ein Tätigkeitabschluss gemäß § 6b Absatz 3 Satz 6 EnWG hätte erstellt werden müssen. Im Rahmen der Kontentrennung wurden die Dienstleistungen des Unternehmens den Bereichen der anderen Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors und der anderen Tätigkeiten innerhalb des Gassektors sowie dem Bereich der Tätigkeiten außerhalb der Elektrizitäts- und Gassektors zugeordnet. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Wie in Vorjahren war die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der A/V/E erneut stabil und positiv. Im Vergleich zu den Vorjahren musste jedoch ein stärkerer Fokus auf die Verfolgung der vereinbarten Zahlungsfristen gelegt werden. Zahlungsausfälle waren nicht zu verzeichnen, jedoch zeigt sich durch das vereinzelt deutlich überzogene Zahlungsziel eine statistisch insgesamt verschlechterte Zahlungsmoral. Ein Trend zur generellen Zahlungsmoral lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten. Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 79 von 497 Das Investitionsvolumen betrug im Geschäftsjahr 2012 398 T€ (Vorjahr 393 T€). Gleichwohl die A/V/E weitere Räumlichkeiten anmietete und diese entsprechend auszustatten waren, verminderte sich das Anlagevermögen um 133 T€ bzw. 13 %. Blieben die Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr (530 T€) quasi unverändert, ist der Anlass der Investition selbst Ursache für den Rückgang. Im Wesentlichen wurden hardwareseitig Ersatzinvestitionen getätigt und diese wiederum sind zum Teil nach der Vereinfachungsregelung für geringwertige Wirtschaftsgüter sofort abgeschrieben worden. Das Umlaufvermögen nahm um 264 T€ auf 3.893 T€ ab. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnten Stichtagsbezogen und nicht zuletzt aufgrund der automatisierten Zahlungserinnerungen auf 1.049 T€ (Vorjahr 1.648 T€) zurückgeführt werden. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (2.438 T€) blieben gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant – das Gros entfällt auf ebenfalls fast unveränderte Finanzforderungen aus dem laufenden Cashmanagementvertrag (1.981 T€) Das Eigenkapital verringerte sich gegenüber 2011 unter der Berücksichtigung der Gewinnausschüttung für das vorangegangene Geschäftsjahr und des Jahresabschlusses 2012 um 261 T€ auf 1.861 T€. Bei gleichzeitig verringerter Bilanzsumme (4.866 T€, Vorjahr 5.256) beträgt die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag 38,2 % (Vorjahr 40,4 %) und kann als unverändert solide eingeschätzt werden. Die Rückstellungen weisen mit 1.993 T€ im Vergleich zum Vorjahr (1.950 T€) kaum Veränderungen auf. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass mittelbare Pensionsverpflichtungen von 209 T€ erstmalig passiviert wurden. Die aufwandswirksame Passivierung wurde vorgenommen, um den Abschluss der A/V/E transparenter zu gestalten und die Konsolidierung zu vereinfachen. Ohne diese Passivierung hätten die Rückstellungen um 166 T€ abgenommen. Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um 170 T€ gesunken. Der stichtagsbedingte Rückgang entfällt sowohl auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als auch auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Der Umsatz (22.239 T€) konnte – nach zuletzt zweistelligen Steigerungsraten – auf Vorjahresniveau stabilisiert werden. Positiv ist festzustellen, dass der Wegfall von Einmalumsätzen (Systemtrennungen etc.) gegenüber dem Vorjahr kompensiert werden konnte. Ca. 65% des mit allen 40 Auftraggebern der A/V/E erzielten Umsatzes wurden mit Leistungen, die der Marktrolle Lieferant zuzurechnen sind, erzielt. 35% entfielen auf Leistungen für die Marktrollen Netz, Messstellenbetreiber bzw. Messdienstleister. Die Material- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten insgesamt um 266 T€ gesenkt werden. Dabei entfällt der größte Anteil des Rückgangs auf Personalleasing und damit im Zusammenhang stehende Aufwendungen. Insbesondere durch die Übernahme von Leiharbeitnehmern/-innen zur A/V/E hat sich die Arbeitnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr im Jahresdurchschnitt um 10,6% und dementsprechend der Personalaufwand zusätzlich zur tariflichen Steigerung erhöht. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8 T€ auf 19 T€ verbessert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel demgemäß um 428 T€ niedriger aus. Hiervon entfällt etwa die Hälfte der Veränderung wie beschrieben auf den Einmalaufwand wegen der erstmaligen Bilanzierung von mittelbaren Pensionsverpflichtungen. Der Steueraufwand hat sich um 128 T€ gegenüber 2011 verringert. Periodenfremde Steuererträge von T€ 138 hatten den Vorjahrsaufwand entlastet. 2012 schloss A/V/E das Berichtsjahr mit einem Jahresüberschuß von 314 T€ (2011 576 T€) ab. Die Zahlungsfähigkeit der A/V/E war zu jedem Zeitpunkt des Geschäftsjahres und bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses 2012 gewährleistet. Personalwesen Die Mitarbeiter/-innen der A/V/E ermöglichen mit ihrer Veränderungs- und Leistungsbereitschaft eine erfolgreiche Zukunft für die A/V/E und für deren Auftraggeber. Der Schwerpunkt in der Personalbeschaffung lag insbesondere im Abdecken von kurz- und mittelfristigen Bedarfen für den Kunden- und Abrechnungsservice. Im direkten Umfeld profitierten so rund 100 weitere Arbeitskräfte vom Geschäft der A/V/E. Gegenüber dem Jahresende 2011 erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten nur leicht auf insgesamt 323 Mitarbeiter/innen, davon sind 14 Auszubildende. Diese werden in den Ausbildungsberufen Bürokaufmann/frau und Kaufmann/frau für Dialogmarketing ausgebildet. Alle Auszubildenden, die 2012 die Ausbildung abgeschlossen haben, wurden von A/V/E übernommen. Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 80 von 497 Von den beschäftigten Mitarbeiter/innen haben 95 derzeit einen befristeten Arbeitsvertrag. 67% der Beschäftigten sind Frauen. Qualifiziertes Personal vorzuhalten, wird zunehmend schwieriger und die Investition in Schulungsmaßnahmen wird immer höher. Deshalb hatte die Ausbildung und die Wissenserhaltung auch in 2012 für A/V/E eine sehr große Bedeutung. Die bestehenden Schulungsmaßnahmen im Rahmen des Programms „Zertifizierter Mitarbeiter im Kundenservice der Energiewirtschaft“ wurden zu einem Schulungs- und Trainingsprozess ausgeweitet. Das im Haus vorhandene Trainerpotenzial wurde gebündelt und damit das Qualitätsmanagement mit dem Schulungsprozess verknüpft. Risiko-Management Risiko-Management und Controlling sind bei A/V/E unverändert eng verbunden. Die quartalsweise identifizierten und bewerteten Risiken werden mit dem Controlling abgestimmt und finden Eingang in die Kostenrechnung. Soweit handelsrechtlich zulässig, findet auch eine Überleitung in die Bilanz statt. Im Risiko-Management-Prozess werden nicht nur Risiken, sondern auch Chancen erfasst und gegeneinander abgewogen. A/V/E setzt damit auf eine umfassende vorausschauende Zukunftseinschätzung. Die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes und hier die verschiedenen Interpretationen des § 6b führten bei A/V/E in den letzten Tagen des Jahres zu erheblicher Unruhe. Die verschiedenen Interpretationen bedingen eine entsprechende Risikobewertung. Eine mögliche Interpretation, nach der auch A/V/E ihre Konten nach den Sektoren Strom und Gas zu trennen hat, stellt, resultierend aus einer Benachteiligung gegenüber anderen am Markt tätigen Dienstleistern, deren Anteilseigner keine energiewirtschaftlichen Unternehmen sind, für A/V/E ein Markt-Risiko dar. Sollte daraus gar abgeleitet werden, dass Dienstleistungen sektorenrein anzubieten und auszuführen sind, gehen nicht nur der A/V/E sondern der Energiewirtschaft insgesamt erhebliche Synergien verloren. Chancen Bestandteil des Risiko-Managements ist gleichlautend auch die systematische Verfolgung von Chancen. Chancen bestehen für A/V/E vorrangig in der Vermarktung der eigenen Leistungen. Die Harmonisierung von Abläufen aus Sicht des Kunden mit den Abläufen der Systeme der Marktpartner ist die Chance der A/V/E. Hier bieten die bisherigen am Markt etablierten Eigenentwicklungen nA/V/Egation und TA/V/EX Vorteile für den Kunden und sind zugleich Ausdruck von Kompetenz, Innovation und Erfahrung. Die A/V/E-Systeme dienen dem optimierten Zeiteinsatz, ohne dass dies der Kunde spürt und auch der Auftraggeber in seinen Abläufen nicht eingeschränkt wird. Strategie Die rhenag AG übernahm zum 01.01.2012 25,1% der A/V/E-Anteile von der enviaM AG und unterstützt seitdem das Dienstleistungsgeschäft der A/V/E als neuer Gesellschafter. A/V/E wird weiterhin eine wesentliche Rolle im Markt spielen und Innovationen in die energiewirtschaftliche Kundenbetreuung und –beratung hineintragen. Auch neue Produkte bzw. Dienstleistungsangebote wird A/V/E am Markt platzieren und damit sich weiter von den Wettbewerbern abheben. Zunächst werden diese neuen Angebote an unsere Bestandskunden gerichtet, um diesen neben Skaleneffekten auch andere Mehrwerte bieten zu können. Dabei gehört es zum erklärten Ziel, für die Auftraggeber einerseits Investitionssicherheit durch Systemvielfältigkeit zu gewährleisten und andererseits eine abschließende Sachbearbeitung anzubieten. Skaleneffekte erzielt der Auftraggeber durch zahlreiche Stützsysteme, die Bestandteil des Dienstleistungsangebotes der A/V/E sind. Aussichten Die Regulierung der Energiewirtschaft bietet für A/V/E nach wie vor vielfältige Chancen, zunehmend aber auch Risiken. Der Wettbewerb zwischen den Energieversorgungsunternehmen ist bereits hart, wie der zwischen den Dienstleistern. Auf beiden Seiten scheint eine Marktbereinigung bzw. eine Konsolidierung des Marktes zu beginnen. Auf Seiten der Dienstleister war dies zu Beginn des Jahres 2012 zu spüren, auf Seiten der Auftraggeber konnte dies deutlich im vierten Quartal 2012 beobachtet werden. Demzufolge erwartet A/V/E, dass sich der Umsatz 2013 auf ähnlichem Niveau wie 2012 bewegen und mittelfristig weiter positiv entwickeln wird, wenngleich es schwieriger wird, das bisherige Umsatzwachstum künftig fortzusetzen. Hinsichtlich des Jahresergebnisses ist geplant, für den Wirtschaftsplanzeitraum bis 2015 eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Niveau des Berichtsjahres zu realisieren. Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 81 von 497 Cives Dienste GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Äußere Hordorfer Straße 12 06114 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Erbringung aller Arten von Dienstleistungen der Daseinsvorsorge und der Infrastrukturentwicklung in und für Gebietskörperschaften, einschließlich der Entwicklung innovativer Leistungsangebote, Werbung, Vertrieb von Waren, Marktbeobachtung, Information, Beratungen und Interessenwahrnehmungen, soweit diese in Zusammenhang mit den vorgenannten Dienstleistungen stehen. Öffentlicher Zweck: Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der Unterhaltsreinigung in Gebäuden der Stadt Halle (Saale). b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Arndt, Michael Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzende Misch, Werner Philipp, Lothar Nebelung, Barbara Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar Hilbig, Stefan Hildebrandt, Roland Krause, Johannes Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 82 von 497 (bis 30.06.2012) (seit 27.09.2012 stellv. Vorsitzende) (seit 21.09.2012) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 0 100 2010 % 1 99 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 0 133 T€ 0 79 T€ 1 86 % 1 99 T€ 0 54 % 0 68 Bilanzsumme 133 100 79 100 87 100 54 68 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 25 21 87 % 19 16 65 T€ 25 26 28 % 32 33 35 T€ 25 26 36 % 29 30 41 T€ 0 -5 59 % 0 -19 211 Bilanzsumme 133 100 79 100 87 100 54 68 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 639 5 41 543 0 49 0 0 11 11 3 3 2011 T€ 627 5 2 581 0 46 0 2010 T€ 731 37 10 702 1 35 0 0 20 13 0 0 0 0 7 7 Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 83 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: ee) Leistungsdaten keine Angaben 0,00 18,79 81,21 31.12.2011 0,53 31,65 68,35 31.12.2010 0,96 28,71 71,29 Angaben in 2011 0,49 12,31 3 17 91,86 2010 2,75 110,01 21 18 91,35 Angaben in 1,75 44,61 11 21 84,26 % % T€ T€ % % % % . . . Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 84 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 %-Punkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 %-Punkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 auf 2010 betrug 808 Einwohner. Veränderungen von Rahmen- und Marktbedingungen Im Geschäftsjahr 2012 galt es für die Cives Dienste GmbH, das Kerngeschäft der Gebäudereinigung zu stabilisieren und die im Jahr 2010 aufgenommene Entsorgungstätigkeit für Leichtverpackungen dauerhaft auszubauen. Beide Dienstleistungen werden gegenüber der Muttergesellschaft Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH erbracht und zielen dabei auf ein hohes Qualitätsmerkmal. Um diesem Anspruchsniveau gerecht zu werden und dem Auftraggeber ein verlässlicher Partner zu sein, hat die Cives Dienste GmbH ihre Linienstruktur ausgebaut. Somit ist in der Gesellschaft die notwendige Aufbauorganisation implementiert, welche die operative Tätigkeit maßgeblich steuert. Wie die Entwicklung der operativen Leistungsebene auf der einen Seite, so setzt die Cives Dienste GmbH auf der anderen Seite auf die vertragliche Vergabe der kaufmännischen Unterstützung im Konzernverbund. Im Geschäftsfeld Gebäudereinigung bleibt das Auftragsvolumen insgesamt konstant, wobei die Teilleistungen in den einzelnen Reinigungsobjekten an einen unterschiedlichen Dienstleistungsbedarf angepasst werden oder gar vollständig ersetzt werden mussten. Dieses betrifft im Kulturbereich die Objekte des Thalia Theaters. Im Ausgleich dazu konnten die Objekte des halleschen Konservatoriums in das Reinigungsportfolio integriert werden. Zudem ist das Geschäftsfeld Gebäudereinigung im Jahr 2012 von der Anhebung des Mindestlohnniveaus betroffen. Für die Geschäftsführung wird diese Entwicklung als eindeutiger Schritt zu mehr Chancengleichheit verstanden. Besonders im Gebäudereinigerhandwerk kann durch diese gesetzliche Festlegung die Transparenz des Wettbewerbs entwickelt werden und stellt die Cives Dienste GmbH näher an die Konkurrenten des Marktes. Mit dem Jahr 2012 läuft der erste Vertragszeitraum der Entsorgung von Leichtverpackungen aus. Auf Grund der erneuten erfolgreichen Teilnahme der Muttergesellschaft an der Leistungsvergabe kann dieses Geschäft wiederum für weitere drei Jahre gebunden werden. Damit sieht sich die Cives Dienste GmbH in ihrem Dienstleistungsansatz bestätigt und das Vergabeergebnis zeigt die Bedeutung der Gesellschaft für ein marktfähiges Niveau der privatwirtschaftlichen Entsorgung in der Stadt Halle (Saale). Zusammenfassend sind die Marktbedingungen für die Cives Dienste GmbH auf einem niedrigen Stufenwert stabil. Nur eine konsequente Marktausrichtung der Gesellschaft sichert dabei das Geschäft und den gegebenen Leistungsumfang. Im gesamten Bereich der Daseinsvorsorge ist es notwendig, für ein erfolgreiches Agieren eine hohe Flexibilität zu beweisen. Dieses ist dem Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr in jedem Fall gelungen und kann anhand der kurzfristigen Reaktion auf die geänderten Leistungseinheiten dokumentiert werden. Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 85 von 497 Tätigkeit der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr Um den Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zu entsprechen, sind die Rahmenbedingungen für die Cives Dienste GmbH den rechtlichen Vorgaben anzupassen. Die in den Anfangsjahren praktizierte operative Leistungssteuerung durch die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wurde aufgespalten. Erstmals für ein komplettes Geschäftsjahr hat im Jahr 2012 die Cives Dienste GmbH zahlreiche Objekte in Eigenregie übernommen. Damit ist zum einen die konsequente Abgrenzung zur Leistung der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH vollzogen und zum anderen der Cives Dienste GmbH die Möglichkeit gegeben, das eigene Leistungsspektrum zu entfalten. Auf Basis des zum 01.12.2011 in Kraft getretenen Dienstleistungsvertrags zwischen der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH und der Cives Dienste GmbH werden die Leistungen der Gebäudereinigung nach einem Festpreis abgegolten. Dieser Festpreis ist auf Basis einer spezifischen Kostenrechnung für die zu reinigenden Objekte festgelegt und in einer Anlage zum Vertrag für die einzelnen zu reinigenden Objekte definiert. Eine Anpassung der Reinigungsflächen und Häufigkeit kann durch den Auftraggeber jederzeit vorgenommen und so den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden. Mit der Schaffung eigener Linienstrukturen wurde im Jahr 2011 in der Gebäudereinigung begonnen und im Jahr 2012 fand diese Umgestaltung in der Entsorgungslogistik ihren Abschluss. Zu diesem Zweck beschäftigt die Gesellschaft seit Juli 2012 einen Einsatzleiter. Diesem obliegt die operative Leistungssteuerung, die Koordination der Einsätze sowie die monatliche Abrechnung der tatsächlichen Einsatzstunden. Sparte Gebäudereinigung Das Geschäftsjahr 2012 ist für die Sparte Gebäudereinigung von einer stetigen Nachfragebewegung geprägt. Zumeist sind es die saisonal bedingten Schwankungen durch Schulferien aber auch die Häufung von Wochenfeiertagen, welche die Leistungsmengen stark beeinflussen. Zudem begleitet ein hoher Krankenstand das Geschäftsjahr, so dass der zeitlichen Leistungsverschiebung nur bedingt mit eigenen Mitarbeitern begegnet werden kann. Sparte Logistikleistung für den Entsorgungsbereich Ein besonderes Maß an Einsatzbereitschaft zeigen die Fahrer und Lader zum Ende des Jahres. Durch die Häufung der Wochenfeiertage müssen die Entsorgungen weitreichend auf andere Tage verschoben werden. Dabei kommt ein stadtweit umgestellter Entsorgungsplan zum Tragen, welcher die Abfuhr der Müllgroßbehälter am Samstag notwendig macht. Letztlich strebt die Gesellschaft die langfristige Fortsetzung des Geschäftsmodells an, um aus der Gruppe der Stadtwerke heraus konkurrenzfähige Preise für die stark umkämpften Sammelleistungen der Entsorgungsbranche anzubieten. Ertragslage Durch eine Entwicklung der Dienstleistungen können sowohl die Gebäudereinigung als auch die Transportleistungen gegenüber dem Vorjahr leicht erweitert werden. Deshalb steigen die Umsatzerlöse von TEUR 627 im Vorjahr für das Jahr 2012 auf TEUR 639. Auf Grund der zeitlichen Begrenzung der Fördermaßnahme durch das Arbeitsamt, welche im Jahr 2011 ausgelaufen sind, ist im Jahr 2012 keine Unterstützungsleistung der Lohnkosten zu berichten. Die ausgewiesenen betrieblichen Erträge von TEUR 5 resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen. Der Materialaufwand in Form von Aufwendungen für Arbeitsmittel fällt gegenüber dem Vorjahr TEUR 2 in diesem Berichtsjahr mit TEUR 1 geringer aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren nur ergänzende Maßnahmen notwendig. Eine wesentliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist für die Fremdleistungen zu erkennen. Da die Cives Dienste GmbH im Jahr 2012 einen festen Objektbestand zu betreuen hatte, ist dazu eine Mindestpersonalstärke die Grundvoraussetzung. Ist dieser Mindestbestand durch individuelle Gründe unterschritten, muss die Gesellschaft mit der Beauftragung von Subunternehmerleistungen diesem Umstand entgegenwirken. Gleichzeitig konnte mit dieser Maßnahme kurzfristig auf Schwankungen der Personalkapazität reagiert werden. Die Fremdleistungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2012 auf TEUR 39. Der Vergleich der Personalzahl mit dem Vorjahr spiegelt sich in den Personalkosten wider. Von TEUR 581 im Jahr 2011 reduzierte sich der Personalaufwand auf TEUR 542 im Jahr 2012. Zum einen wurde damit die Anhebung des Mindestlohnniveaus kompensiert, welche für die Gesellschaft keinen nennenswerten Aufwendungsanstieg bedeutet, da bereits vorher Stundenlöhne in nahezu identischer Höhe gezahlt wurden. Zum anderen zahlte die Gesellschaft an ihre Mitarbeiter zum Jahresende eine insgesamt geringere Jahressonderzahlung. Die geplante Anschaffung eines Kleintransporters ist auf das nächste Jahr verschoben. Damit fallen nur die Abschreibungen der in den Vorjahren getätigten Investitionen an. Demnach kann gegenüber dem Vorjahr ein konstanter Abschreibungswert festgestellt werden. Ein Vergleich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen zeigt insgesamt keine wesentliche Entwicklung. Dem Wert des Vorjahres von TEUR 46 stehen für dieses Jahr TEUR 49 gegenüber. Dabei kann die Gesellschaft gegensätzliche Gestaltungsrichtungen gut kompensieren. Dem Ausbau der Aufwendungen für die im Konzern zentralisierten administrativen Tätigkeiten stehen Reduzierungen bei Abgaben und bei der Aus- und Weiterbildung gegenüber. Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 86 von 497 Eine gute Kapitalausstattung der Gesellschaft kann aber auf Grund der niedrigen Konditionen am Kapitalmarkt keine Ergebnisimpulse durch das Finanzergebnis bewirken. Alle genannten Entwicklungen an Ertrag und Aufwendungen münden in dem dargestellten Betriebsergebnis von TEUR 11. Damit wird das Vorjahresergebnis um TEUR 8 übertroffen. Wenn auch das Betriebsergebnis im Verhältnis zur Gesamtleistung lediglich zwei Prozent beträgt, so kann die Cives Dienste GmbH doch ihre Leistungsfähigkeit in diesem Ergebnis erkennen und selbst damit ein weiteres Geschäftsjahr die bewährte Unterstützung des Gesellschafters fortsetzen. Letztlich fließt über den geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag die Gewinnausschüttung vollständig in die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH. Bei der Analyse der Bilanz kann die Cives Dienste GmbH auf der Aktivseite eine generelle Erweiterung der Forderungen ausweisen. Sowohl die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und dem Cash Pool, als auch die sonstigen Vermögensgegenstände bestimmen sich mit mehr als 50 Prozent über dem Vorjahrswert. Daraus lässt sich die Entwicklung des Umlaufvermögens von TEUR 79 auf TEUR 133 ableiten. Im Gegensatz dazu zeigen sich auf der Passivseite keine derart gleichlautenden Veränderungen im Jahresversatz. Zunächst ist von einem konstanten Eigenkapital in Höhe der Stammeinlage zu berichten. Die notwendigen Rückstellungen fallen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 um TEUR 5 geringer aus als vor Jahresfrist. Gegenüber TEUR 26 zum Abschluss des Jahres 2011 sind mit Ablauf 2012 TEUR 21 notwendig, da sich die Rückstellungssachverhalte für die Schwerbehindertenabgabe sowie für Urlaub und anderen Lohnaufwand rückläufig darstellen. Offene Verbindlichkeiten der Lieferungen und Leistungen besonders zu verbundenen Unternehmen sind auf Grund der Rechnungslegung zum Jahresende angezeigt und resultieren aus dem Leistungsausgleich mit der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH und der Personalbetreuung durch die Stadtwerke Halle GmbH. Insgesamt ist die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 79 in dieser Berichtsperiode auf TEUR 133 gestiegen. Personal Für die Personalstärke von 32 Mitarbeitern zum Jahresende hat die Cives Dienste GmbH im Jahresverlauf einen überdurchschnittlichen Personalwechsel zu verzeichnen. Prinzipiell orientierte sich die Personalarbeit des Unternehmens am Grundsatz, die freiwerdenden Stellen unverzüglich wiederzubesetzen. Zum Stichtag 31. Dezember 2012 sind in der Cives Dienste GmbH 26,5 Vollbeschäftigteneinheiten beschäftigt. Dabei befinden sich neun Kraftfahrer und Lader in einem Arbeitsverhältnis von vierzig Stunden pro Woche. Zusätzlich ist mit dem Einsatzleiter der strukturelle Personalausbau seit Juli 2012 vollzogen. Für die 22 Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger gilt eine wöchentliche Beschäftigung von dreißig Stunden. Gegenüber dem Vorjahresniveau verringerte sich die Personalstärke der Gebäudereinigung leicht und ist aber dennoch vollständig auf den Dienstleistungsumfang ausgerichtet. Insgesamt ergibt sich in der Berichtsperiode eine rückläufige Anpassung der Mitarbeiter um 2,5 Vollbeschäftigteneinheiten. Branchen- und Unternehmensausblick Die Abhängigkeit vom Gesellschafter in Bezug auf die Abnahme der durch die Cives Dienste GmbH angebotenen Leistungen muss generell als Risiko angesehen werden. Dennoch soll dem latenten Risiko durch die Gewinnung neuer Kunden und durch die Optimierung der Kosten-/Leistungssituation entgegengewirkt werden. Die Gesellschaft ist keinen wesentlichen Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen in Bezug auf die verwendeten Finanzinstrumente, insbesondere Forderungen und Verbindlichkeiten, ausgesetzt. Das Risikofrüherkennungssystem der Gesellschaft befindet sich auf aktuellem Stand. In Auswertung der festgelegten Risikofelder sind keine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken benannt. Eine solide Leistungsentwicklung im Jahr 2013 soll der Cives Dienste GmbH eine positive Ergebnisbestätigung in Höhe von TEUR 4 vor Gewinnabführung bringen. Gleichwohl gilt es, die Suche nach Nischen fortzusetzen, um zusätzliche Möglichkeiten zu generieren. Diese Herausforderung wird das Agieren im Jahr 2013 weiterhin bestimmen und den marktwirtschaftlichen Fortschritt sichern. Auch für das Folgejahr strebt die Cives Dienste GmbH nach einer Bestätigung ihres Ergebnispotentials. Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 87 von 497 Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Grubenweg 3 06242 Braunsbedra Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 260 T€ Stadt Mücheln Stadt Braunsbedra Stadtwerke Halle GmbH Peter Binder Stadt Bad Lauchstädt 101 55 52 26 26 % 39,00 21,00 20,00 10,00 10,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist: die Versorgung von Gebietskörperschaften und privatrechtlichen Partnern mit Wasser, Fernwärme, Elektroenergie und Gas sowie die Entsorgung von Abwasser einschließlich aller in diesem Zusammenhang stehenden Leistungen die Versorgung Dritter mit Energieträgern in fester und flüssiger Form einschließlich Gasen die Geschäftsbesorgung im Bereich von Gebühren, Beiträgen, Steuern und Dienstleistungen für Dritte, die im Zusammenhang mit der Versorgung von Energie und Wasser sowie der Entsorgung von Abwasser stehen die Annahme, Aufbereitung, Verwertung und Vermittlung von regenerativen Brennstoffen und anderen Reststoffen die Betreibung nachhaltiger Energie- und Stoffwirtschaft. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Energieversorgung, Abwasserent- und Wasserversorgung werden explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Binder, Peter Ver- und Entsorgung Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbh Seite 88 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 79 20 0 1 2010 % 82 13 1 4 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Aktive latente Steuern T€ 3.847 974 17 50 T€ 4.108 658 20 213 T€ 3.571 859 27 288 % 75 18 1 6 T€ -261 316 -3 -163 % -6 48 -15 -77 Bilanzsumme 4.888 100 4.999 100 4.745 100 -111 -2 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Baukostenzuschüsse Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Investitionsund T€ 1.256 115 246 3.271 0 % 26 2 5 67 0 T€ 817 134 197 3.850 1 % 16 3 4 77 0 T€ 602 168 221 3.754 % 13 3 5 79 T€ 439 -19 49 -579 -1 % 54 -14 25 -15 -100 Bilanzsumme 4.888 100 4.999 100 4.745 100 -111 -2 Ver- und Entsorgung Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbh Seite 89 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 164 13 439 439 77 9 214 214 0 171 616 1 227 300 5.103 5 126 1.081 1.748 426 1.192 2011 T€ 4.772 48 128 1.170 1.718 491 1.043 2010 T€ 3.370 48 191 1.670 1.807 460 805 26 1 96 -1.202 109 -109 -347 10 -974 -974 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 8,60 53,77 865 93 33,40 2011 4,49 35,61 706 87 34,71 2010 -28,91 -61,80 -514 62 50,06 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 76,53 25,69 74,31 31.12.2011 82,11 16,34 83,66 31.12.2010 74,41 12,69 87,31 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Absatz Fernwärme Absatz Strom 18,7 31.12.2011 18,9 18,1 31.12.2010 21,5 13,2 Angaben in GWh GWh . . . 18,4 Ver- und Entsorgung Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbh Seite 90 von 497 e) Lagebericht 1. Allgemeiner Geschäftsverlauf Die Geschäftsfelder der Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH (EWAG) blieben im Jahr 2012 unverändert. Die EWAG erzeugt Wärme und stellt diese über Fernwärmenetze in den Städten Braunsbedra (einschl. Ortsteil Großkayna) und Mücheln ihren Kunden zur Verfügung. Die Wärme wird in einem Heizkraftwerk (Anlage Grubenweg, Braunsbedra) und drei Wärmeerzeugungsanlagen (Großkayna, Mücheln, Atlantis-Center Braunsbedra) durch die thermische Verwertung von Ersatzbrennstoffen (EBS), Holzhackschnitzeln und Heizöl erzeugt. Der im Heizkraftwerk Grubenweg und im Kraftwerk Geiseltalstraße (VKH) erzeugte Strom wird in das Netz der MITNETZ Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH eingespeist. Der unter Abzug der Eigenverbräuche der beiden Kraftwerksanlagen und der übrigen EWAG-Betriebsanlagen verbleibende Strom wird vermarktet. Dies erfolgte bis 31.07.2012 börsenorientiert. Durch den Abschluss des Liefervertrages zum 01.08.2012 mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) AöR konnten wesentlich bessere Konditionen erreicht werden. Außerdem verbessert der abgeschlossene Vertrag die Planbarkeit des Energieabsatzes. Ein geringer Teil der erzeugten Elektroenergie wird zur Versorgung privater und gewerblicher Abnehmer genutzt. Die Lagerung und thermische Verwertung von Ersatzbrennstoffen (EBS) ist gesetzlich reglementiert (BundesImmissionsschutzgesetz – BImSchG) . Die entsprechende Genehmigung für das Heizkraftwerk Grubenweg gilt ab dem 1. April 2011 (Beginn der Erprobungsphase) nach einer Umrüstung der Anlage in den Jahren 2010 und 2011. Laut Genehmigungsbescheid des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt waren im Heizkraftwerk Grubenweg im Jahr 2012 sechs Einzelmessungen für diskontinuierlich zu messende Emissionsgrenzwerte durchzuführen. Neben der grundsätzlichen Einhaltung der Grenzwerte bei der kontinuierlichen Emissionsmessung konnten auch die 6 Einzelmessungen mit positiven Ergebnissen abgeschlossen werden. Grundsätzlich ist einzuschätzen, dass durch die Umrüstung der Anlage Grubenweg zur thermischen Verwertung von Ersatzbrennstoffen (EBS) eine Stabilisierung des Kraftwerksbetriebes erreicht wurde. Das Kraftwerk Geiseltalstraße (VKH) lief ebenfalls unter normalen Betriebsbedingungen. Die Verfügbarkeit der Kraftwerksanlage ist nach wie vor nicht befriedigend. Dies ist bekannter Weise mit dem Nachteil der Existenz nur einer Linie zur Energieerzeugung zu begründen. Die Wärmeerzeugungs- und –verteilungsanlagen in Großkayna, Mücheln und Braunsbedra (Atlantis) liefen unter normalen Betriebsbedingungen im Wesentlichen störungsfrei, so dass die Versorgung unserer Kunden jederzeit sichergestellt war. Der Bereich Wasserversorgung arbeitet ebenfalls stabil und ohne größere Störungen. Im Bereich der Stadt Mücheln, OT Langeneichstädt, wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt Mücheln umfangreiche Maßnahmen am Versorgungsnetz zur Stabilisierung der Versorgung im Bereich Florian-Geyer-Siedlung realisiert. Für das Jahr 2012 war die EWAG erstmals von den Folgen des „Wasser-Cent“ betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umfang der betrieblichen Instandhaltung erweitert werden. Hier sind auch für das Folgejahr umfängliche Maßnahmen notwendig. 2. 2.1 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Die EWAG hat im Geschäftsjahr 2012 einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 439 (Vorjahr: TEUR 214) erwirtschaftet. Hierbei haben sich die Umsatzerlöse um TEUR 331 erhöht. Die Materialaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 89 verringert. Die Bruttomarge als Überschuss der Betriebsleistung (Umsatzerlöse, aktivierte Eigenleistungen und sonstige betriebliche Erträge) über die Materialaufwendungen hat sich von TEUR 3.778 um TEUR 375 auf TEUR 4.153 erhöht. Die Erhöhung der Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Erlöse aus dem Stromverkauf um TEUR 92 sowie der Erlöse aus der Verwertung von Ersatzbrennstoffen um TEUR 267. Die Erlöse aus Fernwärme haben sich um TEUR 13 verringert. Die Verringerung des Materialaufwandes ist hauptsächlich auf den Ersatz des Brennstoffes Holz durch den Einsatz von Ersatzbrennstoffen im Heizwerk Braunsbedra zurückzuführen. Dadurch konnten die Aufwendungen für den Brennstoff Holz von TEUR 386 um TEUR 300 auf TEUR 86 verringert werden. Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbh Ver- und Entsorgung Seite 91 von 497 Dieser Entwicklung stehen nach der Umrüstung nach 17. BImSchV des Heizkraftwerks in Braunsbedra eine Erhöhung der Aufwendungen für Hilfsstoffe (Einsatz von Sorbalit) um TEUR 23 sowie der sonstigen Fremdleistungen (Entsorgung von Rost- und Filteraschen) um TEUR 77 gegenüber. Die Erhöhung der Aufwendungen für den Strombezug ist mit der Erhöhung der gesetzlichen Abgaben und Steuern sowie höheren Netznutzungsentgelte der Netzbetreiber verbunden. Die Erhöhung des Personalaufwandes um TEUR 30 begründet sich durch Lohn- und Gehaltsanpassungen, höhere Schichtzuschläge sowie durch Zahlungen von Leistungsprämien. Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um TEUR 150 ist weitestgehend auf die Erhöhung der Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltungen sowie auf die Erhöhung der Fahrzeugkosten zurückzuführen. Durch ein stetiges Finanzmanagement in Verbindung mit der Entwicklung auf den Finanzmärkten konnten die Zinsen um TEUR 56 gesenkt werden. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten weitestgehend latente Steuer in Höhe von TEUR 163, die sich im Wesentlichen aus der Bilanzierung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge ergeben. 2.2 Finanzlage Trotz Verringerung des Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von TEUR 1.015 im Vorjahr um TEUR 338 auf TEUR 677 hat sich die Finanzlage weiterhin stabilisiert. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist durch die Mittelbindung in den kurzfristigen Forderungen belastet. Es wurden Auszahlungen für Investitionen sowie die Tilgung von Finanzkrediten von TEUR 712 vorgenommen. Die Kontokorrentlinien wurden um TEUR 300 verringert. Zum Bilanzstichtag waren offene Kontokorrentlinien von TEUR 360 verfügbar. Die weiteren Kontokorrentkredite sollen durch die in den folgenden Geschäftsjahren erwarteten positiven Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit zurückgeführt werden. 2.3 Vermögenslage Die Bilanzsumme der EWAG hat sich im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 4.999 auf TEUR 4.888 verringert. Diese Minderung der Bilanzsumme ist vor allem auf das Anlagevermögen zurückzuführen. Den Zugängen zum Anlagevermögen von TEUR 201 stehen Anlagenabgänge von TEUR 36 sowie Abschreibungen auf Sachanlagen von TEUR 426 gegenüber. Das Umlaufvermögen hat sich um TEUR 316 (ursächlich durch Forderungen aus dem Stromverkauf sowie Forderungen aus Brennstofflieferungen) erhöht. Die liquiden Mittel sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Die im Geschäftsjahr 2011 bilanzierten aktiven latenten Steuern haben sich um TEUR 163 verringert. Die aktiven latenten Steuern betreffen insbesondere zukünftige steuerliche Vorteile aus Verlustvorträgen. Diese Verlustvorträge werden nach der Planungsrechnung der EWAG im Geschäftsjahr 2013 vollständig verbraucht werden. Durch den erwirtschafteten Jahresüberschuss erhöhte sich das Eigenkapital um TEUR 439. Der Bestand des Sonderpostens hat sich um TEUR 19 verringert. Den Zuführungen in Höhe von TEUR 15 stehen Auflösungen in Höhe von TEUR 34 gegenüber. Die Erhöhung der Rückstellungen um TEUR 49 begründet sich wesentlich durch die Einstellung von Rückstellungen für unterlassene Reparaturen im Kraftwerk Grubenweg. Die Verbindlichkeiten haben sich um TEUR 579 verringert. Diese Verringerung ist auf die Minderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 541 sowie und die Minderung der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 31 zurückzuführen. 3. Investitionen Die Investitionen zur Umrüstung des Heizkraftwerkes Grubenweg zur 17. BImSchV-Anlage wurden durch Einzelmessungen (siehe Erläuterungen zum allgemeinen Geschäftsverlauf) auch formell abgeschlossen. Ver- und Entsorgung Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbh Seite 92 von 497 Im Rahmen von geplanten Ersatzinvestitionen wurden vier Fernwärme-Hausanschlussstationen unserer Kunden Geiseltaler Wohnungsgesellschaft mbH und Wohnungsgenossenschaft Kohle Geiseltal e.G. mit modernen und energieeffizienten Bauteilen umgerüstet. Diese Umrüstung wird bis in 2013 kontinuierlich fortgesetzt. 4. Entwicklung nach dem 31. Dezember 2012 In den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2013 war eine Verknappung des Angebotes an Ersatzbrennstoffen (EBS) zu verzeichnen, die bei der Planung für das Jahr 2013 nicht vorauszusehen war. In dieser Situation musste auf Material zurückgegriffen werden, das für eine thermische Verwertung in den Anlagen nur bedingt geeignet war. Auch mit erhöhten personellem Aufwand konnten die geplanten Mengen an Elektroenergie nicht realisiert werden. Erschwert wurde die Situation bei der Stromerzeugung dadurch, dass die Dampferzeuger 8 und 5 durch zwei in diesem Umfang nicht geplante Reparaturen nicht vollständig zur Verfügung standen. Ab März 2013 standen Ersatzbrennstoffe (EBS) in der erforderlichen Qualität wieder zur Verfügung, sodass sich die Situation in den Erzeugeranlagen wieder stabilisierte. Kompensiert wurden diese negativen Tendenzen durch die Verminderung des Materialaufwandes und der Betrieblichen Aufwendungen. 5. Risikobericht Die Ver- und Entsorgungsbedingungen sind momentan als stabil einzuschätzen. Die Entwicklung der Entgelte für die Entsorgung von Ersatzbrennstoffen (EBS) war zuletzt tendenziell fallend. Momentan kann die EWAG ca. 30,- €/t EBS erlösen. Die Kosten für die Deponierung von Filteraschen konnte durch die Nutzung neuer Entsorgungswege auf 117 €/t reduziert werden. Durch den Abschluss des Liefervertrages für Elektroenergie mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) AöR sind die Erlöse für eingespeiste Elektroenergie als stabil anzusehen. 6. Prognosebericht Für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 erwartet die Geschäftsführung eine weitere Stabilisierung der Finanz- und Ertragslage. Inwieweit für 2013 das in der Planungsrechnung avisierte Ergebnis vor Steuer von ca. 0,5 Mio. € wegen der oben genannten veränderten Marktbedingungen für Ersatzbrennstoffe (EBS) zu realisieren ist, kann momentan nicht endgültig bewertet werden. Für das Geschäftsjahr 2014 wird ein Ergebnis vor Steuer von 0,4 Mio. € erwartet. Ver- und Entsorgung Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbh Seite 93 von 497 Energieversorgung Halle Netz GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Zum Heizkraftwerk 12 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ EVH GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Planung, Erwerb, Betrieb, Vermarktung und sonstige Nutzung von Transport-, Verteilungs- und Speicherungssystemen sowie von Zähl- und Messsystemen für elektrische Energie, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung vornehmlich im Stadtgebiet von Halle (Saale); Errichtung von Transport, Verteilungs- und Speicherungssystemen sowie von Zähl- und Messsystemen für elektrische Energie-, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung durch Dritte; jede Art der Beschaffung und der gewerblichen Nutzung von elektrischer Energie, Gas und Wärme; Erbringung und Vermarktung von Leistungen und Diensten auf den Gebieten der Verteilung von elektrischer Energie, Gas und Wärme sowie der Versorgung mit Telekommunikation vornehmlich im Stadtgebiet von Halle (Saale). Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der Energieversorgung Halle Netz GmbH findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Göpfert, Heike Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 94 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 4 65 31 2010 % 4 71 25 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.595 24.065 11.219 T€ 1.607 25.232 8.904 T€ 904 43.761 6.696 % 2 85 13 T€ -12 -1.167 2.315 % -1 -5 26 Bilanzsumme 36.879 100 35.743 100 51.361 100 1.136 3 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 25 19.002 6.694 11.158 % 0 52 18 30 T€ 25 19.418 7.478 8.822 % 0 54 21 25 T€ 25 24.830 19.874 6.632 % 0 48 39 13 T€ 0 -416 -784 2.336 % 0 -2 -10 26 Bilanzsumme 36.879 100 35.743 100 51.361 100 1.136 3 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern1) aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1) 2011 T€ 100.940 -212 3.102 74.159 4.005 145 21.920 281 298 3.584 127 72 55 23 3.616 2010 T€ 135.232 429 2.504 110.125 3.679 97 21.107 503 531 3.129 132 331 -199 77 2.853 101.946 105 2.621 79.470 4.314 458 19.976 351 474 331 187 153 34 22 343 0 0 0 0 0 0 ab 2011 werden Teile der Position sonstige Steuern dem Materialaufwand zugeordnet Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 95 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Netznutzung Fernwärme Netznutzung Gas Netznutzung Strom 31.12.2011 610,00 1.110,00 799,00 31.12.2010 724,00 1.349,00 819,00 Angaben in 2011 3,58 14.463,52 3.761 1.648 3,86 2010 2,11 11.413,86 2.950 2.424 2,66 Angaben in 0,34 1.370,68 800 1.610 4,12 % % T€ T€ % 31.12.2011 0,16 0,07 99,93 31.12.2010 1,24 0,05 99,95 Angaben in 0,14 0,07 99,93 % % % G W G h W G h W h 622,00 1.169,00 856,00 GWh GWh GWh Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 96 von 497 e) Lagebericht 1. 1.1. Rahmenbedingungen, Branchenentwicklung und Geschäft Rahmenbedingungen Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: 4,0 Prozent, 2011: 3,1 Prozent). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 Prozent) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 Prozent und für Sachsen-Anhalt mit 0,1 Prozent ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. 1.2. Branchenentwicklung Durch die Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen stand die deutsche Energiewirtschaft auch in diesem Geschäftsjahr vor neuen Herausforderungen. Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2011 mit zwei Beschlüssen die in § 9 Anreizregulierungsverordnung (ARegV) a. F. vorgesehene Berücksichtigung des generellen sektoralen Produktivitätsfaktors für unzulässig erklärt hatte, da diese in § 21a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) a. F. keine ausreichende Ermächtigungsgrundlage fand, beschloss der BGH im Januar 2012, dass die anschließende Neufassung des § 9 ARegV in Verbindung mit § 21a EnWG n. F. wirksam und auch rückwirkend auf die gesamte erste Regulierungsperiode anzuwenden ist. Zum 1. Januar 2012 wurde durch § 19 Abs. 2 StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) eine Umlage zur Entlastung der Großindustrie eingeführt. Für Industrieunternehmen, die einen Stromverbrauch von mehr als 10 GWh haben und relativ konstant Strom verbrauchen (mehr als 7.000 Benutzungsstunden pro Jahr), entfallen demnach die Netzentgelte. Die dadurch entgangenen Erlöse der Netzbetreiber werden durch die Erhebung der neuen Umlage kompensiert. Ebenfalls zum 1. Januar 2012 wurden durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) und die Landesregulierungsbehörden die Qualitätselemente für alle Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen bestimmt. Die Datenerhebung erfolgte mit Beschluss vom 20. April 2011 (AZ. BK8-11/001). Die Qualitätselemente für die Nieder- und Mittelspannungsebene wurden gemäß Beschluss vom 7. Juni 2011 (AZ. BK8-11/002 bzw. entsprechende Beschlüsse der Landesregulierungsbehörden) auf Basis der Versorgungsunterbrechungen der Jahre 2007 bis 2009 berechnet. Die Bonuszu- bzw. Malusabschläge sind von den Netzbetreibern in den Erlösobergrenzen der Jahre 2012 und 2013 in Ansatz zu bringen. Die BNetzA einigte sich im Februar 2012 mit den Netzbetreibern über die zukünftige Vorgehensweise bei der Genehmigung von Investitionsbudgets. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte im Jahr 2011 eine Reihe von strittigen Detailfragen bezüglich der Investitionsbudgets entschieden. Die Netzbetreiber und die BNetzA einigten sich, auf ein Vorgehen gegen die bisherigen Entscheidungen beim BGH zu verzichten und den Netzausbau nicht durch langwierige Gerichtsverfahren zu gefährden. Weiterhin trafen die Netzbetreiber mit der BNetzA auf Basis der Entscheidungen des OLG Düsseldorf eine außergerichtliche Einigung, welche Auswirkungen für die künftige Genehmigungspraxis haben wird. Die Netzbetreiber können sich bei der BNetzA für besondere Erweiterungs- und Umstrukturierungsvorhaben Investitionsbudgets genehmigen lassen. Diese entsprechenden Investitionskosten können die Netzbetreiber über eine Anpassung der Netzentgelte refinanzieren. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 97 von 497 Das Umweltbundesamt (UBA) wird entsprechend der Veröffentlichung vom 23. Mai 2012 künftig das Herkunftsnachweisregister (HKNR) führen. Alle Stromnetzbetreiber auf der Verteilnetzebene sind nunmehr verpflichtet, Stammdaten sowie Messwerte von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien produzieren, an das UBA zu übermitteln. Diese Verpflichtung ergibt sich aus § 22 der Herkunftsnachweis-Durchführungsverordnung (HkNDV). Neben der HkNDV gelten zudem die Festsetzungen der BNetzA für den Austausch von EDIFACT-Nachrichten, welche von der Bundesnetzagentur mit Mitteilung Nr. 33 vom 2. April 2012 festgesetzt und ab dem 1. Oktober 2012 verbindlich wurde. Am 20. Juni 2012 hat die BNetzA aufgrund der noch sehr undifferenzierten öffentlichen Diskussion zum Thema "Smart Grid" ein Eckpunktepapier veröffentlicht, das zum einen eine Abgrenzung der Begrifflichkeiten "Smart Grid" und "Smart Market" vornimmt und sich zum anderen in über 50 Thesen mit dem sich verändernden Energieversorgungssystem auseinandersetzt. Die BNetzA hofft, durch dieses Papier eine intensivere Diskussion der Thematik anstoßen zu können und die Veränderungen des Energieversorgungssystems weiter voran zu bringen. Dieses Eckpunktepapier soll die Diskussion zu dieser Thematik weiter befördern und besser strukturieren. Am 16. Juli 2012 haben die Regulierungsbehörden erneut Auslegungsgrundsätze zur Umsetzung der Entflechtungsvorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes §§ 6 bis 10e EnWG veröffentlicht, konkret zu den Anforderungen an die Markenpolitik und das Kommunikationsverhalten bei Verteilnetzbetreibern. Mit der Systemstabilitätsverordnung (SysStabV) vom 26. Juli 2012 wurden die Betreiber von Verteilnetzen verpflichtet, die Wechselrichter der PV-Anlagen innerhalb von drei Jahren dahingehend umzurüsten, dass die Frequenz von 50,2 Hertz gehalten werden kann. Die Kosten werden je zur Hälfte über die EEG-Umlage (Umlage nach dem Erneuerbare-EnergienGesetz) und die Netzentgelte weitergegeben, so dass sie letztlich von den Stromkunden getragen werden. Der BGH hat mit zwei Beschlüssen vom 9. Oktober 2012 erstmals über den Effizienzvergleich in der Anreizregulierung und zu den sogenannten Besonderheiten der Versorgungsaufgabe nach § 5 ARegV entschieden. Diese Vorschrift sieht vor, dass der für einen Netzbetreiber festgestellte Effizienzwert zu korrigieren ist, sofern Besonderheiten seiner Versorgungsaufgabe vorliegen, die zu entsprechenden Mehrkosten des Netzbetreibers führen. In den Beschlüssen nahm der BGH insbesondere Stellung zur Auswahl der Vergleichsparameter für den Effizienzvergleich der ersten Regulierungsperiode im Strombereich. Im betreffenden Fall hob der Kartellsenat hervor, dass eine Berücksichtigung des sogenannten „City-Effektes“, dem Verhältnis zwischen Zähl- und Anschlusspunkten, nicht ausgeschlossen sei und eine über dem Durchschnitt liegende Anzahl von Zählpunkten eine nach § 15 Absatz 1 Satz 1 ARegV relevante Besonderheit darstellen könne. Damit widersprach der BGH der Bundesnetzagentur (BNetzA), die sehr enge Voraussetzungen für das Vorliegen einer Besonderheit der Versorgungsaufgabe gesetzt hatte. Dennoch wurde der BNetzA im Verzicht auf die Auswahl dieses Vergleichsparameters eine ermessensfehlerfreie Entscheidung bestätigt, da in dem Verfahren kein Nachweis erbracht werden konnte, dass bei Berücksichtigung dieses Parameters eine systematische Verbesserung des Effizienzwertes derjenigen Unternehmen eintreten würde, die eine besonders hohe Kennzahl bezüglich der Zählpunkte pro Anschlusspunkt aufweisen. Dahingehend bleibt es anderen Beschwerdeführern überlassen, ihren Vortrag entsprechend den Ausführungen des BGH zu präzisieren und die strengen Vorgaben an den Nachweis der Mehrkosten für dieses Merkmal zu erfüllen. Der Deutsche Bundestag hat am 29. November 2012 in zweiter und dritter Lesung dem Gesetzentwurf zur Neuregelung energiewirtschaftlicher Vorschriften (EnWG) zugestimmt. Die Novelle ist Grundlage für die Einführung der OffshoreHaftungsumlage. Demnach haften die Übertragungsnetzbetreiber, wenn der Netzanschluss nicht wie geplant umgesetzt werden kann. In diesem Fall haben die Betreiber betriebsbereiter Offshore-Anlagen einen Entschädigungsanspruch gegen den Übertragungsnetzbetreiber. Die Kosten werden auf die Stromverbraucher über einen Aufschlag (OffshoreHaftungsumlage) auf die Netznutzungsentgelte in Höhe von maximal 0,25 Cent je Kilowattstunde umgewälzt. Ebenfalls wurde im November im Bundeskabinett die Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbschaltVO) beschlossen. Der Deutsche Bundestag stimmte dieser am 13. Dezember 2012 zu. Demnach sollen bestimmte Großverbraucher, die Leistungen zur kurzfristigen Abschaltung vorhalten, eine Vergütung von den Übertragungsnetzbetreibern erhalten. Diese Entschädigungszahlungen sollen dann über eine Umlage (§ 18 AbschaltVO) von den Verbrauchern finanziert werden und zwar grundsätzlich ab 1. Januar 2013. Auf der Grundlage des Beschlusses des Bundestages errechnet sich eine theoretisch mögliche Umlage in Höhe von bis zu 0,1194 Cent (netto) pro Kilowattstunde pro Jahr. Mit der Umlage sollen die Übertragungsnetze stabilisiert und die Versorgungssicherheit gefördert werden. 1.3. Geschäft Die Gesellschaft ist als Strom-, Gas- und Fernwärmenetzbetreiber vorrangig für den Betrieb und den Ausbau des Verteilnetzes verantwortlich. Das Unternehmen erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 101,9 Mio. €, der sich überwiegend aus der Vereinnahmung der Netznutzungserlöse zusammensetzte. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 98 von 497 Auf Basis des Energiewirtschaftsgesetzes vom 7. Juli 2005 und der Anreizregulierungs-verordnung vom 29. Oktober 2007 wurde mit einem Schreiben vom 2. September 2008 von der Bundesnetzagentur für die 1. Regulierungsperiode ein unternehmensspezifischer Effizienzwert für die beeinflussbaren Kostenbestandteile der Netzentgelte Strom von 95,7 Prozent festgelegt, der bis zum 31. Dezember 2018 gültig ist. Die Erlösobergrenze für Strom wurde der Energieversorgung Halle Netz GmbH mit Schreiben vom 6. Januar 2009 mitgeteilt und hat bis 31. Dezember 2013 Gültigkeit. Für den Bereich des Verteilnetzes Gas wurde mit Schreiben vom 10. Dezember 2008 und einer Gültigkeit bis 31. Dezember 2017 von der Landesregulierungsbehörde Magdeburg ein unternehmensspezifischer Effizienzwert von 82,2 Prozent festgelegt. Mit gleichem Schreiben wurde auch die Erlösobergrenze für Gas mitgeteilt, welche bis 31. Dezember 2012 gültig ist. Eine Anpassung der Erlösobergrenze kann lt. Anreizregulierungsverordnung (ARegV) jährlich zum 1. Januar des Folgejahres erfolgen. Anpassungsrelevante Faktoren sind die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes oder nicht beeinflussbare Kostenanteile, wie z. B. vorgelagerte Netzkosten oder Kosten der vermiedenen Netznutzung. Zur Ermittlung der Höhe der Mehrerlösabschöpfung Strom hat die BNetzA einen Erhebungsbogen erstellt, der dieser am 19. August 2009 übersandt worden ist. Der auf der Basis des Bescheides zur Mehrerlösabschöpfung vom 27. November 2009 durch die BNetzA ermittelte Wert der Mehrerlösabschöpfung Strom der Jahre 2005 bis 2007 wurde als Rückstellung eingestellt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2013 wird diese zu je einem Viertel in Anspruch genommen. Mit Beginn der 1. Anreizregulierungsperiode sind die Betreiber von Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetzen nach § 5 der Anreizregulierungsverordnung (ARegV) verpflichtet, ein Regulierungskonto zu führen. Inhaltliche Schwerpunkte des Regulierungskontos bilden die Differenz zwischen den zulässigen Erlösen und den vom Netzbetreiber unter Berücksichtigung der tatsächlichen Mengenentwicklung erzielten Erlösen - inhaltlich mit der periodenübergreifenden Saldierung (PÜS) vergleichbar, die Differenz aus den tatsächlich entstandenen Kosten und den in der Erlösobergrenze zum Ansatz gebrachten Kosten der dezentralen Einspeisung und des vorgelagerten Netzes. Mit Bescheid vom 14. Dezember 2012 wurde von der Landesregulierungsbehörde der Stand des Regulierungskontos Gas für die erste Regulierungsperiode mitgeteilt. Die am 28. Oktober 2011 von der Bundesnetzagentur veröffentlichten neuen Regeln für den Wechsel des Strom- und Gasanbieters wurden innerhalb der gültigen Umsetzungsfrist bis zum 1. April 2012 realisiert. 1.4. Kommunikation Der Gesellschafter der Netzgesellschaft Halle wurde durch schriftliche und mündliche Berichte der Geschäftsführung regelmäßig über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft unterrichtet. Wichtige Geschäftsvorgänge, die Geschäftsentwicklung, die finanzielle Lage der Gesellschaft und die Ergebnissituation sowie alle Maßnahmen, die nach den Regelungen der Satzung der Zustimmung des Gesellschafters bedürfen, wurden eingehend beraten. 2. 2.1. Ertragslage Absatz/Umsatz Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die Gesamtumsatzerlöse aus Netznutzung 95,4 Mio. €, im Vorjahr waren es 93,4 Mio. €. Netznutzung Strom Im Netzgebiet der Energieversorgung Halle Netz GmbH wurden im Jahr 2012 856 GWh (Vorjahr: 799 GWh) Strom ausgespeist. Die Umsätze in diesem Zusammenhang betrugen 49,7 Mio. €. Dies ist eine Erhöhung von 0,2 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Die höheren Umsätze wurden aufgrund der gestiegenen Ausspeisung generiert. Netznutzung Gas Der Durchsatz im Erdgasnetz der Gesellschaft betrug 1.169 GWh (Vorjahr: 1.110 GWh). Der Umsatz in diesem Segment belief sich auf 21,6 Mio. € (Vorjahr: 21,0 Mio. €). Die Ursache für den höheren Erlösausweis liegt im Wesentlichen in einem witterungsbedingt gestiegenen Erdgasdurchsatz in 2012. Netznutzung Fernwärme Die Energieversorgung Halle Netz GmbH ist seit 1. Januar 2010 Pächter des Fernwärmenetzes der EVH GmbH. In Anlehnung an die Berechnungsmethodik der Netznutzungsentgelte für Strom und Gas wurden auch die Entgelte für Fernwärme kalkuliert. Das Unternehmen transportierte im Jahr 2012 622 GWh (Vorjahr: 610 GWh) Wärme und erzielte 24,1 Mio. € (Vorjahr: 22,6 Mio. €) Umsatzerlöse aus Netznutzung Wärme. Ursächlich für den höheren Durchsatz gegenüber dem vergangenen Jahr war auch hier die kühlere Witterung. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 99 von 497 Umsatzerlöse Strom Die Umsatzerlöse aus Strom in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) beinhalten die erzielten Erlöse für Ausgleichsenergie aus der Bilanzkreisabrechnung des Übertragungsnetzbetreibers sowie die Erlöse aus dem Weiterverkauf des von kleinen dezentralen KWK-Anlagen aufgenommenen Stroms. Die Abweichung zum Vorjahr ergibt sich aus höheren Umsatzerlösen für Regelenergie. Sonstige Umsatzerlöse Die im Jahr 2012 von der Energieversorgung Halle Netz GmbH erzielten sonstigen Umsatzerlöse in Höhe von 5,5 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €) umfassten die vom regelzonenverantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber gezahlten Vergütungen für die nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) geförderten, vom Netzbetreiber aufgenommenen Strommengen, die Erlöse aus Servicedienstleistungen, Energiedienstleistungen für Kraftwerke, den Geschäftsbesorgungsvertrag mit der EVH GmbH sowie die Vergütungen nach dem Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG). Während sich die EEG-Vergütungen, infolge eines Anstiegs von regenerativen Erzeugungskapazitäten im Netzgebiet, gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Mio. € erhöhten, verringerten sich die sonstigen Umsatzerlöse in den Bereichen Energiedienstleistungen für Kraftwerke (-0,7 Mio. €), Servicedienstleistungen (-0,7 Mio. €) sowie Vergütungen nach KWKG (-0,2 Mio. €). 2.2. Variable Aufwendungen Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen in der Energieversorgung Halle Netz GmbH Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen in Höhe von 79,5 Mio. € an. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 5,3 Mio. € mehr ausgegeben. Bezogene Leistungen Für bezogene Leistungen fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr 62,2 Mio. € (Vorjahr: 62,2 Mio. €) an. Der Aufwand für die Nutzung des vorgelagerten Stromnetzes der Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH ist gesunken. In den bezogenen Leistungen sind ebenfalls die Aufwendungen aus vermiedener Netznutzung für den in das Netz eingespeisten Strom aus Stromerzeugungsanlagen im Netzgebiet der Stadt Halle und die gesonderten Kosten des vorgelagerten Gasnetzes von ONTRAS enthalten. Eine weitere Position ist das Pachtentgelt für die von der EVH GmbH gepachteten Energieversorgungsnetze sowie für die von der EVH GmbH erbrachten kaufmännischen und technischen Dienstleistungen im Rahmen der Geschäftsbesorgung durch die EVH GmbH. Netzverluste/Betriebsverbrauch/Regelenergie Die Energieversorgung Halle Netz GmbH bezog Strom in Höhe von 4,8 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) zur Deckung der Netzverluste, des Betriebsverbrauchs und der Regelenergie für das Stromnetz. Für Kommunalgas entstanden der Gesellschaft Aufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) zur Deckung der Netzverluste. Weiterhin wandte die Gesellschaft 5,5 Mio. € (Vorjahr 3,8 Mio. €) für die Verluste im Fernwärmenetz auf. Aufwendungen für EEG-Stromeinspeisung Die Aufwendungen für den Strombezug aus dezentralen EEG-Anlagen betrugen 3,5 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €). Dieser Anstieg ist auf den fortdauernden Ausbau der regenerativen Erzeugungskapazitäten im Netzgebiet zurückzuführen. KWK-Aufwand Der KWK-Aufwand belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €). Diese Position resultierte zum einen aus der Vergütung der KWK-Förderung an die zuschussberechtigten Stromeinspeiser und zum anderen aus dem im Netznutzungsentgelt als Letztverbraucherzuschlag enthaltenen KWK-Belastungsausgleich. Aufwendungen für Umlage nach § 19 StromNEV Für die im Jahr 2012 vom Gesetzgeber neu eingeführte Umlage nach § 19 StromNEV ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. €. Die entsprechende Gegenposition ist in den Umsatzerlösen enthalten. Bezug KWK-Strom Die Strombezugskosten mit 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) entsprachen den KWK-Strombezugskosten aus der Einspeisung kleiner dezentraler Erzeuger. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 100 von 497 2.3. Personal- und Sozialbereich Am 31. Dezember 2012 beschäftigte die Energieversorgung Halle Netz GmbH 68 Mitarbeiter und 7 Auszubildende. Der Personalaufwand betrug 4,3 Mio. €. Diese Steigerung um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr war im Wesentlichen auf die Tarifsteigerung zum Jahresanfang sowie auf Neueinstellungen zur Sicherstellung der Nachfolgeplanung im Unternehmen zurückzuführen. So wurden im Jahr 2012 im Durchschnitt 3 Mitarbeiter mehr in der Energieversorgung Halle Netz GmbH beschäftigt als im Jahresdurchschnitt 2011. Das durchschnittliche Lebensalter der Belegschaft lag zum Ende des Geschäftsjahres bei 41 Jahren. Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit belief sich auf 16 Jahre (unter Berücksichtigung der Betriebsübergänge gemäß § 613a BGB). Die Energieversorgung Halle Netz GmbH steht neben der kontinuierlichen Anpassung des Personalstandes an die Umsetzung der regulatorischen Anforderungen auch vor den Herausforderungen des demographischen Wandels. Sowohl die geburtenschwachen Jahrgänge als auch die Abwanderungsbewegung der Bevölkerung machen es immer schwieriger, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Ein besonderes Augenmerk liegt deshalb auf der Rekrutierung von Mitarbeitern aus den eigenen Reihen durch die kooperative Ingenieursausbildung bzw. duale Studiengänge gekoppelt an eine Berufsausbildung. Auch das Angebot von Diplomanden-, Praktikanten- und Traineestellen wird kontinuierlich ausgebaut. 2.4. Abschreibungen Im Berichtszeitraum fielen Abschreibungen in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) an. Ursächlich für die Steigerung gegenüber dem Vorjahr war die Aktivierung von Investitionen zum Jahresende 2011. 2.5. Sonstiger betrieblicher Aufwand Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Berichtszeitraum 20,0 Mio. € und fielen damit 1,9 Mio. € geringer aus als im Vorjahr. Im Jahr 2012 fielen Aufwendungen für Weiterberechnungsaufträge in Höhe von 1,1 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €), Aufwand für Rückstellungen zu sonstigen Risiken in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) sowie Kosten für Instandhaltungsund Abrüstungsarbeiten in Höhe von 5,3 Mio. € (Vorjahr: 5,6 Mio. €) an. Weitere wesentliche Bestandteile dieser Position waren die Aufwendungen für die Konzessionsabgabe Strom und Gas sowie der Gestattungsvertrag Fernwärme in Höhe von 8,5 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €). Die Position beinhaltet darüber hinaus Aufwendungen für Abrechnungs- und DVDienstleistungen in Höhe von 2,3 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €). 2.6. Außerordentliches Ergebnis Im Geschäftsjahr 2012 belief sich das Außerordentliche Ergebnis auf 0,03 Mio. €. Grund für die Veränderung zum Vorjahr in Höhe von -0,02 Mio. € waren gestiegene Aufwendungen im Zusammenhang mit Sozialplanmaßnahmen, welche durch höhere außerordentliche Erträge nicht vollständig kompensiert wurden. 2.7. Ergebnisverwendung Die Gesellschaft führt den Jahresüberschuss in Höhe von 0,3 Mio. € an die EVH GmbH aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages ab. 3. Finanzlage Die Kapitalflussrechnung der Energieversorgung Halle Netz GmbH weist im Geschäftsjahr 2012 einen Zahlungsmittelabfluss von 0,3 Mio. € aus. Dieser ergibt sich aus dem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 3,8 Mio. €, dem Cash-Outflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 0,5 Mio. € und der Ergebnisabführung in Höhe von 3,6 Mio. €. Insgesamt verfügt die Gesellschaft über einen Finanzmittelbestand in Höhe von 9,9 Mio. € (Vorjahr: 10,2 Mio. €). Wie die Kapitalflussrechnung zeigt, erhöhte sich der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio. €. Die Verbesserung des Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beruht im Wesentlichen auf dem Aufbau von Verbindlichkeiten (+4,8 Mio. €) abzüglich des Aufbaus von Forderungen (-1,5 Mio. €) im Geschäftsjahr. Der Finanzmittelbestand wird täglich dem Cash Pool der Stadtwerke Halle GmbH zugeführt und dort angemessen verzinst. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 101 von 497 4. Vermögenslage Die Energieversorgung Halle Netz GmbH hat mit der EVH GmbH einen Pachtvertrag abgeschlossen, welcher die Überlassung der für den Netzbetrieb erforderlichen Vermögensgegenstände regelt. Das Unternehmen tätigte im Geschäftsjahr 2012 Investitionen in Höhe von 0,4 Mio. €, welche hauptsächlich für die Beschaffung spezieller Hard- und Software ausgegeben wurden. Die Bilanzsumme des Unternehmens erhöhte sich um 1,1 Mio. € auf 36,8 Mio. €. Das Eigenkapital belief sich auf T€ 25. 5. Nachtragsbericht Nach dem Schluss des Geschäftsjahres ereigneten sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen Nachtragsbericht für die Energieversorgung Halle Netz GmbH notwendig machen würden. 6. Tätigkeiten Als Unternehmen ist die Energieversorgung Halle Netz GmbH für Ausbau, Betrieb, und Instandhaltung von Energieversorgungsnetzen der Sparten Strom, Gas und Fernwärme sowie der Infrastruktur tätig. Die Netze wurden von der Muttergesellschaft EVH GmbH gepachtet. Neubau, Ersatzinvestitionen, Erneuerungen und Änderungen im Rahmen der Betriebsführung sind die Aufgaben der Netzgesellschaft Halle. Gemäß § 6b Abs. 3 EnWG wurde jeweils für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung ein Tätigkeitsabschluss erstellt. 7. Risikobericht Basierend auf den gesetzlichen Anforderungen bildet das Risikomanagementsystem der Energieversorgung Halle Netz GmbH einen integralen Bestandteil der Unternehmensführung. Die Energieversorgung Halle Netz GmbH führt jährlich zusammen mit der EVH GmbH eine Chancen- und Risikoinventur durch, auf deren Grundlage die Anpassung der Inhalte des monatlichen Reports erfolgt. Ziel ist es, möglichst frühzeitig Informationen über Risiken und Chancen und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen zu gewinnen, die Erkenntnisse fortlaufend in unternehmerische Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen und gegenüber der Gesellschafterin kontinuierlich zu kommunizieren. Hinsichtlich der bestehenden Finanzinstrumente ist die Netzgesellschaft Halle nur in geringem Umfang Ausfall- und Liquiditätsrisiken bzw. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt. Dies begründet sich mit dem aktiven Management dieser Risiken sowie dem relativ stabilen geschäftlichen Umfeld. Zur Minderung der Ausfallrisiken von Kunden werden regelmäßige Abschläge vereinbart und eingezogen. Die bestehenden Ergebnisrisiken resultieren im Wesentlichen aus dem ständigen Wandel im rechtlichen und politischen Umfeld. Im Rahmen der Anreizregulierung ist vorgesehen, dass von allen Unternehmen eine Effizienzsteigerung zu erbringen ist. In den ersten fünf Jahren müssen die Netzbetreiber einen jährlichen Produktivitätsfortschritt von 1,25 Prozent und in den zweiten fünf Jahren von 1,5 Prozent erzielen. In Summe bestanden während des Berichtsjahres keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken. Derartige Risiken sind auch für das folgende Geschäftsjahr nicht erkennbar. 8. Prognosebericht Mit Datum vom 14. Dezember 2012 hat die Landesregulierungsbehörde für Elektrizität und Gas des Landes SachsenAnhalt die Obergrenzen der zulässigen Gesamterlöse aus den Entgelten für die Nutzung des Gasverteilnetzes der Energieversorgung Halle Netz GmbH für die 2. Regulierungsperiode (Jahre 2013 bis 2017) festgelegt und beschieden. Es wurde ein Effizienzwert von 79,6 Prozent festgelegt. Die erhobenen Daten für die Kostenprüfung zur Bestimmung des Ausgangsniveaus der Betreiber von Elektrizitätsnetzen für die 2. Regulierungsperiode (Jahre 2014 bis 2018) wurden am 30. Juni 2012 bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Mit Schreiben vom 10. Oktober 2012 wurde die Energieversorgung Halle Netz GmbH von der Bundesnetzagentur zur Plausibilisierung der Angaben für die Ermittlung des Ausgangsniveaus aufgefordert. Dem wurde mit Antwort vom 16. November 2012 Rechnung getragen. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 102 von 497 Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich durch die eingeleiteten Maßnahmen zur Netzoptimierung mittelfristig eine Verbesserung der Effizienzwerte einstellen wird. Um weiterhin einen sicheren Betrieb der Anlagen und die qualitätsgerechte Versorgung der Kunden zu gewährleisten, werden im Netz der Energieversorgung Halle Netz GmbH entsprechend dem notwendigen Umfang Investitionen, Instandhaltungen und Abrüstungen durchgeführt. Die Energieversorgung Halle Netz GmbH verantwortet in ihrer Rolle als Netzbetreiber im Stadtgebiet Halle Entscheidungen über den Bau oder die Modernisierung von Verteilleitungen sowie zugehöriger Stationen und Anlagenkomponenten der Fachsparten Strom, Gas, Fernwärme und Infrastruktur. Zur Gewährleistung der Effizienzsteigerung werden im Rahmen der Anlagenbewertungen auf Basis der technischen Daten, der Störungsdaten und praxisbezogener Handlungsempfehlungen Schwachstellenanalysen der Netzkomponenten der Gewerke Strom, Gas und Fernwärme durchgeführt, im Netzzustandsbericht fixiert und für eine zukünftige Netzausbauplanung zusammengeführt. Im Ergebnis der Auswertung der Prognosezahlen wird im kommenden Berichtsjahr von einem gleich bleibenden Strommengenaufkommen im Netzgebiet der Stadt Halle ausgegangen. Das Mengenaufkommen im Fernwärme- und Gassektor kann witterungsbedingt variieren. Die Gesellschaft geht im Jahr 2013 von Investitionen in Höhe von 0,7 Mio. € aus. Hauptsächlich wird in die System- und Softwareanpassung zur Erfüllung von Regulierungsvorgaben investiert. Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet die Energieversorgung Halle Netz GmbH ein positives Jahresergebnis vor Gewinnabführung in Höhe von 0,2 Mio. €. Für das Jahr 2014 plant die Gesellschaft nach den derzeit bekannten Rahmenbedingungen ein Ergebnis von ebenfalls 0,2 Mio. €. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 103 von 497 EVH GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 10.250 T€ Stadtwerke Halle GmbH 10.250 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Erzeugung und Lieferung von Elektrizität, Gas und Wärme; die Errichtung, der Erwerb und der Betrieb von Anlagen, die der Versorgung mit Elektrizität, Gas und Fernwärme dienen; die Vornahme von Kommunikationsdienstleistungen aller Art sowie aller Geschäfte, die den vorerwähnten Unternehmensgegenständen unmittelbar oder mittelbar dienen können. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der EVH GmbH findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Vorsitzender Müller-Urlaub, Berthold Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias Aufsichtsrat Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Kocian, Burkhard Bauersfeld, Martin Birth, Siegfried Felke, Thomas Gabrysch, Hubert Gärtner, Steffen Geier, Egbert Hajek, Andreas Knöchel, Swen Krause, Johannes Neumann, Lutz (seit 05.12.2012) (bis 30.11.2012) Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 104 von 497 Aufsichtsrat Paulsen, Oliver Philipp, Lothar Schramm, Rudenz Wolter, Tom 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 26 31.12.2010 T€ 25 Aufsichtsrat 26 c) Beteiligungen unmittelbar Energieversorgung Halle Netz GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH T€ 25 833 8 25 % 100,00 33,33 33,33 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 68 32 0 2010 % 70 30 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 232.220 107.648 1.275 T€ 235.389 100.276 759 T€ 236.821 118.447 1.015 % 67 33 0 T€ -3.169 7.372 516 % -1 7 68 Bilanzsumme 341.143 100 336.424 100 356.283 100 4.719 1 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Sonderposten für Investitionszuschüsse Anlagevermögen und Anschlusskosten Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten zum T€ 77.917 7.384 17.821 48.123 178.243 11.655 % 23 2 5 14 52 4 T€ 77.917 8.426 20.699 51.531 168.530 9.321 % 23 3 6 15 50 3 T€ 77.917 9.549 24.423 52.724 184.566 7.104 % 22 2 7 15 52 2 T€ 0 -1.042 -2.878 -3.408 9.713 2.334 % 0 -12 -14 -7 6 25 Bilanzsumme 341.143 100 336.424 100 356.283 100 4.719 1 Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 105 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Stromsteuer/Erdgassteuer Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 465.616 -28.950 -1 2.071 24.060 344.595 29.817 19.984 32.874 343 476 4.888 31.457 56 5.938 -5.882 0 1.223 24.352 2011 T€ 465.608 -36.925 1 2.745 23.083 342.121 28.261 22.588 32.046 3.616 560 4.447 29.225 100 5.384 -5.284 -273 1.193 23.021 2010 T€ 452.339 -34.294 -13 1.843 26.997 328.687 27.675 23.616 38.343 2.853 798 4.397 27.805 60 1.444 -1.384 -0 1.062 25.359 0 0 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 5,58 31,25 44.336 983 6,44 2011 5,37 29,55 45.609 937 6,22 2010 6,07 32,55 48.975 899 6,19 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 67,80 22,84 77,16 31.12.2011 69,75 23,16 76,84 31.12.2010 66,25 21,87 78,13 Angaben in % % % Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 106 von 497 ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Absatz Erdgas Absatz Strom Absatz Wärme 31.12.2011 2.799,00 1.741,00 789,00 31.12.2010 3.221,00 1.577,00 958,00 Angaben in G W G h W G h W h 2.483,00 1.660,00 820,00 GWh GWh GWh Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 107 von 497 e) Lagebericht 1. 1.1. Rahmenbedingungen, Branchenentwicklung und Geschäft Rahmenbedingungen Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: 4,0 Prozent, 2011: 3,1 Prozent). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 Prozent) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 Prozent und für Sachsen-Anhalt mit 0,1 Prozent ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. 1.2. Branchenentwicklung Durch die fortlaufende Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen stand die deutsche Energiewirtschaft auch in diesem Geschäftsjahr vor neuen Herausforderungen. Zum 1. Januar 2012 wurde ein neuer Bestandteil des Strompreises eingeführt. Dieser beinhaltet nach § 19 Abs. 2 StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) eine Umlage zur Entlastung der Großindustrie. Für Industrieunternehmen, die einen Stromverbrauch von mehr als 10 GWh haben und relativ konstant Strom verbrauchen (mehr als 7.000 Benutzungsstunden pro Jahr), entfallen demnach die Netzentgelte. Die dadurch entgangenen Erlöse der Netzbetreiber werden durch die Erhebung der neuen Umlage kompensiert. Am 23. August 2012 wurde die Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) 2012 mit der Änderung des Rechtsrahmens für Strom aus solarer Strahlungsenergie und weiteren Änderungen im Recht der erneuerbaren Energien (sog. PV-Novelle) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat rückwirkend zum 1. April 2012 in Kraft. Es wurden unter anderem die Vergütungsklassen und die Größenbegrenzungen neugestaltet. Auch die Absenkung der Einspeisevergütung wurde beschlossen. Grund für die Änderungen sind der starke Zubau bei Photovoltaikanlagen und die steigenden Kosten bei den EEG-Einspeisevergütungen. Der Deutsche Bundestag verabschiedete im Mai 2012 die Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWK-G), welche am 19. Juli 2012 in Kraft trat. Damit will die Bundesregierung ihr Ziel erreichen, den Anteil der Kraft-WärmeKopplung an der Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent anzuheben. Für alle neuen und modernisierten KWK-Anlagen sowie für auf den KWK-Betrieb umgerüstete Kondensationsanlagen mit einem Inbetriebnahme-Datum ab dem 19. Juli 2012 können höhere KWK-Zuschlagszahlungen in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus fördert das neue Gesetz nunmehr auch den Neu- und Ausbau von Wärme -und Kältenetzen sowie von Wärme- und Kältespeichern, die überwiegend mit KWK-Wärme betrieben werden. Neu ist auch, dass mit Biomasse betriebene KWK-Anlagen ihre Wärmenetze und Wärmespeicher fördern lassen können. Seit 2010 gilt die Ausführungsverordnung der Bundesnetzagentur zur Ausgleichs-mechanismusverordnung (AusglMechV) für EEG-Strom. Gemäß dieser Verordnung haben die Elektrizitätsunternehmen für jede an Letztverbraucher gelieferte Kilowattstunde Strom eine EEG-Umlage an die Übertragungsnetzbetreiber zu entrichten. Die AusglMechV verpflichtet die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz, Amprion, TransnetBW, TenneT), den gesamten EEG-Strom an der Strombörse zu verkaufen. Die an der Börse erzielten Einnahmen reichen nicht aus, die Ausgaben für die im EEG festgelegten Vergütungen und die so genannten Profilservicekosten des EEG-Stroms zu decken. Den prognostizierten Fehlbetrag geben die Übertragungsnetzbetreiber in Gestalt der EEG-Umlage über den Stromlieferanten an den Endkunden weiter. Im Oktober 2012 veröffentlichten die vier Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage für 2013. Diese änderte sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 47 Prozent von 3,592 Cent je Kilowattstunde auf 5,277 Cent je Kilowattstunde, da erneut von einer deutlich ansteigenden Einspeisung an elektrischer Energie aus regenerativen Anlagen bei gleichzeitig geringeren Vermarktungserlösen ausgegangen wird. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 108 von 497 Der Deutsche Bundestag hat am 29. November 2012 in zweiter und dritter Lesung dem Gesetzesentwurf zur Neuregelung energiewirtschaftlicher Vorschriften (EnWG) zugestimmt. Die Novelle ist Grundlage für die Einführung der OffshoreHaftungsumlage. Demnach haften die Übertragungsnetzbetreiber, wenn der Netzanschluss nicht wie geplant umgesetzt werden kann. In dem Fall bekommen die Betreiber betriebsbereiter Offshore-Anlagen einen Entschädigungsanspruch gegen den Übertragungsnetzbetreiber. Die Kosten werden auf die Stromverbraucher über einen Aufschlag (OffshoreHaftungsumlage) in Höhe von maximal 0,25 Cent je Kilowattstunde auf die Netznutzungsentgelte abgewälzt. Ebenfalls wurde im November im Bundeskabinett die Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbschaltVO) beschlossen. Der Deutsche Bundestag stimmte dieser am 13. Dezember 2012 zu. Demnach sollen bestimmte Großverbraucher, die Leistungen zur kurzfristigen Abschaltung vorhalten, eine Vergütung von den Übertragungsnetzbetreibern erhalten. Diese Entschädigungszahlungen sollen dann über eine Umlage (Umlage18 AbschaltVO) von den Kunden finanziert werden, und zwar grundsätzlich ab 1. Januar 2013. Auf der Grundlage des Beschlusses des Bundestages errechnet sich eine theoretisch mögliche Umlage in Höhe von bis maximal 0,1194 Cent (netto) pro Kilowattstunde pro Jahr. Mit der Umlage sollen die Übertragungsnetze stabilisiert und die Versorgungssicherheit gefördert werden. Am 19. Dezember 2012 beschloss die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket für eine schnellere Energiewende. Es wurde der Neubau von Höchstspannungsleitungen mit 2.800 Kilometer Länge beschlossen, um Windstrom von Nordnach Süddeutschland zu transportieren. Außerdem sollen im bestehenden Höchstspannungsnetz 2.900 Kilometer für die schwankende Ökostromeinspeisung optimiert werden. Für die energetische Gebäudesanierung wurden die finanziellen Mittel um 300 Mio. € aufgestockt. Demnach können Hausbesitzer von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bis zu 5.000 Euro Zuschuss für die energieeffiziente Gebäudesanierung erhalten. Die European Energy Exchange AG (EEX) wurde im April 2012 durch den zuständigen EU-Ausschuss als deutsche Versteigerungsplattform für den Handel mit Emisionszertifikaten genehmigt. Dies war ein wichtiger Schritt, da in der dritten Emissionshandelsperiode (2013 bis 2020) erstmals Emissionsberechtigungen im Energiesektor vollständig versteigert werden sollen. Die erste Auktion der EEX startete im Oktober 2012. 1.3. Geschäft Mit Gründung der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH schlossen die EVH GmbH und die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH zum 1. Januar 2011 einen Arbeitnehmerüberlassungsvertrag. Das betreffende Personal ist mit Wirkung zum 1. Januar 2012 direkt auf die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH übergegangen. Lediglich für eine Person hat der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag noch Gültigkeit. Die geschlossenen Verträge zur kaufmännischen und technischen Dienstleistung sowie die Belieferung mit Strom blieben im abgelaufenen Geschäftsjahr in ihrem Umfang bestehen. Zum 1. Januar 2011 sind alle Funktionen der Abrechnung Strom, Gas und Fernwärme auf die IT-Consult Halle GmbH übergegangen. Die Aktivitäten werden über Dienstleistungsverträge abgerechnet. Das betreffende Personal ist mit Wirkung zum 1. Januar 2012 direkt auf die IT-Consult Halle GmbH übergegangen. Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramms hat die EVH GmbH im Geschäftsjahr 2012 den Ausbau ihrer regenerativen Erzeugungskapazitäten vorangetrieben, um ihrer klimapolitischen Verantwortung nachzukommen. Die Errichtung zweier Wasserkraftwerke ist geplant. Für das Projekt Pulverweiden liegt der Planfeststellungsbescheid vor, die Baugenehmigung steht noch aus. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für das Projekt Halle-Kröllwitz wurden durch die zuständigen Behörden neue Auflagen erteilt, die derzeit geprüft werden. Halplus Strom Öko+ von der EVH GmbH trägt seit 2011 das ok-power Label und wird zu 100 Prozent in norwegischen Wasserkraftwerken erzeugt. Das ok-power-Gütesiegel steht für eine vertrauenswürdige und transparente Zertifizierung von Ökostrom mit echtem Zusatznutzen für die Umwelt. Mit dem Label werden von dem unabhängigen Verein EnergieVision e.V. nur Ökostromprodukte ausgezeichnet, die für einen Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energiequellen und effizienter Kraft-Wärme-Kopplung sorgen. Die EVH GmbH bietet seit Jahren Strom aus Wasserkraft an und verzeichnet einen Zuwachs an Kunden. Derzeit beliefert die Gesellschaft etwa 1.000 Kunden mit Ökostrom. Mit dem Produkt Halplus Strom Öko+ können Verbraucher aktiv zu einem zusätzlichen Ausbau umweltfreundlicher Stromerzeugung beitragen. Sie fördern die Entwicklung und Errichtung von Anlagen zur umweltschonenden Stromerzeugung in Halle und der Umgebung, da die EVH GmbH mit jeder verkauften Kilowattstunde Ökostrom 0,25 Cent je Kilowattstunde auf ein Sonderkonto überweist. Über die Verwendung der Mittel entscheidet satzungsgemäß der Verein zur Förderung regenerativer Stromerzeugung für Halle e. V. (regstrom e. V.). Anfang September 2012 wurden die neuen Konzessionsverträge zwischen der Stadt Halle und der EVH GmbH zur Nutzung des Strom- und Erdgasnetzes im Stadtgebiet Halle unterzeichnet. Ziel der Verträge ist es, durch Bereitstellung und Betrieb der Versorgungsnetze mit den dazugehörigen Anlagen unter Nutzung öffentlicher Verkehrswege und städtischer Grundstücke eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Einwohner und Gewerbetreibenden sowie der öffentlichen Einrichtungen im Gebiet der Stadt mit Strom und Erdgas zu gewährleisten. Die Verträge beginnen ab dem 1. Januar 2013 und haben eine Laufzeit von 20 Jahren. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 109 von 497 Der Preis für Rohöl bewegte sich am Ende des vierten Quartals 2012 um die 110-Dollar-Marke je Barrel und blieb somit trotz eines konjunkturell unsicheren Ausblicks in der Europäischen Union auf hohem Niveau. Vor allem die Prognosen eines wieder steigenden chinesischen Wirtschaftswachstums waren ausschlaggebend für diese Entwicklung. Die Ölmarktentwicklung beeinflusst auch die Gaspreise. Viele Verträge basieren auf Ölpreisbindung. Die gestiegenen Ölpreise führen teilweise auch bei der EVH GmbH zu höheren Beschaffungskosten. Im Dezember 2012 sank der VIK-Strompreisindex auf 148,63 Prozent (Dezember 2011: 162,08 Prozent). Der Index spiegelt die Entwicklung des Strompreises für große Kunden wider und basiert auf der Börsenpreisentwicklung und den Netzentgelten. Grund für die Entwicklung war ein Absinken des Preisniveaus an der EEX. Diese Entwicklung wirkt sich bei der EVH GmbH negativ auf den Deckungsbeitrag aus. Das für die Erzeugung beschaffte Gas wird immer teurer. Der Erlös aus der Vermarktung des in Eigenerzeugung produzierten Stromes immer niedriger. Auf dem deutschen Strommarkt hat der Wettbewerb in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Herbst 2011 waren durchschnittlich 98 Wettbewerber auf dem Markt. Aktuell können Privatkunden zwischen durchschnittlich 125 Stromanbietern wählen. Dieser Trend ist auch bei der EVH GmbH zu verzeichnen. Der Wettbewerb im Netzgebiet Halle ist intensiv. Die Wettbewerber nutzen eine Vielzahl von Vertriebskanälen zur Gewinnung von Marktanteilen. Auch die verbesserten Bedingungen für die Kunden mit kürzeren Wechselfristen und verbessertem Datenaustausch zwischen Lieferanten und Netzbetreibern haben großen Einfluss auf den Wettbewerb. Der Wettbewerb am deutschen Gasmarkt hat 2012 auch an Intensität zugenommen. Ende 2011 waren es 59 Anbieter. Laut einer Marktanalyse von „Toptarif“ ist die Anzahl an Versorgern in 2012 um 25 Prozent gestiegen. Grund für den Anstieg sind neben neuen Anbietern auch immer mehr Stadtwerke, die mit dem überregionalen Gasvertrieb beginnen. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die verbesserten Eintritts- und Rahmenbedingungen für Gasversorger. Die aktuellen Marktaktivitäten verdeutlichen, dass sich die EVH GmbH auf eine weitere Intensivierung des Wettbewerbs um Endkunden einstellen muss. Am 2. Juli 2012 eröffneten das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) und die EVH GmbH auf dem Weinberg Campus eine Elektrotankstelle. Damit stehen den Nutzern von Elektrofahrzeugen nun bereits drei öffentliche Elektrotankstellen in Halle zur Verfügung. Neben der E-Ladestelle am Weinbergcampus kann der umweltfreundliche Strom auch auf dem Park&Ride-Platz der HAVAG-Endhaltestelle in Kröllwitz oder am Verwaltungsgebäude in der Bornknechtstraße getankt werden. Als Förderung dieser Aktion wird die EVH GmbH das Aufladen an den Stationen für zwei Jahre kostenfrei ermöglichen. Am 2. Mai 2012 zeichneten Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder die Sieger des Unternehmenswettbewerbs „Erfolgsfaktor Familie 2012“ als familienfreundliche Unternehmen aus. Die EVH GmbH wurde unter einer Vielzahl von Bewerbern als einziges sachsen-anhaltinisches und als eines der 42 besten deutschen Unternehmen ausgezeichnet. Das Umweltministerium des Landes hat die Einführung der Umweltzone in Halle festgelegt. Seit dem 1. September 2011 dürfen nur noch Autos mit grüner und gelber Plakette die Umweltzone befahren. Ab 2013 soll die Einfahrt dann nur noch mit der grünen Plakette oder einer Ausnahmegenehmigung möglich sein. In diesem Zusammenhang hat die EVH GmbH bereits neue Fahrzeuge beschafft. Auch 2013 werden Investitionen in neue Fahrzeuge getätigt, um die Anforderungen an die grüne Plakette zu erfüllen. 2. 2.1. Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Auch im Geschäftsjahr 2012 erzielte die EVH GmbH ein positives Ergebnis. Der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 24,4 Mio. € und lag damit mit 1,3 Mio. € über dem Vorjahreswert. 2.2. Erzeugung Im Geschäftsjahr 2012 produzierte die EVH GmbH 152 GWh Wärme (Vorjahr: 142 GWh). Die Abweichung ist zum einen auf die kühlere Witterung in 2012 zurückzuführen. Zum anderen konnte die Kundenanzahl leicht gesteigert werden, was auch eine höhere Erzeugung nach sich zog. Das Unternehmen führte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Betriebsführung für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH durch. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 110 von 497 2.3. 2.3.1. Absatz/Umsatz Strom Zum 31. Dezember 2012 betrug der Absatz im Stromsegment 1.660 GWh und lag mit 81 GWh unter dem Vorjahreswert. Innerhalb des Netzgebietes wurden 434 GWh Strom abgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Rückgang von 51 GWh, was auf den sich weiter verschärfenden Wettbewerb im Endkundensegment sowie auf das Verbrauchsverhalten der Kunden zurückzuführen war. Außerhalb des Netzgebietes lag der Absatz bei 636 GWh, 32 GWh mehr als im Jahr 2011. Grund hierfür war die Ausweitung des Geschäfts in diesem Bereich. Der Stromabsatz im Zusammenhang mit der Kraftwerksvermarktung und Bilanzkreisoptimierung belief sich auf 591 GWh. Vor allem durch die niedrigere Produktionsmenge im Heizkraftwerk Dieselstraße und deren Vermarktung fiel der Stromabsatz um 62 GWh niedriger als im Vorjahr aus. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte die EVH GmbH aus dem Stromverkauf 201,9. Mio. €. Dies waren 2,3 Mio. € mehr als im Vorjahr (199,6 Mio. € ). Ursache für die Abweichung war trotz der gesunkenen Absatzmenge die Weitergabe der gestiegenen EEG-Umlage. 2.3.2. Wärme Im Jahr 2012 betrug der Wärmeabsatz 820 GWh. Dies waren 31 GWh mehr als im Vorjahr (789 GWh). Im Geschäftsjahr 2012 war die Witterung kühler als in 2011. Die Umsatzerlöse sind um 5,4 Mio. € auf 65,3 Mio. € gestiegen (Vorjahr: 59,9 Mio. €). 2.3.3. Erdgas Die EVH GmbH setzte im Berichtsjahr 2012 an ihre Kunden 1.122 GWh Erdgas ab. Im Vergleich zum Vorjahr (1.248 GWh) sank der Erdgasabsatz. Durch die Intensivierung des Wettbewerbs nun auch auf dem Gasmarkt verlor die EVH GmbH Kunden im Netzgebiet Halle. Das Unternehmen verkaufte an die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH 1.361 GWh Gas (Vorjahr: 1.551 GWh). Die Heizkraftwerk Halle Trotha GmbH schloss einen eigenen Gasbezugsvertrag mit der VNG – Verbundnetz Gas AG. Deshalb war die Brennstoffnachfrage geringer als im Vorjahr. Aus dem Verkauf von Erdgas erzielte die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 102,4 Mio. €. Im Vorjahr waren es 101,9 Mio. €. Infolge der Weitergabe gestiegener HEL- und TTF-Gaspreise wurden trotz Absatzrückgang geringfügig höhere Erlöse generiert. 2.3.4. Sonstige Umsatzerlöse Die sonstigen Umsatzerlöse betrafen im Wesentlichen Erlöse aus der Verpachtung der Energieversorgungsnetze und der GuD-Anlage des Heizkraftwerkes Dieselstraße in Höhe von 31,7 Mio. € (Vorjahr: 31,9 Mio. €) sowie Erlöse aus Geschäftsbesorgungen / Dienstleistungen von 31,9 Mio. € (Vorjahr: 32,2 Mio. €). 2.4. 2.4.1. Bezug Strom Im Geschäftsjahr 2012 bezog die EVH GmbH 1.663 GWh Strom (Vorjahr: 1.746 GWh) auf dem Wege der strukturierten Strombeschaffung sowie von der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH. Für den Bezug von Strom wandte das Unternehmen 96,0 Mio. € auf. Das waren 1,2 Mio. € weniger als im Vorjahr. 2.4.2. Wärme Von der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH wurden 671 GWh Wärme bezogen (Vorjahr: 652 GWh). Das waren 19 GWh mehr als im Vorjahr, was auf die kühlere Witterung sowie den Zuwachs an Kunden zurückzuführen war. Der Aufwand in diesem Segment betrug 27,3 Mio. €. Der Anstieg von 0,9 Mio. € im Vergleich zu 2011 ist auf den höheren Bezug zurückzuführen. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 111 von 497 2.4.3. Erdgas Für den Kommunalgasabsatz und für die Belieferung der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH sowie für eigene Zwecke (Brennstoffeinsatz, Eigenverbrauch) bezog die EVH GmbH insgesamt 2.658 GWh Erdgas, 311 GWh weniger als im Vorjahr. Die Heizkraftwerk Halle Trotha GmbH schloss einen eigenen Gasbezugsvertrag mit der VNG – Verbundnetz Gas AG. Deshalb war die Brennstoffnachfrage geringer als im Vorjahr. Die Bezugskosten beliefen sich auf 82,1 Mio. €. Auf Grund von gestiegenen HEL- und TTF-Gaspreisen wurden 3,7 Mio. € mehr aufgewandt als in 2011. 2.4.4. EEG-Umlage Der finanzielle Ausgleich für den EEG-Strom (EEG-Umlage) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 37,9 Mio. € (Vorjahr: 37,7 Mio. €) und lag damit auf Vorjahresniveau. 2.4.5. Bezogene Leistungen Für bezogene Leistungen wandte das Unternehmen 92,2 Mio. € auf. Im Vergleich zum Vorjahr (96,6 Mio. €) waren das 4,4 Mio. € weniger, was vor allem auf niedrigere Netznutzungsentgelte für die Durchleitung zurückzuführen war. 2.5. Personal- und Sozialbericht Am 31. Dezember 2012 beschäftigte die EVH GmbH 475 Mitarbeiter und 50 Auszubildende. Das sind 11 Personen weniger als im Vorjahr. Der Personalaufwand betrug 29,8 Mio. € und ist damit um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das ist im Wesentlichen auf die Tarifsteigerung zum Jahresanfang sowie die Einführung des neuen Manteltarifvertrages zurückzuführen. Das Durchschnittsalter der Belegschaft beträgt zum Geschäftsjahresende wie im Vorjahr 42 Jahre. Gleiches gilt für die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit. Sie liegt bei 19 Jahren. Die EVH steht vor großen Herausforderungen, die sich durch den demographischen Wandel ergeben. Sowohl die geburtenschwachen Jahrgänge als auch die Abwanderungsbewegung der Bevölkerung machen es immer schwieriger, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Neben der weiteren Optimierung des Personalaufwandes liegt daher das Augenmerk besonders auf der Berufsausbildung von zukünftigen Mitarbeitern bzw. der Gewinnung von Hochschulabsolventen. Wissenstransfer und Verbesserung der Altersstruktur stehen im Vordergrund. Es wird daher angestrebt, Jungfacharbeiter zu übernehmen. Durch die Teilnahme an Messen und die Pflege der Hochschulkontakte sollen Diplomanden, Praktikanten und Trainees gewonnen werden. 2.6. Abschreibungen Die Abschreibungen beliefen sich zum 31. Dezember 2012 auf 20,0 Mio. €. Das waren 2,6 Mio. € weniger als im Vorjahr. Die Sachanlagen werden grundsätzlich unter Anwendung der steuerlich anerkannten Nutzungsdauer abgeschrieben. Für alle Neuinvestitionen wird die Abschreibung nach der linearen Abschreibungsmethode ermittelt. Die Abschreibung der Gas- und Dampfturbinen-Anlage des Kraftwerkes Dieselstraße wurde auf Leistungsabhängigkeit nach gelaufenen Betriebsstunden umgestellt. Die Umstellung der Abschreibungsmethode auf Grund der geänderten Einsatzweise des Heizkraftwerkes Dieselstraße führte hauptsächlich zu der Abweichung. 2.7. Sonstige betriebliche Aufwendungen Im Geschäftsjahr 2012 betrugen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen 32,9 Mio. € und fielen somit um 0,8 Mio. € höher aus als im Vorjahr. Die Position beinhaltet hauptsächlich Aufwendungen für Konzessionen, Instandhaltungen, Mieten und Pachten, Dienstleistungen für Datenverarbeitung und Abrechnung sowie Wertberichtigungen. 2.8. Außerordentliches Ergebnis Im Geschäftsjahr 2012 belief sich das Außerordentliche Ergebnis auf -5,9 Mio. € (Vorjahr: -5,3 Mio. €). Die Position beinhaltet hauptsächlich die Bildung einer Drohverlustrückstellung für den Strombezug aus dem Heizkraftwerk HalleDieselstraße sowie einer Drohverlustrückstellung für den Gaslieferungsvertrag mit E.ON. Der Rückstellungsbetrag wurde auf Grundlage der zukunftsbezogenen Marktpreise zum Bilanzstichtag ermittelt. 3. Finanzlage Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug zum Bilanzstichtag 18,5 Mio. € (Vorjahr: 32,9 Mio. €). Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 112 von 497 Die Verringerung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 14,4 Mio. € ist maßgeblich auf den Aufbau von Forderungen in Höhe von 19,2 Mio. € (Vorjahr: Abnahme von 12,3 Mio. €) sowie auf den Abbau von Verbindlichkeiten in Höhe von 5,3 Mio. € (Vorjahr: Abnahme 21,7 Mio. €) und die Abnahme von Rückstellungen in Höhe von 3,7 Mio. € zurückzuführen. Der Cash-Outflow aus der Investitionstätigkeit betrug 13,9 Mio. €. Die Finanzierung der langfristigen Investitionen erfolgte im Berichtsjahr 2012 über einen KfW-Fördermittelkredit in Höhe von 17,0 Mio. € und ein Investitionsdarlehen in Höhe von 3,0 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2012 erfolgte die Auszahlung des Vorjahresergebnisses in Höhe von 23,0 Mio. € an die Gesellschafterin. Der Finanzmittelbestand der EVH GmbH belief sich am 31. Dezember 2012 auf insgesamt 35,8 Mio. € und bestand überwiegend aus einem Guthaben im Rahmen des Cash-Pools mit der Stadtwerke Halle GmbH. Ziel dieser Vereinbarung des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken im Konzern zu minimieren. Im stichtagsbezogenen kurzfristigen Liquiditätsstatus (kurzfristige Aktiva ./. kurzfristige Schulden) ergab sich eine Überdeckung von 2,4 Mio. € (Vorjahr: Unterdeckung 7,9 Mio. €). Der aus dem Bestand an kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen resultierende Finanzierungsbedarf wird durch den zum Bilanzstichtag bestehenden Finanzmittelbestand gedeckt. Der Überschuss darüber hinaus betrifft einen Teil langfristiger Darlehen, die für die Finanzierung von Investitionen in 2012 vorgesehen waren, die sich aber in das neue Geschäftsjahr verschoben haben. Die Liquidität war während des Jahres 2012 gegeben und wird auch im Geschäftsjahr 2013 gemäß aktueller Finanzplanung gegeben sein. 4. Vermögenslage Im Berichtsjahr 2012 tätigte die EVH GmbH Investitionen, ohne Finanzanlagen, in Höhe von 17,0 Mio. €. Schwerpunkte waren Sanierung, Anpassung und Erweiterung des Fernwärmenetzes im Stadtgebiet Halle, der Ersatz von Trafokettenpaarstationen, die Errichtung von Photovoltaikanlagen, die Fernwärmeanschlüsse für das Maya Mare und das Geisteswissenschaftliche Zentrum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Des Weiteren wurden Investitionen getätigt für den Ersatz von Hochdruck- und Niederdruckleitungen, die Erweiterung und den Ersatz von Info-, Übertragungs-, Fernwirk- und Leittechnik, den Neubau von Kälte- und Wärmeerzeugungsanlagen, die Erschließung von Wohngebieten sowie für den Ersatz von Hard- und Software. Die Bilanzsumme des Unternehmens erhöhte sich um 4,7 Mio. € auf 341,1 Mio. €. Das betriebswirtschaftliche Eigenkapital belief sich einschließlich Sonderposten auf 103,1 Mio. €. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 30,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich diese um 1,6 Prozentpunkte. 5. Nachtragsbericht Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2012 ereigneten sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen Nachtragsbericht für die EVH GmbH notwendig machen. 6. Tätigkeiten Gegenstand des Unternehmens sind die Erzeugung, der Einkauf sowie der Vertrieb von Elektrizität, Gas und Wärme, insbesondere im Stadtgebiet Halle, aber auch außerhalb. Weiterhin zählen die Erbringung kaufmännischer und technischer Dienstleistungen, sowie die Verpachtung von Assets zu den Tätigkeiten des Unternehmens. Gemäß § 6b Abs. 3 EnWG wurde jeweils für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung (Verpachtung Stromnetz) sowie Gasverteilung (Verpachtung Gasnetz) ein Tätigkeitsabschluss erstellt. 7. Risikomanagement Die EVH GmbH betreibt ein kontinuierliches Chancen- und Risikomanagement, um dem sich fortwährend ändernden Umfeld zu entsprechen und den wachsenden gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb führt die EVH GmbH jährlich eine Risikoinventur durch, auf deren Grundlage die Anpassung der Inhalte des monatlichen Reports erfolgt. In die Früherkennung werden alle Unternehmensbereiche einbezogen. Die Beschaffungsmärkte sind großen Preisschwankungen ausgesetzt. Auf Grund dessen ist die Absicherung von Marktpreisrisiken von großer Bedeutung. Das Unternehmen tätigte Festpreisein- und -verkäufe, welche die Risiken schwankender Marktpreise und deren Auswirkung auf die Deckungsbeitragsentwicklung der Strom- und Wärmeproduktion minimieren. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 113 von 497 Im Rahmen des Risikomanagements für Energiebeschaffung und Vermarktung erfolgten für die Jahre 2013 und 2014 Geschäfte, um die geplanten Deckungsbeiträge der Stromproduktion des Heizkraftwerkes Dieselstraße abzusichern. Für das Jahr 2013 beträgt der Absicherungsgrad 81 Prozent. Für 2014 wurden bisher 29 Prozent gesichert. Dem Risiko mangelnder Bonität von Geschäftspartnern im Stromhandel wirkt das Unternehmen mit direkten und indirekten Maßnahmen entgegen. Es legt jährlich neue Limits fest, in deren Grenzen Geschäfte mit Geschäftspartnern getätigt werden können. Die Definition der Maximalwerte erfolgt mit Hilfe von Bonitätsbewertungen für die einzelnen Vertragspartner. Diese Limits werden jährlich im Rahmen des Wirtschaftsplanes festgelegt. Die EVH GmbH behielt die Beschaffungsstrategie für den Kommunalgasbezug bei. Es erfolgte eine Streuung der Preisund Mengenrisiken durch die Aufteilung der Gesamtbeschaffung auf mehrere Lieferanten. Risiken bestehen hier auch in den Mindestabnahmeverpflichtungen für Kommunal- und Kraftwerksgas z. B. bei milder Witterung. Ab 2013 besteht das Risiko verminderter Deckungsbeiträge aus der Vermarktung der Stromerzeugung des Heizkraftwerkes Dieselstraße aufgrund der gegenwärtigen Marktpreissituation. Die gegenwärtige Marktsituation lässt eine wirtschaftliche Stromproduktion im Heizkraftwerk Dieselstraße nur bedingt zu. Die in künftigen Geschäftsjahren zu erwartenden Verluste aus schwebenden Absatz- und Bezugsverpflichtungen wurden im Jahresabschluss durch eine Rückstellung berücksichtigt. Seitens der Geschäftsführung werden Verhandlungen mit dem Gaslieferanten geführt, um die Gasbezugskonditionen und somit die Wirtschaftlichkeit im Geschäftsfeld Stromerzeugung zu verbessern. Darüber hinaus arbeitet die EVH an verschiedenen Projekten zur Optimierung der Beschaffungs- und Vermarktungsstrategie im Erzeugungsportfolio. Die Marktpreise für den Strom wirken neben der Erzeugung auch auf das Endkundengeschäft. Die Bezugskostenentwicklung wird auch hier grundsätzlich an die Endkunden weitergegeben. Bei steigenden Preisen kann es auf Grund der jeweiligen Marktsituation und des zeitlichen Versatzes für die EVH ebenso zu Margen- und Kundenverlusten kommen. Die Diskussion der Politik und der Bundesnetzagentur über die Neureglung der Preisgestaltung für die Entgelte aus vermiedener Netznutzung bleibt bestehen. Ab dem Jahr 2014 besteht für die EVH GmbH für die GuD-Anlage Dieselstraße ein jährliches Risiko aus der Entgeltverminderung von rund 1,9 Mio. € (sogenanntes Poolingverbot), was einer Halbierung der geplanten Entgelte für vermiedene Netznutzung gleichkommt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Fällen die Rechtsprechung zu Preisanpassungsklauseln in Fernwärmelieferverträgen präzisiert, bei denen die Preise an die Entwicklung für Heizöl gekoppelt sind. Die Rechtsprechung in diesem Bereich entwickelt sich weiter und wurde als Position in die Chancen- und Risikoinventur aufgenommen. Von halleschen Wohnungsunternehmen wurden in diesem Zusammenhang Rückforderungsansprüche aufgrund einer behaupteten Unwirksamkeit der Preisanpassungsformel aus den Fernwärmelieferverträgen rückwirkend für den Zeitraum ab 2008 angezeigt. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Fernwärmelieferverträge rechtssicher sind. Für künftige Lieferungen besteht jedoch ein Risiko aus sich vermindernden Umsatzerlösen aus Fernwärme. 8. Prognosebericht Die Bundesregierung erwartet für das Geschäftsjahr 2013 ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum in Deutschland von rund 0,5 Prozent. Es wird davon ausgegangen, dass sich die deutsche Wirtschaft nach einem schwachen Start im ersten Halbjahr schneller erholen wird. Die Norddeutsche Landesbank rechnet mit 1 Prozent Wirtschaftswachstum 2013 in Sachsen-Anhalt. Die demographischen Rahmenbedingungen (weiterer prognostizierter Bevölkerungsrückgang) in Verbindung mit einem noch sparsameren Verbrauchsverhalten und weiter zunehmendem Wettbewerb führen zu rückläufigen Absatzmengen für Strom, Erdgas und Fernwärme im Netzgebiet der EVH GmbH. In 2012 sollte eine Novellierung der derzeit gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 erfolgen. Dies wird vorrausichtlich erst 2013 erfolgen. Es ist mit einer weiteren Verschärfung des maximalen Primärenergieverbrauchs für Neubauten um ca. 30 Prozent zu rechnen. Die Europäische Union hat unlängst eine neue Gebäuderichtlinie beschlossen, die in nationales Recht umzusetzen ist. Danach sind ab 2021 alle Neubauten als so genannte Niedrigstenergiegebäude zu bauen. Der dabei verbleibende geringe Energiebedarf soll zum wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Gefordert ist außerdem eine Pflicht für den Einsatz erneuerbarer Energien bei Änderungen von Bestandsgebäuden, ohne dass jedoch in der Richtlinie ein genauer Mindestsatz festgelegt wurde. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 114 von 497 Im Jahr 2013 beginnt für den europäischen Emissionshandel die dritte Handelsperiode, die bis zum Jahr 2020 andauern wird. Demzufolge wird es für die Stromproduktion keine kostenfreien Emissionsberechtigungen mehr geben. Für die Wärmeerzeugung wird es weiterhin kostenfreie Zuteilungen geben. Für 2013 erwarten Analysten einen leichten Anstieg des Rohölpreises. 2012 lag dieser bei 110 Dollar je Barrel. Grund dafür ist zum einen das Krisenthema um den Atomkonflikt im Iran. Zum anderen wird mit einer sich im Jahresverlauf positiv entwickelnden Weltkonjunktur gerechnet. Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramms plant das Unternehmen mittelfristig den Ausbau seiner regenerativen Erzeugungskapazitäten, um seiner klimapolitischen Verantwortung nachzukommen. Des Weiteren wird durch Investitionen in den Bau von Photovoltaikanlagen der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert. Weitere Investitionen wird es in den Folgejahren bei den Netzen geben, um die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten. Schwerpunkte bilden Ersatz- und Erweiterungsmaßnahmen im Strom-, Gas- und Wärmenetz. Die EVH GmbH will ihre Akquisitionen innerhalb und außerhalb von Halle verstärken. Auf Grund dessen sind erhöhte Investitionen in den Bau von Gaskesselanlagen sowie die Errichtung von Hausanschlussstationen geplant. In der Aufsichtsratssitzung vom 28. November 2012 wurde die Beendigung des Pachtverhältnisses über die GuD-Anlage Dieselstraße zum 1. Januar 2013 beschlossen. Alle damit im Zusammenhang abgeschlossenen Rechtsgeschäfte, insbesondere der Pachtvertrag, der Vertrag zur Erbringung technischer und kaufmännischer Dienstleistungen, der Vertrag über die Lieferung von Gas für das Kraftwerk Dieselstraße sowie die Strom- und Wärmelieferungsverträge wurden einvernehmlich mittels eines Aufhebungsvertrages gelöst. Die EVH GmbH plant für das Jahr 2013 ein Ergebnis vor Steuern und Ergebnisabführung von 14,4 Mio. €. Mittelfristig wird von einem durchschnittlichen Planergebnis in Höhe von 10,0 Mio. € ausgegangen. Hauptgrund dafür sind verminderte Deckungsbeiträge aus der Vermarktung der Stromerzeugung des Heizkraftwerkes Dieselstraße aufgrund der gegenwärtigen Marktpreissituation sowie geringere Deckungsbeiträge in den Sparten Gas und Wärme. Herr Berthold Müller-Urlaub beendete am 28. Februar 2013 nach 18 Jahren seine kaufmännische Geschäftsführertätigkeit in der Gesellschaft. Neuer Geschäftsführer ist seit 11. März 2013 Herr Olaf Schneider. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 115 von 497 Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH Stadtwerke Halle GmbH 12,5 12,5 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: Erwerb, Halten und Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen der Wasserwirtschaft in Sachsen-Anhalt und angrenzenden Gebieten, Verwaltung, Koordination und Kontrolle dieser Beteiligungen, Erbringung von Dienstleistungen für diese Beteiligungsgesellschaften sowie jeglicher Tätigkeit, die dem vorgenannten Zwecke mittelbar oder unmittelbar zu dienen geeignet ist. Belieferung von Kommunen, Wasserversorgungsgesellschaften sowie von gewerblichen und privaten Endverbrauchern im Land Sachsen-Anhalt sowie in angrenzenden Gebieten mit Roh- und Trinkwasser. Errichtung, Betrieb Verwaltung und Unterhaltung von fernwassertypischen Anlagen. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Wasserversorgung wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Dr. Gaudig, Lutz Dr. Lauda, Winfried Störzner, Uwe (bis 30.06.2012) (seit 01.07.2012) c) Beteiligungen unmittelbar GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH T€ 0 0 % 50,00 82,72 mittelbar Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH T€ 58.500 % 45,77 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 116 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 0 100 2010 % 0 100 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 0 129 T€ 0 142 T€ 0 227 % 0 100 T€ 0 -13 % 0 -9 Bilanzsumme 129 100 142 100 227 100 -13 -9 Passiva Eigenkapital Rückstellungen T€ 120 9 % 93 7 T€ 133 9 % 94 6 T€ 172 55 % 76 24 T€ -13 0 % -10 0 Bilanzsumme 129 100 142 100 227 100 -13 -9 bb) GuV 2012 T€ sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 14 1 -13 0 -13 -13 2011 T€ 40 1 -39 0 -39 -39 2010 T€ 106 2 -104 3 -107 -107 Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 117 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -9,78 -13 -22,91 -39 -38,37 -107 2011 2010 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 92,61 7,39 93,51 6,49 75,66 24,34 31.12.2011 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Rohwasserlieferung gesamt 31.12.2011 0,00 31.12.2010 0,00 Angaben in 3 T E U 0,00 m Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 118 von 497 e) Lagebericht Entwicklung Unternehmensgegenstand der Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH (FSA) sind u. a. Erwerb, Halten und Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen der Wasserwirtschaft, die Verwaltung, Koordination und Kontrolle dieser Beteiligungen, die Erbringung von Dienstleistungen für diese Beteiligungsgesellschaften sowie jegliche Tätigkeit, die dem vorgenannten Zwecke mittelbar oder unmittelbar zu dienen geeignet ist. Sitz der Gesellschaft ist Halle (Saale). Gesellschafter der FSA sind zu je 50 % die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH und die Stadtwerke Halle GmbH. Geschäftsführer der Gesellschaft sind Herr Uwe Störzner, Herr Dr. Lutz Gaudig bis 30. Juni 2012 und Herr Dr. Winfried Lauda ab 01. Juli 2012. Die FSA hält über eine „Große GbR“, die zwischen der FSA und der Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) besteht, eine Beteiligung an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH (FWV) mit Sitz in Torgau in Höhe von 25,5 %, sowie über eine „Kleine GbR“ zwischen der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH (TWM) an der FWV von 20,2664 %. Die Auflösung der „Kleinen GbR“ wurde eingeleitet; sie wird aber nicht weiter vollzogen. Wirtschaftliche Situation und Betätigung Der Jahresabschluss weist einen Fehlbetrag in Höhe von TEUR 13 aus. Die Gesellschaft verfügte im Berichtsjahr über eine ausreichende Liquidität. Investitionen wurden im Geschäftsjahr nicht getätigt. Über die Geschäftsführung hinaus verfügt die Gesellschaft über kein Personal. Die Ausübung der Geschäftsführertätigkeit erfolgt unentgeltlich. Der Jahresfehlbetrag 2012 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Da die Geschäftstätigkeit der FSA seit Ende 2007 ausschließlich im Halten der mittelbaren Beteiligung an der FWV und das Halten von Beteiligungen stellt keine unternehmerische Tätigkeit im Sinne des § 2 UStG darstellt, ist die FSA seit 2008 nicht mehr zum Vorsteuerabzug berechtigt. Beteiligungen An der „Großen GbR“ die über einen Geschäftsanteil von 51 % an der FWV verfügt, sind die FSA und die KWL je zur Hälfte beteiligt. Die „Kleine GbR“ hält einen Geschäftsanteil von 24,9 %. An der FWV. Gemessen an der Höhe des Auskehrungsanspruchs steht der FSA über „Kleine GbR“ eine weitere Beteiligung von 20,2664 % an der FWV zu. Die indirekten Gesellschafteraufgaben gegenüber der FWV wurden für das Geschäftsjahr mit der KWL in vier GbR-Sitzungen am 15. Februar 2012, 23. April 2012, 19. Juli 2012, 18. Oktober 2012, und in drei Aufsichtsratssitzungen der FWV am 07. Juni 2012, 30. August 2012 und am 29. November 2012 und einer Gesellschafterversammlung am 07. Juni 2012 wahrgenommen. Die Aufgaben und Pflichten der FSA werden in der „Großen GbR“ durch die Geschäftsführer der FSA, Herrn Uwe Störzner und bis 30. Juni 2012 durch Herrn Dr. Lutz Gaudig, ab 01. Juli 2012 durch Herrn Dr. Winfried Lauda wahrgenommen. Im Aufsichtsrat der FWV wirken seitens der FSA Herr Uwe Störzner als stellvertretender Vorsitzender, Herr Wilfried Klose, Herr Dr. Lutz Gaudig bis 06. Juni 2012 und Herr Matthias Lux ab 06. Juli 2012 mit. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Januar 2005 sind die gesamten Anteile der FWV zu kommunalisieren und den Gemeinden unentgeltlich zuzuordnen. Ein Vollzug dieser Entscheidung führt zu einem vollständigen oder teilweisen Verlust von Anteilen „Große GbR“ und „Kleine GbR“ an der FWV. Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) informierte mit Schreiben vom 30. September 2009 alle Beteiligten sowie alle im Versorgungsgebiet der FWV belegenen Gemeinden über eine beabsichtigte Zuordnung der Geschäftsanteile an der FWV und leitete gleichzeitig eine Anhörung ein. Am 30. Juli 2010 erließ das BADV einen Quotierungsbescheid, in dem festgelegt wird, in welchem Umfang jeweils eine Gemeinde im Fall der Kommunalisierung Anteile an der FWV erhalten soll. Eine Zuordnung der Geschäftsanteile an der FWV an die Gemeinden ist bislang nicht erfolgt, weil die Bestandskraft des Quotierungsbescheids nicht eintreten konnte. Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 119 von 497 Die FSA, die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) sowie mehrere Gemeinen haben fristgerecht Klage zur Aufhebung des Quotierungsbescheides bei dem Verwaltungsgericht Berlin (u. a. AZ.: 27 K 295/10) erhoben. Für die FSA hätte eine Umsetzung des Beschluss den entschädigungslosen Verlust der zum Gesamthandvermögen der „Großen GbR“ und der „Kleinen GbR“ gehörenden Geschäftsanteile an der FWV zur Folge. Um hinsichtlich der Rückabwicklung des Teilprivatisierungsvertrags vom 25. Februar 1994, der Vertrag, mit dem die „Große GbR“ ihren Geschäftsanteil an der FWV erwarb, zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, führten die Gesellschafter der „Großen GbR“ Gespräche und Verhandlungen mit Vertretern der BvS und des Bundesministeriums der Finanzen. Diese Gespräche wurden im Februar 2012 ergebnislos abgebrochen. In dem Verfahren zur Aufhebung des Quotierungsbescheides hat das Verwaltungsgericht Berlin im März 2012 die Durchführung eines gerichtlichen Mediationsverfahrens vorgeschlagen, zu dem es wegen der Ablehnung von mindestens einem Verfahrensbeteiligten im September 2012 nicht kommen wird. Wann das Verfahren zur Aufhebung des Quotierungsbescheides rechtskräftig abgeschlossen sein wird, lässt sich heute nicht absehen. Ausblick Die Aufgabe der FSA bis zu einer Neuordnung der Geschäftsanteile an der FWV ist es, die Beteiligungen zu halten und über die „Große GbR“ Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der FWV zu nehmen. Besondere Beachtung gilt der konstruktiven Begleitung und Umsetzung des Fernwasserentwicklungskonzeptes und des Unternehmensoptimierungsprojektes „Zukunft Fernwasser“. Die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH und die Stadtwerke Halle GmbH als Gesellschafter der FSA schließen nicht aus, sich auch zukünftig mit einer den Rahmenbedingungen angepassten Organisationsstruktur mit einer Beteiligung an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH engagieren. Eine konkrete Umsetzung bzw. eine geplante Bündelung von Geschäftsanteilen kann erst nach der Neuzuordnung der Geschäftsanteile an die einzelnen anspruchsberechtigten Gemeinden durch das zuständige Bundesamt erfolgen. Im Übrigen wurde durch das Finanzamt Halle (Saale) – Nord eine steuerliche Außenprüfung für die Jahre 2007 bis 2010 beginnend ab 04. März 2013 angeordnet. Die Geschäftsführend geht allerdings davon aus, dass keine außergewöhnlichen steuerlichen Feststellungen auftreten werden. Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 120 von 497 Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Naundorfer Straße 46 04860 Torgau Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 127.823 T€ GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH Stadt Leipzig 65.190 31.317 31.317 % 51,00 24,50 24,50 Gegenstand des Unternehmens: Die Gewinnung und qualitätsgerechte Aufbereitung von Rohwasser zu Trinkwasser aus Grund- und Oberflächenwasser und die Überleitung des gewonnenen Trinkwassers mittels Fernleitung in Versorgungsgebiete. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Wasserversorgung wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Kaufmännische Geschäftsführung Technische Geschäftsführung Aufsichtsrat Vorsitzender Vorsitzender stellv. Vorsitzender Wollenberg, Jan Dr. Michalik, Peter Müller, Volkmar Rahmen, Josef Störzner, Uwe Dallhammer, Wolf-Dieter Dr. Gaudig, Lutz Dr. Meyer, Ulrich Henning, Burkhard Kirst, Gerald Klose, Wilfried (bis 06.06.2012) (seit 30.08.2012 Vorsitzender) (bis 07.06.2012) Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 121 von 497 Aufsichtsrat Lux, Matthias Müller, Annerose Schlicke, Friedhelm Wenzel, Christian (seit 06.06.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 31 31.12.2010 T€ 30 Aufsichtsrat 28 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 91 9 0 2010 % 95 5 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 134.124 13.327 79 T€ 133.462 6.746 74 T€ 132.678 6.548 77 % 95 5 0 T€ 662 6.581 5 % 0 98 7 Bilanzsumme 147.530 100 140.282 100 139.303 100 7.248 5 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Empfangene Ertragszuschüsse Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 109.673 206 290 9.339 28.022 % 74 0 0 7 19 T€ 108.003 244 305 6.791 24.939 % 77 0 0 5 18 T€ 105.565 286 320 7.203 25.929 % 76 0 0 5 19 T€ 1.670 -38 -15 2.548 3.083 % 2 -16 -5 38 12 Bilanzsumme 147.530 100 140.282 100 139.303 100 7.248 5 Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 122 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 41.981 2.161 1.114 15.623 12.479 9.294 5.381 152 821 1.810 0 0 140 1.670 1.670 2011 T€ 36.845 2.746 1.271 13.094 12.204 8.921 3.359 156 868 2.572 0 0 135 2.437 2.437 2010 T€ 39.171 2.660 1.701 14.619 12.487 9.240 3.123 159 1.082 3.140 263 -263 167 2.710 2.710 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 3,98 1,55 10.964 203 27,57 2011 6,62 2,31 11.358 182 29,87 2010 6,92 2,63 11.950 193 28,68 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 89,16 74,34 25,66 31.12.2011 94,09 76,99 23,01 31.12.2010 94,13 75,78 24,22 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Fassungsvermögen Speicherbehälter Fernleitungsnetz Trinkwasserverkauf 173.500,00 716,00 75,40 31.12.2011 173.500,00 713,00 76,63 31.12.2010 173.500,00 721,00 78,09 Angaben in m³ km Mio. m³ Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 123 von 497 e) Lagebericht 1. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft Die im politischen Umfeld dominierenden Themen des Jahres 2012 waren geprägt von der Euro-Krise bzw. den eingeleiteten Maßnahmen zu deren Bewältigung. Diese wirkten sich auf die Arbeit der Unternehmen der Wasserwirtschaft nicht oder nur marginal aus, zumal in Deutschland und so auch in den mitteldeutschen Bundesländern eine positive konjunkturelle Entwicklung zu verzeichnen war. Zu Beginn des Jahres machten wiederholte Meldungen in den Medien über die Belastung des deutschen Trinkwassers mit organischen Spurenstoffen, Viren oder Arzneimittelrückständen die Runde. Gleichzeitig wurde seitens der EU-Kommission die Aufnahme weiterer Stoffe, die den genannten Mikroverunreinigungen zuzuordnen sind, in die Liste der „prioritären Substanzen“, die bezüglich der Qualität der Gewässer zu untersuchen und zu bewerten sind, angeregt. Seitens der Wasserbranche Deutschlands wurde diesbezüglich eine offene Informationspolitik mit der Zielstellung, zur Versachlichung der Diskussionen beizutragen und auf die gesamtgesellschaftlichen Dimensionen dieses wichtigen Themas hinzuweisen, geführt. Nur über die aktive Auseinandersetzung mit diesen Fragen konnte es gelingen, das Vertrauen der Verbraucher in die öffentliche Wasserversorgung unbeschadet zu erhalten. Dass dieses Vertrauen besteht, beweist auch eine aktuelle Kundenbefragung – „Kundenbarometer Wasser/Abwasser“ - die der BDEW repräsentativ durchführte. Gleichzeitig zeigen die Berichterstattungen und die damit verbundene öffentliche Diskussion, welchen hohen Stellenwert die Fragen der Trinkwasserqualität bei den Verbrauchern haben. Diese Sensibilität wird in der Zukunft eher zunehmen, so dass eine Schlussfolgerung für die Unternehmen der Wasserversorgung nur sein kann, sie noch verstärkter in den Mittelpunkt der Tätigkeit zu rücken. Für unser Unternehmen trifft diese Feststellung in besonderem Maße zu, da mit der Trinkwasserbereitstellung für große Teile der mitteldeutschen Region ca. 2 Mio. Menschen von den Auswirkungen einer nicht TVO - gerechten Versorgung betroffen wären. Vor dem Hintergrund der Sensibilität der Verbraucher und des hohen Stellenwertes, den die sichere, qualitätsgerechte Trinkwasserversorgung in der Öffentlichkeit genießt, sind die Bestrebungen der EU-Kommission zur Verabschiedung einer Dienstleistungs-Konzessionsrichtlinie, die das Aufgabenfeld der Wasserversorgung einschließt, sehr kritisch zu bewerten. Da sich sowohl Bundesregierung als auch die Bundesländer im Bundesrat in jüngerer Vergangenheit ebenfalls sehr kritisch diesbezüglich positioniert haben, bleibt das weitere Verfahren einschließlich der ggf. anstehenden Umsetzung in nationales Recht abzuwarten. Große Auswirkungen auf die Tätigkeiten der Unternehmen der Wasserversorgung, so auch der FWV, hat die im Jahr 2011 in Deutschland beschlossene und eingeleitete Energiewende. Die damit verbundenen Gesetze und Verordnungen und die praktischen Konsequenzen aus diesen führen einerseits zu einem weiteren Anstieg der Energiekosten und andererseits zu der Notwendigkeit, als energieintensives Unternehmen über ein aktives Energiemanagement die entsprechenden Schlussfolgerungen für die wirtschaftliche Tätigkeit abzuleiten. Ein zentrales Thema jedes Geschäftsberichtes der vergangenen Jahre, aber auch der mittelfristigen Wirtschaftsplanung ist der weiterhin rückläufige Wasserverbrauch und die Folgen auf die Erlössituation sowie weitere notwendige Konsequenzen für den Anlagenbetrieb. Daher ist es nicht nachvollziehbar, wenn seitens der EU-Kommission nach wie vor an Vorhaben wie „Blueprint to safe guards Europe´s water“ oder den „Arbeitsplan ökodesign“, welcher als ein Schwerpunktthema wasserführende Produkte enthält, festgehalten und gearbeitet wird. Auch diesbezüglich bleibt die Hoffnung, dass es gelingt, durch sachliche Argumentation aus deutscher Sicht auf eine Entideologisierung der Politik des Wassersparens hinzuwirken und die regionalen Unterschiede in Europa stärker in den Fokus zu rücken. In den das Versorgungsgebiet des Unternehmens umfassenden Bundesländern Sachsen und SachsenAnhalt wurde im Jahr 2012 die Novellierung der jeweiligen Landeswassergesetze eingeleitet. Der Prozess wurde mit fachlichen Stellungnahmen über die BDEW Landesgruppe begleitet und wird 2013 abgeschlossen. Schließlich soll auf zwei wichtige Aktivitäten in der Wasserpolitik der genannten Bundesländer eingegangen werden. In Sachsen-Anhalt wurde über eine Verordnung zum Jahreswechsel 2011/2012 die Erhebung eines Wasserentnahmeentgeltes durch die Landesregierung beschlossen. Der überwiegende Teil der dadurch prognostizierten Zusatzeinnahmen für den Landeshaushalt entfällt auf die öffentliche Wasserversorgung. Da unser Unternehmen ca. 50% des Wassers für die öffentliche Versorgung in Sachsen-Anhalt bereitstellt, lässt sich leicht ableiten, dass damit ein nicht unerheblicher zusätzlicher Verwaltungsaufwand als „Inkasso-Vollzieher“ für die Landesregierung entsteht. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 124 von 497 Im Freistaat Sachsen wurde nach mehrjähriger Bearbeitung der Grundsatzplan für die öffentliche Wasserversorgung fertiggestellt. Nach einer umfassenden Analyse der Versorgungssituation im Freistaat werden notwendige Schlussfolgerungen aus für die Wasserversorgung beherrschenden Themen wie dem demografischen Wandel oder der Prognose des Klimawandels gezogen und Grundsätze für die wasserwirtschaftliche Entwicklung als Handlungsrahmen für Wasserbehörden, Gesundheitsbehörden sowie die Träger der öffentlichen Wasserversorgung abgeleitet. Etwas bedauerlich ist es, dass diese wichtigen Grundsätze nicht offensiv gegenüber dem angesprochenen Kreis kommuniziert werden. Die genannten Entwicklungen im politischen Umfeld beeinflussen zweifellos die wirtschaftliche Tätigkeit unseres Unternehmens und entfalten ihre Auswirkungen auf den Betriebsaufwand. Nicht zuletzt ist daher die Frage der transparenten Information nach außen und innen auch weiterhin die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen. Die Ergebnisse aus Projekten wie dem Benchmarking für Fernwasserversorger oder der Kundenbilanz für Vorlieferanten, an denen sich das Unternehmen 2012 beteiligte, stellen dafür eine gute Basis dar. Auch das Geschäftsjahr 2012 konnte die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH erfolgreich abschließen und demonstrierte damit in Fortsetzung der letzten Jahre die positive Entwicklung der Gesellschaft. Neben der stabilen wirtschaftlichen Lage wurden auch die technischen Grundlagen für die zukünftige erfolgreiche Arbeit weiterentwickelt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 wurden 75,4 Mio. m³ an die Kunden der FWV verkauft. Besonders in den Frühjahrsund Sommermonaten wurden die geplanten Absatzzahlen aufgrund der warmen und niederschlagsarmen Perioden übertroffen. Die durchschnittliche Tagesproduktion lag bei 207,2 Tm³, das Maximum konnte bereits am 21. Mai mit 259,9 Tm³ registriert werden. Daraus ergibt sich genau wie in den Vorjahren ein Spitzenfaktor von 1,3. Auch wenn die Jahresabsatzmenge mit 1,1 Mio. m³ über den Erwartungen lag, so muss doch ein Rückgang von 1,2 Mio. m³ gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Wesentlichste Ursachen waren neben der geplanten verringerten Abnahme durch einen großen Kunden aus dem Kreis der Weiterverteiler (in Sachsen) die geringeren Abnahmen einiger Industriekunden, insbesondere verursacht durch die Krise in der Solarbranche. Daneben muss das Unternehmen dauerhaft mit demografischen Einflüssen und dem daraus resultierenden Absatzrückgang von derzeit ca. 400 Tm³ pro Jahr rechnen. Den genannten Rückgängen in der Wasserlieferung stehen Steigerungen bei mehreren Weiterverteilern entgegen. Die damit bedingte Verschiebung innerhalb der Abgabestruktur ist ein Grund, dass Umsatzerlöse aus dem Wasserverkauf in Höhe des Vorjahresniveaus erzielt wurden. Relevant hierfür ist weiterhin die Umsetzung der vertraglich vereinbarten Lieferbedingungen in Form der Anpassung der Vorhalte- und Verrechnungsmengen sowie der Anwendung der Preisgleitklausel, die eine anteilige Weitergabe inflationärer Kostensteigerungen ermöglicht. Des Weiteren war es erforderlich, zur Weiterberechnung des eingangs genannten Wasserentnahmeentgeltes des Landes Sachsen-Anhalt Nachträge zu den bestehenden Wasserlieferverträgen mit den betroffenen Kunden abzustimmen, über welche zusätzliche Kosten in einer Höhe von 2,3 Mio. € verursachungsgerecht an die betroffenen Kunden weiterberechnet werden. Mit diesen zu verrechnenden Beträgen des Wasserentnahmeentgeltes ergaben sich im Jahr 2012 Gesamterlöse aus dem Verkauf von Trinkwasser in einer Höhe von 37,6 Mio. €. Die Erlöse aus der Netzeinspeisung regenerativ erzeugten Stromes konnten gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht werden. Ursächlich hierfür ist die Inbetriebnahme zwei weiterer Photovoltaikanlagen auf Dachflächen der Unternehmenszentrale und des Wasserwerkes Mockritz, welche bis zum 30.06.2012 ihren Betrieb aufnahmen. Somit konnten im abgelaufenen Jahr mit knapp 1,3 Mio. € ca. 129 T€ Mehrerlöse gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Die FWV erbrachte auch 2012 eine Reihe von Dienstleistungen wie Laborleistungen und Bau- und Montageleistungen für andere Unternehmen. Die Bau- und Montageleistungen umfassten Reparatur- und Verlegeleistungen für andere Wasserversorgungsunternehmen auf der Basis von Serviceverträgen, die den Partnern im Bedarfsfall Spezial Know-how, insbesondere bei Arbeiten an Spannbetonrohren, zusichern. Die Umfänge der Laborleistungen gegenüber Dritten nahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter zu. Zielstellung ist es, diese Leistungen in den nächsten Jahren weiter zu entwickeln. Wurden bisher schwerpunktmäßig Wasseranalysen für Kunden, andere Wasserversorgungsunternehmen oder Industrie- und Gewerbepartner durchgeführt, kommt es durch die Umsetzung der novellierten TrinkwasserVO verstärkt zu Anfragen von Wohnungsunternehmen im Versorgungsgebiet. Erste Verträge zur Legionellenuntersuchung wurden abgeschlossen und befinden sich in der Abarbeitung. Ein Schwerpunkt der Investitions- und Instandhaltungstätigkeit des Unternehmens war in 2012 auf die Umsetzung bzw. der Vervollkommnung der in den Vorjahren im Projekt „Zukunft Fernwasser“ herausgearbeiteten Konzeptionen wie dem FEK zur weiteren Systemoptimierung oder dem Wartenkonzept zur Erhöhung der Effizienz des Betriebs- und Überwachungsregime gerichtet. Darin eingeschlossen sind weitere Maßnahmen zur Optimierung des Energieeinsatzes und Senkung der diesbezüglichen Kosten. Neben diesen insbesondere dem Erhalt bzw. der Verbesserung des wirtschaftlichen Systembetriebes dienenden Maßnahmen nehmen die Vorhaben zur nachhaltigen Sicherung der Trinkwasserqualität beginnend von der Rohwassergewinnung über die Aufbereitung in den Wasserwerken bis hin zum Verteilungsprozess (Hochbehälter und Fernleitungen) einen großen Teil der jährlich geplanten Investitionen in Anspruch. Ihr Anteil wird in den Folgejahren aufgrund des Stellenwertes der Qualitätssicherung weiter steigen. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 125 von 497 Bzgl. der Gesellschafterstruktur kann wie bereits im vergangenen Jahr über keine neuen formalen Verfahrensschritte berichtet werden. Gegen den Quotierungsbescheid des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen vom 30. Juli 2010 wurde durch mehrere Verfahrensbeteiligte Klage erhoben. Eine Abschätzung des weiteren Verlaufs, insbesondere der Dauer des Verfahrens, kann derzeit nicht erfolgen. 2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Insbesondere durch den gegenüber den Planungen angenommenen Mehrabsatz von Trinkwasser und die weitere Optimierung des Energieeinsatzes konnte ein Ergebnis von 1,67 Mio. € nach Steuern erreicht werden. Das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 1,81 Mio. €. Die Erlöse aus dem Trinkwasserverkauf betragen 37,63 Mio. € und liegen somit ca. 2,39 Mio. € über dem Vorjahresniveau (darin enthalten die vorgenannte Verrechnung des Wasserentnahmeentgeltes des Landes Sachsen-Anhalt). Daneben wurden sonstige Umsatzerlöse in einer Höhe von 4,36 Mio. € erwirtschaftet. Diese beinhalten die erwähnte Erzeugung regenerativer Energie sowie die Abrechnung von Umverlegungen an unseren Anlagen, die von Dritten veranlasst wurden, und die Ertüchtigung bzw. Neubau von fernwassertypischen Anlagen der MIDEWA. Weitere Positionen sind die Serviceleistungen für Dritte. In Summe belaufen sich die Gesamtumsätze für das Geschäftsjahr 2012 auf 41,98 Mio. € (Vorjahr: 36,84 Mio. €). Die 2012 erbrachten aktivierbaren Eigenleistungen umfassen 2,16 Mio. € (Vorjahr: 2,75 Mio. €). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr liegt an der Struktur und Art der umgesetzten Maßnahmen und der weiteren Reduzierung des dafür zur Verfügung stehenden Personals. Zuzüglich der sonstigen betrieblichen Erträge in einer Höhe von 1,11 Mio. € (Vorjahr: 1,27 Mio. €) konnte das Unternehmen 2012 eine Gesamtleistung von 45,26 Mio. € erwirtschaften (Vorjahr: 40,86 Mio. €). Der Materialaufwand liegt mit 15,62 Mio. € ca. 2,53 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Eine wesentliche Ursache hierfür sind die Schwankungen im Bereich der Umverlegungs- und sonstigen Bau-/Montagemaßnahmen für Dritte, die sowohl auf der Erlös- als auch auf der Aufwandsseite zu berücksichtigen sind. Die Aufwendungen für den Rohwasserbezug aus der Rappbodetalsperre mit 4,55 Mio. € und den Einsatz von Aufbereitungschemikalien in Höhe von 0,53 Mio. € befinden sich auf Vorjahresniveau bzw. leicht darunter. Für die Instandhaltung des Anlagevermögens wurden 3,17 Mio. € aufgewandt. Die Personalaufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 275 T€ auf 12,48 Mio. €. Darin enthalten sind die Tarifsteigerungen und die Rückstellungen für in der Vergangenheit abgeschlossene Altersteilzeitverträge und Pensionszusagen. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgte auf Basis eingeholter finanzmathematischer Gutachten. Die Abschreibungen in Höhe von 9,29 Mio. € (Vorjahr: 8,92 Mio. €) lagen aufgrund von zusätzlichen Abwertungen 354 T€ über dem Niveau von 2011. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten erstmalig, entsprechend den Trinkwassererlösen, das Wasserentnahmeentgelt des Landes Sachsen-Anhalt. Mit 5,38 Mio. € liegen sie ca. 2 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Finanzlage Die Liquidität des Unternehmens war jederzeit gesichert. Die Bewegung der Finanzmärkte der letzten Jahre hatten keine negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Krediten. Durch das gute Rating der Gesellschaft konnten attraktive Konditionen im Rahmen von Neu- und Anschlussfinanzierungen gesichert werden. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit konnte gegenüber 2011 mit 12,86 Mio. € deutlich verbessert werden (Vorjahr: 9,86 Mio. €). Aus der Investitionstätigkeit der Gesellschaft ergab sich ein Cashflow von -9,99 Mio. €. Darin sind u. a. enthalten Auszahlungen für Vermögen in das Anlagevermögen in Höhe von 8,84 Mio. € und in Finanzanlagen in Höhe von 1,22 Mio. €. Dies betrifft Investitionen in fremde genutzte fernwassertypische Anlagen 'der MIDEWA. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 1,33 Mio. € umfasst Kreditneuaufnahmen von 3 Mio. € und Tilgungen im gleichen Zeitraum von 1,67 Mio. €. Die Kreditneuaufnahmen im Geschäftsjahr 2012 dienten der Vorbereitung der Abwicklung eines großen Investitionsprojektes zum Jahresanfang 2013. Daraus resultiert auch die zum Stichtag 31.12.2012 hohe Liquiditätsvorhaltung. Der Finanzmittelbestand zum Jahresende erhöhte sich deshalb gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 6,96 Mio. €. Vermögenslage Im Geschäftsjahr 2012 wurden 8,84 Mio. € in das Anlagevermögen der Gesellschaft investiert. Davon entfielen 23 T€ auf immaterielle Wirtschaftsgüter und 0,40 Mio. € auf Grundstücke, Dienstbarkeiten und Bauten. Der Großteil der Investitionen floss in die Erneuerung bzw. Neuerrichtung technischer Anlagen und Maschinen. So wurden z. B. Trinkwasserleitungen in einem Umfang von 1,72 Mio. € errichtet. Insgesamt wurden 4,70 Mio. € in technische Anlagen und Maschinen investiert sowie 0,60 Mio. € in die Betriebs- und Geschäftsausstattung. In Höhe von 3,12 Mio. € gab es Zugänge bei den Anlagen im Bau. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 126 von 497 Investitionsschwerpunkte in 2012 waren:  Bau paralleler Rohrleitungsabschnitte im Raum Bernburg .. Güsten mit einer Gesamtlänge von 1,75 km  Beginn der Neuerrichtung der Chemikalienanlage im Wasserwerk Torgau-Ost  Erneuerung bestehender Behälterkapazitäten  Photovoltaik-Anlagen in der Unternehmenszentrale und im Wasserwerk Mockritz  Erneuerung von Röhrenabsetzbecken im Wasserwerk Mockritz. Die Finanzanlagen erhöhten sich entsprechend obiger Erläuterungen im Geschäftsjahr auf 2,49 Mio. €. Aufgrund der erhöhten Kreditaufnahmen in 2012 verringerte sich die Eigenkapitalquote der Gesellschaft geringfügig auf 74,3%. Der Deckungsgrad des Anlagevermögens aus Eigen- sowie mittel- und langfristigem Fremdkapital verbesserte sich weiter auf 103%. 3. Risiken der künftigen Entwicklung Die Gesellschaft hat seit 2000 ein den gesetzlichen Anforderungen (§ 53 HGrG i. V. m. § 91 Abs. 2 AktG) entsprechendes Risikomanagementsystem installiert. Im Rahmen dessen werden zweimal pro Jahr bestehende Risiken analysiert und bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Risikopotenziale eingeschätzt. Entsprechend der Beurteilung werden Gegenmaßnahmen zur Vermeidung bzw. Verringerung der Risiken und Zuständigkeiten definiert. Das größte Risiko für die FWV besteht in dem weiteren Absatzrückgang im Versorgungsgebiet. Wie bereits in den Vorjahren lässt sich dieses Risiko wie folgt untergliedern:  weiterer Rückgang der Bevölkerung und des Pro-Kopf-Verbrauchs im Versorgungsgebiet,  Tendenzen zur verstärkten Nutzung eigener Wasseraufbereitungsanlagen bzw. der Neuerrichtung solcher Anlagen bei den Kunden des Unternehmens insbesondere in Sachsen und  die konjunkturell bedingte Verringerung der Abnahmen bei direkt oder indirekt versorgten gewerblichen Kunden. Inflationäre bzw. tarifliche Steigerungen wesentlicher Kostenpositionen werden durch vertraglich vereinbarte Preisgleitklauseln in den Wasserlieferverträgen teilweise abgefangen. Bedingt durch den Absatzrückgang sind aber auch zukünftig die begonnenen Optimierungen in der Kostenstruktur der Gesellschaft weiter fortzuführen. Das Labor des Unternehmens sichert durch die Einbeziehung in alle relevanten Prozesse eine qualitätsgerechte Trinkwasseraufbereitung und -verteilung. Im Rahmen eines aktiven Ressourcenmanagements und der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern werden die Rohwässer im Ostharz und in der Elbaue quantitativ und qualitativ nachhaltig verfügbar gehalten. Entsprechend der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft richtet sich das Investitionsgeschehen an der bedarfsgerechten Erhaltung und Anpassung der Anlagensubstanz aus. Im Rahmen der intern installierten kaufmännischen und technischen Controllinginstrumente erfolgt die Planung und laufende Überwachung der Unternehmensprozesse. Bei Feststellungen von Abweichungen kann entsprechend zeitnah reagiert werden. Grundlegende Risiken werden durch ein aktives Management des Versicherungsschutzes abgesichert. Die liquidität und die laufende Verfügbarkeit von Kreditmitteln waren im gesamten Verlauf des Geschäftsjahres 2012 gesichert. Attraktive Zinskonditionen wurden über längere Zeiträume gesichert. Es erfolgt eine tägliche Liquiditätsüberwachung und -steuerung. Aufgrund der Kundenstruktur ist nicht mit Forderungsausfällen zu rechnen. Bei einem Großteil der abgeschlossenen Kreditverbindlichkeiten wurden feste Zinskonditionen vereinbart, zum Jahresende 2012 wurden keine Derivate oder andere Finanzinstrumente eingesetzt. 4. Ausblick/Prognosebericht Auf Basis der bereits erläuterten Absatzentwicklung im Versorgungsgebiet geht das Unternehmen von weiter sinkenden Absatzzahlen aus. Im Geschäftsjahr 2013 erwartet die Gesellschaft einen Absatz von 73,7 Mio. m³. Gegenüber der Absatzmenge von 75,4 Mio. m³ in 2012 wurde die weitere demografische Entwicklung, die Vorgaben einzelner Kunden und eine weitere zurückhaltende Abnahme der gewerblichen Kunden eingeplant. In 2013 geht die FWV von Trinkwassererlösen in einer Höhe von 37,35 Mio. € aus. Darin enthalten ist in Höhe von ca. 2,2 Mio. € das Wasserentnahmeentgelt des Landes Sachsen-Anhalt. Mittelfristig rechnet die Gesellschaft mit einem weiteren Absatzrückgang bis auf 71,5 Mio. m³ im Jahr 2017. Wie in den vergangenen Jahren werden auch Erträge aus der Erstattung der Stromsteuer für energieintensive Gewerbebetriebe eingeplant. Auf Basis der aktuellen politischen Rahmendiskussion wurden diese Erträge etwas niedriger berücksichtigt. Das für zukünftige Erstattungen notwendige Energiemanagement wird beginnend ab 2013 im Unternehmen eingeführt. Die bekannten bzw. zu erwartenden inflationären Steigerungen im Bereich der Materialaufwendungen wurden in den Planungen berücksichtigt. Insbesondere durch den hohen Stromkostenanteil und die ebenfalls steigenden spezifischen Stromkosten werden die angestoßenen internen energetischen Optimierungsmaßnahmen stringent weiter verfolgt. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 127 von 497 Die Personalaufwendungen steigen aufgrund der Tarifabschlüsse gegenüber 2012 nochmals leicht auf 12,76 Mio. € an. In den Folgejahren wirken die umgesetzten Personalmaßnahmen zur Personalreduzierung und bis zum Jahr 2017 können die Personalkosten, bei durchschnittlich eingeplanten Tarifabschlüssen, bis auf 12,0 Mio. € sinken. Im gleichen Zeitraum soll die Gesamtzahl der Mitarbeiter von 235 auf 215 absinken. Die bereits erläuterte bedarfsorientierte Investitionsstrategie wird auch in den nächsten Jahren fortgesetzt. Für die laufenden Investitionen im Geschäftsjahr 2013 sind 8 Mio. € vorgesehen. Schwerpunkte werden die weitere Ertüchtigung bzw. die Erneuerung von Rohrleitungsabschnitten im Bereich des Nordrings und der Südwestleitung sein. Darüber hinaus wird die bauliche Sanierung der im System vorhandenen Hochbehälter fortgeführt und die Erneuerung der Chemikalienanlage im Wasserwerk Torgau-Ost abgeschlossen. Als Sonderprojekt erwirbt zu Beginn des Geschäftsjahres 2013 die FWV von der MIDEWA fernwassertypische Anlagen in einem Umfang von 6,64 Mio. €. Diese Anlagen wurden bereits in der Vergangenheit durch die FWV zur Belieferung ihrer Kunden genutzt. Eine in dem hierzu abgeschlossenen Nutzungsvertrag optional vorgesehene Kaufoption wurde zum Jahresbeginn umgesetzt. Die aus dem Kauf entstehenden Kosten sind ergebnisneutral, da das bisher gezahlte Nutzungsentgelt entfällt. Für die im Jahr 2013 geplanten Investitionen müssen keine weiteren Kreditmittel aufgenommen werden, da bereits im Vorjahr die Finanzierung auf Basis zinsgünstiger Mittel erfolgte. Im laufenden Jahr werden Kredittilgungen in einer Höhe von 1,2 Mio. € getätigt. Die Eigenkapitalquote wird sich im Geschäftsjahr leicht auf ca. 76% erhöhen. Die Liquidität für das Geschäftsjahr 2013 ist gesichert. Trotz der prognostizierten Absatzentwicklungen geht die Gesellschaft von weiterhin positiven Ergebnissen aus, auch wenn diese nicht mehr auf dem Niveau der Vorjahre gehalten werden können. Für das Jahr 2013 wird ein Ergebnis nach Steuern von 1,12 Mio. € erwartet, welches sich in den Folgejahren leicht bis ca. 1,5 Mio. € steigert. Vorgänge mit besonderer Bedeutung lagen nach Abschluss des Geschäftsjahres nicht vor. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 128 von 497 Hafen Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Am Saalehafen 1 06118 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 512 T€ Stadtwerke Halle GmbH 512 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Betrieb und die Unterhaltung eines oder mehrerer Binnenschifffahrtshäfen im Gebiet der Stadt Halle und im Saalekreis, die Errichtung, der Erwerb und der Betrieb von Anlagen, die dem Hafenbetrieb in Halle und im Saalekreis dienen, sowie die Vornahme aller Geschäfte, die den vorerwähnten Unternehmensgegenständen unmittelbar oder mittelbar dienen können. Öffentlicher Zweck: Die Hafen Halle GmbH ist der einzige Binnenschiffahrtshafen in der Region. Durch ihn wird die Versorgung einzelner Unternehmen sichergestellt. Der öffentliche Zweck ist daher in der Wirtschaftsförderung und Standortsicherung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Lindemann, Dirk Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 129 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 130 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 0 87 13 0 2010 % 0 87 13 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Aufwendungen für die Ingangsetzung Erweiterung des Geschäftsbetriebes Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten und T€ 10 14.146 2.015 14 T€ 31 14.828 2.191 13 T€ 53 15.280 1.841 32 % 0 89 11 0 T€ -21 -682 -176 1 % -68 -5 -8 8 Bilanzsumme 16.185 100 17.063 100 17.206 100 -878 -5 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 731 4.720 134 10.600 % 5 29 1 65 T€ 731 5.000 104 11.228 % 4 29 1 66 T€ 731 5.280 30 11.165 % 4 31 0 65 T€ 0 -280 30 -628 % 0 -6 28 -6 Bilanzsumme 16.185 100 17.063 100 17.206 100 -878 -5 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 411 2.123 1.138 777 1.175 0 240 -946 -0 15 961 0 0 308 -1.250 -0 14 1.264 0 0 4.096 2011 T€ 3.430 1 483 1.946 1.007 779 1.124 2010 T€ 2.441 9 896 1.517 832 740 1.156 0 261 -1.160 -0 11 1.171 0 0 Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 131 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -23,45 -131,38 -183 135 25,24 2011 -36,86 -172,91 -485 121 25,72 2010 -47,97 -160,14 -431 145 24,88 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 86,87 4,52 95,48 31.12.2011 86,27 4,28 95,72 31.12.2010 88,38 4,25 95,75 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Containerumschlag Güterverkehrsleistung gesamt Hafenbahn Straßengüterverkehr 94.123 1.651.404 608.629 1.042.775 31.12.2011 71.676 1.297.296 506.433 790.813 31.12.2010 63.403 1.140.664 442.260 698.404 Angaben in TEU t t t Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 132 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich in Deutschland die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes um 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Nach vorläufigen Zahlen ist 2012 die deutschlandweit im Güterverkehr transportierte Tonnage der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße im Jahresvergleich um 2,6 % auf 3,89 Mrd. Tonnen leicht gesunken. Während die Mengen im Eisenbahn- und Straßenverkehr im Jahresvergleich um 2,7 % sanken, ging die Transportmenge in der Binnenschifffahrt 2012 gegenüber 2011 nur um 1 % zurück. In etwa unverändert waren die Anteile der Verkehrsträger am Transportaufkommen: nach wie vor dominiert hier die Straße mit einem Anteil von 85 % an der Gesamttonnage deutlich (Eisenbahn: 9,4 %, Binnenschiff: 5,6 %). Die Gesamtverkehrsleistung im Hafen Halle belief sich 2012 auf 1.651.404 Tonnen und nahm damit im Jahresvergleich um 354.108 Tonnen bzw. 27,3 % zu. Trotz einer Zunahme um 102.195 Tonnen bzw. +20,2 % auf insgesamt 608.629 Tonnen nahm der Anteil der bahnseitigen Tonnagen mit 36,9 % im Jahresvergleich leicht ab (VJ: 39 %). Im Containerumschlag (auch KV: Kombinierter (Container-)Verkehr SchieneStraße) konnte gegenüber dem Vorjahr wiederum eine deutliche Steigerung erreicht werden. Mit 94.123 TEU (VJ: 71.676 TEU) und 920.217 Tonnen (VJ: 707.798 Tonnen) nahm das Aufkommen im Jahresvergleich um etwa 30 % signifikant zu. Demgegenüber war auch in 2012 aufgrund der anhaltend widrigen Schifffahrtsbedingungen der Saale im Hafen kein Schiffsumschlag zu verzeichnen. Die am 16. Juni 2010 gegen das Landesverwaltungsamt eingereichte Klage von Bürgern gegen die erteilte Bau- und Betriebsgenehmigung für die Firma Pyrolyx, aufgrund derer das Landesverwaltungsamt die Genehmigungen widerrief, wurde nach fast 18-monatigem Verfahren in 2011 als unbegründet zurückgewiesen. Zwei Bürger klagten daraufhin beim Oberverwaltungsgericht in Magdeburg, welches im Dezember 2011 wiederum diese Klage abgewiesen hat. Eine erneute Klage einiger Bürger beim Landgericht Halle im Dezember 2012 ging für die Kläger wiederum verloren. Trotz Ausschluss des Rechtswegs haben die Kläger eine Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Magdeburg beantragt. Aufgrund der Klageverfahren 2011 wurde durch die Investitionsbank des Landes Sachsen Anhalt der Förderzeitraum verlängert. Am 14. Februar 2012 hat das Landesverwaltungsamt nach der Bau- nunmehr auch die Betriebsgenehmigung erteilt. Am 23.07.2012 wurden durch die Scutum AG die Gesellschaftsanteile der Pyrolyx Halle GmbH veräußert. Mit der Eintragung in das Handelsregister erfolgte eine Umfirmierung in die Pyrolytech GmbH. Zur Zeit laufen die Gespräche mit den Fachplanern. Im II. Quartal 2013 soll der Baubeginn erfolgen und die Produktionsaufnahme soll Ende 2014 erfolgen. Im Zusammenhang mit der Klage gegen die Genehmigungen für die Firma Pyrolyx widerrief das Landesverwaltungsamt am 20. Juli 2010 auch die gegenüber der OTK Oil Trading Kraftstoff GmbH (GULF-Gruppe) bereits nach § 33 Baugesetzbuch erteilte Baugenehmigung zur Errichtung und dem Betrieb eines Tank-Mischlagers im Hafen. Die OTK musste daraufhin einen neuen Antrag nach § 34 Baugesetzbuch stellen, der zwischenzeitlich genehmigt wurde. Im Zuge der Antragstellung wurde der ebenfalls bereits erteilte Fördermittelbescheid von der Firma OTK zurückgegeben, da der Förderungszeitraum überschritten worden wäre. Derzeit erfolgen die Abstimmungen mit der Investitionsbank und dem Investor. Der Weiterbau der Anlage soll im II. Quartal und der Produktionsbeginn im IV. Quartal 2013 erfolgen. Im Juni 2011 wurde durch das Bundesverkehrsministerium die Planung vorgelegt, die Saale zu einer „Restwasserstrasse“ ohne weiteren Investitions- und Unterhaltungsbedarfes herabzustufen. Die Elbe sollte als Nebenwasserstrasse herab qualifiziert werden. Dieses führte zu einer breiten Protestbewegung in der Landes-, Regional- und Lokalpolitik, der Wirtschaft und großen Kreisen der Gesellschaft. In enger Abstimmung mit dem Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS e.V.) hat sich am 05. August 2011 das „Saale-Bündnis“ gegründet. In der Zwischenzeit, vor allem durch den Druck des „Saale-Bündnisses“ hat der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages diesen Vorschlag abgelehnt. Das Bundesverkehrsministerium hat das Planco-Institut mit einer neuen Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Saale beauftragt. Das Gutachten von Planco wies als Ergebnis die Unwirtschaftlichkeit des Saalekanals aus. Das Verkehrsministerium des Landes Sachsen-Anhalt hat daraufhin die Firma LUB Consulting (Dresden) mit einer Wertung dieses Gutachtens beauftragt. Im Gegensatz zu Planco, die nur ein Transportaufkommen von 0,56 Mio. Tonnen (u.a. keine Mengen für den Hafen Halle und den Standort Bernburg) ausgewiesen haben, kommt LUB auf etwa 2,5 Mio. Tonnen Transportpotential. Das Land Sachsen-Anhalt hat daher noch in 2012 mit dem Bundesverkehrsministerium Verhandlungen aufgenommen, dass die Vollendung des Saaleausbaus weiterhin Bestandteil des neuen, 2015 in Beschluss gehenden Bundesverkehrswegeplanes bleibt. Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 133 von 497 Die Hafen Halle GmbH erzielte per 31. Dezember 2012 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 4.095 (VJ: T€ 3.405). Hauptumsatzträger waren mit T€ 1.917 (VJ: T€ 1.516) die Sparten Dispositive Leistungen (einschließlich Lkw-Verkehr) sowie Containerumschlag (T€ 880, VJ: T€ 746). Die Sparte Bahnleistungen erzielte 2012 Umsätze in Höhe von T€ 832 (VJ: T€ 621). Die der Sparte Dispositive Leistungen zugeordnete Untersparte Lkw-Verkehr erzielte im 1. vollen Geschäftsjahr 2012 mit (internen) Umsätzen in Höhe von T€ 487 einen positiven Beitrag zum Gesamtergebnis des Hafens von etwa T€ 40. Im Jahr 2012 wurden T€ 127 investiert. Neben T€ 51 Investitionen für technische Hafenanlagen (darunter T€ 31 für die Anschaffung von eines Kipp-Chassis für den Containertransport) und T€ 25 für Geländemaßnahmen (darunter T€ 22 für Vermessungsleistungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Grundstücksflächen zur Gleisanlage „Saalebahn“ in 2010) fielen T€ 13 für Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie T€ 37 für sonstige Investitionen (darunter etwa T€ 15 für Erweiterung/Anpassung betriebswirtschaftlicher Software) an. Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr durch den Kreditrahmen der Muttergesellschaft in Höhe von T€ 5.500 (temporär erhöht auf T€ 6.900 bis zum Ersatz des 2011 endfälligen HVB-Darlehens über T€ 1.400) im Rahmen des bestehenden Cash Pools und den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag gegeben. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2012 absolut um T€ 878 und relativ um 5,1 % auf T€ 16.185 verringert. Der Anteil des Anlagevermögens belief sich auf 87,4 % der Bilanzsumme. Einschließlich der Zurechnung der Sonderposten beläuft sich das wirtschaftliche Eigenkapital auf T€ 5.451 und beträgt 33,7 % der Bilanzsumme. Bei Bankdarlehen über T€ 4.381 ist das Anlagevermögen der Gesellschaft (T€ 14.146) zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 zu 69,5 % durch lang- und mittelfristiges Eigen- und Fremdkapital (T€ 9.832) gedeckt. In dem seit August 2004 beim Landgericht Halle anhängigen Rechtsstreit wegen mangelhafter Planungsleistungen gegen die Firma H.P. Gauff Ingenieure GmbH & Co. KG hat das Landgericht Halle nach mehrmaligen Sachstandsanfragen unseren Rechtsbeistand mit Schreiben vom 11.10.2012 erkennen lassen, dass seit Oktober 2010 „…eine sachgerechte Bearbeitung wegen Dezernatsbelastung nicht möglich…“ gewesen ist und die Bearbeitung nunmehr erfolgen soll. Trotz dieser Zusage und einer weiteren Anfrage durch unseren Rechtsbeistand am 12.11.2012 ist derzeit kein weiterer Verfahrensfortschritt zu verzeichnen. Entsprechend der Regelungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) wurden durch die Gesellschaft auch in 2012 die wesentlichen Risikofelder identifiziert und einer Bewertung unterzogen sowie die erforderlichen Schritte zur Schaffung eines adäquaten Risikomanagement- und Früherkennungssystems erfolgreich realisiert. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die für die Gesellschaft relevanten Risikofelder einer laufenden Bewertung und Kontrolle unterliegen sowie wesentliche Instrumente der Risikoerkennung und -bewertung installiert sind. Auf Grundlage des Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages wurden von der Gesellschafterin Verlustausgleichszahlungen geleistet sowie im Rahmen des konzernweiten Cash-Pools Kontokorrentkredite bereitgestellt. Ausblick Der Ertragswert der (neuen) Sparten „Schiffsverkehr“ sowie „Infrastruktur und Ansiedlungen“ ist gemäß den aktuellen Planungsrechnungen unverändert nachhaltig negativ (ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten). Demgegenüber zeigen die Sparten „Bahnleistungen“, „Containerumschlag“ und „Dispositive Leistungen“ eine mittelfristig positive Entwicklung. Der Schwerpunkt der weiteren Entwicklung liegt daher unverändert auf dem Container-Verkehr und dem Eisenbahnbereich. In den Sparten „Containerumschlag“ und „Dispositive Leistungen“ wird es darauf ankommen, die am Markt zu verzeichnende positive Wahrnehmung der Leistungsfähigkeit des CTHS (ContainerTerminalHalleSaale) weiter auszuschöpfen. Ebenso sollen konzeptionell Möglichkeiten für eine Ausweitung des Leistungsspektrums geprüft und zur Entscheidung gebracht werden. Ziel solle sein, mit zeitnaher Konzept-Umsetzung unseren Anteil an der Wertschöpfungskette des Logistikprozesses zu verbreitern und die Abhängigkeit von Dritten zu verringern. Ebenso wird der Focus auf der Stabilisierung und dem weiteren Ausbau des Eisenbahnbereiches liegen. Hier erwarten wir insbesondere durch die investorenseitig für Ende 2013 geplanten Betriebsaufnahme des Tankmischlagers aus den vertraglichen Bindungen signifikant zunehmende Bahnleistungen. Aufgrund der guten Entwicklungen im abgelaufenen Geschäftsjahr erwarten wir für 2013 im KV-Geschäft ein stabiles Verkehrsaufkommen. Ungeachtet dessen wird die weitere Ausweitung der Geschäfte im KV-Bereich einen wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft auch in 2013 darstellen. Weiter ausgebaut werden soll auch das Geschäftsfeld der dispositiven speditionellen Leistungen mit kompletten Container-Transport-Läufen Seehafen-Kunde-Seehafen. Hierzu soll auch die in 2012 erfolgreiche Untersparte „Lkw-Verkehr“ (Straßentransporte im KV-Verkehr mit angemieteten Zugmaschinen und eigenen Chassis) verstärkt beitragen. Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 134 von 497 Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft im Bereich Ansiedlungen wird es in 2013 sein, die beiden im Hafen begonnenen Ansiedlungsprojekte in der Umsetzung bis hin zur Betriebsaufnahme zu begleiten. Vor dem Hintergrund einer mittelfristig verbesserten Erlössituation der Gesellschaft vor allem im Bahnsektor wird die Gesellschaft weiterhin versuchen, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gebietskörperschaften weitere Grundstücksflächen im engeren Hafenumfeld einer wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. Damit soll auch ein Beitrag zur Entwicklung des Hafengebietes sowie des Wirtschaftsstandortes Halle (Saale) insgesamt geleistet werden. Im investiven Bereich sind insbesondere Maßnahmen zur Erweiterung und Sicherung der Geschäfte im Bahn- und Container-Verkehr geplant. Neben dem Neubau des Gleisanschlusses für einen Neuansiedler im Hafen ist zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Betriebsabläufe auch der Ersatzneubau der technischen Sicherungsanlagen an den Bahnübergängen der Gleisanlage „Saalebahn“ geplant. Hier hoffen wir auf zeitnahen Abschluss der bereits seit Ende 2007 diskutierten Kreuzungsvereinbarungen mit der Stadt Halle (Saale). Die zukünftige Ertrags- und Finanzlage des Hafens ist, neben politischen Entscheidungen zur Saaleschifffahrt, entscheidend davon abhängig, dass die Akquisitionsaktivitäten erfolgreich verlaufen, die für eine langfristig positive Entwicklung des Hafenbetriebs erforderlichen Investitionen realisiert werden sowie der Hafenbetrieb und die zur Ansiedlung hergerichteten Flächen signifikant besser ausgelastet sind. Die Zahlungsfähigkeit und der Fortbestand der Gesellschaft sind auch zukünftig von der entsprechenden Unterstützung durch die Alleingesellschafterin Stadtwerke Halle GmbH – im Wege des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags sowie der Einbindung in den Cash Pool der Stadtwerke Halle GmbH – abhängig. Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 135 von 497 Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 10.000 T€ Stadtwerke Halle GmbH 10.000 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens sind die Versorgung mit Wasser, die Abwasserbeseitigung und die Errichtung, der Erwerb und der Betrieb von Anlagen zur Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, die Abfallentsorgung, die Abfallsortierung, die Reststoffverwertung, der Winterdienst, Reinigungsleistungen einschließlich der Gebäudereinigung sowie damit im Zusammenhang stehende Leistungen im Gebiet der Stadt Halle (Saale) und in anderen Gebietskörperschaften. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, die der Erreichung oder Förderung des Gesellschaftszwecks unmittelbar oder mittelbar dienen. Sie kann sich hierbei anderer Unternehmen bedienen, sich an ihnen beteiligen oder solche Unternehmen sowie Hilf- und Nebenbereiche errichten, erwerben, oder pachten. (2) Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Abwasserent- und die Wasserversorgung werden explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Vorsitzender Lux, Matthias Dr. Gaudig, Lutz (bis 30.06.2012) Aufsichtsrat Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzende Misch, Werner Philipp, Lothar Nebelung, Barbara Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar (bis 30.06.2012) (seit 27.09.2012 stellv. Vorsitzende) Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 136 von 497 Aufsichtsrat Hilbig, Stefan Hildebrandt, Roland Krause, Johannes Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 21 (seit 21.09.2012) 31.12.2010 T€ 21 Aufsichtsrat 22 c) Beteiligungen unmittelbar Cives Dienste GmbH Maya mare GmbH & Co. KG WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH T€ 25 1.278 153 26 % 100,00 12,50 60,00 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 94 6 0 2010 % 90 10 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 407.414 24.350 640 T€ 398.688 44.638 729 T€ 399.477 35.920 949 % 92 8 0 T€ 8.726 -20.288 -89 % 2 -45 -12 Bilanzsumme 432.404 100 444.055 100 436.346 100 -11.651 -3 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Sonderposten für Baukostenzuschüsse Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Investitionsund T€ 70.998 7.308 57.092 19.649 267.062 10.295 % 16 2 13 5 62 2 T€ 68.898 7.666 47.423 18.865 292.036 9.167 % 15 2 11 4 66 2 T€ 68.898 8.023 47.794 18.097 285.448 8.086 % 16 2 11 4 65 2 T€ 2.100 -358 9.669 784 -24.974 1.128 % 3 -5 20 4 -9 12 Bilanzsumme 432.404 100 444.055 100 436.346 100 -11.651 -3 Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 137 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Erträge aus Beteiligungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 9.021 9.067 112 114 115.273 362 3.878 27.850 28.865 18.036 24.328 73 9 47 11.415 9.148 176 191 -15 198 -198 4.359 -4.359 0 138 2.483 2011 T€ 115.096 337 3.720 27.903 29.451 17.802 23.165 353 24 202 12.032 9.379 2010 T€ 111.018 270 6.122 26.050 29.637 25.942 21.868 365 26 71 12.361 2.014 0 0 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 7,83 12,71 27.058 192 24,15 2011 7,88 13,16 26.869 184 24,72 2010 -2,24 -3,60 23.458 177 25,24 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 93,98 16,42 83,58 31.12.2011 89,49 15,52 84,48 31.12.2010 91,21 15,79 84,21 Angaben in % % % Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 138 von 497 ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Absatzmenge Schmutzwasser Absatzmenge Trinkwasser gesamt Abwassereinleitung Kläranlagen Anzahl Einzelgebührenbescheide Anzahl Gebührenbescheide Entsorgungstonnagen Gebäudereinigungsleistung Hausanschlüsse Stadtreinigungsleistung 9.526,00 T m 16.857,00 T ³ m 14.654,00 T ³ m 6.313,00 A ³ n 36.712,00 A z n 180.793,00 M a z g 70.919.482,00 m h a ² l 49.970,00 A h n l 342.980,00 k z m a ² h l 31.12.2011 9.523,00 16.741,00 17.528,00 6.723,00 36.979,00 163.482,00 70.192.483,00 49.485,00 350.538,00 31.12.2010 9.323,00 16.527,00 19.339,00 6.747,00 37.169,00 153.132,00 72.957.791,00 49.283,00 310.968,26 Angaben in Tm³ Tm³ Tm³ Anzahl Anzahl Mg m² Anzahl km² Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 139 von 497 e) Lagebericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes um 0,7 Prozentpunkte. Damit lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für Sachsen-Anhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in SachsenAnhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. Veränderungen wesentlicher Verträge, Produkt- und Preisveränderungen, Kundenorientierung Die Stadt Halle (Saale) und das Unternehmen unterzeichneten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 die Verlängerung bzw. den Neuabschluss der drei wesentlichen Verträge für die Abfallentsorgung, Straßenreinigung und den Winterdienst für das Stadtgebiet. Die Verträge sichern die Dienstleistungserbringung über eine Laufzeit von jeweils 10 Jahren ab und sorgen damit für eine stabile Auftragslage des Unternehmens im Geschäftsfeld Entsorgung und Reinigung. Das Land Sachsen-Anhalt hat 2012 ein Wasserentnahmeentgelt eingeführt, was zur Folge hatte, dass die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Preisanpassung für Trinkwasser vornehmen musste. Bereits seit dem 01. Januar 2012 muss das Wasserentnahmeentgelt über den Vorlieferanten an das Land abgeführt werden. Das Unternehmen führte ab dem 01. Juli 2012 Preisanpassungen durch. Um das erste Halbjahr 2012 ausgleichen zu können, erhöht sich der Preis zwischenzeitlich ab dem 01. Juli 2012 um 10 Cent pro Kubikmeter (von 1,26 € / m³ (netto) auf 1,36 € / m³ (netto)), bezogen auf das gesamte Betrachtungsjahr entspricht dies nominal einer Erhöhung um 5 Cent für 1000 Liter. Dies entspricht der Höhe des Wasserentnahmeentgeltes. Durch konsequente Kostensenkungsmaßnahmen und unter Berücksichtigung des Wasserentnahmeentgeltes kann das Unternehmen Preissenkungen ab dem 01. Januar 2013 durchführen. Für die Kunden in der Stadt Halle (Saale) und in den Mitgliedsgemeinden des Wasserzweckverbandes „Saalkreis“ kann der Mengenpreis für Trinkwasser gesenkt werden zusätzlich für die Kunden in der Stadt Halle (Saale) der Schmutzwasserpreis. Die Preissenkung im Trinkwasser beträgt 6 Cent/m³ auf € 1,40 (brutto). Das Entgelt für die Einleitung von Schmutzwasser aus Haushalten, Kleingewerben und Industrie wird um 9 Cent auf 3,46 € / m³ (brutto) gesenkt. Ebenfalls gesenkt wird das Entgelt für die Einleitung von Schmutzwasser über eine Kleinkläranlage sowie die Einleitung sonstiger Wässer (Grund-, Drainage- oder Kühlwasser) um 3 Cent auf 2,44 € / m³ (brutto). Im Jahr 2012 erfolgte durch die Stadt Halle (Saale) in Abstimmung mit dem Unternehmen die Überarbeitung der Abfallwirtschafts- und Abfallgebührensatzung für die Jahre 2013 und 2014. Die wesentlichste Änderung ist die Anpassung der Gebühr für die Restabfallentsorgung, welche zum 01. Januar 2013 wirksam wird. Trotz Optimierungs-maßnahmen konnten Kostensteigerungen, insbesondere bei der Abfallbehandlung und –verwertung, durch die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft nicht gänzlich kompensiert werden. Die Restmüllgebühr erhöht sich dadurch im Durchschnitt um 3,8 Prozent. Zu den wichtigsten Zielen zählen in der HWS die Kundenorientierung und kontinuierliche Verbesserung, Optimierung des bestehenden Produkt- und Dienstleistungsportfolios sowie die Geschäftsfelderweiterung. In diesem Rahmen konnte im Geschäftsjahr 2012 die Dienstleistung des Behälterwaschens in größerem Umfang in umliegenden Ortschaften erbracht werden. Weiterhin konnten das bereits umfangreiche und etablierte Angebot an Produkten des HauptWertstoffmarktes Äußere Hordorfer Straße erweitert werden. Der Altpapier-Sammelwettbewerb für Schulen und Kindertagesstätten in der Stadt Halle (Saale) zur Erhaltung des Altpapiermengenstromes aus Halle (Saale) wird weiterhin aufgrund der positiven Resonanz fortgeführt. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 140 von 497 Netze der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung In den Geschäftsfeldern Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung unterstützt die HWS weiterhin die Stadt Halle bei ihren Ansiedlungsaktivitäten, um zukünftig weitere Absatz- und Kundenpotenziale zu erschließen. So begann die HWS bereits 2011, schrittweise das Schmutzwasser- und Trinkwassernetz des städtischen, neu erschlossenen Industriegebietes an der Autobahn A 14 – „Star Park“ genannt - zu übernehmen. Abfall-Logistik und –Behandlung, Reinigungslogistik Das Pilotprojekt zum Einsatz von Telematik im Unternehmensbereich Entsorgungsdienste begann im September 2011 und wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 intensiviert und weiter ausgebaut. Neben dem Unternehmensbereich Entsorgungsdienste wurde erstmals auch der Unternehmensbereich Straßenreinigung in das Projekt integriert. Insgesamt sind mit Ablauf des Jahres 2012 14 Entsorgungsfahrzeuge, 8 Containerfahrzeuge, 1 Frontlader, 2 Sperrmüllfahrzeuge und 2 Kehrmaschinen mit sogenannten „Fleet Boards“ ausgestattet. Die Ziele, die das Unternehmen mit dem Einsatz dieser neuen Technik verbindet, sind u.a. die Reduzierung des Kraftstoffverbrauches, die Optimierung der Touren durch eine verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit sowie mittelfristig die Reduzierung der Reparaturkosten. Die Auswertung der Ergebnisse 2012 war durchweg positiv. Zudem konnten neben weiteren Einspareffekten, auch Tourenoptimierungen sowie die Einsparung kompletter Touren in den Bereichen Entsorgungsdiensten und Straßenreinigung realisiert werden. Die permanente Tourenoptimierung in der Abfallsammlung und Logistik ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die Einführungsphase der Umweltzone in der Stadt Halle (Saale) endete mit Abschluss des Betrachtungsjahres zum 31. Dezember 2012. Ausgehend von dieser Tatsache richtete die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH die Neuanschaffungen im Fuhrpark weiter auf alternative Kraftstoffe und Antriebe, einhergehend mit der Reduzierung von Feinstaub- und CO2-Emissionen im Straßenverkehr als auch im innerstädtischen Nahverkehr, aus. Neben den bereits in den Vorjahren erworbenen 10 durch Erdgas angetriebenen Fahrzeugen sowie den 4 Fahrzeugen mit Elektroantrieb wurden im Jahr 2012 weitere 5 Erdgas angetriebene Fahrzeuge und 1 Fahrzeug mit Elektroantrieb erworben. Der im Vorjahr begonnene Einbau der Partikelminderungssysteme wurde im Betrachtungsjahr kontinuierlich fortgeführt. Produktions- und Behandlungskapazitäten Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 stellte die HWS ihren Kunden Trinkwasser von unverändert sehr guter Qualität 3 3 zur Verfügung. Insgesamt wurden 18.487 Tm Trinkwasser zur Versorgung bereitgestellt, davon 14.476 Tm im Versorgungsgebiet der Stadt Halle (Saale) und des Wasserzweckverbandes „Saalkreis“. Im Jahr 2012 lag das Wasseraufkommen um 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau und somit 2,1 Prozent über den Erwartungen. Dazu trug unter anderem die stabile Entwicklung der Einwohnerzahlen in der Stadt Halle (Saale) und die wasserabsatzfördernde Witterung bei. Die kontinuierlichen Bestrebungen des Unternehmens, Wasserverlusten z.B. durch gezielte gebietsweise Leckortungsmaßnahmen entgegenzuwirken, konnten im Jahr 2012 nicht zu einer Senkung beitragen. Aufgrund einer überdurchschnittlichen Anzahl von Rohrbrüchen zu Beginn des Jahres ist ein leichter Anstieg für das Betrachtungsjahr zu verzeichnen. Dies ist auf die extrem niedrigen Temperaturen im Februar 2012 zurückzuführen. Die Wasserverluste wurden für 2012 mit 8,8 Prozent ermittelt, was einer Steigerung von 0,4 Prozent zum Vorjahr entspricht. Als Wasserverlust wird dabei die volle Differenz zwischen eingekaufter und verkaufter Wassermenge betrachtet. Die behandelte Abwassermenge auf der Kläranlage Nord betrug im Jahr 2012 insgesamt 17.017 Tm³ (davon 14.654 Tm³ Trockenwetterzufluss). Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Auslastung der Zählanlage für Getränkeeinwegverpackungen im Vergleich zum Vorjahr weiter gesteigert werden. Die Anzahl der gezählten Gebinde im Jahr 2012 lag bei 49.500.000 (Vorjahr 35.300.000 Gebinde). Optimierung der Beschaffung Auch im Geschäftsjahr 2012 konnten alle zur Umsetzung vorgesehenen Investitionsmaßnahmen der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung nach Durchführung entsprechender Vergabeverfahren beauftragt werden. Dabei wurde das Ziel verwirklicht, durch die Nutzung des öffentlichen Wettbewerbs ein möglichst wirtschaftliches Vergabeergebnis zu erzielen. Das laufende Programm zur Stabilisierung der Wasserverluste auf niedrigem Niveau sichert gute Einkaufsbedingungen im Rahmen des Wasserliefervertrages mit dem Vorlieferanten Fernwasserversorgung Elbaue - Ostharz GmbH. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 141 von 497 Zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Unternehmens zählt ebenfalls eine optimierte Beschaffung von Verwertungsund Behandlungskapazitäten bzw. diesbezüglicher Nachunternehmerleistungen für verschiedenen Abfallarten. Diese permanente Optimierungsaufgabe konnte auch im Geschäftsjahr 2012 erfolgreich umgesetzt werden. So gelang es im abgelaufenen Geschäftsjahr den Entsorgungsvertrag für Schadstoffe langfristig zu gleichbleibenden guten Konditionen abzusichern. Ebenso konnten bei allen wesentlichen Entsorgungs- und Beschaffungsverträgen konstante bzw. leicht verbesserte Preise vereinbart werden. In der Regel ist bei jeder Abfallart mehr als ein Nachunternehmer für das Unternehmen tätig. Dadurch ist es auch im Jahr 2012 gelungen, Abhängigkeiten von Nachunternehmern zu vermeiden. Organisationsveränderungen Auch das Jahr 2012 stand ganz im Zeichen der Umsetzung des langfristigen Strategiekonzeptes „HWS 2020“. Bereits 2011 wurden aus der Stufe 1 des Konzepts konkrete Maßnahmen abgeleitet und analysiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden konsequent weitere Ideen und Maßnahmen in den Konzeptrahmen aufgenommen und im Zuge der Stufe 2 weiter bearbeitet. So wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 51 konkrete Maßnahmen bearbeitet, wovon 29 in die „Umsetzungsphase“ gebracht werden konnten. Ein Beispiel für eine solche erfolgreiche Umsetzung ist das Projekt „Zentrale Leitwarte“. Hier hat die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH im Sinne einer internen Straffung von Struktureinheiten die ehemals 3 Leitwarten für Trinkwasser, Abwasser sowie der Kläranlagen an einem Standort zusammengefasst. Zusätzlich erfolgte im Zuge dieser Maßnahme eine Optimierung der Betriebsabläufe, wie etwa die Einführung einer versetzten 2. Schicht zur effizienteren Erledigung der anfallenden Störungen und die Bündelung von Aufgaben. Dies ermöglicht eine deutlich wirtschaftlichere Handlungsweise, ohne dabei Einschränkungen für den Kunden in Kauf nehmen zu müssen. So ist beispielsweise eine 24h-Erreichbarkeit der Leitwarte sowie die zeitnahe Abarbeitung der anfallenden Störungen weiterhin gegeben. Ein weiteres Beispiel für die kontinuierliche Optimierung der internen Prozesse ist die Umsetzung eines neuen Konzepts zur Kanalinspektion. Alle Unternehmen der Branche stehen hier seit 2012 vor der Herausforderung, durch eine Änderung der Eigenüberwachungsverordnung einen deutlich erhöhten Aufwand für die Inspektion der Abwasser-Kanäle leisten zu müssen. Das Unternehmen reagierte darauf mit der Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze in der Kanalbefahrung bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Fremdleistungen. Zusätzlich wurden neue Technologien wie etwa die „Sehende Kanalreinigung“ eingeführt, durch die sowohl eine effizientere Erfassung relevanter Daten, als auch die teilweise Kombination der Arbeitsschritte Kanalinspektion und -spülung erwirkt werden kann. Auch dank einer konsequenten Zusammenführung der gesetzlichen Anforderungen mit den betrieblichen Notwendigkeiten (beispielsweise durch ein Berichtssystem und eine verbesserte Systematik der Inspektionsplanung) können die erhöhten gesetzlichen Anforderungen bei einer gleichzeitigen Kosteneinsparung erfüllt werden. Im November 2011 begann das konzernweite Projekt „Strategische Assetsteuerung“ an dem sich auch die HWS aktiv beteiligt. Im Rahmen dieses Projektes wird der Einsatz aller Betriebsmittel der gesamten Netzinfrastruktur (für die HWS die Trinkwasser- und Abwassernetze) aus der übergreifenden Sicht der SWH-Gruppe auf den Prüfstand gestellt, das Verbesserungspotenzial analysiert und Wege zur Umsetzung aufgezeigt. Durch den Aufbau der strategischen Assetsteuerung wird die Grundlage für ein langfristig erfolgreiches Management der netztechnischen Anlagen der SWH-Gruppe gelegt. Durch die ganzheitliche Betrachtung von Kosten, Qualität, Risiko und die Optimierung des Zusammenspiels zwischen Technik, Vertrieb und Controlling können Prozesse besser vernetzt und operative Exzellenz geschaffen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden folgende Schwerpunktthemen bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen. Die Thematik „Verwaltung und Nutzbarmachung der Betriebs- und Anlagendaten in einem Datenbanksystem der SWH Gruppe“ ergab unter Berücksichtigung der derzeitigen Systemlandschaften und der zukünftigen Nutzungsansprüche der Sparten ein 2-Säulen-Konzept für die zukünftige Verwaltung und Nutzung von Betriebs- und Anlagendaten. Ein weiterer Schwerpunkt, wie z.B. die „Abstimmung der mittelfristigen Investitionspläne in der SWH Gruppe“, wurde nach Analyse des IST-Zustandes und Darstellung der Zielstellungen fortlaufend mit festen Turnusterminen installiert, um eine optimierte Abstimmung der Sparten in der Mittelfristplanung zu erreichen. Zur verbesserten Koordinierung der Mittelfristplanungen wurde die Einführung eines GIS-Projektes zur grafischen Darstellung aller mittelfristig geplanten Maßnahmen aller beteiligten Sparten realisiert. Die Verpflichtung der Sparten zum „Vorausschauenden Bauen“ soll zukünftig zu verringerten Baukosten / Umverlegungskosten führen. Diesem Grundsatz folgend, konnten bereits Projekte der HWS optimiert werden. Ein Beispiel dafür ist die Mitverlegung der Gasleitung im Abwasserprojekt Helmut-Just-Straße, wodurch ein Investitionskostenvorteil für beide Sparten erzielt werden soll. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 142 von 497 Die im Jahr 2010 begonnene konzerninterne Zentralisierung des Fuhrparkmanagements wurde im Jahr 2012 durch die Einrichtung eines zentralen Fahrzeugschadenmanagements, Tankkartenverwaltung und – kontrolle sowie die Installation einer einheitlichen Prüfstelle für gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungen im Unternehmen weiter ausgebaut. Durch den stetigen Ausbau der Eigenleistungen im Bereich Fahrzeuginstandhaltung und –setzung ist es gelungen, die Fremdleistungen deutlich zu reduzieren. Weitere Maßnahmen der Zentralisierung und Optimierung sind für das Folgejahr vorgesehen. Personal Das Unternehmen war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 wie auch in den Vorjahren bemüht, dem erwarteten Fachkräftemangel vor allem in den produktiven / technischen Bereichen des Unternehmens entgegenzuwirken. Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH setzt dabei verstärkt auf die Gewinnung von Fachkräften aus den eigenen Reihen. Zum Jahresende 2012 waren 68 Auszubildende bei der HWS beschäftigt, darunter 10 Studenten in einem dualen Studium. Die Ausbildung erfolgt in den Ausbildungsberufen Berufskraftfahrer/-in, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik, Anlagenmechaniker/-in, Kfz-Mechatroniker/-in, Chemielaborant/-in, Gebäudereiniger/-in, Bürokauffrau/-mann, Industriekauffrau/-mann sowie über duale Studiengänge. Im Jahresdurchschnitt waren im Unternehmen 686 Mitarbeiter (Vorjahr 718) beschäftigt. Die Holding Stadtwerke Halle hat im Jahr 2012 ein konzernübergreifendes Projekt „TalentPool“ gestartet, in dem Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine positionsunabhängige Qualifizierung und Kompetenzstärkung ermöglicht werden soll. Ziel ist es, Mitarbeiter für eine Fach-, Führungs- oder Projektlaufbahn in den Unternehmen der Stadtwerke-Gruppe zu begeistern und sie auf diesem Weg zu begleiten und frühzeitig den Aspekt der Mitarbeiterbindung zu berücksichtigen. Das Entwicklungsprogramm spricht explizit Mitarbeiter aller Positionen im Unternehmen an, die bislang keine Führungs- oder Leitungsverantwortung übernehmen. Im März 2012 startete die Bewerbungsphase. Im Oktober 2012 fand die finale Auswahlkonferenz im Auswahlgremium des Personalbereichs statt. Konzernweit haben 23 Mitarbeiter, davon 4 aus der HWS die Aufnahme in das Projekt „TalentPool“ geschafft. Im Jahr 2010 begann zunächst ein unternehmensinternes umfangreiches und kontinuierliches Weiterbildungsprogramm für Berufskraftfahrer nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) für die logistikgeprägten Bereiche des Unternehmens. Dieses wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere mit den Schwerpunkten auf eine wirtschaftliche Fahrweise und die geltenden Sozialvorschriften weiter ausgebaut. Im Jahr 2012 wurde erstmals begonnen, diese Weiterbildung in der Stadtwerke-Gruppe anzubieten. Es wurde bereits von einigen Konzernunternehmen ganz bzw. teilweise in Anspruch genommen. Investitionstätigkeit Die Investitionen des Geschäftsjahres 2012 der HWS hatten einen Gesamtumfang von insgesamt T€ 21.009 (Vorjahr: T€ 16.908). Auf den Abwasserbereich entfielen dabei Investitionen von T€ 12.354 (Vorjahr: T€ 9.500) und auf den Trinkwasserbereich T€ 4.954 (Vorjahr: T€ 5.056). Darüber hinaus entfielen T€ 4.954 im Abwasser und T€ 967 im Trinkwasser auf unentgeltliche Übernahmen. Investitionsschwerpunkte waren im Geschäftsjahr 2012 für die Sparten Wasser und Abwasser, neben der Mitwirkung an komplexen Straßenbaumaßnahmen wie zum Beispiel der Delitzscher und Beesener Straße, die Erschließungs- und Entwicklungsmaßnahmen im Gewerbebestandsgebiet Halle-Ost (Wertumfang ca. 6 Mio. €) sowie im Erschließungsgebiet an der A 14 und im Baugebiet Heide-Süd. Folgende Projekte wurden zusätzlich im Abwasserbereich realisiert: die Weiterführung der abwassertechnischen Ersterschließung entsprechend Abwasserbeseitigungskonzeption (z.B. im Stadtteil Halle-Reideburg), die Sanierung von Kanalabschnitten in den Zustandsklassen mit umgehenden Handlungsbedarf beispielsweise der Sammelkanal in dem Bereich „Geistes- und Sozialwissenschaftliches Zentrum (GSZ)“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Kanäle und Grundstücksanschlusskanäle in den Vereinsstraßen, in der Kefersteinstraße, in der Niemeyer / E.-Toller / K.-Eisner-Straße sowie in der Parkstraße, der Neubau eines Transportkanales DN 900 in der Helmut-Just-Straße im unterirdischen Vortrieb zur Verbesserung der hydraulischen Situation im Gesamteinzugsgebiet Bergschänkenweg / Gottfried-Keller-Straße in Umsetzung des Generalentwässerungs-planes, Ertüchtigung störanfälliger und überlasteter Anlagengruppen auf der Kläranlage Halle Nord (z.B. Überschussschlammeindickung; Vorbereitung einer Anlage zur Kalkdosierung und eines zusätzlichen Schlammspeichers). Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 143 von 497 Eine Studie zur Anpassung der Kläranlage durch Leistungssteigerung an einen seitens der Genehmigungsbehörde erwarteten, neuen Grenzwert für Stickstoff wurde erarbeitet. Der Anschlussgrad an die zentrale Abwasserentsorgung beläuft sich nunmehr auf 99,53 % (Kanalnetz). Im Bereich der Trinkwasserinvestitionen lagen die Schwerpunkte im abgelaufenen Geschäftsjahr, neben der Beteiligung an den bereits aufgeführten Komplexbaumaßnahmen, auf folgenden Projekten: Sanierung der Hauptversorgungsleitung in der Gütchenstraße mittels Einzug einer neuen Trinkwasserleitung DN 400 GGG in die vorhandene ca. 100 Jahre alte Graugussleitung DN 600, Maßnahmen zur Senkung des Rohrbruchgeschehens und zur Senkung von Wasserverlusten durch Ersatz von besonders schadenanfälligen Leitungen; z. B. in der Ludwigstraße und in der W.-v.-Kügelgenstraße, Erneuerung von störanfälligen Versorgungsleitungen mit dem Ziel einer Netzoptimierung beispielsweise in der Reilstraße / Fleischmannstraße und in der V. Vereinsstraße, Auswechslung der Pumpen und der technischen Ausrüstung im PW Halle Ost, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und den Energiebedarf zu senken. Um Synergieeffekte zu erzielen, wurden Maßnahmen gemeinsam mit der Schwestergesellschaft EVH GmbH umgesetzt (Fuchsienweg, Irisweg sowie in der Merseburger Straße). Die Investitionen des abgelaufenen Geschäftsjahres im Unternehmensbereich Entsorgung / Sortierung / Reinigung betrugen T€ 3.103 (Vorjahr: T€ 1.870). Wesentlichen Anteil hatte die Errichtung einer Anlage zur hydrothermalen Karbonisierung (HTC-Anlage) auf dem Gelände der Deponie Lochau. Weitere Investitionen waren im Wesentlichen auf die Erhaltung der bestehenden Logistik und Behandlungskapazitäten ausgerichtet. Wirtschaftliche Entwicklung Umsatzerlöse und Aufwendungen Von der HWS wurden im Jahr 2012 Umsatzerlöse von T€ 115.273 erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um T€ 178. Im Einzelnen entwickelten sich die Geschäftsfelder wie folgt: Trinkwasserlieferung Abwasserentsorgung Abfallentsorgung/Reinigung Sonstige Umsatzerlöse T€ 33.303 (Vorjahr T€ 32.612) T€ 43.899 (Vorjahr T€ 40.937) T€ 28.404 (Vorjahr T€ 28.641) T€ 9.667 (Vorjahr T€ 12.906) Der Erlösanstieg in der Trinkwassersparte ist zum einen auf den Anstieg der Absatzmengen zurückzuführen. Zum anderen resultiert er aus einer Erhöhung des Mengenpreises für Trinkwasser um zehn Cent pro Kubikmeter, welche zum 01. Juli 2012 vorgenommen werden musste. Der Erlösanstieg bei der Abwasserentsorgung 2012 im Vergleich zum Vorjahr 2011 resultiert vor allem aus einer Preiserhöhung im Bereich Schmutzwasser von 25 Cent pro Kubikmeter. Die Preise für Niederschlagswasser blieben im Berichtszeitraum konstant. Der geringe Erlösrückgang im Geschäftsfeld Abfallentsorgung / Reinigung resultiert im Wesentlichen aus witterungsbedingt geringeren Straßenreinigungsleistungen sowie einem Rückgang an Leistungen für die Entsorgung von Siedlungsabfällen, da in diesem Bereich medizinische Abfälle nicht mehr durch die HWS entsorgt werden. Bei den sonstigen Umsatzerlösen war ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr auf T€ 9.667 zu verzeichnen. Die Reduzierung ist im Wesentlichen auf verminderte Leistungen bei den Abwasser- und Deponiesickerwasserübernahmen von Dritten (hier war das Jahr 2011 durch witterungsbedingt außergewöhnlich hohe Mengen geprägt) sowie verminderte Erlöse aus der Personalüberlassung aufgrund des Personalübergangs von 21 Mitarbeitern zur ITC Halle GmbH zum 01.01.2012 zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um T€ 158 auf T€ 3.878 gestiegen. Hierbei stehen unter anderem gestiegene Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen gesunkenen Versicherungserträgen gegenüber. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 144 von 497 Der Materialaufwand betrug T€ 27.850 und lag damit leicht unter Vorjahresniveau. Dabei stieg der Aufwand für Betriebsstoffe und bezogene Waren im Vergleich zum Vorjahr. Dem gestiegenen Aufwand für den Fremdwasserbezug konnte dabei durch Einsparungen bei anderen Betriebsstoffen (Strom, Chemikalien) nur teilweise entgegengewirkt werden. Der Aufwand für bezogene Leistungen wurde im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Hauptursache für diese Entwicklung ist der Rückgang der Transportaufwendungen für Deponiesickerwasser infolge eines mit den Umsatzerlösen korrespondierenden Mengenrückgangs. Die Personalaufwendungen lagen mit T€ 28.865 unter dem Vorjahresniveau. Diverse Maßnahmen zur strategischen Personalentwicklung wurden zielgerichtet weitergeführt und spiegeln sich in gesunkenen Beschäftigtenzahlen sowie reduzierten Personalkosten wider. Die Erhöhung der Abschreibungen um T€ 234 auf T€ 18.036 resultiert insbesondere aus der Vereinnahmung von Zuschüssen sowie der unentgeltlichen Übernahme von Anlagevermögen für Maßnahmen im Trink- und Abwasserbereich, aus der Erschließung des Gewerbegebietes an der A14. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 24.328 ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr eingetreten. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr in voller Höhe berücksichtigte Abwasserabgabe sowie Aufwendungen für Prozessrisiken zurückzuführen. Infolge eines anhaltenden niedrigen Zinsniveaus, vorgenommenen Maßnahmen eines aktiven Zinsmanagement und durch den Einsatz von Eigenmitteln zur Finanzierung der Investitionen im Trinkwasser- und Entsorgungsbereich sind die Zinsaufwendungen gesunken. Das außerordentliche Ergebnis lag mit T€ 15 um T€ 183 unter dem Vorjahr. Es betrifft Aufwendungen (Zuführung zu Rückstellungen) für den Sozialplan. Ergebnis Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2012 von T€ 9.021 liegt deutlich über den Erwartungen. Das außerordentlich gute Ergebnis ist auf eine positive Geschäftsentwicklung und die Erfolge im Kostenmanagement zurückzuführen. Wesentliche Bilanzpositionen Die Bilanzsumme der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH nahm in Vergleich zum Vorjahr (T€ 444.055) um T€ 11.651 auf T€ 432.404 ab. Eine Erhöhung um T€ 8.726 auf T€ 407.414 (Vorjahr: T€ 398.688) war im Anlagevermögen zu verzeichnen. Das entspricht einem Anstieg um 2%. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände als wesentliche Bestandteile des Umlaufvermögens lagen mit T€ 22.739 deutlich unter den Werten des Vorjahres (T€ 43.042). Diese Reduzierung resultiert vor allem aus der Minderung der Forderungen aus dem Cash-Pool. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2012 aufgrund einer Einlage des Gesellschafters in die Kapitalrücklage um T€ 2.100 auf T€ 70.998. Dies ist ein bemerkenswerter Schritt zur nachhaltigen Entwicklung der Vermögenslage. Die sonstigen Rückstellungen übersteigen den Vorjahreswert um T€ 751. Das entspricht einem Anstieg um 4%. Maßgeblich für den Anstieg waren Zuführungen für unterlassene Instandhaltungen und Sanierungen, Prozessrisiken sowie die Abwasserabgabe. Die zur Finanzierung, insbesondere der Anlageinvestitionen, aufgenommen Darlehen bei Kreditinstituten reduzierten sich auf T€ 247.534 (Vorjahr T€ 273.632). Damit hat die Gesellschaft mit der veränderten Schwerpunktsetzung in der Finanzund Entschuldungsstrategie ihre Finanzpolitik verstärkt auf den Abbau von Bankverbindlichkeiten und einen höheren Anteil an eigenfinanzierten Investitionen ausgerichtet. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 145 von 497 Management Herr Dr. Lutz Gaudig, technischer Geschäftsführer der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH, schied zum 30. Juni 2012 aus dem Unternehmen aus. Der Aufsichtsrat der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH stimmte der Bestellung der neuen Prokuristen: Romy Kloß (Bereichsleiterin Technik, Wasser und Abwasser), Hans-Christian Neuber (Bereichsleiter Entsorgungsdienste) sowie Burkhardt Jänicke (Bereichsleiter Vertrieb) zum 01. Juli 2012 zu. Ebenfalls Zustimmung erfuhr die Erweiterung der bestehenden Prokura von Barbara Nebelung (Bereichsleiterin Finanz- und Rechnungswesen). Mit Wirkung zum 01. Januar 2013 wurde Herr Jörg Schulze zum Geschäftsführer des Unternehmens berufen. Qualitätsmanagement, Zertifizierungen Neben der im Jahr 2012 absolvierten Akkreditierung des Trinkwasserlabors durch die DAkks und der Wiederholungszertifizierung des Zählzentrums nach der Zertifizierungsrichtlinie der Deutschen Pfandsystem GmbH konnte wiederum die im September 2012 durchgeführte jährliche Zertifizierung der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH - Unternehmensbereich Entsorgung - zum Entsorgungsfachbetrieb aufrecht erhalten werden. Das Überwachungsaudit zum Qualitäts- und Umweltmanagement für das Gesamtunternehmen konnte ebenfalls erfolgreich absolviert werden. Forschung und Entwicklung In der Gütchenstraße, der Adam-Kuckhoff-Straße sowie der Zinksgartenstraße wurde im vergangenen Jahr ein neues Verfahren der Rohrsanierung eingesetzt. In diesem Bauabschnitt fand eine Sanierung/Auswechslung der Trinkwasserleitung DN 600 statt. Diese Trinkwasserleitung wurde 1909 bis 1913 erbaut. Aufgrund der geänderten Versorgungssituation kann die geplante Trinkwasserleitung jetzt mit einem Mindestinnnendurchmesser von 400 mm ausgeführt werden. Die Sanierung der Trinkwasserleitung erfolgt durch ein Rohrreliningverfahren. Hierbei werden Gussrohre über eine Baugrube in eine Altleitung eingezogen. Diese Maßnahme erfordert höchste Präzision und genaue Planung und ist ein Beitrag zur effizienten Sanierung des Versorgungsnetzes. An dem im Jahre 2007 begonnenen langfristig angelegten Pilotprojekt „Kurzumtriebsplantagen auf innerstädtischen Flächen“ gab es auch 2012 vielseitiges Interesse. Das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP) der Fachhochschule Erfurt erarbeitete beispielsweise einen Steckbrief als Referenzobjekt auf Grundlage der Daten zur Kurzumtriebsplantage der HWS. Das Entwicklungsprojekt „Integrierte Verwertungsanlage und Strategie für kommunale Biomasse – Hydrothermale Carbonisierung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft“ wurde weiter umgesetzt. Mit dem Projekt, welches 2012 begann, verfolgt die HWS gemeinsam mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum Leipzig (DBFZ) das Ziel, ein integriertes Verfahren zur gestuften energetischen Nutzung von Bioabfall und weiteren Biomassefraktionen zu konzipieren, aufzubauen und zu erproben und damit einen eigenständigen Beitrag zur effizienten Erschließung und Nutzung biogener Reststoffe zu leisten. Die Anlage zur hydrothermalen Carbonisierung befindet sich im Bau. Das Ziel ist eine Inbetriebnahme der Anlage Mitte 2013. Erste Ergebnisse des Projektes wurden u.a. im „ForschungsReport: Ernährung – Landwirtschaft – Verbraucherschutz“ 2/2012 veröffentlicht. Beteiligungsbereich Die HWS hält 100 % der Geschäftsanteile an der W+H Wasser- und Haustechnik GmbH, Halle (Saale). Die W+H realisiert die Bewirtschaftung der Wasserzähler und Wasserzählerstandrohre im Versorgungsgebiet der HWS. Des Weiteren gehören Installationsleistungen, Instandhaltungsleistungen, Serviceleistungen im Fernwärmenetz sowie die Errichtung von Hausanschlüssen zum Leistungsspektrum der W+H. Die HWS hält 100 % der Geschäftsanteile an der Cives Dienste GmbH (Cives), Halle (Saale). Die Cives erbringt für die HWS Dienstleistungen im Bereich der Gebäudereinigung sowie Logistikdienstleistungen und trägt damit langfristig zur Herstellung und Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit in diesem Geschäftsfeld bei. Weiterhin hält die HWS 60 % der Geschäftsanteile der Wertstofferfassung und Recycling GmbH (WER), Halle (Saale). Die WER erbringt Entsorgungsleistungen u.a. im Bereich der Altglaserfassung, -sammlung und –verwertung. Darüber hinaus hält die HWS 12,5 % der Geschäftsanteile an der Maya mare GmbH & Co. KG. Hauptgesellschafter ist die Muttergesellschaft Stadtwerke Halle GmbH. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 146 von 497 Risikomanagement, Risikomanagementsystem Das Risikomanagementsystem der HWS benennt für das Jahr 2012 keine den Bestand des Unternehmens gefährdende Risiken. Branchen- und Unternehmensausblick Für das kommende Geschäftsjahr 2013 erwartet die HWS eine Gesamtleistung von 118,5 Mio. € und einen Jahresüberschuss von 9,3 Mio. € vor Ergebnisabführung. Die HWS strebt einen Personalbestand von 593 Mitarbeitern auf Vollzeitbasis an. Die Investitionen wurden in Höhe von 18,0 Mio. € geplant. Dieses Investitionsvolumen beinhaltet jahresübergreifende Projekte aus dem Investitionsplan 2012 in Höhe von 1,9 Mio. €, die in 2013 abgeschlossen werden. Die HWS verfolgt mit ihrer Arbeit das Hauptziel, die wesentlichen Dienstleistungen Trinkwasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Straßenreinigungs- und Winterdienstleistungen sowie die Gebäudereinigung für den Konzessions- und Hauptauftraggeber Stadt Halle (Saale), Gebietskörperschaften im Umland und private und gewerbliche Auftraggeber nachhaltig und langfristig anzubieten und zu erbringen. Auch im Geschäftsjahr 2013 ist ein konsequentes Kostenmanagement Grundvoraussetzung dafür, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, trotz des Umstandes einer langfristig rückläufigen Bevölkerungszahl im Marktgebiet und eines durch sparsames Verbrauchsverhalten erzeugten, langfristig rückläufigen Bedarfs an Trinkwasser und Aufkommens an Abwasser und Abfall, auf dem Niveau der Vergangenheit zu halten. Im Geschäftsbereich der Trinkwasserversorgung setzt das Unternehmen für die Jahre 2013 und 2014 eine Mengenpreissenkung um. Der Trinkwasserpreis im gesamten Versorgungsgebiet wird um 6 Cent/m³ auf € 1,40 (brutto) gesenkt. Im Mengenpreis für Trinkwasser ist das Wasserentnahmeentgelt, welches vom Land Sachsen-Anhalt erhoben wird, enthalten. Im Geschäftsfeld Abwasserentsorgung kann das Unternehmen ab dem 01. Januar 2013 für die Einleitung von Schmutzwasser aus Haushalten, Kleingewerben und Industrie eine Preissenkung um 9 Cent auf 3,46 € / m³ (brutto) an seine Kunden weitergeben. Das Entgelt für die Einleitung von Schmutzwasser über eine Kleinkläranlage sowie die Einleitung sonstiger Wässer (Grund-, Drainage- oder Kühlwasser) sinkt um 3 Cent auf 2,44 € / m³ (brutto). Die Preissenkungen, die gegen den Trend in der Region vorgenommen werden können, sind Ergebnis des bisher erfolgreichen Kostenmanagement. Der Preis für die Einleitung von Niederschlagswasser bleibt konstant bei 1,44 € / m³ (brutto). Der Markt für Abfallentsorgungsleistungen wird weiterhin von konjunkturell schwankenden Wertstoff- und Entsorgungspreisen geprägt. Nachdem Bundestag und Bundesrat das Kreislaufwirtschaftsgesetz am 9. und 10. Februar 2012 einstimmig verabschiedet haben, ist das Gesetz am 29. Februar 2012 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I S.212) verkündet worden. Das Gesetz trat am 01. Juni 2012 in Kraft. Ziel des neuen Gesetzes ist eine nachhaltige Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes sowie der Ressourceneffizienz in der Abfallwirtschaft durch Stärkung der Abfallvermeidung und des Recyclings von Abfällen. Daraus ergeben sich für das Unternehmen neue Herausforderungen. Dies betrifft insbesondere die gesetzlich geforderte Erfassung von Wertstoffen (Wertstofftonne). Derzeit stehen jedoch Regelungen zur Zuständigkeit der Wertstofferfassung noch aus. Es wird erwartet, dass eine entsprechende Regelung in einer gesonderten Verordnung oder einem Gesetz erlassen wird. Derzeit werden dazu kontroverse Diskussionen zwischen den beteiligten Akteuren (u.a. private und kommunale Verbände sowie dem Umweltministerium) geführt. Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH hat in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt (Halle) ein Konzept zur Umsetzung der gesetzlichen Forderungen erarbeitet und positioniert sich klar für eine Verantwortung der Erfassung von kommunalen Wertstoffen in kommunaler Hand. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 147 von 497 Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 300 T€ Stadtwerke Halle GmbH VNG Verbundnetz Gas AG 150 150 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens sind der Ausbau und die Erweiterung des bestehenden Heizkraftwerks HalleTrotha, dessen Betrieb und der Betrieb von weiteren Heizkraftwerken sowie die Vornahme aller diesem Unternehmensgegenstand dienlichen unmittelbaren oder mittelbaren Geschäfte. Die Gesellschaft wird nach erwerbswirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Beachtung der anwendbaren Rechtsvorschriften, der technischen und sozialen Standards, der Belange des Umweltschutzes und des Gebotes einer sicheren und preisgünstigen Energieversorgung betrieben. (2) Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck dieses Unternehmens findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Kaufmännische Geschäftsführung Technische Geschäftsführung Dr. Krein, Stephan Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 148 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 78 22 0 2010 % 62 38 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 27.129 7.499 74 T€ 22.448 13.667 T€ 9.981 36.352 % 22 78 T€ 4.681 -6.168 74 % 21 -45 Bilanzsumme 34.702 100 36.115 100 46.333 100 -1.413 -4 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 763 2.649 31.290 % 2 8 90 T€ 10.338 5.088 20.689 % 29 14 57 T€ 11.904 8.815 25.614 % 26 19 55 T€ -9.575 -2.439 10.601 % -93 -48 51 Bilanzsumme 34.702 100 36.115 100 46.333 100 -1.413 -4 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 66.893 -2 3.396 75.365 14 460 3.569 0 435 -9.556 -82 101 -9.575 -9.575 74 -1.282 -1.282 2011 T€ 59.494 1 4.882 60.432 7 460 4.541 40 185 -1.208 2010 T€ 69.307 7.903 63.549 10 1.103 6.789 18 85 5.692 1.523 57 4.112 4.112 Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 149 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,02 0,01 0,01 -14,31 -92,62 -9.115 2011 -2,15 -11,03 -822 2010 5,93 52,78 5.216 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 78,18 2,20 97,80 31.12.2011 62,16 28,63 71,37 31.12.2010 21,54 25,69 74,31 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Absatz Fernwärme Absatz Strom 31.12.2011 652,00 558,00 31.12.2010 736,00 663,00 Angaben in G W G h W h 671,00 625,00 GWh GWh Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 150 von 497 e) Lagebericht 1. 1.1. Rahmenbedingungen und Geschäft Rahmenbedingungen Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: 4,0 Prozent, 2011: 3,1 Prozent). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 Prozent) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 Prozent und für Sachsen-Anhalt mit 0,1 Prozent ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 auf 2010 betrug 808 Einwohner. 1.2. Geschäft Mit dem Start der Energiewende im Geschäftsjahr 2011 verfolgt die Bundesregierung in der Zukunft eine atomstromfreie Stromversorgung in Deutschland. Dies bedeutet gleichzeitig einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Hierzu braucht Deutschland konventionelle Kraftwerke als sogenannte Brückentechnologie. Jedoch fehlt seitens der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zu einem fossilen Energieträger. Als fossile Brennstoffe kommen hauptsächlich Kohle und Gas in Frage. Während Kohlekraftwerke aufgerüstet werden müssen, damit ihr Wirkungsgrad steigt, werden vor allem Gaskraftwerke durch ihre hohe Flexibilität interessant. Ebenso gelten sie selbst unter Umweltschützern als ideale Brückentechnologie, da beim Verbrennen von Gas weniger Kohlendioxid frei wird als bei der Kohleverstromung. Die Realität sieht allerdings anders aus, zum einen fehlt ein Konzept zur Eingliederung von Strom aus erneuerbaren Energien und zum anderen werden Atom- und Kohlekraftwerke weiterbetrieben. Aus technischen Gründen ist bei diesen so genannten Grundlastkraftwerken ein schnelles Ab- und Anfahren nicht möglich. Aus diesem Grund werden Wind- und Solaranlagen in den Spitzenzeiten abgeregelt. Somit ergeben sich für Spitzenlastkraftwerke nur eingeschränkte Einsatzmöglichkeiten. Aufgrund der aufgezeigten Entwicklung an den Strom- und Gasmärkten sowie den Auswirkungen der Energiewende befindet sich die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH in einem schwierigen Umfeld. Wie sich bereits im Jahr 2011 abzeichnete, ließen die Marktpreise für Strom und Erdgas eine wirtschaftliche Stromproduktion in den Gas- und Dampfturbinenkraftwerken für das Geschäftsjahr 2012 nur bedingt zu. Aufgrund des subventionierten und forcierten Ausbaus der erneuerbaren Energien kam es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 zu Überkapazitäten am Strommarkt. Folglich entwickelte sich der Base-Strompreis von anfänglich 54 Euro pro Megawattstunde auf 45 Euro pro Megawattstunde zum Ende des Jahres 2012. Überdies setzte der Gaspreis seine Seitwärtsbewegung aus dem Jahr 2011 fort und bewegte sich zwischen 25 Euro pro Megawattstunde und 28 Euro pro Megawattstunde im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die kritische Entwicklung des Spark-Spreads (Marge der Stromerzeugung) verdeutlicht die Problematik für die Produktion von Strom in Gas- und Dampfturbinenkraftwerken. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 151 von 497 Quelle: Eigene Darstellung Der Deutsche Bundestag verabschiedete im Mai 2012 die Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes, welches am 19. Juli 2012 in Kraft trat. Für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH ergaben sich durch das neue Gesetz wesentliche Änderungen. Zum einen erhöhten sich die Zuschlagssätze für Anlagen, die nach Inkrafttreten des Gesetzes in Dauerbetrieb genommen werden für den Leistungsanteil bis 50 Kilowatt auf 5,41 Cent pro Kilowattstunde, für den Leistungsanteil zwischen 50 und 250 Kilowatt auf 4 Cent pro Kilowattstunde, für den Leistungsanteil von 250 Kilowatt bis 2 Megawatt auf 2,4 Cent pro Kilowattstunde und für den Leistungsanteil über 2 Megawatt auf 1,8 Cent pro Kilowattstunde. Zum anderen erhöht sich ab dem 1. Januar 2013 der Zuschlag für KWK-Anlagen im Anwendungsbereich des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes, die ab diesem Datum in Dauerbetrieb genommen worden sind, um weitere 0,3 Cent pro Kilowattstunde. Für die modernisierte Anlage am Standort Halle-Trotha erfolgte die Anmeldung zur Dauerinbetriebnahme nach Abschluss der Montagearbeiten und des Probebetriebs zum 30. Januar 2013. Die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH und ONTRAS – VNG Gastransport GmbH schlossen am 6. Mai 2012 einen Netzanschlusspunktvertrag für den Standort Dieselstraße ab. Dieser Vertrag regelt die Nutzung des kommerziellen Netzanschlusspunktes sowie die technische Bereitstellung bzw. Übernahme der Gasmengen zwischen den Vertragsparteien. Für den Netzanschlusspunkt Halle-Trotha unterzeichneten die Vertragsparteien den Netzanschlusspunktvertrag am 7. Mai 2012 zu gleichen Vertragsbedingungen. Mit der MTU Friedrichshafen GmbH wurde am 8. Mai 2012 ein Instandhaltungsvertrag durch die Geschäftsführung der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH abgeschlossen. Der Vertrag beinhaltet die Wartungs-, Inspektions-, Instandsetzungsund Verbesserungsmaßnahmen der Gasturbinenanlage im Heizkraftwerk Halle-Trotha. Die Gesellschafter VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft und die Stadtwerke Halle GmbH verständigten sich am 22. Mai 2012 auf die Änderung des bestehenden Konsortialvertrags vom 16. März 2010. Die Vertragsparteien vereinbarten die Abschaffung des Konsortialausschusses. Am 9. Juni 2012 wurde mit der Energieunion GmbH eine Neufassung des Vertrages über die Portfoliobewirtschaftung geschlossen, welche Rechte und Pflichten beider Partner sowie Vereinbarungen bei der Abwicklung von Handelsgeschäften beinhaltet. Als 3. Anlage zu diesem Vertrag unterschrieben die Vertragsparteien am 22. Juni 2012 ein Risikodokument zur Portfoliobewirtschaftung. Der Dienstleistungsvertrag zwischen der EVH GmbH und der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH vom 13. Oktober 2010 wurde am 9. Juni 2012 um einen 1. Nachtrag erweitert. Dieser regelt die relevanten Daten für das Bilanzkreis- und Fahrplanmanagement Strom, den Terminhandel mit Emissionszertifikaten sowie die Bewirtschaftung des Gaslieferungsvertrages für die Anlage am Standort Halle-Trotha. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 152 von 497 Verursacht durch das schwierige Marktumfeld sowie durch die nicht vereinnahmte KWK-Förderung aufgrund der erst im Jahr 2013 erfolgten Dauerinbetriebnahme der modernisierten Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Halle-Trotha hat sich die Liquiditätslage der Gesellschaft im vierten Quartal verschlechtert. Die Geschäftsführung hat den Gesellschaftern verschiedene Maßnahmen für die kurz- und langfristige Verbesserung der Liquiditätslage vorgeschlagen. Die Gas- und Dampfturbinenanlage des Kraftwerks Dieselstraße war auch in diesem Geschäftsjahr Pachtgegenstand der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH. Die Gesellschafter vereinbarten am 17. Dezember 2012 die Aufhebung des Pachtvertrages mit Wirkung zum 1. Januar 2013. Der Pachtvertrag und alle das Pachtverhältnis flankierenden Verträge wurden demgemäß am 29. Januar 2013 durch die Geschäftsführung der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH und EVH GmbH beendet. 1.3. Projekt Modernisierung des Heizkraftwerks Halle-Trotha Die Gesellschaft investiert seit dem 16. März 2010 in den Kraftwerkstandort Halle-Trotha. Kernstück der modernisierten Anlage ist die neue Gasturbine LM6000-PF aus dem Hause General Electric. Erneuert wurden auch der dazugehörige Generator, das Getriebe und die Ölversorgung. Des Weiteren erfolgte die Ertüchtigung der inneren Leittechnik und für die Erhöhung der Automatisierung wurden einzelne Komponenten der Feldtechnik erneuert. Die durchgeführte Revision der vorhandenen Dampfturbinenanlage ergab keine gravierenden Mängel. Lediglich ein modernes Steuersystem für die Turbinenregelung und den Turbinenschutz wurde installiert. Am 19. Januar 2012 erfolgte erstmalig die Zündung der Gasturbine. Die Modernisierungsmaßnahmen sind im Wesentlichen abgeschlossen. Jedoch konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 die volle Leistungsfähigkeit erst im Dezember, nach umfangreichen Modifizierungen an der Niederdruckdampfturbine, erreicht werden. Der Antrag auf Zulassung einer hocheffizienten modernisierten KWK-Anlage wurde dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle am 17. Dezember 2012 übermittelt. Die Dauerinbetriebnahme erfolgte im Januar 2013. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 23,5 Millionen Euro. 1.4. Produktionsstandorte Die Gesellschaft produzierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 671 GWh Fernwärme. Die Steigerung von 19 GWh im Vergleich zum Vorjahr resultierte aus der Produktion von Wärme am Standort Halle-Trotha. Im Berichtszeitraum erzeugte das Unternehmen im umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess 625 GWh Strom und lag damit 67 GWh über dem Vorjahresniveau. Die Abweichung zum Vorjahr hatte ihre Ursache in der Stromproduktion der Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Halle-Trotha. 1.4.1. Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße Im Geschäftsjahr 2012 produzierte die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße vorwiegend im Grundlastbetrieb Strom und Fernwärme. In den Sommermonaten waren beide Blöcke außer Betrieb. Während im Block A die planmäßige Grundüberholung des Gasgenerators erfolgte, stand der Block B im Reservefall zur Verfügung. Insgesamt produzierte die Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Dieselstraße 353 GWh Strom und 409 GWh Wärme. Der Gaseinsatz lag hierfür bei 956 GWh. Daraus ergab sich ein Gesamtbrennstoffnutzungsgrad von 89,4 Prozent. Er lag somit über dem Vorjahreswert von 87,7 Prozent. 1.4.2. Heizkraftwerk Halle-Trotha Die im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 im Probebetrieb produzierte Wärmemenge belief sich auf 262 GWh. Davon entfielen 46 GWh auf die Spitzenkesselanlage und 216 GWh auf die modernisierte Gas- und Dampfturbinenanlage. Demgegenüber erzeugte die Anlage im Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess 272 GWh Strom. Hierfür verbrannte die Gasund Dampfturbinenanlage 674 GWh an Brennstoff. Der Gesamtwirkungsgrad für die modernisierte Anlage lag bei 80,1 Prozent. 2. 2.1. Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Der Jahresfehlbetrag beläuft sich für das Geschäftsjahr 2012 auf 9,6 Millionen Euro. 2.2. 2.2.1. Umsatz/Erträge Fernwärme Die Umsatzerlöse im Segment Fernwärme betrugen 27,7 Millionen Euro und wurden ausschließlich mit dem Kunden EVH GmbH erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr (26,7 Millionen Euro) war dies ein Anstieg von 0,9 Millionen Euro. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 153 von 497 2.2.2. Strom Im Geschäftsjahr 2012 erzielte die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH aus dem Stromverkauf 34,6 Millionen Euro. Dies waren 8,0 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (26,6 Millionen Euro). Die höheren Umsatzerlöse Strom sind auf die Inbetriebnahme der Anlage am Standort Halle-Trotha zurückzuführen. 2.2.3. Sonstige Umsatzerlöse Die sonstigen Umsatzerlöse betrafen Erlöse aus vermiedener Netznutzung. Mit 4,6 Millionen Euro wurde der Vorjahreswert um 1,5 Millionen Euro unterschritten. Zum einen lag die Vergütung aus der vermiedenen Netznutzung für die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße um 2,2 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 6,1 Millionen Euro. Zum anderen enthielt die Position Erlöse aus der vermiedenen Netznutzung für die Gas- und Dampfturbinenanlage HalleTrotha in Höhe von 0,7 Millionen Euro. 2.2.4. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Millionen Euro auf 3,4 Millionen Euro gesunken. Die Ursachen hierfür waren die Auflösung von Rückstellungen für Emissionsberechtigungen und Schadensersatzerstattung aus Sachversicherung im Jahr 2011. Für das Geschäftsjahr 2012 enthielt die Position Erträge aus der Fixkostenbeteiligung, Erträge aus dem Verkauf von Emissionsberechtigungen und die Auflösung von Rückstellungen aus unterlassener Instandhaltung. 2.3. Bezug/Aufwendungen In den Gas- und Dampfturbinenanlagen Halle-Trotha und Dieselstraße sowie in der Spitzenkesselanlage Halle-Trotha wurden für die Strom- und Fernwärmeerzeugung insgesamt 1.630 GWh Erdgas verbraucht. Dafür musste das Unternehmen 55,9 Millionen Euro aufwenden. 2.3.1. Aufwendungen für bezogene Leistungen Die Aufwendungen für bezogene Leistungen lagen nahezu auf dem Vorjahresniveau und betrugen 16,2 Millionen Euro nach 17,0 Millionen Euro im Vorjahr. Im Einzelnen beinhaltet die Position die Pacht (5,6 Millionen Euro), die Dienstleistung (8,3 Millionen Euro) und das Entgelt für die Reservenetzkapazität (0,5 Millionen Euro) der Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße sowie die Dienstleistung (1,8 Millionen Euro) für den Betrieb der Anlage am Standort Trotha. 2.3.2. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 3,6 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 4,5 Millionen Euro. Sie beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen und Versicherungen. Des Weiteren ergaben sich Aufwendungen aus dem Verbrauch und der Abschreibung von CO2-Emissionszertifikaten sowie Aufwendungen aus der Pflicht zur Entrichtung des Wasserentnahmeentgelts. 2.4. Personal- und Sozialbereich Die technische und kaufmännische Betriebsführung der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH erfolgt durch die EVH GmbH. Lediglich ein Mitarbeiter hat ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis mit der Gesellschaft. 3. Finanzlage Das negative Finanzergebnis der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH belief sich auf 0,4 Millionen Euro. Die Liquidität der Gesellschaft wurde im Rahmen einer Cash-Pool-Vereinbarung mit der Stadtwerke Halle GmbH sichergestellt. Den Finanzbedarf für die Modernisierung des Heizkraftwerks Halle-Trotha sichert die Gesellschaft durch Darlehen ab. Ergänzend wird hierzu auf den Nachtrags- und Prognosebericht unter Punkt 6 verwiesen. 4. Vermögenslage Die Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2012 auf 34,7 Millionen Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Millionen Euro verringert. Die Entwicklung der Aktiva ist auf verschiedene und teilweise gegenläufige Effekte zurückzuführen. Zum einen erhöhte sich das Anlagevermögen um 4,7 Millionen Euro auf nunmehr 27,1 Millionen Euro und bildet somit die größte Position auf der Aktivseite. Zum anderen verringerte sich das Umlaufvermögen von 13,7 Millionen Euro auf 10,6 Millionen Euro. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 154 von 497 Im Geschäftsjahr 2012 investierte die Gesellschaft 5,1 Millionen Euro in das Anlagevermögen. Die Vorräte dagegen verzeichneten einen Wertverlust von 0,8 Millionen Euro und beinhalten die CO2-Emissionszertifikate (0,2 Millionen Euro) und den Lagerbestand (0,6 Millionen Euro). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich auf 6,7 Millionen Euro und lagen somit 5,3 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Die liquiden Mittel blieben nahezu unverändert. Auf der Passivseite war der Anstieg der Bilanzsumme im Wesentlichen auf die höheren Verbindlichkeiten zurückzuführen, bei gegenläufiger Entwicklung des Eigenkapitals und der Rückstellungen. Der Rückgang des Eigenkapitals in Höhe von 9,6 Millionen Euro auf 0,8 Millionen Euro resultiert aus dem Jahresverlust 2012. Die Rückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Millionen Euro auf 2,6 Millionen Euro verringert. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 10,6 Millionen Euro. Des Weiteren wird auch hier auf den Nachtrags- und Prognosebericht unter Punkt 6 verwiesen. 5. Risikobericht Mit der eingeführten Weisung zum Risikomanagement für die Portfoliobewirtschaftung und der Marktpreisentwicklungen betreibt die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH ein kontinuierliches Chancen- und Risikomanagement für das Heizkraftwerk am Standort Halle-Trotha. Im Rahmen des Risikodokuments tätigt die Energieunion GmbH als Portfoliomanager Geschäfte, um den geplanten Deckungsbeitrag des Heizkraftwerks Halle-Trotha abzusichern. Ab dem Geschäftsjahr 2013 ist unter den derzeitigen Marktpreisbedingungen eine wirtschaftliche Produktion von Strom in der Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Halle-Trotha nur bedingt möglich. Die unter Punkt 1.2 erläuterte Marktpreissituation setzt sich auch für die Folgejahre fort. Im Rahmen eines umfassenden Fortführungskonzeptes haben sich die Gesellschafter am 26./27. März 2013 Maßnahmen verständigt, die insbesondere die Liquiditätssicherung des Unternehmens gewährleisten soll. Mit Gesellschaftern wurden Rangrücktrittsvereinbarungen von jeweils 4 Millionen Euro abgeschlossen, die die Stundung Gasrechnungen der VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft sowie des durch die Stadtwerke Halle GmbH Verfügung gestellten Cash-Pool-Kredits auf unbestimmte Zeit zum Inhalt haben. auf den von zur Darüber hinaus gewährt die VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft auf Grundlage neuer Gaslieferverträge Rabatte für die Lieferjahre 2013 und 2014. Ab dem Lieferjahr 2014 entfällt die Abnahmeverpflichtung für ölgebundenes Gas vollständig. Der Dienstleistungsvertrag mit der EVH GmbH wurde dahingehend angepasst, dass sich das Entgelt für die technische Dienstleistung reduziert. Die EVH GmbH verzichtet darüber hinaus für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 auf die vollständige Preisanpassungsmöglichkeit des Wärmelieferungsvertrags. Weitere Ertragspotentiale sollen durch eine Produktionsverlagerung von der Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße der EVH zur Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Halle-Trotha durch den in Kraft-Wärme-Kopplung produzierten Strom gehoben werden. Aufgrund dieser Maßnahmen ist eine gesicherte Fortführung der Gesellschaft für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 gegeben. Vor dem Hintergrund der bereits beschriebenen Marktentwicklung bestehen für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH als konventioneller Energieerzeuger für die Geschäftsjahre ab 2015 weitere Unwägbarkeiten. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt beschloss im Geschäftsjahr 2011 die Einführung des Wasserentnahmeentgeltes ab dem Jahr 2012. Laut Bescheid ergibt sich für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH daraus ein jährlicher Aufwand in Höhe von 1,6 Millionen Euro bzw. eine zulässige Jahresmenge von 163 Millionen Kubikmetern. Am 18. Oktober 2012 beantragte die Geschäftsführung aufgrund der wirtschaftlichen Lage den Erlass des Wasserentnahmeentgeltes beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Ein Bescheid seitens der zuständigen Behörde steht noch aus. Darüber hinaus wurde der Antrag auf Ermäßigung des Wasserentnahmeentgeltes auf Grundlage des tatsächlichen Verbrauchs am 6. März 2013 gestellt. Das Risiko einer Nichtanerkennung des Antrages auf Ermäßigung des Wasserentnahmeentgeltes schätzt die Geschäftsführung als gering ein. Die Diskussion der Politik und der Bundesnetzagentur über die Neureglung der Preisgestaltung für die Entgelte aus vermiedener Netznutzung bleibt bestehen. Ab dem Jahr 2014 besteht für die KWT ein jährliches Risiko aus der Entgeltverminderung von rund 1,2 Millionen Euro, was einer Halbierung der geplanten Entgelte für vermiedene Netznutzung gleichkommt. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 155 von 497 Mit dem 1. Januar 2013 begann für den europäischen Emissionshandel die dritte Handelsperiode, die bis zum Jahr 2020 andauern wird. Demzufolge wird es für die Stromproduktion keine kostenfreien Emissionsberechtigungen mehr geben. Für die Wärmeerzeugung wird es weiterhin anteilig kostenfreie Zuteilungen geben, die anhand des § 9 TreibhausgasEmissionshandelsgesetzes bereits im Januar 2012 beantragt wurden. Für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH besteht somit die Notwendigkeit der Ersteigerung von Emissionsberechtigungen für die Strom- und Wärmeproduktion. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass der Netzbetreiber auf der Grundlage von § 11 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eine vorrübergehende Reduzierung der Einspeiseleistung verlangen kann. Für die Gesellschaft besteht für das Geschäftsjahr 2013 das Risiko einer verminderten Vergütung aus dem Leistungsentgelt der vermiedenen Netznutzung. Maßgeblich für die Ermittlung des Leistungspreisanteils nach dem zur Anwendung kommenden Spitzenlastverfahren ist die zum Zeitpunkt der Netzhöchstlast tatsächlich eingespeiste Leistung. Falls die Anlage Halle-Trotha zum Zeitpunkt der Netzhöchstlast nicht in das Netz einspeist, besteht die Möglichkeit der Abrechnung nach dem verstetigten Verfahren. Für das verstetigte Verfahren sind die mittlere Jahreseinspeiseleistung der jeweiligen Netzebene sowie der Normierungsfaktor ausschlaggebend. Das Risiko für die Anlage am Standort Halle-Trotha beläuft sich aus heutiger Sicht auf rund 1,5 Millionen Euro. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird aufgrund der geplanten Fahrweise und somit der geplanten Abrechnung nach dem Spitzenlastverfahren als gering eingeschätzt. 6. Nachtrags- und Prognosebericht Die Teilnehmer des Risikokomitees erarbeiteten am 21. Januar 2013 die Vermarktungsstrategie für die Anlage HalleTrotha, nach der die geplante Stromerzeugung für das erste Quartal 2013 vorbörslich zu 50 Prozent abgesichert wird. Die Restmengen werden über den Spotmarkt durch den Portfoliomanager veräußert. Des Weiteren ist für den Zeitraum von April bis September 2013 eine Produktionsverlagerung von der Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße zur Anlage am Standort Halle-Trotha geplant. Die Vermarktung des vierten Quartals 2013 wird im Laufe des Geschäftsjahres 2013 festgelegt. Die Geschäftsführung der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH bestätigte die Umsetzung der Vermarktungsstrategie. Weiterhin unterbreitete das Risikokomitee die mögliche Anpassung der vertraglichen Wärmeleistung in den Wintermonaten. Dazu wird der technische Betriebsführer der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH unter Berücksichtigung der Marktpreissituation täglich eine optimierte Fahrweise ermitteln und gegebenenfalls der EVH GmbH eine thermische Leistung von 10 MW anbieten. Die Vergütung der Mehrleistung erfolgt anhand des geschlossenen Wärmelieferungsvertrages vom 13. Oktober 2010 zwischen den Vertragsparteien. Im ersten Quartal 2013 soll die Gas- und Dampfturbinenanlage Halle-Trotha im Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess 113 GWh Strom und 86 GWh Wärme produzieren. Für den Zeitraum von April bis September ist eine Stromeinspeisung von 205 GWh in das Netz angedacht. Demgegenüber steht eine Wärmeproduktion von 128 GWh. Der Monat Oktober 2013 ist für Revisions- und Wartungsarbeiten vorgesehen. Anschließend soll die Anlage in den Monaten November und Dezember ihren Regelbetrieb wieder aufnehmen, mit einer Stromproduktion von 76 GWh und eine Wärmeproduktion von 58 GWh. Bedingt durch die Aufhebung des Pachtverhältnisses betreffend die Gas- und Dampfturbinenanlage des Kraftwerks Dieselstraße und der damit verbundenen Verträge zum 1. Januar 2013 wird die Gewinn- und Verlustrechnung der Gesellschaft in 2013 wesentlich niedrigere Umsatzerlöse und Materialaufwendungen ausweisen. Der Sachverhalt verhält sich aufgrund der Vertragskonstellation jedoch ergebnisneutral. Wesentliche Planprämissen haben sich im Rahmen des durch die Gesellschafter erarbeiteten Fortführungskonzeptes verändert. Der überarbeitete Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2013 wird den Gesellschaftern zur Beschlussfassung ausgereicht. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 156 von 497 IT-Consult Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 250 T€ Stadtwerke Halle GmbH 250 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Dienstleistungen für Kommunen und kommunale Unternehmen auf dem gesamten Gebiet der Informationstechnologie und Informationsverarbeitung sowie Leistungen in den Bereichen Internet/Intranet, Computing, Multimedia, Grafische Datenverarbeitung, Softwareentwicklung, IT- und Organisationsberatung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Öffentlicher Zweck: Die IT-Consult bietet Dienstleistungen im Bereich Inter- und Intranets an. Es bestehen unter anderem Verträge mit der EVH GmbH in den genannten Bereichen, so dass sich der öffentliche Zweck des Unternehmens aus einem Annex der Tätigkeit der EVH ergibt. Die IT-Consult betreibt alle kommunalen Verfahren und die komplette Datenverarbeitung (Infrastruktur) der Stadt Halle (Saale) und sichert damit die Bürgerdienste (z. B. Kfz-Zulassung, Einwohnerwesen, Steuerverfahren, Ordnungswidrigkeiten) und alle hoheitlichen Aufgaben (z. B. Steuerveranlagung, Vollstreckung, Baugenehmigung, ...) ab. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Siebenhüner, Jörg von der Heyde, Axel Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 157 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) c) Beteiligungen unmittelbar ARGE "Elektronisches Personenstandsregister Sachsen-Anhalt (ePR-LSA)" T€ 15 % 50,00 Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 158 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 5 92 3 2010 % 7 91 2 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 597 10.268 307 T€ 710 9.387 251 T€ 583 6.012 233 % 9 88 3 T€ -113 881 56 % -16 9 22 Bilanzsumme 11.172 100 10.348 100 6.828 100 824 8 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 522 3.402 7.161 87 % 5 30 64 1 T€ 522 3.455 6.266 105 % 5 33 61 1 T€ 522 2.559 3.648 99 % 8 38 53 1 T€ 0 -53 895 -18 % 0 -2 14 -17 Bilanzsumme 11.172 100 10.348 100 6.828 100 824 8 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 0 1 1.139 0 3 1.663 20.540 -287 503 7.493 9.232 395 2.420 14 90 1.140 2011 T€ 19.573 601 209 7.270 7.280 403 3.721 30 73 1.666 2010 T€ 12.466 144 253 4.280 5.521 272 1.445 27 60 1.312 99 -99 0 1 1.212 0 0 0 0 0 0 Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 159 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 5,54 218,26 1.533 116 44,48 2011 8,49 318,73 2.065 164 35,72 2010 9,72 232,41 1.485 126 42,92 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 4,54 4,67 95,33 31.12.2011 6,03 5,04 94,96 31.12.2010 7,52 7,64 92,36 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 160 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalt mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in SachsenAnhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. Ziele und wirtschaftliches Umfeld Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist auf das Erreichen folgender Ziele ausgerichtet:    Optimale Versorgung der Stadt Halle (Saale) und der Unternehmen der Stadtwerke Halle GmbH mit allen Dienstleistungen der Informationstechnologie Angebot von IT-Dienstleistungen für Kunden aus dem kommunalen Sektor, für Stadtwerkeunternehmen und mittelständische Unternehmen, speziell bei der Nutzung von Standardsoftware (SAP), der Internet- und Intranettechnologie und der geografischen Informationsverarbeitung Angebot von E-Government-Lösungen. Die anhaltend schwierige Situation der Haushaltslage der Kommunen lässt wenig Spielraum für die Entwicklung ihrer DVInfrastruktur, jedoch muss durch den Rationalisierungsdruck in der öffentlichen Verwaltung und durch die hohen Anforderungen der Unternehmen und Bürger an die zu erbringenden Dienstleistungen (Stichwort: E-Government) die ITInfrastruktur den Erfordernissen angepasst werden. Der anhaltende Kostendruck in den Unternehmen der Stadtwerke, die Aufgaben, die aus der Arbeit der Projekte zur Prozessoptimierung und Harmonisierung der IT-Landschaft resultierten, und die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Energiewirtschaft (Stichwort: Unbundling, elektronischer Datenaustausch) bedingten eine Vielzahl von neuen DV-Projekten, die zur Erfüllung der sich daraus ergebenen Aufgaben dienten. In diesem Umfeld positioniert sich die IT-Consult mit ihrem Angebotsspektrum und sieht ein Marktpotenzial, das für eine weitere Expansion gute Voraussetzungen mit sich bringt. Tätigkeiten im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes Dem Unternehmensgegenstand entsprechend werden unter anderem energiespezifische Dienstleistungen im Sinne des § 6b Abs. 1 EnWG erbracht. Aufgrund dessen ist die Gesellschaft gemäß § 6b Abs. 3 EnWG zur Führung von getrennten Konten für die Tätigkeiten verpflichtet. Bei den betreffenden Dienstleistungen handelt es sich um Abrechnungsdienstleistungen für die Gesellschaften EVH GmbH und Energieversorgung Halle Netz GmbH. Die diesbezüglich auf die Medien Strom und Gas entfallenden Aufwendungen und Erträge wurden den anderen Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors bzw. den anderen Tätigkeiten innerhalb des Gassektors zugeordnet. Die übrigen Aufwendungen und Erträge entfallen auf die Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors. Geschäftsentwicklung und Schwerpunktaufgaben 2012 Die Umsatzerlöse der Gesellschaft stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 % auf T€ 20.540. Dies wurde im besonderen Maße durch die Vermarktung unserer Produkte, die Erbringung von IT-Dienstleistungen für Dritte und durch zusätzliche Projekte erreicht. Bei den Betriebsaufwendungen kam es durch den Personalübergang der Mitarbeiter aus dem Bereich Abrechnungsdienstleistungen der EVH GmbH und HWS GmbH zu Verschiebungen in folgenden Kostenpositionen: Die Kosten für bezogene Leistungen sanken gegenüber des Vorjahres. Dagegen stiegen die Personalaufwendungen. Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 161 von 497 Das über Plan erzielte Jahresergebnis in Höhe von T€ 1.139 (+ 6,1% zum Plan) wird im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die SWH GmbH abgeführt. Die Übernahme der Abrechnungsdienstleistungen und weiterer IT-Dienstleistungen für die Stadtwerkeunternehmen, Projekte bei den Unternehmen der Stadtwerke, bei Kommunen und Landes- und Bundeseinrichtungen, die hohen Anforderungen der Umgestaltung der Datenverarbeitung in der Stadt Halle (Saale) und der Aufbau weiterer SAPKompetenz erforderten die Neueinstellung von insgesamt 16 Mitarbeitern. Sechs Mitarbeiter verließen aus unterschiedlichen Gründen das Unternehmen und zwei Mitarbeiter traten in die Passivphase der Altersteilzeit ein. Weitere 38 Mitarbeiter wurden nach dem Personalübergang (§ 613a BGB) für die Erbringung der Abrechnungsdienstleistungen eingesetzt. Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit waren die Übernahme und Sicherstellung der Abrechnungsdienstleistungen für die EVH GmbH, die Energieversorgung Halle Netz GmbH und die HWS GmbH, die Einführung des neuen kommunalen Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen für den Salzlandkreis und die Stadt Halle, die Umstellung der personalwirtschaftlichen IT-Anwendungen der HAVAG auf SAP HCM (Personalwesen – Human Capital Management) einschließlich der Anbindung des Zeitwirtschaftssystems, die Implementierung einer Lösung zur Abbildung der Anforderungen an die elektronische Vergabe von Aufträgen nach VOB, VOL und VOF für die Stadt Halle, die ® Weiterentwicklung der KomGIS+ -Suite und die Umstellung des Steuerverfahrens für die Stadt Halle. Weiterhin wurden im Rahmen des e-Government Masterplanes der Stadt Halle weitere Funktionalitäten im Umfeld verschiedener Fachverfahren implementiert. Die Akquisition von langfristigen Aufgaben der IT-Betriebsführung und Abarbeitung von Aufträgen zur Sicherung der finanziellen Basis der Gesellschaft, die weitere Anpassung der betrieblichen Organisation zur Optimierung der betrieblichen Geschäftsprozesse und eines effektiven Qualitätsmanagement waren weitere wesentliche Schwerpunktaufgaben. Die Gesellschaft absolvierte 2012 mit Erfolg die Überwachungsaudits für die DIN EN ISO 9001:2008 und DIN EN ISO 27001:2005 und die Zertifizierung für den SAP-Certified Provider of Hosting Services und SAP Customer Center of Expertise (CCoE). Im Jahr 2012 wurde unser Angebot an innovativen Eigenentwicklungen erweitert und weiterentwickelt. Dazu zählen "BEMA" (elektronisches Berechtigungs-Management) und "ENTIS+ Leuchtpunkte" zum Einsatz in Unternehmen oder kommunalen Eigenbetrieben, denen der Betrieb der Stadtbeleuchtung übertragen wurde. Ein weiterer Schwerpunkt war der Start des Entwicklungsprojektes zur Umstellung und Erweiterung der technischen Datenbanken des Netzservices für Strom, Gas und Fernwärme auf eine neue technologische Basis. Damit wird die mobile Nutzung der Anwendungen sicher gestellt. Die IT-Consult Halle GmbH (ITC) ist der führende kommunale IT-Dienstleister in Mitteldeutschland und Initiator der ® eGovernment-Initiative „Kommunales Kompetenzzentrum für Mitteldeutschland“ - KomKomM . Gemeinsam mit kompetenten Partnern, wie z. B. Dresden-IT, BSYS, MakeIT und der Hochschule Harz werden integrierte Lösungen für ® Kommunen angeboten. Regelmäßige Arbeitstreffen des KomKomM bieten die Plattform, um kommunale Entscheidungsträger bei der Entwicklung von Städten, Landkreisen und Gemeinden zu modernen Dienstleistern für Bürger und Unternehmen zu unterstützen. Im Jahr 2012 beteiligte sich die ITC an vier Messen bzw. Fachtagungen mit begleitenden Ausstellungen mit eigenem Präsentationsstand. Außerdem organisierte die ITC sieben eigene Workshops und Anwendertreffen zu aktuellen Themen (ePR21+, XPersonenstand, Doppik, ePR Brandenburg, DMS - Dokumentenmanagementsysteme). Schwerpunkt des Marketings war die Hausmesse 2012 mit 14 Ausstellern und 75 Teilnehmern sowie 17 thematischen Workshops. Die Hausmesse ist in einem zweijährigen Zyklus geplant. Die Teilnahme an Fachmessen ist rückläufig, da immer weniger solcher Veranstaltungen im kommunalen Umfeld stattfinden (z.B. Absage DIKOM Ost) und die Besucherzahlen zurückgehen. Es wurden 30 Neukunden gewonnen (vgl. 2011: 48, 2010: 27). Der aktuelle Kundenstand der ITC liegt bei ca. 230 Kunden, davon 55% aus Sachsen-Anhalt und 45% aus anderen Bundesländern. Es zeichnet sich eine kontinuierliche Zunahme der Kunden außerhalb Sachsen-Anhalt ab, insbesondere aus Sachsen (bereits heute knapp 30% unserer Kunden). Die mit der KID Magdeburg GmbH gebildete ARGE "Elektronisches Personenstandsregister Sachsen-Anhalt (ePR-LSA)" arbeitet erfolgreich. Diese erhielt vom Land Sachsen-Anhalt den Auftrag, das zentrale elektronische Personenstandsregister für die Kommunen im Land zu führen. Die ITC betreibt diese Anwendung in ihren Rechenzentren. Investitionen wurden im Jahr 2012 im Umfang von T€ 282 durchgeführt, davon T€ 85 für neue Server- und Netzwerktechnik, in Hard- und Software zur Ausstattung der Mitarbeiterarbeitsplätze, zur Realisierung der innerbetrieblichen Geschäftsprozesse und für Hosting-Dienstleistungen. Diese Investitionen konnten ohne die Aufnahme von Fremdmitteln erfolgen. Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 162 von 497 Insgesamt kann die finanzielle Lage des Unternehmens als stabil bewertet werden. Die IT-Consult Halle GmbH nimmt am Cash Pool der Stadtwerke Halle GmbH teil. Dadurch ist auch für 2013 die Liquidität des Unternehmens gegeben. Die Gesellschaft führt jährlich eine Risikoinventur durch. Maßnahmen zur Risikoerkennung und -überwachung bzw. zur Risikobegegnung sind in einer Riskmap festgelegt. Umfangreiche Sicherungsmechanismen minimieren mögliche Risiken, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind. Das Risikomanagement der Gesellschaft ist in das Risikomanagement der Stadtwerke Halle eingebunden. Ausblick Für das Jahr 2013 sind folgende Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit zu nennen:          Qualitätsgerechte und rationelle Durchführung von Abrechnungsdienstleistungen der Sparten Strom, Gas, Fernwärme, Wasser, Abwasser und Entsorgungsleistungen für die Unternehmen EVH, Netzgesellschaft Halle und HWS; die kontinuierliche Absicherung der Datenverarbeitung in den Unternehmen der Stadtwerke Halle, der Stadt Halle (Saale) und anderer Vertragspartner; Erweiterung der Betriebsführungskapazitäten im SAP-Umfeld; Weiterer Ausbau der Kapazitäten auf dem Gebiet der Datensicherheit und des Datenschutzes und damit verbunden das Angebot an Beratungsleistungen für IT-Sicherheit Vermarktung und Weiterentwicklung unseres Produktes EnTIS+, ein energietechnisches Informationssystem für Stadtwerke, Elektromontageunternehmen und Bauämter; Ausbau der Kompetenz und der Kapazitäten für Beratungs-, Betreuungs- und Schulungsleistungen im Bereich kommunaler Fachverfahren (openProsoz, MESO, AUSO, Session); Übernahme der Komplettbetreuung der Datenverarbeitung weiterer kommunaler Auftraggeber (IT-Betriebsführung); aufbauend auf die vorhandene Kompetenz im Bereich Internet/Intranet werden weitere vermarktungsfähige Lösungen geschaffen und vermarktet; die Entwicklung spezieller E-Commerce/E-Government Lösungen für Kommunen, Stadtwerke und mittlere und kleinere Unternehmen. Im Mittelpunkt der Vertriebsaktivitäten im Jahr 2013 steht der Abschluss von IT-Dienstleistungsverträgen mit Kommunen und Unternehmen öffentlicher Träger für komplette Übernahme der IT-Dienstleistungen, Rechenzentrumsleistungen sowie die Vermarktung eigener Produkte und spezieller IT-Dienstleistungen. 2013 sind folgende Arbeitsschwerpunkte im Marketing geplant:      Organisation von eigenen Workshops und Anwendertreffen (SAP, ePR21+, KomGIS+) Umsetzung des neuen Stadtwerke-CD‘s für alle Medien Kontinuierliche Pflege der Unternehmenshomepage Erstellen von Newsmeldungen für Printmedien z.B. Kommune21 Erstellung weiterer Newsletter (Print). Durch weitere innovative Produkte und Lösungen, die weitere Qualifikation der Mitarbeiter und ein ausgeprägtes Qualitätsmanagement wird die IT-Consult Halle GmbH ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem hart umkämpften IT-Markt verbessern. Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 163 von 497 Meter1 GmbH & Co. KG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH & Co. KG 2.500 T€ EVH GmbH Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH Stadtwerke Leipzig GmbH 833 833 833 % 33 /3 33 /3 33 /3 1 1 1 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Messstellenbetriebs-· und Messdienstleistungen im Bereich der leitungsgebundenen Energie- und Wasserversorgung sowie der eigenständige Marktauftritt als Messstellenbetreiber und Messdienstleister. Dazu gehören insbesondere die Beschaffung von Zählern und den zugehörigen Kommunikations- und Datenmanagementsystemen und deren Betrieb, sowie das Ablesen, Speichern, Weiterleiten und Verarbeiten von Zählerdaten. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft soll sich auf die Netzgebiete der Gesellschafter oder mit ihnen verbundener Unternehmen und auf den gesamtdeutschen Raum als zusätzliches Vertriebsgebiet erstrecken. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte tätigen, die geeignet sind, den Gegenstand des Unternehmens mittelbar oder unmittelbar zu fördern. Sie kann auch gleichartige oder ähnliche Unternehmen erwerben, sich an solchen beteiligen und Zweigniederlassungen errichten. (2) Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der Meter1 GmbH & Co. KG findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Dienstleistungsunternehmen für den Bereich der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Dr. Füller, Ralfdieter Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 164 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 10 88 2 2010 % 1 87 12 250 100 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 44 393 10 T€ 3 337 45 T€ % T€ 41 56 -35 % 1.367 17 -78 Bilanzsumme 447 100 385 100 250 100 62 16 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 317 45 85 % 71 10 19 T€ 313 14 58 % 81 4 15 T€ 172 4 74 % 69 2 29 T€ 4 31 27 % 1 221 47 Bilanzsumme 447 100 385 100 250 100 62 16 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen 121 21 170 294 19 256 1 -596 0 -596 -596 -458 -458 -78 -78 2011 T€ 3 0 234 79 2 146 0 -458 2010 T€ 54 24 -78 Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 165 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -492,22 -65,27 -577 29 206,19 2011 -15.132,67 -59,38 -456 2 2.633,89 -31,26 -78 2010 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,56 71,01 28,99 31.12.2011 0,72 81,37 18,63 68,64 31,36 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 166 von 497 e) Lagebericht 1. 1.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Allgemeine Geschäfts- und Rahmenbedingungen Für die Einführung von Smart Metering in Deutschland wurden mit der seit dem 4. August 2011 vorliegenden Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes neue Rahmenbedingungen geschaffen. Demnach besteht eine Einbauverpflichtung für Messsysteme bei Neubauten und Gebäuden die einer größeren Renovierung unterzogen werden, bei Letztverbrauchern mit einem Jahresverbrauch größer 6.000 Kilowattstunden, bei Anlagenbetreibern einer Neuanlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz mit einer installierten Leistung von mehr als 7 Kilowatt, insofern dies technisch möglich ist. Die Voraussetzung der technischen Realisierbarkeit ist das Vorliegen von zertifizierten Messsystemen, die den eichrechtlichen Vorschriften entsprechen. Aktuell jedoch stehen eine ganze Reihe von Rechtsverordnungen aus, die für die Definition eines Schutzprofils und den Bau von zertifizierten Messsystemen unabdingbar sind. Auch die Novellierung der Verordnung über Rahmenbedingungen für den Messstellenbetrieb und die Messung im Bereich der leitungsgebundenen Elektrizitäts- und Gasversorgung (MessZV) steht noch aus. Die nationale Kosten-Nutzen-Analyse wurde am 2. August 2012 ausgeschrieben und wird voraussichtlich im April 2013 abgeschlossen sein. Erst im Anschluss daran ist eine politische Diskussion der Ergebnisse der Analyse zu erwarten. Danach sind auf Basis dieser Ergebnisse weitere gesetzliche Vorgaben zu erarbeiten. Die bisherigen Regelungen verunsichern die Marktakteure und haben die erwartete Marktentfaltung verhindert. 1.2 Geschäft und Geschäftsgegenstand Es kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass Messeinrichtungen im Jahr 2013 verbaut werden können, da die voraussichtliche Dauer des Zertifizierungsprozesses auf bis zu zwölf Monate geschätzt wird. Dies würde nach derzeitigem Stand bedeuten, dass die ersten Messsysteme voraussichtlich erst frühestens im zweiten Quartal 2014 am Markt verfügbar sein werden. Seitens der Energieversorger ist aufgrund der beschriebenen Situation auch weiterhin wenig Bewegung am Markt zu verzeichnen. Im Gegensatz hierzu ist im Filial- und Industriekundenbereich weiterhin mehr Bewegung zu beobachten. So konnte die Meter1 GmbH & Co. KG einen weiteren Filialisten für ein Pilotprojekt gewinnen. Bedingt durch das größtenteils ausgebliebene Geschäft sind jedoch auch die Investitionen deutlich unter dem Planwert geblieben. Das Ergebnis der Meter1 GmbH & Co. KG ist dadurch signifikant weniger negativ ausgefallen als ursprünglich geplant. Im Geschäftsjahr 2012 hat die Meter1 GmbH & Co. KG die Messdienstleistung für das rLM-Geschäft der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH übernommen. 2. 2.1 Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete die Meter1 GmbH & Co. KG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 596.057. Dieser wurde auf den Verlustvortragskonten der Gesellschaft verbucht. 2.2 Absatz/Umsatz/Erträge Umsatz Messdienstleistung/Messstellenbetrieb/Projektierung Die Gesellschaft erzielte aus Dienstleistungen für Messung, Messstellenbetrieb sowie Installation Umsatzerlöse in Höhe von EUR 121.095. Betriebliche Erträge Im abgelaufenen Geschäftsjahr generierte das Unternehmen sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 21.623. Diese bestehen vornehmlich aus Erträgen aus Beratungs- und Projektarbeit. 2.3 Variable Aufwendungen In der Meter1 GmbH & Co. KG fielen im Geschäftsjahr 2012 Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von EUR 169.715 an. Die bezogenen Leistungen umfassen hauptsächlich Aufwendungen für DV-Dienstleistungen, die Geschäftsbesorgungsverträge mit der EVH GmbH sowie Aufwendungen für Fernauslesung. Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 167 von 497 2.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen EUR 256.275. Diese betrafen mit EUR 126.873 den Aufwendungsersatz gegenüber der persönlich haftenden Gesellschafterin für die Führung der Geschäfte der Gesellschaft. 2.5 Personal- und Sozialbereich Zum 31. Dezember 2012 waren fünf Mitarbeiter bei der Meter1 GmbH & Co. KG beschäftigt. Hierfür wandte das Unternehmen EUR 294.272 auf. 2.6 Finanzlage Die Meter1 GmbH & Co. KG wies am 31. Dezember 2012 einen positiven Finanzmittelbestand in Höhe von EUR 321.869 aus. Aufgrund des negativen Ergebnisses in Höhe von EUR 596.057 im Geschäftsjahr ergibt sich trotz des Aufbaus von Verbindlichkeiten (EUR 26.324) und Rückstellungen (EUR 31.434) ein negativer Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 505.681. Mit einer anteiligen Einzahlung der Kommanditeinlage in Höhe EUR 700.000 durch die drei Gesellschafter sowie den Investitionen in Anlagevermögen (EUR 61.070) ergibt sich eine zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds in Höhe von EUR 133.042. Die Liquidität der Gesellschaft war aufgrund der gemäß Gesellschaftsvertrag noch abrufbaren Kommanditeinlage im Jahr 2012 sichergestellt. Am 31. Dezember 2012 beträgt die noch ausstehende und gemäß Gesellschaftsvertrag zugesagte Kommanditeinlage EUR 1.050.000, sodass gemäß der vorliegenden Planung auch im folgenden Geschäftsjahr die Liquidität unverändert gewährleistet sein wird. Das Abrufen weiterer Kommanditeinlagen wird voraussichtlich im ersten Quartal des Jahres 2013 erfolgen. 2.7 Vermögenslage Die Bilanzsumme des Unternehmens betrug zum Jahresende EUR 446.695 und hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 61.494 erhöht. Die Vermögenslage ist durch Guthaben bei Kreditinstituten von EUR 321.869, Forderungen von EUR 70.788 sowie Eigenkapital von EUR 317.178 und Verbindlichkeiten von EUR 84.656 geprägt. 3. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich zum Zeitpunkt der Lageberichterstattung nicht ergeben. 4. Risikobericht Die Risiken entstehen aus den bereits dargelegten gesetzlichen Unsicherheiten. Für den Fall, dass in 2013 keine Messsysteme am Markt verfügbar sind, muss sich die Meter1 GmbH & Co. KG ausschließlich um das Filialistengeschäft bemühen und hätte dann mit einem ähnlichen Geschäftsverlauf mit analoger Ergebnis-, Kosten-, Umsatz- und Investitionssituation zu rechnen wie im Geschäftsjahr 2012. 5. Prognosebericht Die Geschäftsführung geht für das Jahr 2013 von einem negativen Jahresergebnis in Höhe von TEUR 876 aus. Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 168 von 497 Meter1 Verwaltung GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ EVH GmbH Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH Stadtwerke Leipzig GmbH 8 8 8 % 33 /3 33 /3 33 /3 1 1 1 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist als Komplementärin die Geschäftsführung und die Verwaltung des Betriebsvermögens der Meter1 GmbH & Co. KG, Halle (Saale), zu übernehmen, deren Unternehmensgegenstand die Erbringung von Messstellenbetriebs- und Messdienstleistungen im Bereich der leitungsgebundenen Energie- und Wasserversorgung sowie der eigenständige Marktauftritt als Messstellenbetreiber und Messdienstleister ist. Dazu gehören insbesondere die Beschaffung von Zählern und den zugehörigen Kommunikations- und Datenmanagementsystemen, deren Betrieb, sowie das Ablesen, Speichern, Weiterleiten und Verarbeiten von Zählerdaten. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft soll sich auf die Netzgebiete der Gesellschafter oder mit ihnen verbundener Unternehmen und auf den gesamtdeutschen Raum als zusätzliches Vertriebsgebiet erstrecken. Öffentlicher Zweck: Gegenstand des Unternehmens ist als Komplementärin die Geschäftsführung und die Verwaltung des Betriebsvermögens der Meter1 GmbH & Co. KG, Halle (Saale), zu übernehmen, deren Unternehmensgegenstand die Erbringung von Messstellenbetriebs- und Messdienstleistungen im Bereich der leitungsgebundenen Energie- und Wasserversorgung sowie der eigenständige Marktauftritt als Messstellenbetreiber und Messdienstleister ist. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Dr. Füller, Ralfdieter Ver- und Entsorgung Meter1 Verwaltung GmbH Seite 169 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 100 2010 % 100 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Umlaufvermögen T€ 69 T€ 29 T€ 28 % 100 T€ 40 % 138 Bilanzsumme 69 100 29 100 28 100 40 138 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 27 23 19 % 39 33 28 T€ 26 2 1 % 90 7 3 T€ 25 2 1 % 89 7 4 T€ 1 22 18 % 4 1.050 1.800 Bilanzsumme 69 100 29 100 28 100 40 138 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 127 8 5 124 5 1 0 1 1 2 1 0 1 1 2 0 0 0 0 2011 T€ 7 1 5 2010 T€ 3 1 Ver- und Entsorgung Meter1 Verwaltung GmbH Seite 170 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 91,75 0,83 3,99 1 2011 14,68 4,15 1 2010 9,13 1,26 0 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 39,47 60,53 91,90 8,10 90,86 9,14 31.12.2011 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Ver- und Entsorgung Meter1 Verwaltung GmbH Seite 171 von 497 M-Exchange AG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Haus Sülz 6 53797 Lohmar Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: AG 100 T€ WV Energie AG Frankfurt Stadtwerke Halle GmbH 93 7 % 93,00 7,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Aufbau, Betrieb und Betreuung von elektronischen Marktplätzen im Internet, die Vermarktung und Vermittlung von IT-Dienstleistungen aller Art, sowie die Erbringung von Informationstechnologischen Diensten, Beratungs- und Programmierdienstleistungen mit Schwerpunkt auf die Versorgungs- und Verkehrswirtschaft. Öffentlicher Zweck: Das Unternehmen betreibt und betreut elektronische Marktplätze im Internet. Der öffentliche Zweck ist daher in der Wirtschaftsförderung zu sehen, da auch örtliche Unternehmen von dem Vorhandensein dieser elektronischen Marktplätze profitieren. b) Besetzung der Organe Vorstand Berner, Manfred Aufsichtsrat Vorsitzender Gieske, Hartmut Bettelhäuser, Heinrich Heinze, Harald Helbig, Andreas Meier-Berberich, Jörn Müller-Urlaub, Berthold (bis 31.12.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 13 31.12.2010 T€ 13 Aufsichtsrat 13 Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 172 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 62 36 2 2010 % 44 53 3 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 284 165 8 T€ 293 347 19 T€ 188 164 11 % 52 45 3 T€ -9 -182 -11 % -3 -52 -58 Bilanzsumme 457 100 659 100 363 100 -202 -31 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 243 95 61 58 % 53 21 13 13 T€ 197 73 252 137 % 30 11 38 21 T€ 82 77 204 % 23 21 56 T€ 46 22 -191 -79 % 23 30 -76 -58 Bilanzsumme 457 100 659 100 363 100 -202 -31 bb) GuV 2012 Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderung der Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust und der 1.151 50 216 210 91 638 0 0 46 0 46 92 2 136 2011 1.211 38 310 209 51 560 0 4 115 0 115 -18 5 92 2010 790 37 85 171 21 440 0 8 102 -0 102 -120 0 -18 Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 173 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 4,02 43,22 137 400 17,52 2011 9,52 109,92 166 416 16,72 2010 12,95 -496,66 123 413 20,69 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 2,13 53,16 46,84 31.12.2011 1,30 29,89 70,11 31.12.2010 1,64 22,54 77,46 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 174 von 497 e) Lagebericht Das Jahr 2012 war für den Kernmarkt der M-Exchange, die Stadtwerke, durch die Energiewende mit Umbruch, Aufregung und sinkenden Margen geprägt. Die Projekte im Bereich Einkauf und Materialwirtschaft standen hinter den Projekten der Trennung von Netz und Vertrieb in den Energieunternehmen zurück. Dadurch hatte M-Exchange wenig Neukundengeschäft zu verzeichnen. Der Vorstand rechnet allerdings damit, dass als Konsequenz der sinkenden Margen in den Stadtwerken die Nachfrage nach effizienzsteigernden Tools zukünftig steigen wird. E-Procurement und Outsourcing wird sich deshalb in Zukunft dem bereits steigenden Bedarf der Industrie anpassen. Der Jahresabschluss 2012 weist einen Jahresüberschuss in Höhe von € 46.315,62 (Vorjahr T€ 115) aus. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum Vorjahr um rd. 23% auf nun rd. 53 %, sie zeigt die seit Jahren kontinuierliche positive Entwicklung. Das M-Exchange Geschäft entwickelte sich 2012 deutlich unter Plan und konnte das sehr gute Vorjahresergebnis nicht erreichen. Gegenüber dem Vorjahr ist das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBITDA) um 19% und das Unternehmensergebnis – bedingt durch hohe Abschreibungen und erhöhte IT (Kundensupport) und Verwaltungskosten (Buchhaltung) - um 60% gesunken. Durch diese sehr hohen Abschreibungen die aus den in 2011 und auch 2012 vorgenommenen Investitionen in die Software Plattform im e-Procurement resultieren als auch aufgrund der weiter gestiegenen IT-Kosten, reduzierte sich die Umsatzrendite von 9,5% in 2011 auf 4 % in 2012. Der Umsatz reduzierte sich gegenüber dem sehr guten Vorjahr um rd. 5% Der Bereich „eProcurement“ war gekennzeichnet durch die Einführung des neuen Software-release für Katalogbeschaffung bei den Bestandskunden. Darüber hinaus wurden neue Applikationen entwickelt und bei bestehenden Kunden eingeführt. Dazu zählt eine Lösung für Lieferantenbewertung auf der Basis einer zugekauften Software sowie die eigenentwickelte Materialbörse. Diese neue Anwendung ermöglicht den An- und Verkauf von überschüssigem Lagermaterial zwischen den beteiligten Stadtwerken. Mit dem Aufbau einer Energiedaten-Management-Plattform (EDM) in 2007 hatte M-Exchange das neue Geschäftsfeld „Energiemanagement“ beschritten. 2011 wurde die Verbrauchsabrechnung (VA) hinzugefügt. Sowohl EDM als auch VA tragen mit ca. T€ 458 (Vorjahr T€ 492) deutlich zum Umsatz und Ertrag bei. M-Exchange ist in diesem Geschäftsfeld z.T. Subunternehmer der WV Energie AG, Geschäftsbereich em.serv GmbH. Deren Großkunde beeinflusst wesentlich die Einnahmen der M-Exchange im Bereich Energiedatenmanagement (EDM). Das Wachstum dieses Kunden blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Materialaufwand und der zugehörige Projektumsatz reduzierten sich deutlich um rd. 30%, da die hohen Projektausgaben für den Aufbau der Verbrauchsabrechnung in 2011 nicht mehr in dieser Höhe anfielen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die hauptsächlich aus den IT-Kosten und dem Verwaltungsaufwand bestehen, sind gegenüber 2011 um 14% gestiegen. Die Finanzierung ist aufgrund der guten Liquiditätslage der Gesellschaft für 2013 gesichert. Die Bilanz weist ein positives Eigenkapital in Höhe von € 243.294,90 auf. Die bereits in 2010 und 2011 vorgenommenen substanziellen Investitionen in die Weiterentwicklung der SoftwarePlattformen hat M-Exchange auch in 2012 in Höhe von T€ 87 weiter ausgebaut, um weiterhin den technologischen Marktstandard im e-Procurement halten zu können. Diese Investitionen haben im laufenden Jahr und werden in den kommenden Jahren zu entsprechend erhöhten Abschreibungen führen. Trotz dieser hohen Investitionen konnte die Anlagendeckung 1 gegenüber dem Vorjahr (rd. 67 %) auf rd. 86 % verbessert werden. Ausblick: Nach einer Konsolidierungsphase in 2012 mit rückläufigem Umsatz und Ertrag ist für 2013 verhaltener Optimismus angebracht. Trotz Umsatzeinbußen im e-Procurement Geschäft durch ausscheidende Kunden werden neue Kundenabschlüsse in 2013 erwartet, insbesondere durch eine neue Marketingoffensive, die durch den Beirat aus Bestandskunden unterstützt wird. Im Bereich Energiemanagement sollten wieder Umsatz- und Ertragssteigerungen bei Bestandskunden möglich sein und auch Neukunden über die WV Energie/em.serv als auch über die Kooperation mit Kisters gewonnen werden können. Allerdings ist eine Stillegung der Energieabrechnungsplattform ab Mitte 2013 zu befürchten, da WV Energie hier einen Kunden verlieren könnte. Der Vorstand rechnet im kommenden Geschäftsjahr 2013 mit einer moderaten Ertragssteigerung gegenüber 2012. Die Position der M-Exchange am Markt ist gefestigt und das Unternehmen ist für ein mittelfristig zu erwartendes Marktwachstum gut positioniert. Bestandsgefährdende Risiken sind nach heutiger Einschätzung nicht gegeben, wobei die Auswirkungen eines möglichen Rechtsstreits mit der neuen Inhaberfirma der Commerce One Software derzeit nicht konkret einzuschätzen sind. Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 175 von 497 Die Forderungen gegenüber den Kunden sind nach heutiger Einschätzung nicht gefährdet. Das Zahlungsverhalten der Kunden ist gut. Da die Risiken im M-Exchange Modell durch die festen monatlichen Gebühren gut überschaubar sind, sieht der Vorstand keine Risiken in der Liquidität bzw. einem Forderungsausfall. Durch die in 2011 und 2012 vorgenommenen Investitionen in die Weiterentwicklung der Software-Plattformen ist M-Exchange AG weiter auf dem technologischen Marktstand. Auch zukünftig werden in diesem Bereich Investitionen notwendig sein. Da die M-Exchange nur 3 Mitarbeiter hat und viele Dienstleistungen (IT, Buchhaltung) extern beauftragt, gibt es ein permanentes Risiko des Know-How Verlustes bei Weggang von Personal. Darüber hinaus ist der Bereich „Plattformen für Energiemanagement“ von der Abnahme durch den Hauptaktionär WV Energie AG abhängig. Die Vertragskündigungszeiten geben allerdings im Kündigungsfall genügend Zeit für entsprechende Kostensenkungsmaßnahmen. Die Positionierung des Unternehmens als individueller Plattformanbieter im Bereich der elektronischen Beschaffung und des Energiemanagements für Versorgungs- und Verkehrsunternehmen bietet mittelfristig das Potenzial für ein marktgerechtes Wachstum. Schlusserklärung des Vorstandes zum Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen „Die M-Exchange AG hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“ Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 176 von 497 Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ EVH GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Planung, Erwerb, Betrieb, Vermarktung und sonstige Nutzung von Transport- und Verteilungssystemen sowie von Zählund Messsystemen für elektrische Energie, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung vornehmlich im Industriegebiet A 14 von Halle (Saale); Errichtung von Transport- und Verteilungssystemen sowie von Zähl- und Messsystemen für elektrische Energie, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung durch Dritte; jede Art der Beschaffung und der gewerblichen Nutzung von elektrischer Energie, Gas und Wärme; Erbringung und Vermarktung von Leistungen und Diensten auf den Gebieten der Verteilung von elektrischer Energie, Gas und Wärme sowie der Versorgung mit Telekommunikation vornehmlich im Industriegebiet A 14 von Halle (Saale). Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Göpfert, Heike Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 177 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 100 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Umlaufvermögen T€ 256 T€ 53 % 100 T€ 203 % 383 Bilanzsumme 256 100 53 100 203 383 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 25 7 224 % 10 3 87 T€ 25 3 25 % 47 6 47 T€ 0 4 199 % 0 133 796 Bilanzsumme 256 100 53 100 203 383 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 165 0 112 40 12 0 1 0 0 0 0 0 0 0 29 8 10 11 0 2011 T€ cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Personalaufwandsquote: 0,07 0,44 0 23,95 0,00 0 33,68 2011 Angaben in % % T€ % Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 178 von 497 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 9,79 90,21 47,01 52,99 31.12.2011 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 179 von 497 e) Lagebericht 1. 1.1 Allgemeine Geschäfts- und Rahmenbedingungen Rahmenbedingungen Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in SachsenAnhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. 1.2 Geschäft und Geschäftsgegenstand Der Antrag der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH zur Erteilung der Genehmigung des Netzbetriebs für das Elektrizitäts- und Gasverteilnetz im Industriegebiet A 14 nach § 4 EnWG wurde mit Schreiben der Regulierungsbehörde vom 15. Oktober 2012 abgelehnt. Die Prüfung des Antrages der Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH auf Genehmigung des Netzbetriebes nach § 4 Abs. 2 Satz 1 EnWG für das Industriegebiet A 14 hat seitens der Regulierungsbehörde ergeben, dass die in § 4 Abs. 2 Satz 1 EnWG benannten Genehmigungsvoraussetzungen derzeit nicht erfüllt sind. Im Hinblick auf die personelle und technische Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit bestehen im vorliegenden Fall keine Zweifel. Einzig aufgrund der geringen Anzahl von angesiedelten Kunden sei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Genehmigungsvoraussetzung zur Aufnahme des Netzbetriebes nicht gegeben. Somit entfallen die Überwachung und Festlegung der Nutzungsentgelte und deren Obergrenze sowie die Festlegung von Erlösobergrenzen durch die Regulierungsbehörden und die Pflicht zur Anwendung der Vorschriften über die Abwicklung der Belieferung von Letztverbrauchern. Die EVH GmbH als alleinige Gesellschafterin der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH hat am 19. Dezember 2012 den Beschluss gefasst, die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 zum 01. Januar 2013 ruhend zu stellen, da der Geschäftszweck Regulierung entfallen ist. Den Betrieb der Kundenanlage gemäß § 3 Nr. 24a EnWG übernahm die Entwicklungsge-sellschaft Industriegebiet HalleSaalkreis mbH & Co. KG. Die Gesellschaft hat für das Jahr 2012 mit der EVH GmbH und der Energieversorgung Halle Netz GmbH Geschäftsbesorgungsverträge abgeschlossen. Die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH ist Empfänger kaufmännischer, technischer und regulatorischer Dienstleistungen. Die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH wiederum leistet im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages technische, regulatorische und sonstige Dienstleistungen an die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG. Diesen Vertrag hat die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 zum 31. Dezember 2012 gekündigt, da aufgrund der Ablehnung der Genehmigung zum Netzbetrieb (§4 EnWG) durch die Landesregulierungsbehörde Sachsen-Anhalt die Netzgesellschaft A 14 ab dem 01. Januar 2013 ruhend gestellt wird und somit der Vertragsgegenstand nicht mehr erfüllt wird. Des Weiteren wurden auch die bestehenden Geschäftsbesorgungsverträge mit der EVH GmbH und der Energieversorgung Halle Netz GmbH entsprechend den Anforderungen des ruhenden Geschäftsbetriebes der Gesellschaft angepasst. Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 180 von 497 2. 2.1 Darstellung der Lage Ertragslage Das Unternehmen generierte im Geschäftsjahr 2012 Umsatzerlöse in Höhe von € 165.024,40. Diese basieren auf dem Dienstleistungsvertrag mit der Entwicklungs-gesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG. Im Geschäftsjahr entstand der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH Aufwand in Höhe von € 164.375,01, dieser setzt sich wie folgt zusammen:  Bezogene Leistungen Die bezogenen Leistungen in Höhe von € 112.400,00 beinhalten Aufwendungen für kaufmännische und technische Dienstleistungen sowie Aufwendungen für die Netzführung des Strom- und Gasnetzes Personalaufwand Der Gesellschaft entstand ein Personalaufwand in Höhe von € 39.528,78 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen hauptsächlich die Positionen Beraterleistungen, Wirtschaftsprüfung, Gutachter- und sonstige Gebühren, Anzeigen und Drucksachen sowie Gerichts-, Notariatsund Anwaltsgebühren. Hierfür wurden € 12.446,23 aufgewendet   Die Gesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2012 ein Jahresergebnis in Höhe von € 110,81 aus. 2.2 Finanzlage Der Finanzmittelbestand der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH belief sich am 31. Dezember 2012 auf € 189.123,56 Cash-Pool-Verbindlichkeiten. Die Liquidität der Gesellschaft wurde im Jahr 2012 im Rahmen einer Cash-Pool-Vereinbarung mit der Stadtwerke Halle GmbH sichergestellt. Die Stadtwerke Halle GmbH stellt der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH einen unbefristeten Cash-Pool-Kreditrahmen in Höhe von € 500.000,00 zur Verfügung, so dass gemäß der vorliegenden Liquiditätsplanung auch im folgenden Geschäftsjahr die Liquidität unverändert gewährleistet sein wird. 2.3 Vermögenslage Die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH wurde mit einem Stammkapital in Höhe von € 25.000,00 ausgestattet. Die Rückstellungen betreffen den Jahresabschluss 2012. 3. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben. 4. Risiko- und Prognosebericht Mit dem Betrieb des Elektrizitäts- und Gasverteilnetzes im Industriegebiet A 14 als Kundenanlage im Sinne von § 3 Nummer 24a EnWG ist die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG beauftragt worden. Die notwendigen Serviceleistungen, wie Inspektion und Wartung der technischen Anlagen, die Netzführung und die kaufmännischen Dienstleistungen, können über Dritte sichergestellt werden. Die Geschäftsführung ist ermächtigt, sämtliche Verträge, die zur Ruhendstellung der Gesellschaft erforderlich sind, abzuschließen. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Gesellschaft aus den vertraglichen Leistungen keine Verpflichtungen oder Risiken mehr erwachsen. Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 181 von 497 RAB Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 300 T€ Stadtwerke Halle GmbH 300 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb einer Anlage zur Behandlung von Siedlungsabfällen, Bau- und Abbruchabfällen, Abfällen aus der mechanischen Behandlung sowie Abfällen, die im Gebiet der Stadt Halle (Saale) tatsächlich anfallen und der Stadt Halle (Saale) als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger überlassen werden sowie das Handeln und Vermitteln aller nicht gefährlichen Abfallarten innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Öffentlicher Zweck: Das Unternehmen wird auf dem Gebiet der Abfallentsorgung tätig. Der öffentliche Zweck ergibt sich daher aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Arndt, Michael Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 182 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 75 25 0 2010 % 70 30 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 3.002 1.000 0 T€ 3.059 1.316 T€ 3.065 2.111 % 59 41 T€ -57 -316 0 % -2 -24 0 Bilanzsumme 4.002 100 4.375 100 5.176 100 -373 -9 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 1.708 107 2.187 % 43 3 54 T€ 1.708 46 2.621 % 39 1 60 T€ 1.708 88 3.380 % 33 2 65 T€ 0 61 -434 % 0 133 -17 Bilanzsumme 4.002 100 4.375 100 5.176 100 -373 -9 Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 183 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3 266 2 256 4.615 143 3.692 79 491 180 4 51 269 2011 T€ 4.271 135 3.340 73 437 246 9 61 258 2010 T€ 3.846 22 3.395 20 75 227 3 14 140 38 0 0 102 -1.324 -1.222 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 5,77 15,59 758 4.758 1,65 2011 6,00 15,02 693 4.406 1,65 2010 2,65 5,97 177 3.868 0,51 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 74,96 42,68 57,32 31.12.2011 69,85 39,03 60,97 31.12.2010 59,22 33,00 67,00 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 angelieferte Abfallmengen gesicherte Kapazitäten 31.12.2011 59.181,00 70.000,00 31.12.2010 59.938,00 70.000,00 Angaben in M g M g / a 59.689,00 70.000,00 Mg Mg/a Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 184 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes um 0,7 Prozentpunkte. Damit lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 Prozent, 2011: 3,1 Prozent). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 Prozent) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 Prozent und für Sachsen-Anhalts mit 0,1 Prozent ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozent-Punkte auf 6,8 Prozent. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozent-Punkte auf 10,7 Prozent verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. Veränderungen von Rahmen- und Marktbedingungen Das Leistungsangebot der RAB Halle GmbH zielt konsequent auf die Nutzung der Ressource Abfall als Energieträger. Dazu betreibt die Gesellschaft am Standort der Deponie Halle-Lochau eine Behandlungsanlage, welche die Siedlungsabfälle, Bau- und Abbruchabfälle und Abfälle aus der mechanischen Behandlung annimmt. Hauptsächlich dient sie dabei der Stadt Halle (Saale) als beauftragter Dritter und übernimmt die überlassungspflichtigen Abfälle des öffentlichrechtlichen Entsorgungsträgers. Aus dem kommunalen Auftrag der Sortierung der überlassungspflichtigen Abfälle der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) resultiert zugleich das Hauptgeschäft der Gesellschaft. Dabei strebt das Unternehmen über die reine Sicherung der Daseinsvorsorge hinaus und will mit einem hohen Grad die stoffliche Verwertung forcieren und die alternative Energieerzeugung mit einem Sekundärrohstoff unterstützen. Ergänzt wird dieses Kerngeschäft durch gewerbliche Spotmengen aus unterschiedlichen Produktionsbereichen. Mit verschiedenen Alternativen, wie der Herstellung von Fraktionen für die Vergärung, die reine Verbrennung oder die Mitverbrennung als Ersatzbrennstoffe, bietet die Gesellschaft qualifizierte Wahlmöglichkeiten. In der effizienten Nutzung von Biogas oder mittelkalorischen Ersatzbrennstoffen für die Stromerzeugung, bei gleichzeitiger Wiederverwertung von metallischen Sekundärrohstoffen, sieht die RAB Halle GmbH eine geeignete Antwort auf eine umfassende Ressourcenwirtschaft gekoppelt an eine nachhaltige Energiewirtschaft. Zur Umsetzung dieses Grundverständnisses hat die RAB Halle GmbH bei der Definition ihres Sortiermodelles sich nicht nur an der thermischen Verwertung orientiert, denn dieser reine Verbrennungsprozess wird wirtschaftspolitisch nicht uneingeschränkt positiv bewertet. Alternativ dazu wählte das Unternehmen die Ausschleusung einer nativorganischen Fraktion für die Vergärung. Mit einer somit erzielten Reduzierung der Gesamtbelastung sollen Ziele weit über das wirtschaftliche Ergebnis hinaus erreicht werden. Auf Grundlage einer europaweiten Ausschreibung der Verwertungsleistung im Jahr 2011 konnten die PD energy GmbH (Bitterfeld) und die C.A.R.E. Biogas GmbH (Schkopau) gebunden werden. Zusätzlich forderte der Auftraggeber Stadt Halle (Saale) einen Teilstrom aus der Erfassung des Restmülls ausschließlich thermisch zu verwerten. Dieses Los der Ausschreibung, welches nicht auf der Sortieranlage realisiert wird, ist der Becker Umweltdienste GmbH (Chemnitz) übertragen. Alle drei Unternehmen sind mindestens bis zum Ablauf des Jahres 2014 mit der fachgerechten Verwertung beauftragt. Veränderungen in der Gesellschaft Mit der Sicherung des umfangreichen Leistungsportfolios hat die RAB Halle GmbH im vierten Quartal 2012 mit dem Ausbau eines eigenen Mitarbeiterstammes begonnen. Zum Oktober wurde ein Schichtleiter und zugleich stellvertretender Anlagenleiter eingestellt. Mit dieser Kapazitätserweiterung strebt die Gesellschaft die Bindung des notwendigen Knowhows für ein durchgängiges Drei-Schicht-System an. Über die eigenen Mitarbeiter hinaus wird der Anlagenbetrieb durch einen zertifizierten Personaldienstleister aus Halle (Saale) unterstützt. Die Anlagenfahrer, -monteure und Betriebselektriker werden sowohl für Anpassungsarbeiten an der Anlage als auch zum Anlagenbetrieb bei der Aufbereitung und der Brennstoffherstellung eingesetzt. Zudem werden speziell geschulte Mitarbeiter bei Bedarf für Wartungs- und Reinigungsarbeiten eingesetzt. Die turnusmäßige Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb wurde zum Jahresbeginn erfolgreich durchgeführt. Dazu hat sich die RAB Halle GmbH am 25. Januar 2012 der jährlichen externen Überprüfung gestellt und konnte in allen Belangen eine fachliche Eignung nachweisen. Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 185 von 497 Bis zum 31. Dezember 2012 hat das Unternehmen TEUR 435 investiert. Hauptsächlich hat die RAB Halle GmbH die Investitionen in die notwendigen Anpassungen und Erweiterungen zur Herstellung eines Ersatzbrennstoffes und die Ausrichtung der Anlage auf einen durchgängigen Drei-Schicht-Betrieb getätigt. Zum Jahresbeginn wurden dabei TEUR 348 für den Anlagenbau beauftragt, welche zum einen die Linienführung des Stoffstromes und zum anderen die technische Ergänzung der Aufbereitung betrafen. Darüber hinaus hat die Gesellschaft die Lagermöglichkeit erweitert und die an diversen Gebäude- und Anlagenteilen erforderliche Erweiterungen vorgenommen. Berichte über wichtige Projekte und Vorhaben Neben der Sortierleistung für den kommunalen Auftraggeber sucht das Unternehmen zusätzliche Aktivitäten. Gefunden und umgesetzt wurde im Jahr 2012 die Herstellung eines Ersatzbrennstoffes, welches zugleich die Wertschöpfungskette ergänzt. Der umgesetzte Lösungsansatz liegt in der Mit-Verbrennung von Ersatzbrennstoffen bei einem überregionalen Kraftwerksbetreiber. Die RAB Halle GmbH hat sich dazu seit Januar 2012 auf die Herstellung eines qualifizierten Ersatzbrennstoffes, mit geeigneten physikalischen und chemischen Stoffeigenschaften, spezialisiert. Mit diesem Substitutionsstoffstrom trägt die Gesellschaft zur Entlastung endlicher fossiler Energieressourcen bei und unterstützt die hochgesteckten Klimaschutzziele. Mit dieser Nutzung des Abfalls als Energiequelle werden Nachhaltigkeitsziele verfolgt und präzise in die Wirklichkeit umgesetzt. Durch die Herstellung einer heizwertreichen Mischung aus Papier, Holz, Kunststoff und Verpackungsresten kann ein wesentlicher Teil an Rohbraunkohle substituiert werden. Zugleich unterstützt der teilweise CO2-neutrale Energierohstoff die Energiebilanz des Kraftwerkes. In der Hoffnung, dass regionale Kraftwerke ihre Technologie auf die Mitverbrennung von Heizwertäquivalenten umrüsten, sieht die RAB Halle GmbH ein Erfolgspotential durch die Reduzierung der Transportwege. Trotz aller gesetzlichen Bestrebungen und einer umfangreichen Aufklärungsarbeit wird ein nicht geringer Teil von Wertstoffen dennoch über die Restmülltonne entsorgt und sichert weiterhin den Unternehmenszweck der RAB Halle GmbH. Zudem ist die Anlage jederzeit auf die Erweiterung der Sortiertiefe vorbereitet und kann bei gegebener Wirtschaftlichkeit weitere gewinnbringende Separierungen anbieten. Nicht zuletzt beschäftigt sich die Gesellschaft mit der Sortierung der Wertstofftonnen und führt derzeit zahlreiche Gespräche, um eine hinreichende Sortierleistung zu generieren. Dabei gehen die Überlegungen des Unternehmens sowohl auf die mögliche Veränderung im Input aus der Fraktion Restmüll, als auch auf die Entwicklung eines geeigneten Sortiermodells für die Wertstofftonne ein. Wirtschaftliche Lage Bei der Beurteilung des kommunalen Mengenstroms ist eine Bestätigung der Vorjahresleistung zu beobachten. Im Jahr 2011 hat die RAB Halle GmbH dabei eine Inputtonnage von 57.620 Mg übernommen, welche sich im Jahr 2012 auf 57.935 Mg entwickelte. Diese leichte Erhöhung entspricht nahezu einer Tagesleistung und ist der Anzahl der gesamten Entsorgungstage im Jahr bzw. der Witterung zum Jahreswechsel bekräftigt. Positiv bewertet die Gesellschaft die Entwicklung der gewerblichen Annahmemenge. Die Steigerung um 200 Mg zum Vorjahr ist im stark marktwirtschaftlich ausgerichteten Leistungsumfeld der Beleg für die Konkurrenzfähigkeit der RAB Halle GmbH. Ebenfalls erfreut berichtet die Gesellschaft über das erste Jahr der Herstellung eines Ersatzbrennstoffes, das mit 20.792 Mg die Erwartungen weit übertroffen hat. Insgesamt resultieren aus den beschriebenen Leistungen die Umsatzerlöse von TEUR 4.615. Hinzu kommen Erträge von TEUR 140, welche hauptsächlich aus der Vermarktung des Schrottes resultieren. Die Gesamtleistung der RAB Halle GmbH im Jahr 2012 in Höhe von TEUR 4.755 stellt zum Vorjahr TEUR 4.398 eine Steigerung um TEUR 357 dar. Mit dem Ausbau der tonnageindizierten Umsatzleistung geht die notwendige Beanspruchung des variablen Aufwandes einher. Durch die Entwicklung des Werkstoffverbrauches, des Energiebedarfes, der Fremdleistungen und der Instandsetzungsleistungen ist die Steigerung des variablen Materialaufwandes auf TEUR 3.693 zu berichten. In diesem variablen Materialaufwand erkennt die RAB Halle GmbH in der Beanspruchung der Verwertung eine nahezu konstante Darstellung, denn TEUR 2.616 stehen dem Vorjahreswert von TEUR 2.633 gegenüber. In den Personalkosten von TEUR 79 spiegelt sich die Erweiterung der Mitarbeiter im vierten Quartal wider. Auf Grund der Inbetriebnahme der wesentlichen Investitionen zum Jahresbeginn 2012 steigen die Abschreibungen von TEUR 437 im Jahr 2011 auf TEUR 491 im Jahr 2012. Um die beiden aufstrebenden Trends des Personalaufwandes und der Abschreibungen zu kompensieren, hat die Gesellschaft die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzieren können. Insbesondere die Senkung des Rechts- und Beratungsaufwandes und des technischen Supports unterstützen die Entwicklung des sonstigen betrieblichen Aufwandes von TEUR 246 im Vorjahr auf TEUR 179 in diesem Berichtsjahr. Alle Investitionen des Jahres 2012 wurden von der RAB Halle GmbH aus dem Bestand im Cash-Pool finanziert und führen deshalb zur Minderung des Cash-Pools. Zusätzlich geben die derzeitigen Konditionen am Kapitalmarkt keine Impulse, so dass die Zinserträge mit TEUR 4 gering ausfallen. Gleichzeitig kann die Gesellschaft ohne Neuaufnahme von Fremdfinanzierungen den Zinsaufwand auf TEUR 51 beschränken. Beide Sachverhalte geben das Finanzergebnis des Jahres 2012 von TEUR -47 wieder. Eine Gegenüberstellung zum Jahr 2011, wo ein Wert von TEUR -52 erreicht wurde, zeigt eine Verbesserung um TEUR 5. Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 186 von 497 Insgesamt schließt die Gesellschaft ein erfolgreiches Jahr mit TEUR 266 vor Gewinnabführung ab und bestätigt damit ihre Produktivität. Gleichzeitig entspricht dieses Resultat den Erwartungen, so dass die Geschäftsführung darin einen Ausdruck der Ergebnisverantwortung gegenüber dem Gesellschafter Stadtwerke Halle GmbH erneut unter Beweis stellen kann. Zur Beurteilung der Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem Vergleich der Investitionen des Geschäftsjahres von TEUR 437 gegenüber den Abschreibungen im Jahr 2012 von TEUR 491 eine Reduzierung um TEUR 54 abzuleiten. Insgesamt weist die Bilanz der RAB Halle GmbH ein Anlagevermögen von TEUR 3.002 aus. Noch intensiver verändert sich das Umlaufvermögen von TEUR 1.316 auf TEUR 1.000. Hierbei ist wesentlich die Abnahme des Forderungsbestandes gegenüber dem Cash-Pool um TEUR 448 zu berichten. Dazu entgegengesetzt nehmen die Forderungen gegenüber den Verwertungspartnern zu, welche sich mit TEUR 193 durch die Berücksichtigung der Jahresschlussrechnung begründen. Ohne Veränderungen des Eigenkapitals von TEUR 1.708 ist auf der Passivseite ein Zuwachs am Rückstellungsbedarf zu erkennen. Neben den Rückstellungen für die Erstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses und den ausstehenden Rechnungen, ist hauptsächlich die Inventur der Lagerbestände von Abfällen für diese Entwicklung verantwortlich und zum Bilanzstichtag ein Wert von TEUR 107 notwendig. Bei der Betrachtung der Verbindlichkeiten ist zunächst über die Tilgung des Kredites mit einem Umfang von TEUR 224 zu berichten. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind auf Grund der Bestätigung des Ergebnisses ohne bedeutende Entwicklung mit TEUR 303 anzumerken. Für die sonstigen Verbindlichkeiten ist insbesondere über die Senkung der Rückzahlungen an die Hauptauftraggeber Stadt Halle (Saale) zu erklären. Dabei werden die Abschlagszahlungen im Jahresverlauf dem tatsächlichen Rechnungsbetrag gegenübergestellt und der ordnungsgemäße Ausweis hergestellt. Insgesamt weist die Gesellschaft zum 31.12.2012 die Bilanzsumme mit einem Wert von TEUR 4.002 aus. War vor Jahresfrist ein Wert von TEUR 4.375 zu berichten, so ist dieses eine Abnahme von TEUR 373, welches sich aus den dargelegten Sachverhalten ergibt. Risikomanagement Mit ihrem Geschäftsmodell beabsichtigt die RAB Halle GmbH, trotz eines sich langfristig einstellenden Mengenrückganges, zusätzliche freie Gewerbemengen am Markt zu akquirieren. Damit soll die Auslastung der eingesetzten Kapazitäten auf dem derzeit hohen Niveau gehalten werden. Zwar ist die Gesellschaft stark auf die derzeitigen Regelungen des Abfallrechtes und den Gegebenheiten des Marktes angepasst, hat aber mit geringem Aufwand genug Spielraum, um auch kurzfristig technologisch reagieren zu können. Zudem sind die Verwertungspartner mittelfristig gebunden und stützen damit einen konstanten Materialaufwand. Mit einer umfangreichen Löschtechnik begegnet die Gesellschaft der Brandgefahr bei der Behandlung von Abfällen. Das unverzügliche und umsichtige Handeln der Mitarbeiter wird mehrfach im Jahr geschult und geprobt und soll das Risiko von Sachschäden minimieren. Weiterhin ist die Gesellschaft keinen wesentlichen Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen in Bezug auf die verwendeten Finanzinstrumente insbesondere Forderungen und Verbindlichkeiten ausgesetzt. Das Risikofrüherkennungssystem der Gesellschaft befindet sich auf aktuellem Stand. In Auswertung der festgelegten Risikofelder sind keine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken benannt. Branchen- und Unternehmensausblick Für den Jahresverlauf 2013 geht die Gesellschaft von einem insgesamt konstanten Mengenstrom aus. Entsprechend der Wirtschaftsplanung erwartet die RAB Halle GmbH die Fortsetzung der positiven Unternehmensentwicklung und zielt zum Abschluss des Geschäftsjahres 2013 auf einen Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung von TEUR 295. Für die Folgejahre wird von ähnlichen Ergebnissen ausgegangen. Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 187 von 497 Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadtwerke Halle GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen in und für die Stadt Halle zur öffentlichen technischen Infrastruktur des Individualverkehrs, insbesondere die Stadtbeleuchtung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Öffentlicher Zweck: Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen in und für die Stadt Halle zur öffentlichen technischen Infrastruktur des Individualverkehrs, insbesondere die Stadtbeleuchtung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Böttcher, Jens Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 188 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 2 35 63 2010 % 2 70 28 25 100 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 35 508 927 T€ 45 1.291 509 T€ % T€ -10 -783 418 % -22 -61 82 Bilanzsumme 1.470 100 1.845 100 25 100 -375 -20 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 22 102 1.346 % 1 7 92 T€ 22 79 1.744 % 1 4 95 T€ 22 3 0 % 88 12 0 T€ 0 23 -398 % 0 29 -23 Bilanzsumme 1.470 100 1.845 100 25 100 -375 -20 Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 189 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2.626 -10 100 2.385 397 12 127 0 11 -216 1 217 0 0 12 -305 0 305 0 0 -3 -3 -3 2011 T€ 2.394 15 83 2.655 4 12 114 2010 T€ 3 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -8,25 -989,86 -205 388 14,61 0,14 2011 -12,74 -1.393,68 -293 -12,48 -3 2010 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 2,40 1,49 98,51 31.12.2011 2,45 1,19 98,81 88,82 11,18 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Lichtpunkte 22.782,00 31.12.2011 22.700,00 31.12.2010 0,00 Angaben in Stk. Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 190 von 497 e) Lagebericht Geschäfts- und Rahmenbedingungen Rahmenbedingungen Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 Prozent, 2011: 3,1 Prozent). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 Prozent) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 Prozent und für Sachsen-Anhalt mit 0,1 Prozent ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozent-Punkte auf 6,8 Prozent. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozent-Punkte auf 10,7 Prozent verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 auf 2010 betrug 808 Einwohner. Branchenentwicklung Zum 01. Januar 2012 wurde ein neuer Bestandteil des Strompreises eingeführt. Dieser beinhaltet nach § 19 Abs. 2 StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) eine Umlage zur Entlastung der Großindustrie. Für Industrieunternehmen, die einen Stromverbrauch von mehr als 10 GWh haben und relativ konstant Strom verbrauchen (mehr als 7.000 Benutzungsstunden pro Jahr), entfallen demnach die Netzentgelte. Die dadurch entgangenen Erlöse der Netzbetreiber werden durch die Erhebung der neuen Umlage kompensiert. Geschäft und Geschäftsgegenstand Am 14. Dezember 2010 wurde die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Halle GmbH gegründet. Der operative Geschäftsbetrieb der Gesellschaft begann zum 01. Januar 2011. Unternehmensgegenstand der Gesellschaft ist die Erbringung von Dienstleistungen in und für die Stadt Halle zur öffentlich technischen Infrastruktur des Individualverkehrs, insbesondere die Stadtbeleuchtung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehender Geschäfte. Mit der Gründung der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wurde ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag mit der EVH GmbH geschlossen. Das betreffende Personal ist mit Wirkung zum 01. Januar 2012 direkt auf die Gesellschaft übergegangen. Der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag besteht lediglich noch für eine Person. Der geschlossene Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH und der EVH GmbH zur Erbringung von kaufmännischen und technischen Dienstleistungen, die zwischen der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH und der Stadtwerke Halle GmbH getroffene Cash-Pool-Vereinbarung mit einem Kontokorrentkreditrahmen von T€ 2.000 sowie der Gewinnabführungsvertrag behielten im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Gültigkeit. Mit der Stadt Halle (Saale) hat die Gesellschaft zum 01. Februar 2011 einen Beleuchtungsvertrag abgeschlossen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Durch diesen Vertrag ist die Gesellschaft verpflichtet, über die Vertragslaufzeit Maßnahmen zum Betrieb, zur Instandsetzung, zur Erneuerung sowie zur Erhöhung der Energieeffizienz der Beleuchtungsanlagen durchzuführen. Dafür erhält die Gesellschaft ein vertraglich fixiertes Entgelt. Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 191 von 497 Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH einen Fehlbetrag vor Verlustübernahme in Höhe von T€ -216,6. Absatz/Umsatz/Erträge Umsatz Strom Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH erzielte durch Weiterberechnungen von Strom an die DSM Deutsche Städte Medien GmbH sowie an die Stadt Halle Umsatzerlöse in Höhe von T€ 110,7. Dies sind T€ 10,4 mehr als im Vorjahr (T€ 100,3). Grund für die Abweichung waren höhere Preise laut Vertrag. Umsatzerlöse Service Zum 31. Dezember 2012 betrugen die Umsatzerlöse Service T€ 2.515,5. Diese Position beinhaltet hauptsächlich den Beleuchtungsvertrag mit der Stadt Halle. Im Vergleich zum Vorjahr (T€ 2.293,8) steigerten sich die Umsatzerlöse aus Service um T€ 221,7. Dies ist auf eine höhere Anzahl der Lichtpunkte sowie einer leichten Preissteigerung des Lichtpunktpreises zurückzuführen. Des Weiteren wurden durch die Durchführung von Zusatzmaßnahmen im Auftrag der Stadt außerhalb des Beleuchtungsvertrages weitere Umsatzerlöse erzielt. Betriebliche Erträge Im abgelaufenen Geschäftsjahr generierte das Unternehmen sonstige betriebliche Erträge in Höhe von T€ 100,2. Das sind T€ 16,9 mehr als im Vorjahr. Höhere Instandhaltungsmaßnahmen für Schäden wurden an Dritte weiterberechnet. Variable Aufwendungen Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen in der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen in Höhe von T€ 2.385,7 an (Vorjahr: T€ 2.655,4). Bezug Strom Die Gesellschaft bezog von der EVH GmbH 10,3 GWh Strom. Dafür musste das Unternehmen T€ 1.624,7 aufwenden (Vorjahr: T€ 1.326,7). Grund für den Anstieg war ein durch die erfolgte Wiederzuschaltung abgeschalteter Lichtpunkte bedingter höherer Stromverbrauch als im Vorjahr. Bezogene Leistungen Die bezogenen Leistungen umfassten hauptsächlich Fremdleistungen für Instandhaltungen, den Dienstleistungsvertrag mit der EVH GmbH zu kaufmännischen und technischen Dienstleistungen, die Weiterberechnung von Schäden, deren Verursacher bekannt sind sowie den Vertrag zur Arbeitnehmerüberlassung mit der EVH GmbH. Insgesamt wurden für bezogene Leistungen T€ 541,7 aufgewandt. Im Vergleich zum Vorjahr waren das T€ 378,8 weniger. Im Geschäftsjahr 2011 waren 8 Mitarbeiter aus der EVH GmbH mittels Arbeitnehmerüberlassung bei der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH beschäftigt. Zum 01. Januar 2012 gingen 7 Personen direkt auf die Gesellschaft über. Damit verringerte sich der Aufwand für Arbeitnehmerüberlassung. Sonstige betriebliche Aufwendungen Im Geschäftsjahr 2012 betrugen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen T€ 127,4 (Vorjahr: T€ 113,9). Durch die Durchführung von Zusatzmaßnahmen im Auftrag der Stadt außerhalb des Beleuchtungsvertrages wurden höhere Leistungen aufgewandt, die an die Stadt weiterberechnet wurden. Personal- und Sozialbereich In 2012 wandte das Unternehmen für Personal T€ 397,0 auf. Durch die Übernahme von 7 Mitarbeitern aus der EVH GmbH in die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH fielen im Vergleich zum Vorjahr T€ 393,4 mehr Aufwendungen für Personal an. Finanzlage Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wies am 31. Dezember 2012 einen negativen Finanzmittelbestand in Höhe von T€ 1.160 aus. Trotz eines negativen Geschäftsergebnisses in Höhe von T€ 217 verbesserte sich die Liquidität des Unternehmens um T€ 365. Die Verbesserung ergibt sich in erster Linie aus der Veränderung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von T€ 480 und davon aus dem Abbau von Forderungen Höhe von T€ 696. Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 192 von 497 Aufgrund des zwischen der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH und der Stadt Halle abgeschlossenen Beleuchtungsvertrages (Vertragslaufzeit 15 Jahre) führt die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Investitionen zur Effizienzsteigerung durch. Diese Investitionen werden bei der Stadt Halle als Anlagevermögen und bei der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert und über die Laufzeit abgeschrieben. Der Anstieg des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens um T€ 419 wurde durch die Verlustausgleichzahlung der Stadtwerke Halle GmbH im Rahmen des zwischen beiden Gesellschaften bestehenden Ergebnisabführungsvertrages in Höhe von T€ 305 für das Jahr 2011 kompensiert. Die Liquidität der Gesellschaft wurde im Jahr 2012 im Rahmen einer Cash-Pool-Vereinbarung mit der Stadtwerke Halle GmbH sichergestellt. Die Stadtwerke Halle GmbH stellt der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH einen unbefristeten Cash-Pool-Kreditrahmen in Höhe von T€ 2.000 zur Verfügung, sodass gemäß der vorliegenden Planung auch im folgenden Geschäftsjahr die Liquidität unverändert gewährleistet sein wird. Vermögenslage Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wurde mit einem Stammkapital in Höhe von T€ 25 ausgestattet. Das Eigenkapital belief sich zum 31. Dezember 2012 auf T€ 21,9. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 1,5 Prozent. Die Rückstellungen betrafen Aufwendungen des Jahresabschlusses 2012, Aufwendungen Instandhaltungen sowie Aufwendungen für Beraterleistungen und Verpflichtungen gegenüber Dritten. Die Bilanzsumme des Unternehmens betrug T€ 1.469,8 (Vorjahr: T€ 1.845,1). Nachtragsbericht Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2012 ereigneten sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen Nachtragsbericht für die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH notwendig machen würden. Risikobericht Es sind keine Risiken erkennbar, die den Bestand der Gesellschaft gefährden oder ihre Entwicklung wesentlich beeinträchtigen könnten. Prognosebericht Die Gesellschaft wird im Jahr 2013 ebenfalls ein negatives Ergebnis ausweisen. Insbesondere die Jahre 2013 und 2014 sind von höheren Ausgaben zur Optimierung der Energieeffizienz gekennzeichnet. Im Geschäftsjahr 2013 erfolgt ein Verlustausgleich über den Gewinnabführungsvertrag. Ab dem Jahr 2014 wird davon ausgegangen, dass die Gesellschaft ein positives Ergebnis realisieren wird und dass über die Vertragslaufzeit des Beleuchtungsvertrages mit der Stadt Halle die anfänglichen Minderergebnisse kompensiert werden können (Gewinnabführung an die Stadtwerke Halle GmbH). Die Liquidität wird, auch unter Inanspruchnahme der eingeräumten Cash-Pool-Konto-korrentkreditlinie der SWH, gegeben sein. Im Geschäftsjahr 2013 sollen Investitionen in Höhe von T€ 18,5 für neue Messtechnik sowie für Werkzeuge getätigt werden. In den Jahren 2014 bis 2017 wurden jährlich T€ 0,2 für Werkzeuge geplant. Ab dem 01. Januar 2013 gibt es einen neuen Bestandteil des Strompreises. Es wurde die Offshore-Haftungsumlage nach § 17 f. EnWG-Novelle (Energiewirtschaftsgesetz-Novelle) eingeführt. Demnach sind Netzbetreiber berechtigt, Kosten für geleistete Entschädigungszahlungen, soweit diese dem Belastungsausgleich unterliegen und nicht erstattet wurden sowie für Ausgleichzahlungen einen Aufschlag zu erheben. Am 13. Dezember 2012 hat der Deutsche Bundestag eine von der Bundesregierung vorgelegten Verordnung über Vereinbarungen zur abschaltbaren Lasten (AbschaltVO) zugestimmt. Nach der Verordnung sollen bestimmte Großverbraucher die Leistungen zur kurzfristigen Abschaltung vorhalten und dafür eine Vergütung vom Übertragungsnetzbetreiber erhalten. Die dabei entstanden Kosten werden dann unter den ÜBN verteilt und auf alle Letztverbraucher ohne Unterscheidung nach Letztverbrauchergruppen umgelegt. Auf Grundlage des Beschlusses wird derzeit die Einführung der Umlage nach §18 Abs.1 AbschaltVO vorbereitet. Die konkrete Höhe steht noch nicht fest. für unterlassene Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 193 von 497 TELONON Abwasserbehandlung GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Zum Teich 6 06120 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Stadtwerke Halle GmbH 26 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand ist der kaufmännische und technische Betrieb von Kläranlagen, deren Reparatur und Wartung sowie die Errichtung, Erwerb und Verwaltung von Anlagen zur Abwasserbehandlung; ausgenommen sind Tätigkeiten, die in § 34c der Gewerbeordnung aufgeführt sind oder die sonst staatlicher Genehmigung im Sinne des § 8 des GmbH-Gesetzes bedürfen. Öffentlicher Zweck: Als Unternehmen, welches sich auf dem Gebiet der Abwasserentsorgung betätigt, ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Rausch, Werner Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 194 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 100 2010 % 100 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Umlaufvermögen T€ 710 T€ 673 T€ 452 % 100 T€ 37 % 5 Bilanzsumme 710 100 673 100 452 100 37 5 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 26 7 677 % 4 1 95 T€ 26 7 640 % 4 1 95 T€ 26 5 421 % 6 1 93 T€ 0 0 37 % 0 0 6 Bilanzsumme 710 100 673 100 452 100 37 5 Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 195 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3.172 0 1.872 7 1.275 0 18 3 15 2011 T€ 3.330 0 2.082 7 1.224 2 19 2 17 2010 T€ 3.167 0 1.943 7 1.200 1 18 3 14 0 0 0 0 1 1 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,23 0,21 0,22 0,49 60,30 15 2011 0,50 64,80 17 2010 0,49 63,02 15 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 3,60 96,40 3,80 96,20 5,66 94,34 31.12.2011 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 behandeltes Mischwasser Klärgas Klärschlamm Stromerzeugung 31.12.2011 19,71 2,44 17.742,00 4,72 31.12.2010 23,90 2,40 18.244,00 4,79 Angaben in M i M o i t . o M . i m o ³ m . ³ k W h 17,02 2,74 17.138,00 5,09 Mio. m³ Mio. m³ t Mio. kWh Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 196 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 %-Punkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 %-Punkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 auf 2010 betrug 808 Einwohner. Veränderungen von Rahmen- und Marktbedingungen Seit dem 30. April 1997 führt die TELONON Abwasserbehandlung GmbH gemäß Betriebsführungsvertrag für die Kläranlage Halle-Nord GmbH & Co. Betreiber KG den kaufmännischen und technischen Betrieb der Kläranlage Halle-Nord durch. Für die Erledigung der Aufgaben aus dem Betriebsführungsvertrag hat die Gesellschaft per Geschäftsbesorgungsvertrag das Personal der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) vertraglich gebunden. Der Betriebsdienst wird von der HWS ordnungsgemäß durchgeführt. Zu größeren Störungen im Betrieb der Kläranlage kam es im Geschäftsjahr 2012 nicht. Im Jahr 2012 wurden auf der Kläranlage Halle-Nord 17,02 Mio. m³ Mischwasser behandelt (2011 = 19,71 Mio. m³). Bezogen auf die Trockenwetterzulaufmenge betrug die durchschnittliche Abwassermenge 40.066 m³/d (2011 = 48.112 m³/d). Der Abwasseranfall auf der Kläranlage Halle-Nord ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Trend der letzten Jahre zeigt einen rückläufigen Abwasseranfall. Durch den Rückgang des Trinkwasserverbrauchs in der Stadt Halle (Saale) wird sich dieser Trend fortsetzen. Durch die Überleitung des Abwassers der südlichen und östlichen Stadtteile von Halle reinigt die Kläranlage ca. 99 % des gesamten anfallenden Abwassers der Stadt Halle und hat damit ihre volle frachtmäßige Auslastung erreicht. In den nächsten Jahren wird sich der Anschluss aus einigen Gemeinden des Saalekreises weiter erhöhen. Mit der noch vorgesehenen Erweiterung des Einzugsgebietes wird sich der zurzeit sehr hohe Auslastungsgrad der Kläranlage Halle-Nord in den Folgejahren kaum ändern. Seit Juli 2001 übernimmt die Kläranlage Halle-Nord zusätzlich Deponiesickerwasser aus der Abfallwirtschaft GmbH HalleLochau. Im Jahr 2012 wurden 69.232 m³ Sickerwasser (2011 = 196.875 m³) ordnungsgemäß gereinigt. Die Ablaufwerte wurden im Jahr 2012 im Allgemeinen stabil eingehalten. Es kam jedoch kurzzeitig zu einer Überschreitung des vorgegebenen Überwachungswertes durch eine nichtgenehmigte Fremdeinleitung. Im Jahr 2012 wurden 62,7 t Rechengut und 532 t Sandfangrückstände entsorgt. Gleichzeitig fielen 17.138 t Klärschlamm an, die durch die SUC GmbH, Abfallbehandlung Döllnitz entsorgt wurden. Durch das angefallene Klärgas (Gesamtanfall 2,74 Mio. m³) wurden im Jahr 2012 in den Blockheizkraftwerken 5,09 Mio. kWh Strom erzeugt (2011: 4,72 Mio. kWh). Insgesamt wurden im Jahr 2012 53 % des Gesamtstromverbrauches der Kläranlage Halle-Nord selbst erzeugt. Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 197 von 497 In den letzten Jahren wurden verstärkt Fäkalien aus dem Umland der Stadt Halle angenommen, verarbeitet und gereinigt. Im Jahr 2012 betrug diese Menge 13.215 m³ (2011: 17.365 m³). In der kaufmännischen und technischen Betriebsführung der Kläranlage Halle-Nord gab es im Jahr 2012 keine Probleme. Die Betriebskosten auf der Kläranlage haben sich im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren entsprechend der allgemeinen Preissteigerung leicht erhöht. Durch die Annahme von Sickerwasser aus der Deponie und Fäkalien aus dem Umland von Halle werden die Einnahmen erhöht und damit die Wirtschaftlichkeit des Klärwerkes verbessert. Ein Vergleich mit anderen Abwasserreinigungsanlagen dieser Größenordnung zeigt, dass die Kläranlage Halle-Nord wirtschaftlich betrieben wird. Die Betriebsführung wurde für die Kläranlage Halle-Nord GmbH & Co. Betreiber KG durch die TELONON Abwasserbehandlung GmbH für das Geschäftsjahr 2012 ordnungsgemäß erfüllt. Besondere Vorkommnisse in der Betriebsführung sind im Verlauf des gesamten Geschäftsjahres nicht aufgetreten. Der bestätigte Wirtschaftsplan des Jahres 2012 wurde eingehalten. Es wurde ein positives Ergebnis erzielt. Die TELONON Abwasserbehandlung GmbH ist Mitglied der IHK Halle und der Berufsgenossenschaft der Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Auf der Grundlage des abgeschlossenen Betriebsführungsvertrages mit der Kläranlage Halle-Nord GmbH & Co. Betreiber KG und dem Geschäftsbesorgungsvertrag mit der HWS wird sich das Aufgabengebiet der TELONON Abwasserbehandlung GmbH in den nächsten Jahren nicht ändern. Die Erweiterung der Geschäftsfelder ist nur in begrenztem Maße möglich. Auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung ist die TELONON Abwasserbehandlung GmbH nicht tätig. Zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens gibt es keine Veränderung. Das Jahresergebnis 2013 wird in ähnlicher Höhe wie im Jahr 2012 erwartet. Auch für das Jahr 2014 wird eine Entwicklung analog zu den Vorjahren erwartet. Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 198 von 497 WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Äußere Hordorfer Straße 12 06114 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 256 T€ Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Fehr Umwelt Ost GmbH 154 102 % 60,00 40,00 Gegenstand des Unternehmens: Erfassung, Sammlung und Logistik von Wertstoffen auf der Grundlage der Verpackungsverordnung und aller begleitenden Verordnungen in den jeweils gültigen Fassungen unter Berücksichtigung von gemeindlichen Belangen, vornehmlich im Gebiet der Stadt Halle (Saale) sowie gegebenenfalls in den umliegenden Kreisen. Die Gesellschaft kann weitere Aufgaben im Rahmen der Duales System Deutschland AG wahrnehmen. Öffentlicher Zweck: Als Unternehmen, welches sich auf dem Gebiet der Abfallbeseitigung betätigt, ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Handlungsbevollmächtigter Winter, Thomas Günther, Peter * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 199 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzende Misch, Werner Philipp, Lothar Nebelung, Barbara Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar Hilbig, Stefan Hildebrandt, Roland Krause, Johannes Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias (seit 21.09.2012) (bis 30.06.2012) (seit 27.09.2012 stellv. Vorsitzende) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 0 100 0 2010 % 0 100 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 0 809 1 T€ 0 780 1 T€ 0 788 1 % 0 100 0 T€ 0 29 0 % 0 4 0 Bilanzsumme 810 100 781 100 789 100 29 4 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 664 129 17 % 82 16 2 T€ 656 113 12 % 84 14 2 T€ 681 90 18 % 86 12 2 T€ 8 16 5 % 1 14 42 Bilanzsumme 810 100 781 100 789 100 29 4 Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 200 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 198 12 77 24 0 72 1 5 33 10 23 23 20 5 15 15 46 6 40 40 2011 T€ 209 4 80 22 0 97 6 2010 T€ 206 37 76 19 1 106 5 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 11,40 3,52 23 105 11,45 2011 6,99 2,28 15 106 10,19 2010 19,23 6,16 40 121 7,70 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,02 82,01 17,99 31.12.2011 0,03 84,03 15,97 31.12.2010 0,04 86,33 13,67 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Wertstoffaufkommen Glas 31.12.2011 3.738,00 31.12.2010 3.601,24 Angaben in M g 3.657,40 Mg Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 201 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 %-Punkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 %-Punkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 auf 2010 betrug 808 Einwohner. Veränderungen von Rahmen- und Marktbedingungen Vor mehr als zwanzig Jahren wurde in Deutschland eine flächendeckende Diskussion in der Umweltpolitik angestoßen. Kommunen beklagten eine enorme Menge an Siedlungsabfällen und erkannten darin einen erheblichen Anteil an Verpackungen. Daraufhin wurde in der Folgezeit ein flächendeckendes Rücknahmesystem für Verkaufsverpackungen aufgebaut. Dadurch entwickelte sich ein ambitioniertes Recyclingsystem, was die Bevölkerung beteiligt und zugleich in die Verantwortung nimmt. Den Ausschnitt der Erfassung von gebrauchten Glasverpackungen übernimmt seit Anbeginn in der Stadt Halle (Saale) die WER Halle GmbH. Unter der Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger werden über die separat aufgestellten Depotcontainer Glasverpackungen der Farben Weiß, Grün und Braun getrennt eingeworfen. Alle drei Glassorten werden den Verwertern getrennt übergeben und können anschließend im Stoffkreislauf aufbereitet und für den Wiedereinsatz verwendet werden. Dieses gut funktionierende System der separaten Erfassung und Verwertung von durchschnittlich zwei Drittel des Altglasaufkommens wird von einem hohen Prozentsatz der bundesdeutschen Haushalte genutzt. Durch die sehr ausgeprägte Akzeptanz in der Gesellschaft und die hohen Erfassungsquoten kann die WER Halle GmbH der Diskussion um das Wertstoffgesetz mit Zuversicht entgegenblicken. Das derzeit in der Vorbereitung befindliche Gesetz soll die Richtlinien der Europäischen Union in deutsches Recht überführen. Damit wird zugleich die Verpackungsverordnung abgelöst und letztendlich eine höhere Wiederverwertung aller Gebrauchsverpackungen angestrebt. Grundlegend definiert sich dabei die Zielpyramide: Abfallvermeidung vor Wiederverwendung vor stofflichem Recycling. Somit können diese drei Maßnahmen die Verbrennung und Beseitigung von Abfall verhindern. Die mittlerweile zwei Jahre dauernde Formulierung des Wertstoffgesetzes sieht für das System der Altglaserfassung vorerst keine Veränderungen oder Auswirkungen durch andere Erfassungssysteme vor. Grundsätzlich hat sich das Recycling von Altglas in den letzten Jahren zu einer Stütze der Rohstoffversorgung der glasverarbeitenden Wirtschaft etabliert. Bei der konstanten Umsetzung des Leistungsauftrages steht für die WER Halle GmbH stets die allgemeine Kundenzufriedenheit im Vordergrund. Dabei richtet die Gesellschaft ihre Sichtweise nicht nur auf die vertraglich gebundenen Systembetreiber, sondern erweitert den Kundenkreis auf die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale), welche die eigentlichen Leistungsempfänger sind. Permanent steht für das Unternehmen die Wahrung der Entsorgungssicherheit auf einem qualitativ hohen Niveau im Blickpunkt, wo strikte Termintreue, kurze Reaktionszeiten auf Kundenanfragen und eine besonders niedrige Reklamationsrate als direkter Gradmesser dienen. Gegenüber den Systembetreibern muss eine kontinuierliche, fehlerfreie und insbesondere unverzügliche Datenmeldung erfolgen. Alle diese Parameter konnte die WER Halle GmbH im vergangenen Jahr erfüllen und schließt deshalb mit Zufriedenheit ein bewegtes Geschäftsjahr 2012 ab. Zu den bisherigen bundesweit agierenden Systembetreibern, welche alle in Sachsen-Anhalt lizenziert sind, zählen mit der DSD GmbH, der EKO-Punkt GmbH, der Landbell AG, der ISD Interseroh Dienstleistungs GmbH, der Belland Vision GmbH, der Reclay VfW GmbH, der Zentek GmbH & Co. KG, der VfW Reclay Group, der Veolia Umweltservice Dual GmbH und der RKD Recycling Kontor Dual GmbH & Co. KG nun insgesamt zehn Systembetreiber zu den Auftraggebern der Gesellschaft. Letztere hat im vierten Quartal die operative Geschäftstätigkeit in unserem Bundesland aufgenommen. Allen dualen Systemen wird das Getrenntsammelsystem der WER Halle GmbH gemeinschaftlich zur Verfügung gestellt. Entsprechend der gemeldeten Marktanteile bemisst sich der Umsatz mit dem einzelnen Partner. Im abgelaufenen Jahr entwickelten sich die Mengenströme der einzelnen Partner unterschiedlich. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 202 von 497 Die nachfolgende Übersicht zeigt die Gesamttonnage des Jahres 2012 verteilt auf die einzelnen Vertragsgeber. Veränderungen in der Gesellschaft Im Geschäftsjahr 2012 und darüber hinaus bis zum Jahresende 2013 ist von marginalen Veränderungen in der Gesellschaft zu berichten, da die Leistungserfüllung der Vertragsverhältnisse 2010 – 2013 weitestgehend das Agieren der WER Halle GmbH bestimmt. Im Jahr 2013 wird die Leistung der Sammlung von gebrauchten Glasverpackungen in der Stadt Halle (Saale) neu ausgeschrieben und marktwirtschaftlich vergeben. Dazu erwartet die Gesellschaft im Laufe des zweiten Quartals die Veröffentlichung der Unterlagen. Deutschland hat sich auf eine standardisierte Ordnung festgelegt, welche die konkreten Erfassungsströme beschreibt. Demzufolge sind die zu erfassenden Sammelmengen keinen qualitativen und quantitativen Umbrüchen unterworfen. In den letzten Jahren erfolgte die Vergabe der Sammel- und Verwertungsaufträge in einem intensiven Wettbewerb. Da die Inverkehrbringer der Verpackungen die Entsorgung und das Recycling zu tragen haben und die dualen Systeme über Lizenzvereinbarungen eine hohe Recyclingquote absichern, haben sich für die Leistungserbringer transparente Rahmenparameter ergeben. Diese Herausforderung nimmt die Gesellschaft in der erwähnten Ausschreibung an und ist bestrebt, ihre Stellung in der Stadt Halle (Saale) zu behaupten. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die konsequente Anpassung der Entsorgung an die vorhandenen Erfassungsmengen. Die konstante Anzahl der Verbraucherinnen und Verbraucher in der Stadt Halle (Saale) wirkt sich ebenfalls auf die nahezu gleichbleibende Sammelmenge des Jahres 2012 aus. Dennoch bleibt die Aufgabe für das Unternehmen die permanente Optimierung der operativen Leistung fortzusetzen, um auch zukünftig die Konkurrenzfähigkeit bei anstehenden Ausschreibungen beweisen zu können. Ein zweiter Erfolgsfaktor sind die ca. 1.300 Depotcontainer, welche im gesamten Stadtgebiet für die Entsorgung aufgestellt sind. Diese überaus große Anzahl stellt bei einer Vertragslaufzeit von vier Jahren für die Konkurrenzunternehmen eine zusätzliche Aufwandsposition dar. Dieser Umstand hindert die WER Halle GmbH wiederum an der regionalen Erweiterung des Leistungsauftrages. Nach der Sammelleistung im Stadtgebiet erfolgt entlang der Stoffstromkette die Aufbereitung beziehungsweise die Verwertung der Glasmengen. Da die Verwertungsleistungen im Jahresrhythmus vakant sind, haben sich auch zu Beginn des Jahres 2012 die Verwertungswege geändert. Zwar konnte die WER Halle GmbH einen Großteil der Transportaufträge behaupten und der regional günstig gelegene Verwertungsgesellschaft Rhenus Recycling Ost GmbH & Co. KG in Bennstedt (Saalekreis) eine Direktanlieferung anbieten. Aus logistikoptimalen Gründen können dabei Regiefahrten eingespart und Lagerflächen reduziert werden. Seit Jahresbeginn ist aber auch eine weitere Entwicklung zu beobachten. Große Systembetreiber trennen die Transport- von den Verwertungsaufträgen und vergeben die Logistikleistungen eigenständig im Wettbewerb. Dabei drängen reine Speditionsunternehmen in diesen Leistungsbereich und unterbieten die Konditionen der Erfassungsunternehmen. Berichte über wichtige Projekte und Vorhaben Nach dem Ende der Winterperiode hat die Gesellschaft die Maßnahmen zur Verbesserung des Erscheinungsbildes der Sammelgroßbehälter fortgesetzt. Im Jahresverlauf 2012 sind 90 Behälter im Stadtbild mit einem neuen Farbanstrich versehen worden, um hauptsächlich die Schäden in Folge des Vandalismus zu beseitigen. Im Jahr 2013 wird diese Maßnahme intensiviert um den Behälterbestand für den neuen Vertragszeitraum vorzubereiten. Zudem sind an einigen Behältern die Lärmdämmmaßnahmen instand zu setzen. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 203 von 497 Ab dem Jahr 2013 plant die WER Halle GmbH die sukzessive Ersatzbeschaffung der 34 m³ Sammelcontainer. Zur Umsetzung hat die Gesellschaft im Jahr 2012 mit der Formulierung technischen Parameter und der anschließenden Einholung von Angeboten begonnen, um nach erfolgreicher Bewerbung um den Sammelauftrag 2014 bis 2016 die Investition auslösen zu können. Zur Sicherung der Tonnage steht die WER Halle GmbH im ständigen Kontakt mit dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, um eine bessere Auslastung der vorhandenen und die Gewinnung neuer Standplätze zu erreichen. Die aktuelle Anzahl der betriebsbereiten Standplätze zum Jahresende 2012 konnte im Stadtgebiet auf 320 Standplätze gesteigert werden. Zertifizierung Die turnusmäßige externe Zertifizierung des Entsorgungsfachbetriebes wurde im Februar 2012 erfolgreich durchgeführt. Dazu hat sich die WER Halle GmbH am 23. Februar 2012 der jährlichen Überprüfung durch den TÜV Rheinland vorgestellt, um somit ihren hohen Qualitätsanspruch zu beweisen und sich gleichfalls für die Fortentwicklung der Gesellschaft zu rüsten. Risikomanagement Das Risikofrüherkennungssystem der Gesellschaft befindet sich auf einem aktuellen Stand. In Auswertung der festgelegten Risikofelder sind keine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken benannt. Wirtschaftliche Lage Die erfasste Altglasmenge der WER Halle GmbH im Geschäftsjahr 2012 ist mit einer Sammelleistung von 3.657 Mg geringfügig unter dem Vorjahreswert von 3.738 Mg. Damit bestätigt sich die Konstanz in der Erfassungstonnage um ein weiteres Jahr. Allerdings sind die Umsätze für die Sammelleistungen nicht direkt von der Mengenkomponente abhängig und bewegen sich nur geringfügig zwischen den Auftraggebern. Im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 213 reduzieren sich die Erträge 2012 auf TEUR 210. Diese Entwicklung wird zudem durch die beschriebene Verschiebung großer Mengenanteile in den Transportleistungen für den Verwerter Rhenus Recycling Ost GmbH & Co. KG bestätigt. Parallel zu den Erfassungsmengen entwickelten sich die variablen Aufwendungen für die Sammel- und die Transportleistungen auf einen Wert von TEUR 77. Gegenüber dem Vorjahr von TEUR 80 ist dies ebenfalls eine rückläufige Entwicklung in Höhe von TEUR 3. Die Personalkosten von TEUR 24 und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 72 beschreiben im Wesentlichen die Fixkosten des Unternehmens. Zusammen betrachtet entwickeln sich diese Aufwandspositionen von TEUR 119 im Vorjahr auf TEUR 96 im Jahr 2012 und begründen die positive Tendenz hauptsächlich aus dem reduzierten Instandhaltungsaufwand für die Depotcontainer. Auf Grund der anhaltend niedrigen Konditionen am Kapitalmarkt kann die Gesellschaft keine nennenswerten Erträge aus der guten Liquiditätsausstattung schöpfen. Zusätzlich wird das Finanzergebnis durch die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen belastet. Insgesamt entwickelt sich das Finanzergebnis von TEUR 6 im Jahr 2011 auf TEUR -4 im Jahr 2012. Unter Berücksichtigung der Steuerzahlungen auf Einkommen und Ertrag erwirtschaftete die WER Halle GmbH im Geschäftsjahr 2012 ein Ergebnis von TEUR 23. Mit dem Ergebnis stellt das Unternehmen, trotz eindimensionaler Leistungsausrichtung, erneut seine Wirtschaftskraft unter Beweis und erfüllt damit die gesteckten Ziele, denn bei einem geplanten Ergebnis nach Steuern von TEUR 3 fällt die Beurteilung deutlich aus. Die Bilanzsumme hat sich insgesamt von TEUR 781 zum Stichtag 2011 auf einen Wert zum 31.12.2012 von TEUR 810 entwickelt. Im Jahresvergleich zeigt das Umlaufvermögen bei nahezu unverändertem Kundenforderungsbestand eine Erhöhung der Liquidität um TEUR 29 auf TEUR 745. Auf Grund der Verbesserung des Jahresergebnisses gegenüber dem Vorjahr steigt das Eigenkapital der WER Halle GmbH auf TEUR 664. Die erforderliche Berücksichtigung relevanter Risiken führt zur Erhöhung der sonstigen Rückstellungen um TEUR 11. Verbindlichkeiten von TEUR 16, gegenüber TEUR 11 im Vorjahr ergänzen die Bilanzdarstellung. Personal Zum 31. Dezember 2012 lag die Beschäftigung in der WER Halle GmbH bei 0,2 Vollzeitbeschäftigteneinheiten und entspricht damit dem Plan. Vor dem Hintergrund, dass in der Gesellschaft keine operative Leistung geplant ist, beschränkt sich der Personaleinsatz hauptsächlich auf die Planung und Abrechnung der operativen Tätigkeit. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 204 von 497 Branchen- und Unternehmensausblick Die Fortsetzung der Geschäftstätigkeit, über die derzeitige Vertragslaufzeit bis zum 31. Dezember 2013 hinaus, wird sich aus dem Ausschreibungsergebnis ableiten. Die Vergabe der operativen Tätigkeiten an den Subunternehmer Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH für die Sammel- und Transportleistungen sichert die Bindung der notwenigen Kapazitäten und wird auf Grund der Wirtschaftlichkeit in bewährter Form fortgesetzt. Für die Gesellschaft liegt das Hauptaugenmerk auf der frist- und vertragsgerechten Umsetzung der Verträge. Gemeinsam mit der Verwaltung der Stadt Halle (Saale) sucht die WER Halle GmbH nach zusätzlichen Standplätzen und ist mit der Optimierung der bestehenden Standplätze beziehungsweise deren Entsorgung beschäftigt. Damit soll die Kundenfreundlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) gefestigt oder gar gesteigert werden. Für das Geschäftsjahr 2013 plant die WER Halle GmbH bei gegebener Liquidität ein Ergebnis von TEUR 4. Auch für das Jahr 2014 wird eine ähnliche Entwicklung erwartet. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 205 von 497 W+H Wasser- und Haustechnik GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Liebenauer Straße 130 06110 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH 26 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Planung, Installation, Betriebsführung, Wartung und Reparatur von haustechnischen Anlagen aller Art, die Bewirtschaftung von Zähl- und Messeinrichtungen der Ver- und Entsorgungswirtschaft sowie die Bewirtschaftung von Versorgungsanlagen einschließlich deren baulicher Hüllen. Öffentlicher Zweck: Als Unternehmen, welches sich auf dem Gebiet der Abwasserentsorgung und der Wasserversorgung betätigt, ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Dr. Gaudig, Lutz Kloß, Romy Kuschnik, Jens (bis 30.06.2012) (seit 01.07.2012) (seit 01.07.2012) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 206 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzende Misch, Werner Philipp, Lothar Nebelung, Barbara Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar Hilbig, Stefan Hildebrandt, Roland Krause, Johannes Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias (seit 21.09.2012) (bis 30.06.2012) (seit 27.09.2012 stellv. Vorsitzende) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 29 69 2 2010 % 21 77 2 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 224 545 16 T€ 239 866 19 T€ 238 755 23 % 24 74 2 T€ -15 -321 -3 % -6 -37 -16 Bilanzsumme 785 100 1.124 100 1.016 100 -339 -30 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 225 296 264 % 29 38 33 T€ 225 238 661 % 20 21 59 T€ 225 228 563 % 22 23 55 T€ 0 58 -397 % 0 24 -60 Bilanzsumme 785 100 1.124 100 1.016 100 -339 -30 Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 207 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 4.094 134 1.490 2.004 60 390 0 0 284 215 -215 -0 7 62 -0 7 350 2011 T€ 4.761 174 2.021 2.074 61 423 1 0 357 2010 T€ 3.952 110 1.277 2.023 56 346 0 0 360 2 -2 -0 7 351 0 0 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,50 27,43 121 74 47,41 2011 7,35 155,89 411 87 42,03 2010 8,89 156,39 407 75 49,80 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 28,51 28,60 71,40 31.12.2011 21,24 19,98 80,02 31.12.2010 23,46 22,10 77,90 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Beglaubigung von Wasserzählern Jahresstichtagsablesungen operativer Zählerwechsel turnusmäßiger Zählerwechsel 31.12.2011 9.993,00 9.455,00 1.200,00 7.960,00 31.12.2010 8.728,00 8.813,00 899,00 8.049,00 Angaben in Ver- und Entsorgung A n A z n A a z n A h a z n l h a z l h a l h l 10.063,00 10.400,00 1.150,00 8.130,00 Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 208 von 497 e) Lagebericht Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 %-Punkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 %-Punkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 auf 2010 betrug 808 Einwohner. Veränderungen von Rahmen- und Marktbedingungen Die W + H Wasser- und Haustechnik GmbH (W + H) wurde mit dem Gesellschaftsvertrag vom 14. Dezember 1998 gegründet. Sie ist ein 100 %-iges Tochterunternehmen der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) und nahm am 1. Januar 1999 ihre operative Tätigkeit mit einem Meister und 9 gewerblichen Mitarbeitern der ehemaligen Zählerwerkstatt der Hallesche Wasser und Abwasser GmbH (HWA) auf. Am 1. Juli 2000 stellte die W + H 15 ehemalige Mitarbeiter der Energie- und Haustechnik GmbH ein. Entsprechend einer Vereinbarung vom 1. Dezember 2003 wurden, beginnend mit dem 1. Dezember 2003, stufenweise 14 Mitarbeiter der HWA übernommen. Am 1. Dezember 2003 und am 1. März 2004 übernahm die W + H jeweils 6 Mitarbeiter der HWA, nunmehr HWS. Der Sitz der Gesellschaft ist: Liebenauer Str. 130 06110 Halle (Saale) Lange Str. 17 06110 Halle (Saale) Harzgeroder Str. 57 06124 Halle (Saale) Kaiserslauterer Str. 06132 Halle (Saale) Niederlassungen: Gegenstand: Beschaffung, Eichung und Prüfung sowie Installation und Wechsel von Haus- und Wohnungswasserzählern. Die Gesellschaft kann ferner Wasserzählerdaten erfassen, aufbereiten und an den Wasserversorger übermitteln. Planung, Installation, Betriebsführung, Wartung und Reparaturen von haustechnischen Anlagen aller Art, die Bewirtschaftung von Zähl- und Messeinrichtungen der Ver- und Entsorgungswirtschaft sowie die Bewirtschaftung von Versorgungsanlagen einschließlich deren baulicher Hüllen. Die HWS und die W + H haben mit Wirkung vom 1. Januar 2000 für einen Zeitraum von zunächst sechs Jahren einen Rahmenvertrag über die komplette Wasserzähler- und Standrohrbewirtschaftung im Versorgungsgebiet der HWS abgeschlossen. Der Rahmenvertrag wurde im Jahr 2003 neu gefasst. Im Dezember 2011 wurde einer Verlängerung des Rahmenvertrages um weitere 6 Jahre bis zum 31. Dezember 2017 zugestimmt. Entsprechend der Vereinbarung vom 25. Juni / 4. Juli 2003 zwischen der HWS und der W + H wurden die mit der Bewirtschaftung der Standrohre verbundenen Geschäftsaktivitäten ab 1. Juli 2003 auf unbestimmte Zeit von der HWS auf die W + H übertragen. Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 209 von 497 Gemäß dem am 11. Dezember 2003 zwischen HWS und W + H unterzeichneten Rahmenvertrag erstellt die W + H für die HWS ab 1. Januar 2004 auch Trinkwasser-hausanschlüsse. Zwischen der W + H und der HWS besteht seit dem 1. Januar 1999 auf unbestimmte Zeit ein Dienstleistungsvertrag über die kaufmännische Betriebsführung der W + H. Dieser Vertrag wurde im Jahr 2003 neu gefasst und stetig fortgeschrieben. Seit dem 13. Oktober 2006 ist die W + H als DVGW Fachunternehmen GW 301, Gruppe W3:pe Wasserleitungen, zertifiziert. Am 8. April 1999 erfolgte die Eintragung in die Handwerksrolle als Installateur und Heizungsbauer. Dadurch ist das Unternehmen in die Lage versetzt worden, seine Leistungen auch gegenüber Drittkunden anzubieten. Die Geschäftsfelder der W + H, Bewirtschaftung der Hauptsammelkanäle in der Stadt Halle (Saale), die Wartung und Instandhaltung von Fernwärmestationen der EVH GmbH und einer Reihe von Wohnungsunternehmen, Wasserzähler- und Standrohrbewirtschaftung sowie Tief- und Rohrleitungsbau wurden auch im Geschäftsjahr 2012 weiterentwickelt. Im Mai 2010 wurde mit der Bäder Halle GmbH (BHG) ein Betriebsführungsvertrag geschlossen, der im August 2010 präzisiert und neu gefasst wurde. Dieser Vertrag beinhaltet die Betriebsführung, Wartung und Instandhaltung der technischen Anlagen der BHG. Die Koordinierung aller Maßnahmen sowie der Techniker der BHG erfolgt ebenfalls über die W + H. Dieses Vertragsverhältnis wurde auch im Jahr 2012 fortgesetzt. Das Risikomanagement der W + H ist in das Risikomanagement der Stadtwerke Halle GmbH integriert. 1 Geschäftsverlauf und Geschäftslage Kurzübersicht der Geschäftstätigkeit 2012  Bewirtschaftung des Zählerbestandes der HWS (50.164 Stück) ca. 8.130 Stück turnusmäßiger Zählerwechsel ca. 1.150 Stück operative Zählerwechsel Regenerierung von Großwasserzählern Qn 15 – Qn 150 (98 Stück) Bewirtschaftung des Standrohrbestandes der HWS Beglaubigung von Wasserzählern bis Qn 60 für die HWS (10.063 Stück) Befundprüfung von Wasserzählern (166 Stück) Installationsleistungen Wasser für Drittkunden (Kundenanlagen) Jahresstichtagsablesung von 10.400 Zählern November / Dezember für die HWS Bewirtschaftung von ca. 7.412 Stück Zählern für Abwassergebührenminderung der HWS Sammelkanal Bewirtschaftung Fernwärmeservice Neubau (21 HAST, 10 Übergabestellen, 5 Primär-Anschlüsse, 1 WÜST-Umbau, WWZ 2, Heizungs-Umbau 0, 7 Umbau Messstrecke, 0 Strangsanierung, 1 Umbau WW-Modul, 25 Änderung Anschlusswert) Fernwärmeservice Bewirtschaftung (678 HAST) Installationsleistungen Warmwasser / Heizung für Drittkunden (Kundenanlagen) Errichtung von Hausanschlüssen Wasser sowie Realisierung von Kleininvestitionen im Bereich Wassernetze im Auftrag der HWS Koordinierung bzw. Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen der Bäder Halle GmbH              Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 210 von 497 Umsatz- und Auftragsentwicklung Gegenüber 2011 sind die Umsatzerlöse um TEUR 667 auf TEUR 4.094 gesunken. Die Umsatzreduzierung im Geschäftsjahr 2012 ist insbesondere bei den Umsatzerlösen der Sparten Hausanschlüsse, Sammelkanal und Haustechnik zu verzeichnen. Diese resultieren aus nicht erbrachten geplanten Leistungen, die vor allem durch eine schwankende Auftragslage, ungünstige Witterungsbedingungen in den Wintermonaten 2012 sowie verstärkten krankheitsbedingten Ausfällen von Mitarbeitern begründet sind. Die Umsatzerlöse mit Dritten betrugen TEUR 1.238 und lagen damit um TEUR 344 unter dem Vorjahresniveau. Personal Zum Stichtag 31. Dezember 2012 waren im Unternehmen 59 Mitarbeiter (Vorjahr: 57) beschäftigt. Zudem waren 2 geringfügige Beschäftigte für das Unternehmen tätig. Um zukünftig die Altersstruktur der Mitarbeiter und somit die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu optimieren, wurden Rückstellungen für Personalanpassungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 215 gebildet. Investitionen Im Jahr 2012 wurden Investitionen (insgesamt TEUR 55) vor allem in mobile Technik und Ausrüstungen getätigt. Finanzlage der Gesellschaft Im Jahr 2012 konnte ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von TEUR 284 erwirtschaftet werden. Nach Berücksichtigung von Rückstellungen für personelle Anpassungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 215 und Steueraufwendungen von TEUR 7 ergibt sich ein abschließendes Jahresergebnis von TEUR 62. Dieses Ergebnis wird in voller Höhe an die HWS abgeführt. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 79 (Vj.: TEUR 513). Der kurzfristige Liquiditätsstatus (kurzfristige Aktiva - kurzfristige Schulden) hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 18 auf TEUR +3 verbessert. Die Liquidität des Unternehmens war während des gesamten Geschäftsjahres gegeben. 2 Nachtrags- und Prognosebericht Die W+H hat ein Jahresergebnis nach Berücksichtigung von Rückstellungen für personelle Anpassungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 62 erzielt. Aufgrund des hohen Altersdurchschnittes der Mitarbeiter ist durch personelle Anpassungsmaßnahmen zukünftig eine Optimierung der Altersstruktur vorgesehen. Um die Geschäftsentwicklung auch im Jahr 2013 und in den folgenden Jahren fortzusetzen und zu erweitern, muss sich das Unternehmen weiter stabilisieren und expandieren. Zukünftig wird auch eine Übernahme weiterer Leistungen innerhalb der SWH – Gruppe angestrebt. Dafür sollen die Aktivitäten in den Bereichen Hausanschlusswesen, Wasser, Sammelkanäle und Haustechnik verstärkt bzw. erweitert werden. Die Erweiterung des Leistungsspektrums ist vor allem auf dem Gebiet der Energiedienstleistungen, des Zählermanagements sowie im Ausbau der Tiefbauleistungen im Stromund Gasbereich vorgesehen. Zur Stabilisierung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft trägt weiterhin der im Dezember 2011 verlängerte Rahmenvertrag zwischen der HWS und der W+H über die komplette Wasserzähler- und Standrohrbewirtschaftung im Versorgungsgebiet der HWS bei. Das Ende der Vertragslaufzeit wurde auf den 31. Dezember 2017 festgesetzt. Um die bis zum heutigen Zeitpunkt entwickelte Leistungsfähigkeit der Gesellschaft weiter zu verbessern, wurde der am 11. November 1999 zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der W + H und der Gewerkschaft Öffentliche Dienste – Transport und Verkehr – Kreisverwaltung Halle (Saale) abgeschlossene Tarifvertrag mit den wesentlichen Bestandteilen der leistungsbezogenen Entlohnung (80 % bis 110 %), flexibler Arbeitszeitregelung sowie einer Jahressonderzahlung für jeden Mitarbeiter bei Übererfüllung der Planvorgaben geändert. Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 wurde mit der Ver.di ein neuer Tarifvertrag geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt gilt eine einheitliche Vergütungstabelle ohne automatische Steigerungsmöglichkeiten aufgrund der Betriebszugehörigkeit sowie eine geänderte leistungsbezogene Entlohnung (80 % bis 115 %). Mit Wirkung zum 01. Januar 2012 trat ein neuer Änderungsvertrag mit Ver.di in Kraft, der eine Laufzeit von 2 Jahren hat und eine Tarifsteigerung von 3,4 % ab 01.01.2012 und 2,1 % ab 01. April 2013 vorsieht. Es ist vorgesehen, mit Wirkung zum 01.01.2014 einen neuen Tarifvertrag in der W+H einzuführen. Die Vertragsverhandlungen hierzu werden derzeit geführt. Für das Jahr 2013 ist ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 350 geplant. Auch für das Jahr 2014 wird eine analoge Entwicklung erwartet. Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 211 von 497 Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres nicht ereignet. 3 Risikobericht Bestandsgefährdende Risiken oder sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage liegen zurzeit nicht vor. Seitens der Bäder Halle GmbH wurde der Hinweis auf die bevorstehende Kündigung des Vertrages über die technische Betriebsführung zwischen der W+H GmbH und der Bäder Halle GmbH zum 01.05.2013 gegeben. Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 212 von 497 3.3 VERKEHR Verkehr Seite 213 von 497 Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Flugplatz 12 06188 Landsberg, OT Oppin Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 1.000 T€ Landkreis Saalekreis Stadt Halle (Saale) Mitteldeutsche Baustoffe GmbH Stadt Landsberg, OT Oppin Gemeinde Petersberg, OT Brachstedt 411 411 158 14 6 % 41,10 41,10 15,80 1,40 0,60 Gegenstand des Unternehmens: Betrieb und Ausbau des Flugplatzes Halle/Oppin. Öffentlicher Zweck: Flughäfen sind Dreh- und Angelpunkte der Logistik. Alle größeren Unternehmen im Gemeindegebiet sind auf die Frachtmöglichkeiten angewiesen. Der öffentliche Zweck ist daher in der Standortsicherung und der Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Scherbel, Renate Aufsichtsrat Vorsitzende stellv. Vorsitzender Kleine, Gabriele Neumann, Wolfram Bauersfeld, Martin Bichoel, Knut Eigenwillig, Steffen Frischmuth, Bernd Krause, Hans-Jürgen * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 214 von 497 Aufsichtsrat Müller, Peter Nölle, Ludger d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 89 11 0 2010 % 89 11 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.906 245 5 T€ 1.983 240 6 T€ 2.044 187 3 % 92 8 0 T€ -77 5 -1 % -4 2 -17 Bilanzsumme 2.156 100 2.229 100 2.234 100 -73 -3 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus öffentlicher Förderung Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Passive latente Steuern T€ 1.056 189 16 808 1 86 % 49 9 1 37 0 4 T€ 959 201 19 982 3 65 % 43 9 1 44 0 3 T€ 905 219 19 1.033 3 55 % 41 10 1 46 0 2 T€ 97 -12 -3 -174 -2 21 % 10 -6 -16 -18 -67 32 Bilanzsumme 2.156 100 2.229 100 2.234 100 -73 -3 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 581 9 125 257 88 209 0 37 124 21 6 97 97 2011 T€ 590 3 92 241 86 243 0 45 70 10 6 54 54 2010 T€ 577 10 100 249 84 262 0 51 41 -5 6 40 40 Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 215 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 16,71 10,13 186 89 35,94 2011 9,12 5,95 140 86 35,16 2010 6,99 4,67 124 86 36,28 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 88,38 48,97 51,03 31.12.2011 88,95 43,01 56,99 31.12.2010 91,48 40,49 59,51 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Flugbewegungen durchschnittlicher Flugbewegung Kraftstoffverkauf Erlös 31.12.2011 31.071,00 3,53 674.923,00 31.12.2010 24.451,00 3,81 608.258,00 Angaben in A je n E 28.979,00 3,78 681.079,00 Anzahl EUR Liter z U a R L h i l t e r Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 216 von 497 e) Lagebericht 1. Geschäftsverlauf Die in den letzten Jahren zu verzeichnende positive Entwicklung der Allgemeinen Luftfahrt mit den Bestandteilen Geschäftsreiseflugverkehr, Luftrettung, Werkflugverkehr, Schul- und Transportflügen hielt am Verkehrslandeplatz Halle/Oppin auch im Jahr 2012 an und führte wiederum zu stabilen Flugbewegungszahlen. Angesichts zunehmender internationaler Verflechtungen steht die schnelle Erreichbarkeit entfernter Ziele weiter im Focus der Nutzer unseres Flugplatzes. Aber auch die theoretische und praktische Ausbildung von Privatpiloten für Flugzeuge und Hubschrauber ist am Flugplatz Halle/Oppin ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Die hervorragenden Flugbewegungszahlen des Vorjahres wurden zwar nicht erreicht, mit 28.979 Flugbewegungen im Jahr 2012 konnte der Durchschnitt der Vorjahre dennoch übertroffen werden. Trotz geringerer Flugbewegungszahl liegt der Erlös pro Flugbewegung im Jahr 2012 mit 3,78 Euro über dem des Jahres 2011 mit 3,53 Euro. Dies resultiert u. a. aus der Erhöhung der Landegebühren ab 01.09.2012 um durchschnittlich 5 %. Die Kraftstoffverkäufe lagen mit 681.079 Litern um 6.156 Liter über den Vorjahresverkäufen. Dies ist vorwiegend in einer Erhöhung der Anzahl der Hubschrauberbewegungen begründet und führte zu einem leichten Anstieg der Provision aus Kraftstoffverkäufen. (2011 - 58,1 T€, 2012 - 58,7 T€). Bei den am Flugplatz ansässigen Firmen gab es im Jahr 2012 strukturell keine Veränderungen, es wird konstruktiv zusammengearbeitet, um für alle Beteiligten Stabilität in der täglichen Arbeit und für die Perspektive zu sichern. Die von der Firma Air Lloyd/MCO für 2012 vorgesehenen Baumaßnahmen zur Errichtung eines Verwaltungs- und Bürogebäudes wurden noch nicht umgesetzt, der Bauantrag ist erst am Ende des Jahres eingereicht worden, so dass die Bauarbeiten nun im Jahr 2013 zu erwarten sind. Für den Flugplatz Halle/Oppin sind in diesem Zusammenhang die langfristige Bindung der Firma und sich daraus ergebende Erlöse von besonderer Bedeutung. Da die rechtliche Wirksamkeit des im Jahr 2011 erfolgten Grundstücksverkaufs an die Firma MCO erst mit Zahlung des Kaufpreises am 19.01.2012 eintrat ist hier in 2012 eine entsprechende Auswirkung auf das Betriebsergebnis gegeben. 2. Vermögens-, Finanz-, Ertragslage Wie bereits in den vergangenen Jahren waren auch im Jahr 2012 die Erlöse aus der Vermietung und Verpachtung vorhandener Immobilien eine wichtige Einnahmequelle. Die Vermietung der vorhandenen Objekte über lang- und mittelfristige Verträge sichert eine relativ stabile Erlösposition. Lediglich im Wohnblock ist die Vermietungssituation weiterhin angespannt. Am Jahresende standen insgesamt 9 Wohnungen leer, was einem Leerstand von 22,5 % entspricht. Nach wie vor wird jedoch davon ausgegangen, dass im Zuge des demografischen und wirtschaftlichen Wandels in den kommenden Jahren, die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wieder steigen wird. Die zurzeit leerstehenden Wohnungen, teilweise noch auf DDR-Standard, werden deshalb vorwiegend von den Mitarbeitern der Flugplatzgesellschaft instand gesetzt. Zu Beginn des Jahres 2013 liegen wieder Wohnungsanfragen vor, zwei Neuverträge konnten abgeschlossen werden. Im Zusammenhang mit der Nutzung von Parkplätzen durch die Gaststätte „Schnitzel-Tower“ wurde im Haushaltsjahr 2012 eine Erhöhung der Pacht umgesetzt. Die Gaststätte erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und bringt vor allem den Rundflugunternehmen und damit auch dem Platz an sich, einen guten Kundenzulauf. Trotz bundesweit teils stark gestiegener Gaspreise sind im Jahr 2012 die Ausgaben in dieser Position nur um 1,2 % gestiegen. Dies ist sowohl auf einen günstigen Gasvertrag, den Wohnungsleerstand, Sparsamkeit der Mieter als auch einen relativ milden Winter 2011/2012 zurückzuführen. Vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2012 Fördermittel in Höhe von rund 8,7 T€ bewilligt. Mit diesen Mitteln war es u.a. möglich, bestehende Auflagen, im Rahmen der Umsetzung des Luftsicherheitsgesetzes, wie die Anschaffung eines Schließsystems für die Abstellhallen, Alarmsicherung für die Räume der Flugplatzgesellschaft und die Erweiterung der Zaunanlagen, zu erfüllen. Die für 2012 geplante Sanierung des Daches vom PKW-Garagenkomplex wurde durchgeführt, ebenso die Sanierung der Westwand des Verwaltungsgebäudes fertiggestellt. Die Tilgung der von den Gesellschaftern Stadt Halle und Saalekreis zum 30.09.2008 jeweils in Höhe von 60 T€ gewährten Darlehen wurde im Jahr 2012 planmäßig abgeschlossen. Die Tilgung der übrigen 5 langfristigen Darlehen verläuft ebenfalls kontinuierlich, so dass Ende des Jahres 2017 der überwiegende Teil dieser Verbindlichkeiten getilgt sein wird. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 217 von 497 Die Liquiditätssituation der Gesellschaft hat sich im Jahr 2012 stabil entwickelt. Steigerung der Umsatzerlöse und strengste Sparsamkeit müssen jedoch weiter oberstes Gebot in der täglichen Arbeit bleiben, damit die anstehenden Aufgaben gelöst und die positive Entwicklung fortgeführt werden können. 3. Chancen, Risiken, zukünftige Entwicklung In den letzten Jahren blieben immer wieder auftretende Nachfragen nach Abstellplätzen für Flugzeuge, mangels vorhandener Kapazität, leider meist negativ beantwortet und so gingen dem Platz potenzielle Kunden verloren. Seit Ende des Jahres 2011 und verstärkt im Jahr 2012 haben sich Gesellschafter, Aufsichtsrat und Geschäftsführung in gemeinsamer Verantwortung dafür eingesetzt, dass eine weitere Abstellhalle gebaut werden kann. Ein entsprechendes Konzept und die Schaffung der notwendigen finanziellen Voraussetzungen konnten so gemeinsam geklärt werden und im Jahr 2013 sollen nunmehr die Baumaßnahmen beginnen. Mit der Realisierung dieser Maßnahme wird davon ausgegangen, dass sich der Flugbetrieb und die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft auf lange Sicht weiter stabilisieren. Hinzu kommen eine positive Auswirkung auf die Infrastruktur der Region und eine Erhöhung der Attraktivität des Flugplatzes. Im Bereich Luftaufsicht wurde die Personalstruktur leicht verändert – eine von zwei geringfügigen Beschäftigungen umgewandelt in Abrechnung entsprechend anfallender Stunden. Die Änderung wurde erforderlich, um bei Krankheit bzw. Urlaub die Einsatzzeiten flexibler gestalten zu können. 4. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung lagen nach dem Abschlussstichtag nicht vor. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 218 von 497 Hallesche Verkehrs-AG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Freiimfelder Straße 74 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: AG 51.200 T€ Stadtwerke Halle GmbH 51.200 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der öffentliche Personennahverkehr mit Straßenbahn, Omnibussen, Mietwagenverkehr mit Omnibussen, Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen sowie die Errichtung und der Betrieb von Einrichtungen des ruhenden Verkehrs (Parkhäuser etc.) Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Unternehmen die dem öffentlichen Verkehr dienen, sind explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Vorstand Technischer Vorstand Kaufmännischer Vorstand Schwarz, Vinzenz Pietsch, René Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias Girard, Francois (seit 01.11.2012) (bis 30.06.2012) (seit 01.07.2012) (bis 30.11.2012) Aufsichtsrat Vorsitzender stellv. Vorsitzender Geier, Egbert Richter, Ulrich Dr. Wöllenweber, Hans-Dieter Haupt, Hanna Heft, Frank Uwe Menn, Christoph Philipp, Lothar Sänger, Frank Thielemann, Dirk Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 219 von 497 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 17 31.12.2010 T€ 16 Aufsichtsrat 16 c) Beteiligungen unmittelbar beka GmbH Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH T€ 2 8 15 13 26 % 0,63 10,95 51,00 50,00 51,00 mittelbar beka ebusiness GmbH Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH T€ 1 1 % 0,50 0,87 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 95 5 0 0 2010 % 93 7 0 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Aktiver Unterschiedsbetrag Vermögensverrechnung aus der T€ 309.505 15.425 153 263 T€ 312.036 23.664 184 303 T€ 311.654 26.950 251 192 % 92 8 0 0 T€ -2.531 -8.239 -31 -40 % -1 -35 -17 -13 Bilanzsumme 325.346 100 336.187 100 339.047 100 -10.841 -3 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen Dritter Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 83.583 195.094 13.355 28.124 5.190 % 26 60 4 9 1 T€ 83.583 200.639 15.521 31.088 5.356 % 25 60 5 9 1 T€ 83.583 200.858 18.051 31.906 4.649 % 25 59 5 10 1 T€ 0 -5.545 -2.166 -2.964 -166 % 0 -3 -14 -10 -3 Bilanzsumme 325.346 100 336.187 100 339.047 100 -10.841 -3 Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 220 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Zuschüsse Gesellschafter sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust und 37.696 220 14.245 1) 2011 T€ 38.514 310 12.551 25.198 29.788 7.896 24.082 8.306 0 141 65 1.4093) 3.066 0 0 0 66 0 3.000 2010 T€ 36.575 253 11.6834) 24.621 30.350 9.500 25.342 11.9195) 0 141 1.0556) 772 -2.113 85 9.4217) -9.336 59 11.508 0 26.540 28.438 8.025 22.784 11.1262) 0 141 14 1.035 -64 0 0 0 65 129 0 0 0 0 0 0 0 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) inkl. Zuschüsse auf Folgekosten von nicht aktivierungsfähigen Verkehrsbaumaßnahmen (2012: 2.327 T€) inkl. Aufwand aus Folgekosten von nicht aktivierungsfähigen Verkehrsbaumaßnahmen (2012: 2.327 T€) inkl. Aufwand aus Aufzinsung für Restrukturierungsmaßnahmen und Drohverlustrückstellung Tiefgarage Charlottencenter (2011: 508 T€) inkl. Erträge aus vorzeitiger Auflösung der Crossing-Border-Leasingtransaktion (2010: 1.091 T€) inkl. Drohverlustrückstellung Tiefgarage Charlottencenter (2010: 3.336 T€) inkl. Erträge aus der Aufzinsung für Restrukturierungsmaßnahmen und Drohverlustrückstellung Tiefgarage Charlottencenter (2010: 1.035 T€) inkl. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen (2010: 9.200 T€) cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -0,34 -0,15 7.896 72 54,52 2011 7,79 3,59 10.896 68 57,98 2010 -31,47 -13,77 -2.008 62 62,56 Angaben in % % T€ T€ % Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 221 von 497 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 93,68 25,69 74,31 31.12.2011 91,49 24,86 75,14 31.12.2010 90,68 24,65 75,35 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Beförderte Personen Fahrplan-km Nutz-Wagen-km Personen-km Platz-km 31.12.2011 53.538,39 8.999,78 10.811,85 331,15 1.300,19 31.12.2010 55.565,76 9.308,00 11.121,52 343,21 1.327,05 Angaben in i n i n i 1 n i . 1 n 0 i . 1 0 n 0 . M 0 0 0 i M 0 0 o i 0 . o . 52.939,66 8.838,70 10.666,41 328,81 1.270,23 in 1.000 in 1.000 in 1.000 in Mio. in Mio. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 222 von 497 e) Lagebericht 1. a) Geschäftstätigkeit Rahmenbedingungen - Wirtschaftliches Umfeld Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %), vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr weniger zugelegt haben, als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 %-Punkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentunkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in SachsenAnhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 auf 2010 betrug 808 Einwohner. Eine wesentliche Basis für das unternehmerische Handeln der HAVAG bildete auch im Jahr 2012 der mit der Stadt Halle (Saale) und der Verwaltungsgesellschaft für Versorgungs- und Verkehrsbetriebe der Stadt Halle (Saale) mbH (VVV) (durch Verschmelzung mit der Stadtwerke Halle GmbH seit 21. September 2009 Stadtwerke Halle GmbH) abgeschlossene bzw. fortgeschriebene Verkehrsbedienungsfinanzierungsvertrag (VBFV), welcher die Zielsetzungen des Nahverkehrsplanes der Stadt Halle (Saale) weiter untersetzt und die Finanzierung des von der HAVAG durchgeführten ÖPNV unter Beachtung der beihilferechtlichen Anforderungen gemäß der vier Kriterien des EuGH-Urteils in der Rechtssache Altmark Trans regelt. Mit der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 (VO 1370/2007), die am 03.Dezember 2009 in Kraft gesetzt wurde, wurde ein neuer Rechtsrahmen für die Vergabe und Finanzierung öffentlicher Personenverkehrsleistungen geschaffen. Durch die Inkraftsetzung eines novellierten Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) zum 01. Januar 2013 wurde nunmehr auch das nationale Recht an die Vorgaben der VO 1370/2007 angepasst. Der VBFV fällt unter die Bestandsschutzregelung gemäß Artikel 8 (3) der EG-Verordnung. Die Vertragsinhalte des VBFV entsprechen den Anforderungen der neuen Verordnung (EG) 1370/2007. Das Verfahren zur Gewährung von Ausgleichsleistungen muss gemäß Anhang Punkt 7 einen Anreiz zur Aufrechterhaltung oder Entwicklung einer wirtschaftlichen Geschäftsführung mit ausreichend hoher Qualität der Verkehrsleistung bieten. Durch die Erfüllung der vier anspruchsvollen Altmark-Trans-Kriterien stellt die HAVAG die Einhaltung der beihilferechtlichen Anforderungen sicher. Trotz der schwierigen äußeren Rahmenbedingungen (Steigerung der Energiepreise und –kosten (Fahrstrom: ca. +6,2 %; Dieselkraftstoff: ca. +47,2 %), Rückgang der Beförderungsfälle (-1,1 %) usw.) wäre der für das Jahr 2012 geplante Zuschussbedarf in Höhe von T € 22.785 erreicht bzw. unterschritten worden. Im Rahmen der Trennungsrechnung gemäß VBFV wurde auf Basis der tatsächlichen Aufwendungen und Erträge für das Geschäftsjahr 2012 ein Verlust in Höhe von T € 129 ermittelt, welcher über den mit der Stadtwerke Halle GmbH abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag ausgeglichen wird. Dieser Verlust ist insbesondere damit zu begründen, dass zum Jahresabschluss 2012 das Testat für den betriebsindividuell ermittelten Schwerbehindertenquotienten noch nicht vorlag und deshalb aus kaufmännischer Vorsicht der Pauschalwert des Landes Sachsen-Anhalt für das Jahr 2011 (2,55 %) in die Berechnung des voraussichtlichen Erstattungsanspruchs nach § 148 SGB IX einbezogen wurde. Von wesentlicher Bedeutung ist jedoch, dass die im VBFV für das Jahr 2012 vereinbarten Sollkosten, die denen eines „durchschnittlich gut geführten“ Unternehmens gemäß des 4. Kriteriums des EuGH-Urteils vom 24. Juli 2003 entsprechen, im Ist deutlich unterschritten wurden. Mit dem Ausscheiden der Herren Pietsch und Girard zum 30. Juni 2012 bzw. 30. November 2012 erfolgte ein Wechsel auf der Vorstandsebene der Halleschen Verkehrs-AG. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 223 von 497 Zum 01. Juli 2012 wurde Herr Prof. Dr.-Ing. Matthias Krause als Vorstand der Halleschen Verkehrs-AG bestellt. Zum 01.November 2012 hat Herr Vinzenz Schwarz, welcher in der Aufsichtsratsitzung am 14. September 2012 zum Vorstand der Halleschen Verkehrs-AG bestellt wurde, seine Tätigkeit aufgenommen. Diese Personalentscheidungen wurden im Rahmen einer neuen Führungsstruktur der Stadtwerke Halle geschaffen, die klarer als bisher auf marktorientierte Geschäftsfelder ausgerichtet wird. Die wirtschaftliche Entwicklung der Beteiligungsunternehmen Servicegesellschaft Saale mbH, Saalebus GmbH sowie der OBS GmbH verliefen im Geschäftsjahr 2011 positiv. b) Angebots- und Nachfrageentwicklung Gegenüber dem Vorjahr ist für das Jahr 2012 eine Leistungsreduzierung im Straßenbahnbereich um -153,3 Tsd. Nutz-Zug-km (-2,7 %) bzw. um -137,7 Tsd. Nutz-Wagen-km (-1,8 %) zu verzeichnen. Diese ist im Wesentlichen auf die Reduzierung der Fahrtenzahlen auf den Linien 9 und 12 sowie auf die Baumaßnahme „Weiße Mauer“ in Merseburg und die damit verbundenen Kilometereinsparungen auf der Linie 5 zurückzuführen. Dem gegenüber stehen erhöhte Schienenersatzverkehrsleistungen im Busbereich (+66,5 Tsd. Nutz-Wagen-km). Der Rückgang der Nutz-Wagen-km Linienverkehr im Busbereich gegenüber dem Jahr 2011 um -74,1 Tsd. (-2,3 %) ist insbesondere mit den durchgeführten Angebotsoptimierungen zu begründen. Im Geschäftsjahr 2012 ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang der Fahrgastzahlen um -598 Tsd. (-1,1 %) auf 52,9 Mio zu verzeichnen, welcher im Wesentlichen wie folgt zu begründen ist:     Beförderungsrückgänge aufgrund der veränderten Gültigkeit der Schülerzeitkarte ab September 2011 (ca. -0,3 Mio), Rückgang der Nachfrage bei Zeitkarten im Ausbildungstarif und beim Schülerferienticket (ca. -0,2 Mio) aufgrund des weiteren Rückganges der Anzahl Schüler der oberen Klassen und der Anzahl Auszubildender, Nachfragerückgänge bei den Monatskarten und Abonnements für Jedermann sowie den Jobtickets (ca. -0,3 Mio), Rückgang der Beförderung von Schwerbehinderten und Übersteigern (ca. -0,1 Mio). Dem gegenüber stehen Fahrgastzuwächse (ca. +0,3 Mio) aufgrund der steigenden Anzahl der Studenten und des erhöhten Absatzes des Semestertickets sowie der verstärkten Nutzung von Sonderangeboten. Außerdem ist zu beachten, dass die in der „Woche der Mobilität“ (September 2012) aufgrund der kostenlosen Beförderung von Fahrgästen erzielten Zuwächse statistisch nicht erfasst worden sind und deshalb nicht in den Gesamtbeförderungsfällen enthalten sind. Für die Erbringung der Leistungen im ÖPNV standen im Jahr 2012 durchschnittlich 125 Straßenbahntrieb- und -beiwagen sowie 63 Omnibusse (45 eigene und 18 Subunternehmerfahrzeuge) zur Verfügung. c) Investitionstätigkeit Im Geschäftsjahr 2012 sind unter Verwendung von € 10,4 Mio Fördermitteln des Landes und des Bundes sowie Zuschüssen der Stadt Halle für Komplexmaßnahmen investive Leistungen in Höhe von € 17,3 Mio abgerechnet worden. Der Investitionsplan der HAVAG mit einem bestätigten Gesamtaufwand von € 17,9 Mio wurde mit 96,8 % erfüllt. Im Jahr 2012 wurde die 4. Anzahlungsrate für den Kauf von 12 Niederflurstraßenbahnen des Typs MGTK realisiert. Damit wurden an den Auftragnehmer Bombardier bereits € 23,3 Mio (davon 2012: € 4,1 Mio) gezahlt. Neben den planmäßig verfügbaren Fördermitteln des Landes (€ 1,6 Mio) wurden von der Stadt Halle € 0,8 Mio aus ÖPNV-Mitteln bereitgestellt. Die für 2012 geplante Lieferung von acht Fahrzeugen erfolgte jedoch noch nicht (Grund: Lieferverschiebung wegen nachträglichem Rampeneinbau zur Verbesserung der Barrierefreiheit). Für den Ersatz, die Erweiterung und die Modernisierung stationärer Technik (Videoschutz in Straßenbahnen, Maschinen/Ausrüstungen, Fahrkartentechnik, Hard- und Software, Betriebsaustattungen) innerhalb des eigenen Anlagevermögens wurden € 0,8 Mio verwendet. In die Fortschreibung des Investitionsplanes (Erneuerung Betriebsausstattungen) wurde der Ersatz der Dieselzapfsäulen aufgenommen. Durch die Modernisierung und Softwareanpassung wird jetzt eine temperaturkompensierte Abgabe und ein geschlossener Dieselkreislauf ohne Verluste erreicht. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 224 von 497 In Höhe von € 2,8 Mio wurden die Leistungen im Rahmen der Einführung des Digitalfunksystems sowie der Beschaffung von ITCS Bordrechnern für Busse und Bahnen abgerechnet. Das Digitalfunksystem wurde planmäßig in Betrieb genommen und abgerechnet. Der Serieneinbau der ITCS-Bordrechner für den Einsatz im Linienverkehr musste jedoch in das folgende Geschäftsjahr verschoben werden, da die Anpassung und Umstellung der Datenbankstrukturen als Basis für das neue System längere Zeit in Anspruch nahm als geplant. Weitergeführt wurde auch im Jahr 2012 der Um- und Ausbau der Infrastruktur im Betriebshof Freiimfelder Straße (€ 1,1 Mio) mit der endgültigen Anbindung der Gleise an die H.-v.-Gerlach-Str. inklusive der Fahrleitungs- und Masterneuerung (Außenanlagen). Die Finanzierung musste zu Lasten geplanter Leistungen für Gleisverschwenkung auf dem Südhof des Betriebshofes Freiimfelder Straße erfolgen, da die von der Stadt Halle (Saale) avisierten Zuweisungen aus dem ÖPNV-Gesetz (Stadtratsbeschluss vom November 2011) nicht bewilligt wurden. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit des Unternehmens waren im Berichtszeitraum wiederum die Gleisbauvorhaben wie:  die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Straßenbahn- und Verkehrsanlage in der Beesener Straße (1. – 3. Bauabschnitt) als Komplexmaßnahme Stadt Halle (Saale)/ HAVAG/Versorgungsunternehmen im November 2012 (€ 2,9 Mio), die Fertigstellung der letzten Bauabschnitte 14B – 14D (von A.-Schneider-Straße bis Endstelle Büschdorf) und die Gesamtinbetriebnahme des 3. Hauptabschnittes im Rahmen des Straßenbahnprojektes Halle / Neustadt – Riebeckplatz / Hbf. – Büschdorf (€ 3,1 Mio).  Mit der Inbetriebnahme der Straßenbahnanlage in der Delitzscher Straße wurde auch der Neubau des Bahnstromunterwerkes (BUW 26) Delitzscher Straße / Hochweg zur Versorgung der Verlängerungsstrecke freigegeben. Im Berichtsjahr 2012 wurden die Planungen für die Vorhaben in der 1. Stufe des Stadtbahnprogramms intensiviert (€ 1,6 Mio). Zur Sicherung der Baubeginne in 2013 (Ausbau Torstraße und Große Ulrichstraße) wurden mit Genehmigung des Landes Sachsen-Anhalt die Planungen bis zur HOAI Leistungsphase 7 beauftragt. Im Überlandbereich wurde der 1. Bauabschnitt des Ausbaus des Straßenzuges „Weiße Mauer“ planmäßig in Betrieb genommen. Baulastträger ist hier die Stadt Merseburg unter finanzieller Beteiligung des Landkreises Saalekreis (T € 70) und der HAVAG (T € 45). Außerdem wurden u.a. für den Ersatz von Bahnstromkabeln, die Neuverlegung eines Lichtwellenleiterkabels von der Delitzscher Straße bis zum Betriebshof Rosengarten, die Erneuerung von Fahrleitungsanlagen und optischen Fahrgastinformationssystemen € 0,5 Mio aufgewendet. d) Personal Um zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit der HAVAG im europäischen Maßstab zu sichern und eine weitere deutliche Reduzierung des Zuschussbedarfs zu erreichen, wurden im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit einer Unternehmensberatung wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen und –ziele erarbeitet und deren Umsetzung auch im Jahr 2012 fortgesetzt. Nach erfolgter Prozessoptimierung ist zur Kompensierung der Mehrbelastungen aus dem Auslaufen der Tarifverträge zur Reduzierung der Wochenarbeitszeit zum 31. Dezember 2012 ein Abbau von weiterem Personal erforderlich. Um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HAVAG einen Anreiz zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Unternehmen bzw. zum Abschluss von Altersteilzeitverträgen zu schaffen, wurde mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich/Sozialplan geschlossen. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 13 Aufhebungsverträge, 4 Altersteilzeitverträge sowie 130 Verträge zur Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit abgeschlossen. Im Zuge der schrittweisen Umsetzung der Personalkonzeption des Unternehmens (Altersteilzeit-, Teilzeit- und Abfindungsmodelle) sowie der stattgefundenen Betriebsübergänge zum SWH Konzern konnte der Personalbestand stichtagsbezogen zum 31. Dezember 2012 um 19 Personen inkl. Auszubildende (-2,5 %) gegenüber dem Vorjahresstichtag weiter reduziert werden. Die folgende Übersicht zeigt die Beschäftigtenzahlen jeweils zum Jahresende: Produktionspersonal Verwaltungs- und sonstiges Personal Auszubildende 31.12.2012 550 168 35 753 31.12.2011 559 179 34 772 Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 225 von 497 Die Anzahl der Vollbeschäftigten (VbE) – ohne Auszubildende – ist gegenüber dem Vorjahr stichtagsbezogen um 19,2 VbE gesunken. Das Arbeitszeitvolumen reduzierte sich gegenüber dem Jahr 1991 damit um 63,8 %. Die Fluktuationsrate lag im Jahr 2012 bei 5,7 %. Neun Auszubildende beendeten im Jahr 2012 ihre Ausbildung bei der HAVAG. Aufgrund ihrer positiven Prüfungsergebnisse und gemäß Betriebsvereinbarung konnten alle in ein befristetes Arbeitsverhältnis bzw. vier Auszubildende in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Im Jahr 2012 betrug das Durchschnittsalter der Mitarbeiter /-innen 46,3 Jahre und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit 24,5 Jahre. Die durchschnittliche Fehlzeit in Folge Krankheit lag 2012 bei 8,4 %. Der Tarifvertrag für Nahverkehrsbetriebe Sachsen-Anhalt (TV-N LSA) und der Entgelttarifvertrag zum TV-N LSA wurden zum 31. Dezember 2012 durch ver.di gekündigt. Derzeit laufen Tarifverhandlungen zu beiden Verträgen. Die Tarifverträge zur Herabsetzung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit für die Arbeitnehmer bzw. Straßenbahn- und KOM-Fahrer im Fahrdienst der Halleschen Verkehrs-AG sind zum 31. Dezember 2012 ausgelaufen. e) Forschung und Entwicklung Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) beteiligt sich die HAVAG seit mehreren Jahren am Forschungsprojekt Galileo Testfeld Sachsen-Anhalt. Ein Ziel ist es dabei, intelligente Navigations- und Kommunikationssysteme zu entwickeln, mit denen Verkehr und Logistik künftig leistungsfähiger, umweltverträglicher und sicherer gestaltet werden können. Die HAVAG leitet innerhalb des „Galileo Testfeldes Sachsen-Anhalt“ den Schwerpunkt Navigation und Verkehr. Innerhalb des Forschungsprojektes sichert die HAVAG damit die Interessen des ÖPNV ab. Insbesondere sollen die Grundlagen für die spätere Nutzung des Galileo-Satellitensystems im Zusammenhang mit dem ÖPNV geschaffen werden. Dieser Aspekt hat im Jahr 2012 an Wertigkeit zugenommen, da mit dem Aufbau eines neuen ITCS (Intermodal Transport Control System) begonnen wurde, in welches Erkenntnisse aus den satellitengestützten Messfahrten einfließen sollen. Da die HAVAG über ein Straßenbahnfahrzeug und einen Omnibus mit hochpräziser Satellitenortungstechnik verfügt, wurden im Jahr 2012 umfangreiche Messfahrten zur Aufnahme von Streckendaten (Haltestellenkoordinaten, Abstände zwischen den Haltestellen) durchgeführt. Des weiteren ist die HAVAG in Kooperation mit anderen Firmen bereits jetzt in der Lage, Aussagen über die zukünftige Genauigkeit des Galileo-Satellitensystems zu treffen. Auf Basis dieser Erkenntnisse können und werden Dienste für zukünftige Fahrgastinformationssysteme entwickelt werden. Außerdem wurden beim Galileo Testfeld Sachsen-Anhalt die Inventarisierung und Nachweisführung durch die OvGU bei der HAVAG geprüft. Des weiteren wurde durch den Landesrechnungshof eine Prüfung der Verwendung der ausgereichten Fördermittel durchgeführt. Seit November 2011 engagiert sich die HAVAG außerdem im Projekt „Elektromobilität“. Durch die Absichtserklärung Sachsen-Anhalts gegenüber dem Bund, gemeinsam mit Thüringen zum „Schaufenster Elektromobilität Mitteldeutschland“ zu werden, konnten sich die Partner aus Sachsen-Anhalt um Fördermittel des Bundes zur Einführung der Elektromobilität bewerben. Von den dreiundzwanzig eingereichten Projekten wurden fünf als förderwürdig eingestuft. Die SWH belegte im Antragsranking Platz fünf, tatsächlich gefördert wurden aber nur vier Projekte. Die SWH wurde durch den Bund aufgefordert, eine neue Projektskizze zum Thema Elektromobilität einzureichen. Neben der HAVAG wird sich auch die EVH gemeinsam als Stadtwerkekonzern beteiligen. In Bezug auf das Projekt ELMO I „Grüne Mobilitätskette“ erfolgte im Jahr 2012 die Projektskizzierung und nach positiver Rückantwort vom Bund der Projektantrag. ELMO I beinhaltet den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Arbeitsteilig wird die HAVAG den öffentlichen Bereich (Parkplätze, P+R-Plätze) mit Ladesäulen ausrüsten. Die EVH widmet sich den nichtöffentlichen bzw. halböffentlichen Bereichen, z.B. Ladesäulen auf Firmengeländen. Die HAVAG wird außerdem im Zusammenhang mit Elektromobilität neue Mobilitätsangebote im ÖPNV erstellen. Die EVH bearbeitet das Thema neue Finanzierungsmodelle und -konzepte für Elektrofahrzeuge. Ziel ist der Aufbau einer Elektroverkehrsinfrastruktur mit entsprechenden Fahrzeugen. Die Bestätigung durch den Bund für dieses Projekt ist zwingende Voraussetzung für eine ergänzende Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt. Hier sollen vorrangig entsprechende Hardware-Komponenten (Fahrzeuge, Ladesäulen) gefördert werden. Im Jahr 2012 begann die Projektskizzierung für das Projekt ELMO III “E-mobile Navigation“, die Anfang des Jahres 2013 abgeschlossen wird. Auch hier wird die HAVAG als SWH auftreten. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 226 von 497 ELMO III beinhaltet die Schaffung von Schnittstellen aus den Systemen der Fahrzeuge und der Ladeinfrastruktur zu e-mobilen Auskunftsdiensten. Das Land Sachsen-Anhalt errichtet zur Zeit das sogenannte Mobilitätsportal, in dem auch das Thema Elektromobilität verankert wird. Das Mobilitätsportal wird als universelles Auskunftsmedium zu allen Verkehrsarten unter besonderer Berücksichtigung des Themas Elektromobilität aufgebaut. Bei den Projekten ELMO I und ELMO III sind neben Partnern aus Sachsen-Anhalt (Fraunhofer Institut, OvGU und GWG) auch Partner aus dem Freistaat Thüringen involviert. f) Umweltschutz Mit der Entwicklung und Umsetzung von neuen, intelligenten Lösungen im Verkehrsmanagement im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsprojektes GALILEO sowie dem Engagement im Projekt „Elektromobilität“ leistet die HAVAG zugleich einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Mit ihrem leistungsstarken, attraktiven Nahverkehrsangebot bietet die HAVAG der Bevölkerung der Stadt Halle zudem eine umweltverträgliche Alternative zum motorisierten Individualverkehr (MIV), da öffentliche Verkehrsmittel Verkehrsströme bündeln und mit modernster Technik dazu beitragen, Emissionen zu senken. Um die Auswirkungen des ÖPNV auf die Umwelt möglichst gering zu halten und damit die Umweltvorteile des ÖPNV gegenüber dem MIV auch zukünftig zu sichern bzw. auszubauen, sind Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der Schallund Abgasemissionen, die durch den Straßenbahn- und Omnibusverkehr verursacht werden, sowie der Einsatz umweltfreundlicher Materialien und Technologien im Unternehmen unerlässlich. Zu den Schwerpunktaktivitäten bzw. -maßnahmen der HAVAG auf dem Gebiet des Umweltschutzes, zur Senkung des Energieverbrauches sowie zur Reduzierung der Schall- und Abgasemission zählen im Jahr 2012 insbesondere:       Betrieb einer modernen Photovoltaikanlage mit einer Nutzfläche von 1.800 qm und einer Nennleistung von 241,5 kWp auf dem Dach der neuen Straßenbahnabstellhalle, Einsatz und Neubeschaffung moderner Niederflurfahrzeuge mit Fahrstromrückspeisung, Teilnahme am stadtwerkeweiten Energiemanagementsystem zur Optimierung der Energieeffizienz, Mitarbeit in der Arbeitsgruppe der Stadtwerke zum betrieblichen Umweltschutz mit dem Ziel der Generierung von Synergieeffekten im konzernweiten Umweltschutz, Inbetriebnahme eines umweltfreundlichen Kleinteilereinigungssystems in der Hauptwerkstatt Straßenbahn, welches zur Erfüllung der Emissionsanforderungen nach VOC-Richtlinie beiträgt usw., Betrieb einer neuen Buswaschanlage, welche energieeffizientere und umwelt-schonendere Abläufe ermöglicht. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 227 von 497 2. a) Geschäftsverlauf Entwicklung der Erträge Erlöse aus Straßenbahn- und Busbetrieb Ausgleichszahlungen nach § 9 ÖPNV-G LSA Erstattungsleistungen nach § 148 SGB IX Ausgleichszahlungen für verbundbedingte Belastungen Erhöhtes Beförderungsentgelt / Sonstige Erlöse Linienverkehr Summe Erlöse Linienverkehr Übrige Umsatzerlöse / Erlöse aus Vermietung von Werbeflächen Umsatzerlöse Andere aktivierte Eigenleistungen Übrige Erträge Zahlungen des Gesellschafters zur Abdeckung der Aufwendungen (Betriebskostenzuschüsse) Betriebliche Erträge Ohne Betriebskostenzuschüsse 2012 T€ 31.236 3.515 807 2011 T€ 30.738 3.545 2.079 Veränderungen T€ % 498 1,6 -30 -1.272 -0,8 -61,2 958 958 0 0,0 581 37.098 653 37.973 -72 -875 -11,0 -2,3 598 37.696 220 14.400 541 38.514 310 12.757 57 -818 -89 1.643 10,6 -2,1 -28,9 12,9 22.784 75.101 52.317 24.082 75.662 51.580 -1.297 -561 736 -5,4 -0,7 1,4 Gemäß Verkehrsbedienungsfinanzierungsvertrag konnte der Zuschussanspruch gegenüber dem Gesellschafter im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um T € -1.297 bzw. -5,4 % reduziert werden. Die Betrieblichen Erträge der HAVAG – ohne Berücksichtigung der Betriebskostenzuschüsse – sind gegenüber dem Vorjahr um T € +736 bzw. +1,4 % gestiegen. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen mit dem Anstieg der übrigen Erträge (T € +1.643 bzw. +12,9%) zu begründen, welcher insbesondere auf die Erträge aus nichtaktivierungsfähigen Folgemaßnahmen aus Verkehrsbaumaßnahmen (T € 2.327), die entsprechende Aufwendungen unter der Position sonstige betriebliche Aufwendungen ausgleichen, sowie erhöhte Erträge aus Schadenersatz (T € +387), Vermietungen (T € +102) und Materialverkäufe (T € +140) zurückzuführen ist. Dem gegenüber stehen Ertragsrückgänge in den Positionen Erträge aus Abgang Anlagevermögen (T € -790) und Erträge aus Auflösung von Rückstellungen (T€ -658), die auf einmalige Sondereffekte im Vorjahr zurückzuführen sind. Insgesamt wurden im Jahr 2012 Umsatzerlöse in Höhe von T € 37.696 (Vorjahr: T € 38.514) erwirtschaftet. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr um T € -818 bzw. -2,1 % ist im Wesentlichen auf die Position Erstattungsleistungen nach § 148 SGB IX (T € -1.272 bzw. -61,2 %) zurückzuführen. Aufgrund der im Rahmen des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes durchgeführten Tarifanpassungen zum 01.08.2011 bzw. 01.08.2012 sind die Erlöse aus Straßenbahn- und Omnibusbetrieb trotz des Beförderungsrückganges gegenüber dem Vorjahr (-1,1 %) um T € 498 (+1,6 %) gestiegen. b) Kostensituation und Finanzlage der Gesellschaft Der Gesamtaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um T € -432 reduziert. Hierbei ist zu beachten, dass sowohl im Jahr 2012 als auch im Jahr 2011 wesentliche Sonderbelastungen zu verzeichnen waren. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 228 von 497 Ohne Berücksichtigung dieser Sonderbelastungen bzw. Sondereffekte sowie Aufwendungen aus Gewinnabführung hat sich der Gesamtaufwand gegenüber dem Vorjahr um T € 633 erhöht. Diese Entwicklung ist insbesondere auf Aufwandsbzw. Preissteigerungen bei der Antriebsenergie (T € 497), bei der sonstigen Energie (T € 45), den Fremdleistungskosten (T € 861), den Abschreibungen (T € 129) sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T € 530) zurückzuführen. Dem gegenüber stehen Aufwandsreduzierungen beim sonstigen Materialverbrauch (T € -57) und dem Personalaufwand (T € -1.350). Die erhöhten Fremdleistungskosten (T € +861) sind insbesondere auf die Steigerung der Fremdleistungskosten der Subunternehmer (T € +452) aufgrund der Übernahme zusätzlicher Leistungen im Linien- und Schienenersatzverkehr sowie Preissteigerungen zurückzuführen. Die Fremdleistungskosten für Instandhaltung erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr insbesondere in der Straßenbahninstandhaltung um T € +646. Diese Entwicklung ist damit zu begründen, dass in 2012 erhöhte Fremdleistungskosten (ca. T € 553) für die Behebung eines Unfallschadens an zwei Fahrzeugen vom Typ MGT K angefallen sind, welche durch entsprechende Versicherungsleistungen (Erträge Schadenersatz) ausgeglichen wurden. Die Reduzierung des Personalaufwandes um T € -1.350 gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere mit dem Personalabbau im Zuge der Umsetzung der Personalkonzeption zu begründen. Eine weitere Begründung für diese Entwicklung sind Aufwandsverschiebungen zwischen den Positionen Personalaufwand und sonstiger betrieblicher Aufwand im Zuge der stattgefundenen Betriebsübergänge zum Stadtwerkekonzern. Die vergleichbare Kostendeckung - ohne Berücksichtigung der Betriebskostenzuschüsse, der Erträge aus Verlustübernahme bzw. Aufwendungen aus Gewinnabführung sowie wesentlicher periodenfremder bzw. einmaliger Sondereffekte (Erträge und Kosten) – ist von 68,4 % im Vorjahr auf 68,8 % im Jahr 2012 gestiegen. Die Liquidität der Gesellschaft war durch die stetige monatliche Bereitstellung der Mittel durch den Gesellschafter, der Ausgleichszahlungen gemäß § 9 ÖPNVG LSA und § 148 Abs. 5 SGB IX, der Investitionszuschüsse sowie der Einbindung der HAVAG in das gemeinsame Cash-Pooling-System der Stadtwerke Halle GmbH jederzeit gesichert. 3. Risikomanagementsystem Das bei der HAVAG implementierte, effiziente und vorausschauende Risikomanagementsystem dient der systematischen Erfassung und permanenten Beobachtung bzw. Überwachung aller Risiken und Gefährdungen für das Unternehmen bei Wahrnehmung der unternehmerischen Chancen, fördert das risikoorientierte Denken und Handeln im Gesamtunternehmen und entspricht damit § 91 Abs. 2 AktG. Durch die regelmäßig systematische Risikoerhebung in allen Unternehmensbereichen und die jährliche Fortschreibung bzw. Überarbeitung des Risikohandbuches in Bezug auf geänderte externe und interne Einflüsse wird die Unternehmensleitung in die Lage versetzt, Risiken nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern auch rechtzeitig geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten, sich ergebende Chancen für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens konsequent zu nutzen sowie insbesondere die eigene strategische Positionierung zu überprüfen und ggf. anzupassen. Durch die Konzernrevision wird die Einhaltung der im Risikohandbuch angeführten Lösungsvorschläge und Empfehlungen zur Gegensteuerung kontinuierlich überwacht. Im Zuge der jährlichen Fortschreibung der mittelfristigen Planung der HAVAG werden die Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung und der Finanzierung des ÖPNV sowie die erforderlichen Gegensteuerungsmaßnahmen beachtet, systematisiert und bewertet. Als Risiko wird auch zukünftig die europäische Marktöffnung gesehen. Die HAVAG muss sich bei der Erbringung der Verkehrsleistungen mit anderen Verkehrsunternehmen messen können. Um dem genannten Wettbewerbsrisiko wirksam zu begegnen, werden die im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit einer Unternehmensberatung erarbeiteten Restrukturierungsmaßnahmen konsequent umgesetzt. 4. Ausblick Die Wirtschaftsplanung für das Jahr 2013 sieht einen Betriebskostenzuschuss von vorläufig € 22,5 Mio vor. Die anspruchsvolle Zielstellung der HAVAG für das Wirtschaftsjahr 2013 und die Folgejahre besteht darin, die Qualität und Wirtschaftlichkeit des ÖPNV-Angebotes durch Angebotsanpassungen und die konsequente Umsetzung des Rationalisierungskonzeptes der HAVAG ( Personal- und Fahrzeugkonzeption) weiter zu verbessern, eine weitere deutliche Reduzierung des Zuschussbedarfs zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Maßstab zu sichern. Gemäß der bestätigten Planung werden die Investitionen im Geschäftsjahr 2013 eine Höhe von ca. € 20,1 Mio erreichen. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 229 von 497 Ein Schwerpunkt ist dabei weiterhin die Ersatzbeschaffung von Niederflurstraßenbahnen mit der Finanzierung der Schlussrate in Höhe von € 5,9 Mio. Planmäßig sollen dafür Fördermittel des Landes (€ 2,3 Mio) und Zuweisungen aus dem ÖPNV-Gesetz zur Verfügung stehen. Neben den genannten Aufwendungen für die Straßenbahnen sind für Investitionen in das eigene Anlagevermögen weitere € 2,3 Mio geplant. Schwerpunkte sind dabei der Kauf von Stadtlinienbussen (nach dem Auslaufen von Leasingverträgen), der weitere Einbau von Videoschutz in Straßenbahnen vom Typ MGT6D, die Anpassung des rechnergesteuerten Betriebsleitsystems, Anpassungen der Hard- und Software für Vertrieb und eTicketing und die Weiterführung der Bauleistungen im Außenbereich des Betriebshofes Freiimfelder Straße mit dem Beginn der Gleisverschwenkung Südhof (€ 0,7 Mio). Schwerpunkte der Investitionen in die Infrastruktur sind im Geschäftsjahr 2013:    der Ausbau der Straßenbahn- und Verkehrsanlage in der Torstraße (€ 3,1 Mio) mit dem Ausbau der Haltestelle KurtTucholsky-Straße (€ 1,0 Mio), der Ausbau und die Umgestaltung der Großen Ulrichstraße als erstes Teilprojekt des Stadtbahnprogramms (€ 3,0 Mio ohne Anteile der beteiligten Versorgungsunternehmen und der städtebaulichen Umgestaltung), Leistungen der Planung in den Phasen 3 – 7 für weitere Teilvorhaben des Stadtbahnprogramms z.B. Torstraße, und Rannischer Platz, Böllberger Weg Nord, Verkehrsknotenpunkt „Am Steintor“ und Dessauer Straße / Verlängerung Frohe Zukunft (€ 1,8 Mio), die Erneuerung von Fahrleitungen, Bahnstrom- und- Kabelanlagen (€ 0,5 Mio) sowie die Ausstattung weiterer Haltestellen im Stadtgebiet mit optischen Fahrgast-informationssystemen (€ 0,1 Mio).  Vorgänge, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HAVAG und der Beteiligungen von besonderer Bedeutung wären, sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 230 von 497 Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen postalischer Sitz Anschrift: Prager Straße 8 04103 Leipzig Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 74 T€ Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH Stadt Leipzig Stadt Halle (Saale) Hallesche Verkehrs-AG DB Regio Aktiengesellschaft Burgenlandkreis Landkreis Leipzig Landkreis Nordsachsen Landkreis Saalekreis Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis mbH Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH GbR der Verkehrsunternehmen Omnibus- und Reiseverkehr Heinz Wittig (LVW), Omnibusverkehrsgesellschaft mbH "Heideland" (OVH), Reiseverkehr Schulze OHG und Döllnitzbahn GmbH GbR der Verkehrsunternehmen PVG Muldental mbH, Bus- und Reiseunternehmen Alberto Ludwig, Reise- und Omnibusunternehmen Volker Kaltofen, Omnibusnahverkehr Runge und dem Omnibus-Reiseunternehmen Naundorf Gesellschaft bürgerlichen Rechts der Verkehrsunternehmen Sax-Bus Eilenburger Busverkehr GmbH, Auto-Webel GmbH, Omnibusverkehr Leupold OHG und GeißlerReisen GbR LeoBus GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Personennahverkehrsgesellschaft MerseburgQuerfurt mbH Landkreis Altenburger Land Nahverkehrsservicegesellschaft mbH Thüringen 12 12 9 8 4 3 3 3 3 3 2 2 1 % 15,92 15,92 12,45 10,95 5,98 3,54 3,54 3,54 3,54 3,54 3,40 2,99 1,70 1 1,70 1 1,70 1 1 1 1 1 1,70 1,70 1,70 1,02 1,02 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 231 von 497 Gesellschafter: THÜSAC Personennahverkehrsgesellschaft mbH Veolia Verkehr GmbH Erfurter Bahn GmbH 1 1 0 1,02 1,02 0,41 Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft hat im Mitteldeutschen Verkehrsverbundgebiet Aufgaben des öffentlichen Personennahverkehrs im Sinne der ÖPNV-Gesetze für den straßengebundenen Verkehr und den Schienenverkehr, insbesondere auf dem Gebiet der konzeptionellen Planung und der Koordinierung des betrieblichen Leistungsangebots, zu erfüllen und die tarifliche Integration dieses Verkehrs durch einen Gemeinschaftstarif herbeizuführen und künftig sicherzustellen sowie die im Rahmen des Verbundverkehrs von den Verbundunternehmen erzielten Einnahmen zu erfassen und aufzuteilen. Die Gesellschaft handelt gegenüber den Gesellschaftern interessen- und wettbewerbsneutral. Öffentlicher Zweck: Das Unternehmen erbringt Leistungen der Personenbeförderung im Öffentlichen Personennahverkehr. Der öffentliche Zweck ergibt sich daher aus § 116 Abs. 2 GO-LSA und ist in der Betätigung im öffentlichen Verkehr zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Lehmann, Steffen Aufsichtsrat Vorsitzender 1. stellv. Vorsitzender 2. stellv. Vorsitzender zur Nedden, Martin Girard, Francois Thieme, Ronny Bog, Stephan Dr. Kisabaka, Linda Engel, Erich Handschak, Hartmut Heepen, Volker Heft, Frank Uwe Herrmann-Kambach, Jens Hoffmann, Joachim Hörl, Martin Juhrs, Ronald Kern, Dietmar Kniesche, Ute Kultscher, Andreas Malter, Klaus Rüdiger Middelberg, Ulf Mietzsch, Oliver Naacke, Christoph Pietsch, René (bis 20.01.2012) (bis 30.06.2012) (seit 01.01.2012 31.12.2012) bis (bis 31.12.2012) Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 232 von 497 Aufsichtsrat Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias Reiche, Harri Riese, Lothar Schwarz, Vinzenz Stäglin, Uwe Stoye, Angelika Wigger, Stephan Georg beratendes Mitglied beratendes Mitglied beratendes Mitglied Fahsel, Karl-Hermann Hummel, Hans-Jürgen Sablotny, Bernd (am 29.08.2012) (seit 01.12.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 3 31.12.2010 T€ 2 Aufsichtsrat 3 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 17 82 1 2010 % 22 78 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 230 1.109 10 T€ 296 1.054 9 T€ 367 1.101 10 % 25 74 1 T€ -66 55 1 % -22 5 11 Bilanzsumme 1.349 100 1.359 100 1.478 100 -10 -1 Treuhandvermögen 1.723 1.501 2.000 222 15 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 461 110 142 501 135 % 34 8 11 37 10 T€ 461 194 132 475 97 % 34 14 10 35 7 T€ 461 301 138 386 192 % 31 21 9 26 13 T€ 0 -84 10 26 38 % 0 -43 8 5 39 Bilanzsumme 1.349 100 1.359 100 1.478 100 -10 -1 Treuhandverbindlichkeiten 1.723 1.501 2.000 222 15 Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 233 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Zuschüsse Gesellschafter sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 512 454 1.288 1.334 129 2.138 359 8 2 0 0 0 0 2011 T€ 485 706 1.528 1.289 136 2.126 370 7 1 0 0 0 0 2010 T€ 371 537 1.293 1.241 228 2.232 382 4 0 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,00 0,00 129 37 138,15 2011 0,00 0,00 136 46 108,18 2010 0,00 0,00 228 35 136,75 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 4,03 34,19 65,81 31.12.2011 4,59 33,95 66,05 31.12.2010 6,79 31,22 68,78 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Fahrgastaufkommen 174,10 31.12.2011 173,10 31.12.2010 174,30 Angaben in Mio. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 234 von 497 e) Lagebericht Organisationsstruktur Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund erstreckt sich aktuell über die drei Ländergrenzen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und umfasst ein Gebiet von fünf Landkreisen und zwei kreisfreien Städten. Mit einem Anteil von 51 % halten die zehn Aufgabenträger die Mehrheit der Gesellschafteranteile. Die verbleibenden 49 % werden von den im Verbundraum tätigen 13 Verkehrsunternehmen des straßen- und schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bzw. deren Zusammenschlüssen gehalten. Mit der Erfurter Bahn hat am 10. Juni 2012 ein neues Verbundunternehmen den Betrieb der KBS 550 Gera – Leipzig von DB Regio übernommen. In diesen Zusammenhang hat die Erfurter Bahn mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Juni 2012 die Gesellschafteranteile von DB Regio in Höhe von EUR 300 erworben. Entwicklungen und Aufgabenschwerpunkte in 2012 Das Kalenderjahr 2012 war eines der erfolgreichsten Jahre seit Bestehen des MDV. Die Einnahmen aus den Tariferlösen der Verkehrsunternehmen stiegen, bereinigt um die Wirkung des Ausscheidens des Alt-Landkreises Döbeln, um Mio. EUR 7, d. h. um 4,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, und damit auf insgesamt Mio. EUR 166. Diese positive Entwicklung im gesamten Verbundraum ist das Ergebnis:      von zusätzlich rd. 1 Mio. Fahrgästen (+0,6 %) in Leipzig und der Region sowie stabilen Fahrgastzahlen in Halle trotz weiterhin verbundweit sinkender Auszubildendenzahlen der neu eingeführten und gut nachgefragten Tarifprodukte der Preisanhebung zum 1. August 2012 der trotz deutlicher Kostensteigerung und kaum zusätzlicher Zuschüsse aufrecht erhaltenen Verkehrsleistung der Unternehmen der hohen Akzeptanz des handybasierten Informations- und Ticketsystems „easy.go“. Zum 1. August 2012 wurde im MDV das neue Tarifmodell eingeführt. Grundlage waren umfangreiche Befragungen von Kunden und Nicht-Kunden des ÖPNV zu ihren Bedürfnissen. Im Vordergrund der Neuausrichtung des Tarifs stand die Absicht, den Kunden mehr Optionen bei der Fahrauswahl und eine höhere Flexibilität bei der Ticketgültigkeit zu ermöglichen. Die neuen Tarifprodukte sollen insbesondere einen Anreiz bieten, sich längerfristig an den ÖPNV zu binden. Zum neuen Tarifmodell gehören:       die gleitende Monatskarte, die Gruppenkarte mit flexibler Personenanzahl, der flexible Einstieg ins Abonnement, ein überarbeitetes (ABO Basis) und zwei neue Abo-Angebote (ABO Premium und ABO Light) für jedermann (ein für alle käufliches Abo), zwei neue Abo-Angebote für Senioren, eine Zusatzkarte für die Mitnahme von Sachen, Hunden und Fahrrädern. Ein halbes Jahr nach Einführung des neuen Tarifmodells kann ein erstes Fazit gezogen werden: Die Tarifstrategie erweist sich nach den bisherigen Erkenntnissen als erfolgreich. Die neuen und veränderten Tarifprodukte werden von den Kunden akzeptiert und angenommen. Insbesondere die Anzahl der Abonnenten konnte bereits nach fünf Monaten um ca. 4 % gesteigert werden. Dennoch musste auch im Jahr 2012 der Verbundtarif aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Verkehrsunternehmen zusätzlich preislich fortgeschrieben werden. Die Aufgaben im Vertriebsbereich konzentrierten sich 2012 insbesondere auf die weitere Marktdurchsetzung für das handybasierte Auskunfts- und Ticketingsystem (easy.GO) sowie den Start des EFRE-Telematikvorhabens. easy.GO hat sich zu einem stabilen Auskunfts- und Ticketingdienst für die Kunden im MDV entwickelt. Der Kunde kann mit der Anwendung verbundweit Fahrplanauskünfte erhalten und das dazu angebotene Ticket erwerben. Gleichzeitig sind Verkehrsinformationen eingebunden, die zum einen langfristig über Baumaßnahmen und zum anderen auch adhoc über Störungen informieren können. Bei den Fahrplanauskünften erhält der Kunde die Daten von LVB, HAVAG und DB Regio in Echtzeit, sodass eine genaue Planung der Wege möglich ist. Die Nutzerquote der Handy-App hat sich nach der verbundweiten Einführung und Vermarktung im Herbst/Winter 2011 im Jahr 2012 kontinuierlich erhöht. Mit einem ausgewogenen Mix aus technischen Weiterentwicklungen der App und gezielten Marketingmaßnahmen, wie z. B. der Rabattaktion zur Fußball-Europameisterschaft „2 auf 1“, hat sich easy.GO zu einem stabilen Element in der Fahrgastinformation und dem Ticketerwerb entwickelt. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 235 von 497 Seit Herbst 2012 wurde mit dem Online-Gang der „Web-App“ eine Lösung geschaffen, die es nunmehr allen Smartphonenutzern möglich macht, Verbindungen abzurufen und passende Tickets zu kaufen. Unter den Slogan „Ohne Schotter auf die Piste“ und „Ohne Kröten die Fliege machen“ wurde zum Jahresende in einem Marketingmix mit Schwerpunkt Online-Maßnahmen (Werbung, Anzeigen, Facebook-Kampagne) die Bekanntheit von easy.GO erneut erhöht und gleichzeitig die Botschaft „Jetzt für alle Smartphones“ vermittelt. Bedingt durch die erfolgreiche Kampagne und saisonale Effekte wie Witterung und Weihnachtsmärkte haben sich die Ticketverkäufe und Umsätze abermals signifikant gesteigert. Erstmals wurde im Dezember 2012 ein Umsatz mit easy.GO von über EUR 100.000,00 erzielt. Noch deutlicher wird der Nutzen der Handy- und Web-App als zuverlässiger und etablierter Auskunftsdienst für Fahrgäste im MDV-Gebiet, betrachtet man die insgesamt fast 1,2 Millionen Auskünfte (Verbindungsauskunft und Abfahrtsmonitor) via easy.GO im Dezember 2012. Die Anzahl der aktiven Nutzer folgt den gleichen Regeln: 65.000 Fahrgäste nutzten easy.GO als Auskunftssystem oder Fahrkartenautomat allein im selben Monat. Um easy.GO auch in den Gebieten außerhalb der Oberzentren Halle und Leipzig spürbar bekannter werden zu lassen und zu stärken, ist vorgesehen, im laufenden Jahr verschiedene Marketingmaßnahmen in zwei Pilotgebieten durchzuführen. Aus diesen Erkenntnissen (Best Practice) soll dann eine umfassendere Kommunikation in der „Region im Verbundgebiet“ weiter forciert umgesetzt werden. Im Oktober 2012 wurde offiziell das EFRE-Telematikvorhaben gestartet. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden durch den Staatsminister Sven Morlok die ersten Fördermittelbescheide übergeben. Parallel dazu erfolgte die Übergabe der Fördermittelbescheide durch den ZVNL, der die Maßnahme ebenfalls finanziell unterstützt. Die Mittel fließen in verschiedene, durch den MDV koordinierte, Telematikvorhaben, die nunmehr als verknüpftes Gesamtsystem im mitteldeutschen Verbundraum wirksam werden können. Die an den MDV bewilligten Mittel werden unter anderem für die Beschaffung von leistungsfähigen Bordrechnern für Busse, Komponenten für das eTicketing (elektronisches Ticket) sowie entsprechende Betriebshof- und Systemausrüstung, eingesetzt. Das Konzept sieht eine verbundweite Fahrgastinformation mit Echtzeitdaten, Anschlusssicherung und perspektivischer Anschlussgarantie vor. Damit einhergehend tragen die Vorhaben auch zu einer Verbesserung der Service- und Angebotsqualität und letztlich zu einer Attraktivitätssteigerung und erhöhten Kundenzufriedenheit bei. Vorhabensinhalt ist ebenfalls die MDV-sachsenweite Einführung des eTicketing für Stammkunden. Das eigentliche Projekt beinhaltet jedoch das Ziel zur Einführung des MDV-weiten eTicketing, weshalb hier auch die Verkehrsunternehmen in Sachsen-Anhalt eingebunden sind. Im Jahr 2012 haben viele Abstimmungsberatungen zur Erstellung des Lastenheftes stattgefunden, in denen insbesondere auch die Prozesse zur Schülerkartenabwicklung innerhalb der einzelnen Landkreise beleuchtet wurden. Gestartet wurde Anfang 2013 der Teilnahmewettbewerb für eine europaweite Ausschreibung, die 2013 abgeschlossen werden soll. Seit Juni 2012 ist die Erfurter Bahn neuer Partner im MDV als Betreiber der Strecke Gera – Leipzig. Zur Integration des neuen Unternehmens waren im Vorfeld umfangreiche Vorbereitungs- und Abstimmungsarbeiten notwendig, insbesondere um das Unternehmen in den Vertrieb und das Einnahmeaufteilungsverfahren des MDV zu integrieren. Im Jahr 2013 wurden auch die sonstigen mit der Betriebsaufnahme verbundenen Aufgaben abgeschlossen. Im Dezember 2013 wird die DB Regio den Betrieb im Citytunnel-Netz (MDSB-I) aufnehmen. Vorbereitend sind vielfältige Aufgaben notwendig. Hierbei konzentriert sich die Verbundgesellschaft insbesondere auf Abstimmungen in den Bereichen Vertrieb, Fahrgastzählung und Einnahmeaufteilung sowie Telematik und Kundeninformation für das Gesamtnetz. Auch die Beschilderung im Bereich der Tunnelbahnhöfe ist ein wesentliches Thema. Die vorbereitenden Abstimmungen begannen im Jahr 2012. Zur Kooperation Verkehrsmanagement haben sich die Städte Leipzig und Halle, die Verkehrsunternehmen LVB und HAVAG sowie die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt und die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt unter Federführung des MDV zusammengeschlossen. Hauptinhalt sind länderübergreifende Mobilitätskonzepte und maßnahmen insbesondere zur intelligenten Steuerung des Verkehrs. Im Jahr 2012 haben sich die Partner verständigt, ein länderübergreifendes Mobilitätsportal aufzubauen, in dem sowohl Informationen aus ÖPNV und IV sowie Rad- und Fußgängerverkehr, aber auch angrenzende Daten wie Parkraumbelegung, Umweltdaten etc. einfließen sollen. Hierfür wurde ein Katalog von Bausteinen erarbeitet und priorisiert. Aufgabe im Jahr 2013 ist nun der Beginn der Umsetzung der ersten Bausteine. Wichtig ist die grundsätzliche Nutzung vorhandener Daten wie der Verkehrslage Leipzig, um zusätzlichen Aufwand zu minimieren. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 236 von 497 Im Vorfeld des Tarifwechsels waren umfangreiche technische Abstimmungen mit den Verkehrsunternehmen und Geräteherstellern notwendig, um den neuen Tarif in allen Vertriebs- und Kontrollgeräten einzubinden. Der Schwerpunkt war hierbei die Einführung des ABO-Splitting. Hier mussten alle ABO-Verkaufssysteme angepasst werden, wofür insbesondere eine Vielzahl an Festlegungen zur Tarifanwendung notwendig war. Neben der Ausgabe der neuen ABO-Karten war jedoch auch die Kontrolle ein wesentliches Thema. Es wurde beschlossen, Kontrollmodule nach VDV-Kernapplikation zu entwickeln. Diese ermöglichen den elektronischen Kontrollgeräten für Chipkarten eine automatisierte Prüfung des räumlichen und zeitlichen Geltungsbereiches. Insbesondere werden dem Kontrolleur dabei die abweichenden räumlichen Geltungen wie verbundweite Gültigkeit am Wochenende und auch die vielfältigen Mitnahmeregelungen zeit- und ortsbezogen angezeigt. Bislang nutzen LVB und HAVAG diese automatisierte Kontrolle von Chipkarten. Im Jahr 2013 soll die automatisierte Kontrolle auf Basis von Kontrollmodulen auch auf Onlinetickets ausgeweitet werden. Des Weiteren werden die Kontrollmodule in alle neuen innerhalb des MDV beschafften Geräte integriert, d. h. in die Bordrechner bei den Regionalverkehrsunternehmen und in die neuen Mobilen Terminals der Deutschen Bahn. Zuletzt waren Anpassungen in der Einnahmeaufteilungsdatenbank notwendig, um eine sachgerechte Zuweisung der Einnahmen aus den neuen ABO-Produkten auf die Verkehrsunternehmen sicherzustellen. Die Basis hierfür wurde in der Tarifdatenbank gelegt, die die Verkaufsmöglichkeit der neuen Produkte sicherstellt. Schwerpunkt im Bereich der Einnahmeaufteilung war die inhaltliche Diskussion zur Fortschreibung des aktuellen Verfahrens, welche Mitte 2012 abgeschlossen werden konnte. Der fortgeschriebene Vertrag wurde im März 2013 von allen Verbundunternehmen unterzeichnet und damit bereits für die Jahresrechnung 2012 wirksam. Die Kooperationsvereinbarung zwischen dem MDV und dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) dient dazu, den ÖPNV – ausgehend von den Rechten und Pflichten der beiden Partner und entsprechend der Zielstellungen der Gesellschafter bzw. Verbandsmitglieder – gemeinsam weiterzuentwickeln und auszugestalten. Im Rahmen dieser Vereinbarung führt der MDV ausgewählte Aufgaben insbesondere der integrierten Planung im Auftrag des Zweckverbandes durch. Der Vertrag wurde in 2010 für eine Laufzeit vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2014 erneuert. In 2012 wurden im Auftrag des ZVNL die folgenden Untersuchungen bearbeitet:      Kommunikative Maßnahmen zur reibungslosen Umsetzung der Streckensperre im Südraum von Leipzig im Rahmen der Netzergänzenden Maßnahmen zum Citytunnel Umbau des Netzes regionalbedeutsamer Buslinien im ZVNL auf Linien des Integrierten Netzes Überwachung Betriebsaufnahme Erfurter Bahn Belegungsplanung für den neuen Busbahnhof in Taucha Citytunnel Leipzig, Wegeleitung und DFI (Details siehe unten). Weitere Aufgaben im Rahmen der Kooperationsvereinbarung (kontinuierlich):    Kontinuierliche Information der Busunternehmen zu Änderungen (SPNV)/Bereitstellung Baustellenkalender Vorbereitung und Durchführung Fahrplankonferenz Maßnahmenabstimmung und Umsetzungskontrolle Schienenersatzverkehre. im Schienenpersonennahverkehr Ein Schwerpunkt der originären Verbundtätigkeiten 2012 war die Fortführung des Projekts: Integriertes Netz mit den folgenden Themen:   Festlegung auf 26 “Premiumbuslinien” im Regionalbusverkehr Abschluss der Planungsleistungen zu den Premiumbuslinien und Überführung dieser zur Vermarktung (in enger Abstimmung mit der Vermarktung der DB zum MDSB-Netz). Im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) zur regionalen Daseinsvorsorge des BBSR hat sich der MDV zusammen mit den fünf Landkreisen und den drei regionalen Planungsverbänden um Förderung beworben. Eine Förderung wurde nicht gewährt, jedoch verständigten sich alle Projektbeteiligten darüber, dass die Thematik „regionale Daseinsvorsorge“ weitergeführt werden solle. Weitere Fördermöglichkeiten wurden im Jahr 2012 gesucht. Der MDV hat dazu auch intensive Gespräche mit dem BMVBS geführt, um ab 2013 eine Förderung über das Programm „FOPS“ (Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden) zu erhalten. Das Güterverkehrszentrum in Leipzig (GVZ) ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Mit der Werkserweiterung der Firma Porsche wird sich in den folgenden Jahren ein neuer Wachstumsimpuls ergeben. Es ist mit mindestens 1.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen am Standort GVZ zu rechnen. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 237 von 497 Der MDV hat die Aufgabe übernommen, moderierend gemeinsam mit den Partnern vor Ort (Porsche, Post, GVZ, Stadt Leipzig, Auto Webel) eine angemessene ÖPNV-Anbindung zu entwickeln. Dabei soll das aktuelle ÖPNV-Angebot überprüft und ggf. im Konsens aller Beteiligten verbessert sowie die Information über das selbige verbessert werden. Es wurde von allen Beteiligten ein erweiterter Fahrplan entwickelt, der es den Mitarbeitern der meisten im GVZ ansässigen Firmen erlaubt, ihren Arbeitsplatz mit dem ÖPNV zu erreichen. Eine Umsetzung ist für Dezember 2013 vorgesehen. Die Stadt Leipzig sucht derzeit Lösungen für die Finanzierung dieser zusätzlichen Leistungen. Im Dezember 2013 wird der neue Citytunnel Leipzig als zentrale neue SPNV-Achse in Leipzig in Betrieb genommen. Um sich im neuen Verkehrssystem räumlich zurechtzufinden, ist ein gutes Wegeleit- sowie Informationssystem unabdingbar. In den Jahren 2011 und 2012 hat der MDV dazu eine Arbeitsgruppe moderiert. Aufgabenschwerpunkt lag bei den CTL-Stationen und den Umbaustationen im Rahmen der Netzergänzenden Maßnahmen zum Citytunnel. Beteiligte der Arbeitsgruppe waren neben der Stadt Leipzig (VTA und Stadtplanungsamt), der ZVNL, DB Regio, DB Station und Service, DB Projektbau, Stadt Markkleeberg, Landkreis Leipzig und die LVB. Inhaltliche Schwerpunkte waren dabei das Aufzeigen von ggfs. fehlenden Wegeleitungen zu Anschlüssen im ÖPNV, die Beschriftung von Zielanzeigern, Standorte von Hinweistafeln, die Ausstattung mit DFI und die logische Wegeführung für den Kunden von und zu den neuen Stationen. Auf Wunsch der Arbeitsgruppe und vor dem Hintergrund der fortgeschrittenen Bauarbeiten am Citytunnel und der Netzergänzenden Maßnahmen tagte die Arbeitgruppe im Dezember 2012 letztmalig. Bei der Untersuchung nach möglichen Optionen zur Erweiterung der Verbundtarifanerkennung wurden folgende Korridore aus planerischer Sicht als besonders weiter verfolgenswert eingestuft: 1.   2.   Priorität: Halle/Leipzig – Bitterfeld (Dessau/Lutherstadt Wittenberg) Halle – Könnern (Bernburg/Aschersleben) Priorität: Halle – Lutherstadt Eisleben Zeitz – Gera. mögliche Umsetzung Dezember 2015 mögliche Umsetzung Dezember 2015 Für weitere Untersuchungen sind für 2013 Fahrgasterhebungen durch die NASA zu den Linien der 1. Priorität vorgesehen. Das Verkehrsmodell „VISUM“ wurde fortgeschrieben, sodass jetzt Prognosen mit aktualisiertem Datenmaterial erfolgen können. Erstmalig wurden auch P+R-Plätze in den Betrachtungshorizont des Modells integriert. Für die MDV-Strategie 2025 hat der Fachbereich Verkehrsplanung intensive Grundlagenarbeit geleistet. So wurden u. a. Analysen zur Erreichbarkeit, Nutzungshäufigkeiten und Mobilitätsverhalten allgemein, räumliche Erschließungswirkungen und Haltestellenabstände erarbeitet und ausgewertet. Zusätzlich wurden für ein Modellvorhaben zur Rolle des Nahverkehrs im ländlichen Raum die Grundlagen gelegt. Dies wird ab 2013 unter dem Titel „Nahverkehr plus Muldentaldreieck“ gestartet. Den Schwerpunkt in der Verbundkommunikation bildete die Markteinführung des neuen Tarifsystems. Hierzu gab es mehrstufige Vermarktungsaktivitäten. Diese starteten bereits Ende 2011 mit der Erstveröffentlichung des neuen Systems in den Medien unmittelbar nach den entsprechenden Gremienbeschlüssen. Im Frühjahr 2012 schloss sich eine breit angelegte Kommunikationskampagne an, in der die neuen Tarifprodukte der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden. Im ersten Schritt wurden die VertriebsmitarbeiterInnen der Verkehrsunternehmen intensiv geschult. Speziell für die Überleitung vorhandener Abonnenten in die neuen ABO-Produkte und zur Akquise von Neu-Abonnenten wurden die Schulungen durch Verkaufstrainings ergänzt. Im zweiten Schritt wurde der Dialog mit den bereits vorhandenen Abonnenten aufgenommen. Ziel war es, möglichst viele Bestandskunden in das ABO Basis, das ABO Premium oder das ABO Senior zu überführen und Abwanderungen in das ABO Light zu vermeiden. Zudem sollten bisherige Barkäufer von Zeitkarten für die neuen ABO-Produkte gewonnen werden. Mit über 4.000 Neu-Abonnenten bis Jahresende 2012, davon über die Hälfte mit Abschlüssen für eines der neuen Produkte und nur vereinzelter Abwanderungen von Bestandskunden in das ABO Light können die Vermarktungsziele als erfüllt betrachtet werden. Bereits während der Umsetzung der Vermarktungskampagne für das Neue Tarifsystem begannen die Vorbereitungen für die Vermarktung des Integrierten Netzes. In einer Arbeitsgruppe mit allen beteiligten Verkehrsunternehmen und verschiedenen Aufgabenträgern wurden die Kernthemen der geplanten Vermarktung erarbeitet und ein Grobkonzept erstellt. Dieses bildet die Basis für eine Agenturausschreibung, über die eine geeignete Agentur für die Kommunikationskampagne im Jahr 2013 gesucht wird. Schon in dieser frühen Vorbereitungsphase wurde ein enger Kontakt mit DB Regio hergestellt, um die Vermarktung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes eng mit der Vermarktung des Regionalnetzes Bus des MDV zu verzahnen. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 238 von 497 In der Fahrplankommunikation wurde zur Stärkung der Identifikation der Bürger mit „ihrem“ Verkehrsunternehmen und zur Verbesserung des regionalen Bezuges ein Malwettbewerb für die Cover der Fahrplanbücher ausgelobt. Kontaktiert wurden Grundschulklassen, die sich daraufhin am Wettbewerb beteiligen konnten. Über 1.800 eingesandte Bilder zeugen von einem hohen Interesse am Thema. Regionale Jurys wählten die geeignetsten Bilder aus und die jeweils erstplatzierten Einsendungen pro Region wurden auf dem jeweiligen Fahrplanbuch als Titelmotiv abgedruckt. Die Prämierung der Gewinner erfolgte im Beisein von örtlichen Medienvertretern. Kontinuierlich fortgesetzt wurde im Jahr 2012 auch die Vermarktung von easy.GO. Hierzu wurde easy.GO in allen Verbundmedien permanent kommuniziert und auch in die Vermarktungskampagne für das neue Tarifsystem eingebettet. Bis Mai des Jahres erhielten easy.GO-Nutzer ihre Tickets zudem mit einem 10%igen Rabatt. Realisierung des Wirtschaftsplans 2012 Der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2012 wurde auf der Gesellschafterversammlung am 5. Dezember 2011 beschlossen. Er enthielt mit TEUR 157 einen Übertrag von Betriebskostenzuschüssen des Jahres 2009 bis 2011. In der Gesellschafterversammlung am 29. August 2012 wurde zusätzlich beschlossen, die übrigen nicht verbrauchten Mitteln des Jahres 2011 (TEUR 95) ins Jahr 2012 zu übertragen. Auf dieser Basis erfolgte die Finanzierung des Betriebsaufwandes der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 durch Abschlagszahlungen der Gesellschafter entsprechend § 5 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages sowie durch Fördermittel des Freistaates Sachsen und des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL). Weitere Erträge wurden aus der Realisierung der Kooperationsvereinbarungen mit dem ZVNL und der Kooperationsvereinbarung Verkehrsmanagement sowie aus dem Verkauf der Fahrplanhefte 2012/2013 entsprechend den mit den Verkehrsunternehmen des Verbundes geschlossenen Verträgen erzielt. Hinzu kommen Erlöse aus der Vereinbarung zum easy.GO-Projekt und Erträge aus dem projektbezogenen Erfolgsanteil der Verkehrsunternehmen. Insgesamt betrachtet standen den Aufwendungen von TEUR 3.113 Erträge einschließlich ertragswirksam vereinnahmter Fördermittel von TEUR 975 gegenüber. Die von den Gesellschaftern gezahlten und aus den Vorjahren übertragenen Zuschüsse von TEUR 2.430 mussten daher nur in Höhe von TEUR 2.138 in Anspruch genommen werden, um ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Der nicht verbrauchte Zuschussbetrag von TEUR 292 wurde passiviert. Die Gesellschafterversammlung hat bereits am 6. Dezember 2012 beschlossen, Mittel der Jahre 2012 und 2011 in Höhe von TEUR 166 nach 2013 zu übertragen. Über die Verwendung der nicht verbrauchten, nicht übertragenen Zuschüsse in Höhe von TEUR 126 werden die Gesellschafter entscheiden. Die Geschäftsführung empfiehlt, diese für zusätzliche Maßnahmen nach 2013 zu übertragen. Von Mitteln aus dem projektbezogenen Erfolgsanteil von TEUR 165 wurden 2012 TEUR 98 verbraucht, da sich Maßnahmen nach 2013 verschoben haben. Der Restbetrag von TEUR 67 wurde passiviert. Er soll im Jahr 2013 zur Fertigstellung der begonnenen Vorhaben als Eigenmittel eingesetzt werden. Ein Betrag von TEUR 38 war bereits im Wirtschaftsplan 2013 berücksichtigt. Der zusätzliche Übertrag von TEUR 29 betrifft im Wesentlichen das BerSy-Projekt (TEUR 21), wofür 50 % der Auftragssumme erst 2013 anfallen, und laufende easy.GO-Aufwendungen (TEUR 8), für die im Projektlenkungskreis bereits die Übertragung der entsprechenden Mittel der Partner auf das Folgejahr beschlossen wurde. Die Bilanzsumme von TEUR 1.349 ist gegenüber dem Vorjahr (TEUR 1.359) nahezu konstant. Auf der Aktivseite sinken zum einen abschreibungsbedingt das Anlagevermögen sowie weiterhin die Forderungen. Demgegenüber steht ein Anstieg der liquiden Mittel um TEUR 197 durch den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, der insbesondere aus nicht verbrauchten Betriebskostenzuschüssen und nicht verbrauchten Mitteln des projektbezogenen Erfolgsanteils resultiert, sowie durch den Anstieg des passiven Rechnungsabgrenzungspostens aus nicht verbrauchten Projektzuweisungen für easy.GO und der Mittel der Landkreise zur Vermarktung des Integrierten Netzes. Auf der Passivseite verminderte sich durch Auflösung entsprechend der Sonderposten für Investitionszuschüsse, der durch den Anstieg der Fremdkapitalpositionen nahezu kompensiert wird. Der MDV verfügt über eine mittelfristige Planung, die zurzeit bis 2017 reicht. Der darin eingebundene Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2013 wurde von der Gesellschafterversammlung am 6. Dezember 2012 beschlossen. Ausblick auf 2013 und 2014 Für das Jahr 2013 ist – neben der Fortführung der Tarifstrategie im „Jedermann-Tarif“ – ein erster Schritt für die Weiterentwicklung der Tarifangebote für junge Leute geplant. Hierzu gehören die Durchführung einer Befragung zur Eruierung der ÖPNV-Nutzeranteile, der Gründe bei Nicht-Nutzung sowie das Interesse an neuen Tarifprodukten. Des Weiteren arbeiten die LVB, die DB Regio, die Stadtverwaltung Leipzig und der MDV an einer Überführung der bisher ausschließlich bei der LVB gültigen Fahrkarten SchülerCard und SchülerMobilCard in den MDV-Tarif, um das deutlich breitere SPNV-Angebot auch innerhalb der Stadt Leipzig allen SchülerInnen zur Nutzung bereitzustellen. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 239 von 497 Darüber hinaus sollen ab dem 1. August 2013 die DB-Ländertickets Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen anerkannt werden, d. h. wenn ein Fahrgast mit einem dieser Ländertickets unterwegs ist, kann er dann auch öffentliche Nahverkehrsmittel Bus und Straßenbahn mitnutzen. Auch wenn insbesondere die neuen Abonnements von den Kunden angenommen werden, hat sich gezeigt, dass ausschließlich durch neue Tarifprodukte nicht die Anzahl von Mehreinnahmen erzielt werden kann, die notwendig ist, um    höhere Energie-, Personal- und Materialkosten, zum Teil fehlende Inflationsausgleiche bei Zuschuss- und Ausgleichsleistungen sowie fehlende investive Mittel auszugleichen. Vor diesem Hintergrund wird auch im Jahr 2013 eine Tarifanpassung notwendig sein, um das bestehende Fahrplan- und Leistungsangebot aufrechtzuerhalten. Das in 2012 gestartete EFRE-Telematikvorhaben bildet einen Schwerpunkt der Arbeiten in den Jahren 2013 und 2014. Das Projektende für das EFRE-Vorhaben ist zuwendungsbedingt auf Ende 2014 festgelegt. Die Verbundkommunikation fokussiert sich im Jahr 2013 stark auf die Einführung des Regionalnetzes Bus in Kopplung mit der Einführung des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes durch DB Regio. Hierfür erfolgt im ersten Schritt eine Ausschreibung für die Bindung einer geeigneten Agentur, mit der in der weiteren Folge eine Feinkonzeption erarbeitet und umgesetzt wird. Für die Kommunikation der Angebote im Freizeitverkehr erarbeitet die MDV-Geschäftsstelle eine neue Konzeption. Ziel ist es, die bisherigen Publikationen „Fahr Rad“ und „Wanderlust“ durch ein neues Medium zu ersetzen. Hierfür besteht insbesondere mit Blick auf die Fahrradbeförderung Handlungsbedarf, da die deutlich gestiegenen Mitnahmezahlen von Fahrrädern stellenweise zu Kapazitätsengpässen geführt haben. Deshalb soll die Kommunikation von Ausflugs- und Erlebnismöglichkeiten im MDV-Gebiet auf eine breitere Basis gestellt werden. Für den notwendigen Relaunch der MDV-online-Medien www.mdv.de und www.mdv-intranet.de (Bestellportal für die Verbundpartner) beginnen im Jahr 2013 die Vorbereitungen. Durch Einbeziehung interessierter Verbundpartner und über eine enge Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig sollen Synergien genutzt und Kosten für Entwicklung und Umsetzung minimiert werden. Für 2013 und 2014 sind folgende Schwerpunkte für die verkehrsplanerischen Aufgaben gesetzt:  Im Modellvorhaben Nahverkehr plus – „Muldentaldreieck“ sollen modellhaft und stellvertretend für den MDV-Raum Erfahrungen und Ideen zur Sicherung und Wiederherstellung der Mobilität im ländlichen Raum entwickelt und umgesetzt werden. Dabei sollen vor allem die Verkehre abseits der starken Linien betrachtet werden, da diese den wichtigen Binnenverkehr zwischen den Ortsteilen gewährleisten und als Zubringer zu den starken Achsen fungieren. Start des FOPS-Vorhabens (Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden) des Bundesverkehrsministeriums in den Jahren 2013 und 2014, mit der Zielsetzung nachhaltige Ansätze zur regionalen Daseinsvorsorge und nachhaltiger Mobilität erforschen zu lassen.  Mit Blick auf die signifikante Veränderung der Rahmenbedingungen des Nahverkehrs, wie die Finanzierung, die demografische Entwicklung, das Mobilitätsverhalten der Bevölkerungsgruppen, die technischen Möglichkeiten des Zugangs zum Nahverkehr und die rechtlichen Anforderungen hat die Verbundgesellschaft Ende 2012 eine Strategiediskussion mit allen Gesellschaftern begonnen. Dabei stehen insbesondere die folgenden drei zentralen Fragen im Mittelpunkt: 1. 2. 3. Wie werden sich das Mobilitätsverhalten und die systemrelevanten Rahmenbedingungen in den kommenden zehn bis 15 Jahren verändern? Was bedeutet das für den Verbundraum und das Verbundsystem in Mitteldeutschland? Welche Aufgaben und Handlungsfelder ergeben sich daraus für die Gesellschaftergruppen und für die Verbundgesellschaft? Im Rahmen dieser, unter externer Begleitung geführten, Strategiediskussion soll bis Ende 2013 eine Strategiekonzeption zum Thema „Die Zukunft der Mobilität in Mitteldeutschland 2025“ entstehen. Dazu werden aktuell in einem ersten Schritt mögliche Szenarien erarbeitet, auf Grundlage derer dann Handlungsempfehlungen abgeleitet werden sollen. Für das Wirtschaftsjahr 2013 wird wiederum ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, da die geplanten Aufwendungen durch eigene Erträge und Betriebskostenzuschüsse der Gesellschafter gedeckt sind. Auf Grundlage der mittelfristigen Finanzplanung geht die Geschäftsführung auch für die Folgejahre von einem ausgeglichen Ergebnis aus. Die Fortführung der Gesellschaft ist daher nicht gefährdet. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 240 von 497 Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Die Risiken der künftigen Entwicklung der Verbundgesellschaft werden durch die Geschäftsführung als gering eingestuft, da die Finanzierung wesentlich von der vollständigen und termingerechten Bereitstellung von beantragten Fördermitteln und der gemäß § 5 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages von den Gesellschaftern zu leistenden Abschlagszahlungen bestimmt wird. Darüber hinaus wird seit 2009 ein flexibler projektbezogener Finanzierungsbaustein angewendet, der aus realisierten Mehrerlösen bei den Tarifeinnahmen gespeist wird. Zu klären ist langfristig die Finanzierung des Ersatzes ursprünglich mit Fördermitteln angeschafften Anlagevermögens, da über die laufenden Zuschüsse der Gesellschafter dafür keine Mittel amortisiert werden. In der mittelfristigen Finanzplanung bis 2017 sind für die entsprechenden Ersatzbeschaffungen liquide Mittel der Kapitalrücklage vorgesehen und ausreichend. Die Gesellschaft ist keinen wesentlichen Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungskursschwankungen in Bezug auf die verwendeten Finanzinstrumente (insbesondere Forderungen und Verbindlichkeiten) ausgesetzt. Das Unternehmen verfügt über ein Risikomanagementsystem. Das aktuell gültige Risikohandbuch trat im März 2012 in seiner überarbeiteten Fassung in Kraft. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 241 von 497 OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Kaolinstraße 12 06126 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30 T€ Hallesche Verkehrs-AG Vetter GmbH Omnibus- und Mietwagenbetrieb 15 15 % 51,00 49,00 Gegenstand des Unternehmens: I. Gegenstand des Unternehmens ist die Beförderung von Personen im Rahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere die Durchführung von Linien-, Gelegenheits- und Schülerverkehr. Gegenstand der Gesellschaft sind weiter die Planung, Effizienzprüfung und die Gestaltung eines kundenorientierten und wirtschaftlich Öffentlichen Personennahverkehrs sowie alle mit der Durchführung der Verkehrsleistungen im Zusammenhang stehende Tätigkeiten, wie auch das Erbringen von Kraftfahrzeuginstandsetzungsleistungen, Nutzfahrzeugserviceleistungen sowie entsprechenden Serviceleistungen. II. III. Die Gesellschaft kann gleichartige oder ähnliche Unternehmen im Inland errichten, erwerben und sich an solchen beteiligen oder deren Vertretung übernehmen sowie Zweigniederlassungen errichten. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Unternehmen die dem öffentlichen Verkehr dienen, sind explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Dr. Vetter, Wolfdietrich c) Beteiligungen unmittelbar Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH T€ 1 % 1,70 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 242 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 79 21 0 2010 % 78 22 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 8.048 2.180 3 T€ 8.345 2.295 7 T€ 8.241 2.523 14 % 77 23 0 T€ -297 -115 -4 % -4 -5 -57 Bilanzsumme 10.231 100 10.647 100 10.778 100 -416 -4 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 4.730 1.766 36 3.693 6 % 46 18 0 36 0 T€ 4.623 1.977 35 4.005 7 % 43 19 0 38 0 T€ 4.620 2.011 36 4.101 10 % 43 19 0 38 0 T€ 107 -211 1 -312 -1 % 2 -11 3 -8 -14 Bilanzsumme 10.231 100 10.647 100 10.778 100 -416 -4 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Aufwendungen aus Verlustübernahmen Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 11.302 873 6.724 3.244 1.265 653 21 37 156 117 9 108 -633 -525 2011 T€ 11.001 917 6.605 3.229 1.217 669 15 37 164 12 9 3 -635 -632 2010 T€ 10.625 1.154 6.302 3.477 1.154 753 13 37 160 -91 9 -100 -535 -635 Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 243 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,95 2,05 1.373 109 26,65 2011 0,02 0,05 1.219 108 27,09 2010 -0,94 -1,90 1.054 107 29,52 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 78,50 46,24 53,76 31.12.2011 78,30 43,42 56,58 31.12.2010 76,32 42,87 57,13 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Fahrplan-km 3.894.000,00 31.12.2011 3.963.000,00 31.12.2010 4.276.000,00 Angaben in km Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 244 von 497 e) Lagebericht Geschäftsverlauf/Rahmenbedingungen Die OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH erbringt Linienverkehrsleistungen im Rahmen der Verkehrsfinanzierungssatzung des Landkreises Saalekreis für den Genehmigungszeitraum bis 30. April 2019. Insofern sind die Markt- und Rahmenbedingungen für das Unternehmen konstant. Im Auftragsverkehr für die HAVAG haben sich die vertraglichen Festleistungen nicht verändert. Die Auslastung der vorhandenen Kapazitäten des Unternehmens wird durch die Übernahme von zusätzlichen Leistungen im Stadt-, Schienenersatz- und Gelegenheitsverkehr verbessert. Im Jahr 2012 wurden rd. 3.894.000 Fahrplankilometer realisiert, darunter 314.000 Kilometer im Bedarfsverkehr. Damit sind die im Wettbewerbsverfahren festgeschriebenen Verpflichtungen erfüllt. Investitionen Die Investitionstätigkeit des Unternehmens wurde durch den Zugang von insgesamt fünf neuen und zwei gebrauchten Omnibussen im Geschäftsjahr 2012 geprägt. Die Lieferung von drei Niederflur-Omnibussen Irisbus Crossway mit Diesel-Antrieb erfolgte im September, weitere zwei Fahrzeuge dieses Typs sind im November geliefert worden. Im August erwarb die OBS ein gebrauchtes Niederflurfahrzeug vom Typ MB O 530, des Weiteren im Dezember ein gebrauchtes Niederflurfahrzeug vom Typ MB O 530 CNG mit Gasantrieb. Insgesamt betrug das Gesamtvolumen der Fahrzeuganschaffungen im Geschäftsjahr 2012 TEUR 922. Die Finanzierung erfolgte im Wesentlichen durch die Aufnahme von Krediten. Zur Finanzierung von drei Neufahrzeugen wurde der Gesellschaft 2012 durch den Landkreis Saalekreis ein Investitionszuschuss in Höhe von TEUR 175 bewilligt, der im September ausgezahlt wurde. Mit den getätigten Investitionen wurde den Anforderungen des Nahverkehrsplanes und der Verkehrsfinanzierungssatzung des Landkreises Saalekreis entsprochen. Die Wertberichtigungsquote für KOM erhöhte sich leicht von rd. 59 % im Jahr 2011 auf rd. 61 % im Geschäftsjahr 2012. Zum 31. Dezember 2012 verfügt das Unternehmen über insgesamt 96 Omnibusse. Vermögenslage und Liquidität Im Geschäftsjahr 2012 verminderte sich die Bilanzsumme des Unternehmens im Vergleich zu 2011 um TEUR 416. Ursache hierfür ist im Wesentlichen der Wertverlust im Anlagevermögen in den Positionen Gebäude, Technische Anlagen und Maschinen sowie bei den Omnibussen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und anderen Kreditgebern erhöhten sich leicht (um TEUR 80) aufgrund der Investitionskreditaufnahmen in Höhe von insgesamt TEUR 1.037 und der erfolgten Tilgungen in Höhe von TEUR 957. Im Geschäftsjahr 2013 werden die Tilgungsleistungen voraussichtlich TEUR 1.088 betragen. Die Fremdkapitalquote verminderte sich im Wirtschaftsjahr auf 36,5 % (Vj.: 38,0 %). Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2012 beträgt TEUR 1.329 (Vj.: TEUR 1.464). Die Liquidität der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2012 jederzeit gegeben. Ertragslage Die Ertragslage der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2012 verbessert. Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zu 2011 (TEUR 11.001) um 2,7 % auf TEUR 11.302, absolut um TEUR 301. In Höhe von TEUR 914 (Vj.: TEUR 914) sind Ausgleichszahlungen für verbundbedingte Belastungen durch den Landkreis Saalekreis ausgewiesen. Trotz rückläufiger Einwohnerentwicklung sowie sinkender Auszubildendenzahlen in der Region konnte eine Erhöhung der Fahrscheineinnahmen in Höhe von 3,6 % erzielt werden, was eine Stabilisierung der unterjährigen Liquidität der Gesellschaft bewirkte. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 245 von 497 Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen ist um 1,8 % gestiegen, insbesondere infolge der im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöhten Preise für Treibstoffe, absolut um insgesamt TEUR 119. Der Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren stieg im Geschäftsjahr 2012 um TEUR 159 (6 %), wobei allein der Treibstoff im Eigenverbrauch mit TEUR 138 enthalten ist. Der prozentuale Preisanstieg für Diesel betrug seit dem Jahr 2009 32,6 % und bei Erdgas 52,7 %. Der Aufwand für bezogene Leistungen konnte leicht um 1 % (TEUR 40) reduziert werden. Für zusätzliche Leistungen im Stadtverkehr im Auftrag der HAVAG und Leistungen im Schienenersatzverkehr für die Bahn sind zusätzliche fremde Fahrpersonale eingesetzt worden. Der Aufwand für eigenes Personal in Höhe von TEUR 3.244 entspricht annähernd dem Vorjahreswert (TEUR 3.229). Grundlage dafür war der moderate Tarifabschluss für die Jahre 2011 und 2012. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auch in diesem Geschäftsjahr um 2,4 % (TEUR 16) gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dieser Wert wird u. a. durch eine positive Schadensbilanz sowie daraus resultierende Nachlässe bei der Versicherungsprämie beeinflusst. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens in den einzelnen Sparten stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: 2012 TEUR Jahresergebnis nach Sparten Regionalverkehr davon Buchgewinne davon periodenfremder Ertrag Stadtverkehr für HAVAG Mietwagen-/Gelegenheitsverkehr Technischer Bereich/Handelsware/Vermietung -6 (17) (54) 33 75 6 2011 TEUR -99 (44) 0 -10 92 20 Die Sparte Regionalverkehr wird beeinflusst durch einen periodenfremden Ertrag in Höhe von TEUR 54 aus der Jahresabrechnung 2011 der Verkehrsfinanzierungssatzung und TEUR 17 aus Buchgewinnen, sodass das bereinigte Jahresergebnis der Sparte TEUR -77 beträgt. Die im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 50 höheren Abschreibungen auf Omnibusse in der Sparte Regionalverkehr resultieren aus den weiterhin forcierten Anstrengungen des Unternehmens zur Erneuerung des Fuhrparks. Der Materialaufwand für Treibstoffe erhöhte sich aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 8 % höheren Einkaufspreise deutlich. Durch eine Dieselpreisbindung im Unternehmensverbund in Höhe von EUR 1,1500/Ltr. mit Wirkung von Februar bis Mitte Juli und anschließend EUR 1,1484/Ltr. bis November 2012 konnte ein noch höherer Kostenanstieg abgemildert werden. Im Geschäftsjahr 2012 blieben die vertraglichen Festleistungen im Stadtverkehr im Auftrag der HAVAG stabil. Durch die im Jahr 2012 zusätzlich beauftragten Linien- und Straßenbahnersatzverkehrsleistungen wurde ein wichtiger Deckungsbeitrag in der Sparte erbracht. Es konnte vor allem daher ein positives Ergebnis in Höhe von TEUR 33 erzielt werden. Auch im Jahr 2012 war das Unternehmen bestrebt, weitere Aufträge zur Auslastung der vorhandenen Ressourcen zu akquirieren. Ein bedeutender Beitrag zur Deckung der Unternehmens-Gemeinkosten konnte durch die verstärkte Beauftragung im Schienenersatzverkehr für die Deutsche Bahn aufgrund von längerfristigen Streckenbaumaßnahmen (Halle-Bitterfeld) erzielt werden. Der Umsatz übertraf das Niveau des Jahres 2012 um TEUR 226. Andererseits sank der Umsatz im sonstigen Gelegenheitsverkehr um ca. TEUR 50. Im Dezember 2012 wurde der OBS der Genehmigungsbescheid für Gelegenheitsverkehr KOM nach §§ 48, 49 PBefG bis zum 31. Dezember 2022 erteilt. Risiken Wirtschaftliche Risiken ergeben sich für das Jahr 2013 insbesondere aus der allgemeinen Kostenentwicklung für die Herstellung von Leistungen des ÖPNV, insbesondere infolge der Entwicklung der Treibstoffpreise. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 246 von 497 Durch eine Dieselpreisbindung in Höhe von EUR 1,1574/Ltr. ab Januar 2013 wurde die Unsicherheit der Entwicklung des Ölmarktes und des Dieselpreises reduziert. Die Auswirkungen des Anstieges des nicht besicherten Gaspreises an der Erdgastankstelle der VNG-Erdgastankstellen GmbH belasten dagegen die wirtschaftliche Situation stark, da 18 % des Fuhrparks aus Gasfahrzeugen besteht. In den Haustarifverhandlungen 2011 konnte nach Ablauf des alten Tarifes ein Abschluss mit der ver.di mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2012 erfolgen. Für das Jahr 2011 ergab sich daraus ein Lohnanstieg um 0,64 %, für 2012 in Höhe von 0,72 %. In den Verkehrsunternehmen im Raum Halle/Saalekreis ist die Entwicklung des Tarifniveaus durch überdurchschnittlich hohe Abschlüsse im TV-N (Tarifvertrag Nahverkehr Sachsen-Anhalt) und Haustarifverträgen mit der ver.di gekennzeichnet. Die Tarifverhandlungen der OBS mit der ver.di wurden für 2013 mit einem Anstieg um 1,43 % und für 2014 um 4,47 % im Vergleich zu 2012 abgeschlossen. Die Entwicklung in den folgenden Jahren führt zu weiteren Kostensteigerungen bei den Personalkosten. In der Verkehrsfinanzierungssatzung des Landkreises Saalekreis wird dem Unternehmen gemäß § 11 (3) die Möglichkeit eingeräumt, einen Ausgleich zu beantragen, wenn die betrieblich erforderliche Fahrpreisentwicklung aufgrund der Beschlusslage der Gremien des MDV nicht durchsetzbar ist. Die Antragstellung wird im Jahr 2013 erfolgen. Bisherige Abstimmungen mit dem Landkreis Saalekreis deuten auf einen teilweisen Ausgleich des Personalkostenanstiegs hin. Auf dieser Grundlage wird trotz schwieriger Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2013 wieder von einem leicht positiven Jahresergebnis der OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH ausgegangen. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 247 von 497 Saalebus GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Freiimfelder Straße 74 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Hallesche Verkehrs-AG Vetter GmbH Omnibus- und Mietwagenbetrieb 12,5 12,5 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Leistungen der Personenbeförderung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie im Gelegenheitsverkehr und Reiseverkehr. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Unternehmen die dem öffentlichen Verkehr dienen, sind explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Krüger, Roberto Schlicht, Rüdiger Aufsichtsrat Vorsitzender Vorsitzender Girard, Francois Schwarz, Vinzenz Blumenau, Gerd Dr. Vetter, Wolfdietrich Pietsch, René (bis 30.11.2012) (seit 17.12.2012) (seit 01.07.2012) (bis 30.06.2012) Verkehr Saalebus GmbH Seite 248 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 0 100 2010 % 0 100 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Aktiver Unterschiedsbetrag Vermögensverrechnung aus T€ 0 331 T€ 0 297 0 T€ 0 273 % 0 100 T€ 0 34 % 0 11 Bilanzsumme 331 100 297 100 273 100 34 11 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen zur Sachanlagevermögens Rückstellungen Verbindlichkeiten Zuschüssen Finanzierung und des T€ 130 0 % 39 0 T€ 85 6 % 29 2 T€ 82 % 30 T€ 45 -6 % 53 -100 41 160 13 48 31 175 10 59 43 148 16 54 10 -15 32 -9 Bilanzsumme 331 100 297 100 273 100 34 11 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1.964 20 649 860 425 0 0 50 16 -12 46 46 2011 T€ 1.750 10 493 833 442 0 0 -8 3 -13 2 2 2010 T€ 1.698 3 481 817 434 2 3 -32 -4 -14 -14 -14 Verkehr Saalebus GmbH Seite 249 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 2,34 54,44 46 64 43,35 2011 0,13 2,83 2 57 47,36 2010 -0,83 -14,61 -14 57 48,02 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 39,36 60,64 28,45 71,55 30,10 69,90 31.12.2011 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Fahrplan-km Platz-km 797.653,00 k m 64.563.092,00 k m 31.12.2011 799.968,00 64.872.795,00 31.12.2010 800.422,00 64.792.713,00 Angaben in km km Verkehr Saalebus GmbH Seite 250 von 497 e) Lagebericht A. 1. Geschäftsverlauf einschließlich Geschäftsergebnis und Geschäftslage Geschäftsverlauf einschließlich Geschäftsergebnis Das Geschäftsjahr 2012 verlief geordnet. Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft waren gesichert. Dem Unternehmenszweck beeinträchtigende Vorgänge und Geschäftsrisiken waren nicht gegeben. Insgesamt wurde eine Verkehrsleistung von 797.652 km erbracht. Die Saalebus GmbH schloss das Jahr 2012 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 45,9 (Vorjahr TEUR 2,3) ab. Der Personalbestand betrug 2012 durchschnittlich: Insgesamt: davon Arbeiter: davon Angestellte 31 Personen 30 Personen 1 Person Es wurden 2 weibliche Arbeitskräfte beschäftigt. 1 Arbeitnehmer war das ganze Jahr krank. 2. 1. Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Die Umsatzerlöse liegen mit 14,2% über dem Plan. Sie konnten zum Vorjahr um 12,2% gesteigert werden. Die Aufwendungen liegen mit 13,9% über dem Plan. Zu den Vorjahreswerten kam es zu einer Steigerung von 9,2 %. 2. Finanzlage Die Liquidität des Unternehmens war im Berichtsjahr gesichert. 3. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Saalebus GmbH belief sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 331,5. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr 2011 (TEUR 296,9) um TEUR 34,4 erhöht. Das Umlaufvermögen erhöhte sich ebenfalls um TEUR 34,6. Das Eigenkapital in Höhe von TEUR 130,4 hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 45,9 erhöht. B. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken und Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres Der Aufsichtsrat der Saalebus GmbH hat in seiner Sitzung am 17.12.2012 dem Wirtschaftsplan für das Jahr 2013 zugestimmt. Allerdings wurde seitens des Gesellschafter HAVAG die Anlage 2 zum Verkehrsbedienungsvertrag zwischen der HAVAG und der Saalebus GmbH, welche die Vergütung der Verkehrsleistung beinhaltet, noch nicht unterzeichnet. Somit kann das im Wirtschaftsplan vorgesehene Kilometerentgelt nicht berechnet werden. Dies führt seit 01.01.2013 zu einer Kostenüberziehung von 0,03 €/km. Die entstehenden Kosten der Saalebus GmbH resultieren hauptsächlich aus bestehenden Verträgen mit den Gesellschaftern sowie tarifvertragliche Reglungen, so dass für die Geschäftsführung hier kaum Möglichkeiten zum Handeln bestehen. Der daraus resultierende Kilometerpreis kann nur noch beschränkt als wettbewerbsfähig angesehen werden. Nur durch die Direktvergabe der Leistungen von der HAVAG an die Saalebus GmbH auf der Grundlage des Konzernprivilegs werden gesicherte Einnahmen erzielt. Unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen ist abzuwarten, wie sich der Rechtsrahmen zukünftig entwickelt, wovon die weitere Entwicklung der Saalebus GmbH abhängt. Maßgeblich ist auch in wie weit der Beschluss des Nahverkehrsplan der Stadt Halle zur Entlohnung des Fahrpersonals umgesetzt werden muss und welchen Einfluss die politischen Entscheidungen der Landesregierung zur Anwendung von Tarifverträgen haben. Verkehr Saalebus GmbH Seite 251 von 497 Auch lässt die weitere Kürzung der Verkehrsleistung bei der HAVAG am Ende des Jahres 2013 einen Einfluss auf die Leistungsvergabe an die Saalebus GmbH erwarten. Aus unserer Sicht ist mit einer negative Entwicklung der Saalebus GmbH zu rechnen. Verkehr Saalebus GmbH Seite 252 von 497 Servicegesellschaft Saale mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Große Ulrichstraße 57 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 50 T€ Hallesche Verkehrs-AG Leipziger Servicebetriebe GmbH 25,5 24,5 % 51,00 49,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Dienstleistungen in der Stadt Halle (Saale) und den umliegenden Landkreisen jedweder Art, insbesondere in den Bereichen Sicherheits- und Kontrolldienste, u. a. Fahrausweisprüfung Reinigung und Pflege von Fahrzeugen Reinigung und Pflege von Gebäuden, Glas und sonstigen baulichen Anlagen Landschaftsbau und Vegetationspflege Parkraumbewirtschaftung Beförderungsleistungen aller Art zu Freizeit- und Erholungszwecken, soweit sie nicht unter das Personenbeförderungsgesetz und das Luftverkehrsgesetz fallen Vermietung von Beförderungsmitteln aller Art zu Freizeit- und Erholungszwecken außer PKW und Bussen Die Gesellschaft darf ferner alle sonstigen Geschäfte betreiben, die der Erreichung und der Förderung ihres Gesellschaftszweckes unmittelbar oder mittelbar dienlich sind. Sie ist berechtigt, sich an anderen Unternehmen zu beteiligen und Betriebe anderer Unternehmen für deren Rechnung zu führen. Sie darf Zweigniederlassungen errichten. Öffentlicher Zweck: Am Gegenstand des Unternehmens wird deutlich, dass sich der öffentliche Zweck dieses Unternehmens aus § 116 Abs. 2 GO-LSA ergibt, da es sich im ÖPNV betätigt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Aufsichtsrat Vorsitzender Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzender Milewski, Thomas Girard, Francois Schwarz, Vinzenz Middelberg, Ulf Rensmann, Kai Eichler, Heike (bis 30.11.2012) (seit 01.12.2012) (seit 03.05.2012) (bis 18.04.2012) (seit 01.12.2012) Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 253 von 497 Aufsichtsrat Mahlert, Eckard Pietsch, René (seit 01.07.2012 30.11.2012) (bis 30.06.2012) bis d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 36 46 18 2010 % 36 42 22 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Aktive latente Steuern T€ 92 115 45 T€ 92 107 53 1 T€ 101 101 54 7 % 38 38 21 3 T€ 0 8 -8 -1 % 0 7 -15 -100 Bilanzsumme 252 100 253 100 263 100 -1 0 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Passive latente Steuern T€ 129 70 51 % 51 28 20 T€ 128 87 36 % 50 34 15 T€ 112 102 25 21 % 43 39 9 8 1 T€ 1 -17 15 % 1 -20 42 2 1 2 1 3 0 0 Bilanzsumme 252 100 253 100 263 100 -1 0 Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 254 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 5 1 3 1 1 1.409 24 141 1.059 27 201 0 2011 T€ 1.413 21 157 987 23 234 0 0 33 16 2 15 15 2010 T€ 1.334 79 178 924 21 260 0 30 5 2 23 23 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,08 0,87 28 28 73,94 2011 1,10 13,87 39 28 68,78 2010 1,73 25,77 44 28 65,35 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 36,25 51,13 48,87 31.12.2011 36,04 50,49 49,51 31.12.2010 37,75 42,71 57,29 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Umsatzrendite bezogen auf Betriebsergebnis Wertschöpfung je Mitarbeiter gesamt 0,33 27,09 31.12.2011 2,37 27,18 31.12.2010 3,00 26,16 Angaben in % TEUR Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 255 von 497 e) Lagebericht A. 1. Darstellung des Geschäftsverlaufes Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft Stetiges Wachstum in Deutschland ist ohne Wachstum in Europa undenkbar – und umgekehrt. Denn Deutschland ist Stabilitätsanker und Wachstumsmotor für Europa. Das gilt für seine Reformbereitschaft, seine öffentlichen Finanzen und eine stabile Währungs- und Finanzordnung. Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes auf 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: 3,1 %), vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr weniger zugelegt haben als Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalt mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Dieses geringe Wachstum hat dennoch ausgereicht, dass Sachsen-Anhalt in 2012 erstmals in seiner Geschichte einen kleinen Teil seiner Schulden abgetragen hat. Das teilte Finanzminister Herr Jens Bullerjahn vorab zum Haushaltsabschluss mit. Ursprünglich war das erst für 2013 geplant. Höhere Einnahmen und Ausgabendisziplin hätten dazu beigetragen. Dies wird sich auf die Länder- und Kommunalhaushalte entscheidend auswirken. In Halle ist damit die Erhöhung der Hebesätze verbunden, wie zum Beispiel bei der Grundsteuer, die 2013 einen Rekord-Hebesatz von 500 erreichen wird. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 %-Punkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 %-Punkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2011 gegenüber 2010 betrug 808 Einwohner. Der bestehende Konsolidierungsdruck auf den Hauptauftraggeber, der die Geschäfte der Gesellschaft prägt, setzt sich fort und treibt somit den Ausbau der bestehenden Geschäftsfelder voran. 2. Leistungsbereiche, Umsatz und Auftragsentwicklung Die SGS konnte im Geschäftsjahr 2012 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 1.409 (Vorjahr T€ 1.413) verzeichnen, welche in diesem Geschäftsjahr ausschließlich durch Leistungen des Kerngeschäfts erbracht wurden. Davon entfielen T€ 665 (Vorjahr T€ 658) auf die Fahrausweisprüfung, T€ 620 (Vorjahr T€ 609) auf die Fahrzeug- und Gebäudereinigung, T€ 88 (Vorjahr T€ 126) auf den Winterdienst und T€ 36 (Vorjahr T€ 20) auf die Vegetationspflege, welche im Geschäftsjahr weiter ausgebaut wurde. Der Rückgang im Winterdienst ist mit den ausgebliebenen extremen Wetterlagen zu erklären und entspricht daher dem Planansatz. Im Bereich der Reinigung konnten zusätzliche Umsätze mit der HAVAG sowie Dritten realisiert werden, die die ausgebliebenen Umsätze mit der HWS vollständig kompensieren. Hierbei ist die Beauftragung der Haltestellenreinigung über die Wintermonate hervorzuheben. Weiterhin wurde das Geschäftsfeld in der Vegetationspflege gestärkt. In der Fahrausweisprüfung wurden spezielle Prüfaufträge für die Vetter GmbH durchgeführt. Insgesamt konnte dem Absinken der Umsätze entgegengewirkt werden. 3. Beschaffung und Investitionen Die wesentlichen Aufwandspositionen entfallen im Geschäftsjahr auf Personalaufwand, Materialaufwand (Fremdleistungen, Fahrzeugkosten, Leasing und Tanken) und Miete. Dabei wurden bestehende Rahmenverträge bzw. Konditionen anderer Unternehmen genutzt. Investitionen wurden in Höhe von T€ 28 getätigt. Der Hauptteil fällt dabei auf die Beschaffung moderner Winterdiensttechnik, die Erstbeschaffung von Kleingeräten für die Vegetationspflege und die Reinigung sowie für die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Insbesondere der Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Bereich Winterdienst liegt deutlich unter Vorjahresniveau. Die Kosten für Fahrzeuge und damit verbunden Leasing und Tanken liegen über Vorjahresniveau. Hierfür liegen die Ursachen in der zusätzlichen Beauftragung von Leistungen in der Anlagenpflege und Haltestellenreinigung. Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 256 von 497 Die Kosten für Fremdleistungen betreffen Personaldienstleister und Leistungen, die von der HAVAG bezogen werden. 4. Finanzierungsmaßnahmen Fremdkapitalaufnahmen waren im Geschäftsjahr nicht erforderlich. Die Investitionen wurden durch Mittel aus der laufenden Geschäftstätigkeit und dem Finanzmittelbestand finanziert. 5. Personal- und Sozialbereich Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 52 Arbeitnehmer beschäftigt, zum 31. Dezember 2012 waren es 52. Der Personalaufwand im Geschäftsjahr betrug T€ 1.059. Die Entlohnung der Mitarbeiter erfolgt nach einer firmeninternen Arbeitsvertragsrichtlinie, die zum 01.01.2012 aktualisiert wurde. Ausgaben für Aus- und Weiterbildung im Geschäftsjahr betrugen T€ 13. Unterweisungen zum Arbeitsschutz erfolgten entsprechend den gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften. Die Gesellschaft hat dafür einen Dienstleister zum Thema Arbeitsschutz vertraglich gebunden. Berufskrankheiten und schwere Arbeitsunfälle sind im Berichtszeitraum nicht vorgekommen. 6. Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres In der Fahrausweisprüfung ist zu Jahresbeginn das Handbuch zu den Kulanzregelungen in Kraft getreten, welches eine kundenorientierte Fahrgastprüfung zum Ziel hat. Dadurch sollen einzelne Vorgänge schneller bearbeitet und eine verbesserte Kundenzufriedenheit erreicht werden. Die im Jahr 2009 begonnene Einführung des E-Tickets in der Tarifzone der HAVAG wurde im laufenden Geschäftsjahr mit neuen Angeboten fortgesetzt. Dies bedeutet für die SGS eine fortlaufende Anpassung der Arbeitsabläufe der Fahrausweisprüfung. Grundsätzlich wurde der Ablauf der Kontrolltätigkeit überarbeitet und um kundenorientierte Vorgehensweisen erweitert. Ebenso wurde den Änderungen im Zuge des Tarifwechsels zum 01.08.2012 Folge getragen. Die Fahrausweisprüfung konnte sich aufgrund der guten Leistungen und den weitreichenden Erfahrungen sowie vielseitigen Kenntnissen in den Kontrolltätigkeiten rund um die Fahrgastbeförderung weiter verbessern und somit die vorhandenen sowie neue Auftraggeber mit speziellen Prüfleistungen bedienen. Des Weiteren soll das vorhandene Fachwissen zu Tarifen und Bediengebieten erweitert, übergreifender und zielgerichteter eingesetzt werden. Im Bereich der Reinigung wurde zur Einhaltung der Reinigungsintervalle in der Fahrzeugreinigung sowie Glas- und Gebäudereinigung das Vorgabenprogramm weiter verbessert und gemeinsam mit den Auftraggebern an die veränderten Rahmenbedingungen für die Durchführung einzelner Reinigungsarten angepasst. Dabei steht die bedarfsgerechte Reinigung im Vordergrund. Die im letzten Jahr beauftragte Anlagenpflege wurde angepasst sowie erweitert und beinhaltet nunmehr auch die regelmäßige Pflege von Liegenschaften der HAVAG, die außerhalb von Halle liegen. Erstmalig erhielt die Gesellschaft eine durchgängige Beauftragung für die Reinigung der Haltestellen. Hierfür wurden weitere Reinigungsverfahren und Technik getestet, die zu einer Ressourcenschonung sowie Qualitätsverbesserung führen. Entsprechende Mittel für Maßnahmen sind in der Wirtschaftsplanung 2013 berücksichtigt worden. Im Bereich der Gebäudereinigung konnte in diesem Geschäftsjahr der vorhandene Kundenstamm ausgebaut und weitere Aufträge abgearbeitet werden. Dabei wurden Erfahrungen gesammelt, die geholfen haben die Arbeitsprozesse ganzheitlich zu verbessern. Damit eng verbunden ist die Objektreinigung für die HAVAG in der Freiimfelder Straße, wo nunmehr überwiegend die Leistung durch die SGS erbracht wird. Aufgrund der weiter vorangeschrittenen Baumaßnahmen im Osten des Liniennetzes der HAVAG wurde der Vertragsumfang im Winterdienst um die fertig gestellten Haltestellen sowie weiteren Liegenschaften der HAVAG und Drittkunden erweitert, die in Eigenregie beräumt werden. Um den Anforderungen des Auftraggebers sowie dem technischen Fortschritt zu folgen, wurde mit Beginn der Winterdienstsaison 2012/2013 ein Fahrzeug mit Soletechnik angemietet. Die Testerfahrungen werden nach Abschluss der Saison ausgewertet und eine Umsetzbarkeit auf das Winterdienstkonzept geprüft. In der Gesellschafterversammlung vom 23. Mai 2012 wurde der Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2011 festgestellt. Das Ergebnis in Höhe von T€ 16 wurde der Gewinnrücklage zugeführt. Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 257 von 497 Am 29. November 2012 wurde in der Sitzung des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2013 bestätigt sowie die Mittelfristplanung bis 2017 zur Kenntnis genommen. Des Weiteren wurde die Bestellung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BRV AG als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2012 beschlossen. Die SGS wird in den Konzernabschluss der Stadtwerke Halle GmbH einbezogen und vollkonsolidiert. Eine Umsatzsteuerliche Organschaft besteht seit 01.01.2006 mit der HAVAG. B. 1. Darstellung der Lage Vermögenslage Der Buchwert des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2012 beträgt T€ 92 (Vorjahr T€ 92). Das langfristige Vermögen beläuft sich auf T€ 126 (Vorjahr T€ 131), darin enthalten ist ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 34, der verauslagte Investitionskosten auf zwei Mietobjekte beinhaltet, die durch eine Verrechnung der Mietzahlungen mit den Mietkosten rückerstattet werden. Die Gesellschaft verfügt zum Ende des Geschäftsjahres über ein Eigenkapital von T€ 129 (Vorjahr T€ 128). Dies sind 51 % (Vorjahr 51 %) der Bilanzsumme. Das Anlagevermögen ist damit zu 140 % (Vorjahr 140 %) durch Eigenkapital finanziert. 2. Finanzlage Die verfügbaren liquiden Mittel zum 31. Dezember 2012 belaufen sich auf T€ 59 (Vorjahr T€ 71). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen T€ 51 (Vorjahr T€ 36). Es ergibt sich ein Liquiditätsgrad 1. Grades von 116 % (Vorjahr 198 %). Die Liquidität war über das gesamte Geschäftsjahr gesichert. 3. Ertragslage Der Jahresüberschuss vor Steuern beträgt im Geschäftsjahr T€ 5 (Vorjahr T€ 34). Dies entspricht einer BruttoUmsatzrendite von 0,4 % (Vorjahr 2,4 %). Der Jahresüberschuss nach Steuern beträgt im Geschäftsjahr T€ 1 (Vorjahr T€ 16). Dies entspricht einer Netto-Umsatzrendite von 0,1 % (Vorjahr 1,1 %). In den folgenden Jahren wird bei steigenden Umsätzen eine Fortführung des Unternehmenserfolges angestrebt. C. Hinweise auf wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Als wesentliches Risiko der SGS wird, wie bereits in den Vorjahren, der überwiegende Umsatz mit der HAVAG eingeschätzt. Jedoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schäden aufgrund der Vertragslage und der von den Gesellschaftern getragenen Philosophie auf mittlere Sicht gering. Hieraus ergibt sich somit auch die Chance der Gesellschaft, auf Basis einer relativ sicheren Auftragslage über Prozessoptimierungen Kosteneinsparungen zu realisieren und so das Ergebnis zu verbessern. Die stärkere Einbindung in die Stadtwerke Halle GmbH, durch die sich aus dem Strategieprozess „SWH - Kompass 2020“ ergebenden Ziele, ist eine wesentliche Chance für die Gesellschaft. Aufgrund der Verflechtung der Gesellschaften können durch die Erbringung von Leistungen für andere Konzernunternehmen Einsparungen, Synergieeffekte und Qualitätsverbesserungen realisiert werden. Daher wird intensiv an speziellen Leistungsangeboten gearbeitet, welche Alleinstellungsmerkmale aufweisen und die Prozesse der Konzernunternehmen ergänzen. In der Ausweitung der Leistungserbringung auf die Unternehmen der Stadtwerke Halle GmbH und somit auch auf die Stadt Halle liegen große Potenziale für die SGS. Die Gesellschaft wird weiterhin aktiv an der Generierung von Umsatz auf dem Drittmarkt arbeiten, um so dem Konsolidierungsdruck im kommunalen Bereich entgegenzuwirken. Des Weiteren wird somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt. Um dies zu erreichen, wird angestrebt, die Leistungen im Bereich der Haltestellenreinigung zu erweitern sowie weitere Spezialleistungen, wie Graffitientfernung und Anlagenpflege, anzubieten. Dadurch soll der Umsatz in diesem Bereich gesteigert sowie eine positive Entwicklung des Betriebsergebnisses gewährleistet werden. Die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft wird in monatlich stattfindenden Beratungen mit Hilfe einer Soll-Ist Analyse ausgewertet. Eine Vorschau der wirtschaftlichen Entwicklung wird vierteljährlich für das Geschäftsjahr und jährlich im Rahmen der mittelfristigen Planung aktualisiert. Die Liquidität wird permanent überwacht sowie die kurz- und mittelfristig Verfügbarkeit sichergestellt. Das bestehende Risikomanagementsystem der Gesellschaft wurde weiterentwickelt. Im Geschäftsjahr wurden die speziellen Risiken im Rahmen der jährlichen Risikoinventur neu eingeschätzt, Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten entsprechend bewertet und Frühwarnindikatoren angepasst. Es erfolgt monatlich eine Betrachtung der definierten Risiken und die Darstellung geeigneter Maßnahmen. Weiterhin soll die Umsetzung und Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden. Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 258 von 497 D. Berichterstattung nach § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, liegen nicht vor. Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 259 von 497 3.4 WOHNUNGSWIRTSCHAFT Wohnungswirtschaft Seite 260 von 497 Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Kaolinstraße 4 06126 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 256 T€ GWG Gesellschaft für WohnGewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH und 256 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Instandhaltung und Instandsetzung, Betreuung und Sanierung von Gebäuden und baulichen Anlagen. Das Unternehmen ist berechtigt, zur Realisierung des Gesellschaftszweckes Grundstücke zu erwerben, zu bebauen und zu belasten. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Gesellschaftszweck unmittelbar oder mittelbar gefördert werden kann. Sie kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben anderer Unternehmen bedienen, sich an ihnen beteiligen oder solche Unternehmen sowie Hilf- und Nebenbetriebe errichten, erwerben und pachten. Öffentlicher Zweck: Es handelt sich um ein Unternehmen der Wohnungswirtschaft, dessen öffentlicher Zweck sich aus § 116 Abs. 2 GOLSA ergibt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Damm, Bert (bis 31.12.2012) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 261 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 12 86 2 2010 % 10 87 3 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 195 1.339 30 T€ 147 1.241 37 T€ 160 1.896 36 % 8 90 2 T€ 48 98 -7 % 33 8 -19 Bilanzsumme 1.564 100 1.425 100 2.092 100 139 10 Treuhandvermögen 7 0 7 0 7 0 0 0 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 526 543 495 % 34 35 31 T€ 526 484 415 % 37 34 29 T€ 526 983 583 % 25 47 28 T€ 0 59 80 % 0 12 19 Bilanzsumme 1.564 100 1.425 100 2.092 100 139 10 Treuhandverbindlichkeiten 7 0 7 0 7 0 0 0 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3.407 -82 40 1.663 983 49 455 4 1 218 4 214 2011 T€ 3.411 30 168 1.899 1.031 35 579 7 1 71 4 67 2010 T€ 6.909 -1.075 46 3.564 1.520 34 619 10 152 5 147 0 0 0 0 0 0 Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 262 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 6,28 40,71 264 129 29,21 2011 1,96 12,74 102 103 28,56 2010 2,13 27,97 181 134 25,85 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 12,43 33,62 66,38 31.12.2011 10,29 36,89 63,11 31.12.2010 7,66 25,13 74,87 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 263 von 497 e) Lagebericht 1 1.1 Darstellung des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses Rahmenbedingungen Die Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH (BHT) ist das 100%ige Tochterunternehmen der GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH (GWG). Zum Leistungsumfang gehören Instandhaltungs-, Instandsetzungs-, Sanierungs- und Wartungsarbeiten an Wohngebäuden in den Bereichen Haustechnik (Heizung/Lüftung/Sanitär), Maurer/Fliesenleger, Elektro, Innenausbau sowie Schlüsseldienst. Aufgrund der durch die Gesellschafterin (GWG) im Vorjahr beschlossene Neuausrichtung der BHT, das Inhouse-Geschäft zu intensivieren und weiterzuentwickeln, wurden im Geschäftsjahr 2012 ein Großteil der möglichen Leistungen für die GWG erbracht (Inhouse-Geschäft). 1.2 Geschäftsverlauf Die Geschäftsentwicklung der BHT ist auch im Berichtsjahr wieder positiv. Um die Arbeitsabläufe effektiv gestalten zu können, wurde eine enge Zusammenarbeit in der Planungsphase zwischen der GWG und der BHT notwendig. Damit konnte eine Kontinuität in der Auslastung erreicht werden. Wie bereits in den letzten Geschäftsjahren waren die Schwerpunkte unserer Tätigkeit die Instandhaltung, Instandsetzung, Sanierung und Wartung des Wohnungsbestandes unserer Gesellschafterin. Des Weiteren konnte die Durchführung der Notdiensteinsätze durch die Bereiche Haustechnik und Elektro für die GWG problemlos abgesichert werden. Die Umsatzerlöse setzten sich wie folgt zusammen: Umsatz GWG Umsatz Sonstige T€ T€ 3.262 (96 %) 145 ( 4 %) Es wurden Nachunternehmen für Leistungen gebunden, die nicht zum Profil der Gesellschaft gehören sowie zur Kompensation von Auftragsspitzen. Im Rahmen der Restrukturierung wurden auf der Grundlage des Personalentwicklungskonzeptes der BHT vom November 2011 folgende Personal- und Strukturanpassungen vorgenommen: Die Schlüsseldienstleistungen wurden in die Struktureinheit Innenausbau eingebunden. Ein Teamleiter sowie ein kaufmännischer Mitarbeiter wurden freigesetzt (betriebs- bedingte Kündigung). Die Umsetzung der Maßnahmen aus der Personalentwicklungskonzeption ist noch nicht vollständig abgeschlossen und wird planmäßig im Geschäftsjahr 2013 fortgesetzt. Wie in den vergangenen Jahren erfolgten auch 2012 für die Mitarbeiter und Führungskräfte der BHT zielgerichtete Weiterbildungsmaßnahmen. 1.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Bilanzsumme hat sich mit T€ 1.564 gegenüber dem Vorjahresstichtag (T€ 1.425) um 9,7 % erhöht. Unverändert zum Vorjahresstichtag ist das Anlagevermögen vollständig durch Eigenkapital abgedeckt. Durch die um T€ 139 erhöhte Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote auf 33,6 % verringert. Bezogen auf die Bilanzstruktur ergaben sich auf der Aktivseite wesentliche Veränderungen durch die Erhöhung des Finanzmittelfonds (um T€ 141), des Anlagevermögens (um T€ 48), sowie der Vorräte (um T€ 10). Dem gegenüber steht eine Verringerung der Forderungen (insgesamt um T€ 53). Auf der Passivseite wurde die Erhöhung der Bilanzsumme durch die um T€ 80 gestiegenen Verbindlichkeiten sowie die um T€ 59 erhöhten sonstigen Rückstellungen verursacht. Die Liquidität der Gesellschaft war jederzeit gesichert. Investitionen wurden vollständig aus eigenen Mitteln finanziert. Der Finanzmittelfonds beläuft sich am Bilanzstichtag auf T€ 957. Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 264 von 497 Die Ertragslage der Gesellschaft hat sich weiter verbessert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf T€ 218 (Vorjahr T€ 71). Das nach Abzug sonstiger Steuern verbleibende Jahresergebnis von T€ 214 wird aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages an die GWG abgeführt. 2 2.1 Weitere Entwicklung Chancen der künftigen Entwicklung Durch die Fokussierung auf das Inhouse-Geschäft ist es der Gesellschaft möglich, das Auftragsvolumen den Kapazitäten der einzelnen Struktureinheiten anzupassen. Es ist davon auszugehen, dass das Kerngeschäft und die in den letzten Jahren durch die BHT begonnene Neuausrichtung auf das Angebot der Leistungen:    Beseitigung von Graffitischäden, Bauwerks- und Fugenabdichtungsarbeiten sowie Betoninstandsetzung auch weiterhin von großer Bedeutung für das Mutternehmen und somit auch für die BHT sein wird. Die Absicherung von erforderlichen Notdienstleistungen wird ebenfalls einen hohen Stellenwert einnehmen. Die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen müssen weitergeführt und den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden, um auch zukünftig eine positive Geschäftsentwicklung erzielen zu können. Durch weitere fachspezifische Qualifikation der Mitarbeiter können wir den steigenden Anforderungen unserer Auftraggeber gerecht werden. 2.2 Risiken der künftigen Entwicklung Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind keine Risiken erkennbar, die den Bestand der Gesellschaft gefährden oder einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Sollten kurzfristig gravierende Einschnitte im Investitions- bzw. lnstandhaltungsverhalten der GWG notwendig werden, würde sich das sofort nachteilig auf die Auslastung der Gesellschaft auswirken. Deshalb ist es von großer Bedeutung das innerbetriebliche Rapportsystem sowie das Berichtswesen und die Abstimmungsprozesse zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft kontinuierlich zu pflegen. Die BHT begegnet der Korruption im Rahmen ihrer internen Organisation. Hierzu sind unter anderem Verhaltensregeln in der Betriebsordnung der Gesellschaft dokumentiert. Das im Unternehmen eingerichtete Risikomanagementsystem muss entsprechend den spezifischen Bedürfnissen der Gesellschaft weiterentwickelt werden. 2.3 Prognose Für die nächsten Jahre ist davon auszugehen, dass das lnhouse-Geschäft zwischen GWG und BHT fortgeführt wird. Der Anteil der Leistungen für die Gesellschafterin wird wie bisher bei mindestens 90 % liegen. Die für das Geschäftsjahr 2013 möglichen Baumaßnahmen wurden Anfang des Jahres zwischen der GWG und der BHT abgestimmt und durch die Vergabekommission der GWG bestätigt. Somit ist zum großen Teil eine Auslastung der Mitarbeiter für das Jahr 2013 bereits gewährleistet. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass auch das laufende Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abschließen wird. Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 265 von 497 EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale)* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Am Stadion 5 06122 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Eigenbetrieb 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Der Zweck des Eigenbetriebes ist die Erbringung gebäudewirtschaftlicher Leistungen zum Raum-, Bewirtschaftungs-, Sanierungs-, Modernisierungs- und Unterhaltungsbedarf an städtischen und städtisch angemieteten Gebäuden einschließlich Neu- und Erweiterungsbau. Die Leistungserbringung erfolgt auf der Basis von Serviceverträgen/-vereinbarungen bezogen auf die dem Verwaltungsvermögen zugeordneten Grundstücke und Gebäude in seiner Gesamtheit. (2) Zweck des Eigenbetriebes ist ferner die bedarfsgerechte Steuerung der Versorgung der Organisationseinheiten der Stadtverwaltung mit Gebäuden und Räumen und den dazugehörigen Grundstücken im Rahmen der Serviceverträge und -vereinbarungen. (3) Im Rahmen der sachgerechten Bewirtschaftung wird der Eigenbetrieb als ganzheitlicher Dienstleister in folgenden Bereichen tätig: Finanzen, Buchhaltung, Controlling; Verträge, Ausschreibung, Vergabe; Neu- und Erweiterungsbau, Projektplanung; Instandhaltung (Bauunterhaltung/Reparaturen), Instandsetzung (Modernisierung) Umbau und Verbesserung; Flächenmanagement und Betreuung des Mieter-Vermietermodells; Vorbereitung Abriss und Vermarktung; Energiemanagement; Bewirtschaftung; Beschaffung von Leistungen und Waren für die Gebäudebewirtschaftung; Gebäudeverwaltung einschließlich der Verwaltung von Leerstandsobjekten; Pflege und Unterhalt der Außenanlagen für Grundstücke; Umzugsmanagement. (4) Der Eigenbetrieb kann mit Leistungen nach Absatz 1 auch für städtische Eigenbetriebe, Gesellschaften, Anstalten und Stiftungen tätig werden. Bei Maßnahmen, in die städtische Mittel einfließen, ist die Leistungsübernahme in Form von Betreuung und Kontrolle durch den Eigenbetrieb erforderlich. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck des Unternehmens ergibt sich aus einem Annex. Das Unternehmen zeichnet sich für die Betreuung von Immobilien anderer städtischer Unternehmen verantwortlich. * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 266 von 497 b) Besetzung der Organe Betriebsleitung Bielecke, Bernd Betriebsausschuss Vorsitzender Neumann, Wolfram Hopfgarten, Klaus Kohlberg, Uwe Menn, Christoph Röhr, Christine Schramm, Rudenz Sprung, Michael Wildgrube, Martina Wolter, Tom (bis 30.11.2012) (bis 30.11.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 0 31.12.2010 T€ 0 Betriebsausschuss 0 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 2 98 0 2010 % 3 97 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 635 28.359 1 T€ 772 26.771 3 T€ 914 30.516 5 % 3 97 0 T€ -137 1.588 -2 % -18 46 -67 Bilanzsumme 28.995 100 27.546 100 31.435 100 1.449 5 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.598 265 3.101 23.971 60 % 5 1 11 83 0 T€ 1.588 322 4.070 21.543 23 % 6 1 15 78 0 T€ 1.587 380 4.204 25.218 46 % 5 1 13 81 0 T€ 10 -57 -969 2.428 37 % 1 -18 -24 11 161 Bilanzsumme 28.995 100 27.546 100 31.435 100 1.449 5 Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 267 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 32.292 -232 2.527 22.470 7.804 196 3.951 45 117 94 0 0 0 85 9 9 2011 T€ 32.534 -475 1.780 22.262 7.915 210 3.310 86 141 87 0 0 -4 90 1 1 2010 T€ 34.645 -289 3.302 21.782 10.247 225 5.160 31 169 106 15 -15 1 89 1 1 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,03 0,59 205 176 22,56 2011 0,00 0,06 211 171 23,39 2010 0,00 0,05 225 149 27,21 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 2,04 5,51 94,49 31.12.2011 2,77 5,77 94,23 31.12.2010 2,87 5,05 94,95 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Mietfläche Anmietung Stadt Mietfläche Drittvermietung Mietfläche Vermietung an die Stadt 31.12.2011 14.256,26 80.722,29 361.900,13 31.12.2010 16.453,00 83.112,00 369.939,00 Angaben in m ² m ² m ² 15.219,00 74.605,00 343.648,00 m² m² m² Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 268 von 497 e) Lagebericht 1. Darstellung der Geschäftsfelder und des Geschäftsverlaufes Die Vermietung von Mietflächen in städtischen Gebäuden basiert seit 2004 auf dem Vermieter-Mieter-Modell. Auf Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) vom 12. Dezember 2007 sind alle städtischen Objekte, die bis dahin im Sondervermögen des EB ZGM ausgewiesen wurden, in das allgemeine Grundvermögen der Stadt Halle (Saale) zum 1. Januar 2008 rückübertragen worden. Die Rückübertragung hatte weitreichende Folgen für das bestehende Vermieter-Mieter-Modell. Die Vertragsverhältnisse und die Zahlungsmodalitäten waren anzupassen, da nur die Stadt Halle (Saale) als Eigentümerin Mieten von den Ämtern und Drittnutzern verlangen kann. Aus diesem Grund wurde eine Servicevereinbarung abgeschlossen, welche die Erbringung der Dienstleistungen des EB ZGM an den Grundstücken und dazu gehörigen Gebäuden zwischen der Stadt Halle (Saale) und dem Eigenbetrieb regelt. Der EB ZGM ist seitdem weiterhin ganzheitlicher Dienstleister im Sinne einer Verwaltungsgesellschaft. Zu den Aufgaben des EB ZGM gehören die Verwaltung der Mietverträge für die Ämter und Dritte, die Koordinierung und Verrechnung der Betriebskosten, das Flächenmanagement, Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen und die Realisierung von investiven Maßnahmen. Der Eigenbetrieb erhält dafür ein monatliches Serviceentgelt in Höhe der bis zum Abschluss der Servicevereinbarung vereinbarten Mietzahlungen und Bewirtschaftungskosten, die weiterhin durch den EB ZGM erfasst und den einzelnen Objekten zugeordnet werden. Gegenstand der Servicevereinbarung ist die vollständige Leistungserbringung an den bebauten städtischen Grundstücken. Die Realisierung von Investitionsmaßnahmen erfolgte, wie in den Wirtschaftsjahren zuvor, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Mittel bewirtschaftenden Ämtern bzw. Fachbereichen. Durch Leistungsvereinbarungen wurde der Umfang der Tätigkeiten (i. d. R. Bauherrenvertretung bis zur Baufertigstellung und Objektübergabe) geregelt. Dem EB ZGM wurden die Investitionsmittel für die Ausführung der bautechnischen Maßnahmen von den Mittel bewirtschaftenden Ämtern zur Verfügung gestellt. 2012 sind vorwiegend Investitionen zur Brandschutzgrundsicherung an Schulen, geförderte Abbruchmaßnahmen sowie im Stadthaus realisiert worden. Die Gebäudemanagementdienstleistungen für Ämter und Fachbereiche der Stadt Halle wurden auf der Grundlage von Service- bzw. Leistungsvereinbarungen erbracht und in der GuV unter Umsatzerlösen aus anderen Lieferungen und Leistungen und Sonstigen betrieblichen Erträgen eingebucht. Mit Grundsatzbeschluss des Stadtrates zur Restrukturierung vom 18. Juli 2007 wurde beschlossen, dass die Nichtgebäudemanagementleistungen des EB ZGM an die Stadt Halle (Saale) übertragen werden. Im Eigenbetrieb wurden alle dafür erforderlichen organisatorischen Voraussetzungen geschaffen. Die Nichtgebäudemanagementleistungen werden mit Ausnahme der Umzugsleistungen seit dem Wirtschaftsjahr 2011 strukturell und räumlich nicht mehr dem EB ZGM zugeordnet und nicht mehr von ihm geplant. Die Nichtgebäudemanagementdienstleistungen (z. B. Telekommunikation, Post- und Kopierdienst, Fuhrpark, Zentraler Einkauf) wurden im Berichtsjahr weder erbracht, noch in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst. Der Fachbereich Verwaltungsmanagement übernimmt die o. g. Leistungen des EigenBetriebes Zentrales GebäudeManagement gemäß Organisationsverfügung vom 13. Oktober 2010. Die dazu erforderlichen Mitarbeiter wurden zum 15. September 2010 aus dem Eigenbetrieb übergeleitet und nahmen ab diesem Zeitpunkt im o. g. Fachbereich der Stadt Halle (Saale) ihre Tätigkeit wahr. Der Mitarbeiterbestand im Eigenbetrieb reduzierte sich von 197 Mitarbeitern per 31. Dezember 2011 auf 196 Mitarbeiter per 31. Dezember 2012. Von den 196 beschäftigten Mitarbeitern per 31. Dezember 2012 standen dem EB ZGM aktiv lediglich 162 für die Wertschöpfung zur Verfügung. Grund dafür sind u. a. die Inanspruchnahme von Altersteilzeitmodellen (32 MA Altersteilzeit-Freizeitphase) und die befristeten Erwerbsunfähigkeitsrenten (zwei MA). Im Wirtschaftsjahr 2012 erfolgten sieben Neueinstellungen. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 269 von 497 2. Vermögens- und Finanzlage Jahresabschlussanalyse – Vergleich Vermögenslage – Aktiva – Hauptbestandteil des Vermögens des EB ZGM bildete bis zum 1. Januar 2008 das sogenannte Sondervermögen, das sich fast ausschließlich aus dem Immobilienvermögen zusammensetzte. Aufgrund von Auflagen des Landesverwaltungsamtes und Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) vom 12. Dezember 2007 erfolgte die Rückübertragung der städtischen Objekte zur Stadtverwaltung Halle (Saale). Das gesamte Immobilienvermögen (Sondervermögen des EB ZGM) ist zum Stichtag 1. Januar 2008 aus der Bilanz des Eigenbetriebes abgegangen. Der Eigenbetrieb hat auch im Wirtschaftsjahr 2012 gemäß Satzung (§ 2 Zweckbestimmung) an den rückübertragenen städtischen Gebäuden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen einschließlich Neu- und Erweiterungsbau durchgeführt. An folgenden Gebäuden wurden 2012 Baumaßnahmen in großem Umfang vorgenommen: Im Wirtschaftsjahr 2012 wurde der Investitionsmitteleinsatz um TEUR 2.800 bzw. ca. 36 % gesenkt. Hauptursache hierfür ist die Beendigung der bis 2011 gelaufenen Investitionsmaßnahmen aus der Förderung „K II“ (Konjunkturpaket II). Die Vorräte des Betriebes betreffen im Wesentlichen noch nicht abgerechnete Betriebskosten in Höhe von TEUR 18.222 (Vorjahr: TEUR 18.454) und geleistete Vorauszahlungen auf Betriebskosten TEUR 416 (Vorjahr: TEUR 378). Die Liquidität war im Wirtschaftsjahr 2012 ständig und uneingeschränkt gesichert. Ausdruck dafür ist der ausgewiesene Bestand an Liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 1.252 (Vorjahr: TEUR 1.323) sowie Forderungen an die Stadt Halle (Saale) aus dem Cash Pool in Höhe von TEUR 4.851 (Vorjahr: TEUR 4.356). Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 270 von 497 Jahresabschussanalyse – Vergleich Vermögenslage – Passiva – Zum Bilanzstichtag beträgt die allgemeine Rücklage TEUR 1.563. Die Rückstellungen entwickelten sich im Wirtschaftsjahr 2012 wie folgt: 3. Ertragslage In der Gewinn- und Verlustrechnung werden alle Erträge und Aufwendungen aus der Realisierung der durch die Stadt Halle (Saale) an den EB ZGM übertragenen Aufgaben erfasst. Eine organisatorische Trennung der Aufgaben wurde im Wirtschaftsjahr 2012 nicht vorgenommen. Durch die komplexe Untergliederung der Sachkosten ist es möglich, eine Zuordnung der Aufwendungen im Rahmen der Dienstleistungen für die Stadt Halle (Saale), den EB Kita, für Sportstätten und andere Einrichtungen vorzunehmen, die an die Stadt und an Dritte weiterberechnet werden. Im Wirtschaftsjahr 2012 führte der Eigenbetrieb keine Baubetreuungstätigkeiten für externe Dritte aus. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 271 von 497 Zusammensetzung der Umsatzerlöse/betrieblichen Erträge Die Erlöse aus der Vermietung von angemietetem Vermögen haben sich gegenüber dem Vorjahr relativ und absolut betrachtet leicht erhöht. Diese Erhöhung resultiert aus der Steigerung der Anmietflächen (Anmietung Rettungswachen der Feuerwehren). Insgesamt ergibt sich ein monatlicher Durchschnittserlös von EUR/qm 7,28 (Vorjahr: EUR/qm 7,38). Der Rückgang der Erlöse aus der Betriebskostenabrechnung ist auf die geringeren Aufwendungen für Wasserversorgung, Niederschlagswasser, Strom (in Folge Einsatz LED-Beleuchtungstechnik) und Gas zurückzuführen. Aufgrund der Rückübertragung der städtischen Objekte in das allgemeine Grundvermögen der Stadt Halle (Saale) zum 1. Januar 2008 werden wie im Vorjahr 2011 keine Erlöse mehr aus der Vermietung von eigenem Vermögen ausgewiesen. Gemäß der Servicevereinbarung mit der Stadt Halle (Saale) erhält der EB ZGM seit Januar 2008 für die Bewirtschaftung der städtischen Objekte ein monatliches Serviceentgelt in Höhe der bis dahin geleisteten Mietzahlungen und Bewirtschaftungskosten. Diese Erlöse werden im Wirtschaftsjahr 2012 wie 2011 in der GuV-Position 1.b) „Erlöse aus Betreuungstätigkeit“ ausgewiesen. Die daraus erzielten Erlöse aus verwaltungsmäßiger Betreuung haben sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 8.633 auf TEUR 8.059 verringert und entfallen mit TEUR 6.007 (Vorjahr: TEUR 6.563) auf Entgelte aus Vermietung an die Stadt sowie mit TEUR 2.052 (Vorjahr: TEUR 2.070) auf Entgelte aus Vermietung an Dritte. Diese Verringerungen ergeben sich unter anderem aus den Änderungen der Flächennutzungen der Ämter und resultieren vorrangig aus dem Abgang von Gebäuden (Verkauf bzw. Schließung von Schulen). Insgesamt ergeben sich für die Bewirtschaftung der städtischen Objekte folgende monatliche Durchschnittserlöse (pro qm): Die Übrigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Investitionskostenzuschüsse in Höhe von TEUR 1.232 (Vorjahr: TEUR 1.183) sowie Weiterberechnungen an die Stadt in Höhe von TEUR 338 (Vorjahr: TEUR 232). Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 272 von 497 Die Zusammensetzung der betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 34.235 (Vorjahr: TEUR 33.571) stellt sich wie folgt dar: Der Aufwand für Instandhaltung und Instandsetzung betrug im Wirtschaftsjahr 2012 insgesamt TEUR 4.590 (Vorjahr: TEUR 4.293). Die Personalabrechnung für den EB ZGM wurde wie in den Vorjahren als Dienstleistung durch das Amt für Personalservice der Stadt Halle (Saale) durchgeführt. Durch die Reduzierung der Mitarbeiterzahl im Wirtschaftsjahr 2012 um einen MA auf zum Stichtag 196 Mitarbeiter (Vorjahr: 197 Mitarbeiter) wurden die reinen Personalaufwendungen 2012 zwar nominal leicht gesenkt, effektiv durch Tarifsteigerung jedoch wieder erhöht. Letztlich ausschlaggebend für die Absenkung der Gesamtpersonalkosten gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2011 um TEUR 111 ist der Effekt der Rückstellungsauflösung (Altersteilzeit) zu sehen. Unter Berücksichtigung des Verbrauches der o. g. Rückstellungen in Höhe von TEUR 756 und der Zuführung zur Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 263 wurden die Personalaufwendungen im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr gesenkt. Die Personalkostenstruktur zeigt folgendes Bild: Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 273 von 497 Fazit: Die Entwicklung der Ertragslage im Wirtschaftsjahr 2012 ist durch folgende entscheidende Sachverhalte gekennzeichnet:      Verringerung der Serviceentgelte/Mieterlöse insgesamt um TEUR 516 auf TEUR 9.380 (Vorjahr: TEUR 9.896) Verringerung der Erlöse aus Betriebskostenabrechnung um TEUR 474 auf TEUR 18.634 (Vorjahr: TEUR 19.108) Erhöhung der Instandhaltungsaufwendungen um TEUR 297 auf TEUR 4.590 (Vorjahr: TEUR4.293) Verringerung der Aufwendungen für Betriebskosten um TEUR 106 auf TEUR 16.700 (Vorjahr: TEUR 16.806) Verringerung der Abschreibung des Anlagevermögens um TEUR 14 auf TEUR 196 (Vorjahr: TEUR 210). 4. Voraussichtliche Entwicklung einschließlich Chancen und Risiken Der Vollzug der 2008 begonnenen Restrukturierung des Eigenbetriebes Zentrales Gebäudemanagement, die u. a. auf den Vorschlägen eines externen Beratungsunternehmens basiert, ist auch 2012 auf dieser Grundlage fortgeführt worden. Nach der Umstellung der Betriebsleitung von vormals zwei Betriebsleitern auf die Leitung des Betriebes durch einen gesamtverantwortlichen Betriebsleiter und der ersten Stufe der Neuausrichtung, bei der die nicht Gebäudemanagementleistungen im Bereich interner Service zusammengeführt worden sind, sind die nicht Gebäudemanagementleistungen zum 1. Januar 2011 in das wieder gebildete Hauptamt übergeleitet worden. Im Wirtschaftsjahr 2012 sind daher keine Nichtgebäudemanagementleistungen durch den EB ZGM erbracht worden. Die in den Vorjahren begonnene Qualifizierung und Erweiterung der Nutzung des SAP Systems und der Aufbau des CAFMSystems als Arbeitsmittel für die technischen Bereiche und das Immobilienmanagement sind 2012 fortgeführt worden. Dabei standen die prozessorientierte Qualifizierung der Softwareanwendungen und die Strukturierung der damit verbundenen Arbeitsschritte der technischen Objektsachbearbeiter im Vordergrund der Entwicklung. Die Arbeitsorganisation und Leistungsabrechnung der Hausmeisterdienste und der Techniker/Havariedienste ist durch die Einführung eines mobilen elektronischen Zeiterfassungssystems nach einem umfassenden Testbetrieb durch alle Nutzer des mobilen Zeiterfassungssystems eingeführt worden. Das System hat sich in der praktischen Anwendung bewährt und zur Verringerung des Aufwands, zu mehr Transparenz und Datenkonsistenz, verbesserter Dokumentation und nachvollziehbaren Angaben sowie zur schnelleren Bearbeitung und Auswertung der Daten geführt. Die organisatorische Trennung der Bereiche Finanzen und kaufmännisches Immobilienmanagement hat in der Vergangenheit die Abstimmung zwischen dem Haupt- und Nebenbuch erschwert. Um dieses grundsätzliche Problem zu überwinden, ist die Verschmelzung der beiden Bereiche im Wirtschaftsjahr 2011 vorbereitet und 2012 in den relevanten Tätigkeitsbereichen weiter vertieft worden. Die Buchführung des Unternehmens hat damit weiter an Klarheit und Transparenz gewonnen. Durch die Untersuchung der Abläufe bei der Projektbearbeitung und der in den technischen Bereichen ablaufenden Prozesse sind Grundlagen für die Verbesserung der Arbeit im technischen Objektmanagement geschaffen worden. Beim Aufbau und der durchgehenden Einführung des CAFM-Systems geht es nach wie vor auch darum, dieses System mit bereits eingeführten DV-Systemen zu koordinieren und zu verknüpfen und so ein ganzheitliches Arbeits- und Kommunikationsmittel für alle Bereiche des Betriebes zu schaffen. Damit bestehen bessere Voraussetzungen, um die notwendige Strukturierung der Abläufe im Betrieb erreichen und den zukünftigen Anforderungen bei weiter reduziertem Personalbestand gerecht werden zu können. Die 2011 begonnene Erfassung sämtlicher betrieblicher Prozesse ist 2012 fortgeführt und weitgehend abgeschlossen worden. Die Entwicklung des kaufmännischen Controllings ist in Richtung auf ein effizientes Mittel der Betriebsführung fortgeführt worden. Das aussagekräftige Kennzahlensystem ist 2012 ausgebaut worden. Gleichzeitig sind durch die Einführung von Forecast-Betrachtungen, die die Vorausschau auf das zu erwartende Jahresergebnis des Betriebes erlauben, effektive Schritte zur Etablierung eines Frühwarnsystems unternommen worden. Die Implementierung permanenter Baukostenverfolgung und Ergebnisprognose in den zur Anwendung kommenden DVProgrammen ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt im Wirtschaftsjahr 2012 gewesen. Aufgrund der hohen Anzahl der in der Vergangenheit geschlossenen Altersteilzeitverträge hat im Jahr 2012 eine große Zahl von Mitarbeitern die aktive Beschäftigung im Betrieb beendet. Die seit 2008 begonnene konsequente Lehrausbildung ist auch 2012 als Mittel zur Beschaffung geeigneten Personals fortgeführt worden. Mit der begonnenen Kooperation mit Bildungseinrichtungen, die duale Hochschulbildung anbieten, ist diese Form 2012 fortgeführt worden. 2012 hat eine Studentin, die Mitarbeiterin des EB ZGM ist, den dualen Studiengang für die Ausbildungsrichtung Immobilienmanagement an einer Hochschule in der Region fortgeführt. Sie wird dem Betrieb ab 2014 als Immobilienwirtin mit Bachelorabschluss zur Verfügung stehen. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 274 von 497 Die mit Betriebsangehörigen in großer Zahl geschlossenen Verträge im Rahmen der Teilzeitinitiative waren 2012 weiter wirksam und haben zu erheblicher Einsparung der Personalkosten beigetragen. Die Verträge sind für einen Zeitraum von fünf Jahren geschlossen worden und daher bis 2015 wirksam. Der Wirtschaftsplan für 2013 sieht erneut ein ausgeglichenes Ergebnis vor, das wie in den vier vorausgegangenen Jahren unter Mobilisierung aller Ressourcen des Betriebes erreicht werden kann. Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2014 soll dem Betriebsausschuss im September 2013 vorgelegt werden. Dabei liegt der Struktur der Zahlungsströme die Produktstruktur des Haushaltes zugrunde, die mit der Einführung der Doppik in der Kernverwaltung seit Januar 2012 zu vielfältigen Veränderungen in der Zuordnung der Kosten geführt hat. In den Ansätzen für das Wirtschaftsjahr 2014 werden die Auswirkungen für die Beseitigung von Schäden, die das diesjährige Hochwasser verursacht hat, zu berücksichtigen sein. Die Aufwendungen für die Beseitigung der Flutschäden werden derzeit ermittelt. Wesentliche kurzfristige Chancen und Risiken werden derzeit keine gesehen. Mittelfristige Risiken liegen einerseits nach wie vor in der Umsetzung des Umstrukturierungsprozesses und der damit verbundenen Zielrichtung und andererseits im künftigen Bedarf an Immobilienbestand der Stadt und dem daraus resultierenden nicht abschließend bestimmbaren Leistungsumfang für den Eigenbetrieb. Auf diesen Umstand hat die Untersuchung der bbvl zur Organisationsform des Immobilienmanagements der Stadt ausdrücklich hingewiesen. Nach wie vor besteht die Notwendigkeit, dass die Mittel für die Bauunterhaltung der betreuten städtischen Gebäude dem Bedarf an Baureparaturen angepasst werden müssen, um den Gebäudebestand langfristig erhalten zu können. Eine Konzentration auf den Kernbestand an Immobilien ist dabei angezeigt. Die Identifizierung des notwendigen Kernbestandes an städtischen Gebäuden und Grundstücken wird derzeit unter den Voraussetzungen der veränderten Verwaltungsstruktur festgestellt. Weiterhin bestehen Bestrebungen zur Wiedereingliederung des Eigenbetriebs in die Stadtverwaltung. Dies bedarf einer Entscheidung im Stadtrat. Die Liquidität des Eigenbetriebes ist bei bedarfsgerechter Bereitstellung der finanziellen Mittel in Form des Serviceentgeltes durch die Stadt Halle (Saale) gesichert. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 275 von 497 GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Am Bruchsee 14 06122 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 12.782 T€ Stadt Halle (Saale) 12.782 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft bewirtschaftet, verwaltet, betreut und errichtet Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen, insbesondere Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen und Eigenheime. Bei der Bereitstellung von Mietwohnungen sind in angemessener Weise soziale Belange zu berücksichtigen. Die Gesellschaft kann alle im Bereich der Wohnungswirtschaft, des Städtebaus und der Infrastruktur anfallenden Aufgaben übernehmen, bebaute und unbebaute Grundstücke erwerben, belasten und veräußern sowie Erbbaurechte ausgeben, soweit die Ertragslage des Unternehmens dies zulässt. Sie kann Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen, Läden und Gewerbebauten für soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen sowie Dienstleistungen bereitstellen, soweit die Ertragslage des Unternehmens dies zulässt. Die Gesellschaft ist berechtigt, andere Unternehmen zu erwerben oder sich an solchen zu beteiligen oder Zweigniederlassungen zu errichten, soweit dies dem Gesellschaftszweck mittelbar oder unmittelbar dienlich ist und die Ertragslage des Unternehmens dies zulässt. Die Gesellschaft wird sich grundsätzlich an den Regeln über das öffentliche Vergabewesen orientieren. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Wohnungswirtschaft wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Aufsichtsrat Vorsitzender stellv. Vorsitzender Kozyk, Jana Dr. Meerheim, Bodo Tittel, Volker Dr. Fiedler, Christian Koehn, Gottfried Krausbeck, Elisabeth Kriedemann, Angelika (bis 27.06.2012) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 276 von 497 Aufsichtsrat Schachtschneider, Andreas Schuh, Temba Stäglin, Uwe Thielecke, Carsten (seit 28.06.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 16 31.12.2010 T€ 16 Aufsichtsrat 16 c) Beteiligungen unmittelbar Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH T€ 256 % 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 90 10 0 2010 % 91 9 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 297.820 33.777 52 T€ 298.749 30.194 82 T€ 303.174 31.700 60 % 91 9 0 T€ -929 3.583 -30 % 0 12 -37 Bilanzsumme 331.649 100 329.025 100 334.934 100 2.624 1 Treuhandvermögen 4.702 0 4.971 0 5.632 0 -269 -5 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 168.308 8.750 7.884 146.197 510 % 51 3 2 44 0 T€ 165.846 8.963 5.524 148.200 492 % 50 3 2 45 0 T€ 166.025 9.177 6.976 152.265 491 % 50 3 2 45 0 T€ 2.462 -213 2.360 -2.003 18 % 1 -2 43 -1 4 Bilanzsumme 331.649 100 329.025 100 334.934 100 2.624 1 Treuhandverbindlichkeiten 4.702 0 4.971 0 5.632 0 -269 -5 Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 277 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Unverteilter Bilanzgewinn des Vorjahres Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 44.861 517 161 1.220 23.908 4.953 6.285 1.512 214 285 6.186 4.414 227 1.877 -1.650 300 2 2.462 3.342 247 5.557 2011 T€ 45.349 -681 141 1.256 21.783 4.791 6.162 1.534 67 479 6.686 5.655 1.933 4.561 -2.628 114 2 2.911 722 291 3.342 2010 T€ 45.083 406 147 918 21.302 4.806 6.551 1.388 147 618 7.020 6.252 1.400 4.729 -3.329 -7 2 2.928 1.987 293 4.622 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow : Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote : 1) 2) 2011 6,42 1,79 9.073 447 10,40 2010 6,49 1,81 9.479 448 10,32 Angaben in 5,49 1,51 8.747 441 10,59 2) % % T€ T€ % 1) ohne Einbeziehung der außerplanmäßigen Abschreibungen und der Zuschreibungen unter Einbeziehung der Mitarbeiter in der Passivphase der Altersteilzeit dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 89,63 50,75 49,25 31.12.2011 90,63 50,41 49,59 31.12.2010 90,34 49,57 50,43 Angaben in % % % Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 278 von 497 ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Gewerbeeinheiten Leerstand Gewerbeeinheiten Wohneinheiten Leerstand Wohneinheiten 31.12.2011 100,00 11,00 10.533,00 13,04 31.12.2010 112,00 10,71 10.522,00 12,00 Angaben in E i % n E h i % e n i h t e e i n t e n 113,00 12,39 10.096,00 8,49 Einheiten % Einheiten % Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 279 von 497 e) Lagebericht 1 1.1 Darstellung des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft ist in 2012 weiter gewachsen. In einem schwierigen europäischen Umfeld erwies sich die deutsche Wirtschaft als robust, was sich in einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr widerspiegelte. Trotz der in der zweiten Jahreshälfte merklichen Abkühlung der Konjunktur geht unter anderem das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung für 2013 wieder von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,9 Prozent und in 2014 um mehr als 2,0 Prozent aus. Die Bundesregierung selbst rechnet aktuell mit einem Anstieg in 2013 von 0,4 Prozent. Die gesamtdeutsche Immobilienwirtschaft mit einem Anteil von fast 20 Prozent an der gesamtdeutschen Bruttowertschöpfung konnte von diesen Konjunkturentwicklungen positiv partizipieren. Von der positiven gesamtdeutschen Entwicklung konnte das Land Sachsen-Anhalt jedoch nur bedingt profitieren. Während insgesamt für Deutschland nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes bis Ende 2012 ein leichter Anstieg der Bevölkerung auf 82 Millionen Personen erwartet wurde, ist die Einwohnerzahl in Sachsen-Anhalt weiter gesunken. In der Stadt Halle (Saale) entwickelte sich die Einwohnerzahl ebenfalls rückläufig. Die Gründe in der abwärts gerichteten Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt und in den kreisfreien Städten Halle (Saale), Magdeburg und Dessau-Roßlau sind überwiegend im Geburtendefizit und der Abwanderung zu sehen. Mit 113 Einwohnern je Quadratkilometer weist Sachsen-Anhalt bereits die drittniedrigste Bevölkerungsdichte in Deutschland auf. Der Abwärtstrend wird durch die steigende Lebenserwartung der Menschen in Sachsen-Anhalt etwas gebremst. Der sich weiter vollziehende demografische Wandel stellt für das Land und insbesondere für die Immobilienwirtschaft eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte dar. Die demografischen Prognosen zeigen: Die Bevölkerung wird immer weniger, älter, individueller und in Teilen auch ärmer. Die gegenwärtigen sozioökonomischen Entwicklungstendenzen mit einer Verstärkung sozialer Ungleichheiten und einer Ausdifferenzierung der Lebensstile werden weiter anhalten und sich auch in der Veränderung der sozialräumlichen Strukturen niederschlagen. Die Veränderungen innerhalb des Landes Sachsen-Anhalt vollziehen sich jedoch sehr heterogen. Sowohl Intensität, Altersstruktur als auch Verlauf der Bevölkerungsentwicklung variieren regional deutlich. Die kommunale Wohnungswirtschaft leistet hier einen entscheidenden Beitrag dafür, diesen für die positive Landesentwicklung abträglichen Trends zielgerichtet entgegenzuwirken. Die Entwicklung in der Stadt Halle (Saale) als Universitätsstadt wird wesentlich positiver verlaufen als in den Landkreisen. Für Halle (Saale) wird ein moderater Rückgang der Einwohner von 10 Prozent bis 2025 erwartet. Halle (Saale) profitiert hierbei von einer Abkehr der Suburbanisierung („Stadtflucht ins Umland“) und einer gestiegenen Lebenserwartung der älteren Einwohner. Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Halle (Saale): Einwohner mit Hauptwohnsitz 31.12.2008 Stadt Halle (Saale) dar. Halle-Neustadt 230.900 46.419 31.12.2009 230.377 45.770 31.12.2010 230.831 45.125 31.12.2011 231.639 44.696 31.12.2012 232.535 44.515 Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung lag in 2011 in Sachsen-Anhalt bei 46,8 Jahren und wird sich bis 2025 auf rund 50,3 Jahre erhöhen. Halle (Saale) ist im Durchschnitt mit 44,8 Jahren etwas jünger, soll jedoch auch in 2025 zu mehr als der Hälfte der Einwohner über 50 Jahre alt sein. Die einzige Bevölkerungsgruppe mit starken Zuwächsen stellen die Einwohner über 65 Jahren dar. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Altersstruktur der GWG-Mieter wider. Zurzeit sind ca. 50 Prozent der Mietvertragspartner der Gesellschaft älter als 60 Jahre, etwa 41 Prozent bereits älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 57 Jahren. 1.2 Geschäftsergebnis und Geschäftsverlauf Die Gesellschaft beendete auch das Geschäftsjahr 2012 - trotz des politisch und gesellschaftlich schwierigen Umfeldes sowie der Verpflichtungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Stadt Halle (Saale) - mit einem Jahresüberschuss (T€ 2.462). GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Wohnungswirtschaft Seite 280 von 497 Das Unternehmen bewirtschaftete zum Stichtag 31. Dezember 2012 einen eigenen Hausbesitz von: 31.12.2012 Anzahl Wohneinheiten Gewerbeeinheiten 10.096 113 10.209 Fläche (m²) 568.261 12.470 580.731 31.12.2011 Anzahl 10.533 100 10.633 Fläche (m²) 595.201 12.506 607.707 Im Rahmen der Wohnungseigentumsverwaltung betreute die Gesellschaft zum Stichtag 14 Wohnungseigentumsanlagen in Halle (Saale) sowie im Seepark Salzmünde mit insgesamt 449 Mieteinheiten auf einer Fläche von 20.296 m². 1.2.1 Investitionstätigkeit Im Rahmen des Stadtumbaus kommt der Einheit von Abriss und Aufwertung weiterhin eine zentrale Bedeutung zu. Die GWG hat deshalb auch im Geschäftsjahr 2012 ihr anspruchsvolles Investitionsprogramm weiter fortgesetzt. In 2012 konnte die GWG erstmalig 20 Wohnungen an ihre Mieter übergeben, die außerhalb des Stadtteils Halle-Neustadt liegen. Insgesamt wurden sechs modernisierte und 14 Neubauwohnungen fertiggestellt. Die schrittweise Erweiterung des Wohnungsportfolios auf Wohngebiete außerhalb des Stadtgebietes Halle-Neustadt wurde insbesondere von den Gläubigerbanken der Gesellschaft positiv bewertet und eine Fortsetzung empfohlen. Mit „Boardinghaus weinberg campus“ erweitert die GWG ihr Angebotsportfolio im Bereich der Vermietung möblierter Appartements. Sie reagiert damit auf den bereits zuvor ermittelten Bedarf an Gästewohnungen für viele Unternehmen des ansässigen Technologieparks sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Dafür wurde im Jahr 2012 damit begonnen, drei spätklassizistische Gebäude denkmalgerecht zu sanieren und um zwei Neubauten zu ergänzen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2013 geplant. Die energetische Gebäudesanierung zur Reduzierung der Heizkosten von Wohngebäuden wurde auch in 2012 an einem weiteren Wohngebäude mit 103 Wohnungen fortgeführt. Auch hier wurde wieder eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung eingebaut. Die Aufwertung der sanitären Anlagen sowie die Nachrüstung von Balkonen an Wohnungen, die noch nicht über einen Balkon verfügten, tragen zu einem täglich erlebbaren und erhöhten Wohnkomfort bei. Das altersgerechte Wohnen ist durch den Einbau weiterer Aufzüge, z.T. mit ebenerdigem Zugang in einem Gebäude weiter verbessert worden. Am Ende des Jahres 2012 waren insgesamt fast 26 Prozent aller Wohnungen mit einem Aufzug ausgestattet. Die Gesellschaft hat damit begonnen, ihren Wohnungsbestand schrittweise mit Rauchwarnmeldern auszustatten. Insgesamt wurden in 2012 bereits 2.600 Geräte installiert. Bis Ende des Jahres 2015 werden insgesamt über 36.000 Geräte eingebaut sein. Fast 90 Prozent der vom Bereich Bautechnik beauftragten HOAI-, Wartungs- und Bauleistungen konnten an Firmen innerhalb des Landes Sachsen-Anhalt sowie rund 10 Prozent an Unternehmen aus Sachsen vergeben werden. Investitionen im Geschäftsjahr 2012: T€ Neubau/Umbau einschließlich Altbausanierung Modernisierung Instandsetzung Instandhaltung Gesamt 4.434 2.918 4.692 1.989 14.033 Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 281 von 497 Für die Investitionsmaßnahmen 2012 wurden Darlehen in Höhe von insgesamt T€ 4.079 valutiert. Öffentliche Fördermittel in Form von Zuschüssen standen für die in 2012 durchgeführten investiven Maßnahmen nicht zur Verfügung. Zum Bilanzstichtag belief sich die Leerstandsquote im Gesamtbestand auf 8,6 Prozent. Im marktaktiven Kernbestand ist es der Gesellschaft zum 31. Dezember 2012 gelungen, den Leerstand auf 6,0 Prozent zu reduzieren. Komplett leer gezogene und nicht mehr bewirtschaftete Gebäude/Wohnungen sind dabei nicht mehr Bestandteil der Betrachtung. Die durch den Leerstand verursachte Erlösschmälerung an der Sollmiete erreichte per 31. Dezember 2012 einen Wert von 8,4 Prozent. 1.2.2 Fortsetzung des Stadtumbaus Die nachhaltige Stadtentwicklung ist eine vorrangige sowohl städtebauliche als auch wohnungspolitische Zielstellung. Bei der Bewältigung der städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Folgen von Schrumpfung und Strukturwandel hat sich das Programm „Stadtumbau-Ost“ sehr bewährt. Für eine Fortsetzung der Entlastung von Altschulden als Komplementärförderung konnte sich die Bundesregierung im Jahr 2012 nicht entscheiden. Die Gesellschaft hat ihr Sanierungskonzept gemäß § 6a Altschuldenhilfegesetz im Jahr 2011 vollständig umgesetzt und kann daher keine weiteren Entlastungshilfen beanspruchen. Der weiterhin erforderliche Stadtumbau wird durch den Wegfall dieser Hilfen zu einer größeren Belastung der Gesellschaft als bisher. 1.2.3 Zielgruppenorientierte Quartiersbildung/Wohnkonzepte Die GWG bewirtschaftet als größter Vermieter im Stadtteil Halle-Neustadt rund ein Drittel des im Stadtteil vorhandenen Wohnungsbestandes. Die zielgruppenorientierte Quartiersbildung, insbesondere die Erhöhung der Attraktivität des Wohnens für junge Menschen und Familien und die Gestaltung von Wohnquartieren für Senioren, war auch im Geschäftsjahr 2012 ein Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit. Ziel ist es, für den Standort Halle-Neustadt zu werben und die Wahrnehmung der Gesellschaft als familienfreundliches Unternehmen weiter zu stärken. Neben der vielseitigen Bestandsentwicklung kümmerte sich die GWG stark um die Quartiersgestaltung und das Sozialmanagement. Entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten wurde Verantwortung für intakte Wohn- und Lebensräume und damit Fürsorge für die Entwicklung der Stadt und des Stadtteils sowie seiner Bewohner übernommen. Das Engagement trägt ganz wesentlich dazu bei, die Wohnquartiere zu stabilisieren und funktionierende Nachbarschaften zu erhalten. Insgesamt haben bisher über 1.500 Wohnungen der Gesellschaft neue Zuschnitte bekommen. Mehr Wohnfläche, größere und getrennte WC- und Badbereiche, zusätzlicher Stauraum und flexible Nutzungskonzepte werden nicht nur von Familien gewünscht. Diesen Weg der Produktentwicklung beschreitet die GWG entsprechend den wirtschaftlichen Möglichkeiten konsequent. Die große Nachfrage zeigt den hohen Bedarf an derartigen individuellen, auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Lösungen. 1.2.4 Soziale Verantwortung Die umfassende Betreuung der Mieter über das übliche Vermietungsgeschäft hinaus ist ein wichtiger Bestandteil des aktiven Kundenmanagements. Neben der Bereitstellung von Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung sieht die GWG ihren sozialen Auftrag auch darin, die Lebensqualität ihrer Mieter zu verbessern. Aus diesem Grund unterstützt die Gesellschaft nicht nur zahlreiche ausgewählte lokale Projekte, sondern stellt im Rahmen des Sozialmanagements und der Seniorenbetreuung auch Personal zur Verfügung, das ganz gezielt auf die Bedürfnisse und Probleme der Mieter eingeht. Dem hohen Stellenwert des Mietforderungsmanagements sowie der großen Bedeutung der präventiven Arbeit geschuldet arbeiten zwei Sozialbetreuerinnen intensiv mit den Mietern. Kontinuierlich werden einerseits ein Abbau bzw. die Vermeidung von Ertragsausfällen aus der Vermietung für das Unternehmen und andererseits auch der Erhalt der Wohnung für die betreffenden Mieter angestrebt. Dieses intensive Forderungsmanagement der Gesellschaft Mietenrückstandsquote von 0,7 Prozent (Vorjahr 0,6 Prozent). ermöglichte per 31. Dezember 2012 eine Die Gesellschaft hatte zum Stichtag offene Mietforderungen in Höhe von T€ 341 (per 31. Dezember 2011 T€ 302) zu verzeichnen. Titulierte Forderungen, deren Voll-streckung im Unternehmen erfolglos blieb, werden an ein Inkassobüro zur weiteren Verfolgung übergeben. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 282 von 497 Durch vielfältige, individuelle Serviceleistungen in Kombination mit Wohnraumanpassungen soll den Mietern noch stärker als bisher die Möglichkeit gegeben werden, möglichst lange in der vertrauten Wohnumgebung leben zu können und auch bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit nicht in ein Pflegeheim umziehen zu müssen. Zwei Seniorenbetreuerinnen bündeln hierzu Aktivitäten, bauen Netzwerke zwischen sozialen Trägern, Vereinen sowie Serviceanbietern auf und suchen über Gespräche und Hausbesuche den Kontakt zu den Hilfebedürftigen. 1.2.5 Stadtrendite Die GWG beurteilt im Rahmen des Unternehmenserfolgs bereits seit 2005 ihre Leistungen zur Stadtrendite. Als kommunales Wohnungsunternehmen übernimmt die Gesellschaft Verantwortung für die Stadt, weit über die formale Erfüllung des Wohnraumversorgungsauftrags hinaus. Die Stadtrendite beinhaltet Leistungen, die langfristig Vorteile für das Unternehmensergebnis bewirken, aber auch zu einem wesentlichen Anteil positive Effekte für die Stadt Halle (Saale) bringen. Die Stadtrendite in ihrer Ergebnisbewertung ergänzt die rein finanzwirtschaftliche Renditebetrachtung. Die Maßnahmenkomplexe Stadtentwicklung, Finanzen, Soziales, kommunale Leistungen sowie interne Leistungen für eigene Mitarbeiter sind Bestandteil der Ermittlung und werden hinsichtlich ihrer inhaltlichen Bestimmung geprüft, bewertet und jährlich aktualisiert. Die GWG leistet mit der sicheren, sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung breiter Schichten der Bevölkerung - dazu gehören auch einkommensschwache Bürger sowie Empfänger von Transferleistungen - einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in der Stadt und zur Stabilisierung der Wohnquartiere. 1.2.6 Personalentwicklung und Familienfreundlichkeit Als familienfreundliches Unternehmen konnte die GWG ihre individuelle Unternehmenskultur in ihrer Einheit von Unternehmenszielen, Mitarbeiterzufriedenheit und Kundenorientierung weiterentwickeln und festigen. Schon frühzeitig hat die GWG moderne Methoden in der Personalentwicklung und -bindung praktiziert. Flexible Arbeitszeiten, Jahresarbeitszeit-konten, Teilzeitangebote, Zuschüsse zur Geburt und zum Kindertag, die für drei Jahre nach der Geburt eines Kindes geltende Zusage, nicht aus betriebsbedingten Gründen zu kündigen oder der Anspruch einer einjährigen, individuellen Arbeitszeitregelung bei Übernahme der Pflegeverantwortung für einen Angehörigen sind Beispiele der familienbewussten Personalpolitik. Das in 2006 erteilte Zertifikat zum Audit „berufundfamilie“, welches regelmäßig extern überprüft wird, belegt die nachhaltige Unternehmenspolitik. Die Gesellschaft genießt für ihr Engagement gegenüber ihren Kunden und Mitarbeitern große Anerkennung. Damit nimmt die Gesellschaft eine Vorbildrolle ein, die u. a. auch zu der Mitwirkung in der Unternehmerinitiative „Familienfreundliches Halle“ sowie zur Teilnahme an der Landesinitiative für Familien in Sachsen-Anhalt und am Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ geführt hat. Kooperationen wie diese stärken nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Region als familienfreundlichen Standortfaktor. Des Weiteren ermöglicht die Gesellschaft acht jungen Menschen die Chance zur Ausbildung im Unternehmen. Die Ausund Weiterbildung wird außerdem durch zahlreiche interne und externe Seminare sowie Mitarbeiterschulungen forciert. Darüber hinaus werden regelmäßig Praktikumsplätze vergeben. Unternehmerischer Erfolg beruht auf einer wertebasierten Unternehmenskultur, die Partnerschaft, Dialog, Transparenz und Leistung fördert. Seit Jahren arbeitet die Gesellschaft mit Zielvorgaben, die sich als erfolgreiches Führungselement erwiesen haben und damit zum Unternehmenserfolg beitragen. Das Führen nach Zielen, Transparenz und Delegation sind unverzichtbare Motivationselemente im Unternehmen. 1.2.7 Risikomanagement im Konzern Die Gesellschaft verfügt über ein Risikomanagementsystem, welches den Vorgaben des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) folgt, auf die Erfordernisse der Aufbau- und Ablauforganisation der Gesellschaft ausgerichtet ist und ständig an aktuelle Anforderungen angepasst wird. Das Risikomanagement zielt auf eine aktive Steuerung und Überwachung der Risiken, die sich wesentlich auf den Erfolg des Unternehmens auswirken könnten. Die frühzeitige Erkennung negativer Tendenzen ermöglicht, zeitnah Maßnahmen zur Gegensteuerung zu ergreifen. Ein Kernstück der Informationsaufbereitung stellen die monatlichen Chefzahlen dar. Sie enthalten in zusammengefasster Form wesentliche aktuelle Kennzahlen und Einschätzungen aus allen Bereichen des Unternehmens und der 100 %igen Tochtergesellschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH (BHT). Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 283 von 497 Die Tochtergesellschaft BHT hat sich weiter stabilisiert und beendete das Geschäftsjahr 2012 mit einem Jahresergebnis in Höhe von T€ 214. 1.3 1.3.1 Darstellung der wirtschaftlichen Lagen der Gesellschaft Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr 2011 um T€ 2.624, das entspricht 0,8 Prozent, erhöht. Auf der Aktivseite war vordergründig bei den flüssigen Mittel ein Anstieg um T€ 3.202 zu verzeichnen. Die Sachanlagen hingegen weisen einen rückläufigen Wert aufgrund der Abschreibungen von T€ 8.342 (davon T€ 1.877 außerplanmäßig) aus, denen Investitionen von T€ 7.436 gegenüber stehen. Die Passivseite erhöhte sich vor allem im Bereich der kurzfristigen Rückstellungen (um T€ 3.261) und des ausgewiesenen Bilanzgewinns (um T€ 2.216). Die Zunahme der liquiden Mittel und des Bilanzgewinns ist insbesondere auf den unverteilten Gewinn des Vorjahres zurückzuführen, da die Beschlussfassung durch die Gesellschafterin noch aussteht. Der Anstieg der Rückstellungen ist hauptsächlich durch öffentlich-rechtliche Verpflichtungen begründet. Planmäßige Tilgungen von Darlehen, denen geringere Neuvalutierungen gegenüber stehen, wirkten sich auf die langfristigen Verbindlichkeiten hingegen (um T€ 2.481) vermindernd aus. Einem durchschnittlichen Gebäudebuchwert von € 394,57 je qm stand zum Bilanzstichtag eine durchschnittliche Verschuldung von € 217,79 je qm gegenüber. Das langfristige Vermögen wird ausreichend durch langfristiges Eigen- und Fremdkapital gedeckt, darüber hinaus besteht eine Deckungsreserve von T€10.989. Die Eigenmittelquote wird mit 53,4 Prozent ausgewiesen. Die Höhe dieser beiden Kennziffern wird durch den noch nicht zur Ausschüttung gelangten Bilanzgewinn des Vorjahres beeinflusst, welche sonst mit einer Eigenmittelquote von 52,4 Prozent und einer Deckungsreserve von T€ 7.647 auszuweisen gewesen wären. Die Finanzlage der Gesellschaft stellt sich im Geschäftsjahr 2012 positiv dar. Dies ist hauptsächlich auf Mittelzuflüsse im Bereich des Kerngeschäftes zurück zu führen. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von T€ 12.956 reichte aus, um die planmäßigen Kredittilgungen von T€ 6.378 zu bedienen. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit resultiert insbesondere aus den in 2012 getätigten Investitionen von T€ 7.480, denen nur geringfügige Verkaufserlöse aus Anlagenabgängen gegenüber stehen. Planmäßige und außerplanmäßige Tilgungen von T€ 6.664 führten trotz neuer Darlehensaufnahmen von T€ 4.079 zu einem negativen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von T€ 2.584. Am Ende der Periode war ein Anstieg des Finanzmittelfonds um T€ 3.202 zu verzeichnen. Die Vermögens- und Finanzverhältnisse sind geordnet. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. 1.3.2 Ertragslage Die Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2012 mit einem Jahresüberschuss von T€ 2.462 ab, der überwiegend aus dem Kerngeschäft erwirtschaftet wurde. Das Ergebnis aus der Hausbewirtschaftung verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 2.254, schließt jedoch mit einem Überschuss in Höhe von T€ 10.304 ab. Der Rückgang resultiert vor allem aus höheren Instandhaltungsaufwendungen. Trotz Senkung der Ausgaben für laufende Instandhaltung stiegen die Instandhaltungskosten um T€ 1.943 aufgrund der erforderlichen Bildung einer Rückstellung für öffentlich-rechtliche Verpflichtungen (T€ 2.703). Positiv wirkte sich jedoch die im Geschäftsjahr realisierten Stilllegungen nicht mehr nachgefragter Wohngebäude aus, die zu einer Senkung der leerstandsbedingten Kosten, vor allem hinsichtlich nicht umlagefähiger Betriebskosten (T€ 160) beitrugen. Weiterhin führten moderate Mieterhöhungen entsprechend der Marktlage und die Umlage von Modernisierungskosten zu einem Anstieg der Istmieten (um T€ 325). Das mit T€ -5.687 negative Finanzergebnis resultiert überwiegend aus Zinsaufwendungen für die Darlehen der Gesellschaft, denen aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus nur unwesentliche Zinserträge gegenüber stehen. Die geringfügige Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist auf den Rückgang der Zinsaufwendungen zurück zu führen. Der Anteil des Kapitaldienstes an der Nettomiete beträgt 39,1 Prozent. Außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung auf Wohnbauten sowie unbebaute Grundstücke (T€ 1.877) denen nur geringfügig Zuschreibungen auf Wohnbauten (T€ 227) gegenüber stehen, führten zu einem außerordentlichen Ergebnis von T€ -1.650. Die insoweit eingetretene Verbesserung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus den geringeren außerplanmäßigen Abschreibungen. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 284 von 497 Da die Gesellschaft das Geschäftsjahr 2012 insgesamt mit einem Jahresüberschuss abschließt, ist die Eigen- und Fremdkapitalverzinsung gegeben. Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt für das Geschäftsjahr 2012 2,6 Prozent (Vorjahr: 2,9 Prozent). 2 Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht) Die aktuell vorliegenden Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung zeigen eine abwärts gerichtete Einwohnerzahl des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale). Halle-Neustadt als wirtschaftliches Kerngebiet der Gesellschaft wird ebenfalls an Bevölkerung verlieren. Zur Dimension des Rückganges existieren extern unterschiedliche Auffassungen. Die GWG erwartet daher mit den nächsten Bevölkerungsprognosen eine etwas positivere Entwicklung entgegen der bisher stark pessimistisch geprägten Prognosen. Die Gesellschaft bringt sich in den kommenden Jahren aktiv in die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes ein, welches bis 2015 vom Stadtrat beschlossen werden soll. Dominierendes Thema wird hier der weitere Stadtteil-Schrumpfungsprozess „von außen nach innen sein“. Die Gesellschaft gestaltet ihren Wohnungsbestand bereits seit 2002 mit dem in 2011 beendeten Sanierungskonzept gemäß diesem Trend. Es ist festzustellen, dass nicht alle Marktteilnehmer diesem Trend folgen können oder sich bewusst gegen diese Entwicklung ausrichten. Dem sich insoweit verschärfenden Wettbewerb muss sich die GWG in den kommenden Jahren stellen, sieht sich aber aufgrund des langfristig ausgerichteten Unternehmenskonzeptes gut gerüstet. Aufgrund der weiteren Differenzierung in der Nachfrage nach Haushaltstypen, Lebensstilen, Einkommensgruppen und Alter werden sich auch die Wohnquartiere innerhalb von Halle-Neustadt weiter differenzieren. Einheitliche Wohnkonzepte für einen Großteil der Bevölkerung können nicht mehr wie in den Vorjahren erfolgreich angeboten werden. Aus diesem Grund hat die weitere Entwicklung von zielgruppengerechten Wohnungen und Dienstleistungen große Bedeutung für die unternehmerische Tätigkeit. Die GWG wird auch in 2013 weiter in ihren Bestand investieren. Insgesamt sind € 11,7 Mio. für größere Bauprojekte und für zahlreiche Einzelmaßnahmen zur Sanierung und Modernisierung des GWG-Bestandes vorgesehen. Mit insgesamt € 7,8 Mio. werden die im Geschäftsjahr 2012 begonnenen Investitionsmaßnahmen in 2013 beendet. Entsprechend dem Gesellschafterbeschluss vom 07. Februar 2008 muss die GWG seit dem Geschäftsjahr 2008 Beiträge zur Sanierung des städtischen Haushalts in einer Gesamthöhe von € 42,6 Mio. leisten. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen, der derzeitigen und künftigen Mehrbelastungen hat die Gesellschaft eine Streckung des letzten ausstehenden Ausschüttungsbetrages in Höhe von € 4,6 Mio. auf maximal drei Jahre vorgeschlagen, sodass der Gesamtbeitrag zur Haushaltskonsolidierung der Stadt Halle (Saale) bis zum Jahr 2014 vollständig erbracht sein wird. Familienfreundlichkeit ist ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur der Gesellschaft. Die GWG wird als familienfreundliches Unternehmen auch zukünftig ihre individuelle Unternehmenskultur weiterentwickeln und festigen. Die erneute Zertifizierung im Rahmen des Audit „berufundfamilie“ im Jahr 2012 ist mit einem Drei-Jahres-Plan verbunden. Etwa ein Sechstel der Arbeitnehmer der GWG hat einen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen. Dies ermöglicht dem Unternehmen frühzeitig den Ersatz von Fachkräften gezielt und wirtschaftlich zu gestalten. Die GWG hat dafür ein Personal- und Organisationskonzept aufgestellt, welches bis 2013 alle erforderlichen Maßnahmen personeller und organisatorischer Art bündelt. Die Umsetzung wird planmäßig fortgesetzt. Die Gesellschaft sieht keinen betriebsbedingten Stellenabbau vor. Die Gesellschaft verfügt als Steuerungsinstrument zur mittelfristigen Prognose des Unternehmenserfolges über eine Bilanz-, Wirtschafts- und Finanzplanung. Auf dieser Grundlage können wesentliche Kennzahlen der zukünftigen Unternehmensentwicklung prognostiziert werden. Diese 3-Jahres-Planung wird jährlich überprüft und an veränderte Rahmenbedingungen sowie an die Entwicklungen der Risikofaktoren angepasst. Die Gesellschaft geht auch für die folgenden Geschäftsjahre von einer weiterhin stabilen Unternehmensentwicklung aus. 3 3.1 Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung (Risikobericht) Chancen der künftigen Entwicklung Die GWG bewirtschaftet ihren Wohnungsbestand im Rahmen ihrer Ertragskraft in einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsmodell und berücksichtigt dabei soziale, städtebauliche und ökologische Aspekte. Der Bedarf an Investitionen wird auch zukünftig auf hohem Niveau bleiben müssen. Wesentliche Grundlage aller Aktivitäten ist immer die Wirtschaftlichkeit. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 285 von 497 Das kommunale und soziale Engagement der Gesellschaft in der Quartiersentwicklung und in der Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement ist ein wesentlicher Beitrag zur Stabilisierung der Wohnquartiere. Für die Gesellschaft besteht hier auch in Zukunft eine ihrer Hauptaufgaben, in deren Ergebnis für die Stadt Halle (Saale) eine Sozialrendite im engeren und Stadtrendite im weiteren Sinn erwirtschaftet wird. Auch in den Folgejahren wird die Energieeffizienz des Gebäudebestandes weiter verbessert. Mit einer nachhaltigen Modernisierung dafür geeigneter Objekte leistet die Gesellschaft einen Beitrag zur weiteren Aufwertung ihres Bestandes und zum Klimaschutz. Neue Ertragspotenziale ergeben sich aus dem Erwerb von Grundstücken, dem Neubau und der Entwicklung von Immobilien außerhalb des Stadtteils Halle-Neustadt. Dabei wird insbesondere das Ziel verfolgt, das Immobilienportfolio schrittweise zu diversifizieren. Die Gesellschaft wird diese Strategie auch in den kommenden Jahren konsequent weiter verfolgen. Das Kerngeschäft bleibt jedoch weiterhin in der Entwicklung und Bewirtschaftung des Immobilienbestandes in Halle-Neustadt. Zu einer der besonderen Aufgaben der Gesellschaft zählt der Umgang mit älter und in Teilen ärmer werdenden Mietern. Diese wachsende Kundengruppe benötigt eine qualifizierte Betreuung und Begleitung im Alltag. Durch die auch in Zukunft fortzuführende Seniorenbetreuung und den Einsatz von Nachbarschaftshelfern stellt sich die GWG dieser Herausforderung mit dem Ziel, ihre Mieter möglichst lange in ihrem vertrauten Wohnumfeld zu halten und damit ihre Kundschaft langfristig an sich zu binden. Die Gesellschaft wird sich zur Umsetzung ihrer Investitionstätigkeit auch weiterhin am Kapitalmarkt refinanzieren und auf konservative Finanzierungsinstrumente zurückgreifen. Insofern Anreize bestehen, zinsgünstige Darlehen bei der KfW zu beantragen, werden auch diese Refinanzierungsmittel genutzt. Alternative und risikobehaftete Formen der Kapitalbeschaffung wird die GWG auch weiterhin nicht nutzen. 3.2 Risiken der künftigen Entwicklung Die aktuelle bundespolitische Richtung, die Altschuldenhilferegelung auslaufen zu lassen und die Probleme der ostdeutschen Wohnungswirtschaft bei der Bewältigung des weiteren Stadtumbaus zu ignorieren, stellt auch die GWG vor höhere finanzielle Belastungen bei der Stadtentwicklung. Rückbau und Abriss werden auch in den Folgejahren zu einer Reduzierung des Immobilienbestandes der Gesellschaft in Halle-Neustadt führen. Dieser Umstrukturierungsprozess wird dann allein durch Eigenmittel der Gesellschaft zu leisten sein. Für die Stadt Halle (Saale) wird auch in Zukunft ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen sein. Im Stadtteil HalleNeustadt wird ein Rückgang der wohnungsnachfragenden Haushalte zwischen 20 und 30 Prozent prognostiziert. Für die Gesellschaft kann das bedeuten, dass ca. 1.800 Wohnungen durch Abriss und Rückbau bis 2025 vom Markt genommen werden müssen. Zur Vorbereitung dieses Umstrukturierungsprozesses hat die Gesellschaft ein Portfoliosystem installiert, welches die Zukunftsfähigkeit des Bestandes objektkonkret untersucht und daraus Perspektiven aufzeigt. Die Gesellschaft geht nicht davon aus, dass das bis zum Jahr 2016 befristete Förderprogramm „Stadtumbau-Ost“ in seiner aktuellen Form verlängert wird. Daraus entsteht zusätzlich das Risiko, dass leerstehende Gebäude wegen fehlender Fördermittel nicht kostendeckend oder gar nicht abgerissen werden können. Die Gesellschafterin Stadt Halle (Saale) hat in den vergangenen Geschäftsjahren zur eigenen Haushaltskonsolidierung insgesamt € 38 Mio. Liquidität aus der Gesellschaft entnommen. Weitere finanzielle Erwartungen der Gesellschafterin in den Folgejahren können nicht ausgeschlossen werden. Die GWG ist mit ihren Planungs-, Portfolio- und Controllinginstrumenten in der Lage, negative Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und geeignete Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Eine enge Vernetzung von Vermietungs- und Investitionsstrategien ermöglicht dabei eine effiziente Risikosteuerung. 4 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht) Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2012 nicht eingetreten. 5 Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft nicht eingesetzt. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 286 von 497 Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Hansering 19 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 102.259 T€ Stadt Halle (Saale) 102.259 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Gegenstand des Unternehmens umfasst die Errichtung, Betreuung, Bewirtschaftung und Verwaltung von Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen, darunter Eigenheime und Eigentumswohnungen. Die Gesellschaft kann außerdem alle im Bereich der Wohnungswirtschaft, des Städtebaus und der Infrastruktur anfallenden Aufgaben übernehmen, Grundstücke erwerben, belasten und veräußern sowie Erbbaurechte ausgeben. Sie kann Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen, Läden, Gewerbebauten, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen und Dienstleistungen bereitstellen und ist berechtigt, Zweigniederlassungen zu errichten, andere Unternehmen zu erwerben oder sich an solchen zu beteiligen. Die Gesellschaft darf auch sonstige Geschäfte betreiben, sofern diese dem Gesellschaftszweck mittelbar oder unmittelbar dienlich sind. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Betätigungen im Bereich der Wohnungswirtschaft dienen einem öffentlichen Zweck und sind unter der Voraussetzung des § 116 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GO-LSA zulässig. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Aufsichtsrat Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Dr. Wahlen, Heinrich Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Zojesky, Hans-Peter David, Dirk Ewert, Gertrud Fritz, Melanie Haupt, Ute Dr. Meerheim, Bodo Rothe, Uwe (bis 30.11.2012) (seit 01.12.2012) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 287 von 497 Aufsichtsrat Sänger, Frank Sommer, Manfred Sprung, Michael Wildgrube, Martina (bis 31.12.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 28 31.12.2010 T€ 26 Aufsichtsrat 25 c) Beteiligungen unmittelbar Genossenschaft Volksbank Halle e. G. Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG T€ 0 50 10 % 0,00 50,00 99,90 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 89 9 2 2010 % 89 9 2 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 483.906 46.211 10.689 T€ 475.090 47.570 8.812 T€ 466.507 48.281 6.646 % 90 9 1 T€ 8.816 -1.359 1.877 % 2 -3 21 Bilanzsumme 540.806 100 531.472 100 521.434 100 9.334 2 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen Dritter Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 250.720 12.569 3.500 273.644 373 % 46 2 1 51 0 T€ 241.948 12.911 3.287 273.326 0 % 46 2 1 51 0 T€ 242.638 13.253 4.082 261.460 1 % 46 3 1 50 0 T€ 8.772 -342 213 318 373 % 4 -3 6 0 Bilanzsumme 540.806 100 531.472 100 521.434 100 9.334 2 Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 288 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Aufwand für Hausbewirtschaftung, Verkaufsgrundstücke und andere Lieferungen und Leistungen Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust und 78.285 1.097 2.625 3.662 35.423 2011 T€ 78.251 -1.261 2.675 4.174 35.402 2010 T€ 78.125 -685 2.043 4.424 34.607 11.546 8.821 8.166 97 0 256 10.836 11.230 12.384 14.646 -2.262 191 5 8.772 7.038 877 14.933 11.250 9.613 9.297 97 0 375 11.054 7.695 2.622 3.770 -1.148 -68 5 6.610 1.089 661 7.038 10.690 9.387 9.245 74 0 276 10.901 9.427 3.990 4.355 -365 -171 6 9.227 85 923 8.389 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 11,20 3,72 17.592 381 13,48 2011 8,45 2,81 16.223 378 13,42 2010 11,81 3,94 18.614 385 12,74 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 89,24 46,36 53,64 31.12.2011 89,38 45,52 54,48 31.12.2010 89,45 46,53 53,47 Angaben in % % % Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 289 von 497 ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Wohneinheiten 31.12.2011 16.536,00 12,27 2.244,00 1,83 290,00 18,28 16,00 0,00 31.12.2010 17.150,00 15,60 2.244,00 2,50 298,00 19,13 15,00 0,00 Angaben in E i % n Wohneinheiten Leasingbestand E h Leerstand Wohneinheiten i % e n Leasingbestand i h Gewerbeeinheiten E t e i e Leerstand Gewerbeeinheiten % i n Gewerbeeinheiten Leasingbestand t E h i Leerstand Gewerbeeinheiten e % e n Leasingbestand i h t e e i n t e n Leerstand Wohneinheiten 16.319,00 10,75 2.244,00 2,05 283,00 16,61 16,00 0,00 Einheiten % Einheiten % Einheiten % Einheiten % Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 290 von 497 e) Lagebericht 1. 1.1. Gesamtwirtschaftliche Lage und Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Lage und Branchenentwicklung Während die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2010 und 2011 einen deutlichen Wirtschaftsaufschwung mit kräftigen Wachstumsraten erlebte, trübten sich die Konjunkturaussichten im Jahr 2012 zunehmend ein. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nur leicht um 0,7 %. Insbesondere die sich zuspitzende Eurokrise sowie die abgeschwächte Dynamik der Weltwirtschaft führten zu dieser schwächeren konjunkturellen Entwicklung. Dennoch waren die Auswirkungen der positiven Entwicklungen aus den Vorjahren auch im Jahr 2012 spürbar. Im gesamtwirtschaftlichen Umfeld hat sich der deutsche Arbeitsmarkt als robust erwiesen und bei Betrachtung der Zahl der Erwerbstätigen und Erwerbslosen insgesamt positiv entwickelt. In 2012 waren in Deutschland soviel Menschen erwerbstätig wie nie zuvor. Die Erwerbslosigkeit befand sich auf dem niedrigsten Stand seit 1991. Vor dem Hintergrund dieser Beschäftigungszunahme, einer moderaten Preisentwicklung und steigenden Löhnen sind auch die real verfügbaren Einkommen gestiegen. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte nahmen in 2012 um ca. 2,3 % zu. Die Verbraucherpreise sind im Jahresdurchschnitt gegenüber 2011 um ca. 2 % gestiegen. Die Wohn- und Wohnnebenkosten spielen für die privaten Haushalte in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle, immerhin machen diese bei deren Ausgaben mit im Durchschnitt gut 30 % den größten Anteil aus. Dieser Teilindex des Verbraucherpreisindexes erhöhte sich in 2012 um 2,3 %. Trotz teilweise spürbar veränderter Lage auf den Wohnungs- und Immobilienmärkten vieler Städte geht dabei die Schere zwischen den Wohnkosten und den Wohnnebenkosten weiterhin deutlich auseinander. Während zu Beginn des 21. Jahrhunderts größere Mietpreissteigerungen noch eher eine Ausnahme darstellten bzw. sich auf stark begrenzte Wohnungsteilmärkte in Großstädten beschränkten, zeichnen sich jetzt bei einer zunehmenden Zahl von Städten steigende Mietentwicklungstendenzen ab. Dennoch haben sich die Nettokaltmieten im gesamtdeutschen Durchschnitt mit einem Anstieg von 1,2 % insgesamt nur unterdurchschnittlich entwickelt. Die Kosten für die Haushaltsenergie haben hingegen erneut deutlich mit 5,6 % zugelegt, die Preise für Umlagen der Zentralheizung und der Fernwärme sogar um 9,4 %. Diese Entwicklung der Energiekosten dynamisiert die Wohnkosten. Eine Begrenzung der Energiekosten durch eine höhere Energieeffizienz von Gebäuden, eine verbesserte Anlagensteuerung und eine Diversifizierung von Energieträgern und von Versorgern wird in den nächsten Jahren deshalb eine zentrale Aufgabe der Immobilienwirtschaft bleiben. Unabhängig davon wird eine umfassende energetische Qualifizierung des Wohnungsbestandes auch zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels erforderlich sein. Auf Gebäude entfallen 40 % der Heizenergie und 30 % der CO2-Emmission. Entsprechende politische Bestrebungen sind weiterhin vorhanden (Novellierung der Energieeinsparverordnung). Am Jahresende lebten nach Schätzung des Statistischen Bundesamtes etwa 82 Millionen Personen in Deutschland. In der Stadt Halle sind die Einwohnerzahlen im Jahr 2012 erneut um ca. 0,4 % angestiegen. Damit kann bereits im dritten Jahr in Folge ein leichter Bevölkerungszuwachs in der Saale-Stadt verzeichnet werden. Die Ursache für diese aktuelle Tendenz liegt jedoch nicht in einem veränderten demografischen Wandel hinsichtlich der Geburten- und Sterbefallentwicklung und hinsichtlich der Altersstruktur der Bevölkerung. Vielmehr wird der aktuelle Trend von einem positiven Wanderungssaldo und von einem weiteren Zuwachs von Studierenden in der Stadt Halle getragen. Die Altersstruktur der Bevölkerung in der Stadt Halle hat sich dabei dahingehend verschoben, dass insbesondere in den Altersgruppen bis 18 Jahre und über 45 Jahre ein Zuwachs zu verzeichnen ist. 1.2. Situation und Rahmenbedingungen der HWG mbH Die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG mbH) hat sich in den letzten Jahren im Hinblick auf ihre Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätssituation positiv entwickelt. Dies zeigen die seit zehn Jahren in Folge positiven Jahresergebnisse sowie das Wachstum von Vermögen und Bilanzsumme. In 2012 erwirtschaftete die Gesellschaft ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 8.772. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 291 von 497 Einem Beschluss des Stadtrates vom 21. November 2012 zufolge sind weitere EUR 6.000.000,00 aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2011 an die Gesellschafterin auszuschütten. Der Gesellschafterbeschluss zur Gewinnverwendung datiert auf den 31. Mai 2013. Seit 2008 führt die HWG mbH ihre Gewinne im Wesentlichen als Vollausschüttung an ihre alleinige Gesellschafterin, die Stadt Halle (Saale), ab. Im Zeitraum von 2008 bis 2011 wurden der Gesellschafterin insgesamt EUR 47,1 Mio. ausgeschüttet. Dieser Liquiditätsentzug hat die Entwicklung der Gesellschaft verzögert. Die einseitige Gewinnverwendung zur Sanierung des städtischen Haushalts hat die Beiträge der Gesellschaft zum Stadtumbau verkürzt. Die Gesellschaft hat dennoch die Leistungen im Bereich der laufenden Instandhaltung auf einem nachhaltigen Niveau gehalten und auch angemessene Bauinvestitionsprogramme realisieren können. Es ist davon auszugehen, dass die Gesellschafterin für den im Berichtsjahr erwirtschafteten Gewinn zumindest eine Teilausschüttung erwartet. Wie bei allen Märkten verändern sich auch stetig die Rahmenbedingungen des Immobilienteilmarktes, in welchem die Gesellschaft tätig ist. Die Gesellschaft hat deshalb bereits in den vergangenen Jahren ihre Verwaltungsstrukturen angepasst und den Mieterservice weiterentwickelt. Die daraus resultierenden positiven Veränderungen zeigen sich auch im Ergebnis und der Entwicklung der leistungswirtschaftlichen Kennziffern des Jahres 2012. Bei den Veränderungen am Halleschen Immobilienmarkt zeigen sich zunehmend Entwicklungsunterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen. Die Folgen der demografischen Entwicklung sind insbesondere in den Stadtrandlagen spürbar. Hier hat sich die Gesellschaft bereits in der Vergangenheit sukzessive von Beständen getrennt. Innenstadtnahe Stadtteile weisen hingegen eine gleichbleibende bis positive Bevölkerungsentwicklung auf. Hier hat die Gesellschaft investiert. Die Gesellschaft profitiert von dieser Differenzierung. Die Lagevorteile ihres Portfolios und dessen weitere Sanierung stabilisieren ihre Marktposition. Durch Zukäufe in den innenstadtnahen Wohngebieten und im Stadtkern wurde das Portfolio der Gesellschaft weiter qualifiziert und die Marktposition verbessert. Bei der Portfolioerweiterung wurde durch die Gesellschaft in 2012 erstmals die Zusammenarbeit mit einem Co-Investor und damit die Mobilisierung von privatem Kapital realisiert. Für den Erwerb, die Entwicklung und Bautätigkeit sowie die anschließende Bewirtschaftung eines Areals im Paulusviertel wurde in 2012 gemeinsam mit der GP Papenburg Hochbau GmbH die Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung mbH gegründet, an der die Gesellschaft zu 50 % beteiligt ist. Der Erwerbsvorgang wurde bereits abgeschlossen. Das Bauantragsverfahren für Sanierung und Neubau läuft zum Berichtszeitpunkt noch. Mit der Umsetzung dieses Projektes wird die HWG mbH über ihre Tochtergesellschaft HGWS erstmals seit geraumer Zeit wieder ein Neubauvorhaben realisieren. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 292 von 497 2. Konsolidierungskreis Mutterunternehmen des Konzerns ist die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG mbH) mit Sitz und Tätigkeitsgebiet in Halle (Saale). In den Konzernabschluss sind das Mutterunternehmen und die Tochterunternehmen HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG, Pullach i. Isartal (HWG KG) und – seit 2012 – die Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung mbH (HGWS) einbezogen. Stammkapital und Beteiligungsverhältnisse werden wie folgt gehalten: Gesellschaft HWG Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Gesellschafter Anteile Stammkapital Stadt Halle (Saale) 100 % EUR 102.259.000 HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Komplementär: Karlo Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, Pullach i. Isartal Kommanditisten: HWG Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH MALIMA Beteiligungs GmbH, Pullach i. Isartal Christian Zeigermann 99,9 % EUR 9.990 0,05 % 0,05 % 50 % EUR 5 EUR 5 EUR 50.000 Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung mbH HWG Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH GP Papenburg Hochbau GmbH 50 % EUR 50.000 Unternehmensgegenstand der HWG KG ist ausschließlich der Erwerb, die Verwaltung, Vermietung und Verwertung der von der HWG mbH im Jahre 2008 durch ein Sale-and-Lease-Back-Geschäft an die Tochtergesellschaft veräußerten Bestände. Die HWG KG hält die zu verwaltenden Bestände bilanziell in ihrem Anlagevermögen. Die HWG KG verfügt über keine eigenen Mitarbeiter. Die Bewirtschaftung der Bestände erfolgt durch Mitarbeiter der Muttergesellschaft, der auch das Ergebnis zufließt. Unternehmensgegenstand der HGWS ist die Sicherung des Wohnungsbestandes in der Stadt Halle (Saale) durch den Erwerb, die Sanierung, den Neubau und die Bewirtschaftung von hochwertigen, überwiegend für Wohnzwecke geeigneten Immobilien, insbesondere aus dem Veräußerungsbestand des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale). Die HGWS hält die zu verwaltenden Bestände bilanziell in ihrem Anlagevermögen. Sie verfügt bis auf zwei Geschäftsführer über keine eigenen Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2013 soll ein Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Muttergesellschaft geschlossen werden. 3. Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr 2012 haben die HWG mbH und der Konzern erneut ein positives Ergebnis erwirtschaftet. In der Hausbewirtschaftung wurden die Leistungsziele erreicht. Die Jahresbauprogramme wurden in einem für die Gesellschaft zufriedenstellendem Umfang realisiert. 3.1. Strategische Ausrichtung Die Gliederung des Portfolios des Mutterunternehmens in Kern- und Desinvestitionsbestand wird wie in den Vorjahren aufgrund aktueller Marktkenntnisse, Rahmenbedingungen und strategischer Planungsszenarien laufend überprüft und gegebenenfalls angepasst. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 293 von 497 Strategische Geschäftseinheiten des Konzerns Konsolidierter Bestand Investitionspool Abrisspool des ds im Konzern Verkaufspool Ankaufspool Kernbestand Desinvestitionsbestand 3.2. Hausbewirtschaftung Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der im Konzern bewirtschaftete eigene Bestand und Leasingbestand nachfrageund nachhaltigkeitsorientiert durch Rückbau, Verkäufe und Sanierungen um weitere 224 Wohn- und Gewerbeeinheiten angepasst. Zum 31. Dezember 2012 verfügt der Konzern über 18.563 Wohneinheiten (VJ 18.780) und 299 Gewerbeeinheiten (VJ 306). Die Umsatzerlöse der Hausbewirtschaftung entwickeln sich seit Jahren trotz abnehmender Bestände mit steigender Tendenz. Insbesondere die Umsatzerlöse aus Mieten sind mit TEUR 1.208 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Dagegen fielen die Umsätze aus Betriebskostenumlagen wegen geringerer Aufwendungen im Vorjahr um TEUR 1.179 geringer aus, so dass die Erhöhung im Geschäftsjahr im Vorjahresvergleich nur TEUR 23 betrug. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 294 von 497 Die Hausbewirtschaftung bildet das Kerngeschäft der Muttergesellschaft HWG mbH. Sie ist organisatorisch der Hauptbzw. Primärprozess. Alle anderen Prozesse sind als Unterstützungs- bzw. Sekundärprozesse zur Verbesserung der Hausbewirtschaftung zu betrachten. Schwerpunkt der Hausbewirtschaftung ist die Vermietung und Verwaltung der Wohnungen im eigenen Bestand sowie in den Leasingbeständen. Für eine Fortschreibung dieser Entwicklungstendenzen ist es erforderlich, die Potentiale des Portfolios stetig mit den aktuellen und künftigen Nachfragebedingungen auf dem Markt in Übereinstimmung zu bringen. Hierfür wird die Gesellschaft in den nächsten Jahren ihren Immobilienbestand weiterhin nachfrageinduziert und nachhaltigkeitsorientiert qualifizieren. Die Bestandsbewirtschaftung wird zunehmend neben wirtschaftlichen und technischen Aufgaben auch die Verstärkung der Sozialkompetenz und tätige Daseinsvorsorge umfassen. Aber auch die Gestaltung von sogenannten „lebensgerechten Wohnformen“ und das „Themenwohnen“ gewinnen immer mehr an Bedeutung. Aufgrund des demografischen Wandels spielt dabei das altenfreundliche Wohnen eine immer größere Rolle. Etwa 30 % der Umsatzerlöse entfallen auf Betriebskosten. Aus der dynamischen Entwicklung der Energiepreise in den letzten Jahren lässt sich ableiten, dass auch zukünftig weiter mit einer steigenden Tendenz zu rechnen ist. Eine stetige Verstärkung der Maßnahmen zur Begrenzung der Energiekosten ist unumgänglich. Mit Sanierungsmaßnahmen, die auch Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude und technischer Anlagen beinhalten, steuert die Gesellschaft bereits seit mehreren Jahren der Kostenentwicklung gegen. Die im Jahr 2011 begonnene energetische Ertüchtigung von Plattenbaubeständen hat die Gesellschaft in 2012 fortgeführt. Der Gebäudebestand im Konzern setzte sich zum Stichtag zu 73 % (VJ 73 %) aus industriell und zu 27 % (VJ 27 %) aus konventionell gefertigten Objekten zusammen. Der Anteil der sanierten und teilsanierten Wohnungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozentpunkte auf 68 % (VJ 65 %) erhöht. Sanierte Bestände sind unverändert marktgängig und stark nachgefragt. Die im Jahresbauprogramm 2012 fertig gestellten und während der Sanierung leer stehenden Investitionsobjekte sind nach ihrer Fertigstellung fast ausnahmslos vollständig vermietet. Im sanierten Bestand wird auch für die Zukunft von einer stabilen Marktposition und nur geringem, ausschließlich fluktuationsbedingtem Leerstand ausgegangen. Der Anteil neu begründeter Mietverhältnisse überstieg in 2012 mit 102 % (VJ 103 %) erneut die Anzahl der beendeten Mietverhältnisse. Dies bewirkte wiederholt einen erheblichen Leerstandsabbau. Die Leerstandsquote liegt mit 9,7 % (VJ 11,0 %) erstmals seit 1996 unter 10 % und erneut deutlich unter dem Marktdurchschnitt in der Stadt Halle. Die Fluktuationsrate im Berichtszeitraum entsprach mit 14 % dem Vorjahresniveau. Die leerstandsbedingte Erlösschmälerung lag im Berichtsjahr bei 9,1 % (VJ 10,8 %). Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 295 von 497 Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr mehr als 150 Mietverhältnisse zur Vorbereitung und Steuerung von Investitions- und Abrissmaßnahmen gezielt beendet. Ein Großteil der Mieter ist nach dem Umzug in den Beständen der Gesellschaft verblieben. Leerstand senkend wirkte sich auch der Abgang von Beständen wegen bevorstehendem Abriss aus. Die Gesellschaft plant einen weiteren Leerstandsabbau. Hierfür sind auch für 2013 und die Folgejahre zielgruppengerechte Investitionen und der Rückbau von dauerhaft nicht mehr benötigten Immobilien sowie gezielte Vermietungsstrategien als Leerstand senkende Maßnahmen vorgesehen. Die Sollmieten haben sich positiv entwickelt. Die durchschnittlichen Sollmieten für Wohnungen betrugen im Berichtsjahr 4,66 EUR/m² (VJ 4,57 EUR/m²). Damit wurde die seit Jahren kontinuierlich steigende Tendenz fortgeführt. Hier zeigen sich die Effekte der Produktverbesserung und der Portfoliobereinigung, aber auch die konsequente Orientierung an positiven Teilmarktentwicklungen. 3.3. Stadtumbau und Stadtentwicklung Investition Die HWG mbH hat im Geschäftsjahr 2012 ein Bauinvestitionsprogramm in Höhe von TEUR 16.405 (VJ TEUR 18.919) realisiert. Im Rahmen der Bautätigkeit wurde die Sanierung von mehr als 650 Wohnungen in Quartieren in der Altstadt, in der Nördlichen Innenstadt, in der Südstadt sowie in Heide-Nord abgeschlossen, davon etwa die Hälfte in bewohnten Gebäuden. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 296 von 497 Die Schwerpunkte lagen dabei in der Komplettsanierung von Blockbauten sowie in der energetischen Ertüchtigung von Plattenbaubeständen. Erstmalig wurde auch eine Anlage zur Gewinnung regenerativer Energie bei einem Investitionsprojekt installiert. Besonders erwähnenswert ist die Fertigstellung des Wilhelm-Friedemann-Bach-Hauses (Große Klausstraße 12), einem historisch wertvollen Denkmal, welches im Rahmen der Händelfestspiele den neuen Nutzern übergeben wurde. Zur Sicherung und zum Ausbau der Marktposition der Gesellschaft ist weiterhin eine nachhaltigkeitsorientierte Qualifizierung des Portfolios durch Modernisierung und Sanierung von Beständen erforderlich. Diese Investitionstätigkeit bildet eine wesentliche Grundlage für die Stabilisierung des Kerngeschäftes, die Hausbewirtschaftung. Aufgrund der aktuellen und der künftig zu erwartenden Marktlage mit nach wie vor bestehenden Angebotsüberhängen und verstärktem Konkurrenzdruck muss sich die Gesellschaft deutlich von den anderen Marktteilnehmern abheben. Einer nachfrageinduzierten und energetisch innovativen Aufwertung der Bestände kommt deshalb immer mehr Bedeutung zu. Die bereits im Jahr 2011 eingeführten Prozessveränderungen bei der Investitionstätigkeit durch eine stärkere Einbeziehung der verwaltenden Bereiche in den Investitionsprozess und eine neu strukturierte Planungsphase tragen hierzu erheblich bei. Zudem konnte dadurch die Planungsqualität deutlich gesteigert werden. In der Folge wird im Jahr 2013 ein höheres Investitionsvolumen umgesetzt werden können. Im Geschäftsjahr 2013 wird das Bauinvestitionsprogramm auf fast 28 Mio. Euro ausgebaut werden. Bauinvestitionen in Plattenbauten im Stadtkern und in Alt- und Blockbauten in innenstadtnahen Stadtteilen sowie die energetische Ertüchtigung von Plattenbauten in Heide-Nord bilden den Schwerpunkt. Parallel dazu wird die HWG mbH im Jahr 2013 unterstützt durch die Stadt Halle einen Ideen- und Realisierungswettbewerb für eine Neubebauung am Riebeckplatz durchführen. Die Installation der vom Landesgesetzgeber geforderten Rauchwarnmelder wird im Jahr 2013 fortgesetzt. Neben der Bautätigkeit der HWG mbH plant die HGWS Mitte 2013 mit dem Sanierungs- und Neubauvorhaben im Paulusviertel zu beginnen. Für Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen hat die Muttergesellschaft HWG mbH für die eigenen und die Leasingbestände im Berichtsjahr TEUR 9.117 (VJ TEUR 9.796) aufgewendet. Je m² Wohn- und Gewerbefläche entspricht dies EUR 8,47 (VJ 9,00 EUR/m²). Die Schwerpunkte des Instandhaltungs- und Instandsetzungsprogramms lagen in systematischen Instandsetzungen und Instandhaltungen mit dem Ziel der Mieterbindung und Mietergewinnung sowie der Qualitätssicherung des Bestandes. Für 2013 plant die Gesellschaft erneut neben den Bauinvestitionen umfangreiche Instandhaltungen und Instandsetzungen auf gleichbleibend hohem Niveau in die Konzernbestände. Rückbau Im Geschäftsjahr 2012 wurde der Komplettrückbau des Hochhauses Riebeckplatz 6 mit 129 Wohnungen abgeschlossen. Weitere 120 Wohnungen wurden in deckungsbeitragsschwachen Objekten im Quartier Robinienweg, im Stadtteil Silberhöhe/Ammendorf, einem von Bevölkerungsrückgang besonders betroffenem Stadtteil, zurück gebaut. Beide Abrissmaßnahmen waren fördermittelgestützt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 297 von 497 Bis Ende 2012 hat die Gesellschaft im Rahmen des Stadtumbaus bisher insgesamt 3.851 (VJ 3.601) Wohnungen vom Markt genommen. Für das Geschäftsjahr 2013 plant die Gesellschaft einen weiteren Rückbau von Wohnungen. Dieser umfasst im Wesentlichen das komplette Quartier in der Murmansker Straße sowie einen Wohnblock im Stadtteil Heide-Nord. Die Wegnahme dieser unsanierten Objekte ist ein weiterer Beitrag zur Marktbereinigung und zum Stadtumbau. Beide Standorte sind im integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Halle als Umstrukturierungsbereiche ausgewiesen. Zur Umsetzung der Rückbauplanung werden Fördermittel zum Stadtumbau Ost genutzt. Grundstücksverkehr Im Geschäftsjahr hatte der Verkauf eine untergeordnete Bedeutung. Es wurden 4 Grundstücksverkaufsverträge über 3 Grundstücke mit Wohngebäuden sowie über eine unbebaute Teilfläche abgeschlossen. Verkauft wurden unrentable und nicht zur Sanierung vorgesehene Objekte zur Portfoliobereinigung. Zur Stärkung des Residualportfolios wurden durch die HWG mbH Kaufverträge über vier Grundstücke abgeschlossen. Im Wesentlichen handelte es sich hierbei um Ankäufe zur Arrondierung von Quartieren im Kernbestand der Gesellschaft. Zu diesen Ankäufen gehört auch das direkt an den Verwaltungsbau der Gesellschaft angrenzende gewerblich genutzte Objekt mit einem Neubau aus den Jahren 1997/1998 (Hansering 20). Hauptnutzer ist ein Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche. Darüber hinaus wurden ein saniertes Wohngebäude in dem Stadtteil Ortslage Trotha sowie eine Entwicklungsfläche in der Nördlichen Innenstadt erworben. Durch das Tochterunternehmen, die HGWS, wurde im Geschäftsjahr der Kaufvertrag über ein Areal im Paulusviertel (Willy-Lohmann-Straße 7/Schleiermacher Straße 10/11) notariert. Hier soll bereits im Jahr 2013 mit der Sanierung und der Errichtung eines Neubaus begonnen werden. 4. 4.1. Wirtschaftliche Lage des Konzerns Vermögenslage Die Vermögenslage des Konzerns stellt sich zum 31. Dezember 2012 wie folgt dar: 31.12.2012 TEUR Vermögen Anlagevermögen Vorräte Kurzfristige Forderungen Flüssige Mittel (VJ einschließlich Wertpapiere*) Übrige Aktiva (RAP) Gesamtvermögen 554.852 24.598 5.448 14.126 1.305 600.329 92,4 4,1 0,9 2,4 0,2 100,0 % 31.12.2011 TEUR 547.592 23.489 7.614 14.977 1.400 595.072 % 92,0 3,9 1,4 2,5 0,2 100,0 31.12.2012 TEUR Kapital Wirtschaftliches Eigenkapital* Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Gesamtkapital 249.947 303.733 46.649 600.329 41,6 50,6 7,8 100,0 % 31.12.2011 TEUR 243.724 305.874 45.474 595.072 % 41,0 51,4 7,6 100,0 * Wirtschaftliches Eigenkapital = Eigenkapital + Sonderposten Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 298 von 497 Die Vermögenslage der HWG mbH als Muttergesellschaft stellt sich zum 31. Dezember 2012 wie folgt dar: 31.12.2012 TEUR Vermögen Anlagevermögen Langfristige Forderungen Vorräte Kurzfristige Forderungen (VJ einschließlich Wertpapiere) Flüssige Mittel Übrige Aktiva (RAP) Gesamtvermögen 483.906 2.161 24.598 5.433 14.019 10.689 540.806 89,5 0,4 4,5 1,0 2,6 2,0 100,0 % 31.12.2011 TEUR 475.090 1.502 23.489 7.602 14.977 8.812 531.472 % 89,4 0,3 4,4 1,4 2,8 1,7 100,0 31.12.2012 TEUR Kapital Wirtschaftliches Eigenkapital* Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 263.289 233.067 44.450 48,7 43,1 8,2 100,0 % 31.12.2011 TEUR 254.859 233.161 43.452 531.472 % 48,0 43,9 8,1 100,0 Gesamtkapital 540.806 * Wirtschaftliches Eigenkapital = Eigenkapital + Sonderposten Die Konzern-Bilanzsumme hat sich zum Vorjahr um TEUR 5.257 erhöht und beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 600.329. Die Eigenkapitalquote des Konzerns (einschließlich Sonderposten) hat sich im Geschäftsjahr 2012 geringfügig erhöht. Sie beträgt zum 31. Dezember 2012 41,6 % (VJ 41,0 %). Die Bilanzsumme des Jahresabschlusses hat sich um TEUR 9.334 erhöht und beträgt zum 31. Dezember 2012 TEUR 540.806. Die Eigenkapitalquote im Jahresabschluss (einschließlich Sonderposten) hat sich zum Bilanzstichtag ebenfalls geringfügig um 0,7 %-Punkte auf 48,7 % (VJ 48,0 %) erhöht. Die Vermögenslage im Jahres- und Konzernabschluss ist durch den hohen Anteil des Anlagevermögens gekennzeichnet. Das Anlagevermögen im Jahres- und Konzernabschluss hat sich im Berichtsjahr im Saldo aus Ankäufen und Bauinvestitionen, Verkäufen, Rückbaumaßnahmen, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen und Zuschreibungen insgesamt um TEUR 8.816 (VJ TEUR 8.583) auf TEUR 483.906 (HWG mbH) bzw. um TEUR 7.260 (VJ TEUR 6.697) auf TEUR 554.852 (Konzern) erhöht. Der Kernbestand wurde im Berichtszeitraum nach dem Ertragswertverfahren bewertet. Grundstücke, bei denen ein Verkauf im Folgejahr vorgesehen ist, sind auf den erwarteten Verkaufserlös abgeschrieben worden. Rückbauobjekte wurden entsprechend ihrer Restnutzungsdauer abgeschrieben. Der Bodenwert der rückgebauten Grundstücke wird nach dem physisch abgeschlossenen Rückbau entsprechend einer festgelegten Nachnutzungskonzeption geprüft und gegebenenfalls abgewertet. Im gesamten Portfolio – unabhängig von der Einordnung in Kern- oder Desinvestitionsbestand – erfolgte im Geschäftsjahr 2012 ein Abgleich der bilanzierten Bodenwerte mit der Entwicklung der amtlichen Bodenrichtwerte. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 299 von 497 Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen von insgesamt TEUR 14.646 (VJ TEUR 3.770) auf Wohnund Geschäftsbauten sowie auf Grundstücke gemäß § 253 HGB auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag wie folgt vorgenommen: 31.12.2012 TEUR zum Rückbau vorgesehene Gebäude nach dem Ertragswertverfahren nach Rückbau Prüfung Bodenrichtwert zum Verkauf vorgesehene Grundstücke und Gebäude Gesamt 1.331 2.359 1.950 8.983 23 14.646 31.12.2011 TEUR 1.599 1.441 514 216 3.770 Demgegenüber erfolgten im Geschäftsjahr insgesamt Zuschreibungen auf Kernbestandsobjekte in Höhe von TEUR 12.384 (VJ TEUR 2.331). Insgesamt ist das Ergebnis des Geschäftsjahres in Folge dieser außerplanmäßigen Zuund Abschreibungen in Höhe von TEUR 2.262 (VJ TEUR 1.439) negativ beeinflusst. Ursächlich für die Zunahme der Bilanzsumme auf der Passivseite war im Geschäftsjahr 2012 im Wesentlichen die Zunahme des Eigenkapitals um TEUR 6.223 auf TEUR 249.947 (Konzern) bzw. um TEUR 8.430 auf TEUR 263.289 (HWG mbH). Maßgeblich hierfür ist der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2012. Aufgrund der noch nicht erfolgten Beschlussfassung über die Verwendung des Vorjahresergebnisses erfolgten im Geschäftsjahr 2012 keine Ausschüttungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen im Geschäftsjahr nur um TEUR 371 (VJ TEUR 11.938) auf TEUR 244.213 (HWG mbH). Im Konzern sanken die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 1.648 auf TEUR 316.926. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 300 von 497 4.2. Finanzlage Die Kapitalflussrechnung des Konzerns stellt sich wie folgt dar: 2012 TEUR Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Cashflow aus der Investitionstätigkeit Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderungen Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Finanzmittelfonds am Ende der Periode 18.160 -19.589 579 -850 14.977 14.126 2011 TEUR 18.335 -19.699 177 -1.187 16.164 14.977 Veränderung TEUR -175 110 402 337 -1.187 -850 Im Jahresabschluss der HWG mbH zeigt sich folgendes Bild: 2012 TEUR Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Cashflow aus der Investitionstätigkeit Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderungen Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Finanzmittelfonds am Ende der Periode 16.017 -18.373 1.398 -957 14.977 14.019 2011 TEUR 16.396 -19.699 2.116 -1.187 16.164 14.977 Veränderung TEUR -379 1.326 -717 230 -1.187 -957 Der Finanzmittelbestand beträgt am 31. Dezember 2012 TEUR 14.019 (VJ TEUR 14.977). Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit im Konzernabschluss hat sich um TEUR 175 auf TEUR 18.160 verringert. Maßgeblich auf die Entwicklung des Cash Flows aus laufender Geschäftstätigkeit im Konzernabschluss wirkten sich der zum 31. Dezember 2012 um TEUR 2.482 höhere Konzernjahresüberschuss und der um TEUR 1.557 geringere Bestand an Verbindlichkeiten aus der laufenden Geschäftstätigkeit aus. Dagegen beeinflusste die Abnahme des Forderungsbestandes um TEUR 1.170 den Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit positiv. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit im Jahresabschluss beträgt TEUR 16.017 und hat sich damit aus vorgenannten Gründen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 379 verringert. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit im Konzernabschluss hat sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 um TEUR 110 auf TEUR -19.589 verbessert. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus der Verringerung der Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen um TEUR 1.547 auf TEUR -20.304. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit im Konzernabschluss verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 402 auf TEUR 579. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer Abnahme der Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten (TEUR 12.046, VJ TEUR 22.646) und der noch nicht erfolgten Auszahlung an die Gesellschafterin (TEUR 0, VJ TEUR 7.300). Die Auszahlungen für die Sondertilgung von Krediten haben sich verringert und verbesserten somit den Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 301 von 497 Die Liquidität und die Effektivverschuldung des Konzerns stellen sich wie folgt dar: 31.12.2012 30,3 % 42,0 % 329.503 31.12.2011 32,9 % 49,7 % 327.357 Liquidität 1. Grades Liquidität 2. Grades Effektivverschuldung in TEUR Im Jahresabschluss ergibt sich folgendes Bild: 31.12.2012 31,5 % 43,8 % 245.215 31.12.2011 34,5 % 52,0 % 243.719 Liquidität 1. Grades Liquidität 2. Grades Effektivverschuldung in TEUR Der Darlehensbestand der HWG mbH gegenüber Kreditinstituten betrug TEUR 243.878 (VJ TEUR 243.667). Die Gesellschaft arbeitet mit 12 Kreditpartnern – darunter mit vier Landesbanken sowie der Investitionsbank Sachsen-Anhalt und regionalen Kreditinstituten – zusammen. Wo immer möglich, finden die KfW-Förderprogramme Anwendung. Gegenüber der Gesellschafterin bestehen Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 13 (VJ TEUR 161). Die Erhöhung der Kreditverbindlichkeiten bewirkte lediglich eine Zunahme der Tilgungsaufwendungen. Die Zinsaufwendungen konnten durch gezieltes Darlehensmanagement trotz Anstieg der Verbindlichkeiten seit 2010 auf konstantem Niveau gehalten werden. Die planmäßigen Tilgungsaufwendungen übersteigen die planmäßige Abschreibung des Anlagevermögens. Für die von der HWG mbH zur Prolongation vorgesehenen Darlehen konnten günstige Anschlusskonditionen vereinbart werden. Zu erwartenden Änderungen der Zinskonditionen wurde mit Vereinbarung von Forward-Konditionen zu Darlehen mit einem Darlehensvolumen in Höhe von TEUR 35.901 in Folgejahren entgegengewirkt. Die Gesellschaft konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Erfolg Mitfinanzierungen für ihre Investitionsvorhaben einwerben und günstige Kapitalmarktbedingungen nutzen. Freie Beleihungsräume insbesondere durch die Tilgung bestehender Darlehen ermöglichen der Gesellschaft Restrukturierungen im Darlehensportfolio in Verbindung mit Neuausreichungen. Auf der Grundlage einer Rollover-Vereinbarung mit Zinssicherung erfolgt bis 2015 die stufenweise Restrukturierung des Kredit- und Beleihungsportfolios der Hypothekenbank Frankfurt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 302 von 497 Die Kreditlinie der HWG mbH bei der Aarealbank AG betrug wie in den Vorjahren auch im Geschäftsjahr 2012 TEUR 4.990. Der Konzern hat Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps in Anspruch genommen. Die vier Zinsswaps sind nicht spekulativer Natur, sondern wurden zum Zwecke der Absicherung der Zinsänderungsrisiken von drei variabel verzinsten Bankdarlehen der HWG KG sowie einem variabel verzinsten Bankdarlehen der HWG mbH abgeschlossen. Die Bankdarlehen der HWG KG dienen der Finanzierung der dem Mietvertrag zwischen Mutter- und Tochterunternehmen zugrunde liegenden Gesamtinvestitionskosten. Die Zinsswaps und die Bankdarlehen haben jeweils per 31. Dezember 2012 ein Nominalvolumen von TEUR 18.511 mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2013, ein Nominalvolumen von TEUR 15.330 mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2015, ein Nominalvolumen von TEUR 38.872 mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2038, ein Nominalvolumen von TEUR 2.749 mit einer Laufzeit bis 30. September 2030. Die Zinsswaps und die Bankdarlehen sind Bestandteil von vier Micro-Hedges, bei denen Grund- und Sicherungsgeschäfte hinsichtlich der wertbestimmenden Komponenten, Volumen und Laufzeiten übereinstimmen. Es handelt es sich dabei um Bewertungseinheiten nach § 254 HGB, bei denen auf eine Einzelbewertung nach § 252 HGB verzichtet wurde, da sich die gegenläufigen Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäft im Sicherungszeitraum vollständig ausgleichen. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinsswaps betragen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 insgesamt TEUR –23.158 (VJ TEUR –18.712). Das Bankdarlehen mit Laufzeit bis ursprünglich Juni 2013 wurde im Vorjahr durch Vereinbarung einer Forward-Kondition als klassisches Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit bis Juni 2019 prolongiert. Diese Prolongation führt zur Beendigung des entsprechenden Zinsswaps und zu einer Entlastung der Annuitätenleistungen der HWG KG und damit des Konzerns. Für die Muttergesellschaft HWG mbH bedeutet dies, dass die Leasingrate sich ab dem Jahr 2013 verringert. Die dadurch frei gesetzte Liquidität steht für die Bewirtschaftung der Bestände zur Verfügung. Die HWG mbH war im Berichtszeitraum jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 303 von 497 4.3. Ertragslage Die Ertragslage des Konzerns zeigt folgendes Bild: 2012 TEUR Umsatzerlöse Bestandsveränderung Eigenleistung Gesamtleistung Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Sonstiger Betriebsaufwand ./. übrige betriebliche Erträge Steuern (ohne Ertragsteuern) Betrieblicher Aufwand 78.286 1.096 2.625 82.007 35.433 11.545 10.393 3.324 -850 5 59.850 % 95,5 1,3 3,2 100,0 43,2 14,1 12,7 4,1 -1,0 0,0 73,0 2011 TEUR 78.251 -1.261 2.674 79.664 35.402 11.249 11.498 3.886 -812 5 61.228 Ergebnisveränderung % 98,2 -1,6 3,4 100,0 44,4 14,1 -14,4 4,9 -1,0 0,0 76,9 34 2.358 -49 2.342 31 296 -1.105 -562 -38 0,0 -1.378 Betriebsergebnis BeteiligungsFinanzergebnis Bewertungsergebnis 22.157 und -14.882 -2.262 1.743 6.756 191 6.565 27,0 18.436 -15.062 -1.439 2.078 4.013 -68 4.081 23,1 3.721 180 -823 -335 2.743 259 2.484 Neutrales Ergebnis Ergebnis vor Ertragsteuern Steuern vom Einkommen und Ertrag Jahresergebnis Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 304 von 497 Die Ertragslage im Jahresabschluss des Mutterunternehmens stellt sich wie folgt dar: 2012 TEUR Umsatzerlöse Bestandsveränderung Eigenleistung Gesamtleistung Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Sonstiger Betriebsaufwand ./. übrige betriebliche Erträge Steuern (ohne Ertragsteuern) Betrieblicher Aufwand Betriebsergebnis Beteiligungs- und Finanzergebnis Bewertungsergebnis Neutrales Ergebnis Ergebnis vor Ertragsteuern Ertragssteuern Jahresergebnis 78.285 1.096 2.625 82.006 35.423 11.545 8.821 7.103 -843 5 62.054 19.952 -10.484 -2.262 1.757 8.963 191 8.772 % 95,5 1,3 3,2 100,0 43,2 14,1 10,8 8,7 -1,0 0,0 75,7 24,3 2011 TEUR 78.251 -1.261 2.674 79.664 35.402 11.249 9.613 7.718 -806 5 63.181 16.483 -10.582 -1.439 2.080 6.542 -68 6.610 Ergebnisveränderung % 98,2 -1,6 3,4 100,0 44,4 14,1 12,1 9,7 -1,0 0,0 79,3 18,7 34 2.357 -49 2.342 21 296 -792 -615 -37 0,0 -1.127 3.469 98 -823 -323 2.421 259 2.162 Der Konzern erwirtschafte im Geschäftsjahr 2011 ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 6.565 (VJ TEUR 4.081). Im Jahresabschluss weist die Gesellschaft ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 8.772 (VJ TEUR 6.610) aus. 99,95 % der Umsatzerlöse 2012 stammen aus der Hausbewirtschaftung (VJ 99,97 %). Dies trifft für Konzern und Mutterunternehmen gleichermaßen zu. Umsatzerlöse des Mutterunternehmens HWG mbH Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung aus Mieten konnten im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.208 gesteigert werden. Insgesamt waren die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung aufgrund verminderter Erlöse aus Betriebskosten nur TEUR 23 höher als im Vorjahr. Die Verbrauchs- und witterungsabhängigen Umsätze aus Betriebskosten entsprachen dem dafür angefallenen Aufwand aus dem Vorjahr. Die Entwicklung der Mieten ist damit die wesentliche Ursache für eine stabile Entwicklung der Ertragslage. Umsatzerlöse der Tochterunternehmen Die Umsatzerlöse der HWG KG betreffen die Leasingrate, die die HWG mbH nach einer über 30 Jahre kalkulierten Laufzeit jährlich zahlt und dort im sonstigen betrieblichen Aufwand bilanziert. Im Konzernabschluss wird diese deshalb neutralisiert. Die HGWS hat derzeit nur Umsatzerlöse aus Nutzungsvereinbarungen für Stellplätze in Höhe von TEUR 2. Auf den Konzernabschluss der HWG mbH entfallen davon auf Grund der Beteiligungsverhältnisse 50 % in Höhe von TEUR 1. Das Betriebsergebnis hat sich im Konzern- und im Jahresabschluss erhöht. Ursächlich hierfür sind vor allem die gestiegenen Umsatzerlöse aus Mieten, geringere Leerstandskorrekturen im Bereich der Betriebskostenabrechnung,, im Vergleich zum Vorjahr verringerte Abschreibungen auf die Bestände und ein geringerer sonstiger betrieblicher Aufwand. Dem stehen höhere Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen, insbesondere für Betriebskosten und für Personal sowie geringere sonstige betriebliche Erträge, gegenüber. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 305 von 497 Die Betriebskostenaufwendungen haben sich um TEUR 510 erhöht. Für Instandhaltungsaufwendungen wurden TEUR 647 weniger als im Vorjahr aufgewendet. Der Rückbauaufwand, der auch Mieterumzüge beinhaltet, hat sich um TEUR 156 vermindert. Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 297 erhöht. Ursächlich sind Personalzuführungen und Tariferhöhungen. Anlässlich des 90-jährigen Firmenjubiläums erhielten die Mitarbeiter zudem eine einmalige Zuwendung. Die planmäßigen Abschreibungen haben sich im Geschäftsjahr um TEUR 792 im Vergleich zum Vorjahr vermindert. Zur periodengerechten Verteilung der noch nicht abgeschriebenen Anschaffungs- und Herstellungskosten wurden im Geschäftsjahr 2012 Berichtigungen des Abschreibungsplanes bei den Objekten vorgenommen, bei denen sich in der Vergangenheit infolge von Zu- oder Abschreibungen Veränderungen der Bemessungsgrundlage ergeben haben. Das Kerngeschäft der HWG mbH ist damit der entscheidende Ergebnistreiber zum Jahresergebnis. Das Ergebnis der Hausbewirtschaftung als wichtigstes Spartenergebnis der Gesellschaft wurde im Vorjahresvergleich deutlich verbessert. Es betrug TEUR 11.656 (VJ TEUR 8.387). Die Ergebnisveränderung resultiert insbesondere aus den gestiegenen Umsatzerlösen aus Mieten, geringeren Leerstandskorrekturen im Bereich der Betriebskostenabrechnung und den geringeren Aufwendungen für Instandhaltung und Abschreibungen. Der Verwaltungsaufwand der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr verringert. Er betrug im Geschäftsjahr insgesamt TEUR 14.530 (VJ TEUR 14.700). 5. Personal, Organisation und Nachhaltigkeit Die vielfältigen Erwartungen und Ansprüche unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen (Stakeholder) an ein großes kommunales Wohnungsunternehmen sind hoch und stehen häufig auch in Konkurrenz zueinander. So achtet die Gesellschafterin auf die Beiträge der Gesellschaft zur Erfüllung städtebaulicher Ziele und zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes. Für andere Interessensgruppen, wie z. B. Mieter und Mitarbeiter, sind eher ökologische oder soziokulturelle Themen von Bedeutung. Grundlage für eine dauerhaft erfolgreiche Unternehmensentwicklung ist deshalb, dass alle Nachhaltigkeitsthemen bei unternehmerischen Entscheidungen und unternehmerischem Handeln in einem angemessenen Verhältnis Berücksichtigung finden. Personal Qualifiziertes, zufriedenes und somit auch motiviertes Personal ist Voraussetzung für ein erfolgreich am Markt agierendes Unternehmen. Mit einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 19 Jahren ist die Gesellschaft diesbezüglich bereits auf einem guten Weg. Zum 31. Dezember 2012 waren im Konzern 234 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt: 159 Bürokräfte, 42 Mitarbeiter im Regiebetrieb, 27 Hausmeister und 6 Auszubildende/Studenten. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der HWG mbH zuzuordnen. Die HWG KG und die HGWS beschäftigten kein Personal. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 306 von 497 Die Vergütung erfolgte nach den Tarifverträgen in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Im Jahr 2012 hat die Gesellschaft erstmals die Auditierung „Beruf und Familie“ durchgeführt und am 5. Dezember 2012 das entsprechende Zertifikat erhalten. Mit einer flexiblen Arbeitszeitregelung mit Gleitzeit und Kernarbeitszeit sowie Jahresarbeitszeitkonten, Teilzeitregelungen, welche jährlich flexibel an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden, intensiven Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, Vertretungsregelungen für jeden Arbeitsplatz und der Benennung eines Gleichstellungsbeauftragten werden in der Gesellschaft bereits heute eine Vielzahl mitarbeiter- und familienfreundlicher Maßnahmen umgesetzt. Mit der Entwicklung von Rahmenbedingungen zur flexiblen Arbeitsortgestaltung und Arbeit von zu Hause aus familiären Gründen sowie der Sicherstellung der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen soll das Angebot der Gesellschaft unter anderem ausgebaut werden. Darüber hinaus hat die Gesellschaft in 2012 ihr Personalentwicklungskonzept überarbeitet und zu Beginn des Jahres 2013 in neuer Fassung beschlossen. Die wesentlichen Ziele liegen in einer weiteren gezielten Qualifizierung des vorhandenen Personals durch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie der Entwicklung von zukünftig erforderlichen Fach- und Führungskräften. Langfristige Entwicklungsüberlegungen der Gesellschaft spielen dabei eine wichtige Rolle. Lebenslanges Lernen der Belegschaft wird gefördert und gefordert. Regelungen zur Nachwuchsentwicklung wurden durch Konzepte für die Nachfolge ausscheidender Mitarbeiter ergänzt. Die mittlere Führungsebene wurde über alle Abteilungen verteilt durch insgesamt acht neue Mitarbeiter verstärkt und qualifiziert. Die Gesellschaft rüstet sich damit für zukünftige Entwicklungsfelder und Schwerpunktaufgaben. Zu diesen gehören die Weiterentwicklung von Sozialkompetenz und Daseinsvorsorge über die Bestandsbewirtschaftung hinaus, aber auch die ökologische und energetische Orientierung bei Investitionen und technischer Bewirtschaftung des Immobilienbestandes. Damit sind die Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft gegeben. Durch eine familienbewusste Personalpolitik verspricht sich die Gesellschaft eine Arbeitszufriedenheit und somit eine weitere Steigerung der Motivation sowie eine langfristige Mitarbeiterbindung bzw. Wettbewerbsvorteile bei der Rekrutierung von Fachpersonal. Der organisatorische Aufbau und die wichtigsten Geschäftsprozesse der Gesellschaft werden regelmäßig aktuellen Erfordernissen angepasst. Die Ergebnisse werden in einem Qualitätshandbuch festgehalten, welches laufend ergänzt und aktualisiert wird. Ökonomie Die Unternehmensstrategie ist entsprechend des Gesellschaftsvertrages auf eine langfristige Verwaltung von Mietwohnungen mit dem Ziel der sicheren und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung breiter Schichten der Bevölkerung ausgerichtet. Um dieses Ziel zu erreichen und die eigene Marktposition zu erhalten und zu stärken, geht die Gesellschaft dabei stets auch neue Wege, bei denen gewohnte Traditionen und zukunftsweisende Innovationen in Einklang gebracht werden. Eine nachfrageinduzierte Anpassung des Wohnungsbestandes der Gesellschaft und damit des Wohnungsangebotes für die nachfragende Bevölkerung durch Modernisierung, aber auch durch zielgerichtete An- und Verkäufe zur Portfoliooptimierung, ist Voraussetzung für ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Insbesondere die demografische Veränderung stellt dabei die aktuelle Herausforderung dar. Die zunehmend alternde Bevölkerung entwickelt andere Vorstellungen und andere Anforderungen an Wohnstandort und Wohnqualität. Der Bedarf an altenfreundlichem und altengerechtem Wohnraum wächst. Aber auch die Entwicklung hin zu einer zunehmenden Zahl kleiner Haushalte führt zu Änderungen bei der Nachfrage in Bezug auf Wohnungsgrößen und Wohnungsgrundrisse. Neben dem demografischen Wandel wird sich zukünftig auch der Klimawandel immer mehr auf die Wohnungsfrage auswirken. Abgesehen von den steigenden Energiepreisen, welche die Mietpreispolitik vermehrt beeinflussen, wird sich das ökologische Bewusstsein in der Bevölkerung verstärken und perspektivisch ein weiterer wesentlicher Bestandteil bei der Wohnungssuche werden. Die Gesellschaft richtet ihr jährliches Investitionsprogramm unter anderem daran aus. Investiert wird dabei unter Berücksichtigung von städtebaulichen Aspekten nur an Standorten, an denen eine langfristig stabile Wohnungsnachfrage erwartet wird. Mit diesen Maßnahmen werden der Wert des Immobilienbestandes der Gesellschaft und damit der Wert des Anlagevermögens gesteigert. Bei den Beständen, bei denen im jeweiligen Jahr keine Maßnahmen zur Verbesserung erfolgen, wird die Bauqualität der Immobilien durch eine systematische Instandhaltung gesichert. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 307 von 497 Darüber hinaus hat sich die Gesellschaft in den vergangenen Jahren mit der Umstrukturierung der Kernprozesse im Bereich der Bestandsbewirtschaftung den veränderten Marktbedingungen angepasst. Seit dem ist sie effizienter geworden und hat zusammen mit einer kundenorientierteren Servicequalität ihre Wettbewerbsposition verbessert. Mit der nachgelagerten Analyse und Überarbeitung des Investitionsprozesses und -controllings wird neben der Einbeziehung der Baukosten, -zeit und -qualität auch die Einbeziehung der kundennahen Bereiche in die Investitionsentscheidungen sichergestellt. Ökologie Mit den unternehmerischen Entscheidungen der Gesellschaft werden gleichzeitig auch die Rahmenbedingungen für die Energieverbräuche und sonstigen Ressourcennutzungen der Mieter innerhalb ihrer Wohnung festgelegt. Unternehmerisch nachhaltig handeln bedeutet deshalb auch, bei allen Entscheidungen und bei allem Handeln Überlegungen zum Schutz der Umwelt und zum sorgfältigen Umgang mit Ressourcen mit einzubeziehen. Im Rahmen der Vorbereitung von investiven Maßnahmen erstellt die Gesellschaft deshalb für jede Immobilie ein individuelles Energiekonzept, welches unter Berücksichtigung einer Kosten-, Ressourcen- und Nutzenabwägung zu einem reduzierten Energiebedarf der jeweiligen Immobilie führen soll. Der reduzierte Energiebedarf schützt zum einen die Umwelt und senkt zu dem in der Folge die Wohnnebenkosten. Zu allen investiven Maßnahmen aus dem jährlichen Investitionsprogramm der Gesellschaft gehört auch eine energetische Ertüchtigung der Immobilien. Die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems in Verbindung mit dem Einbau neuer Fenster, die Installation moderner und energiesparender Heiztechnik sowie die Optimierung der Anlagentechnik sind dabei die wesentlichen Eckpfeiler solcher Maßnahmen. Seit 2012 setzt die Gesellschaft hierfür auch Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien ein. Ungefähr 32% des Wohnungsbestandes der Gesellschaft sind noch unsaniert. Somit besteht noch ein großes Potenzial zur Energieeinsparung. Mit der zuvor erwähnten Anpassung des Investitionsprozesses wird eine Beschleunigung der Investitionsgeschwindigkeit ermöglicht. Für die Gesellschaft ist es außerdem selbstverständlich, dass die Mieter ununterbrochen und vor allem mit gesundem Trinkwasser versorgt werden. Dies ist insbesondere bei zentralen Warmwasseraufbereitungsanlagen mit einem erheblichen finanziellen, technischen und organisatorischen Aufwand verbunden. Die durch die Trinkwasserverordnung erforderlich gewordene, aller drei Jahre durchzuführende Untersuchung wurde im Jahr 2012 erstmals vorgenommen und belegt, dass das bei den Mietern der Gesellschaft ankommende Trinkwasser frei von Legionellen ist. Soziales Neben den ökonomischen und ökologischen Bestrebungen ist sich die Gesellschaft auch der sozialen Verantwortung bewusst und engagiert sich für soziale, kulturelle und sportliche Projekte sowie für die Mieter und Mitarbeiter. Außerhalb des eigenen Unternehmens unterstützt die Gesellschaft Vereine und soziale Projekte. Hierzu gehören unter anderem das Bereitstellen von Räumlichkeiten / Wohnungen für geistig behinderte Schüler der Astrid-Lindgren-Schule, für die Freiwillige Straffälligenhilfe e. V., die Stadtseniorenvertretung e. V. und für die 49plus Dienstleistungen GmbH. Der Benefizlauf „Halle läuft“ und der Nachbarschaftstreff in Heide-Nord werden ebenso unterstützt. Im Bereich kultureller Projekte in der Stadt Halle hat die Gesellschaft diverse Brunnen- und Spielplatzpatenschaften übernommen. Darüber hinaus beteiligt sich die Gesellschaft an Projekten wie „Max geht in die Oper“, „Operation Schlüsselloch“ und „Fete de la Musique“, mit denen unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen für Kunst und Kultur interessiert werden. Die Kinderhändelfestspiele und das Stadtteilfest in der Silberhöhe unterstützt die Gesellschaft ebenfalls. Zudem hat die Gesellschaft das im Jahr 2012 im Rahmen des Investitionsprogramms fertiggestellte Wilhelm-FriedemannBach-Haus (Große Klausstraße 12) teilweise der Stiftung Händel-Haus Halle für deren Dauerausstellung „Musikstadt Halle“ zur Verfügung gestellt. Während der Händelfestspiele wurden die Räumlichkeiten feierlich übergeben. Im Bereich des Sports ist der Gesellschaft die Kinder- und Jugendarbeit wichtig. In dieser Hinsicht wird der VfL Halle 96 unterstützt. Zu weiteren geförderten Projekten gehören das Reitturnier des Halleschen Reit- u. Fahrvereins Seeben e. V. und die Stiftung Sport. Darüber hinaus führt die Gesellschaft eine Kooperation mit der Martin-Luther-Universität und arbeitet aktiv an der Förderung des Wirtschaftsstandortes Halle mit. Der Verein Pro Halle e.V. wird in dieser Hinsicht finanziell unterstützt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 308 von 497 6. Risikobericht Die HWG mbH hat ein Risikomanagementsystem installiert, welches die für das Unternehmen branchentypischen wesentlichen Risiken ausweist. Die Kennziffern zu den Risiken werden durch ein regelmäßiges Reporting ermittelt und durch die verantwortlichen Abteilungen interpretiert. Als wichtige Risikofaktoren wurden die Fluktuation, die Vermietungssituation, die Mietenentwicklung und die Kostenentwicklung bei den Bauinvestitionen identifiziert. Mieterlöse sind die Hauptertragsquelle des Unternehmens. Die Bauinvestitionen führen mit der damit einhergehenden Bestandqualifizierung zu zukünftigen Mietensteigerungen. Dabei ist die Einhaltung der Rentabilitäts- und Liquiditätskriterien der Baumaßnahmen eine unabdingbare Voraussetzung. Die Entwicklung der ergebnisrelevanten Risiken wird durch das Controlling des Unternehmens quartalsweise überwacht. Dabei orientiert sich die Gesellschaft sowohl an branchenüblichen als auch an internen Benchmarks. Von den Entscheidungsträgern werden erforderliche Maßnahmen der Gegensteuerung eingeleitet. Zur Steuerung des Investitionsrisikos hat die Gesellschaft ein separates Investitionscontrolling implementiert und im Qualitätshandbuch definiert. Für erkennbare, quantifizierbare Risiken wurde im Geschäftsjahr angemessene Vorsorge getroffen. Dies bezieht sich auf Risiken, die bis zur Erstellung dieses Berichtes bekannt sind. Zukünftige Risiken könnten sich aus der demografischen Entwicklung der Stadt Halle (Saale), damit einhergehenden Handlungserfordernissen von Stadtentwicklungskonzepten und den finanziellen sowie aufgabenbezogenen Erwartungen der Gesellschafterin ergeben. Auch aus der Dynamik von Energie- und Baukostenentwicklungen, knapperen Ressourcen bei Zuschüssen und Fördermitteln und durch allgemeine Zinsänderungsrisiken können zukünftig Risiken erwachsen. Die Gesellschaft beobachtet über ihre Abteilungen Unternehmensentwicklung/Zentrale Dienste und Unternehmensfinanzierung/Auftrags- und Vergabewesen die Entwicklung dieser Risiken und berücksichtigt diese in ihrer Geschäftstätigkeit. Investitionsentscheidungen werden so getroffen, dass sich für die Gesellschaft unter den sich ändernden Rahmenbedingungen künftig dauerhaft größtmögliche Erträge erzielen lassen. 7. Künftige Entwicklung der Gesellschaft Stadtrats- und Gesellschafterbeschlüsse erfordern von der Gesellschaft seit 2007 eine Beteiligung an der Tilgung der Schulden des städtischen Haushaltes. Seit 2008 hat die Gesellschaft mit einer im Wesentlichen Vollausschüttung ihrer Gewinne Zahlungen in Höhe von insgesamt EUR 47,1 Mio. an den städtischen Haushalt geleistet. Für weitere EUR 6 Mio. aus dem Gewinn des Jahres 2011 wird ein Beschluss der Gesellschafterin zur Ausschüttung erwartet. Damit hat die Gesellschaft einen erheblichen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes geleistet. Dies ging zu Lasten ihrer eigenen Liquiditätsausstattung, ihrer Investitionstätigkeit und damit auch ihrer Vermögens- und Ertragsentwicklung. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Gesellschafterin auch in den Folgejahren zumindest eine Teilausschüttung vom erwirtschafteten Gewinn erwartet. Diese Ausschüttungen auf hohem Niveau führen perspektivisch dazu, dass der Konzern im Gegensatz zur Muttergesellschaft HWG mbH trotz beachtlicher Jahresergebnisse keinen Bilanzgewinn mehr ausweisen wird. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat im September 2012 den Wirtschafts-, Finanz- und Investitionsplan der HWG mbH für das Jahr 2013 beschlossen. Dieser sieht im Hinblick auf die demografische Entwicklung die Fortsetzung der Rückbauaktivitäten vor. Parallel dazu soll eine Vielzahl von Wohnungen durch Investitionen auch zukünftig Wertverbesserungen, insbesondere im energetischen Bereich, erfahren. Dabei stehen eine nachfrageinduzierte und nachhaltigkeitsorientierte Qualifizierung sowie energetische Verbesserungen im Vordergrund. Verkäufe plant die Gesellschaft für das Jahr 2013 nur zur Portfoliobereinigung. Für den Erwerb von Immobilien wurden in der Planung erneut Mittel berücksichtigt. Für die Folgejahre wird mit einem positiven Geschäftsverlauf gerechnet. Auch für den Folgezeitraum geht die Geschäftsleitung von einer positiven Weiterentwicklung der Gesellschaft aus. Dabei wird die Entwicklungsgeschwindigkeit zunehmend von den Gewinnausschüttungserwartungen der Gesellschafterin sowie von Art und Maß der Aufgaben bestimmt, welche die Gesellschafterin der Gesellschaft überträgt. Auf Basis der derzeitigen Planungsprämissen wird bei weiterhin leicht steigenden Umsatzerlösen für die nächsten zwei Geschäftsjahre ein etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2012 liegendes Konzernergebnis erwartet. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 309 von 497 8. Nachtragsbericht Am 31. Mai 2013 wurde der Gesellschafterbeschluss zur Feststellung des Jahres- und Konzernabschlusses 2011 sowie zur Gewinnverwendung des Jahres 2011 gefasst. Aus dem Geschäftsjahr 2011 wird nach Ausschüttung von EUR 6 Mio. in 2013 ein Gewinn in Höhe von EUR 1.038.048,75 auf neue Rechnung vorgetragen. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns auswirken, haben sich bis zum Zeitpunkt der Lageberichterstattung nicht ergeben. 9. Sonstiges Die Ausführungen im Lagebericht gelten, soweit nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, für den Jahresabschluss sowie für den Konzernabschluss der HWG mbH gleichermaßen. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 310 von 497 HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Emil-Riedl-Weg 6 82049 Pullach i. Isartal Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH & Co. KG 10 T€ Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Christian Zeigermann MALIMA Beteiligungs GmbH 10 0 0 % 99,90 0,05 0,05 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist ausschließlich der Erwerb, die Verwaltung und Verwertung des Grundbesitzes, der mit Kaufvertrag vom 24. Juni 2008 (Urkundenrolle 0799/08, Notar Ludwig Schlereth, Halle (Saale) von der Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH mit allen Rechten und gesetzlichen Bestandteilen, insbesondere Gebäuden und sonstigen baulichen Anlagen, jedoch ohne Zubehör bzw. ohne alle im Gebäude befindlichen Maschinen und Betriebsvorrichtungen im steuerlichen Sinn und ohne Einbauten erworben worden ist. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Betätigungen im Bereich der Wohnungswirtschaft dienen einem öffentlichen Zweck und sind unter der Voraussetzung des § 116 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GO-LSA zulässig. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Goldbrunner, Christian Kober, Peter Koch, Heimo Murmann, Klaus Pütz, Helmut Soethe, Robert Dr. Wahlen, Heinrich Zeigermann, Christian (bis 30.04.2012) (seit 01.05.2012) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wohnungswirtschaft HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Seite 311 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 100 0 2010 % 100 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 74.874 15 T€ 76.236 12 T€ 77.597 12 % 100 0 T€ -1.362 3 % -2 25 Bilanzsumme 74.889 100 76.248 100 77.609 100 -1.359 -2 Passiva Eigenkapital Verbindlichkeiten T€ 10 74.879 % 0 100 T€ 10 76.238 % 0 100 T€ 10 77.599 % 0 100 T€ 0 -1.359 % 0 -2 Bilanzsumme 74.889 100 76.248 100 77.609 100 -1.359 -2 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 5.859 6 1.361 105 1.019 5.418 0 0 2011 T€ 5.879 7 1.361 44 1.473 5.954 0 0 2010 T€ 5.976 6 1.361 12 1.055 5.658 6 6 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,00 0,00 1.361 2011 0,00 0,00 1.361 2010 0,10 62,00 1.368 Angaben in % % T€ T€ % Wohnungswirtschaft HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Seite 312 von 497 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 99,98 0,01 99,99 31.12.2011 99,98 0,01 99,99 31.12.2010 99,98 0,01 99,99 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Wohnungswirtschaft HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Seite 313 von 497 3.5 WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Seite 314 von 497 Bio-Zentrum Halle GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Sitz der Geschäftsführung: Anschrift: Heinrich-Damerow-Straße 3 06120 Halle (Saale) Postanschrift: Weinbergweg 22 06120 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Stadt Halle (Saale) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 13 13 % 50,96 49,04 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb eines biologischen Forschungs- und Transferzentrums in Halle. Dazu gehören insbesondere: a) b) c) die Förderung gemeinsamer Projekte der Wirtschaft und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf dem Gebiet der Biowissenschaften, die Beratung der Wirtschaft und sonstiger Dritter bei der Anwendung oder Einführung neuer Technologien, Bereitstellung von Laborflächen und Arbeitsmöglichkeiten für neu im Bereich der Biowissenschaften tätige Firmen, für Einrichtungen, die auf dem Gebiet mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammenarbeiten ("Institute an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg") und für Forschungstätigkeiten der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg auf diesem Gebiet. Öffentlicher Zweck: Mit der auf höchstem Niveau betriebenen Grundlagenforschung in Zusammenarbeit mit der Bio-Zentrum Halle GmbH sollen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die Industriestruktur der gesamten Region positiv zu beeinflussen. Die gemeinsame Nutzung des Gebäudes durch Firmen, Aninstitute und Projektgruppen der Universität schafft optimale Bedingungen für das angestrebte enge Zusammengehen von Grundlagen- und angewandter Forschung. Der öffentliche Zweck ist daher in der stetigen Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Noll, Sabine Prof. Dr. Lukas, Wolfgang c) Beteiligungen unmittelbar BMD GmbH T€ 2 % 2,98 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 315 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 86 14 2010 % 84 16 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 9.743 1.554 T€ 9.812 1.877 7 T€ 10.375 1.574 % 87 13 T€ -69 -323 -7 % -1 -17 -100 Bilanzsumme 11.297 100 11.696 100 11.949 100 -399 -3 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 6.463 4.443 144 247 % 57 39 1 3 T€ 6.402 4.882 147 265 % 55 42 1 2 T€ 6.353 5.320 112 164 0 % 53 45 1 1 0 T€ 61 -439 -3 -18 0 % 1 -9 -2 -7 Bilanzsumme 11.297 100 11.696 100 11.949 100 -399 -3 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1.736 -27 12 55 141 1.472 27 80 19 0 61 61 0 2011 T€ 1.728 55 21 59 144 1.574 33 60 11 0 49 49 0 2010 T€ 1.741 -99 18 94 147 1.365 15 69 16 0 53 53 0 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 316 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 3,52 0,95 202 860 3,19 2011 2,83 0,76 193 602 3,30 2010 3,05 0,83 200 553 5,65 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 72,94 57,21 42,79 31.12.2011 75,32 54,74 45,26 31.12.2010 78,43 53,17 46,83 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Auslastung vermietbare Fläche 31.12.2011 100,00 9.828,00 31.12.2010 100,00 9.828,00 Angaben in % m ² 100,00 9.828,00 % m² Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 317 von 497 e) Lagebericht A. B. C. D. E. F. G. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Ertragslage Finanzlage Vermögenslage Nachtragsbericht Risikobericht Prognosebericht A. A.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Gegenstand des Unternehmens Der Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb eines biologischen Forschungs-, Transfer- und Produktionszentrums in Halle. Dazu gehören insbesondere: die Förderung gemeinsamer Projekte der Wirtschaft und der Martin-Luther-Universität auf dem Gebiet der Biowissenschaften, die Beratung der Wirtschaft und sonstiger Dritter bei der Anwendung oder Einführung neuer Technologien, die Bereitstellung von Labor- und Produktionsflächen und Arbeitsmöglichkeiten für neu im Bereich der Biowissenschaften tätige Firmen, für Einrichtungen, die auf diesem Gebiet mit der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg zusammenarbeiten ("Institute an der Martin-Luther-Universität") und für Forschungstätigkeiten der MartinLuther-Universität auf diesem Gebiet. Vermietung des Forschungsverfügungsgebäudes - A.2 Unter den gesamtwirtschaftlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen hatte für die Bio-Zentrum Halle GmbH die Sicherung des Mieterbestandes und deren Betreuung hinsichtlich betriebs- und finanzwirtschaftlicher Problemstellungen erste Priorität, wobei wirtschaftliche Schwierigkeiten von Firmen zu Raumbedarfsverschiebungen führten, die wiederum Baumaßnahmen und damit Kosten nach sich zogen. Die frei gewordenen Flächen konnten an andere Firmen im Haus weitestgehend weitervermietet werden. Es bestehen immer größere Schwierigkeiten, geschlossene Finanzierungsrunden für biotechnologisch ausgerichtete StartUp-Unternehmen aufzubauen. Als positiv ist zu bewerten, dass für die Probiodrug AG eine weitere Finanzierungsrunde geschlossen wurde, so dass der Entwicklungsteil der Firma für den Zeitraum von zwei Jahren sicher finanziert ist, was in dieser Branche sehr selten ist. Es ist unter den momentan gegebenen Rahmenbedingungen abzusehen, dass nach erfolgreichem Abschluss der Entwicklungen (klinische Phase II) diese verkauft werden. Weiterhin liefen und laufen intensive Bemühungen aus dem Teil der angewandten Forschung der Probiodrug AG eine Fraunhofer Forschungsgruppe für Molekulare biomedizinische Forschung auszugründen, welche sowohl von Teilen des Kabinetts von Sachsen-Anhalt und vom Fraunhofer-Institut in Leipzig bereits positiv evaluiert wurde. Aus heutiger Sicht besteht die Chance, dass zum Ende des II. Quartals 2013 eine Gründung erfolgt. Sollte dies nicht so sein gibt es momentan die Variante, eine gemeinnützige GmbH in Form eines An-Institutes zu gründen. Sollte auch dies nicht gelingen würde im Forschungsverfügungsgebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH ab 01.10.2013 ein Leerstand von 1.740 m² (20,6%) entstehen. Im Rahmen der Neustrukturierung der Forschungsstelle Max-Planck-Gesellschaft für Enzymologie wurde zum 31.12.2012 der Mietvertrag (ca. 1.000 m²) durch die Max-Planck-Gesellschaft gekündigt. Diese Flächen wurden inklusive der Einrichtungen zum 01.01.2013 durch das Biokatalysezentrum an der Martin-LutherUniversität übernommen, so dass die Vermietung über 5 Jahre gewährleistet ist. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 318 von 497 Durch die gesamtwirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland ist die Finanzierung von Unternehmen in der BIO-NANO-Branche sowohl bei Gründungen als auch in der Bestandspflege mit einem höheren Risiko behaftet. Da das Land Sachsen-Anhalt bereits Mitte des Geschäftsjahres 2007 die spezielle Förderung für die Biotechnologie ausgesetzt hatte, ist es noch schwieriger geworden, sich gegen die Konkurrenz in den anderen Bundesländern wie z. B. Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Baden-Württemberg und Bayern beim Standortranking zu behaupten. Spezielle Kaltmietförderungen oder Betriebskostenzuschüsse in diesen Ländern durch die Landesregierungen oder die Träger der Einrichtungen führen zu einer extremen Wettbewerbsverzerrung. Das 1998 fertig gestellte Forschungsverfügungsgebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH lässt gegenwärtig bauseitig noch keine gravierenden Mängel erkennen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb gefährden könnten. Es muss jedoch bemerkt werden, dass die Instandhaltungskosten aufgrund des Dauerbetriebs der Haustechnik kontinuierlich weiter ansteigen und häufiger gesamte Anlagengruppen ausgetauscht werden müssen bzw. bei Nutzerwechsel höhere Aufwendungen für die Weitervermarktung notwendig sind. Zur Sicherung der Betriebsfähigkeit der umfangreichen und hoch technisierten Haustechnik und der damit verbundenen 24-stündigen Überwachung mittels einer Gebäudeleittechnik wurde im Dezember 2000 ein Dienstleistungsvertrag zum technischen Gebäudemanagement mit der Energieversorgung Halle GmbH abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 ist kein Leerstand zu verzeichnen, d. h. die Auslastung beträgt 100 %, auch unter Berücksichtigung des in der Daniel-Vorländer-Straße errichteten Erweiterungsbaues. Es muss die grundsätzliche Frage der forschungsnahen Produktion für Entwicklungen von neuen Produkten für die Firmen geklärt werden, da diese sowohl für die Firmen als auch für den Standort weinberg campus von existenzieller Bedeutung ist. Der Bau des Mehrzweckgebäudes schaffte im Jahr 2008 die Voraussetzung, dass die Icon GmbH, die durch den Verkauf an die Bayer AG kein Klein- und mittelständisches Unternehmen mehr ist, im Bio-Zentrum verbleiben kann, da ein Flächenausgleich (siehe Bescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalts vom 30.01.2008) getätigt wurde. Dieser Weg war zu diesem Zeitpunkt für Klein- und Mittelständische Unternehmen die einzige Möglichkeit, am Standort „weinberg campus“ zu verbleiben und wurde von allen unterstützt. Ab 2011 ergibt sich für die Bio-Zentrum Halle GmbH ein neuer Sachstand, da durch das Protokoll des „Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie“ vom 9. Juli 2010, Punkt 2.5 die Verweildauer von Firmen in TGZ´s neu geregelt wurde. Zusammengefasst wurde festgelegt, dass kleinen und mittleren Unternehmen die Räumlichkeiten in Technologiezentren über die vorgesehenen acht Jahre hinaus bereitgestellt werden können, wenn sichergestellt ist, (1) dass die Bereitstellung nach Ablauf der acht Jahre zu Marktpreisen erfolgt, (2) und dass andere kleine und mittlere Unternehmen keinen Bedarf an der Bereitstellung vergünstigter Räumlichkeiten haben. Außerdem wurde durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt bestätigt, dass ein Herauswachsen aus dem KMU-Status für den Verbleib in einem TGZ nicht förderschädlich ist. Diese Problematik besteht nicht mehr für das in 1998 errichtete Forschungsverfügungsgebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH, da dieses nicht mehr in der Zweckbindung ist, d.h. die Firmen sich in diesem Gebäude über 8 Jahre einmieten dürfen, und die Firma Nomad GmbH von der Bayer AG die Anteile an der Firma Icon GmbH erwarb und damit die KMUKriterien wieder erfüllt werden. Das Flächenverhältnis von KMU zu öffentlichen Einrichtungen bei der Vermietung sollte trotzdem gewahrt werden, da dieses seitens der Finanzverwaltung im Rahmen der Baukostensplittung (Mischbruttofinanzierung) hinterlegt und akzeptiert wurde. Mittelfristig ist nicht absehbar, dass sich die Firmen aus dem Haus so stabilisieren, dass mit einem Auszug in eigene Laborgebäude zu rechnen ist. Die geringen erwirtschafteten Überschüsse von Start-Up-Unternehmen werden in der Regel dazu verwendet, neue Forschungsgebiete aufzunehmen und damit die Präsenz am Markt zu sichern. Freie Flächen sind zeitnah im Gebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH nur zu erwarten, falls Firmen wieder aufgrund fehlender Finanzmittel Insolvenzanträge stellen oder ausziehen müssen. A.3 Projekte, Dienstleistungen, Vermarktung und Kooperation Die Bio-Zentrum Halle GmbH unterstützt die Gründung von start-up’s und die Bestandspflege. Intensive Beratungen und Betreuungen stehen dabei im Vordergrund. Weiterhin besteht die Aufgabe, angewandte Forschung und unternehmerische Aktivitäten zu verknüpfen. Schwerpunkte sind dabei die biologischen, biomedizinischen und nanotechnologischen Fachrichtungen einschließlich der angrenzenden Gebiete, wobei den Firmen eine umfangreiche Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 319 von 497 Konkrete Hilfe bei Aus- und Neugründungen:      Beratung für Firmengründer, z. B. hinsichtlich Genehmigungsverfahren und Abstimmung mit den beteiligten Behörden; Spezifische Fördermittelinformationen und Venture Capital Information; Unterstützung bei Finanzierungsrunden; Hilfe bei Projektanbahnungen und -abrechnungen im Netzwerk; Unterstützung bei der Präsentation auf Messen und Tagungen; Regionale und überregionale Vernetzung:    Organisation von Tagungen und Seminaren; Erstellung und Durchsetzung eines Vermarktungskonzeptes für die Region; PR-Aktivitäten und Firmenakquisition; Diese Aufgaben werden im Wesentlichen im Rahmen der Betriebsführungsvereinbarung von der TGZ Halle Technologieund Gründerzentrum Halle GmbH wahrgenommen. Die Bio-Zentrum Halle GmbH war mit ihren Transferaufgaben wesentlicher Bestandteil des Biotechnologie-Konzeptes des Landes Sachsen-Anhalt, welches seit geraumer Zeit keine Fortsetzung mehr fand. Die Bio-Zentrum Halle GmbH ist seit dem Jahr 1998 Gesellschafterin der Bio-Region Halle-Leipzig Management GmbH bzw. ab 2003 der umgegründeten BIO-Mitteldeutschland GmbH. Gegenwärtig werden verschiedene Möglichkeiten des Fortbestandes der BIOMitteldeutschland GmbH diskutiert. Die Bio-Mitteldeutschland GmbH firmiert seit 2012 unter dem Namen BMD GmbH, um eine Öffnung für die Zusammenarbeit bei Projekten mit den Bundesländern Sachsen und Thüringen zu ermöglichen, welches unter dem Anspruch und damit verbundenenen Namen "Mitteldeutschland" nicht möglich war. Gemeinsam mit der TGZ Halle GmbH fanden im Geschäftsjahr 2012 wiederum zahlreiche Veranstaltungen zu Themen des Technologietransfers, der Biotechnologie, zu Datenbankenrecherchen und zu Förderund Finanzierungsmöglichkeiten für industrielle und wissenschaftliche Kooperationen auf europäischer Ebene statt. Dies erfolgte im Wesentlichen durch PR-Aktivitäten auf nationalen und internationalen Messen wie z. B. der BIO 2012 in Boston und anderen internationalen Veranstaltungen in Europa. In Boston war das TGZ/Bio-Zentrum mit ca. 18 m² Standfläche vertreten, die von den beteiligten Klein- und mittelständischen Unternehmen des Technologieparks weinberg campus zur Kooperationsanbahnung und Kontaktpflege genutzt wurde. Durch die Teilnahme an internationalen Kongressmessen und Foren leiten sich für die mittelständischen Unternehmen auf dem weinberg campus vielfältige Projekt- und Lieferbeziehungen ab. Die positive Entwicklung der gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg angebahnten Kontakte in den arabischen Raum u.a. nach Dubai und Syrien sind durch die politischen Konflikte im arabischen und nordafrikanischen Raum wieder weniger geworden. Das Konzept „weinberg campus“ und die damit verbundene gesamte Marketingstrategie wurden zielgerichtet auf das Netzwerk ausgedehnt und erfolgreich im nationalen und internationalen Sprachgebrauch als Marke durchgesetzt. A.4 Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr Nach der Finanzkrise hat sich die gesamtwirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland für mittelständische Unternehmen weiter verbessert, wobei speziell in der BIO-NANO-Branche und angrenzender Gebiete die Finanzierung von Unternehmen sowohl bei Gründungen als auch in der Bestandspflege mit einem höheren Risiko behaftet und damit schwieriger ist. Das Land Sachsen-Anhalt hat wiederholt die Förderung für die Biotechnologie in Frage gestellt, so dass es auch künftig schwierig sein wird, sich gegen die Konkurrenz in den anderen Bundesländern wie z. B. Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Baden-Württemberg und Bayern beim Standortranking zu behaupten. Spezielle Kaltmietförderungen oder Betriebskostenzuschüsse in diesen Ländern durch die Landesregierungen oder die Träger der Einrichtungen führen zu einer extremen Wettbewerbsverzerrung. In diesem Unternehmensumfeld hatte für die Bio-Zentrum Halle GmbH die Sicherung des Mieterbestandes und deren Betreuung hinsichtlich betriebs- und finanzwirtschaftlicher Problemstellungen erste Priorität bzw. bestand die Notwendigkeit, für die frei gewordenen bzw. neu geschaffenen Flächen Start-ups bzw. neue Mieter zu akquirieren. Dies gestaltet sich dadurch immer schwieriger, da es ein gravierendes Überangebot an Gewerbeflächen gibt und die Mieter immer mehr mit Lockangeboten umworben werden. Der Mieter gibt den Ton an! Der derzeitige Mietzins konnte im Jahr 2012 beibehalten werden, wobei höhere zusätzliche nicht vergütete Aufwendungen sowohl im Dienstleistungssektor als auch durch die Übernahme von nichtvorgesehenen Instandsetzungen und Schönheitsreparaturen entstanden. Das Gebäude ist nach 14 Jahren insbesondere durch den Dauerbetrieb der technischen Ausstattung im Betrieb kostenintensiver geworden, was sich natürlich auf das Betriebsergebnis insgesamt auswirkt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 320 von 497 Weiterhin nahmen die Akquisition und speziell die nutzerspezifische Ausrichtung einen großen Anteil der Geschäftstätigkeit ein. Durch erhöhte Aufwendungen bei der Akquisition und Übernahme von notwendigen Renovierungs- und Umbauarbeiten für die Nutzer konnte aber erreicht werden, dass die Gebäude am Bilanzstichtag auch unter Einbeziehung der DanielVorländer-Straße 8 zu 100% ausgelastet sind. A.5 Bericht über den Fortgang der Investitionstätigkeit Momentan sind keine weiteren Investitionen geplant, die zu einer Erweiterung der Hauptnutzungsfläche der Bio-Zentrum Halle GmbH führen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 321 von 497 B. Ertragslage Die Ertragslage (in T-€) der Gesellschaft stellt sich im Geschäftsjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: Berichtsjahr T€ + Mieteinnahmen + Einnahmen Mietnebenkosten + sonstige Dienstleistungen + = UMSATZERLÖSE + + = + BESTANDSVERÄNDERUNG SONST. BETRIEBL. ERTRÄGE BETRIEBSLEISTUNG Personalkosten + Abschreibungen + planmäßige Auflösung der Rücklagen für Investitionszuschüsse + = ABSCHREIBUNGEN UND AUFL. VON SONDERPOSTEN + Raumkosten / Betriebsführung / Grundstücksaufwendungen + Versicherungen / Beiträge + Reparaturen / Instandhaltungen + Kosten des Fuhrparks + Werbe- und Reisekosten + sonstige Kosten + = SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN - = BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN = + = = + + - = BETRIEBSERGEBNIS SONSTIGE ZINSEN UND ÄHNLICHE ERTRÄGE ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN FINANZERGEBNIS (ERGEBNIS VOR STEUERN) STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG SONSTIGE STEUERN STEUERERGEBNIS 849 881 7 1.737 -28 12 1.721 55 579 -438 141 1.199 6 117 6 38 107 1.473 1.669 52 27 0 27 (79) 18 0 18 61 % 49,3% 51,2% 0,4% 100,9% -1,6% 0,7% 100,0% 3,2% 33,6% -25,5% 8,2% 69,7% 0,3% 6,8% 0,3% 2,2% 6,2% 85,6% 97,0% 3,0% 100,0% 0,0% 100,0% (4,6%) 22,8% 0,0% 22,8% 3,5% T€ 853 856 19 1.728 56 21 1.805 59 583 -439 144 1.223 7 136 5 80 124 1.575 1.778 27 33 0 33 (60) 11 0 11 49 Vorjahr % 47,3% 47,4% 1,1% 95,7% 3,2% 1,2% 100,0% 3,3% 32,3% -24,3% 8,0% 67,8% 0,4% 7,5% 0,3% 4,4% 6,9% 87,3% 98,5% 1,5% 100,0% 0,0% 100,0% (3,3%) 18,3% 0,0% 18,3% 2,7% Veränderung T€ -4 25 -12 9 -84 -9 -84 -4 -4 1 -3 -24 -1 -19 1 -42 -17 -102 -109 25 -6 0 -6 (19) 7 0 7 12 % -0,5% 2,9% -63,2% 0,5% -150,0% -42,9% -4,7% -6,8% -0,7% -0,2% -2,1% -2,0% -14,3% -14,0% 20,0% -52,5% -13,7% -6,5% -6,1% 92,6% -18,2% 0,0% -18,2% (31,7%) 63,6% * 63,6% 24,5% = JAHRESÜBERSCHUSS Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 322 von 497 Die Betriebsleistung der Gesellschaft hat sich gegenüber 2011 um 84 T-€ (= -4,7 %) auf 1.721 T-€ vermindert. Während sich die abgerechneten Mietnebenkosten um 25 T-€ erhöhten gab es bei den Mieteinnahmen eine kleine Verminderung um 4 T-€, bei den sonstigen Dienstleistungen um 12 T-€ und bei den sonstigen betrieblichen Erträgen um 9 T-€. Die Bestandsveränderung an nicht abgerechneten Leistungen aus Mietnebenkosten verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um 84 T-€. Die Personalkosten der Gesellschaft haben sich um 4T-€ auf 55 T-€ vermindert. Bei den Abschreibungen auf Sachanlagen handelt es sich um planmäßige Abschreibungen in Höhe von 579 T-€ (Vorjahr: 583 T-€). Die von den Abschreibungen auf Sachanlagen offen zu saldierenden Erträge aus der Auflösung der Sonderposten für Investitionszuschüsse haben sich im Vorjahresvergleich minimal verändert und betragen 438 T-€ (Vorjahr: 439 T-€). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verminderten sich im Vorjahresvergleich um 102 T-€. Dabei haben sich in dieser Position insbesondere die Raumkosten (-24 T-€), die Instandhaltungen (-19 T-€), die Werbe- und Reisekosten (-42 T-€) und die sonstigen Kosten (-17 T-€) vermindert. Die übrigen Kosten sind nahezu unverändert geblieben. Das Betriebsergebnis hat sich im Vergleich zu 2011 um 25 T-€ auf 52 T-€ erhöht. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 6 T-€ auf 27 T-€ vermindert. Die Steuern von Einkommen und Ertrag haben sich um 7 T-€ auf 18 T-€ erhöht und erreichen damit eine Steuerquote bezogen auf das Ergebnis vor Steuern von 22,9% gegenüber 18,3% im Vorjahr. Der Jahresüberschuss hat sich um 12 T-€ auf 61 T-€ erhöht. C. Finanzlage Ziel des Finanzmanagements der Gesellschaft ist es, die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Gesellschaft zu gewährleisten, also die Fähigkeit die bestehenden und künftigen finanziellen Verpflichtungen in vollem Umfang zu erfüllen. Ferner sollte Liquidität in Höhe der satzungsmäßigen Rücklagen für die Infrastruktur und Bau- und Haustechnikinstandhaltung vorhanden sein. Zu diesem Zweck hält die Gesellschaft liquide Mittel bereit, die zum Bilanzstichtag des Berichtsjahres rund 1.335 T-€ betragen. Durch Umschichtungen in langfristige Finanzanlagen haben sich diese Mittel im Laufe des Jahres 2012 um rund 266 T-€ vermindert. Die Kapitalstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich dabei wie folgt dar: Bilanz zum 31.12.2012 T€ % Bilanz zum 31.12.2011 T€ % Änderung z. Vorjahr in T€ % Eigenkapital Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen Rückstellungen 6.463,3 57,2 6.402,1 54,7 61,2 1,0 4.443,3 143,8 39,3 1,3 4.881,7 147,4 41,7 1,3 -438,4 -3,6 -9,0 -2,4 Erhaltene Anzahlungen Lieferverbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten Summe Verbindlichkeiten 153,6 77,6 15,1 246,3 1,4 0,7 0,1 2,2 138,1 122,5 4,5 265,1 1,2 1,0 0,0 2,3 15,5 -44,9 10,6 -18,8 11,2 -36,7 233,3 -7,1 Summe Passiva=Gesamtkapital Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung 11.296,7 100,0 11.696,3 100,0 -399,6 -3,4 Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 323 von 497 D. Vermögenslage Die Vermögensstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar: Bilanz zum 31.12.2012 T€ % Bilanz zum 31.12.2011 T€ % Änderung z. Vorjahr in T€ % Sachanlagen Finanzanlagen Summe Anlagevermögen Forderungen Sonstige Vermögensgegenstände Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, Wertpapiere Summe Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten 8.240,2 1.502,3 9.742,5 193,9 24,9 1.335,4 1.554,2 0,0 73,0 13,3 86,3 1,7 0,2 11,8 13,7 0,0 8.809,4 1.002,4 9.811,7 228,0 47,7 1.601,4 1.877,1 7,5 75,3 8,6 83,8 1,9 0,4 13,7 16,0 0,1 -569,2 499,9 -69,3 -34,1 -22,8 -266,0 -322,9 -7,5 -6,5 49,9 -0,7 -15,0 -47,9 -16,6 -17,2 -100,0 Summe Aktiva=Gesamtvermögen 11.296,7 100,0 11.696,3 100,0 -399,6 -3,4 Das Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 399,6 T-€ (= -3,4 %) auf 11.296,7 T-€ ermäßigt. Der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens am Gesamtvermögen hat sich durch die Abnahme des Sachanlagevermögens (-569,2 T-€) bei gleichzeitiger Zunahme des Finanzanlagevermögens (+499,9 T-€) auf nunmehr 86,3 % (Vorjahr 83,8 %) erhöht. Der Anteil des Sachanlagevermögens ist von 75,3 % im Vorjahr auf 73,0 % im Berichtsjahr gesunken, was sich durch die vorgenommenen planmäßigen Abschreibungen begründen lässt. Das Finanzanlagevermögen hat sich durch Vermögensumschichtungen um T-€ 499,9 erhöht. Der Anteil am Gesamtvermögen beträgt nunmehr 13,3% (Vorjahr: 8,6 %) Bei den mit den Abgängen saldierten Investitionen der Gesellschaft in Höhe von 10,0 T-€ und Abschreibungen in Höhe von 579,2 T-€ hat sich das Sachanlagevermögen um 569,2 T-€ auf einen Betrag von 8.240,2 T-€ vermindert. Das mittel- und kurzfristig gebundene Vermögen hat sich im Vorjahresvergleich um 322,9 T-€ oder 17,2% auf 1.554,2 T-€ vermindert. Diese Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung bei den liquiden Mitteln aufgrund Vermögensumschichtungen (-266,0 T-€). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-34,1 T-€) sowie die sonstigen Vermögensgegenstände (-22,8 T-€) haben sich ebenfalls vermindert. Bei den Sonstigen Vermögensgegenstände haben sich insbesondere die Steuerforderungen (-19,3 T-€) vermindert. Die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände haben leicht abgenommen (-3,5 T€). Die liquiden Mittel betrugen am Bilanzstichtag 1.335,4 T-€ (Vorjahr: 1.601,4 T-€) und nahmen damit um 266,0 T-€ ab. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten waren zum Bilanzstichtag keine vorhanden (Vorjahr: 7,5 T-€). E. Nachtragsbericht Über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind (§289 Abs. 2 Nr. 1 HGB), wird nachfolgend berichtet: Nach Schluss des Geschäftsjahres traten keine Vorgänge von besonderer Bedeutung auf, über die entsprechend §289 Abs. 2 Nr.1 HGB zu berichten wäre. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 324 von 497 F. Risikobericht Das in Richtung Bio- und Nanotechnologie spezialisierte Zentrum, die Bio-Zentrum Halle GmbH, unterliegt im Rahmen der Risikokategorie "Umfeldrisiken/Branchenrisiken" dem bestandsgefährdenden Risiko, dass die politischen und gesetzgeberischen Kräfte Weichenstellungen wählen, die zu nachfolgend aufgeführten Fragen Anlass geben:   Könnte es zu einem Ausstieg aus der Bio-NANO-Technologie durch übertriebene politisch motivierte Anforderungen in Deutschland, Sachsen-Anhalt oder Halle kommen. Restriktive Festlegungen in einem neuen Bebauungsplan für Heide-Süd könnten dazu führen, dass der weinberg campus für Firmenansiedlungen im Standortranking immer mehr an Lukrativität verliert und die Erfolgsquote bei Ansiedlungs- und Gründungsbemühungen sinken wird. Nichtabsehbare Folgen aus der Verlagerung der Ingenieurwissenschaften von der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg an die Otto von Guericke Universität Magdeburg. Bleiben die Bio- und Materialwissenschaften mittelfristig in Halle? Den Fachkräftemangel, insbesondere bei den Ingenieuren, Biochemikern, Bioingenieuren usw. aber auch Labor- und Technikkräften ausgehend von der demographischen Entwicklung nicht entgegengewirkt wird. Fehlende Bereitschaft zur Gründung von Firmen, da Kapital fehlt und aber auch genügend freie Stellen für Akademiker in diesen Fachrichtungen angeboten werden. Bedingt durch die konjunkturelle Lage, insbesondere für innovative Firmen aus der Bio-Nanotechnologie und angrenzender Gebiete, die Situation in Deutschland sich weiter verschlechtern wird und die wenigen Firmen an Standorte gehen, die sie ohne unüberschaubare bürokratische Hürden aufnehmen. Lukrative Bio-Technologiefirmen durch die Investoren unter dem Gesichtspunkt der Renditemaximierung verkauft werden und damit die Standortfrage bzw. der Weiterbestand der Firma insgesamt in Frage gestellt ist.      Die dargestellte Problematik kann mittelfristig zu erheblichen Mietausfällen der Bio-Zentrum Halle GmbH führen und damit das Fortbestehen des Betriebes gefährden. Eine mögliche Nutzungsänderung, die dem neuen Bebauungsplan angepasst wäre, ist nicht gegeben, da Halle eine erhebliche Angebotsreserve an Büroflächen aufweist und der Mietzins bei diesen im letzten Jahr weiter gesunken ist. Diesem Mietdumping kann nur durch erhöhte Serviceleistungen entgegengewirkt werden, wobei diese natürlich höhere Kosten verursachen, da der Personalaufwand steigt. Die Kosten für eine Nutzungsänderung wären mit erheblichen Aufwendungen verbunden und ständen in keiner Relation zum Nutzen. Seitens der Verwaltung der Stadt Halle sollte die Rolle des Technologieparks weinberg campus besser erkannt werden und dieser Rechnung getragen werden. G. Prognosebericht In Erfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtung hat die Geschäftsführung der Berichtsgesellschaft ihre Einschätzungen zur voraussichtlichen Entwicklung der Firma Bio-Zentum Halle GmbH und deren wesentliche Chancen und Risiken in einem Wirtschaftsplan 2013 und in Entwurfsfassungen für die Jahre 2014 bis 2018 gebündelt. Diese Wirtschaftspläne, die als reine Ertragsplanungen aufgebaut wurden, haben danach folgendes Bild: Jahr Aufwendungen T-EURO 2013 2014 2015 2016 2017 2018 1.731 1.766 1.796 1.796 1.796 1.796 Erlöse Miete + Nebenk. sonstige T-EURO T-EURO 1.657 1.680 1.700 1.700 1.700 1.700 10 20 25 25 25 25 Finanzergebnis T-EURO 18 18 25 25 25 25 Ergebnis T-EURO -46 -48 -46 -46 -46 -46 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 325 von 497 Es können weitere Risiken die sich durch einen neuen B-Plan wie er derzeit im Entwurf vorliegt auf die Entwicklung des Standortes und damit auf die Bio-Zentrum Halle GmbH mittelfristig negativ auswirken. Dies sollte unbedingt bei der Abwägung zum B-Plan mit in Betracht gezogen werden. Weiter vorausschauend zeichnet sich ab 2014/2015 durch die offene Weiterfinanzierung und Strukturierung der Probiodrug AG z.Zt. ein nicht definierbarer eventueller Leerstand ab, der in der Entwurfsfassung des Wirtschaftsplanes 2014 und der Mittelfristplanung bis 2018 nicht berücksichtigt wurde sondern operativ eingearbeitet werden muss. Es ist zum heutigen Tage nicht voraussehbar mit welchem Flächenbedarf welche Einrichtung mit welchen Themen weitergeführt wird. Künftiger Schwerpunkt wird weiterhin ein umfassendes Marketingkonzept zur Sicherung des BIO-NANO-Standortes im Süden von Sachsen-Anhalt sein und damit verbunden nicht nur die Beibehaltung des Mieterbestandes durch entsprechende Betreuung und Beratung der Firmen, sondern auch die Unterstützung des Bio-Nanotechnologie-Konzeptes im Netzwerk weinberg campus. Dies bedeutet gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der MaxPlanck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft die zielstrebige Entwicklung der BIO-Nanotechnologie bis 2012, verbunden mit der inhaltlichen Ausgestaltung des neuen Forschungsverfügungsgebäudes durch die Gesellschaft, welches voraussichtlich ab 2013 durch ein weiteres Gebäude der Fraunhofer-Gesellschaft mit der fachlichen Ausrichtung zur Solartechnik unterstützt wird. Die um dieses von der Fraunhofer-Gesellschaft errichtete Gebäude geplante Ansiedlung von mittelständischen Partnern wird sich sowohl durch die konjunkturelle Situation verschieben als auch insgesamt bei der Verschlechterung der Standortbedingungen durch den geplanten neuen B-Plan in Frage gestellt. Weiterhin ist es bei der Erstellung des Bebauungsplanes für den weinberg campus dringend erforderlich, die Frage der Voraussetzungen für die Produktion von innovativen werthaltigen Produkten positiv zu entscheiden, da ansonsten die CoFinanzierungen für die angewandte Forschung in diesen Unternehmen nicht gewährleistet werden kann. Damit wäre entweder der Weggang der Unternehmen vom weinberg campus oder deren Insolvenz vorprogrammiert. Das Erfolgsrezept für die Entwicklung des weinberg campus, der einer Stadt / Region kann nur sein: Bildung – Grundlagenforschung, + Angewandte Forschung + Produkt- und Dienstleistungsentwicklung + Produktion / Umsetzung = Gewerbesteuereinnahmen = Wohlstand - Demographischer Wandel. Dieses Erfolgskonzept kann nur gemeinsam mit der abgestimmten Entwicklung des Stadtentwicklung Halle 2025 vom November 2011 Seite 7 Pkt. 3 erfolgen. Strategiedialoges zur Zitat: "Innovation am weinberg campus und zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Neustadt: Mit dem weinberg campus ist es Halle gelungen, sich als Standort von Forschung und Entwicklung sowie wissens- und technologieorientierter Produktion zu etablieren. Dabei profitiert der Technologiepark auch von seiner engen Einbindung in die Stadt und ergänzt die innerstädtischen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Das Stadtumbaugebiet Neustadt erhält durch seine räumliche Nähe zum weinberg campus neue Zukunftsperspektiven." Unter diesem Gesichtspunkt wurde unter der Initiative der TGZ Halle GmbH eine Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" aus Vertretern unterschiedlicher Einrichtungen gebildet, die sich erstmalig zur konstituierenden Sitzung am 16.01.2012 traf. Die Zielstellung der Arbeitsgruppe besteht darin, Anfang 2013 ein aussagefähiges Papier zu erstellen, welches dann anderen Partnern auf dem weinberg campus zur abschließenden Diskussion zur Verfügung gestellt wird. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" sollen dann als gebündelte Meinungsbildung in den Strategiedialog der Stadt Halle einfließen. Auch für die akademischen Einrichtungen wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie und Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik wäre eine andere Entscheidung von negativer Auswirkung, da z.B. für die Universitätsabsolventen die Möglichkeit genommen wird, sich am Standort weiterzuentwickeln, welches natürlich extreme Auswirkungen für die demographische und damit auch finanzielle Entwicklung der Stadt Halle hätte. Ähnliche Auswirkungen hat es für die außeruniversitären Einrichtungen, für die aber insbesondere dann stabile Kooperationspartner aus mittelständischen Unternehmen fehlen bzw. verloren gingen. Wir sehen der Entwicklung des Jahres 2013 ff. auch in Anbetracht dieser Risiken verhalten positiv entgegen und gehen davon aus, dass wir alle von den Gesellschaftern und der öffentlichen Hand an uns adressierten Aufgaben noch vollumfänglich unter Wahrung der finanziellen Stabilität erfüllen können. Die Weiterentwicklung des Standortes ist aber von den Rahmenbedingungen, die die Stadt Halle u.a. vorgibt, im Wesentlichen abhängig. Dadurch wird entscheidend beeinflusst, welche Entwicklung der Technologiepark weinberg campus und damit die Bio-Zentrum Halle GmbH nimmt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 326 von 497 Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH & Co. KG 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Erwerb, die Erschließung und Vermarktung von Industriegrundstücken im Wirtschaftsraum Halle-Saalkreis. Öffentlicher Zweck: Die Gründung der stadteigenen Gesellschaft war ein wichtiger Baustein zur Entwicklung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes "An der A 14". Der öffentliche Zweck ist in der Standortsicherung und Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Götte, Dieter * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 327 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 0 98 2 2010 % 0 98 2 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 0 19.131 329 T€ 0 20.153 362 T€ 0 19.085 % 0 100 T€ 0 -1.022 -33 % 0 -5 -9 Bilanzsumme 19.460 100 20.515 100 19.085 100 -1.055 -5 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 17.421 123 1.916 % 89 1 10 T€ 17.932 137 2.446 % 87 1 12 T€ 16.802 140 2.071 72 % 88 1 11 0 T€ -511 -14 -530 0 % -3 -10 -22 Bilanzsumme 19.460 100 20.515 100 19.085 100 -1.055 -5 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust -512 -512 250 2 4 -512 32 1.130 0 1.130 1.130 3 -180 1 -181 -181 278 399 182 42 883 2011 T€ 2.290 -256 114 708 2010 T€ 413 36 102 410 180 1 137 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 328 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -128,30 -2,85 -512 2011 49,35 6,73 1.130 2010 -43,78 -1,06 -179 276 32,68 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,00 89,52 10,48 31.12.2011 0,00 87,41 12,59 31.12.2010 0,00 88,04 11,96 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Gesamtfläche Grund und Boden davon erworbene Fläche davon übergegangene Fläche davon verkaufte Fläche 341,70 0,00 0,00 6,80 31.12.2011 348,50 5,20 0,50 0,00 31.12.2010 343,90 0,00 0,00 1,80 Angaben in ha ha ha ha Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 329 von 497 e) Lagebericht A. Darstellung des Geschäftsverlaufs Gemäß Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) vom 22. November 2000 wurde zum Zweck der B-Planung, der Erschließung sowie der Baulandbeschaffung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes Halle-Saalkreis an der A 14 (zwischenzeitlich in „Star Park“ umbenannt) die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG sowie deren Komplementärin, die Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH, Halle, (seit 17. Juli 2002 Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH) gegründet. Die Gründung der stadteigenen Gesellschaft war ein wichtiger Baustein zur Entwicklung des gemeindeübergreifenden Star Parks. Die Stadt beabsichtigte, in Kooperation mit den Nachbargemeinden Peißen, Dölbau, Queis und Reußen, in diesem Areal kurzfristig rund 230 ha gewerbliche Bauflächen zu entwickeln. In der Folgezeit wurden alle Anstrengungen unternommen, einen rechtskräftigen Bebauungsplan zu erwirken. Dieser lag im Jahr 2002 vor. Die Vermarktung des Areals erfolgte auf der Grundlage dieses Bebauungsplanes und im Einklang mit den grundsätzlichen Intensionen der in einem, eigens für das Industriegebiet gegründeten Planungsverband vereinten Gebietskörperschaften, aktuell der Stadt Halle, der Gemeinde Peißen, der Stadt Landsberg und der Einheitsgemeinde Kabelsketal. Auf dieser Grundlage war die Stadt Halle in der Lage, bei Großprojekten, die mit Beginn des Jahres 2007 bei der Stadt Halle und ihrer Gesellschaft bezüglich einer Ansiedlung im Industriegebiet verstärkt nachgefragt wurden, ein wettbewerbsfähiges Standortangebot unterbreiten zu können. Die überwiegend reaktiven Ansprachen von Investoren seit dem Jahr 2007 bilden sich zum einen aus direkten Anfragen von Unternehmen und zum anderen aus Anfragen von Unternehmen, die von Kooperationspartnern wie German Trade and Invest (GTaI) und der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) begleitet wurden. Es handelt sich dabei um Standortanfragen von Unternehmen aus dem Bereich der verarbeitenden Industrie. Die Anzahl der seit Beginn des Jahres 2007 zu bearbeitenden Anfragen, die Qualität und Position, die das jeweilige Standortangebot im Rahmen der Standortauswahlverfahren teilweise erreicht hat und nicht zuletzt die reale Aussicht auf kurzfristige Ansiedlungserfolge, haben die Stadt Halle in Abstimmung mit der Landesregierung dazu bewogen, etwaig noch vorhandene Standortnachteile im Zuge einer öffentlichen Erschließung des Industriegebietes zügig zu beseitigen. Ein entsprechender, mit den zuständigen Stellen abgestimmter Antrag auf Bereitstellung von Fördermitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe wurde durch die Stadt Halle noch im Jahr 2007 gestellt. Gleichzeitig wurde zwecks Beschleunigung des Vorhabens ein Antrag auf Genehmigung einer Ausnahme vom Verbot des vorzeitigen Maßnahmebeginns gestellt. Diese Ausnahmegenehmigung lag mit Wirkung ab dem 31. Januar 2008 vor. Seitdem konnte mit der öffentlichen Erschließung des Industriegebietes begonnen werden. Ein Zuwendungsbescheid der beantragten GA-Fördermittel liegt seit dem 23. Juni 2008 vor und gestattet unter Berücksichtigung eines 10%igen städtischen Eigenanteils zunächst ein Gesamterschließungsvolumen in Höhe von Brutto 48 Mio. € umzusetzen. Die rege Nachfrage nach Ansiedlungsflächen im Industriegebiet führte in Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium zu der Entscheidung, einen Änderungsantrag zum Zuwendungsbescheid vom 23. Juni 2008 auf die nunmehr vorzunehmende Vollerschließung vorzubereiten. Der Stadtrat der Stadt Halle hat diesem Änderungsantrag in seiner Sitzung am 29. Oktober 2008 zugestimmt. Der Änderungsantrag, der nunmehr ein Erschließungs-volumen von Brutto 76,8 Mio. € beinhaltet, wurde der Investitionsbank Sachsen-Anhalt im Dezember 2008 zugereicht und durch diese mit Änderungsbescheid vom 18. Mai 2009 bestätigt. Das Konzept einer weitergehenden, inneren Erschließung, das vom Stadtrat (V/2010/08893) in seiner Sitzung am 25. August 2010 entschieden wurde und mit dem in Form einer, in das Industriegebiet hinein zu führenden, engmaschigeren Ver- und Entsorgungsinfrastuktur auf eine hin zu Flächengrößen zwischen 5-30 ha veränderte Nachfrage entsprochen werden wird, wurde im Jahr 2011, nach Vorliegen eines ersten Änderungsbescheides der Investitionsbank vom 08. März 2011, planerisch umgesetzt. Beginnend ab 2012 wurden die nunmehr komplett vorliegenden Ausführungsplanungen europaweit öffentlich ausgeschrieben, vergeben und realisiert. Gegenwärtig beschiedenes Investitionsende ist der 30. September 2013. Danach steht ca. ein halbes Jahr für die Erstellung und Prüfung (externes Ingenieurbüro) des Nachweises über die Verwendung der erhaltenen Fördergelder zur Verfügung. Mit der inneren Erschließung war keine Erhöhung des bisher veranschlagten und beschiedenen Budgets in Höhe von 76,8 Mio. € verbunden, sondern sie baut auf auf positiven Vergabeeffekten und nicht mehr weiter zu verfolgenden Ausbaumaßnahmen im Bereich der Stromerschließung. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 330 von 497 Die erhaltenen Fördermittel und die städtischen Eigenanteile an der Gesamtfinanzierung, ausgenommen die durch die EgIG gemäß Stadtratsbeschlüssen selbst beizusteuernden Mittel, sind entsprechend des Ablauf- und Finanzplanes zur Erschließung in den jährlichen Haushalt der Stadt Halle eingestellt und werden der EgIG als nicht rückzahlbarer Investitionszuschuss entsprechend des Anfalls zu begleichender Rechnungen zur Verfügung gestellt. Über das gesamte Geschäftsjahr 2012 war dieser Prozess so organisiert, dass die Gesellschaft jeweils rechtzeitig vor Fälligkeit der Rechnungen aus der Erschließung mit der erforderlichen Liquidität ausgestattet war. B. Darstellung der Lage Die Stadt Halle schloss im Januar 2008 mit der Gesellschaft einen Vertrag zur Durchführung der öffentlichen Erschließung des Star Parks ab. Die Stadt Halle hat durch Gesellschafterbeschluss und in Form eines Stadtratsbeschlusses aus dem September 2007 erklärt, die Gesellschaft finanziell und organisatorisch so auszustatten, dass sie ihren satzungsgemäßen Aufgaben zur Erschließung und Vermarktung des Industriegebietes nachkommen kann. Die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft erfolgt seitens der Stadt Halle auf der Grundlage der erteilten Zuwendungsbescheide für öffentliche Finanzierungsbeihilfen und des darin einbezogenen städtischen Eigenanteiles. Die Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe und der städtische Eigenanteil sind in Summe und entsprechend dem geplanten Erschließungsablauf in entsprechenden Jahrestranchen als Einnahmen und Ausgaben in den städtischen Haushalt eingestellt und werden der Gesellschaft auf Abruf in Form eines nicht rückzahlbaren Investitionszuschusses zur Verfügung gestellt. Organisatorische Regelungen zur korrekten und termingerechten Abwicklung des Erschließungsvorhabens wurden und werden durch entsprechende Beschlüsse der Gesellschafterversammlung getroffen. So wurde zunächst der über Jahre ruhende Vertrag zur Projektleitung und –steuerung sowie zur Generalplanung mit der Obermeyer Albis-Bauplan GmbH aktiviert. Die bis zum 15. April 2008 in der Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH als Nebentätigkeit ausgeübte Geschäftsführung wurde in eine Vollzeittätigkeit in der Gesellschaft umgewandelt. Dies war notwendig, um zum einen die akquisitorischen Aktivitäten um Ansiedlungen fachgerecht zu begleiten und zum anderen die sich aus der beschlossenen Erschließung ergebenden planerischen Aktivitäten in Angriff zu nehmen und die sich aus dem Projekt selbst ergebenden Organisations- und Steuerungsprozesse in die Hand zu nehmen. Die sich daraus ergebenden Aufwendungen schlagen sich in der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2012 entsprechend in der Position Materialaufwand/ Bezogene Leistungen nieder. Da diese Leistungen Bestandteil des Erschließungsprojektes und dem entsprechend auch förderfähig sind, tragen sie zur Wertsteigerung des in der Bilanz unter Vorräte ausgewiesenen, noch unerschlossenen Industriegebietes bei. Da jedoch sowohl die von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt bereitgestellten Fördermittel als auch der sich aus der Antragstellung auf diese Fördermittel begründende Eigenanteil der Stadt Halle der Gesellschaft als nicht rückzahlbarer Investitionszuschuss zur Verfügung gestellt werden, mindern diese Zuschüsse die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen, tatsächlichen Erschließungsaufwendungen in erheblichem Umfang. Offen ausgewiesen wird danach nur jener Erschließungsaufwand, korrespondierend dazu demgemäß auch die Bestandserhöhung des Vorratsvermögens, der dem von der Gesellschaft gemäß Stadtratsbeschluss vom September 2007 eigenständig beizusteuernden Eigenanteil entspricht. In Höhe der im Geschäftsjahr 2012 planmäßig und in Übereinstimmung mit dem städtischen Haushalt erfolgten Finanzierung der Erschließungsmaßnahmen aus nicht rückzahlbaren Investitionszuschüssen, wird demgemäß keine Wertsteigerung im Umlaufvermögen verbucht. Die mit diversen Landwirten abgeschlossenen Pacht- und Nutzungsverträge über die Industriegebietsflächen hatten auch im Jahr 2012 Bestand soweit aufgrund der erschließungsbedingten Eingriffe die ursprünglich verpachteten Flächen auch tatsächlich von den Landwirten genutzt werden konnten. Die erzielten Pachteinnahmen sind unter „Sonstige betriebliche Erträge“ in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Im Frühjahr 2011 konnte eine zweite Teilfläche von 6,8 ha an den chinesischen Investor GA Pack verkauft werden. Für weitere ca. 8,0 ha wurde ein Kaufvertrag angeboten (Optionsvertrag). Im Juli 2011 begann dieser Investor mit seiner Investition, die im September 2012 planmäßig in Betrieb ging. Vereinbarungsgemäß wurde der mit diesem Grundstücksverkauf verbunden Verkaufserlös mit Inbetriebnahme für die Gesellschaft liquiditätswirksam und stützt insofern die Liquidität der Gesellschaft in 2012 ebenso maßgeblich wie die erzielten Erlöse aus der Veräußerung fertig gestellter Anlagen der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung an die HWS GmbH. Da den dabei erzielten Erlösen aufgrund der zuvor beschriebenen Effekte aus den erhaltenen Fördergeldern nur in geringen Umfang kostenwirksam auszubuchende Vermögenswerte gegenüberstehen, wird das handelsbilanzielle Ergebnis entsprechend positiv beeinflusst. Es muss leider festgehalten werden, dass anders als geplant, in 2012 keine weiteren Grundstücksverkäufe und darüber weitere Ansiedlungen von Industrieunternehmen umgesetzt werden konnten. Die gemäß Wirtschaftsplan 2012 vorgesehenen Grundstücks-Verkaufserlöse i.H.v. 2.465 T€ sind komplett ausgefallen und sind ausschließlich dafür verantwortlich, dass die Gesellschaft das Geschäftsjahr 2012 statt mit einem geplanten Jahresgewinn von 244 T€ mit einem Jahresfehlbetrag von 512 T€ abschließt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 331 von 497 Das Jahr 2012 war insbesondere geprägt durch die innere öffentliche Erschließung des Industriegebietes mit folgenden Schwerpunkten: Es ist ein Erschließungsstand erreicht, der einen jederzeitigen Baubeginn eines Ansiedlungsunternehmens sicherstellt. Bisher im Rahmen von Standortanfragen bekannt gewordene Bedarfe an Versorgungs- und Entsorgungsleistungen können vollständig abgesichert werden. Gemäß dem Stadtratsbeschluss V/2011/10049, dem vorausgegangen waren entsprechende Beschlüsse der zuständigen Gremien der EgIG wie auch bei Unternehmen der Stadtwerke, sind die fertig gestellten Anlagen entweder an die Stadt Halle als auch an verschiedene SWH-Unternehmen zu übertragen. Die aus den geschaffenen Erschließungsanlagen erwachsenden Folgekosten aus Betrieb und Unterhaltung sind gemäß diesem Stadtratsbeschluss teilweise generell durch die Gesellschaft zu tragen oder so lange zu tragen, bis der Eigentumsübergang erfolgt ist. In einigen Bereichen wird die Gesellschaft auch nach Eigentumsübergang an die einzelnen neuen Rechtsträger mit zu finanzierenden Anlaufverlusten wegen der noch ungenügenden Auslastung der geschaffenen Infrastruktur konfrontiert. Diese Folgekosten der Erschließung bestimmen sehr wesentlich die Ergebnisplanung für die Folgejahre und können von der Gesellschaft auch nur finanziert werden, wenn ihr die geplanten Erlöse aus Grundstücksverkäufen auch tatsächlich zufließen. Speziell im Bereich der Übertragung der Energieanlagen im Star Park an die eigens zu diesem Zweck unter dem Dach der EVH GmbH gegründete Netzgesellschaft Industriegebiet A14 gab es in 2012 durch die zuständige Landesregulierungsbehörde eine Entscheidung, die in letzter Konsequenz zur Folge hat, dass die EgIG diese Anlagen solange in Besitz halten wird, bis über erfolgreiche Ansiedlungen eine solche Auslastung erreicht wird, die einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht und somit die Grundlage für die Erteilung einer Genehmigung nach § 4 Energiewirtschaftsgesetz gegeben wäre. Bis dahin wird die EgIG diese Anlagen auf Grundlage eines Geschäftsbesorgungsvertrages mit der Netzgesellschaft der EVH GmbH als Kundenanlage gemäß § 3 Nr. 24a EnWG betreiben, was im Hinblick auf auszugleichende Anlaufverluste deutliche Vorteile hat. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 332 von 497 Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war auf der Grundlage der mit der Stadt Halle getroffenen Regelungen während des gesamten Geschäftsjahres 2012 gesichert. Für die förderfähigen Erschließungskosten aus dem Star Park waren dies die vor genannten Stadtratsbeschlüsse und die darauf basierenden Berücksichtigungen im städtischen Haushalt 2012. Für nicht förderfähige, eigene Verwaltungs- und Organisations-aufwendungen der Gesellschaft fasste der Finanzausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am 20. Oktober 2009 den Beschluss, der Gesellschaft aus städtischen Mitteln ein Zwischenfinanzierungsdarlehen von bis zu 551 T€ und bis zum 30. Juni 2012 zu gewähren. Die Tilgung dieses Darlehens konnte aufgrund der in 2012 erreichten Liquiditätssituation vereinbarungsgerecht und vollständig erfolgen. Die vor beschrieben ausgebliebenen Erlöse aus Grundstücksverkäufen konnte die Gesellschaft liquiditätsseitig verkraften, da sie entsprechend der ursprünglichen Planung für den Fortgang der öffentlichen Erschließung im Star Park zur Finanzierung der mit der Stadt vereinbarten, durch die EgIG selbst eben aus Verkaufserlösen beizusteuernden Eigenmittelanteile benötigt worden wären, bedingt durch die Aufnahme der inneren Erschließung jedoch eine Verschiebung des investiven und damit finanziellen Aufwandes aus 2012 nach 2013 zu verzeichnen war. Die von der EgIG noch beizusteuernden Eigenmittel in Höhe von ca. 3,2 Mio. € sind nunmehr in 2013 aufzubringen. C. Hinweise auf Risiken der künftigen Entwicklung / sonstige Angaben Im Zusammenhang mit der beschlossenen und bereits in der Umsetzung befindlichen Erschließung des Industriegebietes hat sich die Stadt Halle als Gesellschafterin verpflichtet, die Gesellschaft so auszustatten, dass sie insbesondere ihren finanziellen Verpflichtungen aus der Erfüllung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben zur Erschließung und Vermarktung des Industriegebietes nachkommen kann. Die Erschließungsträgerschaft ist der Gesellschaft über einen Erschließungsvertrag von der Stadt Halle übertragen worden. Nicht förderfähige Aufwendungen der Gesellschaft, wie Geschäftsführungs- und sonstige Verwaltungskosten, grundstücksnahe Aufwendungen sowie Kosten der eigenen Projektleitung müssen zunächst durch die Gesellschaft separat aufgebracht werden. Der sich aus der Vollerschließung für das Industriegebiet ergebende, höhere Eigenanteil der Stadt Halle (Aufstockung von 48 Mio. € auf 76,8 Mio. €) in Höhe von zusätzlich 2,8 Mio. € ist nach Beschluss des Stadtrates vom 29. Oktober 2008 (IV/2008/07494) durch die Gesellschaft selbst aufzubringen. Grundlage dafür bilden die in Aussicht stehenden Grundstücksveräußerungen an potentielle Ansiedler. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Halle hat der Gesellschaft im Rahmen der Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2013 aus aktuellen Ansiedlungsverfahren eine Übersicht zur Verfügung gestellt, nach der die EgIG in ihren Wirtschaftsplan 2013 eine Verkaufsprognose von 25 ha eingearbeitet hat. Einen Verkaufsansatz stellt ein möglicher Grundstückstausch mit einem in Halle mit einem Werk vertretenen Unternehmen dar, nach dem die EgIG von diesem Unternehmen im Gegenzug ein innerstädtisches Grundstück zur weiteren Verwertung erwerben würde und der diesem selbst eine Fläche im Star Park im Wertausgleich veräußert. Die Verhandlungen zu diesem Geschäft, die zuständigen Gremien der Gesellschaft hatten diesem bereits Zustimmung erteilt, waren zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts sehr weit voran geschritten. Bleiben ansonsten Verkäufe ganz oder teilweise aus, ergeben sich bei Weiterführung der öffentlichen Erschließung im Jahr 2013 Finanzierungsengpässe für die EgIG, die wiederum nur von der Stadt Halle überbrückt werden können. Wie bereits ausgeführt, sind erfolgreiche Weichenstellungen für die Übertragung bereits fertiggestellter und weiter fertig zu stellender Erschließungsanlagen und diverse SWH-Unternehmungen erfolgt. In 2013 ist die Übertragung von Anlagen speziell an die Stadt Halle weiter aktiv zu forcieren. Da das Industriegebiet gemarkungsübergreifend beplant wurde und inzwischen auch erschlossen wird, bedarf es diverser Regelungen zwischen der Stadt und den betroffenen Gemeinden (Landsberg, Kabelsketal), die es für den Bereich Wasser/Abwasser bereits gibt. Eingemeindungen der nicht zur Stadt Halle gehörenden Teilflächen im Star Park würden, dabei wesentliche Erleichterungen darstellen. Grundsätzlich hat die Stadt Halle die betroffenen Gemeinden in einer gesonderten Vereinbarung von der Beteiligung an den Erschließungskosten und den Folgekosten der Erschließung freigestellt. Dafür stehen ihr auch die aus den Ansiedlungen zu erwartenden Steuer- und sonstige Einnahmen zu. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 333 von 497 Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Erschließung, die Bewirtschaftung, die Entwicklung, die Vermarktung, Verwaltung und Vermietung von Immobilien sowie die Beteiligung an anderen Gesellschaften mit vergleichbarem Gesellschaftszweck einschließlich der Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei diesen Gesellschaften. Öffentlicher Zweck: Die Gründung der stadteigenen Gesellschaft war ein wichtiger Baustein zur Entwicklung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes "An der A 14". Der öffentliche Zweck ist in der Standortsicherung und Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Götte, Dieter Aufsichtsrat Vorsitzender stellv. Vorsitzender Neumann, Wolfram Röder-Kolberg, Tobias Bonan, Robert Dr. Köck, Uwe-Volkmar Kapetsis, Janis Sprung, Michael 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 6 31.12.2010 T€ 8 Aufsichtsrat 6 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 334 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 0 99 1 2010 % 0 99 1 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 0 155 2 T€ 1 153 1 T€ 1 118 2 % 1 97 2 T€ -1 2 1 % -100 1 100 Bilanzsumme 157 100 155 100 122 100 2 1 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 65 81 11 % 42 51 7 T€ 63 69 23 % 40 45 15 T€ 60 41 21 % 49 34 17 T€ 2 12 -12 % 3 17 -52 Bilanzsumme 157 100 155 100 122 100 2 1 bb) GuV 2012 T€ sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 222 168 1 51 1 3 0 3 3 2011 T€ 237 183 1 52 2 3 0 3 3 2010 T€ 58 1 56 4 5 5 5 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 335 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 4,33 3 111 75,80 5,33 4 118 77,02 8,60 5 2011 2010 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,00 41,55 58,45 31.12.2011 0,38 40,45 59,55 31.12.2010 0,98 48,88 51,12 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 336 von 497 e) Lagebericht A. Darstellung des Geschäftsverlaufs Gemäß Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) am 22. November 2000 (Beschluss Nr. III/2000/01121) wurde zum Zweck der Beplanung, der Erschließung sowie der Baulandbeschaffung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes Halle-Saalkreis an der A 14 (zwischenzeitlich in „Star Park“ umbenannt) die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG (EgIG) sowie deren Komplementärin, die Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH, gegründet. Die Oberbürgermeisterin wurde bevollmächtigt, hierfür sämtliche erforderlichen Handlungen vorzunehmen. Da der Inhalt der Satzung die Tätigkeiten der Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH auf die Entwicklung des Star Parks einschränkte, hat der Stadtrat der Stadt Halle in seiner Sitzung am 19. Juni 2002 (Vorlage Nr. III/2002/02411) Änderungen in der Satzung der Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH beschlossen. Die Oberbürgermeisterin als gesetzliche Vertreterin der Stadt Halle (Saale) wurde beauftragt, in einer Gesellschafterversammlung der Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH die Änderungen des Gesellschaftsvertrages vorzunehmen. Die Gesellschafterversammlung der Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH mit Sitz in Halle (Saale) hat mit Datum vom 17. Juli 2002 diverse Änderungen beschlossen. Ziel der mit Datum 3. Juni 2003 wirksam im Handelsregister eingetragenen Satzungsänderungen war, dass die Gesellschaft künftig möglichst kurzfristig und flexibel auf sich ergebende Aufgabenstellungen in den Bereichen der Entwicklung von Liegenschaften reagieren kann. Die Gesellschaft wurde mit diesen Änderungen in die Lage versetzt, vergleichbar zu der Entwicklung des Star Parks auch andere Entwicklungsmaßnahmen auszulösen, um nach entsprechendem Fortschritt der Aktivitäten die Gründung von förderfähigen Tochtergesellschaften zur Fortführung der Projekte durchzuführen. Die Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH (EVG) nimmt als Komplementärin der EgIG deren Geschäftsführung wahr, vertritt diese und haftet für sie. Im Zuge der begonnenen und während des Geschäftsjahres 2011 weiter vorangeschrittenen öffentlichen Erschließung des Star Parks erfolgte mit Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle vom 25. November 2009 die Genehmigung zur Neufassung des Gesellschaftsvertrags. Zentrales Element der Neufassung ist die Erweiterung der Organe der Gesellschaft um einen Aufsichtsrat. Die notarielle Beurkundung des geänderten Gesellschaftsvertrages erfolgte am 26. November 2009, die Eintragung ins Handelsregister am 14. Dezember 2009. Der Aufsichtsrat tagte in 2012 insgesamt dreimal und befasst sich insbesondere regelmäßig mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage, dem Jahresabschluss 2011 und dem Wirtschaftsplan 2013 sowie der Mittelfristplanung bis 2017 sowie der Weiterentwicklung und Umsetzung unternehmenskonzeptioneller Ansätze sowohl der EVG als auch als persönlich haftende Gesellschafterin der EgIG. B. Darstellung der Lage Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft in ihrer Eigenschaft als Komplementärin der EgIG und damit in Ausübung der Geschäftsführung für diese Gesellschaft, war im gesamten Verlauf des Geschäftsjahres 2012 geprägt von der weiteren Durchführung der öffentlichen Erschließung des Star Parks. Die Stadt Halle beauftragte die EgIG mit der Durchführung der öffentlichen Erschließung des Star Parks. Auf der Grundlage von zwei Stadtratsbeschlüssen vom Oktober 2007 und Oktober 2008 sind die dafür erforderlichen, insbesondere finanziellen Voraussetzungen geschaffen worden. Die Gesamterschließung mit einem Budget in Höhe von EUR 76,8 Mio. wird zu 90 % aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe bezuschusst. Ein entsprechender Änderungsbescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalt liegt mit Datum 18. Mai 2009 vor. Die Umfänge der Erschließung und die einzuhaltenden Maßgaben der Förderrichtlinien, insbesondere jedoch die Bedeutung dieses Projektes für den angestrebten Ansiedlungserfolg großer Industrieunternehmen, erforderten auch die Schaffung entsprechend handlungsfähiger organisatorischer Voraussetzungen. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung wurde die vorherige, in Nebentätigkeit ausgeübte Anstellung des bestellten Geschäftsführers mit Wirkung ab 16. April 2008 in eine Vollzeit- und ausschließlich für die Gesellschaft auszuübende Tätigkeit umgewandelt. Weitere Beschlüsse der Gesellschafterin Stadt Halle führten zum Aufbau einer, das Wirken der Geschäftsführung unterstützenden, übersichtlichen Unternehmensorganisation. Entsprechend des von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung in deren jeweiligen Sitzungen im November 2010 beschlossenen Unternehmenskonzeptes bestehen sämtliche Anstellungsverträge ab dem 01. Januar 2011 mit der EVG. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 337 von 497 Danach soll die EVG, ihrem satzungsgemäßen Zweck folgend, Flächenmanagementaufgaben für die Stadt Halle, vordergründig im Hinblick auf Gewerbe- und Industriegebietsflächen, wahrnehmen. Organisatorische, personelle und finanzielle Ressourcen bzw. Voraussetzungen für diese Aufgabenwahrnehmung sollen allein in der EVG vorgehalten werden. Soweit dies die Größe und Bedeutung eines Einzelprojektes rechtfertigt, können die Projekte an sich, wie im Fall der Entwicklung und Erschließung des Star Parks, in speziellen Objektgesellschaften realisiert werden, für die die EVG als Komplementärin auftritt und u. a. über entsprechende Dienstleistungsverträge mit den bei ihr vorhandenen Ressourcen tätig wird. In Abstimmung mit der Gesellschafterin Stadt Halle wurde bisher davon abgesehen, die entsprechend des beschlossenen Unternehmenskonzeptes vorgesehenen zwei Personalstellen für Projektentwickler zu besetzen. Hauptgrund war zum Einem, dass die Umsetzung des Revitalisierungsprojektes im Gewerbebestandsgebiet Halle-Ost angesichts des defizitären Haushaltes der Stadt ausgesetzt werden musste, da sich die Stadt Halle nicht in der Lage sah, die finanziellen Mittel für den nicht förderfähigen Grundstückserwerb zur Verfügung zu stellen (ca. EUR 1,1 Mio.). Inzwischen ist dieses Projekt gänzlich aufgegeben worden. Zum Anderen sieht die Stadt Halle gegenwärtig aus finanzieller Sicht ebenso keine Möglichkeit, ein aufzubauendes Flächenmanagement mit den erheblichen, allein durch die Stadt Halle zu finanzierenden Vorlaufkosten umzusetzen. Der Jahresabschluss 2012 weist einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 3 (im Vorjahr: TEUR 3) aus. Die Gesellschaft legt auf der Grundlage einer entsprechenden vertraglichen, sich aus dem Gesellschaftsvertrag der EgIG begründenden, Regelung den ihr aus der Geschäftsführung und Vertretung der EgIG entstehenden Aufwand vollständig auf diese um. Weiter steht der EVG gemäß Gesellschaftsvertrag der EgIG eine Vergütung für die EgIG übernommene Haftung in Höhe von TEUR 1 zu. Das Bankguthaben beträgt zum Stichtag TEUR 13 (Vorjahr TEUR 6). Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war während des gesamten Geschäftsjahres 2012 gesichert. C. Hinweise auf Risiken der künftigen Entwicklung/sonstige Angaben Der Gesellschaft obliegt als persönlich haftender Gesellschafterin der EgIG die Geschäftsführung dieses Unternehmens. Im Zuge der beschlossenen Erschließung des Star Parks und dessen Vermarktung wurde angesichts der damit in Zusammenhang stehenden Management-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten anders als noch im Jahr 2007 eine, diesen enorm gestiegenen Anforderungen angepasste, personelle und auch ansonsten organisatorische und finanzielle Ausstattung geschaffen. Die Gesellschafterversammlung hat dazu entsprechende Beschlüsse gefasst. Insbesondere auf der Grundlage eines Gesellschafterbeschlusses vom 12. März 2008 wird die Geschäftsführung der eingetretenen Entwicklung Rechnung tragend, mit Wirkung ab 16. April 2008 als ausschließliche Tätigkeit durch den bestellten Geschäftsführer ausgeübt. Im Rahmen der vorgenommenen Regelungen werden die sich daraus ergebenden vertraglichen Belange so gestaltet, dass, soweit sich dies nach dem Verursachungsprinzip auch so darstellt, alle im Zusammenhang mit der Erschließung des Industriegebietes stehenden Aktivitäten der EgIG auch direkt zugeordnet werden. Risiken ergeben sich für die EVG soweit zunächst ausschließlich aus der Geschäftsführung und Vertretung der EgIG sowie durch die ihr als Komplementärgesellschaft der EgIG zufallende Haftung für deren Geschäftstätigkeit, gegenwärtig somit der Erschließung des Star Parks. Finanzielle bzw. liquiditätsseitige Risiken wurden und werden für die EVG aufgrund des mit der EgIG bestehenden Vertrages zur Weiterberechnung entstehender Aufwendungen für deren Geschäftsführung und Vertretung nicht gesehen, soweit für die EgIG sichergestellt ist, dass diese ihren sich aus der Erschließung des Industriegebietes und aus weiteren zugeordneten Aufgaben ergebenden finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann. Um dies zu gewährleisten, wurde durch den Finanzausschuss des Stadtrates der Stadt Halle auf entsprechenden Antrag am 20. Oktober 2009 eine Liquiditätshilfe für die EgIG bis zu einer Höhe von TEUR 551 beschlossen. Diese betraf insbesondere die eigenen, nicht förderfähigen Verwaltungs- und Organisationsaufwendungen im Zusammenhang mit der öffentlichen Erschließung des Star Parks, bis es gelingt, aus der Vermarktung der erschlossenen Industriegebietsflächen die Liquidität eigenständig sicherzustellen. Aufgrund Liquiditätslage in 2012 konnte dieses Darlehen vereinbarungsgemäß per 30. Juni 2012 vollständig getilgt werden. Eine weitergehende Überbrückungsfinanzierung war für den Rest des Jahres 2012 und zunächst auch für den Anfang des Jahres 2013 nicht erforderlich. Wie bereits dargestellt, wurde die Umsetzung des ab 2011 aufzubauenden Flächenmanagements auf Bitte der Gesellschafterin Stadt Halle bis auf Weiteres ausgesetzt. Die EVG wird mit dem Erschließungsprojekt Star Park einschließlich der inzwischen auf Grundlage eines entsprechenden Stadtratsbeschlusses und eines demgemäß gestellten Änderungsantrages, für den seit Februar 2012 ein antragsgemäßer Änderungsbescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalt vorliegt, angelaufenen Maßnahmen einer tieferen, inneren Erschließung im Star Park noch über das Jahr 2013 ausreichend ausgelastet sein. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 338 von 497 Mit der Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2013 und der Mittelfristplanung bis 2017 wurde in den Gremien der Gesellschaft erneut über ein über die in 2013/14 abzuschließende Erschließung des Star Park und die vorzunehmende Aufstellung und Prüfung des Nachweises zur Verwendung erhaltener Fördergelder hinausgehendes, tragfähiges Geschäftsmodell beraten. In Verbindung mit der Wahrnehmung der Geschäftstätigkeit der EgIG und den sich dort abzeichnenden Entwicklungsperspektiven wird von einem tragfähigen Bestand der Gesellschaft im Mittelfristzeitraum ausgegangen. Entsprechend dieser Perspektivbetrachtung fasste der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 17. Dezember 2012 den Beschluss, den Geschäftsführer der Gesellschaft für weitere fünf Jahre zu bestellen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 339 von 497 MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Mansfelder Straße 56 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung sowie der Betrieb des Mitteldeutschen Multimediazentrums in Halle als Dienstleistungszentrum (spezialisiertes Technologie- und Gründerzentrum), in welchem junge Firmen auf den Gebieten multimedialer Arbeiten tätig sind. Das Unternehmen ist Eigentümer der zu errichtenden Gebäude für das MMZ. Die Gesellschaft ist Ansprechpartner der Fördermittelgeber, für die Errichtung des MMZ. Öffentlicher Zweck: Die MMZ GmbH stellt multimediale Ausrüstung und Arbeitsplätze bereit. Damit werden die entsprechenden Unternehmen an den Standort Halle gebunden. Der öffentliche Zweck ergibt sich aus der Standort- und Arbeitsplatzsicherung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Nowak, Andreas Aufsichtsrat Vorsitzender stellv. Vorsitzender Neumann, Wolfram Schenkel, Roger (seit 01.01.2012, seit 13.06.2012 stellv. Vorsitzender) Bossmann, Claus Peter Dr. Fikentscher, Rüdiger Dr. Wöllenweber, Hans-Dieter Dr. Wünscher, Ulrike Krischok, Marion Prof. Dr. Antz, Christian Rohnke, Achim Vogel-Jahn, Jürgen * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 340 von 497 (seit 04.01.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 7 31.12.2010 T€ 9 Aufsichtsrat 8 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 95 5 0 2010 % 91 9 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 7.777 445 2 T€ 8.397 866 1 T€ 27.681 1.484 1 % 95 5 0 T€ -620 -421 1 % -7 -49 100 Bilanzsumme 8.224 100 9.264 100 29.166 100 -1.040 -11 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen Finanzierung des Anlagevermögens Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten zur T€ 2.064 5.554 439 154 13 % 25 68 5 2 0 T€ 1.974 5.948 1.165 176 1 % 21 64 13 2 0 T€ 7.690 20.591 160 725 0 % 26 71 1 2 0 T€ 90 -394 -726 -22 12 % 5 -7 -62 -13 1.200 Bilanzsumme 8.224 100 9.264 100 29.166 100 -1.040 -11 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 341 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 36 90 90 37 -5.716 -5.716 730 1.180 0 241 667 873 1 4 126 341 19.615 1.555 1 211 -5.679 2011 T€ 686 15.356 2010 T€ 833 327 2 388 355 1.019 4 33 -633 213 146 67 35 -601 -601 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 12,29 4,55 757 382 12,60 2011 -832,69 -74,33 13.899 2.292 2,13 2010 -72,16 -7,25 -246 166 33,40 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 94,56 25,10 74,90 31.12.2011 90,64 21,31 78,69 31.12.2010 94,91 26,37 73,63 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 vermietbare Fläche Auslastung 31.12.2011 6.432,90 91,10 31.12.2010 6.432,90 96,30 Angaben in m ² % 6.432,90 94,10 m² % Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 342 von 497 e) Lagebericht I. 1. Darstellung des Geschäftsverlaufs Gesamtentwicklung Die bereits in 2011 eingeleitete Restrukturierung der Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2012 erfolgreich fortgeführt werden. Dies zeigt sich insbesondere an gestiegenen Umsätzen in der Vermietung und im Bereich Kinomischung. Von großer Bedeutung waren zudem die Klärung der noch offenen Rechtsstreitigkeiten aus der Bauphase und die Abrechnung der forward2business Kongresse 2006, 2010 und 2011. Was die Abrechnung der Kongresse betrifft, so konnten alle offenen Punkte planmäßig abgeschlossen werden. Bis auf zwei Verfahren konnte im Jahr 2012 alle Rechtsstreitigkeiten beendet werden. Der Honorarstreit und die Differenzen, mit dem damaligen Architekten, zur Fensterproblematik, werden die Gesellschaft auch in den folgenden Monaten weiter beschäftigen. Der Aufsichtrat hat in insgesamt vier ordentlichen Sitzungen die Entwicklung des Mitteldeutschen Multimediazentrums positiv begleitet und die Geschäftsführung unterstützt sowie beraten. Der Jahresabschluss 2012 schließt bei einer Bilanzsumme von 8.224.016,05 Euro und mit einem Jahresergebnis von 89.767,27 Euro ab. Neben der planmäßigen Gebäudeabschreibung tragen im Wesentlichen die Umsatzsteigerungen zum Jahresergebnis bei. Das Ergebnis 2012 wird durch den bewilligten Verwaltungskostenzuschuss von 170.000 Euro sowie durch die Einzahlung zweckgebundener Mittel in Höhe von 228.542 Euro seitens der Gesellschafterin begünstigt. Bis einschließlich Dezember des Berichtzeitraumes beschäftigte die MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle GmbH sechs Personen inklusive der Geschäftsführung. Eine dieser sechs Personen befindet sich seit 2010 in Erziehungszeit. Somit stehen der Geschäftsführung effektiv vier Arbeitskräfte zur Verfügung. 1.1. Ertragslage Der Umsatz erhöhte sich im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44 TEur bzw. 6,4 % auf 730 TEur (Vorjahr 686 TEur). Diese Erhöhung resultiert insbesondere aus den gestiegenen Umsätzen der Kinomischung in Höhe von 94 TEur (Vorjahr 66 TEur) und dem Umsatzanstieg der Vermietung Tiefgarage. Der Umsatz der Tiefgarage beziffert sich auf 86 TEur (Vorjahr 67 TEur). Darüber hinaus haben die zweckgebundenen Gesellschafterzuschüsse (gesamt 229 TEur) Verwaltungskostenzuschuss in Höhe von 170 TEur zum positiven Jahresergebnis nachhaltig beigetragen. und der Die Abweichung im Jahresvergleich bei den Sonstigen betrieblichen Erträgen und der Abschreibung begründet sich in der in 2011 berücksichtigten Verkehrswertermittlung des Gebäudes. Die hieraus resultierende Teilwertabschreibung und die daraus bedingte Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse haben das Vorjahr 2011 maßgeblich belastet. Ergebnis verbessernd wirkten die Kostenreduzierungen, u. a. bei den Personalkosten. Diese reduzierten sich gegenüber Vorjahr 341 TEur um 100 TEur auf 241 TEur. Ergänzend konnten die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 683 TEur reduziert werden. Im Jahresvergleich begründet sich die Reduzierung vornehmlich bei den Rechts- und Beratungskosten, welche im Vorjahr durch Erhöhung der Rückstellungen das Ergebnis mit 452 TEur beeinflussten. Positiv war auch die Reduzierung der KfZ- Kosten für Dienstwagen. Diese konnten vollständig eingespart werden. Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 2012 mit einem positiven Jahresergebnis in Höhe von 90 TEur. 1.2. Finanzlage Im Berichtsjahr 2012 verringerte der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit minus 366 TEur den Vergleichswert des Vorjahres (174 TEur). Zum einen wurde der Cashflow durch das gestiegene betriebliche Ergebnis erhöht. Zum anderen war der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr durch einen hohen Mittelabfluss im Umlaufvermögen beeinflusst. Der Mittelabfluss im Cashflow aus Investitionstätigkeit (-56 TEur) lag um 410 TEur unter dem Vorjahreswert (-465 TEur). Die Zahlungsmittel waren mit 381 TEur gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 422 TEur niedriger. Dies ist vornehmlich auf die Begleichung der Gerichtsurteile zurückzuführen. Auf Grund des laufenden Verwaltungskostenzuschusses in Höhe von 170 TEur ist die Gesellschaft in der Lage das laufende operative Geschäft weiter zu gewährleisten. Trotz höherer Umsatzerlöse können Investitionsmaßnahmen und sonstige Zahlungsverpflichtungen nur mit Hilfe der Gesellschafterin bewerkstelligt werden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 343 von 497 1.3. Vermögenslage Im Vergleich zum Jahr 2011 reduziert sich die Bilanzsumme um 1.040 TEur auf 8.224 TEur. Im langfristigen Vermögen verringerten sich die Sachanlagen im Wesentlichen aufgrund der Abschreibungen um 619 TEur. Investitionen wurden in Höhe von 56 T€ getätigt, welche hauptsächlich mit dem Ausbau der ehemaligen Exklusivmietbereiche zusammenhängen. Das kurzfristige Vermögen reduzierte sich von 866 TEur auf 446 TEur. Dies ist im Wesentlichen auf die Auszahlungen für Gerichtsstreitigkeiten zurückzuführen. Das Jahresdefizit aus dem Jahr 2011 in Höhe von 5.716 TEuro wurde gemäß Gesellschafterbeschluss vom 08. November 2012 mit der Kapitalrücklage in Höhe von 9.828 TEur verrechnet. Die Kapitalrücklage beträgt zum 31.12.2012 somit 4.112 TEur. Das Eigenkapital gesamt beträgt zum Jahresende 2.064 TEur (Vorjahr 1.974 TEur) und wurde durch das Jahresergebnis in Höhe von 90 TEur erhöht. Der Rücklagenanteil Sonderposten wird durch die Auflösung des Sonderpostens in Höhe von 473 TEur reduziert und durch die Bildung des Sonderostens für den Hochwasserschutz in Höhe von 80 TEur erhöht. Er beträgt zum Jahresende 5.554 TEur (Vorjahr 5.948 TEur). Die Rückstellungen verringern sich gegenüber Vorjahr 1.165 TEuro um 726 TEuro auf 439 TEur. Insbesondere die Inanspruchnahme für die Gerichtsprozesse führen zu dieser Reduzierung. Darüber hinaus wurden 295 TEuro an Rückstellungen aufgelöst und 325 TEuro zugeführt. Schwerpunkt hierbei ist die gerichtliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Architekten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen sowie die Sonstige Verbindlichkeiten nehmen gegenüber Vorjahr (176 TEur) um 22 TEur ab. 2. Nachinvestitionen zur Gebäudeoptimierung und Entlastung der betriebswirtschaftlichen Situation im MMZ: Die bereits in den Vorjahren begonnenen und umgesetzten Maßnahmen zur Optimierung des Wärme- und Kälteverbrauchs konnten fortgeführt werden. Insbesondere die Wärmeanschlussleistung konnte in der Jahresmitte nochmals reduziert werden. Die Anschlussleistung wurde, mittels effektiver Regel- und Steuertechnik, von ehemals 817 MW auf 500 MW reduziert. Das Projekt zur Ertüchtigung der Verkehrs– und Nebenflächen im Gebäudeteil Kubus wurde auf die Folgejahre verschoben. Die Geschäftsleitung arbeitet aktuell mit potentiellen Nutzern an tragfähigen Konzepten zur Vitalisierung der entsprechenden Bereiche. 3. Vermietungsgeschäft Die im Vorjahr rückläufige Entwicklung in der Vermietung konnte gestoppt werden. Die restrukturierten bzw. umgebauten Mietbereiche konnten zwischenzeitlich teilweise erfolgreich neu vermietet werden. Die Entscheidung zur verstärkten Vermietung von Büroflächen in der Größenordnung von ca. 20 m² hat sich als richtig und wegweisend erwiesen. Von den Mietern des Hauses werden folgende Kriterien als Grund zur Einmietung genannt: Die vorhandene Infrastruktur, der gebotene Service, die aktive Netzwerkarbeit und der existenzgründerfreundliche Mietpreis. Die Nachfrage nach Büroräumen im Mitteldeutschen Multimediazentrum war im Jahr 2012 erfreulicherweise konstant hoch. So konnten die Flächen eines Großmieters, fast unmittelbar nach dessen Auszug, im August 2012, fast vollständig weitervermietet werden. 3.1. Arbeits- und Büroflächen (65 % der HNF) Die Arbeits- und Büroflächen nehmen insgesamt 3.392,00 m2 der gesamten Hauptnutzfläche (gemäß DIN 277 neu) im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle ein. Die Auslastung im Geschäftsjahr 2012 lag bei durchschnittlich 94,1%. Dieses entspricht einer Steigerung von 3,0 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2011 (91,1%). Bedingt durch die hohe Anzahl Neumieter, reduzierten sich die durchschnittlichen Mieterlöse pro m² gegenüber Vorjahr (4,25 Euro) um 0,14 Euro auf 4,12 Euro. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 344 von 497 3.2. Produktionsbereiche (16 % der gesamten Hauptnutzfläche) Die Zielvorgabe in der Kinomischung in Höhe von 50.000 Euro konnte mit einem realisierten Umsatz von 94.771,71 Euro deutlich erfüllt werden. Dieses gute Ergebnis ist auch auf das deutlich verbesserte Dienstleistungsangebot, insbesondere durch den technischen Support durch die im Haus ansässige Firma, zurückzuführen. Der Gedanke einer halleschen Postproduktionsallianz konnte, insbesondere durch die Neuansiedlung einer aus dem internationalen Filmgeschäft bekannten Firma, weiter vorangebracht werden. Dieser wurden bewußt Mietflächen in unmittelbarer räumlicher Nähe zu bereits vorhandenen Studiobereichen angeboten. Ziel ist es nach wie vor eine Allianz aus bild- und tonverarbeitenden Firmen am Standort zu fördern. 3.3. Präsentations- und Konferenzräume sowie Foyers und sonstige Bereiche (15% der gesamten Hauptnutzfläche) Wie bereits im Jahr 2011 konnten auch im Berichtszeitraum erneut höhere Umsatzerlöse erzielt werden. Die Zielmarke von 30.000 Euro wurde mit 37.785,23 Euro und somit rund 8.000 Euro über Soll erfüllt. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 117 Veranstaltungen (Vorjahr 100) durchgeführt. Der durchschnittliche Umsatz pro Veranstaltung konnte von 300 Euro im Vorjahr mit ca. 323 Euro in 2012 leicht gesteigert werden. Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen, welche durch ihr überdurchschnittlich hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Flexibilität zur Umsatzsteigerung beigetragen haben. 3.4. Cafeteria (4 % der gesamten Hauptnutzfläche) Seit November 2011 wird die Cafeteria durch einen neuen Betreiber bewirtschaftet. Die Gesellschaft arbeitet zusätzlich mit weiteren Catering-Anbietern, um den verschiedenen und zum Teil anspruchsvollen Kundenwünschen gerecht zu werden. 3.5. Tiefgarage im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle Die Umsätze in der Tiefgarage, mit insgesamt drei Tiefgaragenebenen und 218 Stellplätzen, konnten in 2012 nochmals gesteigert werden. Hervorzuheben ist die Nachfrage an Dauerstellplätzen. Diese erwies sich als Hauptfaktor für positive Entwicklung. Im Vergleich zu 2011 (129 Stellplätze) waren in 2012 (161 Stellplätze) durchschnittlich 32 Stellplätze mehr dauerhaft vermietet. 4. Netzwerkarbeit sowie innovative Projektentwicklung Als weiterer Unternehmenszweck ist die Förderung innovativer und spannender Konzepte für das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle, als Netzwerk- und Knotenpunkt der Medienbranche in Sachsen-Anhalt, nach wie vor eine der wichtigsten Aufgaben. Aus diesem Grund bringt sich die Gesellschaft regelmäßig in ausgewählte Projekte als Cound/oder Hauptveranstalter mit ein. Dazu zählen Besuche diverser Fachmessen (u.a. Cebit) und Kongresse ebenso wie die Organisation und Durchführung eigener Events. Die Vernetzung mit der Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen am Standort hat zudem an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2012 wurden zwei neue Veranstaltungsformate entwickelt. Mit der MMZ-Media-Lounge sollen gezielt Entscheider der regionalen Medienbranche angesprochen und vernetzt werden. Die Kontakte der MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH dienen in diesem Zusammenhang als „Türöffner“ zu exklusiven Veranstaltungsorten und etablierten Medienfirmen. Darüber hinaus wurde mit der Veranstaltung „Medien für den Mittelstand“ erstmalig eine Brücke zwischen der Handwerkskammer Halle, dem BVMW Sachsen-Anhalt Süd und der Medienbranche geschlagen. Beide Veranstaltungsformate Darüber hinaus brachte sich die Gesellschaft bei folgenden Veranstaltungen als Kooperationspartner oder Unterstützer ein:      INSIDE Night - 7. Februar 2012 Mitteldeutsche Regionalkonferenz (MIRKO) 2012 - 27.-29. April 2012 Nanospot Festival - 5. Juli 2012 forward2business 2012 - 26.-27. September 2012 5. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt - 25.-27. Oktober 2012 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 345 von 497 II. 1. Voraussichtliche Unternehmensentwicklung Gesamtentwicklung Trotz der anhaltend guten Nachfrage nach Büroflächen mit ca. 20 m² Fläche wird der Schwerpunkt in den kommenden Jahren dennoch weiter auf der Vermietung liegen. Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten (in 2013) der ehemaligen Großbereiche wird es durch die der Nachfragesituation geschuldeten kleinteiligen Vermietung zu einem höheren Arbeitsund Betreuungsaufwand kommen. Die Leerstandquote sollte mit 11% -12% für die Folgejahre realistisch erscheinen. Aufgrund der Förderrichtlinien und der damit beschränkten Mietdauer im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle (Förderrichtlinien der Europäischen Union sehen vor, dass die Vermietungsdauer nicht mehr als höchstens 8 Jahre betragen darf), müssten weitere Erstmieter ab dem Jahr 2013 sukzessive das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle verlassen. Allerdings wurden hier seitens des Fördermittelgebers die Restriktionen gelockert, sodass eine längere Mietdauer unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Die Unternehmensansiedelung und Existenzgründerförderung im Bereich der Medien- und Kreativwirtschaft ist und bleibt weiterhin das primäre Ziel des Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle. Für eine zielgerichtete Beratung der Gründerunternehmen und Mieter stehen weiterhin bewährte Partner, wie die Univations GmbH, das Dienstleistungszentrum für Wirtschaft der Stadt Halle (Saale), die Wirtschaftsförderung der Stadt Halle (Saale) und das Network KMU der Investitionsbank Sachsen-Anhalt zur Verfügung. 2. Regionalwirtschaftliche Entwicklungen Im Jahr 2012 konnte beobachtet werden, wie sich die Medienbranche weiter verändert. Mittlerweile setzt sich die Branche nicht mehr ausschließlich aus Filmfirmen zusammen. Der gesamte Onlinesektor gewinnt immer mehr an Bedeutung. Firmen die Handy-Apps, Online-Shops, Cloud-Anwendungen, Video-on-demand-Lösungen oder sonstige Software produzieren, wachsen derzeit sehr schnell. Dies kann man auch an der Mieterstruktur im MMZ erkennen. Die Bereiche Film-Produktion und –Postproduktion sind zwar immer noch sehr stark vertreten, der technologische Fortschritt erfordert jedoch nicht mehr so viel Personal- und Raumkapazitäten, wie noch vor einigen Jahren. Im Gegensatz dazu wächst der Bedarf an Serverräumen und Hochgeschwindigkeits-Internetverbindungen rasant. Diesen Bedarf zu decken wird eine wichtige Aufgabe zur Entwicklung der Region sein, denn im Onlinebereich sind hallesche Unternehmen absolut konkurrenzfähig. Selbst im Vergleich mit wesentlich größeren Standorten wie Berlin oder Hamburg. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Die Stadt Halle verfügt über eine einzigartige und breitgefächerte Wissenschaftslandschaft. Mehrere Institute und Forschungseinrichtungen mit internationalem Renomé haben ihren Hauptsitz in der Saalestadt. Es erscheint daher nur logisch das wissenschaftliche Know-how mit den Kompetenzen der lokalen Medienbranche zu vernetzen. Aus Sicht der MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH spielt das Department für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in diesem Zusammenhang eine außerordentlich wichtige Rolle. Daher wurde gegenüber den politischen Akteuren und Entscheidungsbefugten deutlich gemacht, dass es ohne das im Haus ansässige Institut keine zukunfts- und richtungsweisende Entwicklung des Medienstandortes geben kann, worauf eine Verlängerung des in 2013 auslaufenden Mietvertrages vollumfänglich bekundet und erbeten wurde. Die Geschäftsführung ist angehalten, entsprechende Vertragsverhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen. 3. Vermietungsgeschäft Die MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH bewegt sich, trotz der positiven Entwicklung, weiterhin in einem risikobehafteten Marktumfeld. Die regelmäßigen starken wirtschaftlichen Schwankungen betreffen nicht nur die eingemieteten, meist im Aufbau begriffenen Unternehmen, sondern zwangsläufig auch die Gesellschaft selbst. Die weitere finanzielle Begleitung der Stadt Halle (Saale) zur Unternehmenssicherung wird weiterhin erforderlich bleiben. Bei den prognostizierten Jahresfehlbeträgen in den nächsten Jahren in Höhe der mit der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschuss saldierten Abschreibung ist die Gesellschaft selbst nicht in der Lage, für solche wirtschaftlichen Krisenzeiten entsprechende Rücklagen zu bilden. Ohne den Zufluss von Mitteln der Gesellschafterin besteht weiterhin ein Risiko in der Liquidität. Insbesondere wenn im hoch- volatilen Bereich der Kinomischung die avisierten Einnahmen ausbleiben. Eine Kompensation möglicher Ausfälle durch die Vermietung von Büroflächen ist aufgrund der begrenzten Fläche und Restriktionen nicht möglich. Auch aus diesem Grund ist der Verbleib der Universität als fester Bestandteil und Ankermieter im Mitteldeutschen Multimediazentrum von enormer Bedeutung. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 346 von 497 4. Bewirtschaftung der Immobilie Die alleinige Gesellschafterin hat zum Ende des Jahres kurzfristig auf das latente Risiko des Hochwasserschutzes reagiert und der Gesellschaft 80.000 Euro, zur Umsetzung der ersten Hochwasserschutzmaßnahmen, zur Verfügung gestellt. Diese Mittel sind vor allem für Maßnahmen zur Auftriebssicherung bei Extremhochwasser gedacht. Eine dieser Maßnahmen besteht darin, die Gebäudelast im Ernstfall zu erhöhen. Hierfür müssen die Bereiche der untersten Tiefgaragenebene (-4) für einen kontrollierten Wassereintritt vorbereitet und sensible Technikbereiche geschützt werden. Ergänzend wird ein mechanischer Schutz, an der zur Saale zugewandten Fensterfront, benötigt. Die Realisierung der Maßnahmen ist für 2013 geplant. Darüber hinaus werden die Instandhaltungskosten in den Folgejahren steigen und die Ergebnisentwicklung ebenfalls beeinflussen. Kleinstreparaturen sind als Kostennoten in der Mehrjahresplanung aufgezeigt. Größere finanzielle Belastungen für die MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH und die Gesellschafterin könnten durch mögliche Reparaturen am Gebäude, wie beispielsweise die Sanierung der Fassade oder die Instandsetzung defekter Umkehrdächer, entstehen. Die MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH verfügt über keine zusätzlichen finanziellen Mittel, um einer möglichen Wertminderung durch Verschleißerscheinungen entgegenzuwirken. 5. Aus der Investitionstätigkeit resultierende betriebswirtschaftliche Risiken - Risiken aus schwebenden und laufenden Verfahren In dem seit 2006 anhängigen Verfahren mit einem insolventen Bauunternehmen wurde seitens des Landgerichtes Halle, nach einem gescheiterten Vergleichsversuch mit dem Insolvenzverwalter, am 12. Dezember 2011 das Urteil zu den baulichen Rechtsstreitigkeiten aus der Errichtungsphase verkündet. Danach sollte die MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH einen Betrag von 697 TEUR zzgl. Zinsen in Höhe von 373 TEUR zahlen. In der, von der Rechtsvertretung des MMZ empfohlenen, Berufung wurde das Urteil auf 364 TEUR zzgl. Zinsen in Höhe von 207 TEUR reduziert. Die Gesellschafterin (Stadt Halle) hat daraufhin die fehlende Liquidität, in Höhe von 168.542 Euro, zur Begleichung des Urteils, der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Der Urteilsbetrag nebst Zinsen wurde im Geschäftsjahr 2012 an die Gegenseite ausgekehrt. Seitens der Gegenseite wurde Nichtzulassungsbeschwerde zur Revision vor dem Bundesgerichtshof eingelegt. Diese wurden zwischenzeitlich durch die Beschwerdeführerin zurückgenommen. Das Verfahren ist damit rechtskräftig beendet. Ein weiteres, seit 2008 offenes Verfahren, umfasst den vor Gericht anhängigen Streit mit dem Architektenbüro. Das klagende Architektenbüro fordert nach nochmaliger Korrektur (Juni 2012) eine Schlusszahlung in Höhe von nunmehr 527.462 Euro zzgl. 8 Prozentpunkten Zinsen über dem Basiszinssatz, seit dem 10. November 2006. Die MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH geht, nach intensiver Prüfung der Resthonoraransprüche des Architekten, weiterhin von einer Überzahlung in Höhe von 245.000 Euro aus. Konsequenterweise hat die Gesellschaft diese Ansprüche widerklagend geltend gemacht. Die Widerklage wurde bereits im Dezember 2011, um die Mängelbeseitigungskosten in Höhe von 204.739,77 nebst Zinsen und Rechtsanwaltskosten, aus dem selbstständigen Beweissicherungsverfahren, in Bezug auf die mangelhaften Kippfenster im Gebäudeteil Schwebekörper, ergänzt. Der gerichtlich bestellte Gutachter hat Anfang 2013 das 3. Nachtragsgutachten vorgelegt. Die Verfahrensgesamtdauer lässt sich nach Einschätzung der Rechtsvertretung nicht absehen. Die Anwaltskanzlei der Gegenseite hat zwischenzeitlich auf das Angebot der MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH reagiert und die Möglichkeit zur Vergleichsbereitschaft eingeräumt. Im Verfahren zur Verlegung des Terrazzoestrichs im Gebäude, in welchem man im Jahr 2011 mit einem selbständigen Beweissicherungsverfahren unterlag, konnte im April 2012 ein Vergleich geschlossen werden. Die Gegenseite verwies ursprünglich auf eine Restwerklohnforderung in Höhe von 119.829,70 Euro. Die Angelegenheit konnte letztlich mit Zahlung eines Vergleichsbetrages von 60.000 Euro beendet werden. Die, in einem weiteren Beweissicherungsverfahren aufgezeigten, Ausführungsmängel gegenüber dem damaligen Errichter der Trockenbauwände konnten durch das in 2012 vorgelegte Ergänzungsgutachten nicht bekräftigt werden. Das Gutachten verweist auf eine fehlerhafte Planung der Architekten. Die Rechtsvertretung der Gegenseite fordert abschließend die Erstattung verauslagter Mittel in Höhe von 3.078,66 Euro. Ein entsprechender Erstattungsantrag wurde bei Gericht bisher nicht eingereicht. In den Prozessen mit der vormaligen Geschäftsführung und dem ehemaligen Mitarbeiter für die Kinomischung wurden seitens der Rechtssprechung Urteile gefällt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 347 von 497 Die, durch den ehemaligen Mitarbeiter der Kinomischung klageweise, geltend gemachte Forderung einer Gewinnbeteiligung für die Jahre 2008 und 2009 wurde stattgegeben. Die MMZ Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH wurde verurteilt, einen Betrag in Höhe von 13.810,54 Euro nebst Zinsen von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 02.01.2012 auszuzahlen und die Kosten des Rechtsstreites zu tragen. Der Urteilsbetrag nebst Zinsen wurde am 22. Februar 2013 an die Gegenseite ausgezahlt. Die Auseinandersetzung mit der vormaligen Geschäftsführung konnte mit einem Vergleich vor dem Oberlandesgericht Naumburg beendet werden. Die Vergleichszahlung in Höhe von 50.720,91 Euro wurde am 21. Dezember 2012 ausgezahlt. III. Besondere Vorgänge nach dem Abschlussstichtag Wesentliche Vorgänge nach dem Abschlussstichtag haben sich nicht ereignet. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 348 von 497 Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Marktplatz 13 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadt Halle (Saale) Förderverein Pro Halle e.V. Förderverein Region Halle (Saale) e. V. City-Gemeinschaft Halle e.V. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 14 6 3 1 1 % 55,00 25,00 10,00 5,00 5,00 Gegenstand des Unternehmens: Konzipierung, Positionierung und Vermarktung eines unverwechselbaren Profils der Stadt Halle im nationalen und internationalen Rahmen. Die Gesellschaft führt Tätigkeiten im öffentlichen Interesse aus. Die Gesellschaft verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Sofern sie wirtschaftliche Zwecke verfolgt, sind diese lediglich untergeordneter Art. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig und nützlich erscheinen. Öffentlicher Zweck: Konzipierung, Positionierung und Vermarktung eines unverwechselbaren Profils der Stadt Halle im nationalen und internationalen Rahmen. Die Gesellschaft führt Tätigkeiten im öffentlichen Interesse aus. Die Gesellschaft verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Sofern sie wirtschaftliche Zwecke verfolgt, sind diese lediglich untergeordneter Art. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig und nützlich erscheinen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Voß, Stefan c) Beteiligungen unmittelbar Genossenschaft Volksbank Halle e. G. T€ 0 % 0,00 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 349 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 13 86 1 2010 % 12 85 3 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 44 281 4 T€ 41 288 10 T€ 22 210 10 % 9 87 4 T€ 3 -7 -6 % 7 -2 -60 Bilanzsumme 329 100 339 100 242 100 -10 -3 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 135 77 117 0 % 41 23 36 0 T€ 111 72 115 41 % 33 21 34 12 T€ 107 42 92 1 % 44 18 38 0 T€ 24 5 2 -41 % 22 7 2 -100 Bilanzsumme 329 100 339 100 242 100 -10 -3 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 24 1 23 23 5 1 4 4 589 1.211 174 747 11 844 0 2011 T€ 486 1.208 142 722 14 812 1 2010 T€ 581 1.194 108 724 11 931 0 0 1 0 1 1 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 350 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 3,95 20,88 35 78 41,51 2011 0,84 3,82 18 77 42,61 2010 0,14 0,77 12 74 40,79 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 10,62 40,96 59,04 31.12.2011 11,83 32,94 67,06 31.12.2010 8,28 44,40 55,60 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Anzahl Messeteilnahmen Anzahl organisierter Veranstaltungen 31.12.2011 11,00 67,00 38.127,00 31.12.2010 13,00 63,00 31.514,00 Angaben in A Events, n A 10,00 64,00 34.961,00 Anzahl Anzahl Anzahl Teilnehmer an Stadtführungen z n a z A h a n l h z l a h l Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 351 von 497 e) Lagebericht Vorbemerkungen: Wo wir stehen Das bundesweite Image der Stadt Halle (Saale) und die Besucherzahlen haben sich in 2012 trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen weiter verbessert. Das Stimmungsbarometer steht auf Grün. Mehr noch: Die Fokussierung der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH (SMG) auf die Kernthemen Kultur, Wissenschaft und Tourismus, der Ausbau von Partnernetzwerken mit der Wirtschaft sowie touristischer Netzwerke mit Reiseveranstaltern und Journalisten haben sich bewährt. Ca. 70 Prozent aller regional und national veröffentlichten Medienberichte über die Markensäulen der SMG sind positiv. Die Fokussierung auf Image-Bildung und touristische Verkaufsförderung und dazu wiederum auf zu vermarktende Themen und Marketingstrategien trägt Früchte. Die touristischen Besucherzahlen steigen stetig und haben 2012 einen Rekordstand erreicht. Der Anteil der Übernachtungen in Halle stieg um knapp 9 Prozent, der ausländischer Gäste um nahezu ein Drittel. Die hiervon ausgehende Wertschöpfung kommt nicht nur Inhabern von Beherbergungsbetrieben zugute. Zu den Profiteuren zählen neben Gastgewerbe und Gastronomie auch Einzelhandel und Dienstleistungen (z. B. Eintrittspreise für kulturelle Veranstaltungen, Museen, Erlebnisbäder, Sportveranstaltungen, Nutzungsgebühren z. B. für lokale Transportmittel wie ÖPNV und Taxi sowie Parkgebühren). Auch die Verkaufserlöse in der Tourist-Information haben sich in den vergangenen Jahren stabilisiert und im Vergleich zu den Jahren 2005 bis 2009 im Schnitt um 35.000 Euro p.a. erhöht, die Umsätze der Gruppentouristik sogar verdoppelt. Die Verdopplung der Marketingerlöse im Vergleich zu den Jahren 2007-2009 gewährleistet nicht nur eine ungleich größere Schlagkraft und Anzahl an Marketingmaßnahmen, sondern führt in der Kostenerlösfunktion zu einer durchschnittlichen Einsparung von 65.000 Euro p.a. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 352 von 497 Überblick über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Der aus dem Jahresabschluss 2011 resultierende Gewinnvortrag von 86.486,02 Euro wurde 2012 auf neue Rechnung vorgetragen. Die Höhe des institutionellen Zuschusses blieb in der Gesamtsumme gegenüber den Vorjahren unverändert und betrug von Seiten der Stadt Halle 1.111.300,00 Euro sowie vom Gesellschafter „Förderverein Pro Halle e.V.“ 65.000,00 Euro. Was den Wirtschaftsplan 2012 der SMG betrifft, so sollte sich der institutionelle Zuschuss seitens der Stadt eigentlich um 200.000,00 Euro erhöhen. Diese 200.000,00 Euro standen jedoch unter vorläufiger Haushaltssperre und wurden auch nicht in Anspruch genommen. Die Eigenerlöse der SMG stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 554.271,25 Euro auf 613.300,65 Euro in 2012. Dies entspricht einer Steigerung auf 110,7 Prozent. Großen Anteil an den Eigenerlösen hatten die Einnahmen aus Stadtführungen und Gruppentouristik, die mit 61,32 Prozent (39.448,65 Euro)über dem Plan lagen. Zwar wurden für Projekte 2012 rund 40.000,00 Euro weniger als geplant eingeworben, jedoch hat die SMG diese Differenz durch höhere Einnahmen von Partnern für Beteiligungen an Druckerzeugnissen (rund 38.000,00 Euro) sowie an Messen (rund 7.500,00 Euro) mehr als ausgeglichen. Die Höhe der für Marketing-maßnahmen akquirierten Mittel schwankt von Jahr zu Jahr beträchtlich und hängt wesentlich von der Art der Projekte ab (siehe 2010 „Public Viewing“ 142.350,88 Euro). In den Jahren 2011 und 2012 gab es 1. kein Event von vergleichsweiser Strahlkraft, und 2. sieht die SMG ihre Kernaufgabe nicht im Event-Marketing. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 353 von 497 Zum Zeitpunkt der Erstellung des Wirtschaftsplans der SMG für 2012 war geplant, das Sortiment des Uni-Shops zu übernehmen und in der Tourist-Information zu verkaufen. Daher wurde der Planansatz für zu erzielende Verkaufserlöse um 50.000,00 Euro erhöht. Da die Sortimentsübernahme nicht erfolgte, konnte die Tourist-Information die geplanten Erlöse nicht erzielen. Dafür bestand das Untervermietungsverhältnis gegenüber dem Uni-Shop auch 2012 fort, so dass daraus nicht mehr eingeplante Einnahmen flossen. Weiterhin plante die SMG im Jahr 2012 mit 84.000,00 Euro für das „Jahr der Wissenschaft“, davon ca. 42.000 Euro aus dem Preisgeld des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft (Bewerbung als „Stadt der Wissenschaft“). Davon wurden Projekte zur „Wissenschaft in Halle“ (z. B. „Lange Nacht der Wissenschaften“ oder „Wissenschaftssommer“) realisiert. Von den tatsächlichen Kosten der SMG in Höhe von 86.004,09 Euro wurden jedoch nur ca. 15.000,00 Euro aus dem Preisgeld des Stifterverbandes gedeckt. Weitere ca. 30.000,00 Euro wurden von anderen Partnern eingeworben. Der Rest wurde aus Eigenmitteln finanziert. Lässt man die unter Haushaltssperre stehenden 200.000 Euro unberücksichtigt, wurden die geplanten Einnahmen mit 47.400,65 Euro überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Mehreinnahmen von 59.029,40 Euro erzielt. Auf der Ausgabenseite musste die SMG 2012 natürlich die 200.000 Euro nachträglich kürzen, die aufgrund der Haushaltssperre nicht als institutioneller Zuschuss geflossen, aber in den geplanten Ausgaben noch enthalten sind. Daher wurden auch die geplanten Mittel für Personalkosten mit 32.095,61 Euro nicht ausgelastet. Die Ausgaben für Pauschalkräfte wurden – bedingt durch einen hohen Krankenstand in der Tourist-Information sowie eine Vielzahl von zusätzlichen Verkaufsaktivitäten und verlängerte Öffnungszeiten – mit 9.259,50 Euro überschritten. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 354 von 497 In den geplanten Kosten für Wareneinkauf ist die SMG bei der Planausarbeitung davon ausgegangen, dass auch das Sortiment des Uni-Shops eingekauft werden müsse. Da dies nicht eintrat, liegen die Ausgaben für Wareneinkauf nur bei 75,94 Prozent zum Plan. Die Ausgaben für Stadtführungen und Gruppentouristik liegen mit 37.009,79 Euro über der Plangröße, da auch die Einnahmen enorm gestiegen sind. Einsparungen wurden 2012 in der Position Leasing/Miete für Geräte (z.B. Kopierer, Faxe) durch günstigeren Neuabschluss nach Ablauf von Altverträgen erreicht. Die Ausgaben für Mitgliedsbeiträge haben sich gegenüber dem Vorjahr gleichfalls reduziert, da die SMG z.B. die Mitgliedschaft in dem Bundesverband mittelständischer Wirtschaft kündigte. Der noch 2011 von der Stadt Halle überwiesene Investitionskostenzuschuss in Höhe von netto 40.168,07 Euro für das Online-Informations- und Buchungssystem wurde durch die komplexe Ausschreibungsgestaltung, Ausschreibung, Pitches und Briefing-Gespräche erst 2012 ausgegeben. Dies war im Wirtschaftsplan 2012 ausdrücklich so berücksichtigt. Die Ausgaben spiegeln sich in der Position Investitionen mit einer Gesamtsumme von 54.263,88 Euro wieder. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 355 von 497 Die geplanten Aufwendungen für projektbezogene Maßnahmen in Höhe von 316.000,00 Euro hat die SMG mit 253.343,95 Euro ausgelastet. Die finanzielle Beteiligung von Projektpartnern ist beachtlich. Die Differenz beruht auf verschobenen, abgesagten oder veränderten Projekten, die regelmäßig inhaltlichen und zeitlichen Verschiebungen unterliegen. Da die SMG ihren institutionellen Zuschuss in vier gleichhohen Raten quartalsweise erhält, es unterjährig allerdings einen erhöhten Finanzbedarf z. B. durch mehrere Projekte in einem Quartal geben kann, sind finanzielle Engpässe an Barmitteln unterjährig nicht auszuschließen. Dies war z. B. in den Monaten Juni, Juli und August der Fall. Die Überschreitung der Ausgaben für sonstige Werbung (Druckerzeugnisse, Banner, Anfertigung von Merchandising-Artikeln) wurde aus wesentlich höheren Einnahmen als geplant finanziert sowie aus den in anderen Positionen eingesparten Mitteln. Da ein positiveres Jahresergebnis als 2011 erzielt wurde, hat sich auch die Ertragslage gegenüber dem Vorjahr erheblich verbessert. Aus der Kennziff er „Cash-Flow“ ist ersichtlich, dass die Selbstfinanzierungskraft der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH nach dem Jahr mit dem negativen Betriebsergebnis enorm angestiegen ist. Mit Ausnahme der Aufwendungen für Weiterbildung (Mehrausgaben von 945,47 Euro, bedingt durch ver-stärkte Schulungen für Mitarbeiter im Bereich Online/Neue Medien) bleiben alle weiteren Ausgabepositionen (z. B. Reisekosten, Kfz-Kosten, Porto, Telefon, Büromaterial, Rechts- und Beratungskosten sowie Buchführungskosten)unter der geplanten Größe. Die SMG schließt das Wirtschaftsjahr 2012 mit einem Plus von 23.281,04 Euro ab. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt und anderen Projekten Ausgangsrechnungen mit hohen Beträgen erst im Dezember gestellt werden konnten, so dass auch die Geldeingänge erst Mitte Dezember erfolgten und nur noch teilweise ausgegeben werden konnten: z. B. Ausgangsrechnungen an EDEKA für Adventskalender (8.080,00 Euro netto), an die MLU (21.074,63 Euro netto) oder ans Stadtmuseum (8.453,42 Euro netto). Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 356 von 497 Der Erfüllungsstand der Positionen des Wirtschaftsplanes wird monatlich durch die Geschäftsleitung über-wacht und in den Gesellschafterversammlungen erläutert. Mit der sinkenden Sachanlagenintensität 2012 verringert sich die zeitliche Bindung finanzieller Mittel. In der Regel sinken damit auch die Fixkosten. Die Erhöhung der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr sagt aus, dass der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital gestiegen ist. Damit ist der Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital gesunken. Im Jahresabschluss wurden alle dem Unternehmen bekannten Vorgänge, die das Jahr 2012 betreffen, erfasst. Tourist- und Tagungsservice (TTS): Besucher verliebt in Halle Die Erlöse für Stadtführungen und Gruppen-Arrangements stiegen in 2012 mit 233.910 Euro (gegenüber 184.449 Euro in 2011) um fast ein Viertel an. Seit 2009 stehen die Effizienz und Wirtschaftlichkeit bei Produktentwicklungen und Geschäftsabwicklung auf dem Prüfstand. Die Umstrukturierung der vormals zwei Abteilungen zum gemeinsamen Tourismus- und Tagungsservice Halle (TTS) in 2010 hat sich bewährt. Eine neue Angebotsbroschüre bewirbt quartalsweise eine Fülle saisonaler Führungsangebote der SMG und touristischer Partner. Seit dem touristischen Saisonauftakt im März 2012 legte die SMG für Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter saisonale, übersichtlich gestaltete Angebotsfolder auf und kann so kurzfristig neue Stadtführungs-Arrangements wirksam und schnell bewerben. Bis zu sechs Führungen täglich (saisonal abweichend) hält die SMG für Besucher und Hallenser bereit. In 2012 ist es der SMG gelungen, die Hausmannstürme ganztägig auch an den Wochenenden zu öffnen sowie auch den Roten Turm für regelmäßige Stadtführungen zu vermarkten. Ferner hat die SMG ein Kombi-Turm-Ticket zur Vermarktung entwickelt; dieses ermöglicht an Wochenenden das Besteigen des Roten Turms und der Hausmannstürme im Paketpreis. Die baulichen Gegebenheiten und versicherungstechnische Gründe reglementieren jedoch weiterhin die Gruppenstärke für Turmaufstiege auf maximal neun Personen. Im Jahr 2012 hat die SMG 2.910 Führungen mit 34.961 Gästen organisiert. Dies ist ein Gästezuwachs von elf Prozent gegenüber 2011. 70 Prozent aller Führungsteilnehmer buchten über Reiseveranstalter, waren in privaten Reisegruppen organsiert oder nahmen an organisierten Stadtführungen für Firmen teil. Dieses Plus an Besuchern beruht wesentlich auf der Entscheidung, die Hausmannstürme bei schönem Wetter ganztägig auch an den Wochenenden zu öffnen sowie auf Produkten wie „Verliebt in Halle“. Die Hauptsaison der Aufstiege auf die Hausmannstürme ist von April bis Oktober. Erstmals waren die Türme auch in der Adventszeit geöffnet. Das Angebot, den Weihnachtsmarkt aus ungewohnter Perspektive von oben zu erleben, nahmen viele Gäste und Hallenser an. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 357 von 497 Auch im zweiten Jahr seit Produkteinführung ist das Arrangement „Verliebt in Halle“ ein Verkaufsschlager. Auch bei diesem Angebot bilden die Hausmannstürme das Herz des Pakets. Auf den Hausmannstürmen genießt das „Verliebt in Halle“-Paar bei einem Glas Sekt die schöne Aussicht, und nach einem 360-Grad-Stadtrundgang auf den Türmen wartet ein Drei-Gänge-Menü mit einer Flasche Saale-Unstrut-Weines in einem halleschen Restaurant auf das Paar. „Verliebt in Halle“ wurde im Juni und August 2012 357-mal verkauft (Classic: 216, Premium-Paket: 166). 2013 wird die Produktmarke „Verliebt in Halle“ um ein Reise-Arrangement für auswärtige Gäste (mit einer Übernachtung im Domero-Hotel Rotes Ross, Besuch im Halloren Schokoladenmuseum, „Welcome Card“ und Begrüßungsgeschenk) erweitert. Der Umsatz der Verkaufserlöse in der Tourist-Information ähnelt dem des hohen Vorjahresergebnisses (2012: 116.253 Euro / 2011: 118.174 Euro). Dank des Warenwirtschaftssystems (neues Kassensystem inklusive Scanner, Software und Barcodes) hat die SMG die Verkaufsabläufe optimiert. Dieser Qualitätssprung brachte bereits 2011 spürbare Verkaufsanstiege und rangiert 2012 auf dem gleichen Niveau. Das Augenmerk liegt auf die Erschließung weiterer Märkte, die Steigerung der Erlöse als Reiseveranstalter sowie der Umsetzung eines touristischen Online-Informations- und Buchungssystems mit interaktivem „Sales Guide“ für die Destination Halle und Region. Hier steht die SMG kurz vor der Inbetriebnahme des Systems, was gleichzeitig auch einen Relaunch der bisherigen Internetplattform der SMG bedeutet. Solch ein Internet-Relaunch im laufenden Geschäftsbetrieb aller beteiligten Mitarbeiter und Abteilungen dauert erfahrungsgemäß bis zu drei Jahre. Das System ist durch die neue, interaktive Buchungsplattform wesentlich komplexer strukturiert. Ziel ist es, dass sich Nutzer über die interaktive Buchungsmaske aus verschiedenen Buchungsbausteinen wie regionalen Ausflugszielen, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen oder Übernachtungsquartieren Tages- oder Mehrtagestouren zusammenstellen können. Das neue Informationssystem ermöglicht zugleich Individualisierungen bei Zielgruppen, Rabatt- und Marketingstrategien (z. B. MZCard oder Welcome Card) und gibt auswertbare Rückschlüsse auf die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 358 von 497 Tourist- und Tagungsservice (TTS): Nachhaltigkeit ist Trumpf 2012 hat die SMG nach gründlicher Ausschreibung einen Dienstleister zur Programmierung gefunden. Das Gros der inhaltlichen und strukturellen Arbeit muss allerdings von den Mitarbeitern der SMG geleistet werden. Zeitliche Verzögerungen in der Umsetzung entstanden auch durch jüngste elektronische Neuerungen in diesem Bereich. So entschied sich die SMG bewusst für ein „Open-Source-Content-Management-System“. Während der Programmierungsphase kam eine neue, stark veränderte Version des Systems auf den Markt. Um nicht schon beim Start veraltet zu sein und vor allem nachhaltig zu wirtschaften, hat die SMG mitten in der Implementierungsphase auf das neue System umgestellt. Unter großen Anstrengungen sind zum Jahresende 2012 ca. 75 Prozent des neuen „Open-SourceContent-Management-Systems“ fertiggestellt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 359 von 497 Tourismus- und Tagungsservice (TTS): Besucher besser kennenlernen Auch 2012 lockte die Tourist-Information sechs Prozent mehr Gäste an. Die Tourist-Information als „Point of Sale“ ist heute gut aufgestellt, gleichwohl von der benötigten Verkaufsfläche viel zu klein. Kleine Verschie-bungen zeigen sich in den besucherstärksten Monaten gegenüber 2011. 2012 wurden im Händel-Festspielmonat Juni mehr Besucher gezählt als in den Vorjahren. Auch der Laternenfest-Monat August zeigt eine Verdoppelung der Besucherzahlen im Vergleich zu den Jahren 2011 und 2010 (2012: 10.356 Besucher gegenüber 2011: 5.466 / 2010: 4.961). Der Oktober war der besucherstärkste Monat des Jahres 2012 (2011: September), möglicherweise wegen des beginnenden Wintersemesters 2012/13 an MLU und Kunsthochschule. Die per Stichprobe ermittelte Postleitzahlenabfrage bei 2.342 Besuchern der Hausmannstürme zeigt, dass vor allem Sachsen-Anhalter bei einem Halle-Besuch auch den Blick von den Hausmannstürmen genießen. Etwa 70 Prozent der 1.000 Sachsen-Anhalter waren Hallenser, die bei einem Stadtrundgang auch ihrem Besuch die Stadt von oben zeigen wollten. Die zweitgrößte Besuchergruppe stammt aus Sachsen (233), gefolgt von Besuchern aus Niedersachsen (169), Nordrhein-Westfalen (160) sowie Berlin (142). Dieses Ergebnis deckt sich mit der Besucherbefragung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle anlässlich der erfolgreichen Landesausstellung „Pompeji – Nola – Herculaneum“, die aufgrund des Besucheransturms um zwei Monate verlängert wurde (Dezember 2011 bis August 2012). Von den 82.240 befragten Besuchern reisten 56 Prozent bis zu 50 Kilometer weit an, von diesen stammen knapp 40 Prozent aus Halle und dem Saalekreis. 34 Prozent der Museumsgäste hatten eine Anreise von bis 200 Kilometer, mehr als 200 Kilometer waren nur neun Prozent angereist. Der Anteil ausländischer Gäste lag bei einem Prozent. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 360 von 497 Regelmäßige Besucherbefragungen sind Voraussetzung für künftige Mediaplanungen der Image-Kampagne „Kulturhäuptlinge - nur bei uns in Halle“ und lassen auch Rückschlüsse auf bereits umgesetzte Werbemaßnahmen der SMG zu. Hilfreich sind hier vor allem auch Daten aus kulturellen Einrichtungen, temporäre Untersuchen zu Ausstellungen etc. Die SMG ist bestrebt, diese Daten in ihrem Haus zu bündeln und auszuwerten. Für 2013 wurde bereits eine Befragung des Festivals „Women in Jazz“ durchgeführt. Zudem ist eine umfassende Besucherstudie zu den Händelfestspielen in Kooperation mit der Stiftung Händelhaus geplant. Seit 2012 flankiert die SMG nur noch Veranstaltungen, die auf die Markensäulen des Stadtmarketing einzahlen, wie der Hallesche Weihnachtsmarkt, das Laternenfest, das Jazzfestival „Women in Jazz“, die Leipziger Buchmesse oder das Lesefestival „Halle liest mit.“ Die begleitenden Marketingmaßnahmen der SMG beinhalten dauerhafte Inhalte im Internet mit einer kostengünstigen Langzeitwerbewirkung. Der hauseigene Youtube-Kanal „Hallelobbyisten“ zählt mittlerweile 24 Kurzvideos und über 16.000 Zuschauer. Insbesondere die internen Tools zur Auswertung der Klicks liefern wichtige demografische Informationen über die Zuschauer. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 361 von 497 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 362 von 497 Tourismus- und Tagungsservice (TTS): Direktmarketing auf Messen Expedienten-Reisen und Famtrips dienen dazu, Reiseunternehmer und -Journalisten für Reiseangebote nach Halle zu begeistern. So hat die SMG 2012 wieder Journalisten und Reiseveranstalter aus aller Welt nach Halle gelockt. Zum zweiten Mal hat die SMG 2012 ausgewählte Busreiseunternehmen zu einem Bus-Workshop in Kooperation mit einem halleschen Hotel und weiteren touristischen Leistungsträgern nach Halle eingeladen. 30 Reiseveranstalter aus Deutschland, Dänemark und der Partnerstadt Linz informierten sich im Stile eines „Speed-Dating“ bei 30 Dienstleistern über die touristische Bandbreite von Halle, um entsprechende Pauschalangebote für die jeweiligen Reisekataloge zu platzieren. Seit September 2012 wird das SMG-Team durch eine neue Mitarbeiterin für das neu geschaffene Tätigkeitsfeld im Bereich Akquise von Reiseveranstaltern/Messen verstärkt. Kernaufgabe der neuen Reiseverkäuferin („Tour & Travel Sales“) ist es, aktiv Reiseveranstalter zu kontaktieren, um auf Messen oder in individuellen Verkaufsgesprächen Halle-Reisepakete anzubieten. Schwerpunkt sind vor allem die Auslandsquellmärkte Dänemark, Österreich und Niederlande. Bei den kostspieligen Messeauftritten setzt die SMG verstärkt auf Kooperationspartner (Hotels sowie Partner aus der Kooperation „Kulturhäuptlinge“ wie Franckesche Stiftungen, Stiftung Moritzburg oder Stiftung Händelhaus, die sich an den Standkosten beteiligen. Dieses Kostensplitting ermöglicht die Teilnahme an weiteren ausgesuchten Messen, die sich die SMG in einer Einzelpräsenz nicht leisten könnte. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 363 von 497 Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, der weltweit größten Reisemesse, bringt sich die SMG gleich mit zwei Kooperationen in Doppelpräsenz ein. Zum einen stellt sich die Händelstadt Halle mit ihren touristischen Themen im Rahmen der Landesinitiative „Stadtsprung. Best of. Weltkultur zwischen Harz und Elbe“ am Gemeinschaftsstand von Sachsen-Anhalt vor. In der „Culture Lounge“ präsentiert sich Halle mit der Marketingkooperation „Kulturhäuptlinge“. Dort bringen die SMG und deren Partner Kulturhöhepunkte der Stadt Halle (Saale) fokussiert einem kulturinteressierten Publikum nahe. Als image-bildend erweist sich die seit drei Jahren bestehende Kooperation mit der Leipziger Buchmesse. Die Händelstadt Halle präsentierte sich dort 2012 im Verbund mit zehn halleschen Verlagen. Dieses Engagement einer Stadt auf einer Leitmesse ist ungewöhnlich und auf der Leipziger Buchmesse einmalig. Die Besucher der „hallesaale*-Lounge“ werden 2013 im dritten Jahr befragt. Die Ergebnisse sind Grundlage für die firmeneigene Werbewirkungsanalyse der vorgeschalteten Marketingmaßnahmen zur Messe (wie Anzeigen, Plakate, Gratis-Coupons und Presseberichte). Zum anderen fließen die Antworten der Besucher auf die Einstiegsfrage „Wo lesen Sie am liebsten?“ in die nächstjährige Standpräsentation und das Werbemotiv für Halle auf der Leipziger Buchmesse ein. So war ein Toilettenhäuschen, eine Badewanne und das „Abhängen und ein Buch lesen“ Motivgeber für die begleitende Marketingkampagne. Neben dem Messeauftritt wurde das neue Literaturfest „Halle liest mit“ 2012 zum zweiten Mal als Teil des Rahmenprogramms „Leipzig liest“ der Buchmesse von der SMG initiiert. Inmitten des Messetrubels war die großzügige „hallesaale*-Lounge“ eine Oase der Entspannung: Besucher schmökerten bei einem Gratis-Kaffee in den Neuerscheinungen der halleschen Verlage und informierten sich im neuen Terminfolder der „Kulturhäuptlinge. nur bei uns.“ über die Veranstaltungshöhepunkte 2013/14 in Halle. Die SMG beteiligte sich 2012 insgesamt an zehn Messen: Ferien-Messe Wien, Reisemesse Linz, Reisen Freizeit Caravan in Halle (Saale), Leipziger Buchmesse, Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, Germany Travel Mart (GTM) in Mainz, Sachsen-Anhalt-Tag in Dessau-Roßlau, Deutschlandtag zum Tag der Deutschen Einheit in Bonn, RDA – Messe für Reisebusveranstalter in Köln sowie Reisen Hamburg. Die Finanzierung der Messebeteiligungen in Österreich erfolgte über die Kooperation „Stadtsprung. Best of. Weltkultur zwischen Harz und Elbe“. Die Messekosten haben sich gegenüber 2011 leicht erhöht (2012: 27.666,00€, 2011: 22.040,00 €). Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 364 von 497 Tourismus- und Tagungsservice: Auslandsmarketing mit „Stadtsprung“ Die touristische Kooperation „Stadtsprung. Best of. Weltkultur zwischen Harz und Elbe“ mit sieben Städten – Magdeburg, Halle (Saale), Dessau-Roßlau, Naumburg, Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode – war auch 2012 fester Bestandteil der touristischen Arbeit im Bereich „Kultur- und Städtetourismus“ auf Landesebene und hat sich als das stärkste touristische Städtenetzwerk Sachsen-Anhalts etabliert. Als Kooperationspartner der Investitions- und Marketing GmbH Sachsen-Anhalt (IMG) übernahm „Stadtsprung“ für das Land Sachsen-Anhalt im sechsten Jahr die komplette touristische Quellmarktbearbeitung in der Schweiz und Österreich. Die Mitarbeit im Netzwerk ist für die Stadt Halle ein großer Mehrwert bei geringem Personal- und Finanzaufwand. Hervorzuheben sind die Auslandsaktivitäten auf dem österreichischen und Schweizer Reisemarkt: Anzeigenschaltung und Advertorials im Schweizer Bahnmagazin „railtour suisse“ und „VIA“, ein E-Mail-Newsletter-Buchung und Versand über die DZT, die Kooperation mit einer österreichischen Reise-PR-Agentur „Polak Mediaservice“ sowie Messe- und Road-Show-Einsätze in Wien, Linz, Innsbruck. Die NetzwerkMesseauftritte in Deutschland sind die Teilnahmen auf der ITB und am RDA. Ausdruck des Erfolges der Kooperation ist, dass sich der Investitionszuschuss der IMG für die Kooperation Stadtsprung 2013 um 10.000 Euro auf 30.000 Euro brutto erhöht. Für den Schweizer Markt wird die Kooperation mit „railtour suisse“ weiter geführt. Weiterhin geplant ist die Teilnahme an einer B2B-Veranstaltung der DZT zum Thema „Musikland Deutschland“. Auch die erfolgreichen Kooperationen (rabattierte Zugticket von Österreich nach Deutschland) der DZT mit der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) und der Deutschen Bundesbahn (DB) werden fortgeführt. Tourismus- und Tagungsservice (TTS): neue Wege mit Hotels Die Provisionserlöse erzielte die SMG 2012 durch Zimmervermittlungen. Da die Gäste allerdings zunehmend selbst und direkt über Internetportale wie HRS.com, hotel.de, Hotels.com, accorhotels.com, DERhotel.com, booking.com oder hotelvergleich.com buchen, lässt sich die Einnahmeerwartung hier kaum realisieren. Hier bemüht sich die SMG gemeinsam mit den renommierten Hotels um Lösungen, dass Zimmer online nicht tagesaktuell zu Dumping-Preisen angeboten werden, da dies image-schädigend für Halle wie geschäftsschädigend für die SMG ist, die an fixe jährliche Standardverträge mit den Hotels gebunden ist. Die Aussicht auf große Kongresse und Tagungen – etwa der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU)– wird nach wie vor durch die Absenz eines Kongresszentrums mit Hotelanbindung von 300 Betten+ getrübt. Die Regional-Akquise beschränkt sich deshalb weiterhin auf kleinere Fachtagungen und Veranstaltungen für Halle. Der Tagungs- und Kongressbereich setzt mithin vermehrt auf eigene „Fam Trips“ sowie Informationsveranstaltungen in Kooperation mit halleschen Hotels, um so Kongressentscheider vor Ort von den Vorzügen einer Tagung in Halle zu überzeugen. 2012 fanden in Halle folgende Tagungen mit SMG-Beteiligung statt: 5th European Conference of Apidology (EURBEE) mit 120 Teilnehmern, Deutscher Städtetag (80 Teilnehmer), Jahrestagung Kinderschutz (50 Personen) sowie elf kleinere Tagungen mit bis zu 50 Teilnehmern. Eine Steigerung der Provisionserlöse gegenüber 2011 wurde nicht erzielt (2012: 13.944,00 Euro). Das Kongressgeschäft verläuft zyklisch, jährliche und stetige Steigerungen der Erlöse sind nicht zu erwarten. Für 2013 sind bisher 15 Tagungen mit bis zu 150 Personen zu erwarten. Die Fokussierung auf Zimmervermittlung kleiner Veranstaltungen von 50 bis 200 Teilnehmern hat sich in puncto Effizienz bewährt, bleibt in summa aber ein Standortnachteil der Stadt Halle (Saale). Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 365 von 497 Tourismus- und Tagungsservice (TTS): Gastgewerbe profitiert Bei den individuellen Buchungen zeigt sich, dass mehrheitlich Übernachtungen in Ferienwohnungen, Pensionen und kleineren Hotels vermittelt werden. Große hallesche Hotels lassen sich bequem im Internet finden und die Buchungen werden direkt vorgenommen. Der Service, eine Unterkunft direkt über die Tourist-Information Halle zu buchen, wird in den Monaten Juni bis Oktober am häufigsten genutzt, wie die Provisionsabrechnung über die Buchungsplattform Tiscover zeigt. Mehrheitlich wurde Übernachtungen in Ferienwohnungen, Pensionen und kleineren Hotels vermittelt. Große hallesche Hotels lassen sich bequem im Internet finden und die Buchungen werden direkt vorgenommen. Die Tourist-Information Halle erzielte 2012 knapp 30 Prozent mehr Umsatz an Zimmervermittlungen für das hallesche Gastgewerbe als 2011 (2012: 74.793 Euro / 2011: 58.859 Euro). Dabei verbleibt eine Provision von knapp zwölf Prozent an der Zimmervermittlung bei der SMG. Zwischenfazit: Tourismuszahlen blühen auf Die Händelstadt Halle wird als Reiseziel immer beliebter. Dies zeigen die 347.600 Übernachtungen in halleschen Hotels, Pensionen und Herbergen* im Jahr 2012 – ein Plus von knapp 27.000 Übernachtungen gegenüber 2011 (320.943) bei 8,8 Prozent mehr Gästen in Halle. Zum Vergleich: In ganz Sachsen-Anhalt sind es ca. 7 Mio. Übernachtungsgäste (Steigerung zum Vorjahr 2011 um 4,4 Prozent). Die tatsächliche Zahl der Übernachtungsgäste fällt dabei wesentlich höher aus, da das Statistische Landesamt private Übernachtungen oder Übernachtungen in Herbergsbetrieben mit weniger als elf Betten nicht berücksichtigt. Außerdem gehen die von der SMG vermittelten, im Saalekreis gelegenen Hotels wie Ramada, Mercure, Consul, ibis, Schloss Teutschenthal, Schlosshotel Schkopau und Kurpark-Hotel Bad Lauchstädt nicht in Halles Beherbergungsstatistik ein. Eine Besucherbefragung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle anlässlich der Pompeji-Sonderausstellung bestätigt zudem, dass 61 Prozent der Übernachtungsgäste (knapp 30 Prozent aller Ausstellungsbesucher) privat in Halle verbracht haben. Neben der erwähnten erfolgreichen Fokussierung der SMG auf die Kernthemen Kultur, Tourismus und Wissenschaft war die Sonderausstellung „Pompeji-Nola-Herculaneum“ des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle ein Besuchermagnet vor allem durch Gäste aus der Region. Mehr als 82.200 Besucher schauten sich die Ausstellung an, die in dieser Breite in Deutschland noch nicht zu sehen war. Gemeinsames Marketing von MLU & SMG ist Alleinstellungsmerkmal „Go East“ titelte jüngst DIE ZEIT und stellte das Motto des Bonner Professors und Rechtswissenschaftlers Wolfgang Löwer vor. Er wirbt für neue Infrastrukturen an den Universitäten im Osten Deutschlands, bessere Ausbildungsbedingungen, bezahlbaren Lebensstandard und gute Studiervoraussetzungen. Dies sind die Standortvorteile, die für die halleschen Hochschulen und für die SMG zählen: junge Menschen, die die guten Studienbedingungen nach Halle ziehen, sich dann wohlfühlen, nach dem Studium bleiben und Unternehmen gründen oder – falls nicht – zumindest ihre positiven Eindrücke vom Studienort weitertragen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 366 von 497 Nicht nur wegen des Gesellschafterstatus‘ der MLU bei der SMG, sondern auch durch das gemeinsame Betreiben von „Uni-Shop“ und Tourist-Information im Marktschlösschen, durch einen gemeinsam errungenen Ostdeutschen Hochschulpreis, den Bewerbungsprozess „Stadt der Wissenschaft 2012“ und nicht zuletzt durch das Zusammenrücken von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt kommt der intensiven Zusammenarbeit von MLU und SMG große Bedeutung zu. Die Partnerschaft zwischen MLU, Stadt und SMG ist bereits durch viele Projekte untersetzt und sichtbar. MLU und SMG haben große Schnittmengen im Binnen- und Außenmarketing. 2012 haben MLU, SMG und Ströer-DSM im zweiten Jahr innerhalb des studien-übergreifenden Praxisseminars der MLU fachliche Marketing-Expertise an junge Studierende weitergegeben. Die Studierenden sollten sich so realitätsnah wie möglich in die Arbeitsschritte einer Werbeagentur hineindenken und mitarbeiten. Aufgabenstellung waren erfolgreiche Erfindungen „made in Halle“. So entstand in kreativen Studenten-Teams eine image-bildende Plakatkampagne für Halle mit fünf Motiven und integriertem QR-Code im Rahmen der Kampagne „Wissenschaft in Halle“. Zudem werteten die Studenten die Werbewirkung auf „ihre“ Plakate mittels einer Passantenbefragung aus. Weitere Motive wurden als Postkartenserie gedruckt. Kooperationen wie diese sind der SMG wichtig, obwohl der zeitliche Aufwand für die Betreuung der Seminarteilnehmer hoch ist. Dies im Alltagsgeschäft zu integrieren, war eine Herausforderung der beiden betreuenden Abteilungen Marketing sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der SMG. Sämtliche Ideen der Studenten wurden mit Unterstützung der SMG und DSM erfolgreich umgesetzt. Aufgrund der ausschließlich elektronischen Einschreibung an deutschen Universitäten ab dem Wintersemester 2011/2012 lernen viele Studienwillige ihren Studienort erst am ersten Studientag kennen. Um aber schon vorher Schüler zum Hochschulinformationstag oder zum „Welcome Day“ beim Laternenfest in die Stadt zu locken, schwärmten seit 2012 junge Studierende (1.-4. Semester) der MLU in ihre ehemaligen Schulen aus, um Schüler der Abschlussjahrgänge und ihre ehemaligen Lehrer genauer über ihr Studium und Leben in Halle zu informieren. Das Kampagnenmotiv entwickelten ebenfalls MLU-Studenten. Zum Laternenfest organisierten MLU und SMG zum zweiten Mal den Welcome Day. Zum schönsten Volksfest Mitteldeutschlands konnten sich Studieninteressierte auf und vor der MS Händel sowie in einer großzügigen Lounge am Ufer der Saale über Studien- und Wohnungsangebote informieren. In der ersten Studienwoche im Oktober 2012 verteilte die MLU an alle Erstsemester dann wieder – mit der SMG gestaltete – „Welcome Bags“ als herzlicher Willkommensgruß der neuen Stadt. Die Tasche war gefüllt mit Nützlichem und kleinen Snacks. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 367 von 497 Luther - Touristen an der „Keimzelle der Reformation“ Das Engagement der SMG auch für die Lutherdekade 2017 scheint zu fruchten, wie die Tourismusauswertung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt zeigt. Die Händelstadt Halle konnte bis 30.11.2012 den Anteil der Auslandstouristen um fast ein Drittel steigern. 49.000 ausländische Gäste reisten bis 30.11.12 in die Händelstadt. Die meisten internationalen Besucher stammen aus den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und Italien. 8.137 US-Amerikaner übernachteten durchschnittlich drei Tage in der Händelstadt (gegenüber 2011: 5.191). Die Ursachen im US-Geschäft sind freilich nicht allein im Wirken der Franckeschen Stiftungen oder der Luther-Aktivitäten der SMG, sondern auch im Firmengeschäft von DOW Chemical oder Frachtmaschinen nach Halle/Leipzig zu sehen. Gleichwohl hat die SMG 2012 mehrere Projekte und Maßnahmen zur Positionierung der Stadt Halle (Saale) innerhalb der Luther-Dekade weiter entwickelt. So beteiligte sich die SMG über die Reiseagentur „Tour-Komm“ an einer PR-Kampagne speziell für den US-Markt, knüpfte Verbindungen zur American Church in Berlin und Wittenberg sowie zur American Lutheran Church, um die Stadt Halle (Saale) künftig in das amerikanische Pastoren-Austauschprogramm mit der Stadt Wittenberg zu integrieren. Ferner war die SMG 2012 beteiligt am Erscheinen einer Image-Broschüre mit weiteren Lutherstädten in Mitteldeutschland für den amerikanischen Reisemarkt sowie am Internetauftritt mit buchbaren Angeboten (www.visit-luther.com). Außerdem war die SMG beteiligt an der Organisation und Betreuung eines Famtrips ins Lutherland Deutschland („Luther Country Germany“) mit über 40 US-Kirchenvertretern und auf Kirchenthemen spezialisierten Journalisten. Die SMG pflegt die Kooperationen über die Investitions- und Marketinggesellschaft mbH Sachsen-Anhalt (IMG) zur Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Bis 2017 müssen die Vertriebskanäle weiter professionalisiert und auf den amerikanischen Reisemarkt angepasst werden, um für das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation-Luther 2017“ gerüstet zu sein. Luther auf Tour Allerdings bedarf es auch der Image-Arbeit nach innen, um das Lutherland selbst auf das Reformationsjubiläum einzustimmen. Dazu tourt die szenische Lesung „Aus Liebe zur Wahrheit – amore et studio“ durch die Lutherorte. Sie wurde zum Reformationstag 2011 in der Marktkirche in Halle erfolgreich uraufgeführt, war auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden, als abendliches Rahmenprogramm zur Jahreskonferenz der Metropolregion Mitteldeutschland im Erfurter Augustinerkloster, zum Reformationstag 2012 im Dom zu Halle Insgesamt sind für 2013 schon sieben auswärtige Auftritte geplant, so z. B. an drei Tagen zum Evangelischen Kirchentag in Hamburg, in der Marienkirche Weißenfels, in Berlin (Landesvertretung Sachsen-Anhalt), in der Jenaer Stadtkirche St. Michael sowie in der Landesvertretung SachsenAnhalts in Brüssel. Die Teilfinanzierung gelingt über Kooperationen mit Kommunen und Kirchenkreisen in den Auftrittsorten. Zum Inhalt: Das dramaturgisch hochwertige, auf Originalbriefwechseln fußende fiktive Treffen der Kontrahenten Martin Luther und Kardinal Albrecht (gespielt von den halleschen Schauspielern Hilmar Eichhorn und Reinhard Straube) spielt im Jahr 1527 in einem halleschen Gasthaus und ist für Auftritte in renommierten Gotteshäusern inszeniert und für würdig befunden worden. Auch die SMG-Stadtführung „Des Kardinals geliebte Stadt – wo Luther predigte und Albrecht prasste“ mit dem gewandeten Kardinal als Gästeführer ist ein voller Erfolg. Die SMG ist bestrebt, auch für den ausländischen Reisemarkt noch mehr inszenierte Stadtführungen auf Englisch zu konzipieren und mehr englischsprachige Gästeführer auszubilden. Noch mehr Partnernetzwerke mit der Wirtschaft Die Kooperationen der SMG mit der einheimischen Wirtschaft wachsen weiter. In der Adventszeit 2012 versüßte der Finniund-Rudi-Adventskalender mit Halloren Schokolade und vielen adventlichen Rabattaktionen in den Türinnenseiten den Kindern die Wartezeit auf den Weihnachtsmann. SMG und die Halloren Schokoladenfabrik AG erhöhten ein weiteres Mal die Auflage auf 10.000 Stück. (gegenüber 2011: 5.000 / 2010: 3.000 Stück). Die süße Versuchung von Halloren und SMG fand ihre Ausweitung in der limitierte Halle-Edition der Original Halloren Kugeln. Diese süße Charme-Offensive für Halle-Liebhaber lief 2011 so erfolgreich an, dass Hallensern der Gratisversand über die Tourist-Information Halle als Schoko-Gruß aus der Heimat auch 2012 noch sehr präsent war. Neue Aktion: Auf der Packung gibt es einen Gutschein für einen kostenlosen Stadtführer im Wert von 9,90 Euro für auswärtige Gäste der Stadt. Die Kooperation mit der Halloren Schokoladenfabrik AG ist nur ein Beweis dafür, dass sich international agierende Wirtschaftsunternehmen und Stadtmarketing gegenseitig gewinnbringend unterstützen können. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 368 von 497 Darüber hinaus hat die SMG die Produktpalette zum Halleschen Hansebier in Kooperation mit der Brauerei Landsberg GmbH unter der Markensäule „Hanse“ 2012 weiter ausgebaut. Neben dem Halleschen Hansebier, Flaschenöffnern und bedruckten Biergläsern entwickelte sich die „Halleschen Herrenhandtasche“ im Achter-Pack Hansebier mit Hallore Salzsäckchen im Tragekarton zum Marketingknüller bei SMG, Edeka und der Brauerei Landsberg. Zum Halleschen Salzfest oder auf dem Internationalen Hansetag in Lüneburg wurde das Bier gern verkostet und gekauft. Und auch das Hallesche Schlemmerpaket mit touristischen Informationen und regionalen Köstlichkeiten kam gemeinsam mit der Edeka 2012 auf den Markt. Kultur & Natur als Lockmittel für die Händelstadt Mit sieben farbigen Federn – symbolisch für die sieben kulturellen Häuptlinge der Händelstadt Halle – präsentieren sich die Kulturhäuptlinge seit 2009. Bereits seit 2008 stehen Halles führende Einrichtungen aus Kultur, Bildung und Wissenschaft – die Stiftung Händel-Haus, die Franckeschen Stiftungen, die Stiftung Moritzburg, das Landesmuseum für Vorgeschichte, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Kunsthochschule Burg Giebichenstein sowie die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle – gemeinsam für die Marke „nur bei uns.“. Die aktive Kooperation, die gebündelten Budgets und das Marketing-Know-how zur bundesweiten Vermarktung ermöglichen dem Kultur- und Wissensnetzwerk erst den Werbeauftritt, die Schlagkraft und die Aufmerksamkeit, den jede einzelne Einrichtung für sich kaum erreichen könnte. Ab, an und in die Saale: Mit einem Wassertourismus-Workshop 2009 hat die SMG die Aktivitäten von 60 Wassersportlern, Naherholungsinteressierten, Saale-Anliegern, Radwanderern und touristischen Institutionen angestoßen. Bis 2012 hat sich daraus der Saalestammtisch mit allen Interessierten rund um den Naturraum Saale entwickelt. 2012 stockte die Reederei Arona Maritim, deren Floßtours die SMG seit 2008 gefördert hat, ihre Schiffsflotte mit einem noch größeren Fahrgastschiff – der MS Händel II – auf. Damit ist ein weiterer Schritt zu mehr Service-Qualität auf Saale getan. Die SMG unterstützte diese Aktivitäten fachlich und medial. Auch zur offiziellen Saisoneröffnung an und auf der Saale legt die SMG seit 2010 den Grundstein; mehr und mehr wassertouristische Anbieter schließen sich zusammen, die Saale als beliebtes Ausflugsziel in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Zu den verdienstvollen Stützen dieser Saale-Freunde zählen z. B. der Marine-Verein, der Hanseverein oder der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt. Der Verein Saaleschwimmer Halle wiederum eröffnete im April 2012 die erste Flussschwimmstrecke Deutschlands auf der Saale und lud zum Anbaden ein. Begleitet von Boots- und Paddelfahrten bis zu Picknick, Strandbar und Grillverleih. Auch ein Reisejournalisten-Famtrip sowie die zweite SMG-geführte Flottillenfahrt zum Laternenfest zählten zu den Aktivitäten rund um die Markensäule „Naturraum Saale“. Ein Ergebnis des Famtrips: ein touristisches Angebot auf der Saale im Reisekatalog „Urlaub auf dem Wasser“. Die SMG verfolgt das Ziel, das Potenzial der Saale als Freizeit- und Wohlfühldestination und als Namenszusatz unserer Stadt zu heben. Fernziel der SMG ist es, mit der Leipziger Wasserlandschaft ein attraktives „Blaues Band“ in Mitteldeutschland zu schaffen. So will die SMG Wasserwanderer über Saale und Mulde nach Halle locken und setzt sich für einen neuen Zeltplatz in City-Nähe, ggf. an der Saline ein, wo das Freibad bereits die Infrastruktur mit Sanitäranlagen bietet. Damit auch Motorboote Halle bereisen können, sucht die SMG nach Kooperationspartnern für Liegeplätze, Versorgungseinrichtungen und Wassertankstellen. Die Schleusenzeiten müssen hierzu optimiert und Untiefen der Saale beseitigt werden. Wie in Leipzig müssen auch in Halle der Schiffsverleih, Wassertaxen und Wassergastronomie optimiert und ausgebaut werden. Und schließlich sollte eine neue Fuß- und Radwegbrücke die Saale mit der Altstadt verbinden. Die aufgezeigten Ausschnitte aus der image-bildenen und projektbezogenen Arbeit im Sinne der entwickelten Kernmarken der Vermarktung der Stadt zeigen das Voranschreiten der letzten Jahre auf. Neben inhaltlicher Themenbesetzung unter Berücksichtigung des touristischen Nachfragemarktes konnte unter großen Anstrengungen das Verhältnis von Ausgaben zu Einnahmen auf ein beachtliches Niveau gehoben werden. An diesen Zahlen konkret den Erfolg zu messen bleibt dennoch in Anbetracht des Auftrages der SMG bedenklich. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 369 von 497 Ausblick auf das Jahr 2013 Durch die Neustrukturierung des Tourismus- und Tagungsservice 2010, die Umstellung auf den Reiseveranstalterstatus, eigene Arrangements mit mehreren Angebotsbausteinen 2011 sowie die Schaffung des Tourismusvertriebs 2012 haben sich der touristische Service der SMG und die Übernachtungszahlen in Halle signifikant gesteigert. Waren es 2008 noch 285.800 Übernachtungen im Jahr, konnte Halle 2012 schon über 347.600 Übernachtungen verbuchen. Der Zuwachs bei Besucher-Ankünften und Übernachtungen stieg 2012 um 26.660 im Vergleich zum Vorjahr und entspricht einer Steigerung knapp 9 Prozent. Darin noch nicht einmal enthalten sind die dem Saalekreis zugerechneten Hotels Mecure, Ramada, Consul und ibis sowie die vielen für Halle typischen Beherbergungsbetriebe mit bis zu zehn Betten. Neben dem nationalen und sukzessive internationalen Image-Aufbau als Händelstadt Halle und der Fokussierung auf wenige Marken verdankt die Stadt diese fortschreitend positive Bilanz auch den sich entwickelnden weichen Standortfaktoren wie Lebensqualität, Wohlfühl-Atmosphäre, der Rekordzahl an Studenten, dem studentischen Flair, der vielfältigen Kulturlandschaft, deren famosen Ausstellungen sowie den Bildungsangeboten. Die Wertschöpfung von Touristen für die Stadt Halle (Saale) liegt bei geschätzten 120 Euro pro Kopf und Aufenthaltstag. Sofern die Stadt Halle (Saale) weiter jährliche touristische Zuwächse von 8 Prozent verbucht, bedeutet dies eine geschätzte touristische Wertschöpfung für Beherbergungsbetriebe, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungen von derzeit 40,8 Mio. Euro p.a. um weitere ca. 3.47 Mio. Euro im Jahr, die etwa hälftig dem Einzelhandel und Dienstleistungen zugutekommen. Hinzu kommen die Effekte der Rekordauslastung der MLU mit mehr als 20.000 Studenten. Die Fokussierung der SMG auf Image-Aufbau, Tourismusförderung und Wissenschafts-Marketing ist deshalb auch von essentieller wirtschaftlicher Bedeutung für den Einzelhandel. Das Event-Marketing, Standort-Marketing, VerwaltungsMarketing und City-Marketing sind – in der jetzigen Finanz- und Personalausstattung der SMG – dagegen nicht Kernaufgaben der SMG. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 370 von 497 Das Wissenschafts-Marketing indessen ist nicht nur wegen der Gesellschaftertätigkeit der MLU bei der SMG, sondern auch durch das Zusammenrücken von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt von überlebenswichtiger Bedeutung für die Stadt Halle (Saale). „Die Chance, dass sich neue Startups aus universitären Einrichtungen entwickeln, ist viel größer, als dass der Stadt die Ansiedlung neuer Unternehmen gelingt“, sagte unlängst Klaus Papenburg in einer Gesellschafterversammlung der SMG. Hinzu kommt, dass die Partnerschaft zwischen MLU, Wirtschaft, Stadt und SMG bereits durch eine Reihe konkreter Projekte (wie Saline-Akademie, Lange Nacht der Wissenschaften, IQ-Innovationspreis, Welcome Day, Hochschulinformationstag etc.) untersetzt ist. MLU und SMG haben große Schnittmengen im Binnen- und Außenmarketing. Im „Welcome Day“ zum Laternenfest liegt daher die Chance für MLU, Stadt und SMG, einen Teil der 14.000 angeschriebenen potenziellen Studenten nach Halle zu locken und in cooler Laternenfest-Atmosphäre über ihr Studium, studentisches Leben und Wohnen in Halle zu informieren. Das langjährige Ringen der City-Gemeinschaft um die Klärung von Verantwortlichkeiten für aktives Citymanagement bei Stadtverwaltung und SMG zeigt, wie wichtig die strategische Weiter- und Neuentwicklung des Citymanagements, aber auch des Einzelhandels in Halle (Saale) ist. Ob koordinierte Parkraumbewirtschaftung, Parkleit- und Besucherleitsystem, Ausschilderung der Parkhäuser, Parkgebühren-Rückerstattung, kundenfreundliches Städtebussystem, Aufwertung von Plätzen, Kunst im Stadtraum, Grünflächen, Freiräume, Erholung, Begrünung, Stadtmöblierung, Brunnen, Wasserläufe, Bänke, Illumination, Gestaltung und Sauberkeit, Fassadengestaltung, Verkaufsflächen-Verhältnis, Angebotsmix, Leerstands-Management, Anker-/ Magnetbetriebe: das alles ist nicht durch eine Person zu leisten und ist vielfach originär städtische Angelegenheit. Der Ausbau des Veranstaltungs-Service der Stadt Halle (Saale) zielt hier genau in die richtige Richtung. Chancen und Risiken 2013 Die SMG hat 2012 solide gewirtschaftet, die bundesweite Presseberichterstattung, touristische Übernachtungszahlen und eigene Erlöse in der Gruppentouristik (211.350 Euro gegenüber Kosten von 130.088 Euro), Marketing (225.000 Euro) sowie sonstiger Werbung (62.156 Euro) erheblich gesteigert. Trotzdem wird der nationale und internationale ImageAufbau der Händelstadt Halle vor dem Hintergrund immer kostspieligerer Stadtwerbung, Druckerzeugnisse und Werbung bei gleichbleibendem institutionellen Zuschuss immer schwieriger. Umso wichtiger ist die Optimierung der Vertriebs- und Partnernetzwerke, aktive Ansprache von Reiseveranstaltern, Journalisten, Unternehmen und Verbänden sowie die offensive Studenten-Akquise. Auch die Hallenser müssen immer wieder motiviert werden, Botschafter für ihre Stadt Halle zu sein. Die Gründung und Existenz der SMG fußt, so der Stadtratsbeschluss vom 26.06.2003, vor allem darauf, „einen Markenkern herauszuarbeiten und ihn konsequent nach innen und außen zu kommunizieren.“ Die Markenbildung und Profilierung der Stadt Halle im bundesdeutschen und internationalen Bewusstsein zu fördern, um mehr Touristen und Tagungen nach Halle zu locken und in der überregionalen Presse positiv konnotiert zu werden, ist im zehnjährigen Rückblick seit Bestehen der SMG weithin gelungen. Der Stadtrat hatte 2003 jedoch noch eine Hoffnung: „Mit der Gründung der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH strebt die Stadt Halle (Saale) in Gemeinschaft mit den Akteuren in der Stadt die schrittweise Überführung aller wesentlichen Stadtmarketing-Strategie- und –koordinierungsaufgaben unter Zusammenfassung der wesentlichen Handlungsträger und die Einbindung insbesondere der die Stadt prägenden Firmen und Einrichtungen an.“ Diese Einbindung vieler stadtrelevanter Akteure ist ideell durch die – bis heute weitgehend erhaltene – Gesellschafterstruktur der SMG gewährleistet: Stadt Halle (Saale/ 55%), Förderverein Pro Halle e.V. (25%), Förderverein Region Halle e.V. (10%), City-Gemeinschaft e.V. (5%) sowie seit 2010 die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (5%). Jedoch verband der damalige wie der heutige Stadtrat mit der Gesellschafterstruktur und dem de-facto-Verzicht auf strategische Mitbestimmung zugleich die Erwartung, dass sich die beteiligten Gesellschafter nicht nur ideell, sondern auch finanziell in die SMG einbringen. Dies erfolgt bis heute über einen jährlichen institutionellen Zuschuss der Stadt Halle (Saale) über 1.111.300 Euro sowie des Fördervereins Pro Halle e.V. über 75.000 Euro, seit 2011 nur noch über 65.000 Euro. So ist das Engagement von insgesamt ca. 240 über die Gesellschafter an der SMG beteiligten Unternehmen vor allem ideeller, zeitlicher und finanziell projektbezogener Natur. Bei Marketingerlösen von 225.000 Euro sowie sonstigen Werbeeinnahmen von über 62.000 Euro sollte projektbezogenes Engagement aus Wirtschaft und Wissenschaft nicht gering geschätzt werden. Über die Referenzen unserer Gesellschafter entstehen neue Partnernetzwerke, der Gesellschafterstatus der MLU trägt uns internationale Anerkennung, ein Alleinstellungsmerkmal und viele erfolgreiche gemeinsame Projekte ein, die der Budget- und Standortsicherung der MLU, der Einwohnerzahl, der Wertschöpfung und dem studentischen Flair der Stadt Halle (Saale) dienen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 371 von 497 Eine Umstrukturierung der SMG ist deshalb nicht ohne Risiko. Zwar gestattet sie mehr oder alleiniges Mitspracherecht durch den Stadtrat, eine Bereinigung der Gesellschafterstruktur, eine Neuausrichtung z. B. in Richtung externer Tourismusförderung und idealtypisch die finanzielle Beteiligung von Unternehmen über ein Kapitalanlagemodell. Zu befürchten wäre jedoch das Ausscheiden der allermeisten, z. B. im Förderverein Pro Halle e.V., im Förderverein Region Halle (Saale) e.V. oder der City-Gemeinschaft e.V. beteiligter Unternehmen, die eigens zur Unterstützung der SMG gegründet wurden; oder gar das Ausscheiden der MLU, was a) einen finanziellen, b) einen ideellen Schaden und c) – im Falle der MLU – den Wegfall eines bundesweiten Alleinstellungsmerkmals und beträchtlicher Projektmittel zur Folge hätte. Der Weitblick des halleschen Stadtrates im Jahr 2003, mit der SMG eine städtische Beteiligungsgesellschaft zu gründen, die in ihrer strategischen Ausrichtung (vorbehaltlich des Stadtratsbeschlusses über institutionellen Zuschuss, Wirtschaftsplan und Lageplan) durch den Vertreter der Stadt als Hauptgesellschafterin, die Wirtschaft und den Tourismus geprägt wird, hat dem Stadtrat damals gerade jene bundesweite Anerkennung eingetragen, die – allen Erfolgen der SMG zum Trotz – nun geopfert werden könnte. Dabei brauchen die SMG und die Stadt Halle (Saale) nichts dringlicher, als im Verbund mit halleschen Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen und der Wissenschaft immer stärkere Netzwerke und Marken zu entwickeln. Auch mit den Gaststätten und den Hotels müssen immer neue Vermarktungsplattformen, aber auch verlässliche Provisionsregelungen gefunden werden, die die Arbeitsfähigkeit der SMG sichern. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 372 von 497 TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Sitz der Geschäftsführung: Anschrift: Heinrich-Damerow-Straße 3 06120 Halle (Saale) Postanschrift: Weinbergweg 23 06120 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Stadt Halle (Saale) Saalesparkasse envia Mitteldeutsche Energie AG Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 16 5 4 1 % 60,00 20,00 15,00 5,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens der Gesellschaft ist es, in der Region Halle Hilfestellung im Umgang mit neuen Technologien anzubieten, um die Leistungsfähigkeit, insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen und deren Gründung, zu fördern und den Arbeitsmarkt nachhaltig zu sichern. (2) Kleinen und mittleren Unternehmen vermittelt die Gesellschaft zur Stärkung der Leistungsfähigkeit sowie zur Sicherung und zum Ausbau von Arbeitsplätzen Beratungsdienste in den Bereichen Technologietransfer und Innovation, der Qualifizierung auf dem Gebiet neuer Technologien sowie Personal- und Informationstransfer. (3) In Ergänzung ihrer Dienstleistungen und zur Ausnutzung der vorhandenen Kenntnisse führt die Gesellschaft Projekte, z.B. aus den Bereichen Technologietransfer, Informationsvermittlung durch. (4) Die Gesellschaft kann Beratungsfelder Dritten übertragen. Die Übertragung bedarf einer vertraglichen Vereinbarung. (5) Die Beratung und Förderung führt die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Fachhochschulen sowie ihren Technologieberatungsstellen, mit den Kammern, Gewerkschaften und Verbänden durch. Ferner arbeitet die Gesellschaft mit Unternehmen und Gesellschaften, welche sich die Bereitstellung von Beteiligungskapital zur nachhaltigen Förderung von Innovation zum Ziel gesetzt haben, zusammen. (6) Nach Bedarf und sofern es die Belange des TGZ Halle rechtfertigen, kann sich die Gesellschaft auch an Unternehmen und Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Region Halle beteiligen. Öffentlicher Zweck: Ausgehend vom Gegenstand des Unternehmens ist der öffentliche Zweck in der Wirtschaftsförderung, Arbeitsplatz- und Standortsicherung zu sehen. * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 373 von 497 b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Noll, Sabine Prof. Dr. Lukas, Wolfgang Aufsichtsrat Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzende Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Schröder, Barbara Dr. Andrick, Jürgen Dr. Bergner, Annegret Dr. Brockmeier, Thomas Dr. Eismann, Wolfgang Dr. Sitte, Petra Felke, Thomas (bis 30.11.2012) (seit 01.12.2012) (seit 07.06.2012 stellv. Vorsitzende) (bis 31.03.2012) (seit 01.04.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 7 31.12.2010 T€ 2 Aufsichtsrat 6 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 95 5 0 2010 % 92 8 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 33.808 1.920 19 T€ 34.394 3.051 24 T€ 36.682 3.827 24 % 91 9 0 T€ -586 -1.131 -5 % -2 -37 -21 Bilanzsumme 35.747 100 37.469 100 40.533 100 -1.722 -5 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 14.289 20.612 416 426 4 % 40 58 1 1 0 T€ 14.156 22.577 410 325 1 % 38 60 1 1 0 T€ 14.124 24.805 575 1.004 25 % 35 61 1 3 0 T€ 133 -1.965 6 101 3 % 1 -9 1 31 300 Bilanzsumme 35.747 100 37.469 100 40.533 100 -1.722 -5 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 374 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 30 0 133 133 0 6 1 37 37 0 163 3.927 138 119 513 621 2.926 39 2011 T€ 3.695 138 186 519 624 2.870 38 0 44 2010 T€ 3.456 241 316 500 631 2.698 31 2 213 45 45 50 0 208 208 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 3,38 0,93 754 837 12,26 2011 1,00 0,26 662 670 12,91 2010 6,03 1,48 840 669 12,45 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 88,98 39,97 60,03 31.12.2011 91,79 37,78 62,22 31.12.2010 88,03 34,84 65,16 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Auslastung vermietbare Fläche 31.12.2011 99,68 15.000,00 31.12.2010 100,00 15.000,00 Angaben in % m ² 98,20 15.000,00 % m² Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 375 von 497 e) Lagebericht A. B. C. D. E. F. G. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Ertragslage Finanzlage Vermögenslage Nachtragsbericht Risikobericht Prognosebericht A. A.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Gegenstand des Unternehmens Der Gegenstand des Unternehmens ist es, in der Region Halle Hilfestellung im Umgang mit neuen Technologien anzubieten, um die Leistungsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen und deren Gründung zu fördern und den Arbeitsmarkt nachhaltig zu sichern. In diesem Rahmen werden z.B. in die TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH (im Folgenden TGZ Halle bezeichnet) aufgenommen, gefördert und beraten: technologisch hochqualifizierte Fachkräfte, die sich in der Wirtschaftsregion Halle selbstständig machen oder an der Gründung neuer Unternehmen beteiligen wollen, Absolventen der in der Region Halle ansässigen Hochschulen, die sich selbstständig machen oder an Unternehmensgründungen beteiligen wollen (besonders spin-off-Betriebe), Die Gesellschaft wird jungen Unternehmen: Räume und Gemeinschaftseinrichtungen im TGZ Halle zur Verfügung stellen, ihnen Möglichkeiten einer intensiven fachlichen Zusammenarbeit mit ansässigen Hochschuleinrichtungen bieten und universitäre Leistungen vermitteln, ihnen öffentliche und private Beratungsmöglichkeiten anbieten, ihnen bei der Deckung des Finanzbedarfs Hilfen aus öffentlichen und privaten Quellen vermitteln. Kleinen und mittleren Unternehmen vermittelt die Gesellschaft zur Stärkung der Leistungsfähigkeit sowie zur Sicherung und zum Ausbau von Arbeitsplätzen Beratungsdienste in den Bereichen Technologietransfer und Innovation, der Qualifizierung auf dem Gebiet neuer Technologien sowie Personal- und Informationstransfer. In Ergänzung ihrer Dienstleistungen und zur Ausnutzung der vorhandenen Kenntnisse führt die Gesellschaft Projekte, z. B. aus den Bereichen Technologietransfer und Informationsvermittlung durch. Die Gesellschaft kann Beratungsfelder Dritten übertragen. Die Übertragung bedarf einer vertraglichen Vereinbarung. Nach Bedarf und sofern es die Belange des TGZ Halle rechtfertigen, kann sich die Gesellschaft auch an Unternehmen und Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Region Halle beteiligen. Die Gesellschaft verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Der Gewinn der Gesellschaft darf nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Gesellschafter dürfen keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln der Gesellschaft erhalten. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 376 von 497 A.2 Vermietung von Forschungsverfügungsgebäuden 1) Im Technologiepark „weinberg campus“ in Halle, in unmittelbarer Nähe zu Instituten der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg, zum Max-Planck-Institut und zur Fraunhofer-Gesellschaft, erwarb die TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH schrittweise 35.750 m² Bauland, auf dem bisher sechs Neubauten entstanden sind. Das sechste Gebäude mit einer Hauptnutzfläche von ca. 1.900 m² wurde im Sommer 2011 seiner Bestimmung übergeben. Zudem wurde 1 Altbau saniert. Mit einem realisierten Investitionsvolumen von ca. 62,6 Mio. € wurden 16.900 m² Hauptnutzfläche geschaffen, die unterschiedlich genutzt werden können. Es werden Büroräume, Technikumsräume, S1- und S2 - Labore, Räume für die Tierhaltung und Reinräume für material- wissenschaftliche Untersuchungen und GMP angeboten. Der anfängliche Branchenmix der Nutzer war breit gestreut, von der Soft- und Hardwareentwicklung, Automatisierungstechnik, innovativen Ingenieurbüros für Technologieentwicklung, Ingenieurbüros für Bauwesen, Umwelttechnik, Messgeräteentwicklung, Medizintechnik bis hin zur Biotechnologie. Beginnend im Jahr 2000 und mit der Realisierung des BIO-NANO-Zentrums und dessen Eröffnung im Dezember 2006 erfolgte eine spezialisierte Ausrichtung auf die BIO- und NANO-Technologie, wobei sonstige Firmengründungen nicht vernachlässigt wurden. Ingesamt zeichnet sich aber auf dem „weinberg campus“ in Halle eine biotechnologische/ biomedizinische und nanotechnologische Ausrichtung ab, die wesentlich getragen wird durch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die außeruniversitären Einrichtungen wie z.B. das Max-PlanckInstitut und die Fraunhofer-Gesellschaft. Ein neues Gebäude wurde Ende 2007 durch das Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik eröffnet. Wesentliche Impulse kommen auch durch das geplante neue Gebäude der Fraunhofer Gesellschaft, welches speziell für die angewandte Forschung auf den Gebieten der Photovoltaik, Nano- und Solartechnologien ausgerichtet sein wird. Dieser Gebäudekomplex soll im Jahre 2013 fertiggestellt werden. Dadurch sind entgegen der momentanen konjunkturellen Situation in Deutschland wenigstens einige Anfragen zu Gründungen / Ansiedlungen für den Standort zu verzeichnen, wobei insgesamt eine rückläufige Tendenz bei Gründungen zu verzeichnen ist und der Arbeitsschwerpunkt in der Bestandspflege besteht. Insgesamt ist das TGZ im Berichtsjahr im Durchschnitt mit ca. 96 % ausgelastet gewesen, wobei die Leerstandszeiten zur Generalinstandsetzung der Räumlichkeiten genutzt wurden. Zum Bilanzstichtag ist eine Auslastung von 98,2 % zu verzeichnen, wobei zu vermerken ist, dass außer einem alle bisherigen Seminarräume als Büroräume umgenutzt wurden und gegenwärtig dauervermietet sind. Insgesamt erfolgten im Geschäftsjahr zwei Existenzgründungen, davon alle aus dem akademischen Bereich und eine Ansiedlung. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind weitere drei Gründungen in Vorbereitung. Für das Berichtsjahr ergibt sich weiterhin für die TGZ Halle GmbH der Sachstand, dass durch das Protokoll des „Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie“ vom 9. Juli 2010, Punkt 2.5 die Verweildauer von Firmen in TGZ´s neu geregelt wurde. Zusammengefasst wurde festgelegt, dass kleinen und mittleren Unternehmen die Räumlichkeiten in Technologiezentren über die vorgesehenen acht Jahre hinaus bereitgestellt werden können, wenn sichergestellt ist, (1) dass die Bereitstellung nach Ablauf der acht Jahre zu Marktpreisen erfolgt, (2) und dass andere kleine und mittlere Unternehmen keinen Bedarf an der Bereitstellung vergünstigter Räumlichkeiten haben. Außerdem wurde durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt bestätigt, dass ein Herauswachsen aus dem KMU-Status für den Verbleib in einem TGZ nicht förderschädlich ist. Für die Verweildauer der Scil Proteins Production GmbH wurde davon ausgehend am 04.10.2010 ein entsprechender Antrag zum Verbleib bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt gestellt, der mit Schreiben der Investitionsbank SachsenAnhalt vom 11.01.2011 positiv entschieden aber mit 2 Auflagen untersetzt wurde. Die Erfüllung der weiteren Auflagen : Bau des Mehrzweckgebäudes Blücherstraße 24 Marktüblicher Mietzins mit Schreiben vom 09.12.2011 an die Investitionsbank Sachsen-Anhalt aus Sicht des TGZ´s erfüllt. Eine Bestätigung des unbefristeten Mietvertrages durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt erfolgte mit Schreiben vom 09.01.2012. Im Ergebnis des unbefristeten Mietvertrages wird die TGZ Halle GmbH ab Februar 2012 für Büros und Labore den marktüblichen Mietzins erhalten. Weiterhin wurde der Scil-Gruppe die Unterstützung bei der Sanierung einer Altbauimmobilie gemeinsam mit einem Bauträger (evtl. GWG GmbH) und bei der Errichtung eines Speziallagers (evtl. TGZ-Finanzierung und anschließende Vermietung) zugesagt. __________________________________ 1 EU-Definition für Technologiepark (technology park): Ein Technologiepark ist eine Entwicklungsmaßnahme zur Ansiedlung von Unternehmen, die sich mit der kommerziellen Anwendung von Hochtechnologie beschäftigen und deren Tätigkeit FuE, Produktion, Vertrieb und Kundendienst umfasst. In der Betonung der Produktion liegt der Unterschied zu einem Wissenschaftspark bzw. Forschungspark. Die Einbeziehung von Hochschuleinrichtungen ist kein wesentliches Merkmal. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 377 von 497 Diese umfangreichen Bemühungen der Geschäftsleitung der TGZ Halle GmbH konnten nicht verhindern, dass die Investoren der Scil-Gruppe diese zum Verkauf angeboten haben, so dass über die weitere Fortführung am Standort Halle viele Fragen offen sind. Die sich damit ergebenden Leerstandsprobleme für die TGZ Halle GmbH sind zum Zeitpunkt der Berichterstattung schwer überschaubar, könnten aber zu einem Leerstand von 15% - 20% ab dem IV. Quartal 2013 führen und damit Einnahmeverluste bis zu ca. 60 T-€ im Geschäftsjahr 2013 verursachen. Die Mieterstruktur im TGZ und Bio-Zentrum Halle setzt sich wie folgt zusammen: 33 % 15 % 12 % 7% 18 % 7% 4% 1% 3% Biotechnologie Biomedizin Verfahrenstechnik Technologieentwicklung Nanotechnologie Softwareentwicklung Umwelttechnik Bioinformatik Querschnitts- und Servicebereiche A.3 Projekte, Dienstleistungen, Vermarktung und Kooperation Im TGZ Halle fanden im Geschäftsjahr 2012 wiederum zahlreiche Veranstaltungen zu Themen des Technologietransfers, der Biotechnologie, zu Datenbankenrecherchen und zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für industrielle und wissenschaftliche Kooperationen auf europäischer Ebene statt. Dies erfolgte im Wesentlichen durch PR-Aktivitäten auf nationalen und internationalen Messen wie z. B. der BIO 2012 in Boston und Kapstadt. In Boston war das TGZ / BIO-Zentrum mit ca. 20 m², die von den beteiligten Klein- und mittelständischen Unternehmen des Technologiepark weinberg campus zur Kooperationsanbahnung und Kontaktpflege genutzt wurden, vertreten. Durch die Teilnahme an internationalen Kongressmessen und Foren leiten sich für die mittelständischen Unternehmen auf dem weinberg campus vielfältige Projekt- und Lieferbeziehungen ab. Die positive Entwicklung der gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angebahnten Kontakte in den arabischen Raum u. a. nach Dubai und Syrien die durch die Wirtschaftskrise stagnierten und 2012 wieder intensiviert wurden sind durch die politischen Konflikte im arabischen - und nordafrikanischen Raum weiterhin weniger geworden. Das Konzept „weinberg campus“ und die damit verbundene gesamte Marketingstrategie wurden zielgerichtet auf das Netzwerk ausgedehnt und erfolgreich national und international publiziert. Der „weinberg campus e. V.“ hat inzwischen 100 Mitglieder, von Start-up-Unternehmen bis zu namhaften Einrichtungen, Umlandgemeinden und Einzelpersönlichkeiten. Das gemeinsame Marketing soll weiterhin als Hauptzielrichtung bestehen bleiben und wird durch Förderer und Sponsoren unterstützt. Weiterhin wird aber gleichzeitig versucht, Einfluss auf die Entwicklung der städtischen Infrastruktur am Standort zu nehmen. Der Name „weinberg campus“ hat sich im regionalen, nationalen und internationalen Sprachgebrauch als Marke durchgesetzt. Die TGZ Halle GmbH ist selbst verantwortlich für die Projekte:     Akquisition und Finanzierungsmöglichkeiten für Firmen in den Gebäuden sowie in der Bio-Zentrum Halle GmbH Unterstützung des technologieorientierten Gründungsgeschehens, insbesondere auf den Gebieten der BIO-NANOTechnologien und angrenzender Gebiete Bearbeitung der Projekte "Existenzgründerqualifizierung" und "Ego-Pilot", wobei das Projekt "Existenzgründerqualifizierung" zum 01.01.2012 abgegeben wurde und der Verwendungsnachweis im Mai 2012 durch das Landesverwaltungsamt bestätigt wurde. Weiterhin hat die TGZ Halle GmbH sich intensiv mit eingebracht in übergreifende Infrastruktur- und Marketingprojekte, wie z.B.: Sanierung von Altbauten zur Nutzung als Boardinghaus Vermarktung von sanierungsfähigen Altbauten "Techniklinie 5" Konzept zur Nutzung der "Campus-Kirche" Vorbereitung und Durchführung Jahr der Wissenschaft 2012 Vorbereitung Jahr der Wissenschaft 2012 Bewerbung Exist-Wettbewerb Gründerhochschule und nach erfolgter Bestätigung Mitarbeit im Direktorium der Gründerhochschule Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 378 von 497 Die Projekte beziehen sich ausschließlich auf eingeworbene Projektmittel von den Projektträgern Verein Deutscher Ingenieure, Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsgemeinschaften, Investitionsbank Sachsen-Anhalt u. ä., die in der Regel nur wissenschaftlich-technische Projekte begleiten. Dabei ist in den letzten Jahren ein stetiges Absinken der Projektmittel zu verzeichnen. Jedoch ist gegenwärtig bedingt sowohl durch die Förderrichtlinien als auch durch die parallel laufenden Projekte Univations und Scidea nicht mit erhöhten Einnahmen zu rechnen – eher mit einem weiteren Absinken. Außerdem wird mittelfristig (2013/2014) auch damit zu rechnen sein, dass Projektmittel vorrangig an Einrichtungen vergeben werden, die die Kriterien von klein- und mittelständischen Unternehmen erfüllen. Dies trifft für die TGZ Halle GmbH nicht zu, wodurch nur noch nicht geförderte Wirtschaftsverträge abgeschlossen werden können, was im Klein- und mittelständischen Bereich schwierig ist. Aus diesem Grunde wurde durch die Geschäftsleitung eine Kooperationsvereinbarung mit der Univations GmbH vorbereitet und unterzeichnet, die durch ein gemeinsames agieren rückläufige Projektumsätze verhindert und die notwendige Personalvorhaltung in diesem Geschäftszweig in Grenzen hält. Damit wird Projektarbeit wenigstens in den innovativen Projekten wieder kostendeckend. A.4 Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr Nach der Finanzkrise hat sich die gesamtwirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland für mittelständische Unternehmen weiter verbessert, wobei speziell in der BIO-NANO-Branche und angrenzender Gebiete die Finanzierung von Unternehmen sowohl bei Gründungen als auch in der Bestandspflege mit einem höheren Risiko behaftet und damit schwieriger ist. Das Land Sachsen-Anhalt hat wiederholt die Förderung für die Biotechnologie in Frage gestellt, so dass es auch künftig schwierig sein wird, sich gegen die Konkurrenz in den anderen Bundesländern wie z. B. Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Baden-Württemberg und Bayern beim Standortranking zu behaupten. Spezielle Kaltmietförderungen oder Betriebskostenzuschüsse in diesen Ländern durch die Landesregierungen oder die Träger der Einrichtungen führen zu einer extremen Wettbewerbsverzerrung. In diesem Unternehmensumfeld hatte für die TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH die Sicherung des Mieterbestandes und deren Betreuung hinsichtlich betriebs- und finanzwirtschaftlicher Problemstellungen erste Priorität bzw. bestand die Notwendigkeit, für die frei gewordenen bzw. neu geschaffenen Flächen Start-ups bzw. neue Mieter zu akquirieren. Dies gestaltet sich dadurch immer schwieriger, da es ein gravierendes Überangebot an Gewerbeflächen gibt und die Mieter immer mehr mit Lockangeboten umworben werden. Der Mieter gibt den Ton an! Der derzeitige Mietzins konnte im Jahr 2012 noch beibehalten werden, wobei höhere zusätzliche nicht vergütete Aufwendungen sowohl im Dienstleistungssektor als auch durch die Übernahme von nicht vorgesehenen Instandsetzungen und Schönheitsreparaturen entstanden. Beim weiteren Auszug einer Firma aus dem TGZ I (ca 430 m² Fläche) waren im Berichtsjahr erhebliche zusätzliche Instandhaltungskosten notwendig, um diese Flächen erfolgreich vermarkten zu können. Zum Bilanzstichtag waren im TGZ I durch diese Maßnahme aber wieder 94,11% der Hauptnutzfläche vermietet. Ähnliches wird sich im zweiten Halbjahr 2013 wiederholen, da die Forschungsgruppe der Fraunhofer Gesellschaft und das Bistro zum 30.06.2013 ausziehen und die Räume instandgesetzt und vermarktet werden müssen. Weiterhin nahmen die Akquisition und speziell die nutzerspezifische Ausrichtung einen großen Anteil der Geschäftstätigkeit ein. Durch erhöhte Aufwendungen bei der Akquisition und Übernahme von notwendigen Renovierungs- und Umbauarbeiten für die Nutzer konnte aber erreicht werden, dass die Gebäude auch unter Einbeziehung des Neubaus in der Blücherstraße 24 zu 98,02 % zum Bilanzstichtag ausgelastet sind. A.5 Bericht über den Fortgang der Investitionstätigkeit Momentan sind keine weiteren Investitionen geplant, die zu einer Erweiterung der Hauptnutzfläche des TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH führen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 379 von 497 B. Ertragslage Die Ertragslage (in T-€) der Gesellschaft stellt sich im Geschäftsjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: Berichtsjahr T€ + Mieteinnahmen / Nebenkosten + Einnahmen Projektleistungen + sonstige Dienstleistungen + = UMSATZERLÖSE + + = + BESTANDSERHÖHUNG SONST. BETRIEBL. ERTRÄGE BETRIEBSLEISTUNG Personalkosten + Abschreibungen + planmäßige Auflösung der Rücklagen für Investitionszuschüsse + = ABSCHREIBUNGEN UND AUFL. VON SONDERPOSTEN + Raumkosten / Grundstücksaufwand + Versicherungen / Beiträge + Reparaturen / Instandhaltungen + Kosten des Fuhrparks + Werbe- und Reisekosten + sonstige Kosten + = SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN - = = + = = + + - = BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN BETRIEBSERGEBNIS SONSTIGE ZINSEN UND ÄHNLICHE ERTRÄGE FINANZERGEBNIS (ERGEBNIS VOR STEUERN) STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG SONSTIGE STEUERN STEUERERGEBNIS 3.485 341 64 3.890 138 156 4.184 513 2.587 -1.966 621 2.276 26 281 30 94 218 2.925 4.059 125 39 39 (164) 30 1 31 133 % 83,3% 8,2% 1,5% 93,0% 3,3% 3,7% 100,0% 12,3% 61,8% -47,0% 14,8% 54,4% 0,6% 6,7% 0,7% 2,2% 5,2% 69,9% 97,0% 3,0% 100,0% 100,0% (3,9%) 18,3% 0,6% 18,9% 3,2% T€ 3.211 326 158 3.695 138 186 4.019 519 2.852 -2.228 624 2.145 27 301 29 106 262 2.870 4.013 6 38 38 (44) 6 1 7 37 Vorjahr % 79,9% 8,1% 3,9% 91,9% 3,5% 4,6% 100,0% 12,9% 71,0% -55,4% 15,5% 53,4% 0,7% 7,5% 0,7% 2,6% 6,5% 71,4% 99,9% 0,1% 100,0% 100,0% (1,1%) 13,6% 2,3% 15,9% 0,9% Veränderung T€ 274 15 -94 195 0 -30 165 -6 -265 262 -3 131 -1 -20 1 -12 -44 55 46 119 1 1 (120) 24 0 24 96 % 8,5% 4,6% -59,5% 5,3% 0,0% -16,1% 4,1% -1,2% -9,3% -11,8% -0,5% 6,1% -3,7% -6,6% 3,4% -11,3% -16,8% 1,9% 1,1% 1983,3% 2,6% 2,6% (272,7%) 400,0% 0,0% 342,9% 259,5% = JAHRESÜBERSCHUSS Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 380 von 497 Die Betriebsleistung der Gesellschaft hat sich gegenüber 2011 um 165 T-€ (= +4,1 %) auf 4.184 T-€ erhöht. Diese Steigerung resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Mieteinnahmen und Mietnebenkosten (+274 T-€) durch die im Berichtsjahr nunmehr durchgehende Vermietung des im Vorjahr fertiggestellten Mehrzweckgebäudes III. Die Einnahmen aus Projektleistungen erhöhten sich leicht um 15 T-€, die Einnahmen aus sonstigen Dienstleistungen verminderten sich dagegen im Vorjahresvergleich um 94 T-€ auf nunmehr 64 T-€. Die Bestandserhöhung an nicht abgerechneten Leistungen (EVH) blieb im Vorjahresvergleich unverändert und betrug wiederum 138 T-€. Die weitere Bestandserhöhung liegt insbesondere an den weiter gestiegenen Energiekosten. Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich gegenüber dem Vorjahr um 30 T-€ auf nunmehr 156 T-€. Die Verminderung resultiert im Wesentlichen aus verminderten Versicherungsentschädigungen (-48 T-€). Dagegen stiegen die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen deutlich an (+30 T-€). Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich insgesamt um 12 T-€. Die Personalkosten verminderten sich leicht um 1,2% (-6 T-€) auf 513 T-€. Bei den Abschreibungen auf Sachanlagen handelt es sich um planmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.587 T-€ (Vorjahr: 2.852 T-€). Die Abschreibungen auf den gesamten Gebäudekomplex TGZ III betrugen im Berichtsjahr 1.698 T-€ gegenüber 1.990 T-€ im Vorjahr. Die übrigen Abschreibungen erhöhten sich aufgrund der erstmals ganzjährigen Abschreibung des Mehrzweckgebäudes III in der Blücherstraße 24 um 27 T-€ auf 889 T-€. Die Abschreibungen auf dieses Mehrzweckgebäude betrugen insgesamt 96 T-€ (Vorjahr: 57 T-€). Die weiteren Abschreibungen verminderten sich um 12 T€. Die von den Abschreibungen auf Sachanlagen offen zu saldierenden Erträge aus der Auflösung der Sonderposten für Investitionszuschüsse verminderten sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der im Verhältnis zur Abschreibung analogen Auflösung erheblich um 262 T-€ auf 1.966 T-€. Darin ist die Auflösung des Investitionszuschusses für den Gebäudekomplex TGZ III mit einem Betrag von 1.521 T-€ (Vorjahr 1.782 T-€) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden im Berichtsjahr um einen Betrag von 55 T-€ (+1,9%) auf 2.925 T-€ erhöht. Zunahmen gab es bei den Raumkosten (+131 T-€), und den Kosten des Fuhrparks (+1 T-€). Verminderungen gab es bei den Versicherungen/Beiträgen R(-1 T-€), den Reparaturen- und Instandhaltungen (-20 T-€), den Werbe- und Reisekosten (-12 T-€) und den sonstigen Kosten (-44 T-€). Das Betriebsergebnis hat sich im Vergleich zu 2011 um 119 T-€ auf 125 T-€ verbessert. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht 1 T-€ erhöht. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag haben sich gegenüber dem Vorjahr um 24 T-€ auf 30 T-€ erhöht, die Sonstigen Steuern blieben nahezu unverändert. Der Jahresüberschuss beträgt 133 T-€ und liegt damit um 96 T-€ über dem Vorjahr. C. Finanzlage Ziel des Finanzmanagements der Gesellschaft ist es, die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Gesellschaft zu gewährleisten, also die Fähigkeit die bestehenden und künftigen finanziellen Verpflichtungen in vollem Umfang zu erfüllen. Ferner sollte Liquidität in Höhe der satzungsmäßigen Rücklagen für die Infrastruktur und Bau- und Haustechnikinstandhaltung vorhanden sein. Zu diesem Zweck hält die Gesellschaft liquide Mittel bereit, die zum Bilanzstichtag des Berichtsjahres rund 1.408 T-€ betragen. Aufgrund Umschichtungen in das Finanzanlagevermögen im Laufe des Jahres 2012 haben sich die liquiden Mittel um rund 1.166,5 T-€ vermindert. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 381 von 497 Die Kapitalstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich dabei wie folgt dar: Bilanz zum 31.12.2012 T€ Eigenkapital Sonderposten mit Rücklageanteil Rückstellungen 14.288,6 20.611,7 416,5 % 40,0 57,7 1,2 Bilanz zum 31.12.2011 T€ 14.155,7 22.577,7 409,8 % 37,8 60,3 1,1 Änderung ggü. d. Vorjahr in T€ 132,9 -1.966,0 6,7 % 0,9 -8,7 1,6 Lieferverbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten Summe Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten 316,9 108,9 425,8 4,6 0,9 0,3 1,2 0,0 238,9 85,8 324,7 1,2 0,6 0,2 0,9 0,0 78,0 23,1 101,1 3,4 32,6 26,9 32,2 283,3 Summe Passiva=Gesamtkapital 35.747,2 100,0 37.469,1 100,0 -1.721,9 -4,6 D. Vermögenslage Die Vermögensstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar: Bilanz zum 31.12.2012 T€ % Bilanz zum 31.12.2011 T€ % Änderung ggü. d. Vorjahr in T€ % Sachanlagen Finanzanlagen Summe Anlagevermögen 31.807,8 2.000,0 33.807,9 89,0 5,6 94,6 34.393,7 0,0 34.393,7 91,8 0,0 91,8 -2.585,9 2.000,0 -585,9 -7,5 -100,0 -1,7 Vorräte Forderungen Sonstige Vermögensgegenstände Kassenbestand und Guthaben Kreditinstituten, Wertpapiere Summe Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten bei 74,6 41,1 396,5 1.407,7 1.919,9 19,5 0,2 0,1 1,1 3,9 5,3 0,1 96,8 91,1 288,8 2.574,1 3.050,8 24,6 0,3 0,2 0,8 6,9 8,1 0,1 -22,2 -50,0 107,7 -1.166,4 -1.130,9 -5,1 -22,9 -54,9 37,3 -45,3 -37,1 3 3 -20,7 2 , 0 8 , 7 -4,6 4 , 6 Summe Aktiva=Gesamtvermögen 35.747,2 100,0 37.469,1 100,0 -1.721,9 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 382 von 497 Das Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1.721,9 T-€ (= -4,6 %) auf 35.747,2 T-€ vermindert. Diese Verminderung resultiert maßgeblich aus der Verminderung der Sachanlagen (-2.585,9 T-€), der nicht abgerechneten Nebenkosten (-22,2 T-€), der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-50,0 T-€), der flüssigen Mittel (-1.166,4 T-€) und der Rechnungsabgrenzungsposten (-5,1 T-€). Eine Erhöhung gab es dagegen bei den Finanzanlagen (+2.000,0 T-€) und den sonstigen Vermögensgegenständen (+107,7 T-€). Der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens am Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr von 91,8 % auf 94,6 % erhöht. Bei den mit den Abgängen saldierten Investitionen und Einlagen der Gesellschaft in Höhe von 0,5 T-€ und Abschreibungen in Höhe von 2.586,4 T-€ hat sich das Sachanlagevermögen mit immateriellen Vermögensgegenständen zusammen auf einen Betrag von 31.807,8 T-€ (-2.585,9 T-€) vermindert. Aufgrund Vermögensumschichtungen von kurzfristigen Finanzanlagevermögen um 2.000,0 T-€ erhöht. zu längerfristigen Geldanlagen hat sich das Das mittel- und kurzfristig gebundene Vermögen hat sich im Vorjahresvergleich in absoluter Höhe um 1.130,9 T-€ vermindert, der verhältnismäßige Anteil am Gesamtvermögen verminderte sich dadurch auf 5,3% gegenüber 8,1% im Vorjahr. Die Verminderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. 50,0 T-€ resultiert im Wesentlichen aus im Vorjahr zum Jahresende vorgenommenen Weiterberechnung von verauslagten Aufwendungen, die im Berichtsjahr nicht vorzunehmen waren. Die Erhöhung der sonstigen Vermögensgegenstände um 107,7 T-€ ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Forderungen aus Mieterdirektabrechnung (+122,6 T-€) zurückzuführen. Dagegen gab es Verminderungen bei den Steuererstattungsansprüchen (-17,1 T-€). Die übrigen Positionen erhöhten sich insgesamt geringfügig um 2,2 T-€. Die Verminderung der Guthaben bei Kreditinstituten und Wertpapiere von 1.166,4 T-€ hängt mit der Umschichtung der Finanzmittel in die Position Finanzanlagen (2.000 T-€) zusammen. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten verminderten sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund planmäßiger Auflösung langfristig abgegrenzter Aufwendungen um 5,1 T-€. E. Nachtragsbericht Über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind (§289 Abs. 2 Nr. 1 HGB), wird nachfolgend berichtet: Nach Schluss des Geschäftsjahres traten keine Vorgänge von besonderer Bedeutung auf, über die entsprechend §289 Abs. 2 Nr.1 HGB zu berichten wäre. F. Risikobericht Das in Richtung Bio- und Nanotechnologie spezialisierte Zentrum, die TGZ Halle GmbH, unterliegt im Rahmen der Risikokategorie "Umfeldrisiken/Branchenrisiken" dem bestandsgefährdenden Risiko, dass die politischen und gesetzgeberischen Kräfte Weichenstellungen wählen, die zu nachfolgend aufgeführten Fragen Anlass geben:   Könnte es zu einem Ausstieg aus der Bio-NANO-Technologie durch übertriebene politisch motivierte Anforderungen in Deutschland, Sachsen-Anhalt oder Halle kommen. Restriktive Festlegungen in einem neuen Bebauungsplan für Heide-Süd könnten dazu führen, dass der weinberg campus für Firmenansiedlungen im Standortranking immer mehr an Lukrativität verliert und die Erfolgsquote bei Ansiedlungs- und Gründungsbemühungen sinken wird. Nichtabsehbare Folgen aus der Verlagerung der Ingenieurwissenschaften von der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg an die Otto von Guericke Universität Magdeburg. Bleiben die Bio- und Materialwissenschaften mittelfristig in Halle? Den Fachkräftemangel, insbesondere bei den Ingenieuren, Biochemikern, Bioingenieuren usw. aber auch Labor- und Technikkräften ausgehend von der demographischen Entwicklung nicht entgegengewirkt wird. Fehlende Bereitschaft zur Gründung von Firmen, da Kapital fehlt und aber auch genügend freie Stellen für Akademiker in diesen Fachrichtungen angeboten werden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH    Seite 383 von 497  Bedingt durch die konjunkturelle Lage, insbesondere für innovative Firmen aus der Bio-Nanotechnologie und angrenzender Gebiete, die Situation in Deutschland sich weiter verschlechtern wird und die wenigen Firmen an Standorte gehen, die sie ohne unüberschaubare bürokratische Hürden aufnehmen. Lukrative Bio-Technologiefirmen durch die Investoren unter dem Gesichtspunkt der Renditemaximierung verkauft werden und damit die Standortfrage bzw. der Weiterbestand der Firma insgesamt in Frage gestellt ist.  Die dargestellte Problematik kann mittelfristig zu erheblichen Mietausfällen der TGZ Halle GmbH führen und damit das Fortbestehen des Betriebes gefährden. Eine mögliche Nutzungsänderung, die dem neuen Bebauungsplan angepasst wäre, ist nicht gegeben, da Halle eine erhebliche Angebotsreserve an Büroflächen aufweist und der Mietzins bei diesen im letzten Jahr weiter gesunken ist. Diesem Mietdumping kann nur durch erhöhte Serviceleistungen entgegengewirkt werden, wobei diese natürlich höhere Kosten verursachen, da der Personalaufwand steigt. Die Kosten für eine Nutzungsänderung wären mit erheblichen Aufwendungen verbunden und ständen in keiner Relation zum Nutzen. Seitens der Verwaltung der Stadt Halle sollte die Rolle des Technologieparks weinberg campus besser erkannt werden und dieser Rechnung getragen werden. G. Prognosebericht In Erfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtung hat die Geschäftsführung der Gesellschaft ihre Einschätzungen zur voraussichtlichen Entwicklung der Firma TGZ Halle TECHNOLOGIE- UND GRÜNDERZENTRUM Halle GmbH und deren wesentliche Chancen und Risiken in einem Wirtschaftsplan 2013 und in Entwurfsfassungen für die Jahre 2014 bis 2018 gebündelt. Diese Wirtschaftspläne, die als reine Ertragsplanungen aufgebaut wurden, haben danach folgendes Bild: Jahr Aufwendungen* T-€ Erlöse aus Vermietung* u.a. Projektleistung T-€ 3.478 3.508 3.508 3.508 3.508 3.508 T-€ 280 280 280 280 280 280 Finanzergebnis T-€ 40 40 40 40 40 40 Ergebnis T-€ -84 -74 -64 -34 -24 -14 2013 2014 2015 2016 2017 2018 3.882 3.902 3.892 3.862 3.852 3.842 Es können weitere Risiken die sich durch einen neuen B-Plan wie er derzeit im Entwurf vorliegt auf die Entwicklung des Standortes und damit auf die TGZ Halle GmbH mittelfristig negativ auswirken. Dies sollte unbedingt bei der Abwägung zum B-Plan mit in Betracht gezogen werden. Schwierig ist die Situation bei der Weiterentwicklung der Scil-Gruppe am Standort Halle einzuschätzen, da diese zum Verkauf (Investorenwechsel) angeboten ist. Der Fortbestand und die wünschenswerte Weiterentwicklung an Standort Halle wird aus der Sicht der Geschäftsleitung frühestens im III. Quartal 2013 entschieden, wobei aus heutiger Sicht Tendenzen nicht erkennbar sind. Die Scil Proteins Production GmbH wird seitens der Geschäftsleitung als stabiler Partner gesehen. Seitens der Scil Proteins GmbH (Forschung) kann über den Bestand in Halle keine Prognose abgegeben werden, da dies von der Struktur des neuen Investors der Scil-Gruppe abhängig ist. Eine Einstellung der Forschung der Scil-Gruppe in Halle wurde in der Entwurfsfassung der Wirtschaftspläne 2014 und der Mittelfristplanung nicht berücksichtigt, sondern muss operativ eingearbeitet werden. Die zukünftigen Projektleistungen für klein- und mittelständische Unternehmen sind nicht planbar, da diese erst im kommenden Wirtschaftsjahr z.B. durch das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt für künftige Zeiträume untersetzt werden, wobei es sich abzeichnet, dass zeitnah wissenschaftlich-technische Projekte nur noch durch Dienstleister begleitet werden können, die klein- und mittelständischen Status haben. Dies trifft für die TGZ Halle GmbH nicht zu, so dass damit dieses Aufgabenfeld nur in Kooperation mit einem entsprechenden Partner bearbeitet werden kann. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit der Univations GmbH wurde abgeschlossen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 384 von 497 Wesentliche Weichen für die Fortführung in der Geschäftsleitung der TGZ Halle GmbH waren die Beschlüsse in der letzten Aufsichtsratssitzung des Jahres 2010, die einstimmig gefasst wurden. Unter diesen Voraussetzungen sollte ein planmäßiger Übergang in der Geschäftsleitung erfolgen und zu keinen Reibungsverlusten bei der Abarbeitung der Aufgaben für die Folgejahre kommen. Künftiger Schwerpunkt wird weiterhin ein umfassendes Marketingkonzept zur Sicherung des BIO-NANO-Standortes im Süden von Sachsen-Anhalt sein und damit verbunden nicht nur die Beibehaltung des Mieterbestandes durch entsprechende Betreuung und Beratung der Firmen, sondern auch die Unterstützung des Bio-Nanotechnologie-Konzeptes im Netzwerk weinberg campus. Dies bedeutet gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der MaxPlanck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft die zielstrebige Entwicklung der Nanotechnologie, verbunden mit der inhaltlichen Ausgestaltung des neuen Forschungsverfügungsgebäudes durch die Gesellschaft, welches ab 2013 durch ein weiteres Gebäude der Fraunhofer-Gesellschaft mit der fachlichen Ausrichtung zur Solartechnik unterstützt wird. Die um dieses von der Fraunhofer-Gesellschaft errichtete Gebäude geplante Ansiedlung von mittelständischen Partnern wird sich sowohl durch die konjunkturelle Situation verschieben als auch insgesamt bei der Verschlechterung der Standortbedingungen durch den geplanten neuen B-Plan in Frage gestellt. Weiterhin ist es bei der Erstellung des Bebauungsplanes für den weinberg campus dringend erforderlich, die Frage der Voraussetzungen für die Produktion von innovativen werthaltigen Produkten positiv zu entscheiden, da ansonsten die CoFinanzierungen für die angewandte Forschung in diesen Unternehmen nicht gewährleistet werden kann. Damit wäre entweder der Weggang der Unternehmen vom weinberg campus oder deren Insolvenz vorprogrammiert. Das Erfolgsrezept für die Entwicklung des weinberg campus, der einer Stadt / Region kann nur sein: Bildung – Grundlagenforschung, + Angewandte Forschung + Produkt- und Dienstleistungsentwicklung + Produktion / Umsetzung = Gewerbesteuereinnahmen = Wohlstand - Demographischer Wandel. Dieses Erfolgskonzept kann nur gemeinsam mit der abgestimmten Entwicklung des Strategiedialoges zur Stadtentwicklung Halle 2025 vom November 2011 Seite 7 Pkt. 3 erfolgen. Zitat: "Innovation am weinberg campus und zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Neustadt: Mit dem weinberg campus ist es Halle gelungen, sich als Standort von Forschung und Entwicklung sowie wissens- und technologieorientierter Produktion zu etablieren. Dabei profitiert der Technologiepark auch von seiner engen Einbindung in die Stadt und ergänzt die innerstädtischen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Das Stadtumbaugebiet Neustadt erhält durch seine räumliche Nähe zum weinberg campus neue Zukunftsperspektiven." Unter diesem Gesichtspunkt wurde unter der Initiative der TGZ Halle GmbH eine Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" aus Vertretern unterschiedlicher Einrichtungen gebildet, die sich erstmalig zur konstituierenden Sitzung am 16.01.2012 traf. Die Zielstellung der Arbeitsgruppe besteht darin, bis Ende 2012 / Anfang 2013 ein aussagefähiges Papier zu erstellen, welches dann anderen Partnern auf dem weinberg campus zur abschließenden Diskussion zur Verfügung gestellt wird. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" sollen dann als gebündelte Meinungsbildung in den Strategiedialog der Stadt Halle einfließen. Auch für die akademischen Einrichtungen wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie und Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik wäre eine andere Entscheidung von negativer Auswirkung, da z.B. für die Universitätsabsolventen die Möglichkeit genommen wird, sich am Standort weiterzuentwickeln, welches natürlich extreme Auswirkungen für die demographische und damit auch finanzielle Entwicklung der Stadt Halle hätte. Ähnliche Auswirkungen hat es für die außeruniversitären Einrichtungen, für die aber insbesondere dann stabile Kooperationspartner aus mittelständischen Unternehmen fehlen bzw. verloren gingen. Wir sehen der Entwicklung des Jahres 2013 ff. auch in Anbetracht dieser Risiken verhalten positiv entgegen und gehen davon aus, dass wir alle von den Gesellschaftern und der öffentlichen Hand an uns adressierten Aufgaben noch vollumfänglich unter Wahrung der finanziellen Stabilität erfüllen können. Die Weiterentwicklung des Standortes ist aber von den Rahmenbedingungen, die die Stadt Halle vorgibt, im Wesentlichen abhängig. Dadurch wird entscheidend beeinflusst, welche Entwicklung der Technologiepark weinberg campus und damit die TGZ Halle GmbH nimmt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 385 von 497 3.6 GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Seite 386 von 497 Bäder Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 300 T€ Stadtwerke Halle GmbH 300 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung des Gesundheitswesens, des Sports und der Freizeitgestaltung. Die Erfüllung dieses Unternehmensgegenstandes erfolgt vorrangig durch die Unterhaltung, Bewirtschaftung und den Betrieb der im Stadtgebiet der Stadt Halle (Saale) gelegenen Hallen- und Freibäder. Diese Bäder dienen der Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, der körperlichen Ertüchtigung und der Freizeitgestaltung der halleschen Bevölkerung sowie dem Schul- und Vereinsschwimmen. Die Gesellschaft kann außerdem inner- und außerhalb der genannten Einrichtungen Veranstaltungen durchführen. Zur Erfüllung des Unternehmensgegenstandes gehören auch die wirtschaftliche und sozialverträgliche Gestaltung der Eintrittspreise im Rahmen des öffentlichen und allgemein zugänglichen Badebetriebes; die Sicherstellung eines qualitativ und quantitativ ansprechenden Angebotes an Hallenund Freibädern für den öffentlichen Badebetrieb; die Absicherung des Schulschwimmens, welcher auf Basis von Verträgen gegen Entgelt stattfindet, entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen; die Absicherung des Vereinsschwimmsports, welcher auf Basis von Verträgen gegen Entgelt stattfindet, in für diesen vorgesehenen Schwimmhallen. Für das Schulschwimmen sowie den Vereinsschwimmsport in Betracht kommende Hallen sind entsprechend ihres Nutzungsprofils sport- und wettkampfgerecht auszustatten. Die hauptsächlich oder ausschließlich für den Schwimm- und Vereinssport zur Verfügung gestellten Schwimmhallen sollen primär dem Wettkampf- und Nachwuchsschwimmsport zur Verfügung stehen. Die Gesellschaft ist berechtigt, Hallen- und Freibäder anderer zu erwerben, zu betreiben sowie Bäder zu errichten, zu leasen und zu pachten. Öffentlicher Zweck: Der Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung des Gesundheitswesens, des Sports und der Freizeitgestaltung. Der öffentliche Zweck ergibt sich aus kulturellen und gesundheitlichen Belangen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Dr. Gaudig, Lutz Waldenburger, Annette (bis 30.06.2012) Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 387 von 497 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Dr. Wiegand, Bernd Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Hilbig, Stefan Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Liedtke, Monika Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Otto, Renate Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar Beirat Vorsitzender Misch, Werner Dr. Diaby, Karamba Embacher, Frank Friedrich, Holger Haupt, Ute Hülsbusch, Peter Kocian, Burkhard Mehlis, Marion Nagel, Elisabeth Neumann, Wolfram Walther, René (seit 05.12.2012) (bis 05.12.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (bis 28.09.2012) (seit 28.09.2012) (bis 30.11.2012) (seit 06.12.2012) Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 388 von 497 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 74 26 0 2010 % 75 25 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 5.030 1.732 0 T€ 4.046 1.316 T€ 254 4.441 3 % 5 95 0 T€ 984 416 0 % 24 32 Bilanzsumme 6.762 100 5.362 100 4.698 100 1.400 26 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 789 365 5.608 % 12 5 83 T€ 324 236 4.802 % 6 4 90 T€ 326 89 4.283 % 7 2 91 T€ 465 129 806 % 144 55 17 Bilanzsumme 6.762 100 5.362 100 4.698 100 1.400 26 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 982 3.909 2.327 1.591 363 427 1 113 71 6 50 15 15 2011 T€ 722 3.752 2.723 1.101 193 326 16 68 79 1 80 -2 -2 2010 T€ 441 2.306 1.810 739 10 126 3 35 30 10 20 20 Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 389 von 497 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,53 1,94 378 96 32,52 2011 -0,32 -0,71 191 154 24,61 2010 4,63 6,68 30 89 26,92 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 74,20 11,67 88,33 31.12.2011 75,14 6,04 93,96 31.12.2010 5,04 6,94 93,06 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Besucher 1) 31.12.2011 241.050,00 31.12.2010 229.839,00 1) Angaben in 310.827,00 Anzahl seit Übernahme der Bäder am 01.05.2010 Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 390 von 497 e) Lagebericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Im abgelaufenen Kalenderjahr 2012 verringerte sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes um 0,7 Prozentpunkte. Zwar lag die konjunkturelle Dynamik somit zum zweiten Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (2010: +4,0 %, 2011: +3,1 %). Vor dem Hintergrund der europäischen Rezession ist die abgeflachte Wachstumsrate Deutschlands jedoch Ausweis einer robusten und widerstandsfähigen Wirtschaftsentwicklung. Als wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung erwiesen sich der Außenhandel (Zuwachs um 4,1 %) und die Konsumausgaben. Dagegen waren die Investitionsausgaben seit 2009 erstmals rückläufig. Hierbei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft im vergangenen Jahre weniger zugelegt haben, als in Westdeutschland. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder zeigt für das erste Halbjahr 2012 ein bundesdeutsches Wirtschaftswachstum von 1,1 %, während die entsprechenden Werte für Ostdeutschland mit 0,4 % und für SachsenAnhalts mit 0,1 % ausgewiesen wurden. Der moderate Zuwachs in der Wirtschaftsleistung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Effekten. So verringerte sich die Arbeitslosenquote im Bund um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 %. Während sich hierbei die Arbeitslosenquote Ostdeutschlands im Jahresverlauf um 0,4 Prozentpunkte auf 10,7 % verringerte, sank die Arbeitslosenquote in SachsenAnhalt um 0,2 Prozentpunkte auf 11,5 %. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung verbuchen. Mit 232.535 Einwohnern lebten 896 Menschen mehr in der Saalemetropole als im Vorjahr. Der Zuwachs von 2010 auf 2011 betrug 808 Einwohner. Rechtliche Rahmenbedingungen Die Bäder Halle GmbH, eine 100%ige Tochter der Stadtwerke Halle GmbH, hat mit Wirkung zum 01. Mai 2010 die Bäder der Stadt Halle (Saale) übernommen. Dies sind im Einzelnen die Freibäder Angersdorfer Teiche, Saline und das Nordbad sowie die Schwimmhallen Stadtbad, Saline und Halle-Neustadt. Grundlagen der Übertragung sind der Beschluss des Stadtrates vom 24. Februar 2010 und der Beschluss des Aufsichtsrates der Stadtwerke Halle GmbH vom 25. März 2010. Am 29. April 2010 erfolgte der Abschluss des Grundstückskaufvertrages zu einem Kaufpreis von insgesamt EUR 6,00. Mit Datum 29. April 2010 wurde zwischen der Gesellschaft und der Stadt Halle (Saale) ein Bäderfinanzierungsvertrag abgeschlossen. Die Stadt Halle (Saale) beteiligt sich hiernach an der Finanzierung des laufenden Verlustes der Gesellschaft für die Jahre 2010 bis 2012 in einem Volumen von insgesamt Mio. EUR 9,45. In einer Klarstellung zum Bäderfinanzierungsvertrag vom 14. März 2011 haben die BHG und die Stadt Halle (Saale) vereinbart, dass sich für die Jahre 2010 bis 2012 der endgültige Zuschuss jedes betreffenden Jahres letztlich nach dem tatsächlichen bzw. abzusehenden Bedarf der BHG richten wird. Für die einzelnen Jahre wurden nunmehr folgende Zuschüsse festgelegt:    2010: EUR 2.300.000,00 2011: EUR 3.650.000,00 2012: EUR 3.500.000,00. Ab dem Jahr 2013 kann die Fehlbetragsfinanzierung, je nach Entwicklung wesentlicher Kostengruppen, angepasst werden. Ein Ausgleich erfolgt jedoch maximal bis zu einer Höhe von Mio. EUR 4,0 jährlich. Der Bäderfinanzierungsvertrag trat zum 1. Mai 2010 in Kraft und kann frühestens zum 31. Dezember 2020 gekündigt werden. Zwischen der Stadt Halle (Saale) und der Bäder Halle GmbH wurde im Zusammenhang mit der Übertragung der Bäder ein Personalüberlassungsvertrag geschlossen, mit dem 28 ehemalige Mitarbeiter der Stadt Halle (Saale) sowie 2 Auszubildende an die Bäder Halle GmbH übergeleitet wurden. Zudem wurden 4 weitere Mitarbeiter, die dem Personalübergang widersprochen haben, jedoch in den Bädern eingesetzt waren, über Personalgestellung von der Stadt Halle (Saale) an die Bäder Halle GmbH überlassen. Von diesen vier Mitarbeitern schied die letzte Mitarbeiterin zum 28. Februar 2012 mit einer Altersteilzeitvereinbarung aus. Weitere zwei Mitarbeiter hatte die Stadt Halle (Saale) schon seit 01. Januar 2010 für den Betrieb der Bäder über die Maya mare GmbH & Co. KG entliehen, die Gestellung wurde nach dem 01. Mai 2010 von der Bäder Halle GmbH übernommen und fortgeführt. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 391 von 497 Personalbedarf, der sich durch das Ausscheiden von Mitarbeitern aus der Bäder Halle GmbH ergab sowie zur Abdeckung jeder Freibadsaison erforderlich ist, wurde bis 31. Dezember 2011 über Personalgestellung von neu, über die Maya mare GmbH & Co. KG eingestellte Mitarbeiter gedeckt. Zum 01. Januar 2012 wurde mit der Gewerkschaft Ver.di ein Haustarifvertrag für Bäderbetriebe abgeschlossen. Seitdem sind und werden alle für den Betrieb der Bäder notwendigen Mitarbeiter sowie die Kräfte für die Freibadsaison direkt in der Bäder Halle GmbH eingestellt. Diese Mitarbeiter stellen lediglich das Personal für den Hauptprozess einschließlich der Betriebsleitung dar. Bereiche, die Nebenprozesse betreffen, vornehmlich die Personal- und Finanzbuchhaltung, wurden bei der Übertragung der Bäder im Jahr 2010 nicht von der Stadt Halle (Saale) übernommen. Die Bäder Halle GmbH entschied sich, diese Bereiche nicht selbst aufzubauen und die Leistungen über Dienstleistungsverträge mit Schwesterunternehmen aus dem Stadtwerkekonzern zu binden. Insofern wurden folgende Dienstleistungsverträge geschlossen:  Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Vertrag über kaufmännische Dienstleistungen Betriebsführungsvertrag Arbeitssicherheit W + H Wasser- und Haustechnik GmbH Vertrag über technische Betriebsführung Stadtwerke Halle GmbH Personalmanagementvertrag Maya mare GmbH & Co. KG Vertrag über Dienstleistungen im Bereich von Betriebsorganisation, vorbereitende Buchhaltung, Kassenbuchhaltung und Verwaltung    Das Risikomanagement der Bäder Halle GmbH ist in das Risikomanagement der Stadtwerke Halle GmbH integriert. Bestandsgefährdende Risiken oder sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage liegen zurzeit nicht vor. Für die Bäder Halle GmbH sind jedoch auch zukünftig zur Sicherung der Liquidität und zum Ausgleich ansonsten zu erwartender Fehlbeträge Zuschüsse der Stadt Halle (Saale) entsprechend den Regelungen im Bäderfinanzierungsvertrag notwendig. Seit dem Start des Probebetriebes für die Robert-Koch-Schwimmhalle im Oktober 2011 hat die Bäder Halle GmbH zunächst die Überwachung des technischen Betriebes übernommen. Mit der offiziellen Eröffnung am 07. November 2011 kamen die Aufgaben der Organisation der Belegung dieser Halle (durch Leistungssport und Vereine) sowie die Betreuung des öffentlichen Schwimmens an den Wochenenden dazu. Die durch die Bäder Halle GmbH in Rechnung gestellten Beträge für die Betriebsführung der Robert-Koch-Schwimmhalle waren strittig. Im Kern ging es um die Frage, ob für die Personalkosten zusätzlich zum Bäderfinanzierungsvertrag Beträge in Rechnung gestellt werden können. Diese Frage wurde durch einen Wirtschaftsprüfer eingehend untersucht und die Aufwendungen als angemessen und gerechtfertigt befunden. Am 28. Februar 2013 wurde rückwirkend zum 01. Januar 2013 zwischen der Bäder Halle GmbH und dem Eigenbetrieb Zentrales Gebäudemanagement ein Dienstleistungsvertrag über die in der Robert-Koch-Schwimmhalle zu erbringenden Leistungen geschlossen. Der Vertrag hat zunächst eine Laufzeit von 12 Monaten und ist mit einer Frist von 3 Monaten zum Jahresende beiderseits jeweils kündbar. Geschäftsverlauf Grundlage für die Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres 2012 war die Fortführung der Umsetzung des „Konzept zur Übernahme der kommunalen Bäder der Stadt Halle (Saale) durch eine Bäderbetriebsgesellschaft der Stadtwerke Halle GmbH“ vom 25. Februar 2010, das am 25. März 2010 durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH bestätigt wurde. Für den Wirtschaftsplan 2012, der im Herbst 2011 erstellt wurde, lag noch kein volles Geschäftsjahr zugrunde (Jahr 2010 Übertragung erst zum 01. Mai). Mit der Eröffnung der neuen Robert-Koch-Schwimmhalle (nach rd. 2 Jahren Schließung für Abriss und Neubau) im November 2011 standen dem Leistungssport, den Schulen und Vereinen wieder mehr Wasserflächen zur Verfügung. Das Angebot an Wassernutzungszeiten für die Öffentlichkeit, in den an die Bäder Halle GmbH übertragenen Bädern, entsprach ab Januar 2012 wieder dem Status quo vor dem Zeitpunkt der Schließung der alten Robert-Koch-Schwimmhalle (Sommer 2009). Besonders schnell von der Öffentlichkeit wieder angenommen wurden die vier 50-Meter-Bahnen in der Schwimmhalle Neustadt an Werktagen. In die Freibadsaison starteten das Naturbad Angersdorfer Teiche und das Nordbad am 11. Mai 2012. Das Freibad Saline eröffnete nach der technischen Sanierung und Attraktivierung am 23. Juni 2012. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 392 von 497 Die vergleichsweise kühleren Witterungsbedingungen im ersten Halbjahr 2012 hatten unterschiedliche Auswirkungen auf die Auslastung der Bäder. In den Schwimmhallen konnten gegenüber dem Planansatz bis zum Sommer mehr als die geplanten Besucher generiert werden. Der anfangs äußerst kühle und unbeständige Sommer, vor allem in den Monaten Mai und Juni sorgte hingegen dafür, dass in den Freibädern die Besucherzahlen um 28,17 % unter dem Planansatz lagen. Diese Abhängigkeiten von Gästezahlen und Witterung werden immer bestehen und damit auch keinen unbedeutenden Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens haben. Ein Gegensteuern ist insbesondere bei den Freibädern nicht möglich. In den Bädern wurde damit begonnen, ein Kursangebot zu etablieren, das insbesondere auf Präventionsangebote abzielt und damit den Bedürfnissen dieser Zeit gerecht wird. Der Ausbau und damit eine weitere Verbesserung der Erlössituation ist jedoch kaum mehr möglich, da auch nach der Eröffnung der neuen Robert-Koch-Schwimmhalle umfangreiche Wasserflächen von den Vereinen in den Schwimmhallen der Bäder Halle GmbH für den Vereinssport benötigt werden. Das Angebotsfeld kann daher nicht, wie im Konzept zur Übertragung der Bäder angedacht, weiter durch die Bäder Halle GmbH ausgebaut werden. Das etablierte Angebot an Kinderschwimmkursen findet guten Zuspruch. Die Umsatzerlöse aus allen Bädern, inkl. Schul- und Vereinsschwimmen, betrugen TEUR 981,8 (Vorjahr: TEUR 722,1). Maßgeblichen Einfluss auf die Steigerung hatten die Mehrerlöse aus der Erweiterung der öffentlichen Nutzung von Wasserflächen und die Zurückverlagerung eines Teils des Leistungs- und Vereinssports in die neue Robert-KochSchwimmhalle. Unter den Sonstigen betriebliche Erträge ist der Betriebskostenzuschuss der Stadt Halle (Saale) im Jahr 2012 mit TEUR 3.500,0 ausgewiesen (Vorjahr: TEUR 3.650,0), sowie Erlöse für die Dienstleistung der Bäder Halle GmbH in der Robert-Koch-Schwimmhalle in Höhe von TEUR 179,0. Unter den Aufwendungen für Material sind Aufwendungen für Wasser, Strom, Gas und Fernwärme in Höhe von TEUR 1.497,6 (Vorjahr: TEUR 1.431,9), diese Betriebskosten unterliegen mit Ausnahme der Kosten für Wasser/ Abwasser auch weiterhin Steigerungsraten, die nicht durch gestiegenen Verbrauch sondern maßgeblich durch gestiegene Preise auf dem Beschaffungsmarkt begründet sind. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten maßgeblich die Kosten für Reinigungs- und Abfallentsorgungsleistungen in Höhe von TEUR 198,2. Kosten für Fremdleistungen durch Personalgestellung über die Maya mare GmbH & Co.KG fallen seit 01.01.2012 nicht mehr an, da das Personal direkt bei der Bäder Halle GmbH eingestellt wurde. Die Personalaufwendungen betrugen TEUR 1.590,7 (Vorjahr: TEUR 1.101,2). Der Anstieg ist der Direkteinstellung aller Mitarbeiter in der Bäder Halle GmbH geschuldet, Einsparungen in entsprechender Höhe wurden bei den bezogenen Leistungen erzielt. Die Personalstruktur in der Bäder Halle GmbH ist von einem hohen Altersdurchschnitt der Belegschaft und einem damit einhergehenden hohen Krankenstand geprägt. Dies erschwert zunehmend die Aufrechterhaltung eines reibungslosen Badebetriebes. Eine Optimierung der Altersstruktur ist unumgänglich. Die notwenigen Personalanpassungsmaßnahmen sollen sozialverträglich erfolgen. Das geplante Budget für Instandhaltungsaufwendungen (TEUR 370,0) wurde mit TEUR 539,3 deutlich überzogen. Ursächlich dafür waren im Jahr 2012 Maßnahmen, die unvorhergesehen im Bereich Dach und Lüftung der Frauenschwimmhalle des Stadtbades erforderlich wurden. Die Aufwendungen waren zur Sicherung des Betriebes im Stadtbad unumgänglich und wurden gemäß § 4 Ziffer 2 Bäderfinanzierungsvertrag der Stadt Halle (Saale) in Rechnung gestellt. Im Zuge dieser Arbeiten am Dach der Frauenschwimmhalle waren zudem Schädigungen an der Gewölbedecke der Frauenschwimmhalle zu Tage getreten, die eine eingehendere gutachterliche Untersuchung erforderten. Die Untersuchungsergebnisse zeigten schwerwiegende Materialschwächen im Bereich der Rabitzkuppel sowie ihrer Abhängung auf, die die Gäste in Gefahr bringen können. Auf diese verschärfte Gefahrensituation musste die Bäder Halle GmbH am 18.10.2012 mit der Notschließung der Frauenschwimmhalle reagieren. Zu diesem Zeitpunkt stand die Bäder Halle GmbH bereits mit dem Stadtplanungsamt bezüglich der Vorbereitung eines Antrages auf Sicherungsmittel für den stark geschädigten Turm über dem Eingangsbereich des Stadtbades in Kontakt. Die Instandsetzung der Kuppel der Frauenschwimmhalle wird in diesen Antrag auf Fördermittel / Sicherungsmittel mit einbezogen. Mit der Erarbeitung qualifizierter Unterlagen für den Antrag auf Förder- / Sicherungsmittel wurde im November 2012 begonnen. Neben den Fördermitteln wird auch ein Eigenanteil für die Finanzierung dieser Maßnahmen notwendig. Der Wirtschaftsplan der Bäder Halle GmbH sieht über die Aufwendungen für die laufende Instandhaltung und Kleininvestitionen hinaus keine weiteren Mittel vor. Aus diesem Grund wird man gemeinsam mit der Stadt Halle (Saale) nach umsetzbaren Lösungen suchen müssen. Zur Entscheidungsfindung ist ein Nutzungskonzept zu erarbeiten, das langfristige und wirtschaftlich tragfähige Lösungsansätze untersucht und bewertet. Auf dieser Basis muss gemeinsam mit der Stadt Halle (Saale) über das weitere Vorgehen entschieden werden. Aufgrund des maroden Zustands des fast 100 Jahre alten Stadtbades wird dieses Bad ohne eine Grundsanierung nicht dauerhaft zu betreiben sein. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 393 von 497 Der Investitionsplan der Bäder Halle GmbH, der im Zuge der Bäderübertragung 2010 nach dem Schwerpunktbedarf in den übertragenen Bädern aufgestellt und mit Krediten der DKB untersetzt wurde, sah für die ersten 3 Betriebsjahre 2010 – 2012 ein Investitionsvolumen von TEUR 5.510 vor. Im Jahr 2012 wurden Investitionen in die Bäder in einer Gesamthöhe von TEUR 1.346,2 getätigt. Die umfangreichste Maßnahme betraf die technische Instandsetzung und Attraktivierung des Freibads Saline mit TEUR 1.013,8. Finanzlage der Gesellschaft Für das Jahr 2012 wird ein Jahresergebnis von TEUR 15,0 ausgewiesen. Das Jahresergebnis 2012 zeigt, dass die Geschäftstätigkeit der Bäder Halle GmbH ohne Betriebskostenzuschüsse der Stadt Halle (Saale) nicht möglich ist. Die Liquidität des Unternehmens war während des gesamten Geschäftsjahres gegeben. Die Gesellschaft nimmt am Cash Pool der Stadtwerke Halle GmbH teil. Es besteht innerhalb des Cash Pools eine Kontokorrentkreditlinie von TEUR 300. Ausblick Signifikante Kostensenkungen sind in den von der Bäder Halle GmbH betriebenen Bädern nach heutiger Einschätzung nur über Investitionen in energiesparende Technologien, wie moderne Anlagen zur Schlammwasseraufbereitung, Anlagen zur Wärmerückgewinnung, z.B. über die Lüftung, Modernisierung der Wärmedämmungen u. ä. Maßnahmen möglich. Hier ist langfristig jedoch abzuwägen, über welchen Zeitraum sich die Investitionen amortisieren. Einnahmesteigerungen kennen im Bereich der betriebenen Hallen- und Freibäder auch ihre Grenzen, da für das öffentliche Schwimmen deutschlandweit für Bäder dieser Art nur ein sogenannter „sozial verträglicher Eintrittspreis“ akzeptiert wird. Mit der Preisanpassung im Jahr 2011 hat man die, für diese Region auch mittelfristig erzielbare Preisobergrenze erreicht. Geht man darüber hinaus, muss mit einem Rückgang der Besucherzahlen gerechnet werden. Ziel für 2013 wird es sein, die guten Besucherzahlen in den Hallenbädern Saline und Halle Neustadt zu halten. Schwimmen als individuelles und gesundheitsförderndes Bewegungsprogramm für Jedermann muss noch deutlicher in das Bewusstsein der Hallenser gerückt werden. Individuell, ganz nach seinem eigenen Zeitregime und unabhängig von Zeitfenstern, die z.B. durch den Vereinssport vorgegeben werden, sind wir – die Bäder Halle GmbH – die richtigen Partner für alle Menschen, die sich im nassen Element wohl fühlen. Nach der Wiedereröffnung der Robert-Koch-Schwimmhalle sind über die alten Nutzugszeiten für die Öffentlichkeit (Stand Juni 2009) hinaus keine zusätzlichen Wasserzeiten frei geworden, in denen die Bäder Halle GmbH ein Kursprogramm hätte etablieren können. Diese Möglichkeit der Erlössteigerung steht somit nicht zur Verfügung. Die Betriebskostenzuschüsse der Vereine für die Nutzung von Wasserflächen waren für das Jahr 2013 bereits im Frühjahr 2011 verbindlich festgelegt worden. In den Wettbewerb um den Badegast hat sich an den Wochenenden das neue Angebot der Robert-Koch-Schwimmhalle eingereiht, die langfristige Auswirkung kann erst nach 2 - 3 Jahren genau bewertet werden. Die Erlöse in den Freibädern werden auch 2013 sehr stark von der Witterung in der Saison beeinflusst. Das Veranstaltungsprogramm mit kleinen, vielseitigen Veranstaltungen, die für die Badbesucher einen Mehrwert darstellen, hat sich bewährt, wurde gut angenommen und sorgte auch in der Presse für starke Resonanz. Die Steigerung der Attraktivität der Freibäder Nordbad und Saline stießt bei der Bevölkerung auf positive Resonanz. Mit Gesellschafterbeschluss vom 05. April 2012 stimmte die Gesellschafterin der Einreichung der Bauvoranfrage für eine Ballsporthalle am Standort Sportkomplex Halle-Neustadt, Nietlebener Straße 14, bei dem zuständigen Fachbereich für Bauordnung und Denkmalschutz der Stadt Halle (Saale) zu. Mit Gesellschafterbeschluss vom 16. Juli 2012 wurde die Zustimmung zur Einleitung des Teilnahmewettbewerbs als Teil des Vergabeverfahrens für die Errichtung der Ballsporthalle erteilt. Beide Beschlüsse wurden umgesetzt. Die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen wurde abgeschlossen und diese an die gemäß Teilnahmeverfahren ausgewählten Bieter versandt. Die Abgabefrist für die indikativen Angebote endete am 23. Februar 2013. Für das Jahr 2012 wird ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 15,0 ausgewiesen. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 394 von 497 Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bugenhagenstraße 30 06110 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30 T€ Blindenund Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt e.V. Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland Deutsche Rentenversicherung Bund Stadt Halle (Saale) 10 9 7 5 % 32,00 30,00 22,00 16,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von Maßnahmen zur Eingliederung blinder und sehbehinderter und von Blindheit bedrohter Personen in Arbeit, Beruf und Gesellschaft. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke i.S. der §§ 51 ff. Abgabeordnung 1977. Ein Gewinn wird nicht bezweckt. Etwaige Überschüsse werden nur für die vertragsgemäßen Zwecke verwendet. Die Gesellschafter erhalten keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln der Gesellschaft. Die Gesellschafter dürfen bei Auflösung oder Aufhebung der Gesellschaft oder bei Wegfall ihres bisherigen Zwecks nicht mehr als ihre eingezahlten Kapitalanteile bzw. den gemeinen Wert ihrer Sacheinlagen zurückerhalten. Geschäftsanteile dürfen an die Gesellschaft höchstens zum Nennwert veräußert werden. Es darf keine Person durch Ausgaben, die den Zwecken der Gesellschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ist in der beruflichen Rehabilitation von blinden und sehbehinderten Menschen zu sehen. Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von Maßnahmen zur Eingliederung blinder und sehbehinderter und von Blindheit bedrohter Personen in Arbeit, Beruf und Gesellschaft. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke i.S. der §§ 51 ff. Abgabeordnung 1977. Ein Gewinn wird nicht bezweckt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung Verwaltungsrat Vorsitzender Kölzner, Kerstin Prusko, Norbert Bahn, Wolfgang Baumeister, Lutz * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2012 erfolgt. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 395 von 497 Verwaltungsrat Buschke, Birgit Dr. Danek, Simone Dr. Fischer, Toralf Dr. Kehl, Peter Dr. Streibelt, Marco Dr. Wiegand, Bernd Gellrich, Barbara Gering, Horst Hagemann, Karl-Heinz Ideker, Thomas Kogge, Tobias Krahl, Hans-Joachim Laux, Jens Szabados, Dagmar (bis 30.11.2012) (seit 01.12.2012) (seit 01.12.2012) (bis 30.11.2012) 31.12.2012 T€ 31.12.2011 T€ 1 31.12.2010 T€ 1 Verwaltungsrat 1 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2012 2011 % 79 21 0 2010 % 79 21 0 Veränderungen 2012 zu 2011 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 16.238 4.213 5 T€ 16.780 4.419 3 T€ 17.389 5.526 1 % 76 24 0 T€ -542 -206 2 % -3 -5 67 Bilanzsumme 20.456 100 21.202 100 22.916 100 -746 -4 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen Finanzierung des Anlagevermögens Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten zur T€ 6.056 5.913 224 8.261 2 % 30 29 1 40 0 T€ 5.983 6.129 247 8.843 0 % 28 29 1 42 0 T€ 5.985 6.344 346 10.240 1 % 26 28 1 45 0 T€ 73 -216 -23 -582 2 % 1 -4 -9 -7 Bilanzsumme 20.456 100 21.202 100 22.916 100 -746 -4 Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 396 von 497 bb) GuV 2012 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 6 73 73 8 -2 -2 6.137 389 813 3.752 895 821 131 297 79 2011 T€ 5.692 621 777 3.766 892 680 133 325 6 2010 T€ 6.182 604 900 3.724 840 767 120 352 323 14 -14 7 302 302 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2012 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,19 1,22 968 92 57,49 2011 -0,03 -0,03 891 81 59,66 2010 4,89 5,32 1.143 86 54,88 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2012 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 74,22 29,60 70,40 31.12.2011 74,34 28,22 71,78 31.12.2010 71,41 26,12 73,88 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2012 Abrechnungstage Zusatzmaßnahmen DRV 31.12.2011 42.266,00 2.255,00 31.12.2010 46.369,00 1.040,00 Angaben in T a g e 44.431,00 114,00 Tage Tage Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 397 von 497 e) Lagebericht 1. Geschäftsverlauf Nachdem die Belegungszahlen im Jahr 2011 drastischen Schwankungen unterlagen, stabilisierte sich die Belegung in den Vorbereitungs-und Hauptmaßnahmen im Jahr 2012 auf einem niedrigen Niveau. Durchschnittlich nahmen 123 Teilnehmer (im Vj. 117 Teilnehmer) an diesen Maßnahmen teil. Die Auslastung bei den RehaAssessmentmaßnahmen, bezogen auf die individuellen Diagnostikmaßnahmen (FBE/BSE), war 2012 wie in den Vorjahren gut. Die Anmeldungen bei den klassischen Arbeitserprobungen lagen 2012 auf dem niedrigen Niveau des Jahres 2011. Im Bereich der Einzelschulungen zeigte sich im vierten Quartal 2012 ein deutlicher Anstieg der Bedarfe. Diese Schulungen bewegten sich im Jahr 2012 leicht über den Planzahlen. Für das Jahr 2012 erfolgten die Preisverhandlungen auf der Basis einer geplanten Belegung von durchschnittlich 113 Teilnehmern zuzüglich acht Teilnehmer in der Geschäftsstelle Berlin. Im Ergebnis der Verhandlungen wurde für das Geschäftsjahr 2012 von einem geplanten Verlust in Höhe von TEUR 42 ausgegangen. Im Jahr 2012 haben sich die Rahmenbedingungen für die berufliche Rehabilitation weiter verändert. So spielen seit dem 1. April 2012 die gemeinsamen Empfehlungen nach § 35 SGB IX sowie die neuen Zertifizierungsrichtlinien, die auch für preisverhandelte Maßnahmen in Berufsförderungswerken gelten, eine entscheidende Rolle. Nach Ablauf der Übergangsfrist am 31. Dezember 2012 bedürfen alle Anbieter von Arbeitsmarktdienstleistungen einer Zulassung und müssen ihre Kompetenz in einem Zulassungsverfahren gegenüber einer fachkundigen Stelle nachweisen. Die vom BFW Halle bereits erworbene Trägerzertifizierung nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) ist bis zur nächsten Rezertifizierung 2013 ausreichend. Danach wird sich das BFW nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifizieren lassen. Diese Rezertifizierung wurde 2012 vorbereitet und war mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Das erstellte Entwicklungskonzept wurde im Jahr 2012 fortgeschrieben und wird fortlaufend den sich ändernden Umständen angepasst. Entsprechend diesen Anforderungen lag der Schwerpunkt der Entwicklung des BFW Halle im Jahr 2012 in der Erhöhung der internen Flexibilität und Mobilität. Besonderer Schwerpunkt war dabei der Bereich Qualifizierung, da die Auswirkungen für diesen Bereich am größten waren und hier die meisten Entwicklungen vollzogen werden müssen. Die Zinsen zur Bedienung der für die Baufinanzierung aufgenommenen Darlehen betrugen im Jahr 2012 TEUR 290. Dies führte bei 44.431 Belegungstagen (im Vj. 42.266) zu einer Belastung des Kostensatzes durch Darlehenszinsen in Höhe von EUR 6,52 pro Tag und Rehabilitand (im Vj. EUR 7,31). Im Berichtsjahr erfolgte eine Tilgung der Darlehen in Höhe von TEUR 579. Die Infrastruktur mit seinem denkmalgeschützten Gebäudeensemble sowie deren Bewirtschaftung bewirken nach wie vor unabwendbar hohe Fixkosten, die sich ungünstig auf den Wettbewerb mit anderen Anbietern auswirken, deren Betriebskosten geringer sind und bei denen die ohnehin größere Kapazität niedrigere Tageskostensätze möglich macht. Die strategische Bündelung der Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Vertrieb in einer Abteilung hat sich weiterhin bewährt und hatte eine Intensivierung und Ausweitung der Marketing-/ Vertriebsaktivitäten zufolge. Die wachsende Vervielfachung der Entscheidungsträger auf Grund struktureller Veränderungen setzt sich weiter fort. Ein wesentlicher Bestandteil des Marketingkonzeptes ist die Herstellung der Messbarkeit des Erfolges von Marketingaktionen. Dies wurde 2012 weiter vertieft. Bei verschiedenen Veranstaltungen der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland setzte das BFW Halle auf ein neues Vortragskonzept. Die wohnortnahen Beratungsangebote für blinde und sehbehinderte Menschen in Mitteldeutschland und BerlinBrandenburg haben sich gut etabliert. Die Mitarbeiter des BFW sind monatl