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Full text: Beteiligungsbericht ... der Stadt Halle (Saale) (Rights reserved) Ausgabe 2011(2012) (Rights reserved)

BETEILIGUNGSBERICHT 2011 der Stadt Halle (Saale) Herausgeberin: Stadt Halle (Saale) Die Oberbürgermeisterin Marktplatz 1 06100 Halle (Saale) Erstellt durch: BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) Universitätsring 6a 06108 Halle (Saale) Telefon: (0345) 581-2822 Telefax: (0345) 581-2835 E-Mail: info@bma-halle.de INHALTSVERZEICHNIS 1.0 EINLEITUNG Vorwort 7 8 2.0 2.1 GRUNDINFORMATIONEN AUFGABE UND AUFBAU DES BETEILIGUNGSBERICHTES Gesetzliche Grundlagen Zielsetzung Aufbau 9 10 11 12 13 2.2 ÜBERSICHT ÜBER DEN STAND AN BETEILIGUNGEN Übersicht über den Stand an Beteiligungen - Organigramm zum 31.12.2011 Beteiligungsliste 14 15 16 2.3 UNTERNEHMENSORGANISATION UND -FÜHRUNG Unternehmensorganisation Unternehmensführung 19 20 22 2.4 BETEILIGUNGSPOLITIK ÜBERSICHT ÜBER AUSGEWÄHLTE FINANZ- UND BETRIEBS-WIRTSCHAFTLICHE DATEN ALLER BEDEUTSAMEN BETEILIGUNGEN Finanzbeziehungen 2011 zwischen Kernhaushalt und Beteiligungen Geschäfts- und Ertragslage Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2009 23 2.5 25 26 34 34 37 40 Inhaltsverzeichnis Seite III 2.6 2.7 ERLÄUTERUNGEN BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHER FACHBEGRIFFE ERLÄUTERUNGEN DER BILANZ- UND LEISTUNGSKENNZAHLEN 43 49 3.0 3.1 EINZELBERICHTERSTATTUNG UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Stadtwerke Halle GmbH 54 55 56 3.2 VER- UND ENTSORGUNG Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 68 69 79 86 92 103 116 121 130 136 147 155 162 167 170 175 180 187 193 198 205 Inhaltsverzeichnis Seite IV 3.3 VERKEHR Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH 212 213 218 230 241 247 252 3.4 WOHNUNGSWIRTSCHAFT Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG 258 259 265 275 291 312 3.5 WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH 315 316 330 337 343 353 372 Inhaltsverzeichnis Seite V 3.6 GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung 386 387 395 404 412 425 430 436 443 447 455 458 463 467 3.7 KULTUR Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH 471 472 501 515 3.8 BETEILIGUNGSMANAGEMENT BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 521 522 Inhaltsverzeichnis Seite VI 1.0 EINLEITUNG Vorwort der Oberbürgermeisterin Einleitung Seite 7 von 528 Der „Konzern Stadt Halle an der Saale“ ist in den vergangenen Jahren aus dem Miteinander von Kernverwaltung und städtischen Beteiligungen gewachsen. Unser Handeln richtet sich an dem Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowie der weiteren Gestaltung unserer lebenswerten Stadt und der lokalen Wirtschaft aus. Die städtischen Beteiligungen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und sorgen in ihrer Vielfältigkeit für die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse nach Wohnraum, Kinderbetreuung, Ver- und Entsorgung, Teilhabe am kulturellen Leben sowie nach Mobilität. Weiterhin erstreckt sich das umfangreiche Leistungsspektrum auf das Angebot weiterer Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, das mit der Inbetriebnahme unseres Fußballstadions im Jahr 2011 einen bedeutenden Quantensprung erlebte. Damit sind die städtischen Beteiligungen ein wichtiger wirtschaftlicher Erfolgsfaktor und leisten gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Haushaltes der Stadt Halle (Saale). In ihrer Gesamtheit sorgen die städtischen Beteiligungen dafür, dass unsere Stadt Halle an der Saale ein Stück weit lebenswerter ist. Ich bedanke mich einmal mehr für die herausragenden Leistungen der Beteiligungen im Geschäftsjahr 2011 und für die erzielten Ergebnisse zum Wohle unserer Stadt. Meine Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit gilt den Geschäftsleitungen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Aufsichtsgremien. Der BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) danke ich für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit sowie ihre kompetente Unterstützung in Beteiligungsangelegenheiten. Halle (Saale), im August 2012 Einleitung Seite 8 von 528 2.0 GRUNDINFORMATIONEN Aufgabe und Aufbau des Beteiligungsberichtes Übersicht über den Stand an Beteiligungen Unternehmensorganisation und -führung Beteiligungspolitik Übersicht über ausgewählte finanzund betriebswirtschaftliche Daten aller bedeutsamen Beteiligungen Erläuterungen betriebswirtschaftlicher Fachbegriffe Erläuterungen der Bilanz- und Leistungskennzahlen Grundinformationen Seite 9 von 528 2.1 AUFGABE UND AUFBAU DES BETEILIGUNGSBERICHTES Gesetzliche Grundlagen Zielsetzung Aufbau Grundinformationen Seite 10 von 528 Gesetzliche Grundlagen Die Gemeindeordnung für das Land Sachsen-Anhalt (GO-LSA) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. August 2009, zuletzt geändert am 30. November 2011, verpflichtet die Kommunen zur Erstellung eines Beteiligungsberichtes. Nach § 118 Abs. 2 GO-LSA hat eine Stadtverwaltung dem Stadtrat einen Bericht über die Beteiligungen und Unterbeteiligungen an Unternehmen in einer Rechtsform des öffentlichen und privaten Rechts, an denen sie mit mindestens 5 % beteiligt ist, vorzulegen. Der Beteiligungsbericht hat insbesondere Angaben zu enthalten über: 1. den Gegenstand des Unternehmens, die Beteiligungsverhältnisse, die Besetzung der Organe und die Beteiligungen des Unternehmens, 2. den Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks durch das Unternehmen, 3. die Grundzüge des Geschäftsverlaufes, die Lage des Unternehmens, die wichtigsten Kennzahlen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens, die Kapitalzuführungen und -entnahmen durch die Gemeinde und die Auswirkungen auf die Haushaltswirtschaft für das jeweilige letzte Geschäftsjahr sowie im Vergleich mit den Werten des vorangegangenen Geschäftsjahres die durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer, 4. die gewährten Gesamtbezüge an die Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates oder der entsprechenden Organe des Unternehmens. Der Beteiligungsbericht ist im Stadtrat in öffentlicher Sitzung zu erörtern. Die Stadtverwaltung hat die Einwohner über den Beteiligungsbericht in geeigneter Form zu unterrichten. Grundinformationen Seite 11 von 528 Zielsetzung Der Beteiligungsbericht zielt auf eine transparente und fundierte Information über die wirtschaftlichen Betätigungen der Stadt Halle (Saale) ab und dient somit als zusammenfassendes Informationsinstrument nicht nur den städtischen Entscheidungsträgern. Adressiert wird der Bericht auch an die Öffentlichkeit, zu denen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) zählen. Angesprochen fühlen sollen sich auch die Partner der Stadt und ihrer Unternehmen. Die Stadt Halle (Saale) hält im Berichtsjahr 2011 bedeutsame unmittelbare oder mittelbare Beteiligungen an 3 Eigenbetrieben, 5 Stiftungen und 46 Kapital- bzw. Personengesellschaften und ist Gewährsträger einer Anstalt öffentlichen Rechts. Diese 55 bedeutsamen städtischen Beteiligungen stellen gemeinsam mit der Stadt Halle (Saale) einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar und bieten neben ihren kommunalen Dienstleistungen rund 6.000 Mitarbeitern und 250 Auszubildenden im Jahresdurchschnitt 2011 einen zukunftsorientierten und attraktiven Arbeitsplatz. Die rechtlichen Verhältnisse und die wirtschaftliche Lage der Beteiligungen werden komprimiert dargestellt. Neben einer kurzen Darstellung des Gegenstandes des einzelnen Unternehmens wird auch eine Aussage zum öffentlichen Zweck getroffen. Branchen- oder geschäftsspezifische Leistungsdaten (in der Regel nichtmonetäre Größen) stellen mengenmäßige Informationen über die Art und den Umfang der sachlichen Unternehmensleistung dar und vermitteln einen Eindruck über den Stand der Erfüllung des öffentlichen Zwecks. Die Entwicklung der Beteiligungen und deren derzeitiger Status lassen sich darüber hinaus anhand von Mehrjahres-Vergleichen unter Anwendung marktüblicher Kennziffern nachvollziehen. Berichte zur Lage der Beteiligungen geben dazu Erläuterungen und bieten gleichzeitig einen Ausblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung. Ebenso richtet sich der Report an alle Interessenten für den Wirtschafts-, Wissenschaftsund Kulturstandort im Zentrum Mitteldeutschlands. Sie sind bei der Mitwirkung am eingeleiteten Veränderungsprozess jederzeit und gerne willkommen. Grundinformationen Seite 12 von 528 Aufbau Der Beteiligungsbericht ist so gegliedert, dass die Beteiligungsunternehmen nach der Einleitung zunächst in einer Übersicht zusammengefasst und danach einzeln dargestellt werden. Die Übersichtsdarstellungen ermöglichen dem interessierten Leser sowohl mit einer grafischen Veranschaulichung in Form eines Organigramms als auch mit tabellarischen Darstellungen einen raschen Überblick über das wesentliche städtische BeteiligungsPortfolio. Die Einzeldarstellungen bieten dann weitergehendere und tiefgreifendere Auskünfte. Gegenüber dem letzten Beteiligungsbericht 2010 wurde der grundsätzliche Aufbau unverändert weitergeführt. Die Beteiligungen werden im Rahmen der Einzeldarstellung in acht Aufgabenbereiche gegliedert. Zur schnelleren Orientierung werden die Beteiligungen innerhalb des jeweiligen Aufgabenbereiches alphabetisch aufgeführt. Die automatisiert erstellten Einzelberichte werden nach Nennung des Unternehmens wie folgt strukturiert: a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen (einschließlich des öffentlichen Zwecks) b) Besetzung der Organe c) Beteiligungen d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten bb) Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) cc) Kennzahlen zur Ertragslage dd) Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur ee) Leistungsdaten e) Lage des Unternehmens Die Struktur der Darstellungsform ist für die einzelnen Beteiligungen einheitlich gewählt. Alle in der Gemeindeordnung geforderten Informationen sind enthalten. Der Leitfaden Nr. 3 „Inhalt eines Beteiligungsberichtes“, herausgegeben im Januar 2005 vom Ministerium des Inneren des Landes Sachsen-Anhalt, wurde der Konzeption dieses Reports zugrunde gelegt. Grundinformationen Seite 13 von 528 2.2 ÜBERSICHT ÜBER DEN STAND AN BETEILIGUNGEN Organigramm Beteiligungsliste Grundinformationen Seite 14 von 528 Übersicht über den Stand an Beteiligungen - Organigramm zum 31.12.2011 STADT HALLE (SAALE) PRIVATRECHTLICHE UNTERNEHMEN 1. Unternehmenszusammenschluss 2. Ver- und Entsorgung Stadtwerke Halle GmbH 100,0% Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau 100,0% A/V/E GmbH 23,9% EVH GmbH 100,0% Energieversorgung Halle Netz GmbH 100,0% Meter1 GmbH & Co. KG 33,3% Meter1 Verwaltung GmbH 33,3% Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH 100,0% Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH 50,0% Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH 75,5% Hafen Halle GmbH 100,0% Hallesche Wasser- und Stadtwirtschaft GmbH 100,0% Cives Dienste GmbH 100,0% Maya mare GmbH & Co. KG 12,5% WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH 60,0% W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 100,0% Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH 50,0% IT-Consult Halle GmbH 100,0% M-Exchange AG 7,0% RAB Halle GmbH 100,0% Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH 100,0% TELONON Abwasserbehandlung GmbH 100,0% 3. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin 41,1% Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH 12,5% 74 TEUR 1.000 TEUR Hallesche Verkehrs-AG 100,0% Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH 11,0% OBS Omnibusbetrieb Saalkreis GmbH 51,0% Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH 1,7% Saalebus GmbH 50,0% Servicegesellschaft Saale mbH 51,0% 4. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH 100,0% Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH 100,0% Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH 100,0% HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG 99,9% 5. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH 51,0% 26 TEUR 10 TEUR 102.259 TEUR 256 TEUR 12.782 TEUR 50 TEUR EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) 100,0% 25 TEUR 25 TEUR 74 TEUR 30 TEUR 74 TEUR 51.200 TEUR 26 TEUR 25 TEUR 300 TEUR 100 TEUR 250 TEUR 300 TEUR 26 TEUR 256 TEUR 10.226 TEUR 25 TEUR 10.000 TEUR 512 TEUR 127.823 TEUR 25 TEUR 25 TEUR 25 TEUR 2.500 TEUR 25 TEUR 10.250 TEUR 550 TEUR 30 TEUR 30.000 TEUR EIGENBETRIEBE KOMMUNALE STIFTUNGEN o. ä. Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG 100,0% 25 TEUR Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH 100,0% MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH 100,0% Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH 55,0% TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH 60,0% 6. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Stadion Halle Betriebs GmbH 51,0% 25 TEUR Maya mare GmbH & Co. KG 82,4% 10.226 TEUR Serva GmbH 100,0% Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) 100,0% Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung 100,0% 7. Kultur Theater, Oper und Orchester GmbH Halle 100,0% Zoologischer Garten Halle GmbH 100,0% 8. Beteiligungsmanagement 26 TEUR BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 100,0% 10 TEUR 25 TEUR Stiftung Händel-Haus 100,0% 6.471 TEUR 344 TEUR 12.372 TEUR 26 TEUR Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH 16,0% 30 TEUR 26 TEUR Bäder Halle GmbH 100,0% FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH 100,0% 26 TEUR 300 TEUR Eigenbetrieb Kindertagesstätten 100,0% 0 TEUR Eigenbetrieb für Arbeitsförderung 100,0% 25 TEUR Oelhafe-Zeysesche-Stiftung 100,0% Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale 100,0% EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH 72,5% 100 TEUR 12.629 TEUR 304 TEUR 25 TEUR 25 TEUR 25 TEUR Grundinformationen Seite 15 von 528 Beteiligungsliste BETEILIGUNG 1. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Stadtwerke Halle GmbH 30.000 100,00 gezeichnetes Anteil der Kapital in Stadt TEUR in % 2. VER- UND ENTSORGUNG Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 30 550 25 25 10.250 25 127.823 512 10.000 300 250 2.500 25 100 25 300 25 26 256 26 100,00 23,90 100,00 100,00 100,00 50,00 22,88 100,00 100,00 50,00 100,00 33,33 33,33 7,00 100,00 100,00 100,00 100,00 60,00 100,00 Grundinformationen Seite 16 von 528 BETEILIGUNG 3. VERKEHR Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH gezeichnetes Anteil der Kapital in Stadt TEUR in % 1.000 51.200 74 30 25 50 41,10 100,00 24,27 51,00 50,00 51,00 4. WOHNUNGSWIRTSCHAFT Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für WohnGewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG und 256 25 12.782 102.259 10 100,00 100,00 100,00 100,00 99,90 5. WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Saalkreis mbH & Co. KG Halle26 25 25 25 25 26 50,96 100,00 100,00 100,00 55,00 60,00 Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches (Saale) GmbH Multimediazentrum Halle Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Grundinformationen Seite 17 von 528 BETEILIGUNG 6. GESUNDHEIT, SPORT Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung gezeichnetes Anteil der Kapital in Stadt TEUR in % UND SOZIALES, BILDUNG 300 30 25 0 100 26 10.226 304 12.629 26 25 12.372 344 100,00 16,00 100,00 100,00 72,50 100,00 94,90 100,00 100,00 100,00 51,00 100,00 100,00 7. KULTUR Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH 6.471 25 26 100,00 100,00 100,00 8. BETEILIGUNGSMANAGEMENT BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 10 100,00 Grundinformationen Seite 18 von 528 2.3 UNTERNEHMENSORGANISATION UND -FÜHRUNG Unternehmensorganisation Unternehmensführung Grundinformationen Seite 19 von 528 Unternehmensorganisation Im Vergleich zum Beteiligungsbericht 2010 haben Veränderungen in der Unternehmensorganisation ergeben: sich folgende wesentliche Die Stadtwerke Halle GmbH hat einen Vertrag über den Erwerb von 20 % der Geschäftsanteile an der Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH (EWAG) geschlossen. Es ist ein umfassendes weitreichendes Rücktrittsrecht (ohne Angaben von Gründen bis Ende September 2012 möglich) vereinbart worden. Mit notarieller Urkunde vom 21.09.2011 ist die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH gegründet worden. Alleinige Gesellschafterin ist die EVH GmbH. Mit Datum vom 12.10.2011 ist die Eintragung ins Handelsregister erfolgt. Die Hallesche Verkehrs-AG hat im Geschäftsjahr 2011 weitere 18 % Anteile an der OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH erworben und ist nunmehr in Höhe von 51 % am Stammkapital beteiligt. Über die Beteiligung der Stadtwerke Halle GmbH an der Trianel GmbH gehört ab dem Berichtsjahr 2011 die GESY Green Energy Systems GmbH zum städtischen Beteiligungsportfolio. Eine Berichterstattung im Beteiligungsbericht der Stadt Halle (Saale) für das Jahr 2011 erfolgt nicht, da die Beteiligungsquote unterhalb von 5 % liegt. Die ARGE SGB II Halle GmbH i. L. und die RPL Recyclingpark Lochau GmbH i. L. sind seit dem Berichtsjahr 2011 in Liquidation. Eine Berichterstattung im Beteiligungsbericht 2011 der Stadt Halle (Saale) erfolgt aus diesem Grund nicht. Die erstmalige Berichterstattung im Beteiligungsbericht 2011 erfolgt für die Stadion Halle Betriebs GmbH, Meter1 GmbH & Co. KG und Meter1 Verwaltung GmbH sowie die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH. Direkt beteiligt ist die Stadt Halle (Saale) nach den Veränderungen im Beteiligung-Portfolio nunmehr an drei Eigenbetrieben und fünf kommunalen Stiftungen. Für eine Anstalt öffentlichen Rechts, die BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale), ist die Stadt Gewährsträgerin. Die Stadt Halle (Saale) ist direkt an 15 Kapital- bzw. Personengesellschaften beteiligt, die in diesem Beteiligungsbericht aufgeführt sind. Ein privatrechtliches Unternehmen erfüllt eine Holdingfunktion. Die Stadtwerke Halle GmbH ist an zahlreichen Kapital- und Personengesellschaften direkt und indirekt beteiligt. Diese Gesellschaft bündelt nunmehr die Aktivitäten der Ver- und Entsorgung und des öffentlichen Personennahverkehrs. Grundinformationen Seite 20 von 528 Das Organigramm der städtischen Unternehmen und Beteiligungen kann Ziffer 2. 2. (Übersicht über den Stand an Beteiligungen) dieses Beteiligungsberichtes entnommen werden. Grundinformationen Seite 21 von 528 Unternehmensführung Die Steuerung und Überwachung der städtischen Beteiligungen erfolgt durch die Stadt unter Berücksichtigung der kommunalpolitisch orientierten Zielvorgaben. Instrumente für die laufende Steuerung und Überwachung sind Beschlüsse des Aufsichtsgremiums oder der Gesellschafter / Hauptversammlung zu Wirtschaftsplänen, Jahresabschlüssen, Lageberichten und sonstigen Vorlagen. Die Stadt wird als Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung tätig. Ferner wird die Stadt über städtische Vertreter in den Aufsichtsgremien tätig. Die Entscheidung über die Errichtung, Übernahme, wesentliche Erweiterung, Einschränkung oder Auflösung kommunaler Einrichtungen und Unternehmen, die Beteiligung an Unternehmen in einer Rechtsform des Privatrechts und die Änderung der Beteiligungsverhältnisse sowie die Umwandlung der Rechtsform kommunaler Einrichtungen und Unternehmen bleibt dem Stadtrat vorbehalten (vgl. § 44 Abs. 3 Ziffer 9 GO-LSA). Gleiches gilt bei Stiftungen für die Umwandlung des Zwecks, die Zusammenlegung und Aufhebung von Stiftungen sowie die Verwendung des Stiftungsvermögens (vgl. § 44 Abs. 3 Ziffer 11 GO-LSA). Die Stadt Halle (Saale) hat nach der Gemeindeordnung des Landes Sachsen-Anhalt (GO-LSA) die Aufgabe, das Beteiligungsmanagement durch eine fachlich geeignete Stelle zu gewährleisten. Diese Gewährleistungsverpflichtung wurde durch Satzung als eigene Aufgabe auf die „BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale)“ (nachfolgend BMA) übertragen. Die BMA unterstützt die Stadt Halle (Saale) bei der Überwachung der Einhaltung der öffentlichen Aufgabenerfüllung und der Sicherstellung der wirtschaftlichen Ziele der Beteiligungsunternehmen. Der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) hat in seiner Sitzung am 25. Oktober 2006 die Beteiligungsrichtlinie der Stadt Halle (Saale), zuletzt geändert durch Beschluss des Stadtrates am 26. Mai 2010, beschlossen. Diese Richtlinie beschreibt einen verbindlichen Rahmen, wie das Beteiligungsmanagement in der Stadt Halle (Saale) im Zusammenwirken zwischen der Stadt, den städtischen Vertretern in Aufsichtsgremien und den Beteiligungen gewährleistet werden soll. Die Stadt legt mit dieser Beteiligungsrichtlinie für sämtliche unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen verbindlich die Regeln für das Beteiligungsmanagement fest. Nicht zuletzt bildet die Beteiligungsrichtlinie die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt Halle (Saale) und ihren Beteiligungen. Grundinformationen Seite 22 von 528 2.4 BETEILIGUNGSPOLITIK Grundinformationen Seite 23 von 528 Beteiligungspolitik Die Beteiligungspolitik der Stadt Halle (Saale) hat ihren Ursprung in der Ausgliederung von kommunalen Leistungen aus der Kernverwaltung. Aufgaben aus dem Bereich der Daseinsvorsorge sollen durch städtische Beteiligungen in verschiedenen privaten und öffentlichen Rechtsformen erbracht werden. Die Balance zwischen Gewinnoptimierung und Daseinsvorsorge ist die zentrale Aufgabe der Stadt Halle (Saale) im Umgang mit ihren Beteiligungen. Mit dem Blick auf das Wohl der städtischen Gemeinschaft können die Beteiligungen die ihnen übertragenen Aufgaben rechtlich einwandfrei und in einer hohen Qualität erbringen sowie stets an den Bedürfnissen der Kunden/Bürger orientieren und ausrichten (Gebot der Erfüllung eines öffentlichen Zwecks). Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist eine leistungsstarke Kommunalwirtschaft als Werkzeug politischer Gestaltung eine wichtige Säule kommunalpolitischen Handelns. Dabei ist eine funktionelle Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die ansässigen Unternehmen gleichermaßen wichtig wie die Versorgungssicherheit. Neben der eigenen Wirtschaftskraft der Beteiligungen bilden diese ein Grundfundament für eine aktive Wirtschaftspolitik. Eine nachhaltige Beteiligungssteuerung unter Berücksichtigung der zukünftigen demografischen Herausforderungen leistet einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungssicherung sowie Ausbildungsförderung und ist ein bedeutsames Instrument der Arbeits- und Sozialpolitik. Unter Berücksichtigung angespannter Haushaltslagen gewinnt die Stärkung der kommunalen Finanzkraft im Zusammenhang mit der Beteiligungspolitik weiter an Bedeutung. Es werden neue Wege im Zusammenwirken der Stadt Halle (Saale) mit ihren Beteiligungen beschritten und die Betrachtungsweise als Konzern-Stadt rückt immer mehr ins Zentrum einer umsichtigen Beteiligungspolitik. Darauf aufbauend übt die Stadt Halle (Saale) ihren strategischen Einfluss auf die Beteiligungen als Gesellschafter und über die städtischen Vertreter in den Aufsichtsgremien aus. Den Beteiligungen wird eine solide Basis für ihr operatives Handeln geschaffen. Mit dem neuen strategischen Ansatz „Shared Services“ (gemeinsam erbrachte Dienstleistungen) werden die Vorteile des „Konzern Stadt Halle an der Saale“, also die Kernverwaltung und die städtischen Beteiligungen, stärker genutzt. Im Ergebnis entstehen Synergieeffekte und ein erhöhter Nutzen für die Stadt. Eine fortwährende Überprüfung des Beteiligungsportfolios zur Sicherung einer leistungsstarken und zukunftsfähigen Kommunalwirtschaft ist ein wichtiger Teil der Beteiligungspolitik. Ein Beleg für die wirkungsvolle Beteiligungspolitik sind die wirtschaftlichen Erfolge der städtischen Beteiligungen mit ihren positiven Effekten auf den Haushalt der Stadt Halle (Saale). Grundinformationen Seite 24 von 528 2.5 ÜBERSICHT ÜBER AUSGEWÄHLTE FINANZ- UND BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE DATEN ALLER BEDEUTSAMEN BETEILIGUNGEN Finanzbeziehungen Beteiligungen 2011 zwischen Kernhaushalt und Geschäfts- und Ertragslage Grundinformationen Seite 25 von 528 Finanzbeziehungen 2011 zwischen Kernhaushalt und Beteiligungen Angaben in TEUR Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 1. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Stadtwerke Halle GmbH 1.300 1.3001) 269 22.927 4.659 4.659 9.564 (1.6512)) (1472)) (202)) 2. VER- UND ENTSORGUNG Abfallwirtschaft Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energieversorgung GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Halle Netz GmbH Halle- (2.8532)) 269 (25.3592)) 9.5643) 1) Zuschüsse Dritter zur Weiterleitung an HAVAG (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung 3) an die Stadt gezahlt für Strom (8.404 TEUR), Gas (499 TEUR) und Fernwärme (661 TEUR inkl. Zahlung für 2010); die bei der EVH periodengerecht ermittelte Konzessionsabgabe beträgt 8.635 TEUR (gemäß Pachtvertrag über die Energieversorgungsnetze in Halle (Saale) zwischen EVH und EHN werden die zu zahlenden Konzessionsabgaben an die EHN weiterberechnet) 2) Grundinformationen Seite 26 von 528 Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen VER- UND ENTSORGUNG Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser Stadtwirtschaft GmbH und 3.170 19.757 (2.0562)) (1.2122)) (6202)) Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft A14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung GmbH 2) (72)) Industriegebiet (1022)) Halle Service (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung Grundinformationen Seite 27 von 528 Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen VER- UND ENTSORGUNG TELONON GmbH Abwasserbehandlung und (152)) (242)) (3512)) WER-Wertstofferfassung Recycling Halle GmbH W + H Wasser- und Haustechnik GmbH 3. VERKEHR Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher GmbH Verkehrsverbund 3.2394) 1.102 3.226 4.341 3.226 5 12.645 17 172) 15 5 33 12.612 15 OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH 2) 4) (122)) (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung Zuschuss Rosengarten (3.106 TEUR); Zahlung der Stadt Halle (Saale) für den Betrieb der Parkeisenbahn (133 TEUR; dem Ergebnis 2011 der Stadt Halle (Saale) sind insgesamt 185 TEUR zugeordnet) Grundinformationen Seite 28 von 528 Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 4. WOHNUNGSWIRTSCHAFT Bau und Haustechnik Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Halle (Saale) Halle- 1.436 161 1.811 (1472)) 11.200 147 Stadt 1.4365) 1 GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche mbH Wohnungsgesellschaft 161 721 3.9006) 1.089 (62)) 7.3006) 147 HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG 2) 5) (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung davon 1.183 TEUR Aufwandszuschuss 6) Ausschüttung erfolgte anteilig aus dem Bilanzgewinn 2010 Grundinformationen Seite 29 von 528 Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 5. WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Stadtmarketing GmbH Halle (Saale) und 1.476 6.654 157 272) 5 6.6067) 52) 3658) 1.111 48 1252) 5 TGZ Halle TechnologieGründerzentrum Halle GmbH 2) 7) (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung Der Eigenmittelanteil der Stadt Halle (Saale) beträgt 0 TEUR. Der periodengerecht ermittelte Gesamtbetrag der Investitionszuschüsse (weitergeleitete Fördermittel) beträgt 5,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2011. 8) davon 275 TEUR außerplanmäßiger Zuschuss zur Beendigung von Rechtsstreitigkeiten lt. Beschluss des Ausschusses für Finanzen, städtische Beteiligungsverwaltung und Liegenschaften vom 15. November 2011 (Beschlussvorlage: V/2011/10187) Grundinformationen Seite 30 von 528 Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 6. GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk (Saale) gGmbH Halle 29.667 3.6509) 274 1.250 11.426 1.672 (202)) 92 Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale 2) 9) 2.456 23.30710) 24 250 1.672 (12)) 1.250 7.421 92 (quotaler) Gewinn vor Ergebnisverwendung davon 350 TEUR aus dem Vermögenshaushalt 10) inkl. 2.246 TEUR, die vom Eigenbetrieb Kindertagesstätten dem Geschäftsjahr 2010 zugeordnet worden sind Grundinformationen Seite 31 von 528 Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung 7. KULTUR Stiftung Händel-Haus Theater, Oper GmbH Halle und Orchester 39.906 2.140 34.27611) 3.490 1.357 631 10.764 1.988 10.764 254 4.005 Zoologischer Garten Halle GmbH 11) davon 53 TEUR Ausgleichsbetrag Altersteilzeit und 131 TEUR Nachzahlung Tarifvertrag Staatskapelle Grundinformationen Seite 32 von 528 Ertragszuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Stand Darlehen (31.12.11) Stand Bürgschaften (31.12.11) nicht ausgeschüttete Gewinne Gewinnabführung o.ä. Konzessionsabgaben Rückzahlung von Darlehen 8. BETEILIGUNGSMANAGEMENT BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) SUMME 935 10 124 935 10 124 79.061 12.421 1.416 57.762 8.316 11.329 9.564 254 Grundinformationen Seite 33 von 528 Geschäfts- und Ertragslage - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH* Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH 10.559 22.613 632 103.830 454.512 0 40.862 3.913 119.153 64.377 20.383 3 8 1.249 29 4.406 2.492 3.330 7.226 22.363 627 100.940 428.682 0 36.845 3.430 115.096 59.494 19.573 3 7 1.211 0 4.271 2.394 3.330 1.152 576 3 3.616 23.021 -39 2.437 -1.264 9.067 -1.282 1.663 -458 1 115 0 256 -305 17 67.935 5.256 79 35.743 336.424 142 140.282 17.063 444.055 36.115 10.348 385 29 659 53 4.375 1.845 673 1.260 1.054 0 1.607 235.389 0 133.462 14.828 398.688 22.448 710 3 0 293 0 3.059 45 0 0 393 0 848 22.471 0 10.134 320 17.162 12.928 530 5 0 190 0 431 57 0 3.624 2.123 25 25 77.917 133 108.003 731 68.898 10.338 522 313 26 197 25 1.708 22 26 5,3 40,4 31,6 0,1 23,2 93,5 77,0 4,3 15,5 28,6 5,0 81,4 91,9 29,9 47,0 39,0 1,2 3,8 60 282 37 63 485 0 224 32 648 0 124 2 0 3 0 1 0 0 5 12 0 7 51 0 7 2 70 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2.761 2.185 7.524 313.109 183.830 21.283 172.807 55,2 54 0 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Grundinformationen Seite 34 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin* Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH* OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH* Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale)* GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH* Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH* HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG* Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH* Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet HalleSaalkreis mbH & Co. KG* Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH* MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH* 1) 2) 213 4.935 209 4.761 15 350 781 1.124 0 239 0 61 656 225 84,0 20,0 2 57 0 2 685 51.375 1.191 11.918 1.760 1.434 590 38.514 485 11.001 1.750 1.413 54 3.000 0 3 2 15 2.229 336.187 1.359 10.647 297 253 1.983 312.036 296 8.345 0 92 26 21.612 65 1.322 0 17 959 83.583 461 4.623 85 128 43,0 24,9 34,0 43,4 28,5 50,5 8 757 26 110 31 52 0 29 1 0 0 0 3.609 33.839 46.066 83.838 5.886 3.411 32.534 45.349 78.251 5.879 67 1 2.911 6.610 0 1.425 27.546 329.025 531.472 76.248 147 772 298.749 475.090 76.236 31 68 12.5191) 21.8782) 0 526 1.588 165.846 241.948 10 36,9 5,8 50,4 45,5 0,0 35 198 103 222 0 0 3 8 10 0 1.804 2.149 237 16.042 1.728 2.290 0 686 49 1.130 3 -5.716 11.696 20.515 155 9.264 9.812 0 1 8.397 1.019 0 0 465 6.402 17.932 63 1.974 54,7 87,4 40,5 21,3 3 0 2 7 0 0 0 0 inkl. Instandsetzung und Instandhaltung vor Abzug von Zuschüssen (381 TEUR) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Grundinformationen Seite 35 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2011 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH* Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung* Eigenbetrieb Kindertagesstätten* EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH** Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale)** Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung Kultur Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH* Beteiligungsmanagement BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 974 0 184 492 160 13 202 41,1 8 0 3.934 37.638 6.564 61 37.299 1.481 146 20 -1.478 23.857 31.408 29.080 8.663 29.941 28.535 72 2.886 776 23.405 28.147 4.553 98,1 89,6 15,7 24 534 78 1 9 9 14 0 14 518 344 0 518 100,0 0 0 1.694 4.019 486 3.695 4 37 339 37.469 41 34.394 34 1.563 111 14.156 32,9 37,8 22 6 0 0 4.474 6.313 7.169 32.282 869 18 5.541 15 18.093 395 722 5.692 6.081 31.341 870 18 4.485 0 16.462 380 -2 -2 0 37 53 1 -218 9 202 2 5.362 21.202 6.425 43.012 9.257 55 13.404 545 53.842 131 4.046 16.780 40 34.985 8.925 0 12.966 304 49.674 18 3.989 275 24 1.760 51 0 327 0 1.304 18 324 5.983 37 21.086 2.555 47 3.520 545 16.403 81 6,0 28,2 0,6 49,0 27,6 84,9 26,3 100,0 30,5 61,5 29 78 423 644 0 0 119 0 398 26 0 0 0 0 0 0 18 0 10 0 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. ** Ein geprüfter Jahresabschluss 2011 lag bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes nicht vor. Grundinformationen Seite 36 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH M-Exchange AG RAB Halle GmbH Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 9.274 20.368 769 138.165 446.872 0 43.533 3.345 117.410 77.210 12.863 0 3 827 3.868 0 3.167 243 4.062 7.158 19.900 731 135.232 418.045 0 39.171 2.441 111.018 69.307 12.466 0 3 790 3.846 0 3.167 206 3.952 1.651 616 20 2.853 25.359 -107 2.710 -1.171 -2.483 4.112 1.212 -78 0 102 102 -3 15 40 351 70.165 5.422 87 51.361 356.283 227 139.303 17.206 436.346 46.333 6.828 250 28 363 5.176 25 452 789 1.016 1.260 1.193 1 904 236.821 0 132.678 15.280 399.477 9.981 583 0 0 188 3.065 0 0 0 238 0 344 1 758 14.574 0 11.975 1.183 16.948 3.283 504 0 0 122 3.140 0 0 0 72 3.123 2.163 25 25 77.917 172 105.566 731 68.898 11.904 522 172 25 82 1.708 22 26 681 225 4,5 39,9 28,7 0,0 21,9 75,7 75,8 4,2 15,8 25,7 7,6 68,6 90,9 22,5 33,0 88,8 5,7 86,3 22,1 63 249 43 57 497 0 226 23 663 0 102 0 0 2 1 0 0 2 54 6 12 0 5 48 0 8 1 72 0 0 0 0 0 0 0 0 0 6 25.930 0 4.659 310.180 184.415 62.245 165.284 53,3 23 0 Grundinformationen Seite 37 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalkreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet HalleSaalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH 1) 2) 687 48.511 908 11.779 1.700 1.413 577 36.575 371 10.625 1.698 1.334 40 -11.508 0 -100 -14 23 2.234 339.047 1.478 10.778 273 263 2.044 311.654 367 8.241 0 101 81 26.754 65 845 0 69 905 83.583 461 4.620 82 112 40,5 24,7 31,2 42,9 30,1 42,7 8 777 26 110 30 51 0 30 1 0 0 0 5.880 37.658 46.553 83.907 5.982 6.909 34.645 45.083 78.125 5.976 147 1 2.928 9.227 6 2.092 31.435 334.934 521.434 77.609 160 914 303.174 466.507 77.597 101 107 13.9731) 26.530 2) 526 1.587 166.025 242.638 10 25,1 5,0 49,6 46,5 0,0 44 253 104 218 0 1 4 7 15 0 0 1.660 551 58 1.161 1.775 4.013 1.741 413 0 833 581 3.456 53 -181 5 -601 1 208 11.949 19.085 122 29.166 242 40.533 10.375 0 1 27.681 22 36.682 1.003 1 0 43 1 2.609 6.353 16.802 60 7.690 107 14.124 53,2 88,0 48,9 26,4 44,4 34,8 3 2 0 7 24 6 0 0 0 0 1 0 inkl. Instandsetzung und Instandhaltung vor Abzug von Zuschüssen (989 TEUR) Grundinformationen Seite 38 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2010 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stadion Halle Betriebs GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung Kultur Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH Beteiligungsmanagement BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 807 0 78 455 184 45 143 31,4 7 0 3.882 37.799 6.679 63 37.466 1.205 717 -107 -1.480 26.356 30.921 31.895 8.781 28.628 31.107 143 1.804 444 25.910 28.127 6.031 98,3 91,0 18,9 24 575 73 1 14 9 2.747 6.787 7.675 31.438 885 6 5.018 15 17.980 303 13 5.365 10 441 6.182 4.596 30.700 868 6 4.112 0 16.359 299 0 3.997 0 20 302 0 1.672 62 1 -656 18 134 10 0 3 12 4.698 22.916 6.202 43.065 9.430 57 14.532 536 53.352 125 39 32.169 503 254 17.389 28 34.846 9.053 0 14.083 287 49.959 4 0 27.654 344 264 484 24 6.242 3 0 282 0 550 3 0 883 0 326 5.985 37 21.555 2.501 46 3.739 536 16.200 81 25 18.869 503 6,9 26,1 0,6 50,1 26,5 80,4 25,7 100,0 30,4 64,5 63,0 58,7 100,0 31 79 461 654 0 0 116 0 400 21 0 41 0 0 0 0 0 0 0 16 0 7 0 0 1 0 Grundinformationen Seite 39 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2009 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Cives Dienste GmbH Energieversorgung Halle Netz GmbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH M-Exchange AG RAB Halle GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH 10.292 19.206 452 106.442 402.947 0 44.238 2.157 113.799 75.039 10.753 689 6.507 3.138 343 3.912 6.498 18.671 409 105.303 376.028 0 40.316 1.228 108.529 70.343 10.426 648 6.419 3.138 297 3.811 3.316 652 3 1.673 22.959 -25 1.267 -1.259 6.341 313 1.148 60 69 14 59 329 77.809 5.288 52 37.950 343.418 291 138.792 16.876 437.593 19.570 6.156 251 958 594 812 902 1.260 1.428 1 451 247.955 0 130.067 14.876 408.909 2.707 360 87 0 0 1 222 0 421 0 262 15.467 0 11.487 1.793 15.914 579 211 42 0 0 0 59 8.668 2.199 18 25 76.736 279 102.856 727 68.898 741 522 0 606 25 701 225 11,1 41,6 35,0 0,1 22,3 95,9 74,1 4,3 15,7 3,8 8,5 0,0 63,2 4,1 86,3 24,9 57 240 30 47 515 0 240 17 660 0 91 1 0 0 2 55 6 12 0 3 44 0 10 1 67 0 0 0 0 0 0 5 73.575 0 144.597 337.637 152.614 35.687 233.625 69,2 23 0 Grundinformationen Seite 40 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2009 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Hallesche Verkehrs-AG Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalkreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH HWG Wohnungsverwaltungs GmbH & Co. KG Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet HalleSaalkreis mbH & Co. KG Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft HalleSaalkreis mbH MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH 1) 2) 691 49.653 1.333 11.048 1.721 1.299 567 37.270 326 10.020 1.715 1.254 95 140 0 -438 47 6 2.201 318.941 1.506 11.153 302 271 2.070 308.141 621 8.550 0 53 48 10.300 344 1.414 0 62 214 83.583 461 4.720 96 89 9,7 26,2 30,6 42,3 31,8 32,9 8 799 26 119 30 51 0 31 1 0 0 0 5.055 37.588 46.888 84.595 6.068 4.646 36.710 45.136 79.547 6.068 50 1 7.653 11.678 -4 1.783 28.285 345.213 517.911 79.872 93 1.036 308.602 451.687 78.958 43 166 13.7851) 12.451 2) 526 1.534 167.704 244.111 4 29,5 5,4 48,6 47,1 0,0 54 257 108 217 0 0 0 7 18 0 0 1.823 509 49 2.313 1.635 3.861 1.686 95 0 936 420 3.456 89 -149 2 -501 -35 158 13.262 20.929 93 31.008 274 44.468 9.958 0 2 29.028 32 38.479 8 0 0 47 5 1.789 6.300 16.983 55 6.291 107 13.915 47,5 81,1 59,0 20,3 38,9 31,3 4 3 0 8 26 8 0 0 0 0 0 0 inkl. Instandsetzung und Instandhaltung vor Abzug von Zuschüssen (395 TEUR) Grundinformationen Seite 41 von 528 - Kennzahlen zum Jahresabschluss der städtischen Unternehmen und Beteiligungen für das Jahr 2009 Gesamtleistung in T€ Umsatz in T€ Jahresergebnis (vor EAV) in T€ Bilanzsumme in T€ Anlagevermögen in T€ Investitionen in T€ Eigenkapital in T€ Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Eigenbetrieb für Arbeitsförderung Eigenbetrieb Kindertagesstätten EWIA - Gesellschaft für Wohnen im Alter mbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Maya mare GmbH & Co. KG Oelhafe-Zeysesche-Stiftung Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Serva GmbH Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii zu Halle (Saale) Wilhelm-Herbert-Marx-Stiftung Kultur Stiftung Händel-Haus Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Zoologischer Garten Halle GmbH Beteiligungsmanagement BMA BeteiligungsManagementAnstalt Halle (Saale) 834 0 138 492 170 11 62 12,6 6 0 5.182 22.511 6.495 16 22.124 1.350 1.171 -513 -1.859 26.536 34.660 34.915 8.830 28.460 34.307 1.591 870 297 25.809 28.233 7.512 97,3 81,5 21,5 18 597 73 0 10 10 3 6.396 7.326 29.797 888 7 4.687 16 17.490 264 5.430 13 0 5.800 6.036 5.831 880 7 3.902 0 15.615 264 4.098 0 0 222 0 93 57 2 -489 22 308 1 66 14 33 24.025 3.831 37.929 9.607 54 16.003 518 54.787 142 30.235 491 0 17.694 12 29.592 9.229 0 15.161 287 51.239 0 28.211 344 0 520 4 2.153 5 0 442 0 377 0 861 0 30 5.682 37 19.883 2.439 44 4.396 518 16.066 81 18.867 491 91,2 23,7 1,0 52,4 25,4 82,1 27,5 100,0 29,3 56,8 62,4 100,0 0 77 435 655 0 0 114 0 357 18 38 0 0 0 0 0 0 0 14 0 6 0 1 0 Grundinformationen Seite 42 von 528 2.6 ERLÄUTERUNGEN BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHER FACHBEGRIFFE Grundinformationen Seite 43 von 528 Abschreibung Über die Abschreibung soll die Wertminderung abgebildet werden, die im Laufe der Nutzung der Vermögensgegenstände (in der Regel das Anlagevermögen eines Unternehmens) eintritt. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand abgebildet. Die Abschreibungen werden nicht liquiditätswirksam. Abschreibungsursachen (Abschreibungsgründe) Technische Ursachen können in gewöhnlichem Verschleiß oder in außergewöhnlichem Verschleiß (Katastrophenverschleiß) liegen. Als wirtschaftliche Ursachen kommen Nachfrageverschiebungen und Fehlinvestitionen sowie Ineffizienz in Frage. Rechtliche Ursachen können auf Entwertung durch gesetzgeberische Maßnahmen, auf dem zeitlichen Ablauf von Verträgen (Miet-, Pacht-, Leasing-, Franchiseverträge) oder Schutzrechten (Konzessionen, Patente, Lizenzen, Musterschutz) beruhen. Abschreibungsarten Im Handelsrecht unterscheidet man planmäßige Abschreibungen (im Voraus in einem Abschreibungsplan festgelegte Abschreibungen) und außerplanmäßige Abschreibungen. Das Steuerrecht subsumiert unter Abschreibungen sechs Unterarten: Absetzung für Abnutzung (AfA) und Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung (AfaA), Absetzung für Substanzverringerung (AfS), erhöhte Absetzungen, Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter, Sonderabschreibungen und Teilwertabschreibungen. Abschreibungsmethoden Die lineare Abschreibung verteilt die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten gleichmäßig auf die voraussichtlichen Nutzungsjahre. Die degressive Abschreibung verteilt die entsprechenden Beträge in fallenden Raten über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Eine Kombination der degressiven und der linearen Abschreibung ist unter bestimmten Bedingungen zulässig. Seltener wird eine Leistungsabschreibung verwendet, welche die Abschreibungen nach der verbrauchten Leistungsmenge bei einer vorher definierten Gesamtleistung ermittelt. Abschreibungen (Bedeutung) Abschreibungen mindern als Aufwand den ausgewiesenen Gewinn, der u. a. für Ausschüttungen und Steuerzahlungen maßgeblich ist. Durch die Wahl der Abschreibungsmethode und die Schätzung der betrieblichen Nutzungsdauer lässt sich der auszuweisende Periodengewinn beeinflussen. Damit wird den Unternehmen ein Bewertungsspielraum eingeräumt, durch den ein Unternehmen u. a. die Möglichkeit besitzt, stille Rücklagen (stille Reserven) zu bilden. Grundinformationen Seite 44 von 528 Anlagevermögen Das Anlagevermögen bezeichnet die Teile des Vermögens eines Unternehmens, die nicht zur Veräußerung bestimmt sind und die dem Betriebszweck dauerhaft dienen. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme (Vermögensstruktur) ist in der Regel in der Industrie erheblich höher als im Handel. Die Finanzierung des Anlagevermögens sollte mit langfristig dem Unternehmen zur Verfügung stehendem Kapital erfolgen (Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital). Anlagevermögen (Zusammensetzung) Das Anlagevermögen unterteilt sich in immaterielle Vermögensgegenstände (z. B. Konzessionen, Firmenwert, geleistete Anzahlungen), Sachanlagen (z. B. Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) und Finanzanlagen (z. B. Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens). Der Verbrauch bzw. Verschleiß des Anlagevermögens wird über Abschreibungen oder Wertberichtigungen abgebildet. Cashflow Der Cashflow gibt den in einer Periode erwirtschafteten Zahlungsmittelüberschuss an. Dieser steht dem Unternehmen u. a. für Investitionen, Kredittilgung und Ausschüttungen zur Verfügung. Er ist Indikator für die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Cashflow (Berechnung) Die Grundlage für die Berechnung des Cashflows bildet das Jahresergebnis. Dieses wird um die nicht liquiditätswirksamen Aufwands- und Ertragspositionen bereinigt. In der Mehrzahl der Fälle wird der Cashflow hinreichend genau aus dem Jahresergebnis zuzüglich der Abschreibungen ermittelt. Sofern von Relevanz, können zusätzlich die Veränderungen der Rückstellungen und die Auflösung des Sonderpostens zur Ermittlung des Cashflow herangezogen werden. Cashflow (Beurteilung) Die Cashflow-Analyse erlaubt gute Einsichten in die Aktivitäten eines Unternehmens. Weil die Cashflow-Analyse aber historische Daten verarbeitet, ist ihr Prognosewert begrenzt. Grundinformationen Seite 45 von 528 Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) Die GuV ist eine Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen einer Periode zur Ermittlung des Jahresergebnisses und der Darstellung seiner Quellen. Sie ist Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses von Kaufleuten (§ 242 Abs. 3 HGB). Die GuV kann in Konto- oder Staffelform aufgestellt werden. Wegen der größeren Übersichtlichkeit ist für Kapitalgesellschaften die Staffelform zwingend vorgeschrieben (§ 275 Abs. 1 HGB). Dabei kann von ihnen entweder das Gesamtkostenverfahren oder das Umsatzkostenverfahren angewendet werden. Investition Zielgerichtete, in der Regel langfristige Kapitalbindung zur Erwirtschaftung zukünftiger Erträge. Nach ihrem Zweck ist zwischen Gründungs-, Ersatz-, Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestition zu unterscheiden, wobei sich diese Zwecke zum Teil auch gegenseitig überlagern. Nach der Art kann zwischen Realinvestition (z. B. in Betriebs- und Geschäftsausstattung), Finanzinvestitionen (z. B. Beteiligungen an anderen Unternehmen) und immateriellen Investitionen (z. B. Software) unterschieden werden. Jahresergebnis/Bilanzergebnis Begriff der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) (§ 275 HGB) sowie der Bilanz (§ 266 HGB) von Kapitalgesellschaften. Das Jahresergebnis ergibt sich als Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen eines Geschäftsjahres. Ein Jahresüberschuss ergibt sich aus einer positiven Differenz, ein Jahresfehlbetrag aus einer negativen. Bei der Ermittlung des Jahresergebnisses werden Gewinn-/Verlustvortrag, Entnahmen aus bzw. Einstellungen in Rücklagen nicht berücksichtigt. Zur Ermittlung des Bilanzergebnisses wird der Jahresüberschuss unter Berücksichtigung der Ergebnisverwendung aufgestellt. In der GuV werden in diesem Fall unterhalb des Jahresergebnisses zusätzlich Ausschüttungen, Entnahmen oder Einstellungen aus bzw. in Rücklagen und der Gewinn- oder Verlustvortrag eingerechnet. Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) Die RAP dienen der zeitlichen Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben und somit der periodengerechten Erfolgsermittlung. Sie beinhalten Geschäftsvorfälle, die im alten Jahr zu Ausgaben bzw. Einnahmen geführt haben, deren Ergebniswirkung jedoch eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag eintritt. Man unterscheidet in den aktiven RAP (auf künftige Jahre zuzurechnender Aufwand) und passiven RAP (auf künftige Jahre zuzurechnende Erträge). Grundinformationen Seite 46 von 528 Rückstellungen Rückstellungen sind nach dem Handelsrecht Verbindlichkeiten, Verluste oder Aufwendungen, die hinsichtlich ihrer Entstehung oder Höhe ungewiss sind. Durch die Bildung der Rückstellungen sollen die später zu leistenden Ausgaben den Perioden zugerechnet werden, in denen sie wirtschaftlich verursacht wurden. Rückstellungen werden u. a. für Instandhaltungen, Prozesse, Garantieverpflichtungen und Pensionen gebildet. Üblich sind Rückstellungen für weitere Aufwendungen, die dem Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnen sind. Alle Rückstellungen sind bei Inanspruchnahme oder Wegfall des Grundes aufzulösen. Sonderposten Der Sonderposten stellt für das Unternehmen eine unversteuerte Rücklage dar, der erst bei seiner Auflösung das steuerliche Ergebnis wieder erhöht. Die Auflösung des Sonderpostens richtet sich nach den steuerrechtlichen Vorschriften. Im Fall von kommunalen Unternehmen enthält der Sonderposten häufig die für Investitionen in das Anlagevermögen erhaltenen Fördermittel und Zuschüsse. Der Sonderposten wird in diesem Fall analog der Abschreibung über den Nutzungszeitraum des Anlagevermögens ertragswirksam aufgelöst. Sonderverlustkonto Regelung gemäß § 17 Abs. 4 DM-Bilanz-Gesetz im Zusammenhang mit der Bilanzerstellung in den neuen Bundesländern nach der Währungsumstellung: Bei erstmaliger Erstellung der Eröffnungsbilanz wurden die gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB zu bildenden Rückstellungen auf der Aktivseite in einem Sonderverlustkonto gesondert ausgewiesen. Der dort aktivierte Betrag wurde/wird in den Folgejahren in dem Umfang abgeschrieben, in dem Aufwendungen zur Erfüllung der zurückgestellten Verpflichtungen entstehen. Umlaufvermögen Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen. Es enthält die Vermögensgegenstände, die relativ kurzfristig verbraucht bzw. umgesetzt werden, z. B. Vorräte, Forderungen, Bankguthaben, Schecks (Gegensatz: Anlagevermögen). Grundinformationen Seite 47 von 528 Verlustvortrag Einkommens- und körperschaftsteuerrechtlicher Begriff. Durch den Verlustvortrag können die im Verlustentstehungsjahr nicht anrechnungsfähigen Verluste in den folgenden Veranlagungszeiträumen als Sonderausgaben vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Negative Einkünfte (Verluste) können bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens abgezogen werden (Verlustabzug). Dadurch wird verhindert, dass die Steuerpflichtigen Einkommensteuer auf ihre Gewinne aus einer ihrer Tätigkeiten zahlen müssen, wenn sie die entsprechenden Beträge in Wahrheit längst durch eine andere Betätigung verloren haben und deshalb über gar keine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mehr verfügen, die sie zur Steuerzahlung befähigen können. Verluste aus einer Einkunftsart sind zunächst vorrangig mit Gewinnen aus derselben Einkunftsart zu saldieren (sog. horizontaler Verlustausgleich). Soweit hiernach noch Verluste nicht berücksichtigt worden sind, sind sie mit den Einkünften aus anderen Einkunftsarten zu verrechnen (vertikaler Verlustausgleich). Bleibt auch nach diesem Verrechnungsschritt noch ein Verlustüberhang übrig, findet ein Ausgleich mit dem Einkommen des vorigen Veranlagungszeitraums statt (Verlustrücktrag) und, wenn auch dann noch Verluste nicht ausgeglichen werden konnten, kommt es zur Verrechnung mit dem Einkommen folgender Jahre (Verlustvortrag). (Quelle: Gabler-Wirtschafts-Lexikon, 16. Auflage 2004, Wiesbaden: Gabler) Grundinformationen Seite 48 von 528 2.7 ERLÄUTERUNGEN DER BILANZ- UND LEISTUNGSKENNZAHLEN Grundinformationen Seite 49 von 528 Umsatzrentabilität Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung x 100 Umsatzerlöse Kennzahlen-Aussage Die Kennzahl zeigt auf, welcher Prozentsatz des Umsatzes nach Abzug aller Kosten, des Finanzergebnisses, Steuern und außerordentlicher Positionen dem Unternehmen als Gewinn zufließt. Die Umsatzrendite ist insbesondere innerhalb der Unternehmung für den Vergleich einzelner Konzerneinheiten eine sinnvolle Größe, um zu beurteilen, welcher Teilbereich welche Rendite erwirtschaften konnte. Somit lassen sich rentable von unrentablen Geschäftseinheiten unterscheiden. Kennzahlen-Herkunft Der Gewinn kann aus der Gewinn- und Verlustrechnung entnommen werden, ebenso die Umsatzerlöse. Eigenkapitalrentabilität Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung x 100 bilanzielles Eigenkapital (bereinigt um Bilanzgewinn/Bilanzverlust) Kennzahlen-Aussage Die Rendite gibt Aufschluss, in welcher Höhe das von den Aktionären zur Verfügung gestellte Kapital verzinst wurde. Die Eigenkapitalrendite ist bei konstantem Gewinn umso höher, je niedriger das eingesetzte Eigenkapital ist (Leverage Effekt). Ziel eines Unternehmens muss es sein, eine Rentabilität zu erwirtschaften, die dem Kapitalmarktzins plus einer branchenabhängigen Risikoprämie (in der Regel zwischen 5-10 %) entspricht. Kennzahlen-Herkunft Das Jahresergebnis kann aus der Gewinn- und Verlustrechnung und das Eigenkapital aus der Bilanz entnommen werden. Grundinformationen Seite 50 von 528 Cashflow Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung + Abschreibungen auf Anlage- und Umlaufvermögen + Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes + Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens = Cashflow Kennzahlen-Aussage Der Cashflow ist eine Kennzahl, die angibt, welchen Mittelzufluss ein Unternehmen in einer Periode aus dem Umsatzprozess erwirtschaftet hat und was somit unterjährig für Investitionen, Tilgungszahlungen oder Gewinnausschüttungen zur Verfügung steht (Finanzmittelüberschuss). Er ist ein Maßstab für die Selbstfinanzierungskraft eines Unternehmens und zeigt die finanzielle Flexibilität und finanzielle Unabhängigkeit von außenstehenden Geldgebern an. Ein niedriger Cashflow führt zu einer Schwächung des Eigenkapitals, somit zu einem erhöhten Verschuldungsgrad und schließlich zwangsläufig zu einer wachsenden Zinslast. Das Wachstumspotential des Unternehmens wird eingeschränkt. Kennzahlen-Herkunft Die für den Cashflow relevanten Angaben sind aus der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz ersichtlich. Gesamtleistung je Mitarbeiter Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen + sonstige betriebliche Erträge Mitarbeiterzahl (ohne Auszubildende) im Jahresdurchschnitt Kennzahlen-Aussage Die Gesamtleistung je Beschäftigtem gibt den Anteil eines Beschäftigten an der Gesamtleistung des Unternehmens in einer bestimmten Periode an. Kennzahlen-Herkunft Die Zahlen sind aus der Buchhaltung sowie der Personalwirtschaft ersichtlich. Grundinformationen Seite 51 von 528 Personalaufwandsquote Personalaufwand x 100 Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen + sonstige betriebliche Erträge Kennzahlen-Aussage Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Personal- und Arbeitsintensität des Unternehmens. Sie stellt eine wichtige Kennzahl dar, da Personalkosten fixe Kosten sind und problematisch werden, wenn die Erlöse sinken. Kennzahlen-Herkunft Neben dem reinen Personalaufwand sind die Pensionsrückstellungen zu berücksichtigen sowie die sozialen Abgaben. Ein kalkulatorischer Unternehmerlohn wird dagegen nicht berücksichtigt. Sachanlagenintensität Sachanlagen x 100 Bilanzsumme Kennzahlen-Aussage Die Sachanlagenintensität beschreibt die Beziehung zwischen Sachanlage- und Gesamtvermögen. Je höher die Anlagenintensität, desto länger ist die zeitliche Bindung finanzieller Mittel und desto höher sind i. d. R. die damit verbundenen Fixkosten. Die Kennzahl gibt Aufschluss über die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an veränderte Marktbedingungen. Bei Betrachtung der Anlagenintensität ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens zu berücksichtigen. Kennzahlen-Herkunft Die benötigten Informationen erhält man aus der Bilanz. Grundinformationen Seite 52 von 528 Eigenkapitalquote bilanzielles Eigenkapital x 100 Bilanzsumme Kennzahlen-Aussage Diese Kennzahl sagt aus, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist. Sie wird zur Beurteilung der Kapitalkraft des Unternehmens herangezogen. Je höher die Eigenkapitalquote, umso größer ist prinzipiell die Ausgleichsmöglichkeit durch Eigenkapital von eingetretenen Verlusten der Unternehmung. Kennzahlen-Herkunft Unter dem Begriff Eigenkapital ist zusammenzufassen: das (gezeichnete) Kapital, Kapital- und/oder Gewinnrücklagen, Gewinnvortrag und Jahresüberschuss. Alle Angaben sind aus der Bilanz abzulesen. Fremdkapitalquote (Bilanzsumme-bilanzielles Eigenkapital) x 100 Bilanzsumme Kennzahlen-Aussage Diese Kennzahl gibt Auskunft darüber, wie hoch der Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital ist. Die Fremdkapitalquote lässt Rückschlüsse auf die finanzielle Stabilität eines Unternehmens zu. Kennzahlen-Herkunft Aus der Bilanz kann die Höhe der Bankverbindlichkeiten entnommen werden, ferner alle Verbindlichkeiten, Sonderposten und Rückstellungen. Grundinformationen Seite 53 von 528 3.0 EINZELBERICHTERSTATTUNG Unternehmenszusammenschluss Ver- und Entsorgung Verkehr Wohnungswirtschaft Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Kultur Beteiligungsmanagement Einzelberichterstattung Seite 54 von 528 3.1 UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLUSS Unternehmenszusammenschluss Seite 55 von 528 Stadtwerke Halle GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30.000 T€ Stadt Halle (Saale) 30.000 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die kommunalwirtschaftliche Betätigung, insbesondere die Versorgung der Bevölkerung mit Elektrizität, Gas, Fernwärme und Wasser, die Abfallbeseitigung einschließlich der Sammlung, Verwertung, Behandlung und Deponierung von Abfällen, der Hafenbetrieb, der öffentliche Personennahverkehr einschließlich des Betriebs von Tiefgaragen und der Parkraumbewirtschaftung, die Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen, sowie die Betätigung im Bäder- und Freizeitbereich. Zum Gegenstand des Unternehmens gehören auch der Erwerb und das Halten von Beteiligungen an kommunalwirtschaftlichen Unternehmen der Stadt Halle (Saale) sowie die Ausübung einer Geschäftsleitungsfunktion gegenüber Beteiligungsgesellschaften. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Unternehmensgegenstand unmittelbar und mittelbar gefördert werden kann. Sie kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben anderer Unternehmen bedienen. Öffentlicher Zweck: Als Holdinggesellschaft für Unternehmen der Energieversorgung ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Vorsitzender Lux, Matthias Girard, François Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias Arbeitsdirektor Walther, René * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 56 von 528 Aufsichtsrat: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 29 31.12.2009 T€ 46 Aufsichtsrat 28 Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 57 von 528 c) Beteiligungen unmittelbar Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau A/V/E GmbH Bäder Halle GmbH Energieunion AG Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH EVH GmbH Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH FTZ Freizeit Tourismus Zentrum Verwaltung GmbH Hafen Halle GmbH Hallesche Verkehrs-AG Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH HAL Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Halle mbH i. L. Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH IT-Consult Halle GmbH Maya mare GmbH & Co. KG M-Exchange AG RAB Halle GmbH RPL Recyclingpark Lochau GmbH i. L. Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH TELONON Abwasserbehandlung GmbH Trianel GmbH T€ 30 131 300 150 52 10.250 13 26 512 51.200 10.000 8 150 250 8.426 7 300 38 25 26 317 % 100,00 23,90 100,00 3,41 20,00 100,00 50,00 100,00 100,00 100,00 100,00 30,00 50,00 100,00 82,40 7,00 100,00 75,10 100,00 100,00 1,70 Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 58 von 528 mittelbar ARGE "Elektronisches Personenstandsregister Sachsen-Anhalt (ePR-LSA)" beka ebusiness GmbH beka GmbH Cives Dienste GmbH Energiefinanz GmbH Energieversorgung Halle Netz GmbH Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH GESY Green Energy Systems GmbH HAL-Arbeitsförderungsgesellschaft mbH Halle (Saale) i. L. Maya mare GmbH & Co. KG Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH Netzleitung Lünen GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH Trianel Energie B.V. Trianel Erdgasförderung Nordsee GmbH & Co. KG Trianel Erdgasförderung Nordsee Verwaltungs GmbH Trianel Finanzdienste GmbH Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG Trianel Gaskraftwerk Hamm Verwaltungs GmbH Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG Trianel Gasspeicher Epe Verwaltungs GmbH Trianel Kohlekraftwerk Krefeld Verwaltungs GmbH Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG Trianel Kohlekraftwerk Lünen Verwaltungs GmbH Trianel Service GmbH Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG Trianel Windkraftwerk Borkum Verwaltungs GmbH WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH T€ 15 1 2 25 27 25 29.250 % 50,00 0,50 0,63 100,00 3,41 100,00 22,88 25,00 41,36 0 8 1.278 833 8 9 25 0 15 13 26 0,42 30,00 12,50 33,33 33,33 11,82 100,00 0,05 51,00 50,00 51,00 1,70 0,43 0 43 1,70 1,70 0,10 0 1,70 0,13 0 0 1,70 1,70 0,11 0 7 1,70 1,36 0,05 0 153 26 1,70 60,00 100,00 Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 59 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 59 41 0 2009 % 59 41 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 183.830 129.024 255 T€ 184.415 125.626 139 T€ 152.614 184.791 232 % 45 55 0 T€ -585 3.398 116 % 0 3 83 Bilanzsumme 313.109 100 310.180 100 337.637 100 2.929 1 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 172.807 5.126 135.176 % 55 2 43 T€ 165.284 8.014 136.882 % 53 3 44 T€ 233.625 7.580 96.432 % 69 2 29 T€ 7.524 -2.889 -1.706 % 5 -36 -1 Bilanzsumme 313.109 100 310.180 100 337.637 100 2.929 1 Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 60 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Aufwendungen aus Verlustübernahmen Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust Ausschüttung 1.417 -1.417 -1.938 3 7.524 4.659 4.659 7.524 1.075 -1.075 2.825 803 4.659 144.597 71.597 4.659 73.000 und 2.185 577 4.465 86 5.661 37.024 940 143 1.452 1.569 21.705 1.829 7.006 25.930 2.822 87 4.512 26.586 8.002 150 1.482 15.162 28.986 1.219 9.362 73.575 2.206 70 5.071 27.519 1.039 86 1.329 1.259 83.444 1.509 9.989 140.014 1.117 138.897 4.175 114 144.597 7.016 7.016 144.597 2010 T€ 2009 T€ cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 344,35 4,55 29.315 51 161,70 2,90 33.731 1.127 10,88 162,42 228.111 3.199 3,00 2010 2009 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,14 55,19 44,81 31.12.2010 0,17 53,29 46,71 31.12.2009 0,13 69,19 30,81 Angaben in % % % Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 61 von 528 ee) Leistungsdaten keine Angaben Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 62 von 528 e) Lagebericht Die Stadtwerke Halle GmbH (SWH) ist eine Management-Holding mit Beteiligungen in der Ver- und Entsorgungswirtschaft, der Informationstechnologie, der Logistik sowie dem Verkehr. Die Organisation der SWH gliedert sich in die Struktureinheiten Recht, Personal, Konzernkommunikation, Projektentwicklung, Konzerncompliance/Konzernrevision und in Konzerncontrolling (Rechnungswesen, Controlling, Steuern, Finanzen/Cash-Pool). Im Jahresdurchschnitt 2011 waren 54 Mitarbeiter beschäftigt. 1. 1.1. Wesentliche Veränderungen des Unternehmens Strategieprozess „Kompass 2020“ Im Verlauf des Jahres 2011 wurde das konzernweite Projekt „SWH-Kompass 2020“ begonnen. Inhalt des mehrjährigen Prozesses ist die strategische und nachfolgend operative Neuausrichtung der Stadtwerkegruppe zur Stärkung der Ertragskraft und zur Verbesserung der Finanz- und Vermögenslage. Die Namensgebung unterstreicht die beiden wesentlichen Merkmale des mit dem Projekt beabsichtigten Prozesses, nämlich die richtungsweisende Wirkung des Handelns sowie die mittel- bis langfristige Perspektive. Unter Beteiligung aller Führungskräfte der Stadtwerke-Unternehmen wurden in zwei Führungskräftetagungen und mehreren zentralen und dezentralen Projektgruppen ein Leitbild für die Unternehmensgruppe und hieran ausgerichtete Führungsgrundsätze erarbeitet. Darüber hinaus wurden ebenfalls unter Einbeziehung sämtlicher Führungskräfte die wesentlichen Erfolgsfaktoren und deren Wirkungszusammenhänge in Bezug auf die finanziellen Oberziele der Stadtwerkegruppe entwickelt. Die nächsten Schritte umfassen die Entwicklung eines neuen kennzahlenbasierten Steuerungssystems für die Stadtwerkegruppe sowie die Operationalisierung und Quantifizierung der entwickelten Erfolgsfaktoren in Bezug auf die Einzelunternehmen samt Ableitung von Maßnahmen zur Erreichung der Effizienzziele. 1.2. Neue Geschäftsfeld- und Führungsstruktur Im Anschluss an die in den Vorjahren erfolgte Straffung des Beteiligungsportfolios der SWH auf die wesentlichen Kerngeschäfte erfolgte im Verlaufe des Jahres 2011 die Weichenstellung für eine neue Geschäftsfeld – und Führungsstruktur, welche Anfang 2012 verabschiedet wurde. Die Konzernsteuerung wird sich künftig auf die Geschäftsbereiche „Energieversorgung und Energieeffizienzdienstleistungen“, „Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallent-sorgung und Sekundärrohstoffe“, „Öffentlicher Personennahverkehr, Mobilität und Logistik“ und auf „Kommunale Infrastrukturdienstleistungen und interne Dienste“ ausrichten. Den einzelnen Geschäftsbereichen wurde jeweils eine Geschäftsfeld-Führungsgesellschaft (EVH, HWS und HAVAG für die drei erstgenannten Geschäftsbereiche) zugeordnet, mit denen eine an den Erfordernissen der jeweiligen Branchen orientierte Geschäftsfeldausrichtung sichergestellt werden soll. Neben der Neuausrichtung in der Geschäftsfeldstruktur erfolgte auch eine Neubestimmung für die Besetzung der Führungspositionen. Zukünftig werden die Führungsgesellschaften nur noch durch einen Geschäftsführer geleitet. Zudem wurden Doppelbesetzungen in den Führungspositionen der Holding und der Tochterunternehmen mit dem Ziel ausgeschlossen, die Verantwortlichkeiten auf den jeweiligen Ebenen zu stärken. Von der aufgezeigten Verschlankung der Führungsstruktur sowie von der strikten Rollentrennung wird es eine temporäre Ausnahme geben. Für den Zeitraum von zwei Jahren wird ein Stadtwerke-Geschäftsführer parallel als technischer Geschäftsführer in den drei Geschäftsfeld-Führungsgesellschaften bestellt. Zielstellung hierbei ist die Umsetzung konzerneinheitlicher Investitionsstandards und eines konzernweiten Asset-Managements. Hierin wird ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Finanz- und Vermögenslage der Stadtwerkegruppe gesehen. 1.3. Compliance-Management Die Stadtwerke-Unternehmen stehen für Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit als Basis für Ergebnisorientierung durch engagierte Mitarbeiter, Anwendung innovativer Technologien und vernetzter Systeme für die Gestaltung einer lebenswerten Region. Verletzungen von geltenden Gesetzesvorschriften und unternehmensinternen Regelungen könnten diese Erfolgsfaktoren gefährden. Die Stadtwerke Halle GmbH hat sich daher zur Aufgabe gestellt, in der SWH-Gruppe bis zum Ende des Jahres 2012 ein Compliance-Management-System (CMS) einzuführen, um Verstößen gegen gesetzliche Bestimmungen und interne Regelungen präventiv entgegenzutreten. Die Einführung des CMS erfolgt auf der Grundlage eines mehrphasigen Prozesses, der folgende Abschnitte vorsieht: 1. Phase: Compliance-Risikoanalyse, 2. Phase: Konzeption eines CMS, 3. Phase: Einführung des CMS in der SWH-Gruppe. Derzeit befindet sich das Projekt in der 2. Phase, der Konzeption des CMS. Zum 01.01.2012 wurde in der Holding eine Abteilung Konzerncompliance eingerichtet, die mit der bereits bestehenden Konzernrevision zusammengelegt wurde. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 63 von 528 1.4. Konzernoptimierung Mit der Zielstellung der weiteren Zentralisierung von Querschnittsfunktionen in der Stadtwerkegruppe wurde die Überführung der Personalabrechnung der Einzelunternehmen in die Holding im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossen. Zur Vorbereitung auf die Einführung eines konzerneinheitlichen Investitions- und Asset-Managements wurde ein Projektteam aus Mitarbeitern der Geschäftsfeld-Führungsgesellschaften unter Leitung der Stadtwerke-Geschäftsführung eingesetzt. 1.5. Steuerliche Organschaft Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Stadtwerke Halle GmbH mit der RAB GmbH einen Ergebnisabführungsvertrag mit Wirkung zum 01.01.2011 geschlossen. Für die RAB GmbH zeichnen sich nach der erfolgten Neuausrichtung stabile positive Ergebnisse ab, welche steueroptimal für die Stadtwerkegruppe vereinnahmt werden sollen. Ebenfalls mit Wirkung zum 01.01.2011 wurde ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH abgeschlossen. Nunmehr erstreckt sich die steuerliche Organschaft der SWH auf die Unternehmen EVH GmbH, Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS), Hallesche Verkehrs-Aktiengesellschaft (HAVAG), Hafen Halle GmbH (Hafen), IT-Consult Halle GmbH (ITC), TELONON Abwasserbehandlung GmbH, Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH (SHS) und RAB GmbH. 1.6. Beteiligungsportfolio Die Stadtwerke Halle GmbH hat rückwirkend im abgelaufenen Geschäftsjahr 20 % der Anteile an der Energie-, Wasser-, Abwassergesellschaft Geiseltal mbH (EWAG) erworben. In dem Beteiligungserwerb wird eine sinnvolle Ergänzungsmöglichkeit für bestehende Geschäftsfelder gesehen. 2. 2.1. Rahmenbedingungen Wirtschaftliche Entwicklung Das Wachstum der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % erreicht werden. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. 2.2. Arbeitsmarkt Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 %-Punkte auf 7,1 %. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 %-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 %. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 %-Punkte auf 11,7 %. 2.3. Bevölkerungsentwicklung Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Trotz dieser positiven Entwicklung kann noch nicht von einer nachhaltigen Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung ausgegangen werden. Die Prognosen deuten immer noch auf zukünftig abnehmende Bevölkerungszahlen hin. 2.4. Umfeldentwicklungen Die Unternehmen der Stadtwerke-Gruppe sind sachlich und räumlich in unterschiedlichen Märkten tätig. Die Märkte wiesen aber in Folge fortgesetzt hoher Wettbewerbsintensitäten, steigenden Erlös- und Kostendrucks sowie hoher Qualitätsanforderungen vergleichbare Entwicklungsmuster auf. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 64 von 528 Daneben behielten die Volatilitäten auf den Rohstoffmärkten eine weiterhin hohe Relevanz für die Erfolgsposition der Stadtwerkegruppe. In erster Linie bezog sich dieses auf die Energie-, Wertstoff- und Wasserpreise. Bezugsseitig hatten die Preisentwicklungen für Energien, Wasser und Kraftstoffe bedeutenden Einfluss auf die Kostenentwicklung der Gruppe bei wettbewerbsbedingt geringeren Preiswälzungsspielräumen. Neben den vorgenannten Entwicklungen hatte die SWH auch die gestiegenen Ergebnisanforderungen der Gesellschafterin zu beachten, die auf eine vollständige Deckung der Zuschuss- und Verlustbetriebe durch Eigenmittel der Gruppe hinausliefen. 3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Die Stadtwerke Halle GmbH schließt das Geschäftsjahr 2011 mit einem Jahresüberschuss (nach Steuern) von 7,5 Mio. € ab. Das Ergebnis lag über den Erwartungen der Planung. 3.1. Ertragslage Umsatzerlöse wurden in Höhe von 2,2 Mio. € erzielt und erstreckten sich weit wesentlich auf Weiterberechnungen an Tochterunternehmen für Managementleistungen, Personalmanage-ment- und Revisionsleistungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalteten hauptsächlich Weiterberechnungen an Tochterunternehmen für Mieten und Versicherungen. Die Höhe der sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres war eine Folge einmaliger Veräußerungserlöse. Der Anstieg des Personalaufwandes in Höhe von 1,7 Mio. € zum Vorjahr war im Wesentlichen auf die weitere Zentralisierung des Personalbereiches in der Holding zurückzuführen. Die Abschreibungen auf Sachanlagevermögen betrafen die Geschäftsausstattung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Vorjahresvergleich um 1,1 Mio. € hauptsächlich in Folge gestiegener Beratungskosten, welche im Zusammenhang mit dem SWH-Kompass 2020, der weiteren Zentralisierung des Personalbereiches und der Einführung des Compliance-Management-System anfielen. Die Erträge aus Beteiligungen resultierten hauptsächlich aus Ausschüttungen der Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau (AWH). Die aus Gewinnabführungsverträgen erzielten Erträge erreichten im Geschäftsjahr 2011 37,0 Mio. € und lagen um 10,4 Mio. € über dem Vorjahr. Über den Erwartungen liegende Ergebnisabführungen erreichten HWS (9,1 Mio. €), HAVAG (3,0 Mio. €) und ITC (1,7 Mio. €). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens waren in Verbindung mit HAVAG und AWH zu sehen. Die von den Stadtwerken als verdeckte Einlage in die HAVAG geleisteten Betriebskostenzuschüsse in Höhe von ca. 21 Mio. € wurden in voller Höhe abgeschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr (22,2 Mio. €) konnte der Betriebskostenzuschuss gesenkt werden. Hervorzuheben ist, dass der Betriebskosten-zuschuss an die HAVAG vollständig aus Eigenmitteln der SWH finanziert wurde. Daneben wurde der Beteiligungsbuchwert an der AWH in Höhe der (auf den Erwerbsstichtag abgezinsten) Gewinnausschüttung abgeschrieben. Während die Zinserträge im abgelaufenen Jahr auf Vorjahresniveau lagen, stiegen die Zinsaufwendungen im Vorjahresvergleich um 0,6 Mio. € auf 1,8 Mio. €. Dieses war hauptsächlich auf die Inanspruchnahme von Cash-PoolMitteln durch die Holding zur Finanzierung der im Jahr 2010 entstandenen Verlustausgleichspflichten gegenüber HAVAG und HWS zurückzuführen. Den Vorjahresverlusten von HAVAG und HWS lagen Rückstellungen für Sozialplanmaßnahmen und vorgezogene Abschreibungen zu Grunde. Die mit den vorgenannten Maßnahmen geplanten Ergebnisverbesserungen sollen zukünftig zur Rückführung der Mittel in den Cash-Pool genutzt werden. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme resultierten im Wesentlichen aus der Übernahme der Verluste der Hafen Halle GmbH, welche entgegen der Erwartung aus der Planung höher ausgefallen war. Die Steuerbelastung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2011 der SWH mit Körperschafts- und Gewerbesteuer belief sich auf ca. 1,1 Mio. €. Dem gegenüber konnten in den Vorjahren gebildete Steuerrückstellungen von rd. 3 Mio. € aufgelöst werden, so dass im Steuerergebnis ein negativer Steueraufwand resultierte. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 65 von 528 3.2. Vermögenslage und Finanzlage Die Bilanzsumme der Stadtwerke stieg im Vorjahresvergleich um 2,9 Mio. € auf 313,1 Mio. € an. Hierbei verringerte sich das Anlagevermögen um 0,6 Mio. €, was hauptsächlich auf die Abschreibung des Beteiligungsbuchwertes an der AWH in der Position Finanzanlagen zurückzuführen war. Die im Umlaufvermögen ausgewiesenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrafen hauptsächlich die Forderungen auf Ergebnisabführungen gegen die in die ertragsteuerliche Organschaft einbezogenen Tochterunternehmen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr korrespondiert mit dem Ergebniszuwachs der Tochterunternehmen. Die Wertpapiere waren zum Stichtagswert auszuweisen, welcher unter dem Vorjahreswert lag. Die Bankguthaben ergaben sich hauptsächlich aus den Stichtagsguthaben der im Cash Pool einbezogenen Tochterunternehmen und der SWH. Der Rückgang zum Vorjahr spiegelte die Gesamtliquidität der Gruppe wider. In Folge der Gewinnthesaurierung stieg das Eigenkapital der Gesellschaft auf 172,8 Mio. €. Die Rückstellungen der Gesellschaft verringerten sich hauptsächlich durch den Verbrauch bzw. die Auflösung von Steuerrückstellungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten durch planmäßige Tilgungs-leistungen um knapp 3 Mio. € gesenkt werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassten die zum Stichtag bei der Holding gebündelten Cash Pool-Bestände der Tochterunternehmen, die hierüber jederzeit verfügen können, sowie die Verlustausgleichspflichten der Holding gegenüber der Hafen Halle GmbH und der SHS. Die Eigenkapitalquote der Stadtwerke stieg im Vergleich zum Vorjahr von 53,3 % auf 55,2 % maßgeblich durch die Gewinnthesaurierung. Die Finanzlage war gekennzeichnet durch einen deutlichen Rückgang des (positiven) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr 50 Mio. €). Dieses war hauptsächlich Folge der gestiegenen Gewinne (bzw. der gesunkenen Verluste) der Tochterunternehmen, welche sich in Form höhere Forderungen (bzw. verminderter Verbindlichkeiten) aus Ergebnisabführungsvertrag niederschlugen. 4. Finanz- und Risikomanagement Die Gesellschaft hat sowohl für die eigenen, als auch für die Darlehensaufnahmen der verbundenen Unternehmen konzerneinheitliche Rahmenbedingungen in einer Finanzierungsrichtlinie niedergelegt. Inhalt der Finanzierungsrichtlinie ist die konzernweite Vereinheitlichung von Sicherungsinstrumenten und weiteren Vertragsbedingungen, welche im Rahmen von Kreditgeschäften eingegangen werden dürfen. Bei den Stadtwerken kommt ein aktives Zinsmanagement zur Anwendung, in dem Zinssicherungsinstrumente ausschließlich zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken eingesetzt werden dürfen. Ein spekulativer Handel mit Finanzderivaten erfolgt nicht. Nach den Richtlinien für Geldanlagen der Stadtwerke wurden Geldanlagen (auch des Cash Pools) nur bei einlagengesicherten Banken getätigt. Bankenausfälle, wie sie im Zuge der Finanzkrise 2008 zu verzeichnen waren, würden insofern das Risiko eines vorübergehenden Liquiditätsausfalles (bis zur Ersatzleistung durch die Sicherungsfonds) bergen. Zur Minderung dieses Risikos erfolgte seit 2008 – so auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 – eine breitere Streuung der Geldanlagen zu jeweils geringeren Anlagebeträgen. In das Risikomanagement der Stadtwerke Halle GmbH sind alle wesentlichen Beteiligungsgesellschaften einbezogen. Die Identifikation und Bewertung von Risiken sowie die Überwachung von Maßnahmen zur Risikofrüherkennung und zur Risikobegegnung erfolgen nach einem einheitlichen System. Gegenwärtig bestehen keine den Bestand der SWH gefährdenden Risiken. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 66 von 528 5. Chancen, Risiken und Ausblick Die Stadtwerke Halle GmbH ist als Organträgerin über die bestehenden Beherrschungs- bzw. Ergebnisabführungsverträge mittelbar mit den Chancen und Risiken der Tochterunternehmen verbunden. Insofern können finanzielle Risiken aus nicht auszuschließenden Verlustausgleichspflichten oder durch unzureichende Erträge aus Ergebnisabführungen entstehen, welche einzeln oder zusammen die Finanzierungskraft der Stadtwerke belasten könnten. Durch die regelmäßigen Berichtspflichten der Tochterunternehmen an die Holding und durch die konzernweiten Regelungen zur Risiko- und Akutberichtserstattung ist eine frühzeitige Kenntnisnahme und Reaktion auf derartige Entwicklungen gewährleistet. Die Geschäftsführung unterstellt für die zukünftige Entwicklung einen anhaltenden bzw. steigenden Ertrags- und Kostendruck in nahezu allen Geschäftsbereichen. Als Triebkräfte hierfür wurden insbesondere die Auswirkungen der seit der Wende anzutreffenden negativen Bevölkerungsentwicklung, die für die gesamten Geschäftsbereiche erwarteten zunehmenden Wettbewerbsintensitäten, die wieder anziehenden Rohstoffpreise sowie die Ergebnisan-forderungen der Gesellschafterin erkannt. Der bestehende energiewirtschaftliche Rechtsrahmen und die damit intendierte Absenkung der Marktzutrittsbarrieren bietet sowohl Chancen für das eigene überregionale Geschäft als auch Risiken aus einem erleichterten Markteintritt von Mitbewerbern im Stadtgebiet Halle (Saale). Für das Segment Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Abfallentsorgung und Sekundärrohstoffe ist sowohl durch die Diskussionen auf europäischer als auch auf Bundesebene eine Liberalisierung dieser Märkte über kurz oder lang nicht auszuschließen. Auch hierin wird ein beachtlicher Druck auf die Ertrags- und Kostensituation gesehen. Die Zulässigkeit von öffentlichen Zuschüssen und von Inhouse-Geschäften sowie die bestehenden beihilferechtlichen Regelungen führen ebenso wie die europäische Marktöffnung im ÖPNV zu absehbaren Wettbewerbsrisiken, welche eine frühzeitige Anpassung der Kostenstrukturen auf ein wettbewerbsfähiges Niveau erforderlich machen. Die Hafen Halle GmbH und ihre Gesellschafterin SWH prüfen derzeit die gemeinschafts-rechtliche Relevanz der an den Hafen geleisteten Finanzströme. Die das Marktumfeld der SWH prägenden volatilen Märkte können zu ungeplanten Abweichungen der Erträge der SWH führen und somit die auf Planwerten beruhenden Finanzzusagen der SWH beeinflussen. Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Entwicklungsszenarien beabsichtigen die Stadtwerke deshalb auch zukünftig weitere Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer Erhöhung der Effizienz führen und so zu einem weiteren Ausbaus der Wettbewerbsfähigkeit des Beteiligungsportfolios beitragen. Hierzu zählen sowohl konzerninterne Projekte und Maßnahmen als auch externe Kooperationen und Anteilserwerbe. Die Geschäftsführung geht davon aus, auch im Geschäftsjahr 2012 sämtliche defizitären Bereiche der Stadtwerke-Gruppe aus Eigenmitteln, d. h. ohne Verwendung städtischer Haushaltsmittel, decken zu können. In Folge dessen wird ein Jahresüberschuss von unter einer Million Euro erwartet. Unternehmenszusammenschluss Stadtwerke Halle GmbH Seite 67 von 528 3.2 VER- UND ENTSORGUNG Ver- und Entsorgung Seite 68 von 528 Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Sitz der Gesellschaft: Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Postanschrift: Berliner Straße 100 06258 Schkopau Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30 T€ Stadtwerke Halle GmbH 30 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Stilllegung und Nachsorge einer subaquatischen Deponie mit dem Ziel einer nachhaltigen umweltverträglichen Sicherung des Standortes sowie die Ansiedlung von Unternehmen und die Vermarktung von Flächen im Rahmen der Entwicklung eines Abfallwirtschaftszentrums sowie sämtliche damit in Zusammenhang stehende Tätigkeiten. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Abfallentsorgung wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Arndt, Michael Klose, Wilfried (bis 31.12.2011) Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 69 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 0 31.12.2009 T€ 9 Aufsichtsrat 0 Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 70 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 2 98 0 2009 % 2 98 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.260 66.653 22 T€ 1.260 68.884 21 T€ 1.260 76.518 31 % 2 98 0 T€ 0 -2.231 1 % 0 -3 5 Bilanzsumme 67.935 100 70.165 100 77.809 100 -2.230 -3 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 3.624 63.402 909 0 % 5 93 1 0 T€ 3.123 65.954 1.084 4 % 4 94 2 0 T€ 8.668 67.754 1.357 30 % 11 87 2 0 T€ 501 -2.552 -175 -4 % 16 -4 -16 -100 Bilanzsumme 67.935 100 70.165 100 77.809 100 -2.230 -3 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 7.226 3.333 198 2.537 7.509 1.928 532 33 1.678 418 84 334 843 17 1.152 1.152 299 -299 251 16 1.651 1.651 -319 17 3.316 3.316 2010 T€ 7.158 2.116 197 2.541 6.289 2.312 315 27 2.218 2009 T€ 6.498 3.795 193 2.403 7.523 2.880 19 21 3.014 Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 71 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 15,95 46,62 1.684 176 24,02 2010 23,07 112,20 1.966 147 27,40 2009 51,03 61,95 3.335 181 23,35 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 1,85 5,33 94,67 31.12.2010 1,80 4,45 95,55 31.12.2009 1,62 11,14 88,86 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Abfallmenge Durchschnittserlöse 31.12.2010 1.348.353,00 2,65 31.12.2009 1.252.216,00 2,82 Angaben in M g E U R / M g 938.864,00 3,84 Mg EUR/Mg Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 72 von 528 e) Lagebericht Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland SachsenAnhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 %-Punkte auf 7,1 %. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 %-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 %. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 %-Punkte auf 11,7 %. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Das Geschäftsjahr 2011 war für die Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau (AWH) erneut mit wesentlichen Entscheidungen für die weitere Umsetzung der Rekultivierungsanordnung des Landesverwaltungsamtes verbunden. Die Geschäftsführung hat insbesondere mit den betroffenen anliegenden Partnern der Deponie bedeutsame Vorgespräche für die wichtige Sanierungsmaßnahme „Drehpunkt“ geführt. Gleichzeitig wurden die wissenschaftlichtechnischen Voraussetzungen für den Drehpunkt weiter entwickelt und sind in mehreren Beratungen dem Landesverwaltungsamt mündlich und schriftlich dargelegt worden. Die abschließende Bestätigung einer Aufgabenstellung für den Drehpunkt hat auch wesentlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der AWH und des Gesamtkonzeptes zur Rekultivierung. In diesem Zusammenhang ist besonders darauf zu verweisen, dass das Landesverwaltungsamt mit seinen Entscheidungen wesentlich die Möglichkeiten zur weiteren abschließenden Einlagerung von genehmigten Stoffen sowie den Bedarf an inerten Einbaumaterialien im Bereich des entstehenden Oberflächensees beeinflussen wird. Auch bezüglich der weiteren Verwendung der finanziellen Rückstellungsmittel und den bisherigen Finanzanlagen wurden wichtige Entscheidungen mit dem Gesellschafter vereinbart. Schwerpunkt im Jahr 2011 war erneut die ständige Konkretisierung, Fortschreibung und Aktualisierung der Decklungsrechnung insbesondere unter dem Gesichtspunkt der schwierig einschätzbaren Entwicklung der Sickerwassermengen im Deponiekörper und die daraus entstehenden Erfordernisse für die Behandlung dieser Sickerwässer in verschiedenen Anlagen. Die Geschäftsführung schätzt ein, dass die gegenwärtige Situation der mittelfristigen Planung erwartungsgemäß entspricht. Die dem Gesellschafter vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bildung von Gewinnrücklagen in den Jahren 2010 und 2011 stellen eine zusätzliche Sicherung für die Finanzierung der Rekultivierungsmaßnahmen unter Beachtung der langen Zeitabschnitte dar. Wichtige Entscheidungen konnten auch im Bereich der Personalentwicklung kurz- und mittelfristig vorbereitet und umgesetzt werden. Weitere wichtige Einzelmaßnahmen sind im nachfolgenden Bericht detailliert aufgeführt. Dabei verweisen wir auch auf eine zusammenfassende Darstellung über die konkreten Entscheidungsvorgänge im Zeitraum 2002 bis 2011, dazu siehe Anlage 5 in diesem Bericht. Am 16. Juli 2009 trat die Verordnung zur Vereinfachung des Deponierechts in Kraft. Sie schreibt u.a. in § 26 den Bestandsschutz für diejenigen Altdeponien, die sich bereits in der Stilllegung befinden und für die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung eine rechtsgültige Rekultivierungsanordnung vorlag, fest. Mit der vorliegenden Verordnung gingen eine weitere Verschärfung der Eigenkontrollverantwortung der Deponiebetreiber sowie der Ausbau der Verantwortung und Kontrollpflicht der Deponiebetreiber gegenüber den Abfallerzeugern einher. Mit dieser Verordnung sollte das historisch zersplitterte Deponierecht zu einer übersichtlichen Regelung zusammengefasst und gleichzeitig an den Stand der Technik angepasst werden. Am 20. Juli 2011 beschloss die Bundesregierung die vom BMU vorgelegte „Erste Verordnung zur Änderung der Deponieverordnung“ in der Fassung, die sich aus dem Beschluss des Bundesrates vom 27. Mai 2011 ergab. Der Deutsche Bundestag stimmte dieser Fassung am 29. September 2011 zu, die Novellierung wurde am 20. Oktober 2011 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat am 01. Dezember 2011 in Kraft. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 73 von 528 Neben der von der EU angemahnten Aufnahme einer Gleichwertigkeitsklausel für Erzeugnisse aus anderen EUMitgliedsstaaten, wurden mit dieser Veränderungsverordnung Anpassungen und Aktualisierungen vorgenommen, die sich vor allem aus dem Vollzug ergaben und für die Deponiebetreiber eine weitere Verschärfung bezüglich Abfallannahme und Abfallkontrolle mit sich brachten. Um weiterhin Rechtssicherheit in Bezug auf Abfallannahme und Abfallverwertung im Unternehmen zu gewährleisten und die innerbetrieblichen Abläufe mit der notwendigen Transparenz für die Kontrollbehörde deutlich zu machen, erfolgte eine Anpassung der diesbezüglichen Ablauforganisation in dem dafür zuständigen Bereich USICO. Erneuter Änderungsbedarf für die jetzt vorliegende novellierte Deponieverordnung ergibt sich aus der europäischen Richtlinie über Industrieemissionen, die am 06. Januar 2011 in Kraft getreten ist und innerhalb von 2 Jahren in nationales Recht umgesetzt werden muss. Dies betrifft insbesondere die von der IED vorgegebenen formellen Pflichten für die im Abfallrecht Umsetzungsbedarf besteht. Im Einzelnen geht es um Änderungen bezüglich Melde-, Informations- und Überwachungspflichten, die Ergänzungen und Aktualisierungen der einschlägigen Paragraphen der Deponieverordnung erforderlich werden lassen. Weiterhin liegt als Arbeitsentwurf eine Mantelverordnung vor, die den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe außerhalb des Deponierechts regeln soll (Ersatzbaustoffverordnung) sowie Regelungen zum Grundwasserschutz (Grundwasserverordnung) und Bodenschutz (Bundesbodenschutzverordnung) beinhaltet. In den Erarbeitungsprozess dieser Verordnungen brachte und bringt sich die AWH durch ihre Mitarbeit in den einschlägigen Fachverbänden ein. Grundlage für die im Jahr 2011 durchgeführten Stilllegungsmaßnahmen bleibt der im Juni 2008 durch das LVwA erlassene Rekultivierungsbescheid, der auf den Ergebnissen des BMBF – Forschungsvorhabens der AWH basiert. Im Rahmen der Stilllegungsmaßnahme der geotechnischen Sicherung des Deponiekörpers werden geeignete Abfälle zur Verwertung in den unterschiedlichen Bereichen des Deponiekörpers eingebaut mit dem Ziel, das Durchströmungsverhalten im Deponiekörper hydraulisch zu optimieren und somit eine langzeitlich wirksame und nachhaltige Reduzierung des Stoffaustrages aus dem Deponiekörper zu gewährleisten. Im Geschäftsjahr 2011 wurden im Rahmen dieser Maßnahmen 817.437 Mg Abfall als Deponiebaustoff eingebaut. Zur Reduzierung der Menge des in den Deponiekörper eindringenden Niederschlagswassers und somit zur Reduzierung des Stoffaustrages aus dem Deponiekörper wird eine 1,5 m mächtige Wasserhaushaltsschicht aufgebaut und anschließend auf einer Fläche von ca. 100 ha aufgeforstet. Die Art und Beschaffenheit der Wasserhaushaltsschicht sowie die geeignete Vegetation zur Reduzierung der Niederschlagsinfiltration ist durch Modellprognoserechnungen belegt und muss regelmäßig nachgewiesen werden. Die Verringerung des Niederschlagseintrages in den Deponiekörper erfolgt im Wesentlichen durch die hydraulische Entlastung über eine darunterliegende Drainageschicht in einem dann angestauten Wasserkörper durch die Wasserspeicherung in der Wasserhaushaltsschicht und Evapotranspiration durch den dafür vorgesehenen Wald. Die genehmigungsrechtliche Antragstellung dieser Maßnahme durch die AWH erfolgte schrittweise seit 2005. In den Jahren 2008 bis 2010 erfolgte zunächst ein Probebetrieb auf 5 ha Deponiefläche, mit dem der Nachweis erbracht werden konnte, dass die anspruchsvollen chemischen und bauphysikalischen Zuordnungspunkte eingehalten werden können. Für drei Hektar dieser Probefläche erfolgte 2010 die behördliche Endabnahme. Seit Oktober 2010 erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bereich Forst des Landesverwaltungsamtes die Aufforstung von der zunächst 3 ha fertig gestellten Wasserhaushaltsschicht. Im März 2010 erfolgte die Antragstellung für weitere 16 ha (zweiter Bauabschnitt) bei der Genehmigungsbehörde, die im September 2011 beschieden wurde. Auf Grundlage des nunmehr vorliegenden Genehmigungsbescheides wurden im Jahr 2011 neben noch anstehenden Restarbeiten im ersten Bauabschnitt, im zweiten Bauabschnitt 3 ha Drainage- und Wasserhaushaltsschicht errichtet. Per 31. Dezember 2011 sind damit insgesamt 8 ha Rekultivierungsfläche der Deponie fertig gestellt, wovon 5 ha aufgeforstet sind. Die Annahme von Abfällen zum Einsatz für die geotechnische Sicherung als auch für den Aufbau der Drainage- und Wasserhaushaltsschicht unterliegen einer komplexen Kontrolle der chemischen Zusammensetzung und der bodenphysikalischen Eigenschaften sowie einer engmaschigen Überwachung im eingebauten Zustand. Durch kontinuierliche Kontrollmessungen im Deponiebereich Süd wurde 2007 ein Methangehalt größer 50 % im Deponiegas festgestellt. Deponiegas mit einem Methangehalt dieser Größenordnung ist ordnungsgemäß zu fassen und schadlos zu beseitigen. Im August 2008 wurden durch die AWH die Genehmigungsunterlagen für den Bau einer Gasfassungs- und Gasverwertungsanlage für den Deponiebereich Süd bei der zuständigen Behörde eingereicht. Im April 2009 lag der AWH die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vor, im Juni 2009 die abfallrechtliche Genehmigung. Nach Durchführung einer beschränkten Ausschreibung mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb erfolgte im August 2009 der Baubeginn, im Dezember 2009 die Inbetriebnahme und im Frühjahr 2010 die VOB-Abnahme nach erfolgreich abgeschlossenem Probebetrieb. Durch diese Anlage konnte 2011 ein zusätzlicher Gaserlös von ca. TEUR 860 generiert werden. Insgesamt konnte im Jahr 2011 ein Gesamterlös durch Verstromung bzw. Bereitstellung von Deponiegas von TEUR 2.096,4 erzielt werden und somit eine Steigung von 7,5 % gegenüber den Planvorgaben. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 74 von 528 Durch Setzungen und Sackungen im Deponiekörper, besonders im Mittelstraßenbereich resultieren Abrisse von Gasleitungen, die im Jahr 2010 erfolgreich behoben werden konnten. Durch die extremen Niederschlagsereignisse Ende 2010 und Anfang 2011 kam es zu einem erhöhten Sickerwasserstand im Deponiekörper und insbesondere im nördlichen Deponiebereich zu Wasseransammlungen in Deponiegasbrunnen, die die Leistungsfähigkeit dieser Brunnen beträchtlich schmälern. Durch die AWH erfolgt momentan gemeinsam mit Fachplanern die Ausarbeitung technischer Lösungen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Eine andere im Geschäftsjahr 2008 begonnene Maßnahme, die Errichtung des ersten Baufeldes der Sickerwasserinfiltration im Rahmen der biochemischen Inertisierung, konnte im Berichtsjahr mit dem geplanten zweiten Baufeld nicht weitergeführt werden, da der im Juni 2010 von der AWH eingereichte Fördermittelantrag durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt im Jahr 2011 immer noch nicht beschieden wurde. Entgegen ursprünglichen Zusagen der Investitionsbank wurde der Erlass von Durchführungsbestimmungen zur Antragstellung immer wieder zeitlich verschoben, liegt aber nunmehr seit März 2010 vor. Auf Antrag und wiederholter Anfrage durch die AWH erfolgte im September 2011 die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn. Nach Abschluss einer beschränkten Ausschreibung und öffentlichem Teilnahmewettbewerb wurde mit dem Bauvorhaben am 02. Januar 2012 begonnen. Mit der Maßnahme der Sickerwasserinfiltration ist beabsichtigt, durch die Einstellung eines optimalen Wassergehaltes im Deponiekörper die Mineralisierung in der Deponie zu beschleunigen und in einem übersehbaren Zeitraum die Emission zu minimieren. Die bereits bestehende Anlage ist kombiniert mit kiesgefüllten Infiltrationssäulen und Infiltrationsrigolen und versickert zurzeit ca. 3.600 m3 Sickerwasser im Monat. Nach Inbetriebnahme des 2. Bauabschnittes ab 07/2012 wird sich die Aufgabemenge auf 13.180 m³ Sickerwasser im Monat erhöhen. Die umfangreiche Datenerfassung und wissenschaftliche Auswertung erfolgt durch die AWH. Die bisherigen Ergebnisse entsprechen den Erwartungen und Prognosen des Forschungsvorhabens und sind Grundlage für die Vorgaben für den Regelbetrieb und die Planung des darauf folgenden Bauabschnittes. In Vorbereitung für die zum Ende der Stilllegung geplante Flutung des sogenannten Drehpunktbereiches des Tagebaurestloches ist es notwendig, die Böschungen in diesem Bereich standsicher zu gestalten sowie Schnittstellen zum Deponiekörper und zum Westschlauch geotechnisch und hydrogeologisch zu sichern. Zur Durchführung dieser Maßnahme liegt ein mit den Behörden abgestimmtes Planungskonzept vor, dass im Geschäftsjahr 2012 als Plandokument realisiert werden soll. Weitere Maßnahmen im Jahr 2011 betrafen die Bereiche Erkundung, Umweltcontrolling und Monitoring. So wurde in Vorbereitung auf die spätere Seenflutung ein System einer flächenhaften Setzungsmessung mittels Laserscanning installiert. Die Ergebnisse dieser Messungen gestatten konkretere Aussagen bezüglich erforderlicher Maßnahmen zur Gestaltung der Deponiewestböschung in Bezug auf die Standsicherheit. Eine weitere Maßnahme war die Teufung von 5 Sickerwasserpegeln im Deponiekörper, die eine komplexere Einschätzung der Sickerwasserhorizonte im Deponiekörper ermöglichen und gleichzeitig bei der geplanten Seenflutung im Drehpunktbereich Informationen über den Grundwasseranstieg im Deponiekörper liefern. Dieses Wissen ist wichtig, da zur Wahrung des geotechnischen Gleichgewichtes Seewasseranstieg und Grundwasseranstieg im Deponiekörper parallel erfolgen müssen. Im Jahr 2011 erhöhten sich die Kosten der Deponiesickerwasserentsorgung gegenüber dem Wirtschaftsplan 2011 um TEUR 983 und stellt mit Mio. EUR 2,9 den größten Kostenfaktor im Stilllegungsbetrieb dar. Dieser Kostenanstieg (Plan TEUR 1.950; IST TEUR 2.933) resultiert aus dem auch besonders im ersten Halbjahr 2011 anhaltenden Anstieg der zur Entsorgung anfallenden Sickerwassermenge. Dieser Anstieg der Sickerwassermenge resultiert insbesondere aus den Extremniederschlagsereignissen Ende 2010 und Anfang 2011 und den damit verbundenen regionalen Anstieg der Grundwasserstände, die wiederum einen Anstieg der Sickerwasserstände im Deponiekörper zur Folge haben, da das Tagebaurestloch hydraulisch ein Depressionselement darstellt. So mussten 2011 statt der geplanten 150.000 m³ Sickerwasser 233.417 m³ Sickerwasser entsorgt werden. Da das Deponiesickerwasser auf Grund seiner sich ändernden chemischen Zusammensetzung insbesondere in Bezug auf Ammonium-Stickstoff und chemischen Sauerstoffbedarf eine hohe Belastung für das kommunale Klärwerk Nord darstellt, wurde 2011 verstärkt nach alternativen Behandlungsmethoden gesucht. Die bis zum Jahr 2001 am Standort praktizierte 2-stufige Hochdruckumkehrosmose ist mit 11 €/m³ Behandlungskosten eine zunächst mögliche Variante. Da für dieses Verfahren die Konzentratentsorgung wirtschaftlich vorerst nicht darstellbar ist, wurde diese Variante nicht weiter betrachtet. In Abstimmung mit InfraLeuna und DowChemical wurden bei der Unteren Wasserbehörde des Saalekreises für deren Abwasserbehandlungsanlagen von der AWH der Genehmigungs-antrag zur Indirekteinleitung gestellt und beschieden. Nach einem erfolgreichen Probebetrieb wird von der AWH seit September 2011 wöchentlich etwa 1.800 m³ Sickerwasser in die zentrale Abwasserbehandlungsanlage von InfraLeuna mit einem Preisvorteil von ca. 2 €/m³ gegenüber dem Klärwerk Nord entsorgt. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 75 von 528 Weiterhin wurde im Jahr 2011 nach mehrjährigen Bemühungen der Bebauungsplan 2/2 der Gemeinde Schkopau, Ortsteil Döllnitz „An der Deponie/Industriegebiet Ost“ durch die Gemeinde Schkopau beschlossen und bietet damit die Grundlage für weitere Wirtschaftsansiedlungen und Aufbau eines Kreislauf-Wirtschaftszentrums am Standort Halle-Lochau. Ebenso wurde im Jahr 2011 der BImSch-Antrag zur Errichtung einer Boden- und Bauschuttbörse im Gelände der AWH bei der Unteren Abfallbehörde des Saalekreises gestellt. Eine entsprechende Genehmigung zum Betrieb dieser Anlage liegt der AWH noch nicht vor. Insgesamt konnte im Geschäftsjahr 2011 eine Gesamtleistung von Mio. EUR 10,5 erzielt werden, das entspricht einer Planerfüllung von 85,4 %. Ursache für das Defizit ist u.a. die nur teilweise Inanspruchnahme von Sanierungsrückstellungen auf Grund der behördlichen Bescheidlage. Die im Rahmen des Stilllegungsbetriebes erzielten Umsatzerlöse und die sonstigen Erträge (ohne Erträge aus der Inanspruchnahme der Sanierungsrückstellung) betragen für 2011 Mio. EUR 6,0. Der gesamte betriebliche Aufwand unter Einbeziehung des außerordentlichen Aufwandes des Geschäftsjahres 2011 belief sich auf Mio. EUR 10,3 (Vj. Mio. EUR 9,3). Davon entfallen Mio. EUR 8,8 auf die Kosten des Stilllegungsbetriebes. Dem Prinzip der Bildung der Rückstellung für Aufwendungen zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge folgend (Rückstellungsbetrag entspricht den zu erwartenden Gesamtkosten vermindert um künftige Vorteile, d. h. die in der Stilllegungsphase mit der Deponie erzielbaren Erlöse wie z. B. aus der Gasverwertung und der Annahme von Deponiebaustoffen) wurden in Höhe des sich ergebenden Saldos von Mio. EUR 2,8 entsprechende Erträge aus der Inanspruchnahme der Rückstellung für Aufwendungen zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge verbucht. Es ist vorgesehen, aus dem sich nach Steuern ergebenden Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2011 (TEUR 1.152), der letztlich vorrangig aus den Wertpapiererträgen resultiert, TEUR 1.000 in das neue Geschäftsjahr vorzutragen und TEUR 152 an den Gesellschafter Stadtwerke Halle GmbH (SWH) auszuschütten. Die Geschäftsführung erbringt die notwendigen Nachweise, dass die Ausschüttung in Einklang mit dem vom LVwA beschiedenen Sicherungsbetrag (geforderte Sicherheit für die Rekultivierung der Deponie) steht. Im Geschäftsjahr 2011 bestanden grundsätzlich durch den vom LVwA genehmigten Verkauf von Wertpapieren und der Beteiligung am Cash-Pool der SWH keine Liquiditätsprobleme. Nach einer externen Überwachungsbegutachtung „Entsorgungsfachbetrieb“ im März 2011 wurde der AWH das Zertifikat für abfallwirtschaftliche Tätigkeit für die Verwertung von Abfällen im Deponiestilllegungsbetrieb vom EdDE bestätigt. Im September 2011 wurde durch ZER-QMS das jährliche Qualitätsmanagement-Überwachungsaudit durchgeführt. Das Audit umfasst den Deponiestilllegungsbetrieb einschließlich der Forschungs- und Entwicklungs-arbeiten für die Stilllegung. Ausblick Die Ergebnisse des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens beruhen u. a. auf Unter-suchungen und Modellprognoserechnungen, die zunächst auf der Grundlage verfügbarer Standortdaten und des in der Fachliteratur veröffentlichten aktuellen Kenntnisstandes auf konzeptionelle, planerische Ansätze abstellen. Um diese begründeten Annahmen weiter einzugrenzen und eine Umsetzung unter genau definierten Rahmenbedingungen zu erreichen, sind weiterhin konkretisierende, wissenschaftlich fundierte Untersuchungen zur Bemessung, Umsetzung und Optimierung der Konzeptparameter erforderlich. Dabei werden während der Umsetzung relevante Daten u. a. durch Systemmonitoring ermittelt, um die Wirksamkeit und die Effizienz der verschiedenen technischen Maßnahmen zur Stilllegung zu verifizieren und darauf aufbauend die bisher aufgestellten Prognosen im Sinne der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit fortzuentwickeln und weitergehend untersetzen zu können. Diese Untersuchungen dienen im Wesentlichen der Bemessung und Optimierung von Maßnahmen, sodass diese im Projektverlauf entsprechend dem fortschreitenden Erkenntnisgewinn angepasst werden können. Die Kosten- und Erlöskalkulation (Decklungsrechnung) für den Zeitraum vom 1. Juni 2005 bis 31. Dezember 2051 wird von der AWH ständig fortgeschrieben. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass mit den nach der geplanten Ausschüttung an den Gesellschafter verfügbaren Mitteln eine Rekultivierung der Deponie wie geplant möglich ist. Zum 31. Dezember 2011 sind hierfür Rückstellungen in Höhe von Mio. EUR 62 gebildet. Wertpapiere sind mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2011 in Höhe von Mio. EUR 63,1 ausgewiesen. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 76 von 528 Die Geschäftsführung der AWH geht jedoch nach wie vor davon aus, dass aufgrund der langfristigen Sanierungszeiträume auch unter Einbeziehung der Wertpapiererträge und eventueller Kursgewinne kurzfristig oder anhaltend Fehlbeträge bei der Decklungsrechnung eintreten können (Differenz zwischen den tatsächlich anfallenden Stilllegungs- und Nachsorgekosten, abzüglich zu erzielender Erlöse, und den durch die AWH zu finanzierenden Mittel). Es ist dann notwendig, in der Decklungsrechnung enthaltene Aufwendungen weiter zu minimieren oder die Einnahmesituation zu verbessern. Grundsätzlich hat die Geschäftsführung gegenwärtig keine Anhaltspunkte für wesentliche Über- und Unterschreitungen der in der Decklungsrechnung ausgewiesenen Positionen. Insofern kann nach den Festlegungen des LVwA zur Sicherstellung der Finanzmittel für Sanierungsleistungen verfahren werden. In der Decklungsrechnung wurden bisher mögliche finanzielle Potentiale aus der Beantragung von Förder- und Zuschussmitteln aus verschiedenen landesbzw. europaweiten Fördermittelpositionen nicht berücksichtigt. Dies würde eine Deckung von eventuellen Mehrkosten ermöglichen, gleichermaßen wie eine mögliche Minimierung der bisher geplanten Aufwendungen insbesondere in den Jahren zwischen 2016 und 2021. Die von der Geschäftsführung getroffenen Annahmen hinsichtlich der durchzuführenden Stilllegungs- und Nachsorgemaßnahmen und ihrer Finanzierung sind sorgfältig eingeschätzt, aber durch die Langfristigkeit und verbleibenden Innovationsrisiken nicht vollständig kalkulierbar. Der Fortbestand der AWH ist bedroht, wenn die von der Geschäftsführung getroffenen Annahmen hinsichtlich der im Rahmen der Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge durchzuführenden Maßnahmen und ihrer Finanzierung nicht eintreten. Dies kann u. a. durch Mehrkosten, die eventuell im Rahmen von Genehmigungsanordnungen für die einzelnen Maßnahmen entstehen könnten, eine sich ändernde Rechtslage (insbesondere in Bezug auf EU-Vorgaben), Kosten- und Preissteigerungen, höher als geplante Steuer(nach)zahlungen und geringere als geplante Erlöse verursacht sein. Des Weiteren ist zu beachten, dass Teile des vom LVwA vorgegebenen Stilllegungskonzeptes auf modelltheoretischen Ansätzen basieren, deren Bestätigung in der Praxis noch nicht gesichert ist und bei denen die Auswirkungen auf den tatsächlichen Sanierungsprozess noch nicht eingeschätzt werden können. Dies könnte die Fortsetzung des Sanierungsprozesses beeinflussen und Auswirkungen auf die Gesamtsanierungsaufwendungen nach sich ziehen. Hinsichtlich möglicher Risiken aus künftigen finanzamtlichen Außenprüfungen ist zu beachten, dass die bisherigen Betriebsprüfungen die Decklungsrechnung (Kosten- und Erlöskalkulation), die als Basis zur Berechnung der Rückstellung zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge dient, noch keiner abschließenden Prüfung unterzogen haben. Der Kostenund Erlösplan ist Basis für die Bildung und Bewertung der Rückstellung zur Stilllegung, Rekultivierung und Nachsorge. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die von der AWH gehaltenen Wertpapiere neben Chancen einer überdurchschnittlichen Performance auch Kurs- Teilungs- (Tranchen-) und Wertschwankungsrisiken unterliegen, insbesondere vor dem Hintergrund der andauernden Finanzkrise. Die zusätzlich zum Verkauf der Wertpapiere zu erzielenden (und sich im Zeitablauf mit Fortschreiten der Sanierungsarbeiten und damit Abbau des Wertpapierbestands verringernden) Wertpapiererträge (nach Steuern) die nicht Bestandteil der Decklungsrechnung sind, dienen vorrangig dazu, mögliche Kosten- und Preissteigerungen der Sanierung zu kompensieren. Sie stehen insoweit für Ausschüttungen nicht zur Verfügung. Die Geschäftsführung hat die Manager der Wertpapierfonds angewiesen, bei den Wertpapieranlagen dafür Sorge zu tragen, dass im Jahre 2013 die Entscheidung getroffen werden kann, teilweise oder vollständig auf die Wertpapierfonds zu verzichten und die dann verfügbaren Cash-Mittel zur Sanierung nur als (Termin-)Geldanlage einzusetzen. Die abschließende Entscheidung ist unter Berücksichtigung der Performance der Wertpapieranlagen in den Jahren 2012 bis 2013 zu treffen. Im Jahr 2012 ist unter Berücksichtigung der neuen Rahmenbedingungen (u. a. steigendes Druckpotenzial der Grundwasserleiter) die Prognose des künftig zu erwartenden Sickerwasseranfalls und der hydraulischen Flurstände im Deponiekörper zu aktualisieren und Maßnahmen zu ergreifen, um eventuell drohenden Kostensteigerungen der Deponiesickerwasserentsorgung und einem Entsorgungsnotstand entgegenzuwirken. Für den Fall, dass das Klärwerk Nord aus kapazitiven oder genehmigungsrechtlichen Gründen im Jahr 2012 die Sickerwassermengen beträchtlich reduziert, wird im Jahr 2012 nach weiteren Möglichkeiten gesucht, wirtschaftlich vertretbare Alternativen anstelle der Behandlung des Deponiesickerwassers im Klärwerk Nord zu finden. Weiterhin wird im 1. Halbjahr 2012 der zweite Bauabschnitt der Deponie-sickerwasserinfiltration fertig gestellt. Für dieses Stilllegungsvorhaben stellte die AWH einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses von TEUR 200 aus dem Programm „Zuschuss Entsorgungswirtschaft“ der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung abfallwirtschaftlicher Maßnahmen bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Dieser Antrag wurde noch nicht beschieden. Um die Deponiegaserlöse auch weiterhin stabil zu halten, sind im Jahr 2012 Ertüchtigungs-maßnahmen im nördlichen Deponiebereich durchzuführen. Im Jahr 2012 ist der Aufbau von weiteren 9 ha der Drainage- und Wasserhaushaltsschicht vorgesehen und die Aufforstung weiterer 7 ha. Zunehmend schwierig gestaltet sich hierfür die Bereitstellung der erforderlichen sehr großen Menge Drainage- und Bodenmaterials. Die AWH muss im Jahr 2012 ihre Bemühungen verstärkt darauf abzielen, die erforderliche Menge am Markt zu akquirieren, um ersatzweise Einkäufe von diversem Material aus Kostengründen zu vermeiden. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 77 von 528 Eine weitere wichtige Maßnahme im Jahr 2012 wird die Planung Drehpunktbereich sein. Beabsichtigt ist im Jahr 2013 mit Dichtungsmaßnahmen und der Böschungsgestaltung zu beginnen, um eine Seenflutung ab dem Jahr 2017 zu gewährleisten. Die Unternehmenskonzeption der AWH sieht zusätzlich zur Durchführung des Stilllegungs- und Nachsorgebetriebes den Ausbau des Standortes Halle-Lochau zu einem Abfallwirtschaftszentrum vor, das auch weitere (nicht nur durch die AWH betriebene) Anlagen zur Stoffkonditionierung für den Stilllegungsbetrieb vorsieht bzw. Flächen für andere Ansiedlungen anbietet. Dazu wurde eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Gesellschafter Stadt Halle (Saale) und dem Landkreis Saalekreis zur Entwicklung eines Kreislaufwirtschafts-Parks geschlossen. Ein dazu erforderlicher Bebauungsplan wurde von der Gemeinde Schkopau beschlossen. Außerdem liegt ein Antrag der SWH für Forschungsmittel „Cluster“ in Zusammenarbeit mit der AWH vor. Bestandteil der vorgesehenen innovativen Maßnahmen ist u. a. auch die Entwicklung des Geschäftsfeldes „Bodenbörse“, welche am Standort Halle-Lochau vorgesehen ist und sowohl zur Gewinnung von Deponiebaustoffen für die Rekultivierungsschicht dient, als auch eine neue wettbewerbsbezogene Marktposition mit zusätzlichen Ergebnismöglichkeiten erschließt! In den Jahren 2010 und 2011 sind außerplanmäßige Aufwendungen für die Reinigung des anfallenden Sickerwassers in der Deponie entstanden. Die Geschäftsführung der AWH geht davon aus, dass die an die LMBV gestellten Schadenersatzforderungen in Höhe von über TEUR 166 (netto) geleistet werden. (Nach Auffassung der AWH ist ein Teil des erhöhten Sickerwasseranfalls in der Deponie durch eine ungenügende Funktion der Oberflächen-wasserhaltung, die sich noch im Besitz der LMBV befindet, begründet.) Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2009 die Geschäftsführung beauftragt, unverzüglich Verhandlungen mit der LMBV darüber aufzunehmen, unter welchen Bedingungen eine Übertragung des bisherigen Grundstückseigentums an der Deponie von der LMBV auf die AWH möglich ist. Da entsprechend dem Gutachten eine kostenlose Eigentums-rückübertragung des jetzigen Deponiegeländes an die AWH/Stadt Halle (Saale) nicht möglich ist, andererseits aber das Interesse des Gesellschafters besteht, das ca. 350 ha große, später sanierte Gelände in das Eigentum der AWH/Stadt Halle (Saale) zu überführen, wurden entsprechende Verhandlungen, unter Mitwirkung der Aufsichtsratsvorsitzenden der SWH, eingeleitet. Ein zwischenzeitlich erarbeitetes Wertgutachten zum Grundstück wurde von beiden Partnern grundsätzlich anerkannt und bildet die Basis für die weiteren Verhandlungen. Die LMBV geht davon aus, dass eine Eigentumsrückübertragung ohne jahrelange Rechtsstreitigkeiten nur möglich ist, wenn sich beide Partner im Sinne eines Vergleichs einigen. Die Geschäftsführung der AWH hat einen Forderungskatalog aufgestellt, der der LMBV übergeben wurde, in dem alle finanziellen und materiellen Voraussetzungen beinhaltet sind, die vor einem Eigentumserwerb durch die AWH von der LMBV zu erfüllen sind. Die AWH wird die Entwicklung auf den Finanz- und Wirtschaftsmärkten verfolgen müssen. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass grundsätzlich die im Wirtschaftsplan 2012 festgeschriebenen Mengen und Erlöse aus der Annahme von Abfällen zur Verwertung eingehalten werden können. Nach Einbindung der AWH in den Verbund der Stadtwerke Halle GmbH wird im Jahr 2012 weiter untersucht, wie Effizienzsteigerungen aus Synergieeffekten erschlossen werden können, um die zukünftigen Entwicklungserfordernisse zu unterstützen, beispielsweise durch die Zusammenlegung aller Laborkapazitäten im SWH-Konzern. Laut Handelsregistereintragung vom 16. Januar 2012 beim Amtsgericht Stendal ist zum 31. Dezember 2011 Herr Wilfried Klose als Geschäftsführer ausgeschieden. Ver- und Entsorgung Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Seite 78 von 528 A/V/E GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Magdeburger Straße 51 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 550 T€ envia Mitteldeutsche Energie AG MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH Stadtwerke Halle GmbH 281 138 131 % 51,00 25,10 23,90 Gegenstand des Unternehmens: (1) Die Abrechnung von Leistungen der Ver- und Entsorgung, die damit verbundene Beratung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Das Unternehmen ist zu allen Maßnahmen berechtigt, die mittelbar oder unmittelbar diesem Zweck dienen. (2) Die Gesellschaft kann gleichartige oder ähnliche Unternehmen gründen, erwerben, sich an solchen beteiligen und Zweigniederlassungen errichten. (3) Die Gesellschaft wird nach erwerbswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck dieses Unternehmens ergibt sich aus einem Annex. Es bestehen Verträge u. a. mit den Energiedienstleistern Mitgas, der enviaM und anderen Stadtwerken. Diese Unternehmen finden ihren öffentlichen Zweck in § 116 GO-LSA. Soweit Abrechnungsaufgaben für diese Unternehmen vorgenommen werden, muss es dafür daher auch einen öffentlichen Zweck geben. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Arnold, Andrea Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 79 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 20 79 1 2009 % 22 78 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.054 4.157 45 T€ 1.193 4.229 T€ 1.428 3.860 % 27 73 T€ -139 -72 45 % -12 -2 Bilanzsumme 5.256 100 5.422 100 5.288 100 -166 -3 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 2.123 1.951 1.182 % 41 37 22 T€ 2.163 2.063 1.196 % 40 38 22 T€ 2.199 1.645 1.444 % 42 31 27 T€ -40 -112 -14 % -2 -5 -1 Bilanzsumme 5.256 100 5.422 100 5.288 100 -166 -3 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 38 -38 291 576 576 36 780 616 616 359 652 652 22.363 250 5.433 13.183 530 2.573 31 20 905 2010 T€ 19.900 468 4.890 11.502 578 1.992 15 61 1.360 36 2009 T€ 18.671 535 4.615 11.064 500 2.027 16 5 1.011 Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 80 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 2,58 37,22 1.106 80 58,30 2010 3,09 39,80 1.194 82 56,47 2009 3,49 42,14 1.152 80 57,61 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 11,02 40,40 59,60 31.12.2010 9,15 39,89 60,11 31.12.2009 11,19 41,59 58,41 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 81 von 528 e) Lagebericht Unternehmen & Umfeld Die Erwartungen an 2011 waren nicht geringer als die der Jahre zuvor. Die Ziele, Ausbau des Drittmarktgeschäftes und wirtschaftliche Stabilität, wurden klar erreicht. Mit der Positionierung als Marktrollen-Dienstleister kann A/V/E nicht nur erhebliche Potenziale heben, sondern auch weitere Marktchancen finden. Neue Kunden können, unabhängig von Art und Umfang der zu vergebenden Dienstleistung und ihrer Marktrolle, aus dem modular aufgebauten Full-Service-Angebot Dienstleistungen auswählen und beauftragen. Die strategische Ausrichtung der A/V/E, neben dem Full-Service ihren Auftraggebern auch die Möglichkeit der Beauftragung kundenindividueller Einzelleistungen anzubieten, hat sich auch in diesem Jahr als die richtige Entscheidung erwiesen. Kunden überzeugten sich von der Qualität der A/V/E-Leistungen in kleineren Projekten und beauftragten dann größere Nachfolgeprojekte. Die Strategie der Nutzung mehrerer Abrechnungssysteme (Unabhängigkeit in der Wahl des Abrechnungssystems für den Kunden) erwies sich auch im Jahr 2011 als sehr erfolgreich. Die Fähigkeit, in und mit allen marktüblichen Abrechnungssystemen fallabschließend zu arbeiten, ist am Markt ein derzeit immer noch einmaliges Leistungsangebot. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Angebot im Rahmen eines Application Service Providing (ASP) oder eines Business Service Providing (BSP) handelt. Die damit gelebte Systemunabhängigkeit eröffnet A/V/E auch zukünftig Chancen am Markt. Ein qualitativ hochwertiger Kundenservice ist existenziell. Diverse unabhängige Studien bestätigen immer häufiger, dass die Versorger erkennen müssen, dass neben dem Preis und der Vertragsgestaltung auch der Kundenservice im Wettbewerb mitbestimmend ist. 2009 war das Jahr, in dem zahlreiche neue Wettbewerber auf den Markt drängten. 2010 dagegen war von einer diesbezüglichen Stagnation gekennzeichnet. Neue Wettbewerber wurden nicht wahrgenommen. In 2011 findet ein zunehmender Rückzug der vermeintlich „etablierten“ Marktbegleiter statt. A/V/E konnte 2011 ihre Marktposition nicht nur halten, sondern weiter ausbauen. Geschäftsentwicklung Der sich weiter rasant veränderte energiewirtschaftliche Markt hat einen hohen Flexibilitätsanspruch. Diese Flexibilität stellte A/V/E nicht nur im Kundenservice, die damit verbundene Erreichbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit, sondern auch in der Bearbeitung von Marktkommunikationsprozessen sicher. Die Qualitätssicherung und die Beibehaltung von Flexibilität ist eine der Herausforderungen für die Zukunft. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 2011 sieht die Gesellschaft die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erneut stabil und positiv. Im Geschäftsjahr 2011 betrug das Investitionsvolumen 393 T€ (Vorjahr 343 T€). Das Anlagevermögen verminderte sich um 140 T€ bzw. 11,7 %, wobei die Abschreibungen im Vergleich zu 2010 um 48 T€ rückläufig waren. Das Umlaufvermögen nahm stichtagsbedingt um 72 T€ ab. Der Rückgang entfiel insbesondere auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, dem steht eine Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Das Eigenkapital verringerte sich durch den niedrigeren Jahresüberschuss 2011 sowie der Berücksichtigung der Gewinnausschüttung für das vorangegangene Geschäftsjahr um 40 T€ auf 2.123 T€. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 40,4 % (Vorjahr 39,9 %). Die Entwicklung der Passiva ist vor allem durch die Abnahme von Rückstellungen um 113 T€ geprägt. Ursache dafür ist ein Rückgang von 629 T€ bei den Steuerrückstellungen (resultierend aus der Beendigung der steuerlichen Betriebsprüfung für Vorjahre). Dem stehen die Erhöhungen von Rückstellungen für Altersvorsorgeverpflichtungen von insgesamt 500 T€ gegenüber. Die Verbindlichkeiten nahmen gegenüber dem Vorjahr um 14 T€ ab. Der Umsatz konnte gegenüber 2010 um 12 % auf 22.363 T€ gesteigert werden. Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 82 von 528 Die betrieblichen Aufwendungen (insbesondere Personalaufwendungen) sind im Verhältnis zum Umsatz überproportional angestiegen. Ursächlich hierfür waren zahlreiche Einstellungen von Mitarbeitern aus der Arbeitnehmerüberlassung in ein Beschäftigungsverhältnis mit A/V/E und den oben angeführten Aufwendungen für Altersvorsorgeverpflichtungen. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 58 T€ verbessert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel demgemäß um 455 T€ niedriger aus. Die im außerordentlichen Ergebnis zusammengefassten Auswirkungen der geänderten gesetzlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften („BilMoG“) betrugen im Berichtsjahr 38 T€ und beeinflussten die Ertragslage wie im Vorjahr nicht wesentlich. Der Steueraufwand hat sich insbesondere durch periodenfremde Effekte um 490 T€ gegenüber 2010 verringert. Daher erzielte die A/V/E im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr (576 T€; 2010 616 T€). Die Zahlungsfähigkeit der A/V/E war im Geschäftsjahr 2011 und bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses 2011 jederzeit gewährleistet. Personalwesen In Zeiten veränderter Marktbedingungen und steigenden Wettbewerb erhöhen sich nicht nur stetig die Anforderungen an Prozesse und Systeme, sondern auch an die Menschen im Unternehmen. Es sind die Mitarbeiter, die mit ihrer Veränderungs- und Leistungsbereitschaft eine erfolgreiche Zukunft der A/V/E ermöglichen. Ein modernes strategisches Personalmanagement stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Der Schwerpunkt in der Personalbeschaffung lag insbesondere im Abdecken von kurz- und mittelfristigen Bedarfen für den Kundenservice. Im direkten Umfeld profitieren so rund 100 weitere Arbeitskräfte vom Geschäft der A/V/E. Die Umsatzsteigerung im Jahr 2011 war mit einem Anstieg von Beschäftigung verbunden. Der Personalbestand der A/V/E hat sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 47 Mitarbeiter auf insgesamt 316 Mitarbeiter erhöht, davon sind 13 Auszubildende. Diese werden in den Ausbildungsberufen Bürokaufmann/frau und Kaufmann/frau für Dialogmarketing ausgebildet. Das Thema der Personalgewinnung stellte die Gesellschaft auch im Jahr 2011 vor hohe Herausforderungen. Qualifiziertes Personal zu finden, wird zunehmend schwieriger und die Investition in Schulungsmaßnahmen wird immer höher. Deshalb hatte die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte auch in 2011 für A/V/E eine große Bedeutung. Die Ausbildungsquote betrug 2011 weiterhin rund 5%. Vier Nachwuchskräfte haben ihre Ausbildung bei A/V/E erfolgreich abgeschlossen und alle erhielten das Angebot eines Arbeitsvertrags. Sie nutzten die Chance, ihr erlerntes Wissen in der Praxis zu festigen und zu vertiefen. Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 83 von 528 Risiko-Management Die gesetzlichen energiewirtschaftlichen Regelungen, u.a. zur Liberalisierung des Zähl- und Messwesens, werden durch A/V/E kritisch verfolgt und in die strategischen Betrachtungen aufgenommen. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt A/V/E das Verhalten von Vertriebsgesellschaften und das Reagieren der Netzbetreiber auf gesetzlich veränderte Vorgaben und Rahmenbedingungen und konzentriert sich dann entsprechend auf die Anpassung des eigenen Leistungsspektrums. Risiko-Management und Controlling sind bei A/V/E unverändert eng verbunden. Die quartalsweise identifizierten und bewerteten Risiken werden mit dem Controlling abgestimmt und finden, soweit handelsrechtlich zulässig und notwendig, bilanzielle Berücksichtigung. Im Risiko-Management-Prozess werden nicht nur Risiken, sondern auch Chancen erfasst und gegeneinander abgewogen. A/V/E setzt damit auf eine umfassende vorrausschauende Zukunftseinschätzung. Chancen, Aussichten und Strategie 2011 feierte A/V/E ihre Volljährigkeit und gewann erneut ein Jahr an Erfahrungen und Kompetenz. Seit fast 20 Jahren ist A/V/E der Partner an der Seite der Unternehmen der Energiewirtschaft. Der Zuwachs spiegelt sich nicht nur an den Firmenjahren wider, sondern auch an der Belegschaft. Die stetig steigende Anzahl der Mitarbeiter erfordern auch ein Wachstum von Räumlichkeiten und an Arbeitsplätzen. Zahlreiche Baumaßnahmen haben uns im abgeschlossenen Geschäftsjahr beschäftigt und werden uns auch im kommenden Jahr begleiten. Die bisherigen am Markt etablierten Eigenentwicklungen nA/V/Egation und TA/V/EX sind Ausdruck von Kompetenz, Innovation und Erfahrung. Das intelligente Softwaresystem nA/V/Egation nutzt eine einheitliche Oberfläche, um die unterschiedlichen IT-Systeme der Auftraggeber in einer Benutzerlogik zusammenzuführen. Der Online-Tarifberater TA/V/EX dient den Mitarbeitern im Kundenservice eine kundenspezifische und qualitativ hochwertige Beratung durchzuführen. Die strukturierte Arbeitsweise, die bereits im Angebotsprozess der A/V/E zu erkennen ist, findet in den Reihen der Einkäufer seine Befürworter. Von der Übersichtlichkeit über die Vollständigkeit bis hin zur Plausibilität der Angebote sowie der nachgelagerten Prozesse spiegeln die Arbeitsstrukturen der A/V/E in allen Bereichen wider. Die Ausweitung der A/V/E-Gesellschafterstruktur stärkt A/V/E erneut den Rücken für das Drittmarktgeschäft und damit die vertrieblichen Aktivitäten. Die rhenag Rheinische Energie Aktiengesellschaft übernahm zum 01. Januar 2012 25,1% der A/V/E-Anteile von der enviaM AG und unterstützt damit das Dienstleistungsgeschäft der A/V/E als neuer Gesellschafter. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit. Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 84 von 528 Ausblick Die Regulierung der Energiewirtschaft bietet für A/V/E vielfältige Chancen. Der Wettbewerb zwischen den Energieversorgungsunternehmen wird sich weiter verschärfen. Dies führt mittelfristig zu einer Marktbereinigung und zur Konsolidierung des Marktes. A/V/E wird hier eine wesentliche Rolle spielen. Die steigende Anzahl der Vertriebsgesellschaften, die sich aus Kostengründen einem Outsourcing oder einer dauerhaften Kooperation nicht verschließen können, und der immer besser funktionierende Wettbewerb der Versorgungswirtschaft lassen die A/V/E positiv in die Zukunft blicken. Gleichwohl wird A/V/E sich keine Ruhe gönnen und weiterhin individuell und sehr reaktionsschnell ihre Bestandskunden betreuen und neue Kunden akquirieren. Demzufolge erwartet A/V/E, dass sich Umsatz und Ergebnis 2012 auf ähnlichem Niveau wie 2011 bewegen und mittelfristig weiter positiv entwickeln. A/V/E war in der Vergangenheit akribisch, vorausschauend und ehrlich und wird es auch bleiben. Ver- und Entsorgung A/V/E GmbH Seite 85 von 528 Cives Dienste GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Äußere Hordorfer Straße 12 06114 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Erbringung aller Arten von Dienstleistungen der Daseinsvorsorge und der Infrastrukturentwicklung in und für Gebietskörperschaften, einschließlich der Entwicklung innovativer Leistungsangebote, Werbung, Vertrieb von Waren, Marktbeobachtung, Information, Beratungen und Interessenwahrnehmungen, soweit diese in Zusammenhang mit den vorgenannten Dienstleistungen stehen. Öffentlicher Zweck: Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der Unterhaltsreinigung in Gebäuden der Stadt Halle (Saale). b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Arndt, Michael Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 86 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzender Misch, Werner Junghans, Torsten Philipp, Lothar Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar Hildebrandt, Roland Krause, Johannes Nebelung, Barbara Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias (bis 11.04.2011) (seit 19.05.2011 stellv. Vorsitzender) (seit 28.07.2011) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 1 99 2009 % 1 99 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 0 79 T€ 1 86 T€ 1 51 % 2 98 T€ -1 -7 % -100 -8 Bilanzsumme 79 100 87 100 52 100 -8 -9 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 25 26 28 % 32 33 35 T€ 25 26 36 % 29 30 41 T€ 18 24 10 % 35 46 19 T€ 0 0 -8 % 0 0 -22 Bilanzsumme 79 100 87 100 52 100 -8 -9 Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 87 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3 3 627 5 2 581 0 46 0 2010 T€ 731 37 10 702 1 35 0 0 20 13 2009 T€ 409 42 7 401 0 40 0 0 3 0 0 7 7 3 3 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,49 12,31 3 17 91,86 2010 2,75 110,01 21 18 91,35 2009 0,76 20,59 4 15 88,75 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,53 31,65 68,35 31.12.2010 0,96 28,71 71,29 31.12.2009 2,42 35,05 64,95 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 88 von 528 e) Lagebericht Veränderungen von Rahmen- und Marktbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozentpunkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Im Geschäftsjahr 2011 galt es für die Cives Dienste GmbH, die Stabilisierung des Kerngeschäftes der Gebäudereinigung und die Fortsetzung der im Jahr 2010 aufgenommen Entsorgungstätigkeit für Leichtverpackungen in der täglichen Arbeit umzusetzen. Gegenüber der Muttergesellschaft Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Fähigkeiten durch eine hohe Qualität der Arbeit beweisen. Konsequent setzt dabei das Unternehmen auf die Fortsetzung der kooperativen Partnerschaft zur Leistungserbringung und als Leistungsempfänger auf die ergänzenden Tätigkeiten der kaufmännischen Betriebsführung. Das Geschäftsfeld der Logistikleistungen war im Jahr 2011 von der Anhebung des Mindestlohnniveaus betroffen. Für das Geschäftsfeld der Gebäudereinigung gelten die Regelungen ab 01.01.2012, wobei die Geschäftsführung diese Entwicklung als eindeutigen Schritt zu mehr Chancengleichheit versteht. Besonders im Gebäudereinigerhandwerk kann durch diese gesetzliche Festlegung die Transparenz des Wettbewerbs entwickelt werden. Zugleich stellt es die Cives Dienste GmbH, welche in der Vergangenheit bereits keine sittenwidrigen Löhne zahlte, näher an die Konkurrenten des Marktes. Begrüßt wird zugleich die Kontrolle der Umsetzung dieser Richtlinie. So musste sich im Dezember 2011 die Gesellschaft gegenüber der Zollbehörde ausweisen. Ohne Beanstandung konnte die Prüfung der Landesbediensteten absolviert werden. Im gesamten Geschäftsfeld der allgemeinen Daseinsvorsorge ist es notwendig, für ein erfolgreiches Agieren eine hohe Flexibilität zu beweisen. Dieses ist dem Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr in jedem Fall gelungen, denn selbst große Leistungsschwankungen konnten kompensiert werden. Vor dem Hintergrund einer allgemein stärkeren Betrachtung der Wirtschaftskriminalität hat sich die Cives Dienste GmbH im Jahr 2011 einer Compliance-Risikoanalyse gestellt. Alle Verträge und Regelungen des Unternehmens wurden durch eine externe Prüfungsgesellschaft intensiv auf mögliche Gefahrenpotentiale untersucht. Der Geschäftsführung ist das hohe Schadenspotential durch wirtschaftskriminelle Handlungen bewusst, und diese erste Maßnahme ist ein wesentlicher Schritt zur Vermeidung von Kapital-, Image- und Vertrauensverlusten. Im Jahr 2012 soll das begonnene konzernweite Programm fest zu einem Compliance-Programm entwickelt und etabliert werden. Ein wesentlicher Gedanke der Gesellschaft ist dabei die Entwicklung eines Wettbewerbsvorteils auf Grund eines funktionierenden Präventionssystems. Tätigkeit der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr Um dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz entsprechen zu können, mussten die Rahmenbedingungen für die Cives Dienste GmbH den rechtlichen Vorgaben zum 01. Dezember 2011 angepasst werden. Die bislang praktizierte operative Leistungssteuerung durch die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH konnte nicht fortgesetzt werden. Mit der Schaffung eigener Linienstrukturen wurde im vierten Quartal begonnen. Eine Mitarbeiterin hat zum November die Funktion des Teamleiters übernommen und koordiniert seither die operativen Einsätze der Sparte Gebäudereinigung. Zugleich obliegt ihr ebenfalls die monatliche Abrechnung der tatsächlichen Einsatzstunden. Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 89 von 528 Sparte Gebäudereinigung Das Geschäftsjahr 2011 war für die Sparte Gebäudereinigung von einer stetigen Nachfragebewegung geprägt. Zumeist waren es die saisonal bedingten Schwankungen durch Schulferien aber auch die Häufung von Wochenfeiertagen, welche die Leistungsmengen stark beeinflussten. Zudem war ein hoher Krankenstand anzumerken, so dass die zeitliche Leistungsverschiebung nur bedingt ausgeglichen werden konnte. Insgesamt war das abgelaufene Jahr von einem permanenten Auftragsrückgang gekennzeichnet. Die Konsolidierung des kommunalen Auftraggebers wirkt sich direkt auf das Auftragsvolumen der Cives Dienste GmbH aus. Nur leicht konnten zusätzliche Tätigkeiten für die Theater, Oper und Orchester Halle GmbH für andere Tochterunternehmen des Stadtwerkekonzerns diesen Trend entschärfen. Neu sind im Laufe des Jahres die Objekte der Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau am Standort der Deponie und der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH in der Karlsruher Allee hinzugekommen. Mit der hohen natürlichen Fluktuation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten die Leistungsminderungen kompensiert werden, denn nicht alle freigewordenen Stellen wurden unmittelbar wiederbesetzt. Zum Jahresende misst die Zahl der Leistungen in der Gebäudereinigung 29.986 Einsatzstunden. Diese Reduzierung gegenüber dem Jahr 2010 in Höhe von 10.296 Einsatzstunden stellt eine Senkung um 25,7 Prozent dar. Dennoch geht das Unternehmen zuversichtlich den Aufgaben des Jahres 2012 entgegen, denn in den letzten beiden Monaten des Jahres 2011 war ein Aufwärtstrend zu verzeichnen gewesen. Sparte Logistikleistung für den Entsorgungsbereich In der Sparte Logistik konnte das Leistungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr konstant gehalten werden. Mit 15.751 Einsatzstunden im Geschäftsjahr 2011 war nur eine leichte Reduzierung um 415 Einsatzstunden gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 16.166 Einsatzstunden erkennbar. Durch das Ausscheiden von zwei Mitarbeitern zur Jahresmitte und nur einer Nachbesetzung ab September 2011 steht dieser Entwicklung eine angepasste Aufwandsdarstellung entgegen. Im zweiten Jahr der Leistungserbringung konnte eine Produktivitätssteigerung nachgewiesen und diese Leistungsart zum festen Bestandteil der Produktpalette etabliert werden. Letztlich strebt die Gesellschaft zur langfristigen Fortsetzung des Geschäftsmodells an, aus der Gruppe der Stadtwerke heraus konkurrenzfähige Preise für die stark umkämpften Sammelleistungen der Entsorgungsbranche anzubieten. Ertragslage Insbesondere die geringe Nachfrage nach Gebäudereinigungsleistungen ist für den Umsatzrückgang von TEUR 731 im Jahr 2010 um TEUR 104 auf TEUR 627 im Jahr 2011 ausschlaggebend. Für die Entwicklung der Erträge ist nach der anfänglichen Unterstützung durch die Agentur für Arbeit die Minderung der Rückerstattung von Lohnkosten zu berücksichtigen. Waren im Vorjahr TEUR 10 noch variable Aufwendungen für die Erstausstattung von Material und Arbeitsschutzmittel notwendig, so bestimmen im Jahr 2011 nur noch TEUR 2 diese Kostenartengruppe. Mit der Reduzierung der Personalzahl geht die Senkung des Personalaufwandes einher. Gemessen am Vorjahr in Höhe von TEUR 702 sind es im Geschäftsjahr 2011 nur TEUR 581. Dieser Abbau von 17,2 Prozent spiegelt sich nahezu in der rückläufigen Entwicklung des Umsatzes von 14,2 Prozent wieder. Weitere Tendenzen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen können durch den Ausbau der kaufmännischen Dienstleistungen und einem höheren Aufwand für Aus- und Fortbildung argumentiert werden. Bei Letzterem wird ein Mitarbeiter der Logistik zum Kraftfahrer ausgebildet. Das Betriebsergebnis und zugleich das Ergebnis für den Gesellschafter gibt im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 10 auf TEUR 1 nach, übertrifft aber dennoch die gestellten Erwartungen. Für die bilanzielle Betrachtung ist das Umlaufvermögen von TEUR 79 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 7 gesunken, wobei sich die Detailpositionen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen aus dem Cash Pool gegenläufig entwickelt haben. Hauptsächlich die sonstigen Forderungen haben sich reduziert und bestimmen die Entwicklung der Bilanzsumme auf der Aktivseite von TEUR 87 im Jahr 2010 auf TEUR 79 im Jahr 2011. Die Kreditwürdigkeit der Cives Dienste GmbH war zu jeder Zeit im abgelaufenen Jahr gegeben und die im Cash Pool eingeräumte Kreditlinie in Höhe von TEUR 50 wurde zu keinem Zeitpunkt in Anspruch genommen. Letztmalig wurden im Bilanzjahr 2010 Verlustvorträge ausgeglichen, so dass nunmehr das nominelle Eigenkapital von TEUR 25 konstant fortbesteht. In den Rückstellungen sind nur die planmäßigen Pflichtrückstellungen in den TEUR 26 enthalten. Die Verbindlichkeiten von TEUR 28 nehmen um TEUR 8 gegenüber TEUR 36 im Vorjahr ab. Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 90 von 528 Personal Zum Stichtag 31. Dezember 2011 sind in der Cives Dienste GmbH 32 Mitarbeiter, was einem Äquivalent von 26,3 Vollbeschäftigteneinheiten entspricht, beschäftigt. Dabei befinden sich neun Kraftfahrer und Lader in einem Arbeitsverhältnis von vierzig Stunden pro Woche. Für die 23 Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger gilt eine wöchentliche Beschäftigung von dreißig Stunden. Insgesamt ergab sich somit im Jahresverlauf eine Anpassung der Kraftfahrer und Lader um einen Mitarbeiter und der Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger um 8 Mitarbeiter. Dieser simultane Fortschritt der Beschäftigungszahl war vor dem Hintergrund der Leistungsentwicklung ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Ergebnis zum Jahresende. Risikobericht Die Abhängigkeit vom Gesellschafter in Bezug auf die Abnahme der durch die Cives Dienste GmbH angebotenen Leistungen muss generell als Risiko angesehen werden. Dennoch soll dem latenten Risiko durch die Gewinnung neuer Kunden und durch die Optimierung der Kosten- / Leistungssituation entgegengewirkt werden. Die Gesellschaft ist keinen wesentlichen Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen in Bezug auf die verwendeten Finanzinstrumente, insbesondere Forderungen und Verbindlichkeiten, ausgesetzt. Das Risikofrüherkennungssystem der Gesellschaft befindet sich auf aktuellem Stand. In Auswertung der festgelegten Risikofelder sind keine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken benannt. Zukünftige Entwicklung Eine solide Leistungsentwicklung im Jahr 2012 soll der Cives Dienste GmbH eine positive Ergebnisbestätigung in Höhe von TEUR 4 vor Gewinnabführung bringen. Gleichwohl gilt es, die Suche nach Nischen fortzusetzen, um zusätzlichen Umsatz zu generieren. Zur Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung stützt sich die Gesellschaft wiederholt auf die Strategie, mit ihren Konditionen, stets über dem Mindestlohn der privaten Anbieter, gut motivierte Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Nur so kann die sichere Daseinsvorsorge wie gefordert umgesetzt, aber auch kostengünstig erbracht werden. Diese Herausforderung wird das Agieren im Jahr 2012 weiterhin bestimmen und den marktwirtschaftlichen Fortschritt sichern. Auch für das Folgejahr strebt die Cives Dienste GmbH nach einer Bestätigung ihres Ergebnispotentials. Ver- und Entsorgung Cives Dienste GmbH Seite 91 von 528 Energieversorgung Halle Netz GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) postalischer Sitz Zum Heizkraftwerk 12 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ EVH GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Planung, Erwerb, Betrieb, Vermarktung und sonstige Nutzung von Transport-, Verteilungs- und Speicherungssystemen sowie von Zähl- und Messsystemen für elektrische Energie, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung vornehmlich im Stadtgebiet von Halle (Saale); Errichtung von Transport-, Verteilungs- und Speicherungssystemen sowie von Zähl- und Messsystemen für elektrische Energie-, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung durch Dritte; jede Art der Beschaffung und der gewerblichen Nutzung von elektrischer Energie, Gas und Wärme; Erbringung und Vermarktung von Leistungen und Diensten auf dem Gebiet der Verteilung von elektrischer Energie, Gas und Wärme sowie der Versorgung mit Telekommunikation vornehmlich im Stadtgebiet von Halle (Saale). Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der Energieversorgung Halle Netz GmbH findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Göpfert, Heike Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 92 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 4 71 25 2009 % 2 85 13 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.607 25.232 8.904 T€ 904 43.761 6.696 T€ 451 32.317 5.182 % 1 85 14 T€ 703 -18.529 2.208 % 78 -42 33 Bilanzsumme 35.743 100 51.361 100 37.950 100 -15.618 -30 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 25 19.418 7.478 8.822 % 0 54 21 25 T€ 25 24.830 19.874 6.632 % 0 48 39 13 T€ 25 19.545 13.229 5.151 % 0 51 35 14 T€ 0 -5.412 -12.396 2.190 % 0 -22 -62 33 Bilanzsumme 35.743 100 51.361 100 37.950 100 -15.618 -30 Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 93 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1) 2010 T€ 135.232 429 2.504 110.125 3.679 97 21.107 503 2009 T€ 105.303 11 1.127 81.525 2.722 145 17.634 31 13 100.940 -212 3.102 74.159 4.005 145 21.920 281 298 3.584 127 72 55 231) 3.616 531 3.129 132 331 -199 77 2.853 6 4.427 2.366 5.080 -2.714 40 1.673 0 0 0 0 0 0 ab 2011 werden Teile der Position sonstige Steuern dem Materialaufwand zugeordnet cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 3,58 14.463,52 3.761 1.648 3,86 2010 2,11 11.413,86 2.950 2.424 2,66 2009 1,59 6.691,12 1.831 2.265 2,56 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,16 0,07 99,93 31.12.2010 1,24 0,05 99,95 31.12.2009 0,05 0,07 99,93 Angaben in % % % Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 94 von 528 ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Netznutzung Fernwärme Netznutzung Gas Netznutzung Strom 31.12.2010 724,00 1.349,00 819,00 31.12.2009 0,00 1.174,00 789,00 Angaben in G W G h W G h W h 610,00 1.110,00 799,00 GWh GWh GWh Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 95 von 528 e) Lagebericht 1. 1.1. Rahmenbedingungen, Branchenentwicklung und Geschäft Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozentpunkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. 1.2. Branchenentwicklung Durch die Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen stand die deutsche Energiewirtschaft auch in diesem Geschäftsjahr vor neuen Herausforderungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied mit zwei Beschlüssen vom 28. Juni 2011, dass sich die in § 9 Anreizregulierungsverordnung (ARegV) vorgesehene Berücksichtigung des generellen sektoralen Produktivitätsfaktors nicht auf die Verordnungsermächtigung des § 21a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) stützen ließ und damit unzulässig war. Nach dieser Rechtsprechung fand der generelle sektorale Produktivitätsfaktor mangels Rechtsgrundlage keine Anwendung mehr. Als Reaktion hierauf beschloss der Bundesrat am 8. Juli 2011, die Bundesregierung zu bitten, baldmöglichst einen Gesetzentwurf zur Änderung des Gesetzes zur Neuregelung energiewirtschaftlicher Vorschriften vorzulegen, in dem die Verordnungsermächtigung des § 21a EnWG um Regelungen zur Anwendung und Bestimmung eines generellen sektoralen Produktivitätsfaktors erweitert wird. Dem folgte die Bundesregierung. Der Deutsche Bundestag hat in seiner Sitzung am 1. Dezember 2011 die Änderung des EnWG und der ARegV bezüglich des generellen sektoralen Produktivitätsfaktors beschlossen, so dass dessen Anwendung nunmehr gesetzlich legitimiert ist. Am 28. Oktober 2011 veröffentlichte die Bundesnetzagentur neue Regeln für den Wechsel des Strom- und Gasanbieters. Der Lieferantenwechsel muss ab der Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber innerhalb von drei Wochen erfolgen. Ein Liefervertrag konnte bisher nur zum Ersten eines Monats geschlossen werden, nun ist der Beginn eines Liefervertrages an jedem beliebigen Werktag möglich. Den Netzbetreibern und Energielieferanten wurde eine Umsetzungsfrist bis zum 1. April 2012 gewährt. Die Bundesnetzagentur hat am 31. Oktober 2011 die Eigenkapitalzinssätze für die Betreiber von Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetzen für die zweite Regulierungsperiode beschlossen. Diese beginnt für Stromnetzbetreiber am 1. Januar 2014 und für Gasnetzbetreiber am 1. Januar 2013. Der Zinssatz wurde für Neuanlagen auf 9,05 Prozent und für Altanlagen auf 7,14 Prozent vor Körperschaftsteuer festgeschrieben. Die vergleichsweise moderate Kürzung gegenüber der ersten Regulierungsperiode wurde mit der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus begründet. Auf eine Reduzierung des Risikozuschlags wurde laut Pressemitteilung der Bundesnetzagentur jedoch verzichtet, um Anreize für den deutschen Netzausbau im Rahmen der geplanten Energiewende zu wahren. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 96 von 528 Im November 2011 hat die Bundesnetzagentur die Qualitätsregulierung für Stromverteilernetze begonnen. Im ersten Schritt wurden den Stromverteilnetzbetreibern, welche in der ersten Regulierungsperiode am regulären Verfahren der Anreizregulierung teilnehmen, die Höhe des individuellen sogenannten Qualitätselements (Q-Element) mitgeteilt. Dieses dient einem Bonus-Malus-System für Netzzuverlässigkeit und hat künftig direkten Einfluss auf die Erlösobergrenzen. 1.3. Geschäft Die Gesellschaft ist als Strom-, Gas- und Fernwärmenetzbetreiber vorrangig für den Betrieb und den Ausbau des Verteilnetzes verantwortlich. Das Unternehmen erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 100,9 Millionen Euro, der sich überwiegend aus der Vereinnahmung der Netznutzungserlöse zusammensetzte. Auf Basis des Energiewirtschaftsgesetzes vom 7. Juli 2005 und der Anreizregulierungsverordnung vom 29. Oktober 2007 wurde mit einem Schreiben vom 2. September 2008 von der Bundesnetzagentur für die 1. Regulierungsperiode ein unternehmensspezifischer Effizienzwert für die beeinflussbaren Kostenbestandteile der Netzentgelte Strom von 95,7 Prozent festgelegt, der bis zum 31. Dezember 2018 gültig ist. Die Erlösobergrenze für Strom wurde der Energieversorgung Halle Netz GmbH mit Schreiben vom 6. Januar 2009 mitgeteilt und hat bis 31. Dezember 2013 Gültigkeit. Für den Bereich des Verteilnetzes Gas wurde mit Schreiben vom 10. Dezember 2008 und einer Gültigkeit bis 31. Dezember 2017 von der Landesregulierungsbehörde Magdeburg ein unternehmensspezifischer Effizienzwert von 82,2 Prozent festgelegt. Mit gleichem Schreiben wurde auch die Erlösobergrenze für Gas mitgeteilt, welche bis 31. Dezember 2012 gültig ist. Eine Anpassung der Erlösobergrenze kann lt. Anreizregulierungsverordnung (ARegV) jährlich zum 1. Januar des Folgejahres erfolgen. Anpassungsrelevante Faktoren sind die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes oder nicht beeinflussbare Kostenanteile, wie z. B. vorgelagerte Netzkosten oder Kosten der vermiedenen Netznutzung. Zur Ermittlung der Höhe der Mehrerlösabschöpfung Strom hat die BNetzA einen Erhebungsbogen erstellt, der dieser am 19. August 2009 übersandt worden ist. Der auf der Basis des Bescheides zur Mehrerlösabschöpfung vom 27. November 2009 durch die BNetzA ermittelte Wert der Mehrerlösabschöpfung Strom der Jahre 2005 bis 2007 wurde als Rückstellung eingestellt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2013 wird diese zu je einem Viertel in Anspruch genommen. Die Landesregulierungsbehörde hat bisher darauf verzichtet, für Gas eine Mehrerlösabschöpfung für die Jahre 2005 bis 2007 zu berechnen. Da ungewiss ist, ob die Landesregulierungsbehörde zu einem späteren Zeitpunkt doch eine Mehrerlösabschöpfung erheben wird, wurde auf der Basis des Erhebungsbogens Gas der BNetzA die Mehrerlösabschöpfung Gas ermittelt und im Jahr 2009 eine Rückstellung gebildet. Für die Jahre 2007 und 2008, die vor dem Beginn der 1. Anreizregulierungsperiode lagen, mussten Betreiber von Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetzen nach § 11 Satz 1 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) beziehungsweise § 10 der Gasnetzentgeltverordnung (GasNEV) nach Abschluss einer Kalkulationsperiode die Differenz zwischen den Erlösen ermitteln, die sie in dieser Periode aus den Netzentgelten erzielt haben sowie den für die Periode kalkulierten Netzkosten. Für diese Differenz muss eine Rückstellung gebildet werden, die so genannte Periodenübergreifende Saldierung (PÜS). In den Jahren 2009 bis 2011 ist die Periodenübergreifende Saldierung des Jahres 2007 Bestandteil der genehmigten Erlösobergrenzen für Strom und Gas. In den Jahren 2010 bis 2012 kommt die PÜS 2008 zum Ansatz. Mit Beginn der 1. Anreizregulierungsperiode sind die Betreiber von Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetzen nach § 5 der Anreizregulierungsverordnung (ARegV) verpflichtet, ein Regulierungskonto zu führen. Inhaltliche Schwerpunkte des Regulierungskontos bilden die Differenz zwischen den zulässigen Erlösen und den vom Netzbetreiber unter Berücksichtigung der tatsächlichen Mengenentwicklung erzielten Erlösen - inhaltlich mit der periodenübergreifenden Saldierung (PÜS) vergleichbar, die Differenz aus den tatsächlich entstandenen Kosten und den in der Erlösobergrenze zum Ansatz gebrachten Kosten der dezentralen Einspeisung und des vorgelagerten Netzes. In Umsetzung des Konzernprojekts zur Schaffung einer konzerneinheitlichen und konzerninternen Abrechnungslösung gingen zum 1. Januar 2011 alle Funktionen der Netzabrechnung Strom, Gas und Fernwärme an die IT Consult Halle GmbH über. Die Aktivitäten wurden über Dienstleistungsverträge abgerechnet. Der Personalbereich der EVH GmbH ging zum 1. Januar 2011 mittels Personalübergang an die Stadtwerke Halle GmbH über. Entsprechende Personaldienstleistungen für die Energieversorgung Halle Netz GmbH wurden daher von der Stadtwerke Halle GmbH übernommen und die entsprechenden Rahmenbedingungen durch Dienstleistungsverträge geregelt. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 97 von 528 1.4. Kommunikation Der Gesellschafter der Netzgesellschaft Halle wurde durch schriftliche und mündliche Berichte der Geschäftsführung regelmäßig über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft unterrichtet. Wichtige Geschäftsvorgänge, die Geschäftsentwicklung, die finanzielle Lage der Gesellschaft und die Ergebnissituation sowie alle Maßnahmen, die nach den Regelungen der Satzung der Zustimmung des Gesellschafters bedürfen, wurden eingehend beraten. 2. 2.1. Ertragslage Absatz / Umsatz Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die Gesamtumsatzerlöse aus Netznutzung 93,4 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 96,2 Millionen Euro. Netznutzung Strom Im Netzgebiet der Energieversorgung Halle Netz GmbH wurden im Jahr 2011 799 GWh (Vorjahr: 819 GWh) Strom ausgespeist. Die Umsätze in diesem Zusammenhang betrugen 49,5 Millionen Euro. Dies ist eine Verringerung von 1,2 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Zum einen wurden niedrigere Umsätze aufgrund der gesunkenen Ausspeisung generiert. Zum anderen wirkte sich die Inanspruchnahme der Mehrerlösabschöpfung in Höhe von 2,5 Millionen Euro positiv auf den Umsatz aus. Positiven Einfluss hatte der im Jahr 2011 in das Regulierungskonto eingestellte Betrag. Netznutzung Gas Der Durchsatz im Erdgasnetz der Gesellschaft betrug 1.110 GWh (Vorjahr: 1.349 GWh). Der Umsatz in diesem Segment belief sich auf 21,3 Millionen Euro (Vorjahr: 22,7 Millionen Euro). Die Ursache für den geringeren Erlösausweis liegt in einem geringeren Erdgasdurchsatz in 2011 und der gegenüber dem Vorjahr abweichenden Erlösobergrenze. Dieser Effekt wurde durch den im Jahr 2011 in das Regulierungskonto eingestellte Betrag zum Teil kompensiert. Netznutzung Fernwärme Die Energieversorgung Halle Netz GmbH ist seit 1. Januar 2010 Pächter des Fernwärmenetzes der EVH GmbH. In Anlehnung an die Berechnungsmethodik der Netznutzungsentgelte für Strom und Gas wurden auch die Entgelte für Wärme kalkuliert. Das Unternehmen transportierte im Jahr 2011 610 GWh (Vorjahr: 724 GWh) Wärme und erzielte 22,6 Millionen Euro (Vorjahr: 22,9 Millionen Euro) Umsatzerlöse aus Netznutzung Wärme. In den Umsatzerlösen wurde das Ausgleichskonto Wärme 2011 fortgeschrieben und beeinflusste die Umsatzerlöse aus Netznutzung Fernwärme positiv. Umsatzerlöse Strom Ab dem Jahr 2011 wurde der von der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH im Kraftwerk Dieselstraße erzeugte Strom nicht mehr an die Energieversorgung Halle Netz GmbH verkauft. In der Folge fand auch kein Weiterverkauf an die EVH GmbH mehr statt. Somit wurden bei der Energieversorgung Halle Netz GmbH in den Umsatzerlösen aus Strom in Höhe von 1,3 Millionen Euro (Vorjahr: 25,8 Millionen Euro) im Jahr 2011 nur Erlöse aus dem Weiterverkauf des von kleinen dezentralen KWK-Anlagen aufgenommenen Stroms und die erzielten Erlöse für Ausgleichsenergie aus der Bilanzkreisabrechnung des Übertragungsnetzbetreibers ausgewiesen. Diese sind weitestgehend ergebnisneutral. In der Position Strombezug ist der Aufwand für Unterspeisung aus der Bilanzkreisabrechnung enthalten. Sonstige Umsatzerlöse Die Energieversorgung Halle Netz GmbH erzielte mit Servicedienstleistungen einen Umsatz in Höhe von 2,0 Millionen Euro. Bestandteil dieser Position waren vor allem die Erlöse aus dem Geschäftsbesorgungsvertrag mit der EVH GmbH, welcher Energiedienstleistungen für Nahwärme, Facility Management und Kraftwerke für die EVH beinhaltet. Ferner enthielt diese Position Erlöse für Servicedienstleistungen, vor allem aus Umverlegungsarbeiten für Kundenanschlüsse. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 0,4 Millionen Euro höhere Erlöse für Servicedienstleistungen generiert. Weitere Sonstige Umsatzerlöse beliefen sich auf 4,1 Millionen Euro (Vorjahr: 11,7 Millionen Euro). Die Verminderung dieser Position gegenüber dem Vorjahr resultierte aus der Tatsache, dass die Erlöse aus Zuschlägen gemäß § 7 KWKG für die im Kraftwerk Dieselstraße per Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte und gemäß KWK-Gesetz geförderte Strommenge nicht mehr enthalten war. Die Veränderung stellte sich im Aufwand für KWK als Gegenposition ebenso dar. Außerdem enthalten waren die vom regelzonenverantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH gezahlten Vergütungen nach dem Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-WärmeKopplung (KWKG) für die eingespeisten KWK-Strommengen kleiner dezentraler Einspeiser sowie für die nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) geförderten, vom Netzbetreiber aufgenommenen Strommengen. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 98 von 528 2.2. Variable Aufwendungen Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen in der Energieversorgung Halle Netz GmbH Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen in Höhe von 74,2 Millionen Euro an. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 35,9 Millionen Euro weniger ausgegeben. Bezug KWK-Strom Die Strombezugskosten mit 0,1 Millionen Euro entsprachen den KWK-Strombezugskosten aus der Einspeisung kleiner dezentraler Erzeuger. Im Vorjahr wurden für den KWK-Strombezug 22,9 Millionen Euro aufgewandt. Diese Veränderung war darauf zurück zu führen, dass der Strombezug von der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH ab 2011 nicht mehr enthalten war. Netzverluste / Betriebsverbrauch / Regelenergie Weiterhin bezog die Energieversorgung Halle Netz GmbH Strom in Höhe von 3,6 Millionen Euro (Vorjahr: 5,1 Millionen Euro) zur Deckung der Netzverluste, des Betriebsverbrauchs und der Regelenergie für das Stromnetz sowie Kommunalgas in Höhe von 0,3 Millionen Euro (Vorjahr: 0,2 Millionen Euro) für das Gasnetz. Zur Deckung der Netzverluste für das Fernwärmenetz wandte die Gesellschaft 3,8 Millionen Euro auf (Vorjahr 5,2 Millionen Euro). KWK-Aufwand Der KWK-Aufwand belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 0,6 Millionen Euro (Vorjahr: 9,9 Millionen Euro). Diese Position resultierte zum einen aus der Vergütung der KWK-Förderung an die zuschussberechtigten Stromeinspeiser und zum anderen aus dem im Netznutzungsentgelt als Letztverbraucherzuschlag enthaltenen KWK-Belastungsausgleich. Die Abweichung zum Vorjahr war ebenfalls auf die veränderte Vertragsgestaltung bezüglich der durch die Heizkraftwerk HalleTrotha GmbH produzierten Strommengen zurückzuführen. Bezogene Leistungen Für bezogene Leistungen fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr 62,2 Millionen Euro (Vorjahr: 64,6 Millionen Euro) an. Aufgrund von Umstrukturierungen innerhalb des Stadtwerkekonzerns wurden Personal-, Abrechnungs- und DVDienstleistungen, die im Vorjahr in den bezogenen Leistungen enthaltenen waren, den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zugeordnet. Der Aufwand für die Nutzung des vorgelagerten Stromnetzes der envia Verteilnetz GmbH ist gesunken. In den bezogenen Leistungen sind ebenfalls die Aufwendungen aus vermiedener Netznutzung für den in das Netz eingespeisten Strom aus Stromerzeugungsanlagen im Netzgebiet der Stadt Halle und die gesonderten Kosten des vorgelagerten Gasnetzes von ONTRAS enthalten. Eine weitere Position ist das Pachtentgelt für die von der EVH GmbH gepachteten Energieversorgungsnetze sowie für die von der EVH GmbH erbrachten kaufmännischen und technischen Dienstleistungen im Rahmen der Geschäftsbesorgung durch die EVH GmbH. 2.3. Personal- und Sozialbereich Am 31. Dezember 2011 beschäftigte die Energieversorgung Halle Netz GmbH 66 Mitarbeiter und 8 Auszubildende. Der Personalaufwand betrug 4,0 Millionen Euro. Diese Steigerung um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr war im Wesentlichen auf die Tarifsteigerung zum Jahresanfang sowie auf Neueinstellungen zurückzuführen. Insgesamt beschäftigte die Energieversorgung Halle Netz GmbH zum Jahresende 2011 damit 6 Mitarbeiter mehr als noch zum Ende des Jahres 2010. Das durchschnittliche Lebensalter der Belegschaft lag zum Ende des Geschäftsjahres bei 41 Jahren. Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit belief sich auf 16 Jahre (unter Berücksichtigung der Betriebsübergänge gemäß § 613a BGB). Die Energieversorgung Halle Netz GmbH steht vor den Herausforderungen des demographischen Wandels. Sowohl die geburtenschwachen Jahrgänge als auch die Abwanderungsbewegung der Bevölkerung machen es immer schwieriger, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Ein besonderes Augenmerk liegt deshalb auf der Rekrutierung von Mitarbeitern aus den eigenen Reihen durch Berufsausbildung bzw. der Gewinnung von Hochschulabsolventen. Um den Wissenstransfer zu gewährleisten, wird angestrebt, Jungfacharbeiter zu übernehmen. Zudem besteht für Auszubildende die Möglichkeit, duale Studiengänge zu absolvieren. Auch das Angebot von Diplomanden-, Praktikanten- und Traineestellen wird kontinuierlich ausgebaut. Angesichts des bundesweiten Start-Termins zur Bilanzkreisabrechnung (Festlegung von Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom – MaBiS) zum 1. April 2011 mit verbindlichen Geschäftsprozessen und dem Ziel einer durchgängigen Prozessund Datenbeschreibung wurden die Geschäftsprozesse im neuen Netzmanagementbilanzierungssystem aufgenommen. Die personelle Neubesetzung im Sachgebiet wurde ohne Verzögerung angegangen. Neue Datenaustauschpflichten mit neuen Zeitreihentypen und Datenformaten sind ebenso zu entwickeln, wie angepasste Prozessbeschreibungen für die Abwicklung der Bilanzkreisabrechnung. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 99 von 528 Mit der Einführung der Marktteilnehmer Messstellenbetreiber und Messdienstleister und der bundesweiten Verpflichtung des Angebotes von intelligenten Zählern wurde es notwendig, alle Wechselprozesse (Netzabnahmestellen, Lieferanten und Messstellenbetreiber) in einem Sachgebiet zusammen zu fassen. Am 9. September 2010 veröffentlichte die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Festlegungen zur Standardisierung von Verträgen und Geschäftsprozessen im Messwesen. Die als Anlage zu den Beschlüssen festgelegten Änderungen der Anlage zur GPKE (Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Strom) und GeLiGas (Geschäftsprozesse zum Lieferantenwechsel Gas) waren ab dem 1. Oktober 2011 anzuwenden. Aufgrund der relativ schnellen Folge des Eintretens der passiven Arbeitsphase und des krankheitsbedingten Ausfalls von insgesamt 5 Mitarbeitern wurde zur Entspannung der Situation in den Wartebereichen die Nachfolgeplanung forciert. Für die Einarbeitung neuer Betriebsführer werden aufgrund des komplexen Tätigkeits- und Aufgabengebietes und der umfangreichen Anforderungen mindestens 2 Jahre benötigt. Während dieses Zeitraumes sollen die Mitarbeiter auch am Bereitschaftsdienst des Netzservice teilnehmen, um die wichtigsten Abläufe vor Ort kennenzulernen. 2.4. Sonstiger betrieblicher Aufwand Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Berichtszeitraum 21,9 Millionen Euro und fielen mit 0,8 Millionen Euro höher aus als im Vorjahr. Die Abweichungen resultierten hauptsächlich aus der vom Vorjahr abweichenden Zuordnung von Personal-, Abrechnungs- und DV-Dienstleistungen. Diese veränderte Zuordnung beruhte auf Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns. Weitere wesentliche Bestandteile dieser Position waren die Aufwendungen für die Konzessionsabgabe Strom und Gas sowie der Gestattungsvertrag Fernwärme in Höhe von 8,6 Millionen Euro (Vorjahr: 9,2 Millionen Euro) und die Kosten für Instandhaltungs- und Abrüstungsarbeiten. 2.5. Außerordentliches Ergebnis Im Geschäftsjahr 2011 belief sich das Außerordentliche Ergebnis auf 0,1 Millionen Euro. Grund für die Veränderung zum Vorjahr in Höhe von 0,3 Millionen Euro waren im Wesentlichen geringere Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Bilanzrechtsmodernisierungs-gesetz. 2.6. Ergebnisverwendung Die Gesellschaft führt den Jahresüberschuss in Höhe von 3,6 Millionen Euro an die EVH GmbH aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages ab. 3. Finanzlage Die Kapitalflussrechnung weist im Geschäftsjahr einen Zahlungsmittelabfluss von 1,0 Millionen Euro aus. Dieser ergibt sich aus dem Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 2,7 Millionen Euro, dem Cash-Outflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 0,8 Millionen Euro und der Ergebnisabführung in Höhe von 2,9 Millionen Euro. Wie die Kapitalflussrechnung zeigt, verringerte sich der Cash-flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Millionen Euro. Die Senkung des Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit beruht im Wesentlichen auf dem negativen Saldo der Rückstellungen (Abnahme -5,3 Millionen Euro) im Geschäftsjahr sowie der Entwicklung von Forderungen und Verbindlichkeiten. Aufgrund der Zahlungsmittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und unter Berücksichtigung des Cash-Outflows aus der Investitionstätigkeit (0,8 Millionen Euro) sowie der Abführung des Vorjahresergebnisses (2,9 Millionen Euro) ergibt sich insgesamt ein Finanzmittelbestand in Höhe von 10,2 Millionen Euro (Vorjahr: 11,2 Millionen Euro). Dies entspricht einer Verschlechterung des Finanzmittelbestandes um 1,0 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Finanzmittelbestand wird täglich dem Cash-Pool der Stadtwerke Halle GmbH zugeführt und dort angemessen verzinst. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 100 von 528 4. Vermögenslage Die Energieversorgung Halle Netz GmbH hat mit der EVH GmbH einen Pachtvertrag abgeschlossen, welcher die Überlassung der für den Netzbetrieb erforderlichen Vermögensgegenstände regelt. Das Unternehmen tätigte im Geschäftsjahr 2011 Investitionen in Höhe von 0,8 Millionen Euro, welche hauptsächlich für die Beschaffung spezieller Hard- und Software ausgegeben wurden. Die Bilanzsumme des Unternehmens verringerte sich um 15,6 Millionen Euro auf 35,7 Millionen Euro. Das Eigenkapital belief sich auf 25 Tausend Euro. 5. Nachtragsbericht Nach dem Schluss des Geschäftsjahres ereigneten sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen Nachtragsbericht für die Energieversorgung Halle Netz GmbH notwendig machen würden. 6. Tätigkeiten Als Unternehmen ist die Energieversorgung Halle Netz GmbH für Ausbau, Betrieb, und Instandhaltung von Energieversorgungsnetzen der Sparten Strom, Gas und Wärme sowie der spartenübergreifenden Fernwirk-, Kommunikations- und Leittechnik tätig. Die Netze wurden von der Muttergesellschaft EVH GmbH gepachtet. Neubau, Ersatzinvestitionen, Erneuerungen und Änderungen im Rahmen der Betriebsführung sind das Kerngeschäft der Netzgesellschaft Halle. Gemäß § 6b Abs. 3 EnWG wurde jeweils für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung ein Tätigkeitsabschluss erstellt. 7. Risikobericht Basierend auf den gesetzlichen Anforderungen bildet das Risikomanagementsystem der Energieversorgung Halle Netz GmbH einen integralen Bestandteil der Unternehmensführung. Die Energieversorgung Halle Netz GmbH führt jährlich zusammen mit der EVH GmbH eine Chancen- und Risikoinventur durch, auf deren Grundlage die Anpassung der Inhalte des monatlichen Reports erfolgt. Ziel ist es, möglichst frühzeitig Informationen über Risiken und Chancen und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen zu gewinnen, die Erkenntnisse fortlaufend in unternehmerische Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen und gegenüber der Gesellschafterin kontinuierlich zu kommunizieren. Hinsichtlich der bestehenden Finanzinstrumente ist die Netzgesellschaft Halle nur in geringem Umfang Ausfall- und Liquiditätsrisiken bzw. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt. Dies begründet sich mit dem aktiven Management dieser Risiken sowie dem relativ stabilen geschäftlichen Umfeld. Zur Minderung der Ausfallrisiken von Kunden werden regelmäßige Abschläge vereinbart und eingezogen. Die bestehenden Ergebnisrisiken resultieren im Wesentlichen aus dem ständigen Wandel im rechtlichen und politischen Umfeld. Im Rahmen der Anreizregulierung ist vorgesehen, dass von allen Unternehmen eine Effizienzsteigerung zu erbringen ist. In den ersten fünf Jahren müssen die Netzbetreiber einen jährlichen Produktivitätsfortschritt von 1,25 Prozent und in den zweiten fünf Jahren von 1,5 Prozent erzielen. Außerdem ist das Kostenniveau im Ergebnis des Effizienzvergleichs zum Beginn der ersten Anreizregulierungsperiode langfristig abzusenken. Das bedeutet für die Gesellschaft, dass sie ihre Netzentgelte am effizientesten vergleichbaren Unternehmen ausrichten und dessen Niveau spätestens nach zehn Jahren erreichen muss. Daraus ergibt sich eine Unsicherheit bezüglich des Preisniveaus des Nutzungsentgeltes für Strom und Gas. In Summe bestanden während des Berichtsjahres keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken. Derartige Risiken sind auch für das folgende Geschäftsjahr nicht erkennbar. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 101 von 528 8. Prognosebericht Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich durch die eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenoptimierung, insbesondere im Bereich Instandhaltung und Ersatzinvestition, mittelfristig eine Verbesserung der Effizienzwerte einstellen wird. Um weiterhin einen sicheren Betrieb der Anlagen und die qualitätsgerechte Versorgung der Kunden zu gewährleisten, werden im Netz der Energieversorgung Halle Netz GmbH entsprechend dem notwendigen Umfang Investitionen, Instandhaltungen und Abrüstungen durchgeführt. Die Energieversorgung Halle Netz GmbH verantwortet in ihrer Rolle als Netzbetreiber im Stadtgebiet Halle Entscheidungen über den Bau oder die Modernisierung von Übertragungs- und Verteilleitungen sowie zugehöriger Stationen und Anlagenkomponenten der Fachsparten Strom, Erdgas, Fernwärme, Leittechnik, Passivnetze und Zähler. Zur Gewährleistung der Effizienzsteigerung werden im Rahmen der Anlagenbewertungen auf Basis der technischen Daten, der Störungsdaten und praxisbezogener Handlungsempfehlungen Schwachstellenanalysen der Netzkomponenten der Gewerke Strom, Gas und Fernwärme durchgeführt, im Netzzustandsbericht fixiert und für eine zukünftige Netzausbauplanung zusammengeführt. Die bereits im Jahr 2009 begonnenen und mittelfristig weiterzuführenden Maßnahmen im Schutzrohrauswechslungsprogramm, beim Umbau der Kettenpaartrafostationen und der Ersatz von Fernwärmeprimärund -sekundärleitungen führen zum einen zur Optimierung im Bereich der Investition und zeigen andererseits Kostensenkungspotenziale der Betriebs- und Instandhaltungskosten. Im Ergebnis der Auswertung der Prognosezahlen wird im kommenden Berichtsjahr von einem gleich bleibenden Strommengenaufkommen im Netzgebiet der Stadt Halle ausgegangen. Das Mengenaufkommen im Gassektor kann witterungsbedingt variieren. Die Gesellschaft geht im Jahr 2012 von Investitionen in Höhe von 0,6 Millionen Euro aus. Hauptsächlich wird in den Kauf bzw. Ersatz von Hard- und Software investiert. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat mit ihrem Schreiben vom 5. Dezember 2011 den Entwurf eines Beschlusses im Hinblick auf die beabsichtigte Festlegung zur Bestimmung des Qualitätselementes übersandt. Im Rahmen der Anhörung gemäß § 67 Abs. 1 EnWG hat die Netzgesellschaft Halle die Gelegenheit zur Stellungnahme bis zum 10. Januar 2012 wahrgenommen. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet die Energieversorgung Halle Netz GmbH ein positives Jahresergebnis vor Gewinnabführung in Höhe von 0,2 Millionen Euro. Für das Jahr 2013 plant die Gesellschaft nach den derzeit bekannten Rahmenbedingungen ein Ergebnis von ebenfalls 0,2 Millionen Euro. Ver- und Entsorgung Energieversorgung Halle Netz GmbH Seite 102 von 528 EVH GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 10.250 T€ Stadtwerke Halle GmbH 10.250 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Erzeugung und Lieferung von Elektrizität, Gas und Wärme; die Errichtung, der Erwerb und der Betrieb von Anlagen, die der Versorgung mit Elektrizität, Gas und Fernwärme dienen; die Vornahme von Kommunikationsdienstleistungen aller Art sowie aller Geschäfte, die den vorerwähnten Unternehmensgegenständen unmittelbar oder mittelbar dienen können. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der EVH GmbH findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Vorsitzender Müller-Urlaub, Berthold Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias Aufsichtsrat: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Kocian, Burkhard Bauersfeld, Martin Birth, Siegfried Felke, Thomas Gabrysch, Hubert Gärtner, Steffen Hajek, Andreas Knöchel, Swen Krause, Johannes Neumann, Lutz Paulsen, Oliver Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 103 von 528 Aufsichtsrat: Philipp, Lothar Schramm, Rudenz Wolter, Tom 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 25 31.12.2009 T€ 24 Aufsichtsrat 26 c) Beteiligungen unmittelbar Energieversorgung Halle Netz GmbH Meter1 GmbH & Co. KG Meter1 Verwaltung GmbH Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH T€ 25 833 8 25 % 100,00 33,33 33,33 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 70 30 0 2009 % 67 33 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 235.389 100.276 759 T€ 236.821 118.447 1.015 T€ 247.955 87.702 7.761 % 72 26 2 T€ -1.432 -18.171 -256 % -1 -15 -25 Bilanzsumme 336.424 100 356.283 100 343.418 100 -19.859 -6 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Sonderposten für Investitionszuschüsse Anlagevermögen und Anschlusskosten Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten zum T€ 77.917 8.426 20.699 51.531 168.530 9.321 % 23 3 6 15 50 3 T€ 77.917 9.549 24.423 52.724 184.566 7.104 % 22 2 7 15 52 2 T€ 76.736 10.783 28.896 51.255 167.415 8.333 % 22 3 8 15 49 3 T€ 0 -1.123 -3.724 -1.193 -16.036 2.217 % 0 -12 -15 -2 -9 31 Bilanzsumme 336.424 100 356.283 100 343.418 100 -19.859 -6 Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 104 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Stromsteuer/Erdgassteuer Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 465.608 -36.925 1 2.745 23.083 342.121 28.261 22.588 32.046 3.616 560 0 4.447 29.225 100 5.384 -5.284 -273 1.193 23.021 2010 T€ 452.339 -34.294 -13 1.843 26.997 328.687 27.675 23.616 38.343 2.853 798 0 4.397 27.805 60 1.444 -1.384 -0 1.062 25.359 2009 T€ 409.097 -33.068 -39 2.158 24.799 271.830 26.837 26.031 49.715 1.673 347 114 4.277 26.163 4.305 5.951 -1.646 623 935 22.959 0 0 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 5,37 29,55 45.609 937 6,22 2010 6,07 32,55 48.975 899 6,19 2009 6,11 29,92 49.104 782 6,66 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 69,75 23,16 76,84 31.12.2010 66,25 21,87 78,13 31.12.2009 71,54 22,34 77,66 Angaben in % % % Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 105 von 528 ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Absatz Erdgas Absatz Strom Absatz Wärme 31.12.2010 3.221,00 1.577,00 958,00 31.12.2009 2.910,00 1.339,00 753,00 Angaben in G W G h W G h W h 2.799,00 1.741,00 789,00 GWh GWh GWh Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 106 von 528 e) Lagebericht 1. 1.1. Rahmenbedingungen, Branchenentwicklung und Geschäft Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozentpunkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. 1.2. Branchenentwicklung Durch die Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen stand die deutsche Energiewirtschaft auch in diesem Geschäftsjahr vor neuen Herausforderungen. Am 6. Juni 2011 beschloss die Bundesregierung ihr Maßnahmenpaket zur Energiewende. Der Bundestag hat das aus insgesamt sieben Gesetzen und einer Verordnung bestehende Maßnahmenpaket am 30. Juni 2011 verabschiedet. Dem hat der Bundesrat am 8. Juli 2011 weitgehend zugestimmt. Es umfasst unter anderem Neuregelungen und Anpassungen im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2012), den Erlass des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes Übertragungsnetz (NABEG) sowie die Novelle des Atomgesetzes mit dem darin verankerten Ausstieg aus der Kernenergie. Ausgenommen ist lediglich das Gesetz zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Bundestag und Bundesrat konnten sich bis Ende 2011 dazu nicht einigen. Die Regelungen des novellierten EEG 2012 treten am 1. Januar 2012 in Kraft. Änderungen betreffen vor allem Neuregelungen des Rechtsrahmens für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Langfristig sollen erneuerbare Quellen wie Sonne, Wind, Biomasse oder Geothermie weitgehend den gesamten in Deutschland benötigten Strom liefern. Bis 2020 soll sich der Anteil von heute 17 auf 35 Prozent verdoppeln und auch danach noch deutlich zunehmen. Hierfür setzt die Regierung vor allem auf neue Windparks auf hoher See, die stärker gefördert werden. Auch die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft und Geothermie profitieren von höheren Vergütungssätzen. Im Gegenzug sinken die Vergütungssätze für die Erzeugung von Strom aus Biomasse und Photovoltaik. Das Bundesumweltministerium rechnet wegen der Ökostrom-Förderung vorübergehend mit steigenden Strompreisen, welche ab 2030 deutlich sinken sollen. Das novellierte EnWG trat am 4. August 2011 in Kraft. Die meisten Neuregelungen haben sowohl Auswirkungen auf Betreiber von Transport-, Verteil- und Objektnetzen als auch auf das Verhältnis von Letztverbrauchern und Energieversorgungsunternehmen. Die Neuerungen für Energieversorgungsunternehmen umfassen u. a. die Reduzierung der Frist für die Durchführung des Lieferantenwechsels, die erhöhten Anforderungen an die Stromkennzeichnung sowie zusätzliche Anforderungen an die Rechnungen. Das NABEG trat am 5. August 2011 in Kraft. Mit dem Gesetz wird die Grundlage für einen rechtssicheren, transparenten, effizienten und umweltverträglichen Ausbau des Übertragungsnetzes sowie dessen Ertüchtigung geschaffen. Durch das Gesetz soll der Ausbau der Stromnetze vorangetrieben werden. Dies ist die Voraussetzung für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 107 von 528 Infolge der Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan) im März 2011 erließ die Bundesregierung ein dreimonatiges AtomMoratorium, welches eine Überprüfung sämtlicher deutscher Atomkraftwerke und die zwischenzeitliche Abschaltung von acht deutschen Reaktoren zum Inhalt hatte. Am 30. Juni 2011 beschloss der Bundestag im Rahmen der Energiewende den endgültigen Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie und nahm damit die erst im Herbst des Vorjahres beschlossene Laufzeitverlängerung der vorhandenen Atomkraftwerke zurück. Die während des Moratoriums abgeschalteten Reaktoren wurden sofort stillgelegt und für die verbliebenen neun Anlagen eine stufenweise Abschaltung bis 2022 festgelegt. Seit 2010 gilt die Ausführungsverordnung der Bundesnetzagentur zur Ausgleichsmechanisierungsverordnung (AusglMechV) für EEG-Strom. Gemäß dieser Verordnung haben die Elektrizitätzsunternehmen für jede an Letztverbraucher gelieferte Kilowattstunde Strom eine EEG-Umlage an die Übertragungsnetzbetreiber zu entrichten. Die AusglMechV verpflichtet die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz, Amprion, EnBW Transportnetze, Tennet), den gesamten EEG-Strom an der Strombörse zu verkaufen. Die an der Börse erzielten Einnahmen reichen nicht aus, die Ausgaben für die im EEG festgelegten Vergütungen und die so genannten Profilservicekosten des EEG-Stroms zu decken. Den prognostizierten Fehlbetrag geben die Übertragungsnetzbetreiber in Gestalt der EEG-Umlage an die Stromlieferanten weiter. Im Oktober 2011 veröffentlichten die vier Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage für 2012. Diese änderte sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig und wurde auf 3,592 Cent/kWh festgeschrieben, während sie im Jahr 2010 bei 3,530 Cent/kWh lag. Am 16. Dezember 2011 veröffentlichte die Beschlusskammer 8 der Bundesnetzagentur (BNetzA) die Festlegungen zur neuen Umlage nach Paragraph 19, Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Die neue Regelung gilt ab 1. Januar 2012 und hat Auswirkungen auf die Höhe der Netzentgelte. Stromintensive Industrieunternehmen können bei Erfüllung der Voraussetzungen (mindestens 7000 Benutzungsstunden und mindestens 10 GWh Stromverbrauch pro Jahr) eine vollständige Befreiung der Netzentgelte beantragen. Bisher erhielten diese maximal 20 Prozent Befreiung. Anders als in der Vergangenheit werden die Entlastungen nicht mehr über die Netzentgelte im jeweiligen Netzgebiet, sondern über eine neue bundesweite Umlage von allen Letztverbrauchern finanziert. Die European Energy Exchange AG (EEX) hat neben dem Stromhandel nun auch den Erdgashandel ausgebaut. Dazu wurden ab Januar 2011 die börslichen Handelszeiten am Spot- und Terminmarkt für Erdgas erweitert sowie ein neuer Gaspreisindex für den deutschen Markt eingeführt. Am 30. Mai 2011 startete die EEX den 24/7-Gashandel. Somit ist der Handel an 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche möglich. Zeitgleich wurden die an den Börsenhandel der EEX angeschlossenen deutschen Marktgebiete Gaspool und Netconnect Germany um das niederländische Marktgebiet TTF erweitert. Die Anerkennung durch das niederländische Wirtschaftsministerium als Gasbörse war Voraussetzung für diesen Schritt. Die Gasmarktgebiete Gaspool und LGas 1 wurden zum 1. Oktober 2011 zusammengelegt. Damit bestehen in Deutschland nur noch zwei Gasmarktgebiete, Netconnect Germany und Gaspool. Beide sind qualitätsübergreifend für Hund L-Gas aufgestellt. 1.3. Geschäft In Umsetzung des Konzernprojekts zur Schaffung einer konzerneinheitlichen und konzerninternen Abrechnungslösung sind zum 1. Januar 2011 alle Aufgaben der Abrechnung Strom, Gas und Wärme auf die IT-Consult Halle GmbH übergegangen. Die Aktivitäten werden über Dienstleistungsverträge abgerechnet. Weiterhin ging das Personalwesen zum 1. Januar 2011 mittels Personalübergang an die Stadtwerke Halle GmbH über. Die entsprechenden Rahmenbedingungen wurden mit Dienstleistungsverträgen geregelt. Zum 1. Januar 2011 wurde ein Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der EVH GmbH und der Meter1 GmbH & Co.KG sowie der Meter1 Verwaltung GmbH geschlossen. Dieser umfasst die Erbringung kaufmännischer Dienstleistungen von der EVH GmbH an die Meter1 GmbH & Co.KG. Am 14. Dezember 2010 wurde die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Halle GmbH, gegründet. Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH ist für die Betriebsführung, Instandhaltung und Energiebelieferung aller sich im Eigentum der Stadt Halle (Saale) befindlichen Straßenbeleuchtungsanlagen sowie den Ersatz und die Optimierung unwirtschaftlicher Beleuchtungsanlagen verantwortlich. Die kaufmännische und technische Dienstleistung sowie die Belieferung mit Strom für diese Gesellschaft übernahm die EVH GmbH. Dazu wurden zum 1. Januar 2011 ein Geschäftsbesorgungsvertrag sowie zum 1. Februar 2011 ein Stromliefervertrag zwischen der EVH GmbH und der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH geschlossen. Des Weiteren sind Mitarbeiter der EVH GmbH mittels Arbeitnehmerüberlassungsvertrag für die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH tätig. Dieser Vertrag wurde zum 1. Januar 2011 geschlossen Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 108 von 528 Am 21. September 2011 wurde die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH als 100%iges Tochterunternehmen der EVH GmbH gegründet und nahm am 1. Oktober 2011 ihren operativen Geschäftsbetrieb auf. Die Gesellschaft übernimmt die Verantwortung zum Betrieb, zur Wartung und zum Ausbau des Strom- und Gasnetzes, der Info- und Leittechnik, der Fernwirktechnik und des Mess- und Zählwesens sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte auf dem Industriegebiet an der A 14 von Halle (Saale). Die kaufmännischen sowie technischen Dienstleistungen werden durch die EVH GmbH erbracht. Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramms hat die EVH GmbH im Geschäftsjahr 2011 den Ausbau ihrer regenerativen Erzeugungskapazitäten vorangetrieben, um ihrer klimapolitischen Verantwortung nachzukommen. Die Errichtung zweier Wasserkraftwerke schreitet voran. Für das Projekt Pulverweiden liegt der Planfeststellungsbescheid bereits vor. Das Genehmigungsverfahren für Halle-Kröllwitz läuft derzeit. Am 6. Juni 2011 schloss die Stadt Halle mit der EVH GmbH und der Stadtwerke Halle GmbH einen „Energiepakt für Halle“. Darin verpflichteten sich die Unternehmen, ab Frühsommer 2012 die gesamte für die Stadt Halle benötigte Strommenge atomstromfrei zu produzieren. Kern dieses Projektes ist der Umbau der Stromerzeugung, um die benötigte Strommenge für Halle umweltschonend und ökologisch erzeugen zu können. Eine gute Voraussetzung dafür ist die Eigenerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung. Die beiden halleschen Kraftwerke in Halle-Trotha und in der Dieselstraße können nach Abschluss der Umbauarbeiten am Standort Halle-Trotha ab 2012 zusammen ca. 90 % des Stromverbrauchs im Stadtgebiet Halle in umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung herstellen. Hinzu kommt der Ausbau regenerativer Energieerzeugung. So wurde am 1. Juli 2011 die bisher größte Photovoltaikanlage der EVH GmbH auf dem Dach eines 2 Möbelkaufhauses in der Mansfelder Straße errichtet. Dort wird auf 10.000 m Dachfläche Strom aus Sonnenenergie produziert. Ein weiteres Projekt in diesem Zusammenhang ist die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Erdgas Sportparkes in Halle. Diese Anlage ist im Dezember 2011 in Betrieb gegangen. Ab 2011 übernahm die EVH GmbH die Belieferung des Krankenhauses Martha-Maria in Halle-Dölau mit Strom, Wärme und Kälte. Es wurde in eine moderne, umweltschonende Versorgungslösung investiert. Die EVH GmbH und das Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau realisierten gemeinsam in siebenmonatiger Bauzeit ein umfassendes Contracting-Projekt. Nicht nur die Errichtung von drei BHKW-Modulen sowie einer Pelletkesselanlage standen im Fokus dieses Projektes, sondern auch die Optimierung der bestehenden Kälte- und Ölheizkesselanlage. Halplus Strom Öko+ von der EVH GmbH trägt seit 2011 das ok-power Label und wird zu 100 Prozent in norwegischen Wasserkraftwerken erzeugt. Das ok-power-Gütesiegel steht für eine vertrauenswürdige und transparente Zertifizierung von Ökostrom mit echtem Zusatznutzen für die Umwelt. Die EVH GmbH bietet seit Jahren Strom aus Wasserkraft an. Das ok-power Label hat nun diesen Strom auf dessen Wirkung für eine nachhaltige Energieerzeugung geprüft. Das Preisniveau für Rohöl hat sich gegenüber 2010 stark erhöht. Die Preise erreichten im Jahresdurchschnitt 111 Dollar pro Barrel und übertrafen damit die Höchstmarke aus dem Jahr 2008 (knapp 100 Dollar pro Barrel). Zum Jahresende 2010 lag der Ölpreis noch bei 90 Dollar pro Barrel. Für 2012 erwarten Analysten einen leichten Anstieg. Grund dafür ist der Streit mit dem Iran wegen seines umstrittenen Atomprogrammes. Die Ölmarktentwicklung beeinflusst auch die Gaspreise. Viele Verträge basieren auf Ölpreisbindung. Die gestiegenen Ölpreise führten teilweise auch bei der EVH GmbH zu höheren Beschaffungskosten. Das Unternehmen musste zum November 2011 die Erdgaspreise für Grundversorgung und Halplus-Produkte in Halle erhöhen. Im Vergleich zum Dezember 2010 stieg der VIK-Strompreisindex zum Dezember 2011 leicht um 4,8 Punkte (+ 3 Prozent). Der Index spiegelt die Entwicklung des Strompreises für große Kunden wider und basiert auf der Börsenpreisentwicklung und den Netzentgelten. Grund für die Entwicklung sind die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen höheren Spotmarktpreise auf den Großhandelsmärkten und die sich fortsetzende konjunkturelle Erholung. Im vierten Quartal 2011 war ein Absinken des Preisniveaus an der EEX zu verzeichnen. Auf dem deutschen Strommarkt hat der Wettbewerb in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Herbst 2008 waren durchschnittlich 50 Wettbewerber auf dem Markt. Aktuell können Privatkunden zwischen durchschnittlich 98 Stromanbietern wählen. Dieser Trend ist auch bei der EVH GmbH zu verzeichnen. Der Wettbewerb im Netzgebiet Halle ist intensiv. Die Wettbewerber nutzen eine Vielzahl von Vertriebskanälen zur Gewinnung von Marktanteilen, wobei der Direktvertrieb durch sogenannte Haustürgeschäfte am weitesten verbreitet ist. Diese Vermittler überreden teilweise mit unlauteren Mitteln Kunden zum Wechsel des Energielieferanten. Gegen einige Unternehmen wurden juristische Schritte in die Wege geleitet. Der Wettbewerb am deutschen Gasmarkt hat 2011 auch an Intensität zugenommen. Nach einer Marktanalyse von toptarif.de hatten Ende 2010 die Verbraucher in Deutschland die Wahl zwischen durchschnittlich 41 Gasanbietern. Aktuell konkurrieren durchschnittlich 59 Wettbewerber. Grund für den Anstieg sind neben neuen Anbietern auch immer mehr Stadtwerke, die in den überregionalen Vertrieb von Gas einsteigen bzw. ihre Liefergebiete vergrößern. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die verbesserten Eintritts- und Rahmenbedingungen für Gasversorger. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 109 von 528 Die aktuellen Marktaktivitäten verdeutlichen, dass sich die EVH GmbH auf eine weitere Intensivierung des Wettbewerbs um Endkunden einstellen muss. Aus diesem Grund führte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr zum vierten Mal Kundenbefragungen durch. Mit der Befragung sollte die Bekanntheit des Unternehmens sowie die Zufriedenheit der Kunden mit unseren Produkten, Angeboten und Services erfragt und messbar gemacht werden. Die Ergebnisse der Befragung dienen der Ausrichtung von Produkt- und Marketingstrategien sowie der Verbesserung des Kundenservices. Um den Kundenservice ständig zu verbessern, unterzogen sich bereits im Jahr 2008 Mitarbeiter des Kundencenters sowie der Vertriebsabteilung Privat- und Gewerbekunden einer Prüfung durch Vertreter des TÜV Rheinland. Das Zertifikat „Kundenservice in der Energie- und Versorgungswirtschaft“ bescheinigt den Mitarbeitern eine sehr hohe Kompetenz im Umgang mit Kunden. Im Dezember 2011 fand erfolgreich die Rezertifizierung statt. Die EVH GmbH erweiterte ihr Angebot zur bereits bestehenden Förderung für Erdgasfahrzeuge. Zuzüglich der Fördersumme von 300 Euro für die Neuanschaffung bzw. Umrüstung der Fahrzeuge, erhielten im Jahr 2011 alle Kunden der EVH GmbH, die künftig mit Erdgas fahren, 350 Kg Erdgas. Um die Kundenbindung zu verbessern, werden immer wieder neue Dienstleistungen oder Produkte entwickelt. Mit dem Produkt „Halplus GrünAnlage“, welches erstmals 2010 angeboten wurde, konnten die EVH-Kunden in Zusammenhang mit den Investitionen in Photovoltaik-Anlagen einen Sparbrief erwerben. Bis zu 5.000 Euro konnten mit einer Laufzeit von fünf Jahren bei der Saalesparkasse angelegt werden. Unter der Voraussetzung, dass ein Stromliefervertrag mit der EVH GmbH besteht, wurde ein Zinsaufschlag von 1,65 Prozent p. a. von der EVH gewährt, sodass eine Gesamtverzinsung von 3 Prozent p. a. ermöglicht wurde. Innerhalb von 4 Wochen war das Volumen ausgeschöpft. Damit wurde eine langfristige Bindung zu den beteiligten Kunden aufgebaut. Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2011 wurde die Halplus GrünAnlage 2 aufgelegt und hat wiederum hohe Akzeptanz gefunden. Der EVH GmbH wurde am 13. Oktober 2011 der Innovationspreis 2011 vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) überreicht. Ausgezeichnet wurde das innovative Bürgerbeteiligungsprogramm der EVH GmbH „Solar für Halle“. Mit dem Programm wird es Hallensern ermöglicht, entweder auf dem eigenen Dach Photovoltaikanlagen zu installieren oder sich unbürokratisch an Investitionen in Solarprojekte zu beteiligen und sich so für regenerative Energien zu engagieren. Das Umweltministerium des Landes hat die Einführung der Umweltzone in Halle festgelegt. Sie soll in zwei Phasen eingeführt werden. Die erste Phase ist abgeschlossen. Seit dem 1. September 2011 dürfen nur noch Autos mit grüner und gelber Plakette die Umweltzone befahren. Ab 2013 soll die Einfahrt dann nur noch mit der grünen Plakette oder einer Ausnahmegenehmigung möglich sein. In diesem Zusammenhang musste die EVH GmbH bereits neue Fahrzeuge beschaffen. Auch 2012 und 2013 sind Investitionen in neue Fahrzeuge geplant, um die Anforderungen an die grüne Plakette zu erfüllen. Die Gesellschaft engagiert sich seit 2004 stark für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In der Zielvereinbarung zur ReAuditierung 2011 hat sich die EVH GmbH zum wiederholten Male erfolgreich dem „audit berufundfamilie“ unterzogen und am 25. Mai 2011 das entsprechende Zertifikat erhalten. Damit ist das Unternehmen berechtigt, sich mit diesem Qualitätssiegel als besonders familienfreundlicher Arbeitgeber auszuweisen. Eine Rezertifizierung ist für 2013 vorgesehen. 2. 2.1. Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Auch im Geschäftsjahr 2011 erzielte die EVH GmbH ein positives Ergebnis. Der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 23,0 Millionen Euro und lag damit mit 2,3 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. 2.2. Erzeugung Im Geschäftsjahr 2011 produzierte die EVH GmbH 142 GWh Wärme (Vorjahr: 226 GWh). In 2010 erfolgte eine Umverlagerung der Produktion von der an die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH verpachtete Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD-Anlage) des Heizkraftwerkes Dieselstraße an das Heizwerk Dieselstraße. Aus diesem Grund war die Wärmeproduktion im Geschäftsjahr 2010 im Heizwerk Dieselstraße höher als im Vorjahr. Zum anderen war die Witterung in 2011 wesentlich milder. Das Unternehmen führte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Betriebsführung für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH durch. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 110 von 528 2.3. Absatz/Umsatz Strom Zum 31. Dezember 2011 betrug der Absatz im Stromsegment 1.741 GWh und lag mit 164 GWh über dem Vorjahreswert. Innerhalb des Netzgebietes wurden 482 GWh Strom abgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Rückgang von 27 GWh, was auf den sich weiter verschärfenden Wettbewerb im Endkundensegment sowie auf das Verbrauchsverhalten der Kunden zurückzuführen ist. Außerhalb des Netzgebietes von Halle konnten 161 GWh mehr abgesetzt werden. Grund hierfür war die Ausweitung des Geschäfts in diesem Bereich. Durch Kraftwerksvermarktung und Bilanzkreisoptimierung wurden 652 GWh abgesetzt. Das waren 30 GWh mehr als im Vorjahr. Durch die Portfoliotrennung Kraftwerk/Vertrieb erfolgte der Verkauf der im Kraftwerk Dieselstraße erzeugten Strommenge am Markt. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte die EVH GmbH aus dem Stromverkauf 199,6 Millionen Euro. Dies sind 21,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (178,3 Millionen Euro). Wärme Im Jahr 2011 betrug der Wärmeabsatz 789 GWh. Dies waren 169 GWh weniger als im Vorjahr (958 GWh). Im Gegensatz zum Vorjahr war das Jahr 2011 mit eines der wärmsten Jahre. Aufgrund dessen viel der Absatz wesentlich geringer aus. Die Umsatzerlöse sind um 1,2 Millionen Euro auf 59,9 Millionen Euro gesunken (Vorjahr: 61,1 Millionen Euro). Erdgas Die EVH GmbH setzte im Berichtsjahr 2011 an ihre Kunden 1.248 GWh Erdgas ab. Im Vergleich zum Vorjahr (1.429 GWh) sank der Erdgasabsatz aufgrund der wärmeren Witterung. Durch die Intensivierung des Wettbewerbs nun auch auf dem Gasmarkt verlor die EVH GmbH Kunden im Netzgebiet von Halle. Dieser Rückgang konnte nicht durch höhere Akquisition von Kunden außerhalb des Netzgebietes kompensiert werden. Das Unternehmen verkaufte an die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH 1.551 GWh Gas (Vorjahr: 1.791 GWh). Grund für den geringeren Verkauf im Vergleich zum Vorjahr war die mildere Witterung. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Umsatzerlöse 7,4 Millionen Euro niedriger ausfielen als im Vorjahr (Vorjahr: 109,3 Millionen Euro). Sonstige Umsatzerlöse Die sonstigen Umsatzerlöse betrafen im Wesentlichen Erlöse aus der Verpachtung der Energieversorgungsnetze und der GuD-Anlage des Heizkraftwerkes Dieselstraße in Höhe von 31,9 Millionen Euro (Vorjahr: 32,0 Millionen Euro) sowie Erlöse aus Geschäftsbesorgungen/Dienstleistungen von 32,2 Millionen Euro (Vorjahr: 33,0 Millionen Euro). 2.4. Bezug Strom Im Geschäftsjahr 2011 bezog die EVH GmbH 1.746 GWh Strom (Vorjahr: 1.584 GWh) auf dem Wege der strukturierten Strombeschaffung sowie von der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH. Für den Bezug von Strom wandte das Unternehmen 97,2 Millionen Euro auf. Das sind 5,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Wärme Von der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH wurden 652 GWh Wärme bezogen (Vorjahr: 736 GWh). Das waren 84 GWh weniger als im Vorjahr, was auf die milde Witterung zurückzuführen war. Der Aufwand in diesem Segment betrug 26,4 Millionen Euro. Ursächlich für den Anstieg von 1,8 Millionen Euro im Vergleich zu 2010 sind die gestiegenen Bezugspreise. Erdgas Für den Kommunalgasabsatz und für die Belieferung der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH sowie für eigene Zwecke (Brennstoffeinsatz, Eigenverbrauch) bezog die EVH GmbH insgesamt 2.969 GWh Erdgas, 525 GWh weniger als im Vorjahr. Die Bezugskosten lagen somit 3,1 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert (81,5 Millionen Euro). Grund dafür waren die geringeren Bezugsmengen durch die mildere Witterung. EEG-Umlage Der finanzielle Ausgleich für den EEG-Strom (EEG-Umlage) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 37,7 Millionen Euro (Vorjahr: 19,1 Millionen Euro). Ursächlich für den Anstieg sind der kräftig gestiegene Umlagesatz laut EEG sowie die höhere Absatzmenge. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 111 von 528 Bezogene Leistungen Für bezogene Leistungen wandte das Unternehmen 96,6 Millionen Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr (103,7 Millionen Euro) waren das 7,2 Millionen Euro weniger. Durch den geringeren Absatz in den Segmenten Fernwärme und Gas fielen niedrigere Netznutzungsentgelte an. 2.5. Personal- und Sozialbereich Am 31. Dezember 2011 beschäftigte die EVH GmbH 486 Mitarbeiter und 56 Auszubildende. Das sind 5 Personen weniger als im Vorjahr. Der Personalaufwand betrug 28,3 Millionen Euro und ist damit um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das ist im Wesentlichen auf die Tarifsteigerung zum Jahresanfang zurückzuführen. Das Durchschnittsalter der Belegschaft Unternehmenszugehörigkeit 19 Jahre. betrug zum Geschäftsjahresende 42, die durchschnittliche Die EVH steht vor großen Herausforderungen, die sich durch den demographischen Wandel ergeben. Sowohl die geburtenschwachen Jahrgänge als auch die Abwanderungsbewegung der Bevölkerung machen es immer schwieriger, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Neben der weiteren Optimierung des Personalaufwandes liegt daher das Augenmerk besonders auf der Rekrutierung von Mitarbeitern aus den eigenen Reihen durch Berufsausbildung bzw. der Gewinnung von Hochschulabsolventen. Durch eine positives Image und die Marke „Stadtwerke“ soll auch die EVH für potentielle Mitarbeiter attraktiver gemacht werden. Um den Wissenstransfer zu gewährleisten und die Altersstruktur zu senken, wird angestrebt Jungfacharbeiter zu übernehmen. Durch die Teilnahme an Messen und die Pflege der Hochschulkontakte sollen Diplomanden, Praktikanten und Trainees gewonnen werden. 2.6. Außerordentliches Ergebnis Im Geschäftsjahr 2011 belief sich das Außerordentliche Ergebnis auf -5,3 Millionen Euro. Der Anstieg von 3,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr ist auf Neubewertungen und damit verbundene Zuführungen von Rückstellungen für die Mehrerlösabschöpfung Gas, für Prozesskosten sowie Sozialplanaufwendungen zurückzuführen. Des Weiteren wurde für das Jahr 2013 eine Drohverlustrückstellung für den Strombezug aus dem Heizkraftwerk HalleDieselstraße gebildet. Der Rückstellungsbetrag wurde auf Grundlage der zukunftsbezogenen Marktpreise zum Bilanzstichtag ermittelt. 3. Finanzlage laufender Geschäftstätigkeit betrug zum Bilanzstichtag 32,9 Millionen Euro (Vorjahr: Der Cashflow aus 50,6 Millionen Euro). Die Verringerung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit um 17,6 Millionen Euro ist maßgeblich auf den Aufbau von Forderungen in Höhe von 12,3 Millionen Euro (Vorjahr: Abnahme von 8,0 Millionen Euro) sowie auf den Abbau von Verbindlichkeiten in Höhe von 21,7 Millionen Euro (Vorjahr: Zunahme 11,6 Millionen Euro) und die Abnahme von Rückstellungen in Höhe von 4,0 Millionen Euro zurückzuführen. Der Finanzmittelbestand der EVH GmbH belief sich am 31. Dezember 2011 auf insgesamt 46,2 Millionen Euro und bestand überwiegend aus einem Guthaben im Rahmen des Cash-Pools mit der Stadtwerke Halle GmbH. Ziel dieser Vereinbarung des Finanzmanagements ist es, finanzielle Risiken im Konzern zu minimieren. Der Cash-Outflow aus der Investitionstätigkeit betrug 18,2 Millionen Euro. Die Finanzierung der langfristigen Investitionen erfolgte im Berichtsjahr 2011 über einen KfW-Fördermittelkredit in Höhe von 14,0 Millionen Euro und ein variables Darlehen in Höhe von 3,0 Millionen Euro, das mittels Festsatzswap für die gesamte Laufzeit gesichert wurde. Im stichtagsbezogenen kurzfristigen Liquiditätsstatus (kurzfristige Aktiva ./. kurzfristige Schulden) ergab sich eine Unterdeckung von 7,9 Millionen Euro (Vorjahr: Unterdeckung 7,3 Millionen Euro). Der aus dem Bestand an kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen resultierende zukünftige Zahlungsmittelabfluss kann dazu führen, dass die CashPool-Kreditlinie bei der Stadtwerke Halle GmbH in Anspruch genommen werden müsste. Die Liquidität war während des Jahres 2011 gegeben und wird auch im Geschäftsjahr 2012 gemäß aktueller Finanzplanung gegeben sein. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 112 von 528 4. Vermögenslage Im Berichtsjahr 2011 tätigte die EVH GmbH Investitionen, ohne Finanzanlagen, in Höhe von 22,2 Millionen Euro. Schwerpunkte waren die Sanierung, Anpassung und Erweiterung des Fernwärmenetzes im Stadtgebiet Halle, der Ersatz von Trafokettenpaarstationen, die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Wohn-Centers Lührmann sowie auf dem Dach des Erdgas Sportparkes. Des Weiteren wurden Investitionen für den Ersatz von Hochdruck- und Niederdruckleitungen, die Erweiterung und den Ersatz von Info-, Übertragungs-, Fernwirk- und Leittechnik, der Neubau von Kälte- und Wärmeerzeugungsanlagen sowie die Erschließung von Wohngebieten getätigt. Die Bilanzsumme des Unternehmens verringerte sich um 19,9 Millionen Euro auf 336,4 Millionen Euro. Das betriebswirtschaftliche Eigenkapital belief sich einschließlich Sonderposten auf 107,0 Millionen Euro. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 31,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich diese um 0,4 Prozentpunkte. 5. Nachtragsbericht Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2011 ereigneten sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen Nachtragsbericht für die EVH GmbH notwendig machen. 6. Tätigkeiten Gegenstand des Unternehmens ist die Erzeugung, der Einkauf sowie der Vertrieb von Elektrizität, Gas und Wärme, insbesondere im Stadtgebiet Halle, aber auch außerhalb. Weiterhin zählen die Erbringung kaufmännischer und technischer Dienstleistungen, sowie die Verpachtung von Assets zu den Tätigkeiten des Unternehmens. Gemäß § 6b Abs. 3 EnWG wurde jeweils für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung (Verpachtung Stromnetz) sowie Gasverteilung (Verpachtung Gasnetz) ein Tätigkeitsabschluss erstellt. 7. Risikomanagement Die EVH GmbH betreibt ein kontinuierliches Chancen- und Risikomanagement, um dem sich fortwährend ändernden Umfeld zu entsprechen und den wachsenden gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Deshalb führt die EVH GmbH jährlich eine Risikoinventur durch, auf deren Grundlage die Anpassung der Inhalte des monatlichen Reports erfolgt. In die Früherkennung werden alle Unternehmensbereiche einbezogen. Die Beschaffungsmärkte sind großen Preisschwankungen ausgesetzt. Auf Grund dessen ist die Absicherung von Marktpreisrisiken von großer Bedeutung. Das Unternehmen tätigte Festpreisein- und -verkäufe, welche die Risiken schwankender Marktpreise und deren Auswirkung auf die Deckungsbeitragsentwicklung der Strom- und Wärmeproduktion minimieren. Im Rahmen des Risikomanagements für Energiebeschaffung und Vermarktung erfolgten für die Jahre 2012 und 2013 Geschäfte, um die geplanten Deckungsbeiträge der Stromproduktion des Heizkraftwerkes Dieselstraße abzusichern. Für das Jahr 2012 beträgt der Absicherungsgrad 100 Prozent. Für 2013 wurden bisher 50 Prozent gesichert. Dem Risiko mangelnder Bonität von Geschäftspartnern im Stromhandel wirkt das Unternehmen mit direkten und indirekten Maßnahmen entgegen. Es legt jährlich neue Limite fest, in deren Grenzen Geschäfte mit Geschäftspartnern getätigt werden können. Die Definition der Maximalwerte erfolgt mit Hilfe von Bonitätsbewertungen für die einzelnen Vertragspartner. Diese Limite werden jährlich im Rahmen des Wirtschaftsplanes festgelegt. Die EVH GmbH behielt die Beschaffungsstrategie für den Kommunalgasbezug bei. Es erfolgte eine Streuung der Preisund Mengenrisiken durch die Aufteilung der Gesamtbeschaffung auf mehrere Lieferanten. Risiken bestehen hier auch in den Mindestabnahmeverpflichtungen für Kommunal- und Kraftwerksgas z. B. bei milder Witterung. Ab 2013 besteht das Risiko verminderter Deckungsbeiträge aus der Vermarktung der Stromerzeugung des Heizkraftwerkes Dieselstraße aufgrund der gegenwärtigen Marktpreissituation. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 113 von 528 Im Laufe des Geschäftsjahres 2011 wurde auf Initiative der Bundesnetzagentur über eine Modifikation der Berechnung für vermiedene Netznutzungsentgelte bis hin zur vollständigen Abschaffung diskutiert. Gegenwärtig gibt es seitens der Politik keine öffentliche Äußerung zu den Aussagen der Bundesnetzagentur. Der Verband kommunaler Unternehmen geht jedoch von einem Scheitern der Initiative aus. Die Diskussion über die Neureglung der Preisgestaltung für die Entgelte aus vermiedener Netznutzung bleibt allerdings bestehen. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass sich die Berechnung der vermiedenen Netznutzungsentgelte für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH nachhaltig ändern. Für die EVH GmbH bestünde demnach ein Risiko für erhöhte Strombezugskosten aus der GuD-Anlage Dieselstraße der Heizkraftwerk-HalleTrotha GmbH. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Fällen die Rechtsprechung zu Preisanpassungsklauseln in Fernwärmelieferverträgen präzisiert, bei denen die Preise an die Entwicklung für Heizöl gekoppelt sind. Die Rechtsprechung in diesem Bereich entwickelt sich weiter und wurde als Position in die Chancen- und Risikoinventur aufgenommen. Seit 19. September 2011 wurden von Halleschen Wohnungsunternehmen Rückforderungsansprüche aufgrund einer behaupteten Unwirksamkeit der Preisanpassungsformel aus den Fernwärmelieferverträgen für den Zeitraum 2008 bis 2010 angezeigt. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Fernwärmelieferverträge rechtssicher sind und damit die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als „sehr gering“ zu bewerten ist. Zum 31. Dezember 2012 enden die Konzessionsverträge für Strom und Gas mit der Stadt Halle. Die Stadt Halle (Saale) musste in einem wettbewerblichen Auswahl- und Konzessionierungsverfahren nach § 46 Energiewirtschaftsgesetz einen neuen Netzbetreiber bestimmen. Bislang war die EVH GmbH Konzessionsnehmer, die Netzbetreiberaufgaben für das Strom- und das Gasnetz sind mit Gründung der Energieversorgung Halle Netz GmbH zum 1. Januar 2007 auf diese übergegangen. Die EVH GmbH hat sich fristgerecht auf die Ausschreibung der Konzessionen beworben und kann davon ausgehen, auch weiterhin mit der Energieversorgung Halle Netz GmbH, die im Angebot die Funktionen des Netzbetreibers übernimmt, Netzbetreiber der Stadt Halle zu sein. Es wurden entsprechende Verhandlungsgespräche mit der Stadt Halle geführt. Im Ergebnis liegen abgestimmte Vertragsentwürfe vor. Zum Abschluss der Verträge ist noch die Einholung von Gremienbeschlüssen notwendig. Im Rahmen des Stadtumbaus in der Stadt Halle (Saale) ist nicht auszuschließen, dass zukünftig weitere Aufwendungen (erhöhte Abschreibungen aufgrund Verkürzung von Nutzungsdauern von Vermögensgegenständen, außerplanmäßige Abschreibungen und Verluste aus Anlagenabgängen, Rückbauverpflichtungen, Stilllegungskosten etc.) auf die EVH GmbH zukommen werden. 8. Prognosebericht Das Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt ist im ersten Halbjahr 2011 stark angestiegen, um 4,5 Prozent. Ursachen dafür waren die Entwicklungen im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe. Zum Ende des Geschäftsjahres 2011 stagnierte das Wachstum in Deutschland. Grund dafür sind die aktuelle Schuldenkrise sowie die Entwicklung der öffentlichen Haushalte. Die Norddeutsche Landesbank schätzt ein, dass es für 2012 für Sachsen-Anhalt kaum noch Wachstum gibt. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) geht für das kommende Jahr nur noch von einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 0,3 Prozent und für Ostdeutschland von 0,5 Prozent aus. Die demographischen Rahmenbedingungen (weiterer prognostizierter Bevölkerungsrückgang) in Verbindung mit einem noch sparsameren Verbrauchsverhalten und weiter zunehmendem Wettbewerb führen zu rückläufigen Absatzmengen für Strom, Erdgas und Fernwärme im Netzgebiet der EVH GmbH. Im Geschäftsjahr 2012 wird mit einer Novellierung der derzeit gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 und damit mit einer weiteren Verschärfung des maximalen Primärenergieverbrauchs für Neubauten um ca. 30 Prozent gerechnet. Die Europäische Union hat unlängst eine neue Gebäuderichtlinie beschlossen, die 2012 in nationales Recht umzusetzen ist. Danach sind ab 2021 alle Neubauten als so genannte Niedrigstenergiegebäude zu bauen. Der dabei verbleibende geringe Energiebedarf soll zum wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Gefordert ist außerdem eine Pflicht für den Einsatz erneuerbarer Energien bei Änderungen von Bestandsgebäuden, ohne dass jedoch in der Richtlinie ein genauer Mindestsatz festgelegt wurde. Nah- und Fernwärmesysteme werden für Neubauten dann häufiger nachgefragt werden, wenn diese einen günstigen Primärenergiefaktor (PEF) beispielsweise bei Systemen mit Kraft-Wärme-Kopplung aufweisen. Für Bauherren besteht bei Anschluss an ein System mit einem PEF deutlich <1 der Vorteil, dass damit die zumeist kostenintensive Raumwärmebereitstellung durch erneuerbare Energien entfallen kann. Der sehr niedrige PEF des Fernwärmesystems der EVH GmbH von 0,065 kann sich positiv auswirken. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 114 von 528 Derzeit wird das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz novelliert. Mit einem Inkrafttreten des neuen KWKG 2012 wird bis spätestens August 2012 gerechnet. Veränderungen soll es beispielsweise bei der Förderung von Wärme- und Kältespeicher, der Förderung bei Modernisierung von bestehenden KWK-Anlagen, der Förderung bei Nachrüstung von Kondensationskraftwerken sowie Pauschalierung der Zuschlagszahlungen für kleinere KWK-Anlagen bis 2 kW geben. Des Weiteren soll der Verwaltungsaufwand für kleine KWK-Anlagen bis 50 kW verringert werden. Im Jahr 2013 beginnt für den europäischen Emissionshandel die dritte Handelsperiode, die bis zum Jahr 2020 andauern wird. Demzufolge wird es für die Stromproduktion keine kostenfreien Emissionsberechtigungen mehr geben. Für die Wärmeerzeugung wird es weiterhin kostenfreie Zuteilungen geben. Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramms plant das Unternehmen mittelfristig den Ausbau seiner regenerativen Erzeugungskapazitäten, um seiner klimapolitischen Verantwortung nachzukommen. Der Bau der Wasserkraftwerke (Pulverweiden und Papiermühle Kröllwitz) wird fortgeführt und ist im Investitionsplan der EVH GmbH fest verankert. Des Weiteren wird durch Investitionen in den Bau von Photovoltaikanlagen der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert. Weitere Investitionen wird es in den Folgejahren bei den Netzen geben, um die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten. Schwerpunkte bilden Ersatz- und Erweiterungsmaßnahmen im Strom-, Gas- und Wärmenetz. Im Geschäftsjahr 2012 soll der Neubau der chemischen Wasseraufbereitung im Heizkraftwerk Dieselstraße folgen. Des Weiteren wurde für 2012 der Neubau eines Fernwärmespeichers mit 6,3 Millionen Euro geplant. Die EVH GmbH will ihre Akquisitionen innerhalb und außerhalb von Halle verstärken. Auf Grund dessen sind erhöhte Investitionen in den Bau von Gaskesselanlagen sowie die Errichtung von Hausanschlussstationen geplant. Zum 1. Januar 2011 sind alle Funktionen der Abrechnung Strom, Gas und Fernwärme auf die IT-Consult Halle GmbH übergegangen. Die Aktivitäten werden über Dienstleistungsverträge abgerechnet. Die Personalgestellung für die Mitarbeiter der Abrechnung an die IT-Consult Halle GmbH entfällt, da dieses Personal in die Gesellschaft zum 1. Januar 2012 übergeht. Mit der Gründung der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wurde ein Geschäftsbesorgungsvertrag geschlossen, der die Erbringung von kaufmännischen und technischen Dienstleistungen umfasst. Die bisher verrechnete Personalgestellung entfällt ebenfalls, da dieses Personal in die Gesellschaft zum 1. Januar 2012 übergeht. Die EVH GmbH plant für das Jahr 2012 ein Ergebnis vor Steuern und Ergebnisabführung von 24,0 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2013 wird von einem sinkenden Planergebnis ausgegangen. Hauptgrund dafür sind verminderte Deckungsbeiträge aus der Vermarktung der Stromerzeugung des Heizkraftwerkes Dieselstraße aufgrund der gegenwärtigen Marktpreissituation. Ver- und Entsorgung EVH GmbH Seite 115 von 528 Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH Stadtwerke Halle GmbH 13 13 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: Erwerb, Halten und Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen der Wasserwirtschaft in Sachsen-Anhalt und angrenzenden Gebieten, Verwaltung, Koordination und Kontrolle dieser Beteiligungen, Erbringung von Dienstleistungen für diese Beteiligungsgesellschaften sowie jeglicher Tätigkeit, die dem vorgenannten Zwecke mittelbar oder unmittelbar zu dienen geeignet ist. Belieferung von Kommunen, Wasserversorgungsgesellschaften sowie von gewerblichen und privaten Endverbrauchern im Land Sachsen-Anhalt sowie in angrenzenden Gebieten mit Roh- und Trinkwasser. Errichtung, Betrieb Verwaltung und Unterhaltung von fernwassertypischen Anlagen. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Wasserversorgung wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Dr. Gaudig, Lutz Störzner, Uwe c) Beteiligungen unmittelbar GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH GbR MIDEWA-Mitteldeutsche Wasser und Abwasser GmbH i. L. / Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH T€ 0 0 % 50,00 82,72 mittelbar Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH T€ 58.500 % 45,77 Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 116 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 0 100 2009 % 0 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 0 142 T€ 0 227 T€ 0 291 % 0 100 T€ 0 -85 % -37 Bilanzsumme 142 100 227 100 291 100 -85 -37 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 133 9 % 94 6 T€ 172 55 % 76 24 T€ 279 5 7 % 96 2 2 T€ -39 -46 0 % -23 -84 Bilanzsumme 142 100 227 100 291 100 -85 -37 bb) GuV 2011 T€ sonstige betriebliche Erträge sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust -39 0 -39 -39 40 1 2010 T€ 0 106 2 0 -104 3 -107 -107 2009 T€ 0 19 1 0 -18 7 -25 -25 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -22,91 -39 -38,37 -107 -8,21 -25 2010 2009 Angaben in % % T€ T€ % Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 117 von 528 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 93,51 6,49 75,66 24,34 95,88 4,12 31.12.2010 31.12.2009 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Rohwasserlieferung gesamt 31.12.2010 0,00 31.12.2009 0,00 Angaben in m ³ 0,00 m³ Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 118 von 528 e) Lagebericht Entwicklung Unternehmensgegenstand der Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH (FSA) sind u. a. Erwerb, Halten und Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen der Wasserwirtschaft, die Verwaltung, Koordination und Kontrolle dieser Beteiligungen, die Erbringung von Dienstleistungen für diese Beteiligungsgesellschaften sowie jegliche Tätigkeit, die dem vorgenannten Zwecke mittelbar oder unmittelbar zu dienen geeignet ist. Sitz der Gesellschaft ist Halle (Saale). Gesellschafter der FSA sind zu je 50 % die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH und die Stadtwerke Halle GmbH. Geschäftsführer der Gesellschaft sind Herr Uwe Störzner und Herr Dr. Lutz Gaudig. Die FSA hält eine Beteiligung an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH (FWV) mit Sitz in Torgau in Höhe von 25,5 % über eine „Große GbR“, die zwischen der FSA und der Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) besteht. Darüber hinaus hat die FSA einen Auskehrungsanspruch aus der Auflösung der „Kleinen GbR“ zwischen der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH (TWM) und der Mitteldeutschen Wasser und Abwasser GmbH i.L., deren einziger Vermögenswert eine 24,5%ige Beteiligung an der FWV ist. Der Auskehrungsanspruch sieht eine Übertragung von 20,2664% der FWV-Geschäftsanteile auf die FSA vor. Die Auflösung der „Kleinen GbR“ und somit die Vermögensauseinandersetzung wurde und wird nicht mehr vollzogen. Wirtschaftliche Situation und Betätigung Der Jahresabschluss weist einen Fehlbetrag in Höhe von TEUR 39,4 aus. Die Gesellschaft verfügte im Berichtsjahr über eine ausreichende Liquidität. Investitionen wurden im Geschäftsjahr nicht getätigt. Über die Geschäftsführung hinaus verfügt die Gesellschaft über kein Personal. Die Ausübung der Geschäftsführertätigkeit erfolgt unentgeltlich. Der Jahresfehlbetrag 2011 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Im Geschäftsjahr 2010 wurde durch das Finanzamt Halle (Saale)-Nord der Vorsteuerabzug aus Eingangsrechnungen seit dem Jahr 2008 und für zukünftige Veranlagungszeiträume untersagt Grund dafür war die seit Ende 2007 ausschließlich bestehende Geschäftstätigkeit im Halten der mittelbaren Beteiligung an der FWV. Das Halten von Beteiligungen stellt keine unternehmerische Tätigkeit im Sinne des § 2 UStG dar, die allerdings Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist. Beteiligungen Die FSA besitzt Geschäftsanteile an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH, Torgau. Diese Anteile an der FWV werden über Beteiligungen an zwei Gesellschaften bürgerlichen Rechts gehalten. Die sogenannte „Große GbR“, die 51 % der Geschäftsanteile der FWV hält, wird jeweils zu 50 % von der KWL und der FSA gehalten. An der sogenannten „Kleinen GbR“, die 24,5 % an der FWV besitzt, hat die FSA gemäß Geschäftsanteils- und Abtretungsvertrag bezüglich der FSA einen Auskehrungsanspruch auf Übertragung eines FWV Geschäftsanteiles in Höhe von 20,2664 %. Eine vermögensrechtliche Auseinandersetzung der „Kleinen GbR“ erfolgt auf Grund des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Januar 2005 nicht. Die indirekten Gesellschafteraufgaben gegenüber der FWV wurden für das Geschäftsjahr mit der KWL in vier GbRSitzungen am 09. Februar 2011, 19. April 2011, 27. Juli 2011, 15. November 2011, und in drei Aufsichtsratssitzungen der FWV am 12. Mai 2011, 1. September 2011 und am 8. Dezember 2011 und einer Gesellschafterversammlung am 12. Mai 2011 wahrgenommen. Die Aufgaben und Pflichten der FSA werden in der „Großen GbR“ durch die Geschäftsführer der FSA, Herrn Uwe Störzner und Herrn Dr. Lutz Gaudig wahrgenommen. Im Aufsichtsrat der FWV wirken seitens der FSA Herr Uwe Störzner als stellvertretender Vorsitzender, Herr Wilfried Klose und Herr Dr. Lutz Gaudig mit. Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 119 von 528 Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Januar 2005 sind die gesamten Anteile der FWV zu kommunalisieren und den Gemeinden unentgeltlich zuzuordnen. Damit wird es zu einer Neuverteilung der Geschäftsanteile an der FWV kommen, so dass die Beteiligung der FSA an der FWV unmittelbar berührt wird. Das BVerwG hat die von der FWV wahrgenommene Fernwasserversorgung – die Beschaffung, Heranleitung und Verteilung von Fernwasser bis auf die Gemeindeebene – nach der Kompetenzzuordnung des Grundgesetzes der kommunalen Selbstverwaltung zugeordnet. Nachdem sich die Situation der Neuzuordnung von 2005 bis 2008 nicht wesentlich geändert hatte, waren die Voraussetzungen für eine Neuverteilung der FWV-Geschäftsanteile durch das zuständige Bundesamt im Jahr 2009 gegeben. So hat u. a. die Mittelrheinische Treuhand GmbH im Auftrag der FSA eine Bescheinigung der Zuordnung der Fernwasserbezugsmengen des Monats Oktober 1990 im ehemaligen Versorgungsgebiet der Mitteldeutschen Wasser und Abwasser GmbH i.L. als Zuordnungsgrundlage der FWV-Geschäftsanteile erstellt. Analoge Unterlagen liegen für den Fernwasserbezug der ehemaligen Wasserunternehmen MAWAG und WAB Leipzig vor. Mit Schreiben vom 30. September 2009 informierte das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) alle Antragsteller und Beteiligte über einen beabsichtigten Bescheid zur Vermögenszuordnung der Geschäftsanteile der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH und leitete gleichzeitig eine Anhörung ein. Mit diesem Schreiben erhielten Antragsteller und Beteiligte die Gelegenheit, Einwände oder Ergänzungen zum beabsichtigten Vermögenszuordnungsbescheid tatsächlicher oder rechtlicher Art schriftlich bis zum 15. Januar 2010 beim zuständigen Bundesamt geltend zu machen. Mit Bescheid des BADV vom 30. Juli 2010 wurde zunächst der Erlass eines rechtmäßigen Quotierungsbescheides bezüglich der Anteile der FWV an die Kommunen erlassen. In einem zweiten Schritt ist auf dieser Grundlage geplant, einen Bescheid mit einer rechtmäßigen Anteilsübertragung mit dinglicher Wirkung zu erlassen, was bis heute noch nicht geschehen ist. Anderweitige Sachverhalte diesbezüglich haben sich im Geschäftsjahr nicht ergeben. Die FSA hat gegen diesen Bescheid fristgerecht Klage zur Aufhebung dieses Bescheides bei dem Verwaltungsgericht Berlin (AZ.: 27 K 295/10) erhoben, da eine vollständige Neuzuordnung der Anteile an der FWV auf die Kommunen dazu führen würde, dass die FSA mit Rechtskraft eines Zuordnungsbescheides kraft Gesetzes entschädigungslos ihre zum Gesamthandvermögen der „Großen GbR“ gehörende Beteiligung an der FWV verlieren würde. Die FSA hält eine Zuordnung der Geschäftsanteile an der FWV auf die Kommunen und damit auch den Erlass des vorausgehenden Quotierungsbescheids für rechtswidrig, soweit die von der „Großen GbR“ gehaltene Beteiligung an der FWV betroffen ist. Da bis zuletzt am 09. Februar 2012 Verhandlungen und Gespräche zwischen der „Großen GbR“ einerseits und der BvS und dem BMF andererseits zur Findung einer gütlichen Lösung zu den Forderungen der „Großen GbR“ im Zusammenhang mit dem die FWV betreffenden Teilprivatisierungsvertrag vom 25. Februar 1994 geführt wurden, hat die FSA ihre Klage zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses noch nicht begründet. Darüber hinaus sind uns 18 weitere Klagen von sächsischen und sachsen-anhaltinischen Gemeinden sowie der BvS bekannt. Es ist heute davon auszugehen, dass sowohl der Auskehrungsanspruch der FSA an der „Kleinen GbR“ wie auch der von der „Großen GbR“ an der FWV gehaltene Anteil auf die anspruchsberechtigten Kommunen übertragen wird. Ein konkreter Zeitpunkt und die Art einer Neuzuordnung sind gegenwärtig weiter offen. Im Geschäftsanteilskauf- und Abtretungsvertrag zur Veräußerung der FSA zwischen dem TSB-LSA und dem Konsortium MIDEWA / SWH sind für den Kommunalisierungsfall Regelungen für den Verlust von Geschäftsanteilen bis zum Rücktrittsrecht festgeschrieben. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2008 an den Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt hat die FSA ihren Rücktritt vorsorglich angekündigt. Mit dem TSB-LSA und dem MLU-LSA wurden auch im Jahr 2011 fortführend Gespräche und verschiedener Schriftverkehr zur weiteren Verfahrensweise der Vertragsrückabwicklung im Rahmen der zu erwartenden Kommunalisierung der FWVAnteile geführt. Konkrete und abschließende Ergebnisse liegen weiterhin nicht vor. Erneute Gespräche sind für März 2012 geplant. Ausblick Die Aufgabe der FSA bis zu einer Neuordnung der Geschäftsanteile an der FWV ist es, die Beteiligungen zu halten und über die „Große GbR“ Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der FWV zu nehmen. Besondere Beachtung gilt der konstruktiven Begleitung und Umsetzung des Fernwasserentwicklungskonzeptes und des Unternehmensoptimierungsprojektes „Zukunft Fernwasser“. Die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH und die Stadtwerke Halle GmbH als Gesellschafter der FSA schließen nicht aus, sich auch zukünftig mit einer den Rahmenbedingungen angepassten Organisationsstruktur mit einer Beteiligung an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH engagieren. Eine konkrete Umsetzung bzw. eine geplante Bündelung von Geschäftsanteilen kann erst nach der Neuzuordnung der Geschäftsanteile an die einzelnen anspruchsberechtigten Gemeinden durch das zuständige Bundesamt erfolgen. Ver- und Entsorgung Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH Seite 120 von 528 Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Naundorfer Straße 46 04860 Torgau Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 127.823 T€ GbR Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH / Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH GbR MIDEWA-Mitteldeutsche Wasser und Abwasser GmbH i. L. / Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH Stadt Leipzig 65.190 31.317 % 51,00 24,50 31.317 24,50 Gegenstand des Unternehmens: Die Gewinnung und qualitätsgerechte Aufbereitung von Rohwasser zu Trinkwasser aus Grund- und Oberflächenwasser und die Überleitung des gewonnenen Trinkwassers mittels Fernleitung in Versorgungsgebiete. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Wasserversorgung wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Kaufmännische Geschäftsführung: Technische Geschäftsführung: Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Wollenberg, Jan Dr. Michalik, Peter Rahmen, Josef Störzner, Uwe Dallhammer, Wolf-Dieter Dr. Gaudig, Lutz Dr. Meyer, Ulrich Henning, Burkhard Kirst, Gerald Klose, Wilfried (seit 13.05.2011) Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 121 von 528 Aufsichtsrat: Müller, Annerose Müller, Volkmar Prigge, Rainer Schlicke, Friedhelm Wenzel, Christian (bis 13.05.2011) 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 30 31.12.2009 T€ 36 Aufsichtsrat 31 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 95 5 0 2009 % 95 5 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 133.462 6.746 74 T€ 132.678 6.548 77 T€ 130.067 8.629 96 % 94 6 0 T€ 784 198 -3 % 1 3 -4 Bilanzsumme 140.282 100 139.303 100 138.792 100 979 1 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Empfangene Ertragszuschüsse Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 108.003 244 305 6.791 24.939 % 77 0 0 5 18 T€ 105.565 286 320 7.203 25.929 % 76 0 0 5 19 T€ 102.855 336 334 8.848 26.419 % 74 0 0 7 19 T€ 2.438 -42 -15 -412 -990 % 2 -15 -5 -6 -4 Bilanzsumme 140.282 100 139.303 100 138.792 100 979 1 Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 122 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 135 2.437 2.437 36.845 2010 T€ 39.171 2009 T€ 40.316 -7 2.746 1.271 13.094 12.204 8.921 3.358 156 868 2.572 2.660 1.701 14.619 12.487 9.240 3.123 159 1.082 3.140 263 -263 167 2.710 2.710 2.610 1.319 16.938 12.438 8.825 3.877 158 902 1.416 149 1.267 1.267 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 6,62 2,31 11.358 182 29,87 2010 6,92 2,63 11.950 193 28,68 2009 3,14 1,25 10.093 184 28,12 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 94,09 76,99 23,01 31.12.2010 94,13 75,78 24,22 31.12.2009 92,54 74,11 25,89 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Fassungsvermögen Speicherbehälter m Fernleitungsnetz Trinkwasserverkauf 173.500,00 713,00 76,63 31.12.2010 173.500,00 721,00 78,09 31.12.2009 173.500,00 717,50 76,50 Angaben in m³ km Mio. m³ ³ k m M i o . Ver- und Entsorgung m Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH ³ Seite 123 von 528 e) Lagebericht 1. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft Für die Unternehmen der Wasserbranche war das Jahr 2011 in Bezug auf die unternehmerischen Rahmenbedingungen durch eine Vielzahl gesetzgeberischer Aktivitäten geprägt, die die wirtschaftliche Tätigkeit beeinflussten. Zu nennen sind beispielhaft die Oberflächengewässerverordnung, die Grundwasserverordnung und insbesondere die per November 2011 in Kraft getretene novellierte Trinkwasserverordnung (TVO). Über die Mitarbeit in den Branchenverbänden haben sich die Fachkollegen der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH (FWV) aktiv in die Diskussion im Rahmen der jeweiligen Anhörungsverfahren eingebracht. Speziell die novellierte TVO bringt neue, zum Teil erhöhte Anforderungen an die Überwachung unseres Produktes Trinkwasser mit sich. Diesen Anforderungen kann das unternehmenseigene Trinkwasserlabor in jeder Hinsicht gerecht werden. Im politischen Raum setzte sich die Diskussion um eine mögliche Regulierung der Wasserbranche fort. Den Forderungen der Regulierungsbefürworter setzten die politischen Gremien (Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat) Beschlüsse entgegen, die die besondere Bedeutung der Wasserversorgung als wesentlichen Baustein der Daseinsvorsorge unterstreichen. Gleichzeitig wird die Forderung an die Branche nach mehr Transparenz und weiterer Modernisierung mit Nachdruck formuliert. Niederschlag findet dies indirekt auch in der Diskussion zur Novellierung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Danach bliebe der Tatbestand bestehen, dass Wasserversorgungsunternehmen, die Konzessionen bzw. Demarkationsverträge abgeschlossen haben, von der Anwendung des GWB ausgeschlossen sind. Im Gegenzug würden kartellrechtliche Kontrollen der Wasserpreise verstärkt zur Anwendung kommen, da durch die Monopolstellung der Wasserversorgung eine Marktbeherrschung vorliegt. Unser Unternehmen ist durch die oben genannten Prozesse direkt bzw. mittelbar betroffen. Einerseits stellen wir uns der Transparenzforderung. So erfolgte in 2011 wieder eine Teilnahme am Benchmarkingprojekt für Fernwasserversorger. Die Ergebnisse dieses Projektes wurden sowohl gegenüber der Belegschaft, den Aufsichtsgremien als auch den Kunden kommuniziert. Diese Aktivitäten wurden Ende 2011/Anfang 2012 für das Geschäftsjahr 2010 fortgeführt. Des Weiteren wurde die Entscheidung für eine Teilnahme am Projekt „Kundenbilanz Vorversorger“ des Branchenverbandes BDEW e.V. getroffen. Der Anlauf des Projektes erfolgte im I. Quartal 2012. Darüber hinaus waren im Bereich unserer Kunden in den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt die erwähnten Kontrollen der zuständigen Kartellämter hinsichtlich der Preisgestaltung zu verzeichnen. Rückkopplungen zur Wasserversorgung durch unser Unternehmen sind daraus nicht entstanden. Ein wesentlicher Aspekt, der die wirtschaftliche Tätigkeit unseres Unternehmens ab dem Geschäftsjahr 2012 beeinflussen wird, ist das am 22. Dezember 2011 im Land Sachsen-Anhalt beschlossene Wasserentnahmeentgelt. Zur Umsetzung der entsprechenden Verordnung müssen umfangreiche Verhandlungen sowohl mit den Durchführungsbehörden als auch den betroffenen Kunden geführt werden, um negative wirtschaftliche Auswirkungen für das Unternehmen abzuwenden. Für das Geschäftsjahr 2011 wirkte sich die Fortsetzung der konjunkturellen Erholung auch im Versorgungsgebiet der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH positiv aus. Auch der Witterungsverlauf im ersten Halbjahr 2011 hatte positive Auswirkungen auf die Wasserlieferung an unsere Kunden. Insgesamt kann resümiert werden, dass das Jahr 2011 für die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH sehr erfolgreich war, sowohl wirtschaftlich als auch hinsichtlich der Fortschritte bei der Ertüchtigung und Optimierung der technischen Basis. Mit 76,6 Mio. m³ wurden 0,8 Mio. m³ mehr Trinkwasser an unsere Kunden geliefert als geplant, allerdings 1,5 Mio. m³ weniger als im Vorjahr. Die reduziert geplante Abgabemenge resultierte aus den geringeren, durch unsere Kunden angemeldeten Wasserabnahmen und der allgemein zu berücksichtigenden demografischen Entwicklung im Versorgungsgebiet. Positiv wirkte sich die trockene und über weite Zeiträume warme Witterung im ersten Halbjahr 2011 aus. Ab Juli waren durch das feuchte und teilweise recht kühle Wetter vergleichsweise geringe Abgabemengen zu verzeichnen. So lagen beispielsweise die durchschnittlichen Tagesabgaben im Sommermonat August bei lediglich 206 Tm³ pro Tag (Plan 215 Tm³). Ein weiterer deutlicher Rückgang der Liefermengen war im Dezember 2011 zu verzeichnen, mit Tagesleistungen von 191 Tm³ oder darunter. Dieser Trend setzte sich zu Beginn des Jahres 2012 fort. Der durchschnittliche Tagesverkauf im Verlauf des Jahres 2011 betrug 210 Tm³. Der Tagesspitzenwert wurde am 30. Mai 2011 mit 259 Tm³ erreicht. Daraus ergibt sich wie im Vorjahr ein Spitzenfaktor im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch von 1,3. Die hydrologischen und meteorologischen Einflüsse insbesondere in den Frühlings- und Sommermonaten spiegeln sich direkt in den täglichen Absatzmengen wider. Die gegenüber dem Plan erzielten Mehrabsätze konnten sowohl bei den Weiterverteilern als auch bei den Industriekunden erzielt werden. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 124 von 528 Die Erlöse aus dem Trinkwasserverkauf betrugen 2011 35,2 Mio. €. Korrespondierend zum Absatzrückgang liegen die Erlöse ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 36,4 Mio. €. Das seit 2007 weitestgehend umgesetzte neue Preissystem aus Leistungs- und Arbeitspreis hat sich bewährt. Durch die Sensibilisierung unserer Kunden und die intensivere Kommunikation konnte die Zusammenarbeit weiter verbessert werden. Im Vorfeld planbare besondere Versorgungssituationen wurden frühzeitig mit allen betroffenen Kunden abgestimmt. Beispiel hierfür sind die Umstellungsarbeiten auf dem Nordring des Systems in den Sommer- und Herbstmonaten. Die Trinkwasserlieferung an unsere Kunden war im Jahresverlauf zu jeder Zeit ohne Einschränkungen gegeben. Darüber hinaus werden die Kunden in regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen über versorgungsrelevante Themen sowie über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen informiert. Vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren stark gestiegenen Energiepreise stand die Herbstveranstaltung des Jahres 2011 unter dem Motto „Energieeffizienz in der Wasserwirtschaft“. Im Rahmen der laufenden Kundengespräche wurden entsprechend den vertraglichen Regelungen mehrere Kundenverträge angepasst bzw. weiter fortgeschrieben. Schwerpunkt waren hierbei Mengenanpassungen an die regionalen Absatzbedingungen. Im Geschäftsjahr 2011 konnten die Erlöse aus der Abgabe regenerativ erzeugten Stromes deutlich erhöht werden. Mit 1,16 Mio. € lagen die Erlöse ca. 440 T€ über dem Vorjahreswert. Dies wurde durch die Inbetriebnahme aller geplanten Anlagen im Verlauf des Jahreswechsels 2010/2011 ermöglicht. Besonders die im Jahr 2010 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage auf den Gebäuden des Wasserwerkes Torgau-Ost übertraf die geplanten Erwartungen. Eine positive Entwicklung war bei den Dienstleistungen, die unsere Fachleute für Dritte erbringen, zu verzeichnen. In 2011 wurden Laborleistungen sowie Bau- und Montageleistungen für andere Unternehmen in Höhe von ca. 450 T€ erbracht. Zur Anwendung kamen auch Spezialkenntnisse unserer Mitarbeiter, insbesondere bei Reparaturen und Netzeinbindungen an Spannbetonrohrleitungen in Magdeburg und Dresden. Mit einer Reihe von Versorgungsunternehmen, die diese Rohrleitungen betreiben, bestehen entsprechende Serviceverträge. Für die technische Fortentwicklung des Fernwassersystems konnten im Jahr 2011 wesentliche Meilensteine erreicht werden. 2008 wurden mit der Erstellung des Fernwasserentwicklungskonzeptes (FEK) die wichtigsten Eckpunkte der mittel- bis langfristigen Systemanpassung definiert. Im FEK wurde insbesondere den rückläufigen Absätzen Rechnung getragen und es wurden Zielsetzungen für die weitere Optimierung des Versorgungssystems herausgearbeitet. Eine wesentliche Aufgabe war und ist es, durch die wirtschaftlich günstige Wasserbereitstellung des Wasserwerk Wienrode dieses besser auszulasten und gleichzeitig eine Kapazitätsanpassung in der Elbaue vorzunehmen. Dazu war es notwendig, die Ableitungskapazitäten des Wasserwerkes Wienrode in den mitteldeutschen Raum zu verstärken. Dies erfolgt seit 2009 mit dem Bau einer insgesamt 15,5 Kilometer langen, parallelen Rohrleitung im Bereich Bernburg-Güsten. Mit Fertigstellung wesentlicher Abschnitte bis Jahresende 2011 ist es nunmehr möglich, die oben genannte Zielsetzung zu erreichen und Ostharzwasser bis in den Bereich Dessau zu verteilen. Die Kapazitätsanpassung im Bereich der Elbaue erfolgte durch die In-Reserve-Stellung des Wasserwerkes Sachau. Vor Abschaltung des Wasserwerkes am 10. Dezember 2011 wurden zur Aufrechterhaltung des hohen Niveaus der Versorgungssicherheit am Leitungsabschnitt Wasserwerk Mockritz - Hochbehälter Korgau alle relevanten Bauwerke ertüchtigt. Die Maßnahmen des Leitungsbaus und der Netzerhaltung erforderten einen erheblichen Personal- und Materialeinsatz. Nach dem Quotierungsbescheid aus dem Jahr 2010 erfolgten im Jahr 2011 keine weiteren formalen Verfahrensschritte zur Neuordnung der Gesellschafterstruktur der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH. Der Verfahrensstand entspricht im Wesentlichen dem des Lageberichtes 2010. 2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Insbesondere durch Mehrerlöse im Bereich des Trinkwasserabsatzes und erhöhte aktivierte Eigenleistungen konnte ein gegenüber den Planungen deutlich gesteigertes Ergebnis erreicht werden. Das Vorsteuerergebnis beläuft sich auf 2,57 Mio. €, nach Abzug von Steuern sind es 2,44 Mio. €. Neben den Erlösen aus dem Trinkwasserverkauf in Höhe von 35,24 Mio. € wurden sonstige Umsatzerlöse von 1,61 Mio. € erzielt. Wesentlichster Bestandteil waren die Vergütungen für die erzeugte regenerative Energie nach dem EEG in einem Umfang von 1,16 Mio. €. Die verbleibenden Erlöse beziehen sich auf die Verrechnung der Umverlegungsmaßnahmen an unserem Leitungssystem, die von Dritten veranlasst wurden, und auf Bau-/Montage- und Laborleistungen für Dritte. Die sonstigen Umsatzerlöse machten 4,4 % am Gesamtumsatz aus (Vorjahr: 7,2 %). Im Geschäftsjahr 2011 belaufen sich die Gesamtumsätze somit auf 36,84 Mio. € (Vorjahr: 39,17 Mio. €). Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 125 von 528 Aus der Realisierung umfangreicher Investitionsmaßnahmen, insbesondere dem parallelen Leitungsbau bei Bernburg Güsten und den Ertüchtigungsarbeiten am Leitungsabschnitt Wasserwerk Mockritz - Hochbehälter Korgau, wurden aktivierte Eigenleistungen in einem Umfang von 2,75 Mio. € erbracht. Somit liegen diese Leistungen wiederum wie im Vorjahr auf sehr hohem Niveau (Vorjahr: 2,66 Mio. €). Trotz weiterer Optimierungsmaßnahmen und geringerer Fördermengen stiegen die Kosten für den Strombezug um 0,25 Mio. € auf 4,56 Mio. €. Die Aufwendungen für die eingesetzten Aufbereitungschemikalien (BtH-Material) erhöhten sich aufgrund inflationärer Steigerungen leicht auf 0,57 Mio. € (Vorjahr: 0,54 Mio. €). Die Kosten für das bezogene Rohwasser aus der Rappbodetalsperre lagen auf dem Vorjahresniveau von 4,55 Mio. €. Die Instandhaltungsaufwendungen für Material und Fremdleistung umfassten im Jahr 2011 2,76 Mio. €. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Verringerung von 0,4 Mio. €. Die Personalaufwendungen im Jahr 2011 betrugen 12,2 Mio. € und waren damit um 0,28 Mio. € niedriger als im Vorjahr. Darin enthalten sind die Tarifsteigerungen und die Rückstellungen für in der Vergangenheit abgeschlossene Altersteilzeitverträge und Pensionszusagen. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgte auf Basis eingeholter finanzmathematischer Gutachten. Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen entsprechen mit 8,92 Mio. € in etwa dem Niveau des Vorjahres. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 3,36 Mio. € leicht über dem Vorjahr. Bedingt durch umfangreiche Ersatzinvestitionen, insbesondere im Bereich der Prozessleittechnik, mussten verschiedene, nicht mehr benötigte Anlagen des Sachanlagevermögens kostenwirksam ausgebucht werden. Hierdurch entstanden Buchverluste in Höhe von 0,36 Mio. €. Diese konnten nicht gänzlich durch Einsparungen in anderen Positionen kompensiert werden. Finanzlage Die aktuelle Situation der Finanzmärkte hatte keine Auswirkungen auf die Finanzlage des Unternehmens. Durch die derzeitige Zinssituation in Verbindung mit dem Geschäftsmodell der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH konnten günstige Kreditkonditionen bei Neuaufnahmen erreicht werden. Die notwendige Liquidität zur Wahrnehmung aller Geschäftsaufgaben war jederzeit gegeben. Die Kapitalflussrechnung ergibt eine weitere Verbesserung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Der Wert verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,56 Mio. € auf 9,86 Mio. €. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit beträgt -9,86 Mio. € bzw. -57 T€. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit umfasst Kreditneuaufnahmen und Tilgungen von jeweils ca. 2 Mio. €. Der Finanzmittelbestand am Jahresende bewegt sich mit 2,76 Mio. € auf Vorjahresniveau. Vermögenslage Im Geschäftsjahr 2011 wurden 10,1 Mio. € in das Anlagevermögen der Gesellschaft investiert. Davon entfielen 55 T€ auf immaterielle Wirtschaftsgüter und 0,89 Mio. € auf Grundstücke, Dienstbarkeiten und Bauten. Der Großteil der Investitionen floss in die Neuerrichtung technischer Anlagen und Maschinen. So wurden allein Trinkwasserleitungen in einem Umfang von 4,99 Mio. € errichtet. Insgesamt wurden 7,91 Mio. € in technische Anlagen und Maschinen investiert sowie 0,51 Mio. € in die Betriebs- und Geschäftsausstattung. In Höhe von 0,77 Mio. € gab es Zugänge bei den Anlagen im Bau. Investitionsschwerpunkte in 2011 waren:     Bau paralleler Rohrleitungsabschnitte im Raum Bernburg - Güsten mit einer Gesamtlänge von 3,7 km Abdeckung der Filterbecken im Wasserwerk Torgau-Ost Erneuerung bestehender Behälterkapazitäten und technologische Erneuerung von Gewinnungs- und Aufbereitungskapazitäten in den Wasserwerken Torgau-Ost und Mockritz. Die Finanzanlagen verminderten sich im Berichtsjahr durch planmäßige Tilgungen. Zum 31. Dezember 2011 betrug die Eigenkapitalquote 77,0 %. Der Deckungsgrad des Anlagevermögens aus Eigensowie mittel- und langfristigem Fremdkapital verbesserte sich auf 101,4 %. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 126 von 528 3. Risiken der künftigen Entwicklung Bestehende und mögliche Risiken für die Geschäftsentwicklung der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH werden zweimal pro Jahr analysiert und bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten und Risikopotenziale bewertet. Entsprechend dem installierten Risikomanagementsystem werden Gegenmaßnahmen zur Vermeidung bzw. zur Verringerung der Risiken definiert und umgesetzt. Insbesondere bei höheren Risikoeinstufungen erfolgt eine permanente Kontrolle relevanter Kennzahlen. Das Risikomanagementsystem entspricht den gesetzlichen Anforderungen nach § 53 HGrG i. V. m. § 91 Abs. 2 AktG. Für die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH besteht das größte Risiko im weiteren Absatzrückgang beim Trinkwasserverkauf. Absatzrückgänge können sich im Wesentlichen aus den folgen-den Gründen ergeben:    Weiterer Rückgang der Bevölkerung und des Pro-Kopf-Verbrauchs im Versorgungsgebiet unserer Kunden. Diese Tendenz ist insbesondere in den eher ländlich geprägten Gebieten zu beobachten. Tendenzen zur verstärkten Nutzung eigener Wasseraufbereitungsanlagen bzw. der Neuerrichtung solcher Anlagen bei den Kunden des Unternehmens Verringerung der Abnahmen bei direkt oder indirekt versorgten gewerblichen Kunden Die Gesellschaft erwartet hierdurch mittelfristig weiter rückläufige Absätze. In den verrechneten Trinkwasserpreisen werden inflationäre Kostenentwicklungen wesentlicher Aufwandsbestandteile anteilig über die vertraglich vereinbarten Preisgleitklauseln abgebildet. Mit nennenswerten Forderungsausfällen ist bedingt durch die Kundenstruktur im Trinkwasserbereich und bei den sonstigen Umsatzerlösen nicht zu rechnen. Durch das unternehmenseigene Labor wird eine qualitätsgerechte Trinkwasseraufbereitung und -verteilung über den ganzen Verantwortungsbereich der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH sichergestellt. Mit Hilfe eines aktiven Ressourcenmanagements und der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern werden die Rohwässer im Ostharz und in der Elbaue quantitativ und qualitativ nachhaltig verfügbar gehalten. Das Investitionsgeschehen richtet sich an der bedarfsgerechten Erhaltung und Anpassung der Anlagensubstanz aus. Neben der Anpassung der Kapazitäten an die mittel- bis langfristige Absatzentwicklung wird aber auch der Zunahme längerer extremer Witterungslagen Rechnung getragen, die sowohl anhaltende trockene Perioden als auch Hochwasserereignisse einschließen können. Darüber hinaus ist der Einsatz von Controllinginstrumenten zur Überwachung aller Kostenpositionen des Unternehmens von der Planung bis hin zur laufenden unterjährigen Kontrolle Bestandteil des Risikomanagements. Die Erfahrungen zeigen, dass in einigen Beschaffungsbereichen recht erhebliche Preissteigerungen zu verzeichnen waren. Eine Gegensteuerung zu dieser Tendenz erfolgt über die Optimierung der Beschaffungsprozesse und des Materialeinsatzes. Grundlegende Risiken wurden mit Hilfe der aktiven Gestaltung des Versicherungsschutzes abgesichert. Durch Optimierung und Modernisierung bestehender Absicherungen konnten die Konditionen der abgeschlossenen Verträge weiter verbessert werden. Die Wirksamkeit zeigt sich anhand 2011 eingetretener Schadensfälle. Die Liquidität der Gesellschaft war über das gesamte Jahr 2011 gegeben. Die Verfügbarkeit und die Konditionen für Kreditaufnahmen haben sich nicht verschlechtert und befinden sich weiterhin auf einem guten Niveau. Benötigte Mittel werden zinsoptimiert aufgenommen. Zinsänderungsrisiken wird durch mittel- bis langfristige Zinsfestschreibungen begegnet. In einem Fall wurde eine variable Zinsvereinbarung durch einen bis Ende Juni 2012 laufenden Zins-Swap abgesichert. Die Liquiditätsüberwachung und -planfortschreibung erfolgt täglich. 4. Ausblick/Prognosebericht Auf Basis der Absatzentwicklung im Geschäftsjahr 2011, insbesondere der letzten Monate bis zum Jahreswechsel, der beschriebenen demografischen Einflüsse und der bekannten vertraglichen Vereinbarungen geht das Unternehmen von weiter rückläufigen Absatzzahlen im Trinkwasserbereich aus. Gegenüber 76,6 Mio. m³ in 2011 wird im Geschäftsjahr 2012 ein Absatz von 74,3 Mio. m³ erwartet. Es wird mit Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Trinkwasser in Höhe von 34,8 Mio. € gerechnet. Die aktuelle Mittelfristplanung weist bis zum Jahr 2016 einen weiteren Absatzrückgang bis auf 72,4 Mio. m³ aus. Neben bekannten Rückgängen bei einzelnen Kunden rechnet das Unternehmen mit einem Absatzrückgang von ca. 400 Tm³ jährlich allein aus den Effekten der demografischen Entwicklung. Zusätzlich muss die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz Wasserentnahmeentgeltverordnung für das Land Sachsen-Anhalt umsetzen. GmbH die eingangs erwähnte Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 127 von 528 Neben den von Dritten veranlassten Umverlegungsmaßnahmen an unseren Anlagen und damit ebenfalls einhergehenden Materialaufwendungen sind die Erlöse aus dem Verkauf der Stromerzeugung mit den installierten Anlagen der Photovoltaik und den Turbinen nach dem EEG wesentlichster Bestandteil der sonstigen betrieblichen Umsatzerlöse. Nach der Inbetriebnahme aller bisher geplanten Anlagen sollen jährliche Erlöse von ca. 1,2 Mio. € generiert werden. Sofern weitere in 2012 geplante Photovoltaikanlagen unter Beachtung der Rahmenbedingungen wirtschaftlich sinnvoll realisiert werden können, erhöhen sich diese Umsätze um knapp 0,1 Mio. €. Darüber hinaus gehen die Planungen davon aus, auch zukünftig Umsätze über wasserwirtschaftliche Dienstleistungen für Dritte zu erwirtschaften. Schwerpunkt der sonstigen betrieblichen Erträge ist die Erstattung der Stromsteuer, da die Fernwasserversorgung ElbaueOstharz GmbH als energieintensiver Gewerbebetrieb einzuordnen ist. Neben der noch offenen beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission ab 2013 werden ab 2012 neue Erstattungsregularien erwartet. Die konkrete Ausgestaltung dieser Neuregelungen gilt es zu analysieren und entsprechende Schlussfolgerungen abzuleiten. Die Materialaufwendungen wurden auf Basis inflationärer Entwicklungen bzw. abgeschlossener Verträge geplant. Schwerpunktmaßnahme im Geschäftsjahr 2012 stellt die Entsorgung der Filterspülabwässer des Wasserwerkes Wienrode dar. Diese erfolgt kampagnenartig in einem Zyklus von zwei bis drei Jahren unter Nutzung einer Absetzanlage im Territorium. Der Personalaufwand wurde auf Basis des bestehenden Tarifvertrages für Versorgungsbetriebe und der vertraglich vereinbarten 7,5%igen Arbeitszeitverkürzung ohne Lohn- bzw. Gehaltsausgleich geplant. Somit werden für das Jahr 2012 Personalkosten von 12,5 Mio. € bei einer Mitarbeiterzahl von 235 zum Jahresende erwartet. Im laufenden Geschäftsjahr 2012 werden Gespräche zur Fortführung der Regelung zur Arbeitszeitverkürzung ab dem Jahr 2013 aufgenommen. Zur Weiterentwicklung und Erneuerung des Anlagebestandes sind im Geschäftsjahr 2012 Investitionen in einer Höhe von 9,0 Mio. € geplant. Vorgesehen ist unter anderem die Photovoltaik-Anlagen zu erweitern, wofür 1 Mio. € eingeplant wurden. Einen Schwerpunkt der Investitionen bildet die Sicherung der Trinkwasserqualität, beginnend bei der Wassergewinnung, über die Aufbereitung im Wasserwerk bis hin zum Verteilungssystem. Hervorzuheben sind Erneuerungsarbeiten an verschiedenen Trinkwasserspeichern sowie die Erneuerung der Chemikalienanlage im Wasserwerk Torgau-Ost und die Fortsetzung der Sanierung der Röhrenabsetzbecken im Wasserwerk Mockritz. Zur Sicherung der Rohwassergewinnung im Wasserwerk Mockritz sollen drei Brunnen neu gebohrt werden. Einen erheblichen Anteil der vorgesehenen Investitionsmittel (1,8 Mio. €) wird die Fertigstellung des im Bericht bereits erwähnten 15,5 km langen Parallelleitungsabschnittes der Ableitung aus dem Wasserwerk Wienrode im Raum Bernburg binden. Im Zuge des Unternehmensprojektes „Zukunft Fernwasser“, welches 2008 mit wesentlichen Festlegungen zur Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation abgeschlossen wurde, wurde auch ein „Wartenkonzept“ verabschiedet. Die Umsetzung dieses Konzeptes steht nach umfangreichen Vorleistungen bzw. Planungen in den Vorjahren im Jahr 2012 an. Ziel ist es, zukünftig mit lediglich zwei zentralen Warten an den Hauptstandorten Wienrode im Harz und Torgau-Ost zu arbeiten. Zu diesem Zweck wird die neu zu erstellende Warte im Wasserwerk Torgau-Ost im Jahr 2012 fertiggestellt und die bisher separat bestehende Überwachungseinheit am Standort der Unternehmenszentrale in diese integriert. Damit wird auch die Möglichkeit geschaffen, Wartenfunktionen des Wasserwerkes Mockritz in Zukunft ebenfalls nach Torgau-Ost zu verlagern. Die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH betreibt zur Versorgung eigener Kunden seit 1999 fernwassertypische Anlagen der MIDEWA im Bereich Bitterfeld-Wolfen und Eisleben. Durch einen Nutzungsvertrag wurde geregelt, dass ein Kauf dieser Anlagen durch die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH ermöglicht wird. Zu Beginn 2013 soll diese Option umgesetzt werden. Notwendige technologische Erneuerungen und Anpassungsarbeiten zur Integration dieser Anlagen in das Fernwassersystem erfolgen bereits im Jahr 2012, um eine weitere reibungslose Funktionsweise ab 2013 sicherzustellen. Die Kosten des Kaufs der Anlagen beeinflussen die Ergebniserwartungen nicht, da diese den bisherigen Nutzungsentgelten weitestgehend entsprechen. Zur Finanzierung der geplanten Investitionen ist vorgesehen, Fremdmittel bis zu einer Höhe von 3 Mio. € in 2012 aufzunehmen. Dem gegenüber stehen im gleichen Zeitraum Tilgungen bestehender Kreditverbindlichkeiten von 1,7 Mio. €. Für die Folgejahre sind bisher keine weiteren Neuverschuldungen vorgesehen. Die Eigenkapitalquote verbleibt auf dem aktuellen Niveau und wird zum Jahresende 2012 76 % ausmachen. Die Liquidität des Unternehmens für 2012 ist gesichert. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 128 von 528 Trotz der zu verzeichnenden Absatzrückgänge können durch die vielfältigen Optimierungsmaßnahmen der Gesellschaft auch zukünftig positive Ergebnisse erreicht werden. Für 2012 wird ein Jahresüberschuss von 1,4 Mio. € nach Steuern erwartet, für die Folgejahre jeweils ca. 1,3 Mio. €. Vorgänge mit besonderer Bedeutung lagen nach Abschluss des Geschäftsjahres nicht vor. Ver- und Entsorgung Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH Seite 129 von 528 Hafen Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Am Saalehafen 1 06118 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 512 T€ Stadtwerke Halle GmbH 512 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Betrieb und die Unterhaltung eines oder mehrerer Binnenschifffahrtshäfen im Gebiet der Stadt Halle und im Saalkreis, die Errichtung, der Erwerb und der Betrieb von Anlagen, die dem Hafenbetrieb in Halle und im Saalkreis dienen, sowie die Vornahme aller Geschäfte, die den vorerwähnten Unternehmensgegenständen unmittelbar oder mittelbar dienen können. Öffentlicher Zweck: Die Hafen Halle GmbH ist der einzige Binnenschiffahrtshafen in der Region. Durch ihn wird die Versorgung einzelner Unternehmen sichergestellt. Der öffentliche Zweck ist daher in der Wirtschaftsförderung und Standortsicherung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Lindemann, Dirk Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 130 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 0 87 13 0 2009 % 0 89 11 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Aufwendungen für die Ingangsetzung Erweiterung des Geschäftsbetriebes Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten und T€ 31 14.828 2.191 13 T€ 53 15.280 1.841 32 T€ 74 14.876 1.923 3 % 1 88 11 0 T€ -22 -452 350 -19 % -42 -3 19 -59 Bilanzsumme 17.063 100 17.206 100 16.876 100 -143 -1 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 731 % 4 T€ 731 % 4 T€ 727 4 % 4 0 33 5 58 T€ 0 0 -280 74 63 % 0 5.000 104 11.228 29 1 66 5.280 30 11.165 31 0 65 5.561 749 9.835 -5 247 1 Bilanzsumme 17.063 100 17.206 100 16.876 100 -143 -1 Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 131 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust -0 14 1.264 0 0 -0 11 1.171 0 0 308 -1.250 3.430 1 483 1.946 1.007 779 1.124 2010 T€ 2.441 9 896 1.517 832 740 1.156 0 261 -1.160 2009 T€ 1.228 8 921 582 585 660 685 0 244 -599 650 -650 -0 10 1.259 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -36,86 -172,91 -485 121 25,72 2010 -47,97 -160,14 -431 145 24,88 2009 -102,55 -173,23 -599 125 27,14 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 86,27 4,28 95,72 31.12.2010 88,38 4,25 95,75 31.12.2009 88,01 4,31 95,69 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Containerumschlag Güterverkehrsleistung gesamt Hafenbahn Straßengüterverkehr Ver- und Entsorgung 31.12.2010 63.403 1.140.664 442.260 698.404 31.12.2009 26.639 648.959 219.460 429.499 Angaben in T E t U t t 71.676 1.297.296 506.433 790.813 TEU t t t Seite 132 von 528 Hafen Halle GmbH e) Lagebericht Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland SachsenAnhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Nach vorläufigen Zahlen ist die deutschlandweit im Güterverkehr transportierte Tonnage der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße im Jahresvergleich um 6,7 % auf 3,95 Mrd. Tonnen deutlich gewachsen. Während die Mengen im Eisenbahn- und Straßenverkehr im Jahresvergleich 7,7 % bzw. 5,1 % Zuwachs erreichten, ging die Transportmenge in der Binnenschifffahrt um 4,3 % zurück. In etwa unverändert waren die Anteile der Verkehrszweige am Transportaufkommen: nach wie vor dominiert hier der Straßengüterverkehr mit einem (leicht gestiegenen) Anteil von 85 % an der Gesamttonnage deutlich. Die Gesamtverkehrsleistung im Hafen Halle belief sich 2011 auf 1.297.296 Tonnen und nahm damit im Jahresvergleich um 156.633 Tonnen bzw. 13,7 % zu. 506.433 Tonnen bzw. 39 % der Gesamttonnage entfielen dabei auf bahnseitige Transporte. Im KV-Umschlag (KV: Kombinierter (Container-)Verkehr Schiene-Straße) konnte gegenüber dem Vorjahr wiederum eine deutliche Steigerung erreicht werden. Mit 71.676 TEU und 707.798 Tonnen nahm das Aufkommen im Jahresvergleich um 13 % (TEU) bzw. 18,9 % (Tonnen) zu. Allein in den letzten 3 Monaten 2011 wurden mit über 20.000 TEU mehr Einheiten umgeschlagen als im gesamten Jahr 2005 (16.506 TEU). Auch in 2011 war aufgrund der anhaltend widrigen Schifffahrtsbedingungen auf der Saale – bis auf den Umschlag einer Gasturbine für das benachbarte Kraftwerk – kein Schiffsumschlag im Hafen zu verzeichnen. Die am 16. Juni 2010 gegen das Landesverwaltungsamt eingereichte Klage von Bürgern gegen die erteilte Bau-und Betriebsgenehmigung für die Firma Pyrolyx, aufgrund derer das Landesverwaltungsamt die Genehmigungen widerrief, wurde nach fast 18-monatigem Verfahren in 2011 als unbegründet zurückgewiesen. Zwei Bürger klagten daraufhin beim Oberverwaltungsgericht in Magdeburg, welches im Dezember 2011 wiederum diese Klage abgewiesen hat. Aufgrund des Klageverfahrens wurde durch die Investitionsbank des Landes Sachsen Anhalt der Förderzeitraum verlängert. Am 14. Februar 2012 wurde durch das Landesverwaltungsamt nach der Bau- nunmehr auch die Betriebsgenehmigung erteilt. Im 2. Quartal des Jahres 2012 wird mit den Bauarbeiten begonnen, die Inbetriebnahme wird Ende des 1. Quartals 2013 erfolgen. Im Zusammenhang mit der Klage gegen die Genehmigungen für die Firma Pyrolyx widerrief das Landesverwaltungsamt am 20. Juli 2010 auch die gegenüber der OTK Oil Trading Kraftstoff GmbH (GULF-Gruppe) bereits nach § 33 Baugesetzbuch erteilte Baugenehmigung zur Errichtung und dem Betrieb eines Tank-Mischlagers im Hafen. Die OTK musste daraufhin einen neuen Antrag nach § 34 Baugesetzbuch stellen, der zwischenzeitlich genehmigt wurde. Im Zuge der Antragstellung wurde der ebenfalls bereits erteilte Fördermittelbescheid von der Firma OTK zurückgegeben, da der Förderungszeitraum überschritten worden wäre. In der Zwischenzeit gibt es die Information durch die Investitionsbank, dass bis Ende März 2012 eine Entscheidung zu den Fördermodalitäten getroffen werden soll. Mit positiver Bescheidung soll nach Aussagen der Investoren im zweiten Quartal 2012 mit der Anlagenerrichtung begonnen werden. Die Betriebsaufnahme ist für Ende 2012/Anfang 2013 vorgesehen, so dass Mitte 2013 der Betrieb in Volllast erwartet werden kann. Im Juni 2011 wurde durch das Bundesverkehrsministerium die Planung vorgelegt, die Saale zu einer „Restwasserstrasse“ ohne weiteren Investitions-und Unterhaltungsbedarfes herabzustufen. Die Elbe sollte als Nebenwasserstrasse herab qualifiziert werden. Dieses führte zu einer breiten Protestbewegung in der Landes-, Regional- und Lokalpolitik, der Wirtschaft und großen Kreisen der Gesellschaft. In enger Abstimmung mit dem Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS e.V.) hat sich am 05. August 2011 das „Saale–Bündnis“ gegründet. In der Zwischenzeit, vor allem durch den Druck des „Saale–Bündnisses“ hat der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages diesen Vorschlag abgelehnt. Das Bundesverkehrsministerium hat das Planco-Institut mit einer neuen Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Saale beauftragt. Die Ergebnisse werden im 3. Quartal 2012 erwartet. Die Hafen Halle GmbH erzielte per 31. Dezember 2011 Umsatzerlöse und andere Erträge in Höhe von T€ 3.760. Hauptumsatzträger bei den typischen Hafenleistungen waren mit T€ 2.309 die Erlöse aus Umschlagsleistungen und mit T€ 621 die Erlöse aus Leistungen der Hafenbahn. Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 133 von 528 Im Geschäftsjahr 2011 wurden T€ 320 investiert. Neben T€ 137 Investitionen für technische Hafenanlagen (darunter T€ 81 für die Anschaffung von 4 Chassis für den Containertransport) und T€ 84 für Geländemaßnahmen (darunter T€ 50 Überhang aus 2010 für den Erwerb der Grundstücksflächen zur Gleisanlage „Saalebahn“) fielen T€ 42 für Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie T€ 58 für sonstige Investitionen (darunter T€ 44 für betriebswirtschaftliche Software) an. Die Liquidität der Gesellschaft war in 2011 durch den Kreditrahmen der Muttergesellschaft im Rahmen des bestehenden Cash Pools und den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages gegeben. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2011 absolut um T€ 142,8 und relativ um 0,8 % auf T€ 17.063 verringert. Der Anteil des Anlagevermögens belief sich auf 86,9 % der Bilanzsumme. Einschließlich der Zurechnung der Sonderposten beläuft sich das wirtschaftliche Eigenkapital auf T€ 5.731 und beträgt 33,6 % der Bilanzsumme. Bei Bankdarlehen über T€ 4,758 ist das Anlagevermögen der Gesellschaft zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 (T€ 14.828) zu 70,7 % durch lang- und mittelfristiges Eigen- und Fremdkapital (T€ 10.489) gedeckt. In dem seit August 2004 beim Landgericht Halle anhängigen Rechtsstreit wegen mangelhafter Planungsleistungen gegen die Firma H.P. Gauff Ingenieure GmbH & Co. KG war im Jahr 2011 – trotz mehrmaliger Anfragen unserer Rechtsanwälte an das Gericht – kein Verfahrensfortgang zu verzeichnen. Entsprechend der Regelungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) wurden durch die Gesellschaft auch in 2009 die wesentlichen Risikofelder identifiziert und einer Bewertung unterzogen sowie die erforderlichen Schritte zur Schaffung eines adäquaten Risikomanagement- und Früherkennungssystems erfolgreich realisiert. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die für die Gesellschaft relevanten Risikofelder einer laufenden Bewertung und Kontrolle unterliegen sowie wesentliche Instrumente der Risikoerkennung und -bewertung installiert sind. Auf Grundlage des Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages wurden von der Gesellschafterin Verlustausgleichszahlungen geleistet (bzw. Darlehen schuldbefreiend übernommen) sowie im Rahmen des konzernweiten Cash-Pools Kontokorrentkredite bereitgestellt. Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass diese Finanzströme als staatliche Beihilfen im Sinne des Art. 87 Abs. 1 EG-Vertrag gewertet werden könnten. Es bestünde insofern das grundsätzliche Risiko der Rückzahlung der als Beihilfe klassifizierten Finanzströme. Der Hafen und seine Gesellschafterin haben zwei Kanzleien damit beauftragt zu prüfen, welche Finanzströme beihilfenrechtliche Relevanz entfaltet haben könnten, für welchen Zeitraum dieses unterstellt werden könnte und welche finanziellen Risiken hieraus entstehen könnten. Die endgültigen Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor. Ausblick Der Ertragswert der Sparten „Schiffsverkehr“ und „Ansiedlung“ ist gemäß den aktuellen Planungsrechnungen unverändert nachhaltig negativ. Nach rezessionsbedingten Rückgängen in 2009 zeigt die Sparte „Bahn- und Straßenverkehr“, und hier insbesondere der KV-Umschlag, eine mittelfristig positive Entwicklung. Der Schwerpunkt der weiteren Entwicklung liegt daher unverändert auf dem Container-Verkehr und dem Eisenbahnbereich. Gerade im Containerverkehr wird es darauf ankommen, die seit der Einführung unserer Marke „CTHS – Container Terminal Halle Saale“ am Markt bereits zu spürende positive Wahrnehmung dieser Leistung des Hafens Halle weiter auszuschöpfen. Ebenso wird der Focus auf der Stabilisierung und dem weiteren Ausbau des Eisenbahnbereiches insbesondere bei der Erbringung von Verkehrsdienstleistungen (Traktionen) liegen. Weiterhin gehen wir davon aus, dass das Ansiedlungsvorhaben Tankmischlager Anfang 2013 seinen Betrieb aufnimmt und damit die bereits in Vorjahren geplanten und mit einer Laufzeit von 5 Jahren bereits vertraglich fixierten Hafenbahnleistungen umgesetzt werden. Aufgrund der guten Entwicklungen im abgelaufenen Geschäftsjahr erwarten wir für 2012 im KV-Geschäft ein stabiles leicht steigendes Verkehrsaufkommen. Ungeachtet dessen wird die weitere Ausweitung der Geschäfte im KV-Bereich einen wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft auch in 2012 darstellen. Weiter ausgebaut werden soll auch das Geschäftsfeld der dispositiven speditionellen Leistungen mit kompletten Container-Transport-Läufen Seehafen-KundeSeehafen. Hierzu soll auch die in 2011 erfolgreich gestartete Sparte „Lkw-Verkehr“ (Straßentransporte im KV-Verkehr mit angemieteten Zugmaschinen und eigenen Chassis) beitragen. Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft im Bereich Ansiedlungen wird es in 2012 sein, die beiden im Hafen begonnenen Ansiedlungsprojekte in der Umsetzung bis hin zur Betriebsaufnahme zu begleiten. Vor dem Hintergrund einer mittelfristig verbesserten Erlössituation der Gesellschaft vor allem im Bahnsektor wird die Gesellschaft weiterhin versuchen, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gebietskörperschaften weitere Grundstücksflächen im engeren Hafenumfeld einer wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. Damit soll auch ein Beitrag zur Entwicklung des Hafengebietes sowie des Wirtschaftsstandortes Halle (Saale) insgesamt geleistet werden. Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 134 von 528 Im investiven Bereich sind insbesondere Maßnahmen zur Erweiterung und Sicherung der Geschäfte im Bahn- und Container-Verkehr geplant. Neben dem Neubau des Gleisanschlusses für einen Neuansiedler im Hafen ist zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Betriebsabläufe auch der Ersatzneubau der technischen Sicherungsanlagen an den Bahnübergängen der Gleisanlage „Saalebahn“ geplant. Hier hoffen wir auf zeitnahen Abschluss der bereits seit Ende 2007 diskutierten Kreuzungsvereinbarungen mit der Stadt Halle (Saale). Im Zusammenhang mit dem Neubau der bahnseitigen Hafenanbindung im sogenannten „Nördlichen Ringschluss“ sowie für den Neubau eines KV-Terminals sollen die Entscheidungen soweit vorangebracht werden, dass die bereits europaweit ausgeschriebenen Planungsleistungen Mitte des Jahres beauftragt werden können. Die zukünftige Ertrags- und Finanzlage des Hafens ist außer von politischen Entscheidungen zur Saaleschifffahrt entscheidend davon abhängig, dass die Akquisitionsaktivitäten erfolgreich verlaufen, die für eine langfristig positive Entwicklung des Hafenbetriebs (einschließlich Bahn- und Straßenverkehr) erforderlichen Investitionen realisiert werden sowie der Hafenbetrieb und die zur Ansiedlung hergerichteten Flächen signifikant besser ausgelastet sind. Die Zahlungsfähigkeit und der Fortbestand der Gesellschaft sind auch zukünftig von der entsprechenden Unterstützung durch die Alleingesellschafterin Stadtwerke Halle GmbH – im Wege des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags sowie der Einbindung in den Cash Pool der Stadtwerke Halle GmbH – abhängig. Ver- und Entsorgung Hafen Halle GmbH Seite 135 von 528 Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 10.000 T€ Stadtwerke Halle GmbH 10.000 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens sind die Versorgung mit Wasser, die Abwasserbeseitigung und die Errichtung, der Erwerb und der Betrieb von Anlagen zur Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, die Abfallentsorgung, die Abfallsortierung, die Reststoffverwertung, der Winterdienst, Reinigungsleistungen einschließlich der Gebäudereinigung sowie damit im Zusammenhang stehende Leistungen im Gebiet der Stadt Halle (Saale) und in anderen Gebietskörperschaften. (2) Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, die der Erreichung oder Förderung des Gesellschaftszwecks unmittelbar oder mittelbar dienen. Sie kann sich hierbei anderer Unternehmen bedienen, sich an ihnen beteiligen oder solche Unternehmen sowie Hilf- und Nebenbereiche errichten, erwerben, oder pachten. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Abwasserent- und die Wasserversorgung werden explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Vorsitzender Lux, Matthias Dr. Gaudig, Lutz Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzender Misch, Werner Junghans, Torsten Philipp, Lothar Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar Hildebrandt, Roland Krause, Johannes (bis 11.04.2011) (seit 19.05.2011 stellv. Vorsitzender) (seit 28.07.2011) Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 136 von 528 Aufsichtsrat: Nebelung, Barbara Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 21 31.12.2009 T€ 8 Aufsichtsrat 21 c) Beteiligungen unmittelbar Cives Dienste GmbH Maya mare GmbH & Co. KG WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH W+H Wasser- und Haustechnik GmbH T€ 25 1.278 153 26 % 100,00 12,50 60,00 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 90 10 0 2009 % 92 8 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 398.688 44.638 729 T€ 399.477 35.920 949 T€ 408.909 27.735 949 % 94 6 0 T€ -789 8.718 -220 % 0 24 -23 Bilanzsumme 444.055 100 436.346 100 437.593 100 7.709 2 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Sonderposten für Baukostenzuschüsse Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Investitionsund T€ 68.898 7.666 47.423 18.865 292.036 9.167 % 15 2 11 4 66 2 T€ 68.898 8.023 47.794 18.097 285.448 8.086 % 16 2 11 4 65 2 T€ 68.898 8.380 48.421 14.174 291.508 6.212 % 16 2 11 3 67 1 T€ 0 -357 -371 768 6.588 1.081 % 0 -4 -1 4 2 13 Bilanzsumme 444.055 100 436.346 100 437.593 100 7.709 2 Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 137 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Erträge aus Beteiligungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 9.067 114 115.096 337 3.720 27.903 29.451 17.802 23.165 353 24 202 12.032 9.379 198 -198 2010 T€ 111.018 270 6.122 26.050 29.637 25.942 21.868 365 26 71 12.361 2.014 4.359 -4.359 0 138 2.483 2009 T€ 108.529 389 4.881 23.455 29.821 18.761 21.504 329 30 91 12.638 8.070 1.435 -1.435 0 294 6.341 0 0 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 7,88 13,16 26.869 184 24,72 2010 -2,24 -3,60 23.458 177 25,24 2009 5,84 9,20 25.102 172 26,21 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 89,49 15,52 84,48 31.12.2010 91,21 15,79 84,21 31.12.2009 93,10 15,74 84,26 Angaben in % % % Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 138 von 528 ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Absatzmenge Schmutzwasser Absatzmenge Trinkwasser gesamt Abwassereinleitung Kläranlagen Anzahl Einzelgebührenbescheide Anzahl Gebührenbescheide Entsorgungstonnagen Gebäudereinigungsleistung Hausanschlüsse Stadtreinigungsleistung 9.523,00 T m 16.741,00 T ³ m 17.528,00 T ³ m 6.723,00 A ³ n 36.979,00 A z n 163.482,00 M a z g 70.192.483,00 m h a ² l 49.485,00 A h n l 350.538,00 k z m a ² h l 31.12.2010 9.323,00 16.527,00 19.339,00 6.747,00 37.169,00 153.132,00 72.957.791,00 49.283,00 310.968,26 31.12.2009 9.450,00 16.413,00 15.835,00 6.910,00 37.543,00 153.627,00 71.308.614,00 49.077,00 326.285,00 Angaben in Tm³ Tm³ Tm³ Anzahl Anzahl Mg m² Anzahl km² Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 139 von 528 e) Lagebericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland SachsenAnhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 %-Punkte auf 7,1 %. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 %-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 %. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 %-Punkte auf 11,7 %. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Veränderungen wesentlicher Verträge, Produktveränderungen, Kundenorientierung Bei der Trinkwasserversorgung ist es gelungen - trotz steigender Preise für die Instandhaltung des Trinkwassernetzes und allgemeiner Preissteigerungen - den Grundpreis unverändert bei 0,104 EUR (brutto) pro Einwohnerwert und Tag sowie den Mengenpreis konstant bei 1,39 EUR (brutto) pro Kubikmeter zu halten. Turnusmäßig kalkulierte die HWS auf Basis der Kosten- und Absatzentwicklung in der Abwasserentsorgung die Abwasserpreise neu. Der Preis für Niederschlagswasser konnte zum 01. Januar 2011 um 4 Cent auf 1,44 EUR (brutto) pro Quadratmeter Berechnungsfläche gesenkt werden. Der Auftraggeber, die Stadt Halle (Saale) und das Unternehmen einigten sich im Jahr 2011 über die Inhalte und Konditionen bei Verlängerung bzw. Neuabschluss des Vertrages über die Durchführung der öffentlichen Abfallentsorgung im Einzugsgebiet der Stadt für weitere 10 Jahre. Der Stadtrat und der Aufsichtsrat haben am Ende des Jahres 2011 dem Abfallentsorgungsvertrag zugestimmt. Eine Unterzeichnung des Vertrages ist zu Beginn des Folgejahres vorgesehen. Die Verlängerung des Vertrages sorgt für eine Kontinuität in der Auftragslage des Unternehmens. Mit Wirkung zum 01. November 2011 trat die Novellierung der Trinkwasserverordnung in Kraft. Gegenstand dieser Novellierung sind unter anderem Änderungen bei mikrobiologischen -, chemischen- sowie Indikatorparametern. Weiterhin wurden in der Novelle neue Nachweisverfahren festgesetzt sowie Änderungen in der Zuständigkeit der Erstellung der Probeentnahmepläne. Neu aufgenommen wurde ein sogenannter technischer Maßnahmewert von Legionellen. Dies ist besonders für Betreiber von Wassererwärmungsanlagen von Bedeutung. Für das Trinkwasserlabor der HWS bedeutet diese Änderung die Möglichkeit der Leistungserweiterung. Die Kundenorientierung und stetige Verbesserung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios zählen in der HWS nach wie vor zu den wichtigsten Zielen und werden kontinuierlich optimiert und erweitert. In diesem Rahmen konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr das bereits umfangreiche Dienstleistungsangebot des Unternehmens um die Entsorgung von Konfiskaten bei der Speiseresteentsorgung erweitert werden. Der Wirtschaftsverband Abfall- und Wertstoffbehälter informierte die Entsorgungswirtschaft im Jahr 2011 über die Änderung der DIN EN 840 bezüglich der Sicherheitsanforderungen für Schiebedeckelbehälter (Abfallsammelbehälter) und der technischen Umsetzung. Verschiedene Unfälle in Europa und in Deutschland mit Abfall- und Wertstoffbehältern ohne Sicherheitsdeckel zeigten, dass die Anforderungen der DIN EN 840 nicht nur für Neugefäße sondern auch für die nach alter Norm gerüsteten Abfall- und Wertstoffbehälter angewendet werden muss. Die HWS hat bereits im Jahr 2009 damit begonnen, die 11.000 Behälter (1,1 m³ MGB) die im Stadtgebiet Halle (Saale) stehen, vor Ort umzurüsten. Im November des Geschäftsjahres 2011 konnte das Projekt – Sicherheit für unsere Kunden - weitgehend und Anfang 2012 vollständig abgeschlossen werden. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 140 von 528 Bereits seit dem Jahr 2006 trägt die gesammelte Altpapiermenge des Altpapier-Sammelwettbewerb für Schulen und Kindertagesstätten in der Stadt Halle (Saale) zur Erhaltung des Altpapiermengenstromes aus Halle (Saale) bei. Durch die positive Resonanz und große Teilnehmeranzahl konnte der Wettbewerb auch im Jahr 2011 fortgeführt werden. Abfall-Logistik und –Behandlung, Reinigungslogistik Mit Wirkung vom 01. September 2011 begann das Pilotprojekt zum Einsatz von Telematik im Unternehmensbereich Entsorgungsdienste. Im Rahmen dieses Projektes wurden 5 Entsorgungsfahrzeuge sowie 5 Containerfahrzeuge mit sogenannten Fleet Boards (elektronische Erfassung von technischen Zuständen der Aggregate und Antriebe) ausgestattet. Das Unternehmen verbindet mit dieser Testphase u.a. die Zielsetzungen der Reduzierung des Kraftstoffverbrauches, die Optimierung der Touren durch eine verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit sowie mittelfristig die Reduzierung der Reparaturkosten. Bis zum Ende des Jahres 2011 konnten bereits erste Einspareffekte erreicht werden. Aus diesem Grund wird im kommenden Geschäftsjahr 2012 das Unternehmen den Pilotversuch auf weitere 15 Fahrzeuge des Unternehmensbereichs Entsorgungsdienste ausweiten. Vor dem Hintergrund der Einführung der Umweltzonen in der Stadt Halle (Saale) zum 01. September 2011 gewinnen zunehmend die E-Mobilität und die Reduzierung von Feinstaub- und CO2-Emissionen sowohl im Straßenverkehr als auch im innerstädtischen Nahverkehr an Bedeutung. Zu den 10 bereits durch Erdgas angetriebenen Fahrzeugen sowie den 4 Fahrzeugen mit Elektroantrieb der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH kamen im Jahr 2011 weitere 4 durch Erdgas angetriebene Fahrzeuge hinzu und wurden 10 Nutzfahrzeuge mit einem Partikelminderungssystem aufgerüstet. Produktions- und Behandlungskapazitäten Unverändert stellte die HWS im vergangenen Geschäftsjahr ihren Kunden Trinkwasser von hervorragender Qualität zur 3 3 Verfügung. Insgesamt wurden 18.266 Tm Trinkwasser zur Versorgung bereitgestellt, davon 14.274 Tm im Versorgungsgebiet der Stadt Halle (Saale) und des Wasserzweckverbandes „Saalkreis“. Die HWS bezieht das Trinkwasser auf Grundlage eines langfristigen Liefervertrages mit der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH. Das Wasseraufkommen lag im Jahr 2011 um 0,9 % unter dem Vorjahresniveau aber dennoch mit 2,1 Prozent über unseren Erwartungen. Dazu haben die stabile Entwicklung der Einwohnerzahlen der Stadt Halle (Saale) und die wasserabsatzfördernde Witterung beigetragen. Die Wasserverluste wurden für das gesamte Versorgungsgebiet der HWS mit 8,4 % ermittelt, was einer Senkung von 1,9 %-Punkte zum Vorjahr entspricht. Die Auslastung der Zählanlage für Getränkeeinwegverpackungen ist weiterhin hoch. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Anzahl der gezählten Gebinde im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht werden. Weiterhin wurde für die PETklar-Fraktion eine größere Zerstörmaschine eingebaut. Durch die zu Beginn des Jahres weiterhin rückläufigen Preise für die Papier-Pappe-Kartonagen- Fraktion (PPK) und auf Grund des dadurch bedingten nicht kostendeckenden Anlagenbetriebes der mechanischen Sortieranlage für PPK, wurde die Anlage bereits zu Beginn des Jahres 2010 außer Betrieb genommen und für besondere Marktsituationen in Reserve gehalten. Je nach Marktpreislage wurde sie im abgelaufenen Jahr zeitweise in Betrieb genommen. Optimierung der Beschaffung Im Geschäftsjahr 2011 wurden alle Aufträge zur Umsetzung vorgesehener Investitionsmaßnahmen der Trinkwasserverund Abwasserentsorgung mit Hilfe der einschlägigen Vergabeverfahren beauftragt. Dies trug zu wirtschaftlich guten Ergebnissen bei. Zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Unternehmens zählt ebenfalls eine optimierte Beschaffung von Verwertungsund Behandlungskapazitäten bzw. diesbezüglicher Nachunternehmerleistungen für verschiedenen Abfallarten. Diese permanente Optimierungsaufgabe konnte auch im Geschäftsjahr 2011 erfolgreich erledigt werden. So gelang es bereits für das laufende Jahr sowie für das Jahr 2012 insbesondere für die Fraktion Altholz, Bauabfälle, Straßenkehricht sowie gemischte Siedlungsabfälle zur Verwertung neue Verträge zu günstigeren Konditionen abzuschließen. Dabei ist es auch im Jahr 2011 gelungen, Abhängigkeiten von Nachunternehmern dadurch zu vermeiden, dass in der Regel bei jeder Abfallart mehr als ein Nachunternehmer für das Unternehmen tätig ist. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 141 von 528 Organisationsveränderungen Im Jahr 2010 begann das Unternehmen mit der Entwicklung eines langfristigen Strategiekonzeptes „HWS 2020“. Das Konzept dient der Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsfeld- und Produkterweiterungen in allen Geschäftsbereichen des Unternehmens. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die Stufe 1 – „Strategieschleife“ des Konzeptes vollständig abgeschlossen. Aus der Stufe 1 wurden 48 konkrete Maßnahmen abgeleitet und analysiert. Alle Maßnahmen wurden im Laufe des Jahres in die Stufe 2 – Konzeptionsphase des Strategiekonzepts überführt und bearbeitet. Bis zum Ende des Jahres konnten 8 konkrete Maßnahmen, u. a. die Neukonzeption des Winterdienstes, umgesetzt werden. Die sich noch in der Konzeptionsphase befindenden Maßnahmen werden im Folgejahr 2012 abgeschlossen. Im November 2011 begann das konzernweite Projekt „Strategische Assetsteuerung“, an dem sich auch die HWS beteiligt. Im Rahmen dieses Projektes soll künftig der Einsatz aller Betriebsmittel der kompletten Netzinfrastruktur (für die HWS die Trinkwasser- und Abwassernetze) der SWH-Gruppe optimal gestaltet werden. Durch den Aufbau der strategischen Assetsteuerung wird die Grundlage für ein langfristig erfolgreiches Management der netztechnischen Anlagen der SWH-Gruppe gelegt. Die ganzheitliche Betrachtung von Kosten, Qualität, Risiko und die Optimierung des Zusammenspiels zwischen Technik, Vertrieb und Controlling können zukünftig Prozesse besser vernetzt und operative Exzellenz geschaffen werden. Zu den wesentlichen Arbeit- und Aufgabenschwerpunkten zählen beispielsweise die Bewertung strategischer Investitionsentscheidungen der Tochterunternehmen des SWH-Konzerns, die Betreuung der Thematik „Stadtumbau“ in allen Facetten und die Einführung abgestimmter Planungs-, Ausschreibungs- und Vergabegrundsätze. Ziel ist dabei die Investitionserfordernisse aller Gesellschaften im SWH-Konzern optimiert umzusetzen. Mit Wirkung zum 01. Mai 2011 wurde eine innerbetriebliche Umstrukturierung mit dem Ziel der internen Straffung von Struktureinheiten und der Optimierung logistischer und verwaltungstechnischer Prozesse im Unternehmensbereich Entsorgung vorgenommen. Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH integrierte den Bereich Straßenreinigung / Winterdienst als Abteilung in den Bereich Entsorgungsdienste und bündelt somit nunmehr alle logistischen und hoheitlichen von der Stadt Halle (Saale) übertragenen Aufgaben der Abfallentsorgung und Stadtreinigung in einem Verantwortungsbereich. Im Rahmen der kontinuierlichen internen Prozessoptimierung wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 die Zusammenführung von zwei Abteilungen zu einem neuen Meisterbereich Netz- und Anlagenüberwachung durchgeführt. Das Unternehmen verbindet mit der Optimierung das Ziel, künftig versorgungswichtige Instandhaltungsaufgaben effizienter und in einem kürzeren Zeitrahmen koordinieren und durchführen zu können. Die Aufgabenvielfalt im Meisterbereich Netz- und Anlagenüberwachung umfasst unter anderem die Wartung und Reparatur von Pumpen in Druckerhöhungsstationen, die Leckortung und Trassensuche, das An- und Abstellen von Versorgungsleitungen im Zuge der Störungsbehebung sowie die Drucküberwachung im Versorgungssystem. Die HWS übernahm im Jahr 2010 aufgrund der Zentralisierung bestimmter konzerninterner Leistungen die Aufgabe, ein zentrales Fuhrparkmanagement für die SWH-Gruppe aufzubauen. Das Projekt dauert an. Erste Erfolge konnten durch die Verkleinerung des Fuhrparks erzielt werden. Im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen ein IT-gestütztes Berechtigungsmanagement-konzept für die im Unternehmen eingesetzten Software-Produkte eingeführt. Die damit verbundene Neuorganisation hatte das Ziel, die Sicherheit und Dokumentation bei Softwaresystemberechtigungen weiter zu verbessern. Personal Zum Stichtag 31. Dezember 2011 waren im Unternehmen 647 Mitarbeiter (Vorjahr: 661) beschäftigt. Zudem waren 72 Auszubildenden (davon 9 duale Studiengänge) und 28 Praktikanten für das Unternehmen tätig. Der zum Teil erhebliche Rückgang der Schulabgängerzahlen in den östlichen Bundesländern veranlasste die HWS präventive Maßnahmen zu ergreifen, um den erwarteten Auswirkungen entgegenwirken zu können. Kontinuierlich und planmäßig steigerte das Unternehmen in den vergangenen Jahren die Anzahl der Ausbildungsplätze auf 72 davon 9 duale Studiengänge. Das Unternehmen beabsichtigt, mit dieser Maßnahme dem möglichen Fachkräftemangel vor allem in den produktiven/ technischen Bereichen des Unternehmens zu begegnen und frühzeitig den Aspekt der Mitarbeiterbindung zu berücksichtigen. Die Ausbildung erfolgt in den Ausbildungsberufen Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Kfz-Mechatroniker / -in, Berufskraftfahrer/-in, Anlagenmechaniker / -in, Elektroniker / -in für Betriebstechnik, Chemielaborant / -in, Elektroniker / -in für Automati-sierungstechnik und Gebäudereiniger/ -in sowie Bürokauffrau /-mann, Industriekauffrau / -mann und duale Studiengänge. Das im Jahr 2010 umfangreiche und kontinuierliche Weiterbildungsprogramm für Berufskraftfahrer nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) für die logistischen Bereiche des Unternehmens wurde auch im abgelaufenem Geschäftsjahr insbesondere mit den Schwerpunkten auf ein wirtschaftliche Fahrweise und die geltenden Sozialvorschriften umgesetzt. Im Jahr 2011 nahmen wiederum über 200 Mitarbeiter des Unternehmens teil. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 142 von 528 Die Kooperation zwischen der HWS und dem Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung (ILUG) begann im Jahr 2011 mit dem Ziel der Weiterentwicklung der aktiven Gesundheitsförderung. Die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes zu den Themenschwerpunkten Ernährung / Gemeinschaftspflege; Alltagsbewegung fördern / Präventionsangebote; Vorsorge / Diagnostik sowie Stressmanagement / Kommunikation/ Führung bildeten dabei den Mittelpunkt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 beendeten erfolgreich 7 Fachkräfte mit Führungsaufgaben der HWS das eineinhalbjährige Ausbildungsprogramm zum Fachwirt für Einkauf und Logistik. Das mit dieser Ausbildung verbundene Ziel ist die Optimierung der komplexen betriebswirtschaftlichen und logistischen Prozesse im Unternehmen. Das Ende des Jahres 2010 begonnene strategische Personalanpassungsprogramm wurde konsequent fortgeführt. Beabsichtigt wird, 56 Stellen in den Jahren bis 2019 abzubauen. Investitionstätigkeit Die Investitionen des Geschäftsjahres 2011 der HWS hatten einen Gesamtumfang von insgesamt TEUR 16.908 (Vorjahr: TEUR 15.881) zuzüglich unentgeltlicher Übernahmen von Ver- und Entsorgungsleitungen in Höhe von TEUR 254, die durch andere Erschließungsträger errichtet wurden. Auf den Abwasserbereich entfielen dabei Investitionen von TEUR 9.500 (Vorjahr: TEUR 8.158) und auf den Trinkwasserbereich TEUR 5.056 (Vorjahr: TEUR 5.192). In den leitungs- bzw. kanalnetzgebundenen Geschäftsfeldern der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung wurden insbesondere Projekte zur Verbesserung der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur in Kooperation mit der Stadt Halle (Saale) und mit der konzernzugehörigen HAVAG – Hallesche Verkehrs AG realisiert. Investitionsschwerpunkte für die Sparten Wasser und Abwasser waren im Jahr 2011 insbesondere die Mitwirkung an komplexen Straßenbaumaßnahmen wie zum Beispiel der Delitzscher Straße, Beesener Straße, Eislebener Straße, Berliner Straße sowie an Erschließungs- und Entwicklungsmaßnahmen (Erschließungsgebiet an der A 14; Baugebiete Heide-Süd und A.-Oelßner Straße). Dazu kommen folgende Projekte im Abwasserbereich:  die Weiterführung der abwassertechnischen Ersterschließung entsprechend Abwasserbeseitigungskonzeption (z.B. im den Stadtteil Dölau und in Halle Diemitz);  die Sanierung besonders störanfälliger Kanalabschnitte, beispielsweise der Hauptsammelkanal in der Kantstraße, Kanäle in der Liebenauer Straße, Türkstraße, Jakobstraße  Ertüchtigung der überbauten Gerbersaale  Ertüchtigung störanfälliger und überlasteter Anlagengruppen auf der Kläranlage Halle Nord (z.B. Überschussschlammeindickung) Der Anschlussgrad an die zentrale Abwasserentsorgung beläuft sich nunmehr auf 99,55 % (Kanalnetz). Im Bereich der Trinkwasserinvestitionen lagen die Schwerpunkte im abgelaufenen Geschäftsjahr zusätzlich zu der Beteiligung an den bereits aufgeführten Komplexbaumaßnahmen auf folgenden Projekten:  Abschluss der Sanierung der Großrohrleitung in der Kantstraße / Schwarzer Weg mit Außerbetriebnahme von 2 gefährdeten Parallelleitungen (DN 400/Beton)  Maßnahmen zur Senkung / Stabilisierung von Wasserverlusten durch Ersatz von besonders schadensanfälligen Leitungen; z. B. Elsterdüker Döllnitz und im Auftrag des Wasserzweckverbandes Saalkreis anlässlich verschiedener Straßenbaumaßnahmen  Erneuerung von Versorgungsleitungen beispielsweise in der Leibnitzstraße, in der Merseburger Straße, in der OttoStomps-Straße, im Universitätsring, in der Charlottenstraße und im Blumenauweg. Die Investitionen des Geschäftsjahres 2011 im Unternehmensbereich Entsorgung waren im Wesentlichen auf die Erhaltung der bestehenden Logistik und Behandlungskapazitäten ausgerichtet. Wirtschaftliche Entwicklung Umsatzerlöse und Aufwendungen Von der HWS wurden im Jahr 2011 Umsatzerlöse von TEUR 115.096 erwirtschaftet. Dieser Wert bedeutet zum Vorjahr ein Wachstum um TEUR 4.078 und liegt deutlich über den Erwartungen. Im Einzelnen entwickelten sich die Geschäftsfelder wie folgt: Trinkwasserlieferung Abwasserentsorgung Abfallentsorgung / Reinigung Sonstige Umsatzerlöse TEUR 32.612 (Vorjahr TEUR 32.408) TEUR 40.937 (Vorjahr TEUR 41.873) TEUR 28.641 (Vorjahr TEUR 25.614) TEUR 12.906 (Vorjahr TEUR 11.123) Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 143 von 528 Der Erlösanstieg in der Trinkwassersparte ist auf den Anstieg der Absatzmengen zurückzuführen. Die Erlösreduzierung bei der Abwasserentsorgung zum Vorjahr ergibt sich aus dem Ausgleich von Kostenüberdeckungen im Rahmen der Nachkalkulation Abwasser. Die deutliche Erlössteigerung im Geschäftsfeld Abfallentsorgung / Reinigung resultiert aus positiven Mengenentwicklungen und aus höheren Vermarktungspreisen für Sekundärrohstoffe. Eine Erhöhung zum Vorjahr war bei den sonstigen Umsatzerlösen auf TEUR 12.960 zu verzeichnen. Die Steigerung wurde im Wesentlichen auf erhöhte Leistungen bei Betriebsführungsverträgen und Betriebsdienstleistungen sowie bei der Deponiesickerwasser-übernahme von Dritten erreicht. Die Personalaufwendungen lagen mit TEUR 29.451 unter dem Vorjahresniveau. Diverse Maßnahmen zur strategischen Personalentwicklung wurden zielgerichtet weitergeführt und spiegeln sich in gesunkenen Beschäftigtenzahlen sowie reduzierten Personalkosten wider. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 23.165 ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr eingetreten. Diese Entwicklung ist insbesondere auf den Übergang der Abrechnungsdienste auf die ITC Halle GmbH mit sämtlichen Leistungen der Rechnungslegung einschließlich dem dazugehörigen Mahn- und Forderungsmanagement zurückzuführen. Der Materialaufwand betrug TEUR 27.903 und lag damit über Vorjahresniveau. Hauptursachen für diese Entwicklung sind einmalig, in dieser Periode erhöhte Aufwendungen für Sanierung und Instandhaltung von Anlagen (Trink- und Abwasser) sowie zusätzliche Transportaufwendungen für Deponiesickerwasser infolge einer mit den diesbezüglichen Umsatzerlösen korrespondierenden Mengensteigerung. Die Reduzierung der Abschreibungen um TEUR 8.140 auf TEUR 17.802 ist hauptsächlich die Folge der außerplanmäßigen Abschreibung auf Sachanlagen im Jahr 2010 (Wasserwerk Beesen). Die außerordentlichen Aufwendungen lagen mit TEUR 198 um TEUR 4.161 unter dem Vorjahr. Sie betreffen Aufwendungen (Zuführung zu Rückstellungen) für die im Vorjahr (2010) begonnenen strategischen Personalentwicklungsmaßnahmen. Infolge eines anhaltenden niedrigen Zinsniveaus sowie Maßnahmen eines aktiven Zinsmanagement sind die Zinsaufwendungen gesunken. Ergebnis Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 von TEUR 9.067 liegt deutlich über den Erwartungen. Das außerordentlich gute Ergebnis ist insbesondere auf eine positive Mengenentwicklung in den Ver- und Entsorgungssparten zurückzuführen. Durch die positive Konjunkturentwicklung der deutschen Wirtschaft konnten darüber hinaus auch höhere Vermarktungserlöse für wesentliche Sekundärrohstoffe erzielt werden. Zusätzlich trugen Kosteneinsparungen, hauptsächlich bei Abschreibungen und Zinsen, zu der positiven Ergebnisentwicklung bei. Wesentliche Bilanzpositionen Die Bilanzsumme der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH nahm im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 436.346) um TEUR 7.709 auf TEUR 444.055 zu. Eine Verminderung um TEUR 789 auf TEUR 398.688 (Vorjahr: TEUR 399.477) war im Anlagevermögen zu verzeichnen. Das entspricht einem Rückgang um 0,2 %. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände als wesentliche Bestandteile des Umlaufvermögens lagen mit TEUR 43.042 deutlich über den Werten des Vorjahres (TEUR 35.005) Diese Erhöhung resultiert vor allem aus der Erhöhung der Forderungen aus dem Cash-Pool gegenüber dem Gesellschafter. Das bilanzielle Eigenkapital veränderte sich im Geschäftsjahr 2011 nicht. Die sonstigen Rückstellungen übersteigen den Vorjahreswert um TEUR 580. Das entspricht einem Anstieg um 3,3 %. Maßgeblich für den Anstieg waren Zuführungen für unterlassene Instandhaltungen und Sanierungen. Die zur Finanzierung, insbesondere der Anlageinvestitionen, aufgenommen Darlehen bei Kreditinstituten reduzierten sich auf TEUR 273.632 (Vorjahr TEUR 276.074). Damit folgt die Gesellschaft dem Kurs einer maßvollen Senkung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im langfristigen Durchschnitt. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 144 von 528 Management Unverändert sind seit dem 01. Januar 2010 als Geschäftsführer der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Herr Matthias Lux (Vorsitzender der Geschäftsführung / kaufmännischer Geschäftsführer) und Herr Dr. Lutz Gaudig (technischer Geschäftsführer) bestellt. Qualitätsmanagement, Zertifizierungen Neben der im September 2011 erfolgreich absolvierten jährlichen Überprüfung der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH zum Entsorgungsfachbetrieb, erfolgte im Oktober erstmals für das Gesamtunternehmen die Zertifizierung zum Qualitäts- und Umweltmanagement. Ebenfalls erfolgreich wurde die Zertifizierung des Zählzentrums nach der Zertifizierungsrichtlinie der Deutschen Pfandsystem GmbH durchlaufen. Für das Trinkwasserlabor der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH konnte die Akkreditierung durch die DAkkS aufrechterhalten werden. Forschung und Entwicklung Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Integrierte Verwertungsanlage und Strategie für kommunale Biomasse – HTC Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft“, welches im Jahr 2010 zusammen mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) aus Leipzig begonnen wurde, konnte erfolgreich fortgeführt werden. Neben einer umfassenden Marktanalyse mit dem Ziel, einen geeigneten Anbieter einer Anlage für die hydrothermale Carbonisierung zu ermitteln, wurden auch Standortfragen geklärt und Verwertungswege eruiert. Des Weiteren wurden parallel durch das DBFZ die potentiellen Eingangsstoffe der HWS untersucht und mit diesen auch Carbonisierungsversuche im Labormaßstab durchgeführt Eine Fortführung des Projektes unter Zugrundelegung einer fundierten Bewertung der Wirtschaftlichkeit wird für das Folgejahr angestrebt. Im Rahmen der im abgelaufenen Geschäftsjahr größten durchgeführten Kanalbau-maßnahmen wurde erstmals das Verfahren der Kurzrohrsanierung angewandt. Bei diesem Verfahren werden glasfaserverstärkte Kunststoffrohrteile in den vorhandenen Kanal eingesetzt. Mit der verwendeten Sanierungstechnik verfolgt das Unternehmen das Ziel der Kosten- und Aufwandsreduzierung durch grabenlose Verfahren. An dem im Jahre 2007 begonnenen und langfristig angelegten Pilotprojekt „Kurzumtriebsplantagen auf innerstädtischen Flächen“ gab es auch im Jahr 2011 großes und auch überregionales Interesse. So widmete sich beispielsweise eine Bachelorarbeit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem Titel „Kurzumtriebs-plantagen auf urbanen Rückbauflächen am Beispiel der Stadt Halle/Saale“ dem Thema. Im Juni besuchte eine französische Delegation aus Centre die Anlage in Halle-Neustadt, der u.a. die Vizepräsidentin der Region Centre für Internationale Beziehungen, Europa und Europapolitik und interregionale Kooperation sowie der Vizepräsident für Energie, Klima und Umwelt angehörten. Seitens der HWS wurde das Projekt unter Anderem im Mai auf Einladung des Deutschen Instituts für Urbanistik gGmbH in Berlin vorgestellt. Beteiligungsbereich Die HWS hält 100 % der Geschäftsanteile an der W+H Wasser- und Haustechnik GmbH, Halle (Saale). Die W+H realisiert u.a. die Bewirtschaftung der Wasserzähler und Wasser-zählerstandrohre im Versorgungsgebiet der HWS. Die HWS hält 100 % der Geschäftsanteile an der Cives Dienste GmbH (Cives), Halle (Saale). Die Cives erbringt für die HWS Dienstleistungen im Bereich der Gebäudereinigung und Logistikdienstleistungen und trägt damit langfristig zur Herstellung und Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit in diesem Geschäftsfeld bei. Weiterhin hält die HWS 60 % der Geschäftsanteile der Wertstofferfassung und Recycling GmbH (WER), Halle (Saale). Die WER erbringt Entsorgungsleistungen u.a. im Bereich der Altglaserfassung, -sammlung und –verwertung. Darüber hinaus hält die HWS 12,5 % der Geschäftsanteile an der Maya mare GmbH & Co. KG. Hauptgesellschafter ist die Muttergesellschaft Stadtwerke Halle GmbH. Risikomanagement, Risikomanagementsystem Das Risikomanagementsystem der HWS benennt für das Jahr 2011 keine den Bestand des Unternehmens gefährdende Risiken. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 145 von 528 Branchen- und Unternehmensausblick Für das kommende Geschäftsjahr 2012 erwartet die HWS eine Gesamtleistung von 113,6 Mio. EUR und einen Jahresüberschuss von 7,1 Mio. EUR vor Ergebnisabführung. Die HWS strebt einen Personalbestand von 603 Mitarbeitern auf Vollzeitbasis an. Die Investitionen wurden in Höhe von 22,1 Mio. EUR geplant. Die Preise für die Trinkwasserversorgung wurden für das Jahr 2012 lt. Aufsichtsratsbeschluss vom 10. November 2011 von 1,29 € um 3 Cent (netto) je m³ gesenkt. Der Preis für die Niederschlagswasserbeseitigung und die Abfallentsorgung werden konstant gehalten. Im Geschäftsbereich der Trinkwasserversorgung prüft das Unternehmen für das Jahr 2012 eine Mengenpreisanpassung in Folge der Einführung eines landesweiten Entgeltes für die Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser auf der Grundlage der von der Landesregierung Sachsen-Anhalt am 22. Dezember 2011 beschlossenen Verordnung zum Wasserentnahmeentgelt. Im Geschäftsfeld Abwasserentsorgung muss das Unternehmen im Jahr 2012 trotz der im abgelaufenem Geschäftsjahr durchgeführten Senkung des Preises für Niederschlagswasser eine Erhöhung des Preises für die Schmutzwasserbeseitigung aus Haushalten, Kleingewerben und Industrie um 21 Cent auf 2,98 EUR (netto) pro Kubikmeter, für die Schmutzwasserbeseitigung über eine Kleinkläranlage um 15 Cent auf 2,08 EUR (netto) pro Kubikmeter umsetzen. Diese Preisanpassung ist mit Wirkung zum 01. Januar 2012 bereits vollzogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 verfolgte die HWS das Hauptziel, die wesentlichen Dienstleistungen Trinkwasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Straßenreinigungs- und Winterdienstleistungen sowie die Gebäudereinigung für den Konzessions- und Hauptauftraggeber Stadt Halle (Saale), Gebietskörperschaften im Umland und private und gewerbliche Auftraggeber nachhaltig und langfristig anzubieten und zu erbringen. Die Grundvoraussetzung dabei ist ein konsequentes Kostenmanagement, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens trotz des Umstandes einer langfristig rückläufigen Bevölkerungszahl im Marktgebiet und eines durch sparsames Verbrauchsverhalten erzeugten langfristig rückläufigen Bedarfs an Trinkwasser sowie Aufkommens an Abwasser und Abfall auf dem Niveau der Vergangenheit zu halten. Unverändert ist der Markt für Abfallentsorgungsleistungen von konjunkturell stark schwankenden Wertstoff- und Entsorgungspreisen geprägt. Mit dem weiterhin stark diskutierten und nicht verabschiedeten neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz soll der zunehmende Wandel der Abfallwirtschaft zur Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft konsequent weiter vorangetrieben werden. Seit mehreren Jahren entwickelt die HWS die Unternehmensfunktion der Stoffstromwirtschaft weiter und richtet diese auf die stetig ändernden Markt- und gesetzlichen Rahmenbedingungen aus. Ver- und Entsorgung Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Seite 146 von 528 Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 300 T€ Stadtwerke Halle GmbH VNG Verbundnetz Gas AG 150 150 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens sind der Ausbau und die Erweiterung des bestehenden Heizkraftwerks HalleTrotha, dessen Betrieb und der Betrieb von weiteren Heizkraftwerken sowie die Vornahme aller diesem Unternehmensgegenstand dienlichen unmittelbaren oder mittelbaren Geschäfte. (2) Die Gesellschaft wird nach erwerbswirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Beachtung der anwendbaren Rechtsvorschriften, der technischen und sozialen Standards, der Belange des Umweltschutzes und des Gebotes einer sicheren und preisgünstigen Energieversorgung betrieben. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck dieses Unternehmens findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Kaufmännische Geschäftsführung: Burkhardt, André Dr. Krein, Stephan Technische Geschäftsführung: Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias (bis 14.02.2011) (seit 15.02.2011) Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 147 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 62 38 2009 % 22 78 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 22.448 13.667 T€ 9.981 36.352 T€ 2.707 16.863 % 14 86 T€ 12.467 -22.685 % 125 -62 Bilanzsumme 36.115 100 46.333 100 19.570 100 -10.218 -22 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 10.338 5.088 20.689 % 29 14 57 T€ 11.904 8.815 25.614 % 26 19 55 T€ 741 5.346 13.483 % 4 27 69 T€ -1.566 -3.727 -4.925 % -13 -42 -19 Bilanzsumme 36.115 100 46.333 100 19.570 100 -10.218 -22 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 74 59.494 1 4.882 60.432 7 460 4.541 40 185 -1.208 7.903 63.549 10 1.103 6.789 18 85 5.692 1.523 57 4.696 65.888 13 1.390 7.348 0 20 380 25 42 313 2010 T€ 69.307 2009 T€ 70.343 -1.282 -1.282 4.112 4.112 0 0 Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 148 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,01 0,01 0,02 -2,15 -11,03 -822 2010 5,93 52,78 5.216 2009 0,45 42,26 1.704 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 62,16 28,63 71,37 31.12.2010 21,54 25,69 74,31 31.12.2009 13,83 3,79 96,21 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Absatz Fernwärme Absatz Strom 31.12.2010 736,00 663,00 31.12.2009 693,00 661,00 Angaben in G W G h W h 652,00 558,00 GWh GWh Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 149 von 528 e) Lagebericht 1. 1.1. Rahmenbedingungen und Geschäft Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozent-Punkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozentpunkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. 1.2. Geschäft Am 14. Februar 2011 wurde Herr André Burkhardt durch die Gesellschafterversammlung als Geschäftsführer der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH abberufen. Des Weiteren wurde Herr Dr. Stephan Krein als weiterer Geschäftsführer der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH bestellt. Die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH wurde zum 1. März 2011 als Wasserrechtsinhaber in das Wasserbuch des Landes Sachsen-Anhalts eingetragen. Die Gesellschaft besitzt demzufolge die Berechtigung zum Entnehmen und Ableiten von Wasser aus der Saale in Halle-Trotha. Zur Optimierung der Ertragslage 2012 und effizienten Nutzung der Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung beschlossen die Geschäftsführer der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH einen geänderten Sommerbetrieb. Die Anlage am Standort Trotha sichert demnach Strommengen als auch Wärmemengen gemäß des geplanten Wärmeregimes der EVH GmbH für den Zeitraum vom 1. April 2012 bis zum 30. September 2012 zu. Diese und alle weiteren Bedingungen wurden in einer Vereinbarung zum Sommerbetrieb am 16. Mai 2011 zwischen der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH und der EVH GmbH festgehalten. Am 1. Juli 2011 wurde ein neuer Wärmelieferungsvertrag wirtschaftlich wirksam. Demnach liefert das Heizkraftwerk HalleTrotha an die EVH GmbH mindestens 130 GWh Wärme pro Jahr. Er hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Im Gegenzug wurde der Strom- und Wärmelieferungsvertrag zwischen den Vertragsparteien Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH und EVH GmbH zum 30. Juni 2011 beendet. Gemäß dem Wärmelieferungsvertrag vom 13. Oktober 2010 zwischen der EVH GmbH und der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH verständigten sich die Vertragsparteien über die Verrechnung von Wärmemengen im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Oktober 2011 aus der Spitzenkesselanlage am Standort Trotha. Die Vereinbarung wurde am 11. Juli 2011 unterzeichnet. Des Weiteren vereinbarten die Vertragsparteien EVH GmbH und Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH am 1. November 2011 die Aussetzung des Wärmelieferungsvertrags für den Monat November 2011. Für die Produktionsverlagerung erhielt die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße bei der Abrechnung eine interne Ausgleichszahlung. Aufgrund der vertraglichen Regelungen des Strom- und Wärmelieferungsvertrages verringerten sich somit die Umsatzerlöse mit dem Vertragspartner EVH GmbH. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 150 von 528 Die Vertragsparteien VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft und die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH einigten sich, dass der bestehende Gasliefervertrag vom 8. November 2010 in neue Gaslieferverträge überführt werden soll. Hierzu werden ein Rahmenvertrag und separate Einzelverträge für die unterschiedlichen Lieferphasen geschlossen. Im Vorfeld unterzeichneten die Vertragsparteien am 7. November 2011 die wesentlichen Eckpunkte zur Neuregelung des Gaslieferungsvertrags. Ergänzend zum Wärmelieferungsvertrag vereinbarten die EVH GmbH und die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH eine geänderte Verfahrensweise für den Zeitraum zwischen dem 1. Dezember 2011 bis zum 31. März 2012. Mit der Vereinbarung vom 12. Dezember 2011 soll die Spitzenkesselanlage am Standort Trotha nur soweit ausgefahren werden, wie bei einer optimierten Kraft-Wärme-Kopplungsproduktion der Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße für das Gesamtwärmeaufkommen notwendig ist. Die Gas- und Dampfturbinenanlage des Kraftwerks Dieselstraße war auch in diesem Geschäftsjahr Pachtgegenstand der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH. Im Geschäftsjahr 2011 produzierte die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße vorwiegend im Grundlastbetrieb Strom und Fernwärme. Die erfolgte „Halbjährliche Inspektion“ der Blöcke A und B blieb ohne Befund, insbesondere die Prüfung der Verzahnung der Hilfsgetriebe. Für die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße ergab sich für das Geschäftsjahr 2011 ein Brennstoffnutzungsgrad von 87,7 Prozent. Er lag somit unter dem Vorjahreswert von 89,1 Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 produzierte die Spitzenkesselanlage am Standort Trotha 82 GWh Fernwärme. Für die Spitzenkesselanlage ergab sich im oben genannten Zeitraum ein Brennstoffnutzungsgrad von 85,2 Prozent. Projekt Modernisierung des Heizkraftwerks Halle-Trotha Die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH investiert seit März 2010 in den Kraftwerkstandort Halle-Trotha. Kernstück der modernisierten Anlage ist die neue Gasturbine LM6000-PF aus dem Hause General Electric. Erneuert wurden auch der dazugehörige Generator, das Getriebe und die Ölversorgung. Des Weiteren erfolgte die Ertüchtigung der inneren Leittechnik und für die Erhöhung der Automatisierung wurden einzelne Komponenten der Feldtechnik erneuert. Die durchgeführte Revision der vorhandenen Dampfturbinenanlage ergab keine gravierenden Mängel. Lediglich ein modernes Steuersystem für die Turbinenreglung und den Turbinenschutz wurde installiert. Mit einer installierten Leistung von 55 MW elektrisch und 40 MW thermisch erfolgte am 19. Januar 2012 die erste Zündung und somit der Startschuss für die hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Trotha. Im Laufe des 1. Quartals 2012 werden die einzelnen Bauteile sowie das Zusammenspiel der Gewerke erprobt und justiert. Die voraussichtliche Investitionssumme für die Umsetzung der Modernisierung beläuft sich auf ca. 23,5 Millionen Euro. 2. 2.1. Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Das Ergebnis vor Ertragsteuern beläuft sich auf -1,3 Millionen Euro für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH. Davon entfielen 0,2 Millionen Euro aus den vertraglichen Regelungen der Strom- und Wärmelieferungsverträge und -1,5 Millionen Euro wurden dem Projekt Modernisierung des Heizkraftwerks Halle-Trotha zugeordnet. 2.2. Erzeugung Die Gesellschaft produzierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 652 GWh Fernwärme. Die Unterschreitung von 84 GWh im Vergleich zum Vorjahr resultierte aus der warmen Witterung im Geschäftsjahr 2011. Ein weiterer Grund war die Verlagerung der geplanten Wärmeproduktion in die Heizwerke Dieselstraße. Im Berichtszeitraum erzeugte das Unternehmen im umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess 558 GWh Strom und lag damit 104 GWh unter dem Vorjahresniveau. Die hohe Abweichung zum Vorjahr hatte ihre Ursache in der Stromproduktion der Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Trotha. Im ersten Quartal des Jahres 2010 produzierte die Anlage noch 101 GWh Strom und wurde im März desselben Jahres vom Netz genommen. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 151 von 528 2.3. Absatz/Umsatz/Erträge Fernwärme Die Umsatzerlöse im Segment Fernwärme betrugen 26,7 Millionen Euro und wurden an den Kunden EVH GmbH geliefert. Im Vergleich zum Vorjahr (25,4 Millionen Euro) war dies ein Anstieg von 1,3 Millionen Euro. Strom Im Geschäftsjahr 2011 erzielte die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH aus dem Stromverkauf 26,6 Millionen Euro. Dies waren 1,4 Millionen Euro weniger als im Vorjahr (28,0 Millionen Euro). Sonstige Umsatzerlöse Die sonstigen Umsatzerlöse betrafen vor allem Erlöse aus vermiedener Netznutzung. Mit 6,1 Millionen Euro wurde der Vorjahreswert um 9,7 Millionen Euro unterschritten. Grund hierfür war das Auslaufen der Förderung für produzierten Strom im Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess der GuD-Anlage Dieselstraße. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Millionen Euro auf 4,9 Millionen Euro gesunken. Die Ursache hierfür waren die Sondereffekte aus der Zuschreibung des Anlagevermögens im Jahr 2010. Für das Geschäftsjahr 2011 enthielt die Position Erträge aus der Fixkostenbeteiligung und die Teilrückerstattung der Strom- und Energiesteuer. 2.4. Bezug In den Gas- und Dampfturbinenanlagen Halle-Trotha und Dieselstraße sowie in der Spitzenkesselanlage Halle-Trotha wurden für die Strom- und Fernwärmeerzeugung insgesamt 1.551 GWh Erdgas verbraucht. Dafür musste das Unternehmen 42,4 Millionen Euro aufwenden. Aufwendungen für bezogene Leistungen Die Aufwendungen für bezogene Leistungen lagen auf dem Vorjahresniveau und betrugen 17,0 Millionen Euro nach 16,9 Millionen Euro im Vorjahr. Im Einzelnen beinhaltete die Position den Pachtvertrag (5,7 Millionen Euro), den Dienstleistungsvertrag (8,3 Millionen Euro) und das Entgelt für die Reservenetzkapazität (1,3 Millionen Euro) der GuDDieselstraße sowie den Dienstleistungsvertrag (1,7 Millionen Euro) für den Betrieb der Anlage am Standort Trotha. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 4,5 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 6,8 Millionen Euro. Sie beinhalteten im Wesentlichen den Verbrauch und die Abschreibungen von CO 2-Emissionszertifikaten sowie Aufwendungen für Instandhaltung und Versicherungen. Bezug/Aufwendungen 2.5. Personal- und Sozialbereich Die technische und kaufmännische Betriebsführung der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH erfolgt durch die EVH GmbH. Zum 1. Dezember 2011 hat ein Mitarbeiter ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis bei der Gesellschaft aufgenommen. 3. Finanzlage Das Finanzergebnis der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH belief sich auf -0,1 Millionen Euro. Die Liquidität der Gesellschaft wurde im Rahmen einer Cash-Pool-Vereinbarung mit der Stadtwerke Halle GmbH sichergestellt. Den Finanzbedarf für die Modernisierung des Heizkraftwerks Halle-Trotha sicherte die Gesellschaft durch ein aufgenommenes Darlehen ab. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 152 von 528 4. Vermögenslage Die Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 36,1 Millionen Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 10,2 Millionen Euro verringert. Im Gegensatz zur Bilanzsumme erhöhte sich das Anlagevermögen der Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH um 12,5 Millionen Euro. Das Anlagevermögen bildete mit 22,4 Millionen Euro die größte Position auf der Aktivseite. Die Erhöhung war überwiegend auf die Investition in das Heizkraftwerk Halle-Trotha zurückzuführen. Die Vorräte dagegen verzeichneten einen Wertverlust von 3,4 Millionen Euro und beinhalteten die CO2-Emissionszertifikate (1,1 Millionen Euro) und den Lagerbestand (0,5 Millionen Euro). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich auf 12,1 Millionen Euro und lagen somit 13,0 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Die liquiden Mittel verminderten sich um 6,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Auf der Passivseite war der Rückgang der Bilanzsumme im Wesentlichen auf die geringeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Rückstellungen zurückzuführen. Das Eigenkapital verringerte sich um 1,6 Millionen Euro auf 10,3 Millionen Euro, wovon 1,3 Millionen Euro auf den Jahresverlust 2011 entfallen und 0,3 Millionen Euro auf die Gewinnausschüttung für das Jahr 2010 an die Gesellschafter. Die Rückstellungen beliefen sich auf 5,1 Millionen Euro und enthielten Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung (0,8 Millionen Euro), Steuerrückstellungen (1,5 Millionen Euro), ausstehende Eingangsrechnungen (0,1 Millionen Euro), Rückstellungen zum § 9 des Grundbuchbereinigungsgesetzes (0,1 Millionen Euro) und Rückstellungen für Verbindlichkeiten gegenüber Dritten (2,6 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten fielen im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Millionen Euro auf 20,7 Millionen Euro. Die größten Positionen waren die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (10,0 Millionen Euro), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (9,9 Millionen Euro) und die Verbindlichkeiten aus Steuern (0,8 Millionen Euro). 5. Nachtragsbericht Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2011 ereigneten sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen Nachtragsbericht für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH notwendig machen würden. 6. Risikobericht Die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH betreibt die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße sowie das Heizkraftwerk Halle-Trotha. Für die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße bestehen aufgrund der Kundenstruktur keine Ausfallrisiken beim Forderungsbestand. Des Weiteren ist die Gesellschaft in das konzerninterne Cash-Management-System der Stadtwerke Halle GmbH einbezogen. Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen bestehen für die Anlage Dieselstraße insofern nicht. Mit dem eingeführten Risikodokument betreibt die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH ein kontinuierliches Chancen und Risikomanagement für das Heizkraftwerk am Standort Halle-Trotha. Im Rahmen des Risikodokuments tätigte die ENERGIEUNION AG als Portfoliomanager für das zweite und dritte Quartal 2012 Geschäfte, um den geplanten Deckungsbeitrag des Heizkraftwerks Halle-Trotha abzusichern. Die Sicherungsquote des zweiten Quartals liegt bei nahezu 85 Prozent sowie 100 Prozent für das dritte Quartal 2012. Die Deckungsbeiträge konnten nur durch den übertragenen Sommerbetriebs der Anlage Dieselstraße erreicht werden. Für das vierte Quartal 2012 konnte aufgrund der Marktsituation keine Deckungsbeitragssicherung erfolgen. Des Weiteren besteht für die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße das Risiko, dass durch die Verzahnung des Hilfsgetriebes verursachte Schäden bzw. Ausfallkosten nicht durch Versicherungen abgedeckt werden. Auf Grund des bestehenden Strom- und Wärmelieferungsvertrags trägt das wirtschaftliche Risiko die EVH GmbH Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalts beschloss am 20. Dezember 2011 die Einführung des Wasserentnahmeentgeltes ab dem Jahr 2012. Für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH ergibt sich daraus ein jährlicher Mehraufwand von bis zu 1 Millionen Euro. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 153 von 528 Im Laufe des Geschäftsjahres 2011 wurde auf Initiative der Bundesnetzagentur über eine Modifikation der Berechnung für vermiedene Netznutzungsentgelte bis hin zur vollständigen Abschaffung diskutiert. Gegenwärtig gibt es seitens der Politik keine öffentliche Äußerung zu den Aussagen der Bundesnetzagentur. Der Verband kommunaler Unternehmen geht jedoch von einem Scheitern der Initiative aus. Die Diskussion über die Neureglung der Preisgestaltung für die Entgelte aus vermiedener Netznutzung bleibt allerdings bestehen. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass sich die Berechnung der vermiedenen Netznutzungsentgelte für die KWT negativ ändern könnte. Das jährliche Risiko der Anlage am Standort Trotha beläuft sich aus heutiger Sicht auf rund 1,3 Millionen Euro, dies wäre eine Halbierung der geplanten Entgelte für vermiedene Netznutzung. Im Jahr 2013 beginnt für den europäischen Emissionshandel die dritte Handelsperiode, die bis zum Jahr 2020 andauern wird. Demzufolge wird es für die Stromproduktion keine kostenfreien Emissionsberechtigungen mehr geben. Für die Wärmeerzeugung wird es weiterhin kostenfreie Zuteilungen geben, die anhand des § 9 Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes im Januar 2012 beantragt wurden. Für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH besteht somit die Notwendigkeit der Ersteigerung von Emissionsberechtigungen für die Strom- und Wärmeproduktion. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass der Netzbetreiber auf der Grundlage des EnWG eine vorrübergehende Reduzierung der Einspeiseleistung oder eine Abschaltung verlangen kann. Nach unserer Einschätzung bestehen keine für die Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH schwerwiegenden Risiken, die mit einer wesentlichen Wahrscheinlichkeit den Fortbestand der Gesellschaft gefährden. 7. Prognosebericht Für die Gas- und Dampfturbinenanlage Dieselstraße ist eine Produktion von 384 GWh Strom und 397 GWh Fernwärme für das Geschäftsjahr 2012 geplant. Im Zeitraum zwischen dem 1. April und dem 30. September 2012 ist der Sommerstillstand des Blocks B vorgesehen, im Reservefall steht er mit einer kurzen Zugriffszeit zur Verfügung. Für den Block A erfolgt ab dem 23. Mai 2012 die Generalüberholung des Gasgenerators. Die Revision nach 50.000 Betriebsstunden wird bis zum 15. September 2012 andauern. Im ersten Quartal 2012 ist der Einsatz der Spitzenkesselanlage in Halle-Trotha mit einer Wärmeproduktion von 78 GWh vorgesehen. Ab April soll dann die Gas- und Dampfturbinenanlage 199 GWh Wärme und 300 GWh Strom produzieren. Davon entfallen 141 GWh Wärme und 154 GWh Strom auf den übertragenen Sommerbetrieb der Anlage Dieselstraße. Durch das Gesetz zur Neureglung energiewirtschaftlicher Vorschriften vom 26. Juli 2011 wurde die doppelte Begrenzung der Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen aufgehoben. Nunmehr gilt nach dem Gesetzestext nur noch eine Begrenzung der Förderung auf 30.000 Vollbenutzungsstunden. In welchem Zeitraum die Vollbenutzungsstundenanzahl erreicht wird, spielt keine Rolle mehr. Dadurch wurde für die dann modernisierte GuD-Anlage am Standort Trotha eine flexible Kraft-Wärme-Kopplungsfahrweise ermöglicht. Des Weiteren strebt die Bundesregierung mit ihrem Entwurf des Gesetzes zur Änderung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes vom 14. Dezember 2011 die Erhöhung des Zuschlags für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an. Die Erhöhung soll mit dem 1. Januar 2013 in Kraft treten und ist für Anlagenbetreiber im Anwendungsbereich des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes gültig. Auf Grund der Lieferverpflichtungen aus dem Wärmelieferungsvertrag und der zeitversetzten Inbetriebnahme der modernisierten GuD-Anlage des Heizkraftwerks Halle-Trotha sowie der aktuellen Deckungsbeitragsentwicklung im 4 Quartal 2012 wird für das kommende Geschäftsjahr ein negatives Betriebsergebnis erwartet. Ver- und Entsorgung Heizkraftwerk Halle-Trotha GmbH Seite 154 von 528 IT-Consult Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 250 T€ Stadtwerke Halle GmbH 250 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Dienstleistungen für Kommunen und kommunale Unternehmen auf dem gesamten Gebiet der Informationstechnologie und Informationsverarbeitung sowie Leistungen in den Bereichen Internet/Intranet, Computing, Multimedia, Grafische Datenverarbeitung, Softwareentwicklung, IT- und Organisationsberatung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Öffentlicher Zweck: Die IT-Consult bietet Dienstleistungen im Bereich Inter- und Intranets an. Es bestehen unter anderem Verträge mit der EVH GmbH in den genannten Bereichen, so dass sich der öffentliche Zweck des Unternehmens aus einem Annex der Tätigkeit der EVH ergibt. Die IT-Consult betreibt alle kommunalen Verfahren und die komplette Datenverarbeitung (Infrastruktur) der Stadt Halle (Saale) und sichert damit die Bürgerdienste (z. B. Kfz-Zulassung, Einwohnerwesen, Steuerverfahren, Ordnungswidrigkeiten) und alle hoheitlichen Aufgaben (z. B. Steuerveranlagung, Vollstreckung, Baugenehmigung, ...) ab. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Siebenhüner, Jörg von der Heyde, Axel Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 155 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) c) Beteiligungen unmittelbar ARGE "Elektronisches Personenstandsregister Sachsen-Anhalt (ePR-LSA)" T€ 15 % 50,00 Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 156 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 7 91 2 2009 % 9 88 3 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 710 9.387 251 T€ 583 6.012 233 T€ 360 5.647 149 % 6 92 2 T€ 127 3.375 18 % 22 56 8 Bilanzsumme 10.348 100 6.828 100 6.156 100 3.520 52 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 522 3.455 6.266 105 % 5 33 61 1 T€ 522 2.559 3.648 99 % 8 38 53 1 T€ 522 2.726 2.813 95 % 8 44 46 2 T€ 0 896 2.618 6 % 0 35 72 6 Bilanzsumme 10.348 100 6.828 100 6.156 100 3.520 52 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 0 3 1.663 19.573 601 209 7.270 7.280 403 3.721 30 73 1.666 2010 T€ 12.466 144 253 4.280 5.521 272 1.445 27 60 1.312 99 -99 0 1 1.212 2009 T€ 10.426 131 196 3.148 4.861 194 1.421 20 1.149 -1 1 1.148 0 0 0 0 0 0 Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 157 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 8,49 318,73 2.065 164 35,72 2010 9,72 232,41 1.485 126 42,92 2009 11,01 220,16 1.342 118 45,21 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 6,03 5,04 94,96 31.12.2010 7,52 7,64 92,36 31.12.2009 5,13 8,47 91,53 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 158 von 528 e) Lagebericht Rahmenbedingungen und Geschäft Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland SachsenAnhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 %-Punkte auf 7,1 %. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 %-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 %. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0.8 %-Punkte auf 11,7 %. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Ziele und wirtschaftliches Umfeld Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist auf das Erreichen folgender Ziele ausgerichtet:    Optimale Versorgung der Stadt Halle (Saale) und der Unternehmen der Stadtwerke Halle GmbH mit allen Dienstleistungen der Informationstechnologie Angebot von IT-Dienstleistungen für Kunden aus dem kommunalen Sektor, für Stadtwerkeunternehmen und mittelständische Unternehmen, speziell bei der Nutzung von Standardsoftware (SAP), der Internet- und Intranettechnologie und der geografischen Informationsverarbeitung Angebot von E-Government-Lösungen. Die anhaltend schwierige Situation der Haushaltslage der Kommunen lässt wenig Spielraum für die Entwicklung ihrer DVInfrastruktur, jedoch muss durch den Rationalisierungsdruck in der öffentlichen Verwaltung und durch die hohen Anforderungen der Unternehmen und Bürger an die zu erbringenden Dienstleistungen (Stichwort: E-Government) die DVInfrastruktur den Erfordernissen angepasst werden. Der anhaltende Kostendruck in den Unternehmen der Stadtwerke, die Aufgaben, die aus der Arbeit der „OPTIMUS“Projekte resultierten, und die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Energiewirtschaft (Stichwort: Unbundling, elektronischer Datenaustausch) bedingten eine Vielzahl von neuen DV-Projekten, die zur Erfüllung der sich daraus ergebenen Aufgaben dienten. In diesem Umfeld positioniert sich die IT-Consult mit ihrem Angebotsspektrum und sieht ein Marktpotenzial, das für eine weitere Expansion gute Voraussetzungen mit sich bringt. Geschäftsentwicklung und Schwerpunktaufgaben 2011 Die Umsatzerlöse der Gesellschaft stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 57 % auf 19,6 Mio. €. Dies wurde im besonderen Maße durch die Erweiterung unseres Dienstleistungsangebotes für die Stadtwerkeunternehmen (Übernahme der kompletten Abrechnungsdienstleistungen für Strom, Gas, Fernwärme, Wasser, Abwasser, Abfallgebühren), durch die Vermarktung unserer Produkte, die Erbringung von DV-Dienstleistungen für Dritte und durch zusätzliche Projekte erreicht. Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 159 von 528 Der Anstieg bei den Betriebsaufwendungen war besonders durch folgende Kostenpositionen geprägt: Kosten für die Personalgestellung, Kosten für die Abrechnungsdienstleistungen durch den Dienstleister A/V/E GmbH, Kosten für TKLeistungen, Personalkosten für Neueinstellungen, Personalübernahme und Altersteilzeitrückstellungen und Kosten für SAP-Beratungsleistungen durch Dritte für eine Vielzahl von Projekten, die mit eigenen Kapazitäten nicht komplett realisiert werden konnten. Das über Plan erzielte Jahresergebnis von TEUR 1.663 (Vj.: TEUR 1.212) wird im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die SWH abgeführt. Die Übernahme der Abrechnungsdienstleistungen und weiterer DV-Dienstleistungen für die Stadtwerkeunternehmen, Projekte bei den Unternehmen der Stadtwerke, bei Kommunen und Landes- und Bundeseinrichtungen, die hohen Anforderungen der Umgestaltung der Datenverarbeitung in der Stadt Halle (Saale) und der Aufbau weiterer SAPKompetenz erforderte eine Neueinstellung von insgesamt 11 Mitarbeitern. Weitere 36 Mitarbeiter wurden per Personalgestellung und 11 Mitarbeiter durch einen Personalübergang nach § 613a BGB für die Erbringung der Abrechnungsdienstleistungen und DV-Dienstleistungen für die HAVAG eingesetzt. Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit waren die Übernahme der Abrechnungsdienstleistungen für die EVH GmbH, EVH Netz GmbH und die HWS GmbH, die Übernahme der kompletten DV-Dienstleistungen für die HAVAG und AWH, die Einführung der Doppik für den Salzlandkreis und die Stadt Halle, die DV-Ausstattung der Bäder GmbH einschließlich eines neuen Kassensystems, Errichtung der technischen Infrastruktur für das Projekt „D 115 (einheitliche Behördenrufnummer)“ bei der Stadt Halle, die Weiterentwicklung der KomGIS+®-Suite und die Zertifizierung eines InformationssicherheitsManagementsystems gemäß ISO 27001. Weiterhin wurden im Rahmen des e-Government Masterplanes der Stadt Halle Teillösungen im Umfeld verschiedener Fachverfahren implementiert. Die Akquisition von langfristigen Aufgaben der DV-Betriebsführung und Abarbeitung von Aufträgen zur Sicherung der finanziellen Basis der Gesellschaft, die weitere Anpassung der betrieblichen Organisation zur Optimierung der betrieblichen Geschäftsprozesse und eines effektiven Qualitätsmanagement waren weitere wesentliche Schwerpunktaufgaben. Die Gesellschaft absolvierte 2011 mit Erfolg das Überwachungsaudit für die DIN EN ISO 9001:2008. Im Jahr 2011 wurde unser Angebot an innovativen Eigenentwicklungen erweitert und weiterentwickelt. Dazu zählen BEMA ® (Berechtigungs-Management) und KomGIS + Gebühren und ENTIS+ Leuchtpunkte zum Einsatz in Firmen oder Eigenbetrieben, denen der Betrieb der Stadtbeleuchtung übertragen wurde. Die IT-Consult Halle GmbH (ITC) ist der führende kommunale IT-Dienstleister in Mitteldeutschland und Initiator der eGovernment-Initiative „Kommunales Kompetenzzentrum für Mitteldeutschland“ - KomKomM®. Mit kompetenten Partnern, wie z. B. Dresden-IT, BSYS, MakeIT und der Hochschule Harz werden integrierte Lösungen für Kommunen ® angeboten. Regelmäßige Arbeitstreffen des KomKomM bieten die Plattform, um kommunale Entscheidungsträger bei der Entwicklung von Städten, Landkreisen und Gemeinden zu modernen Dienstleistern für Bürger und Unternehmen zu unterstützen. Im Jahr 2011 beteiligte sich die ITC an 7 Messen bzw. Fachtagungen mit begleitenden Ausstellungen mit eigenem Präsentationsstand. Außerdem organisierte die ITC 13 eigene Workshops und Anwendertreffen zu aktuellen Themen (ITOutsourcing, IT-Sicherheit, elektronisches Personenstandsregister, Dokumentenmanagement, Berichtswesen, EnTIS+, Schachtscheinverfahren, BRAVO+). Schwerpunkte der Marketingund Vertriebskommunikation waren Veranstaltungsteilnahmen, Telemarketing, Mailings, Newsletter und die Firmenwebseite. Es wurden 48 Neukunden mit Auftragseingang 2011 gewonnen (vgl. 2010: 27), davon 65% aus Sachsen, 25% aus Sachsen-Anhalt und 10% aus sonstigen neuen Bundesländern. Besonders hervorzuheben sind die Neukunden innerhalb der Kommunen in Sachsen (27 Neukunden für Betrieb ePR-elektronisches Personenstandsregister und Hosting Autista-Fachverfahren für Standesämter). Die ITC gewann 4 Ausschreibungen, darunter vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (SAP Einführung Module HCM, BusinessIntelligence) und vom Zweckverband Ostharz (Beratungsleistungen IT-Infrastruktur). Die mit der KID GmbH gebildete ARGE "Elektronisches Personenstandsregister Sachsen-Anhalt (ePR-LSA)" arbeitet erfolgreich. Diese erhielt vom Land Sachsen-Anhalt den Auftrag, das zentrale elektronische Personenstandsregister zu führen. Die ITC betreibt diese Anwendung in ihrem Rechenzentrum. Investitionen im Jahr 2011 wurden im Umfang von TEUR 530, davon TEUR 335 für die Übernahme der TK-Anlage der EVH GmbH, in Hard- und Software zur Ausstattung der Mitarbeiterarbeitsplätze, zur Realisierung der innerbetrieblichen Geschäftsprozesse und für Hosting-Dienstleistungen durchgeführt. Diese Investitionen konnten ohne die Aufnahme von Fremdmitteln erfolgen. Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 160 von 528 Insgesamt kann die finanzielle Lage des Unternehmens als stabil bewertet werden. Die IT-Consult Halle GmbH nimmt am Cash Pool der Stadtwerke Halle GmbH teil. Dadurch ist auch für 2012 die Liquidität des Unternehmens gegeben. Die Gesellschaft führt jährlich eine Risikoinventur durch. Maßnahmen zur Risikoerkennung und -überwachung bzw. zur Risikobegegnung sind in einer Riskmap festgelegt. Umfangreiche Sicherungsmechanismen minimieren mögliche Risiken, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind. Das Risikomanagement der Gesellschaft ist in das Risikomanagement der Stadtwerke Halle eingebunden, die ebenfalls eine umfangreiche Risikovorsorge betreiben. Ausblick Für das Jahr 2012 sind folgende Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit zu nennen:             Qualitätsgerechte und rationelle Durchführung von Abrechnungsdienstleistungen der Sparten Strom, Gas, Fernwärme, Wasser, Abwasser und Entsorgungsleistungen für die Firmen EVH, EVH Netz und HWS; Einführung von SAP HCM für die Personalabrechnung und das Personalmanagement einschließlich der Integration der Zeitwirtschaft bei der HAVAG; die kontinuierliche Absicherung der Datenverarbeitung in den Unternehmen der Stadtwerke Halle, der Stadt Halle (Saale) und anderer Vertragspartner; Erweiterung der Outsourcing-Kapazitäten im SAP-Umfeld; Weiterer Ausbau der Kapazitäten auf dem Gebiet des Geschäftsprozessmanagement und Projektmanagements durch ® zertifizierte PMP -Berater; Vermarktung von komplexen Lösungen der Elektronischen Archivierung und Vorgangsbearbeitung im Rahmen einer Business-Partnerschaft mit einem führenden Anbieter von Lösungen zur Automation Dokumenten basierter Prozesse; Vermarktung und Weiterentwicklung unseres Produktes EnTIS+ ein energietechnisches Informationssystem für Stadtwerke, Elektromontagefirmen und Bauämter; die weitere bundesweite Vermarktung der Produktfamilie KomGIS+ in der Version 3.0; Ausbau der Kompetenz und der Kapazitäten für Beratungs-, Betreuungs- und Schulungsleistungen im Bereich kommunaler Fachverfahren (openProsoz, MESO, AUSO, Session); Übernahme der Komplettbetreuung der Datenverarbeitung weiterer kommunaler Auftraggeber (Outsourcing); aufbauend auf die vorhandene Kompetenz im Bereich Internet/Intranet werden weitere vermarktungsfähige Lösungen geschaffen und vermarktet; die Entwicklung spezieller E-Commerce/E-Government Lösungen für Kommunen, Stadtwerke und mittlere und kleinere Unternehmen. Im Mittelpunkt der Vertriebsaktivitäten im Jahr 2012 steht der Abschluss von IT-Dienstleistungsverträgen mit Kommunen und Unternehmen öffentlicher Träger für komplette Übernahme der DV-Dienstleistungen sowie die Vermarktung eigener Produkte und spezieller DV-Dienstleistungen. Durch weitere innovative Produkte und Lösungen, die weitere Qualifikation der Mitarbeiter und ein ausgeprägtes Qualitätsmanagement wird die IT-Consult Halle GmbH ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem hart umkämpften IT-Markt verbessern. Ver- und Entsorgung IT-Consult Halle GmbH Seite 161 von 528 Meter1 GmbH & Co. KG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH & Co. KG 2.500 T€ EVH GmbH Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH Stadtwerke Leipzig GmbH 833 833 833 % 33 /3 33 /3 33 /3 1 1 1 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Messstellenbetriebs-· und Messdienstleistungen im Bereich der leitungsgebundenen Energie- und Wasserversorgung sowie der eigenständige Marktauftritt als Messstellenbetreiber und Messdienstleister. Dazu gehören insbesondere die Beschaffung von Zählern und den zugehörigen Kommunikations- und Datenmanagementsystemen und deren Betrieb, sowie das Ablesen, Speichern, Weiterleiten und Verarbeiten von Zählerdaten. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft soll sich auf die Netzgebiete der Gesellschafter oder mit ihnen verbundener Unternehmen und auf den gesamtdeutschen Raum als zusätzliches Vertriebsgebiet erstrecken. (2) Die Gesellschaft kann alle Geschäfte tätigen, die geeignet sind, den Gegenstand des Unternehmens mittelbar oder unmittelbar zu fördern. Sie kann auch gleichartige oder ähnliche Unternehmen erwerben, sich an solchen beteiligen und Zweigniederlassungen errichten. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der Meter1 GmbH & Co. KG findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Dienstleistungsunternehmen für den Bereich der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Dr. Füller, Ralfdieter Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 162 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 1 87 12 250 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 3 337 45 T€ % T€ 3 87 45 % 35 Bilanzsumme 385 100 250 100 135 54 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 313 14 58 % 81 4 15 T€ 172 4 74 % 69 2 29 T€ 141 10 -16 % 82 250 -22 Bilanzsumme 385 100 250 100 135 54 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen 3 0 234 79 2 146 0 -458 -458 -458 -78 -78 -78 24 54 2010 T€ Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 163 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -15.132,67 -146,21 -456 2 2.633,89 -31,26 -78 2010 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,72 81,37 18,63 68,64 31,36 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 164 von 528 e) Lagebericht 1. 1.1 Rahmenbedingungen und Geschäft Rahmenbedingungen Im Rahmen des Energie- und Klimapaketes („Klimapakt“) hat die Bundesregierung die zügige Verbreitung neuer Technologien im liberalisierten Messwesen beschlossen. Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) durch das „Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas für Wettbewerb“, welches am 9. September 2008 in Kraft getreten ist, wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen. Die wesentlichen Neuerungen der weiteren Liberalisierung des Messwesens liegen darin, dass nun nicht mehr der Anschlussnehmer, sondern vielmehr der Anschlussnutzer, den Messstellenbetreiber bestimmen kann. Neben dem Messstellenbetrieb, also Zählereinbau bzw. -wartung, wird auch die Liberalisierung der Messung weiter vorangetrieben. Für die Einführung von Smart Metering in Deutschland wurden mit der seit dem 4. August 2011 vorliegenden Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes neue Rahmenbedingungen geschaffen. Demnach besteht eine Einbauverpflichtung für Messsysteme bei Neubauten und Gebäuden die einer größeren Renovierung unterzogen werden, bei Letztverbrauchern mit einem Jahresverbrauch größer 6.000 Kilowattstunden, bei Anlagenbetreibern einer Neuanlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz mit einer installierten Leistung von mehr als 7 Kilowatt, insofern dies technisch möglich ist. Die Voraussetzung der technischen Realisierbarkeit ist das Vorliegen von zertifizierten Messsystemen, die den eichrechtlichen Vorschriften entsprechen. Aktuell jedoch stehen eine ganze Reihe von Rechtsverordnungen aus, die für die Definition eines Schutzprofils und den Bau von zertifizierten Messsytemen unabdingbar sind. Weiterhin hat das BMWi bis September 2012 eine wirtschaftliche Bewertung, die alle langfristigen, gesamtwirtschaftlichen und individuellen Kosten und Vorteile prüft, vorzunehmen. Die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen begünstigen die Verbreitung der intelligenten Zähler nicht. Das ursprünglich formulierte Ziel eines flächendeckenden Einsatzes von Smart Metern innerhalb von sechs Jahren ist mit den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht zu erreichen. 1.2 Geschäft Die beschriebenen gesetzlichen Gegebenheiten haben zu einer zähen Marktsituation geführt, in der nur mäßig Bewegung am Markt zu verzeichnen ist. Demzufolge war im Jahr 2011 bei der Meter1 GmbH & Co. KG nur eine minimale Geschäftstätigkeit zu verzeichnen. Zum 1. Oktober 2011 wurde für den Vertrieb der Stadtwerke Leipzig GmbH das Geschäft aufgenommen. Derzeit werden hier rund 80 Zähler betreut. Überdies konnte ein Filialist für ein Pilotprojekt gewonnen und damit die ersten Umsatzerlöse generiert werden. Mit einem weiteren Filialisten steht die Meter1 GmbH & Co. KG kurz vor der Vertragsunterzeichnung für ein neues Pilotprojekt. Bedingt durch das größtenteils ausgebliebene Geschäft sind jedoch auch die Investitionen deutlich unter dem Planwert geblieben. Hier wird davon ausgegangen, dass eine Verschiebung ins Folgejahr zu erwarten ist. Das Ergebnis der Meter1 GmbH & Co. KG ist dadurch signifikant weniger negativ ausgefallen als ursprünglich geplant. In 2011 wurden zentrale Ingangsetzungsaufgaben umgesetzt. So wurde eine IT-Kleinstlösung angeschafft, die Rahmenverträge für die Zählerbeschaffung sowie für die Lagerung/Logistik und ferner die notwendigen Verträge mit den Gesellschaftern abgeschlossen. Aktuell konzentriert sich die Meter1 GmbH & Co. KG auf die Akquisition von Filialisten und die weitere Produktentwicklung. 2. 2.1 Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Das Ergebnis der Meter1 GmbH & Co. KG beläuft sich im Geschäftsjahr 2011 auf EUR -458.269 und wird auf den Verlustvortragskonten der Gesellschafter verbucht. Umsatzerlöse Das Unternehmen generierte im Geschäftsjahr 2011 Umsatzerlöse aus Messdienstleistungen in Höhe von EUR 3.028. Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 165 von 528 Aufwendungen für bezogene Leistungen Diese Position beinhaltet insbesondere Aufwendungen für die Personalgestellung der Stadtwerke Leipzig GmbH in Höhe von EUR 168.780 sowie EUR 30.000 für kaufmännische Dienstleistungen durch die EVH GmbH. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 145.856 betrafen vor allem Aufwendungen für DVDienstleistungen, Werbekosten, Mieten und Pachten, Beraterleistungen, Wirtschaftsprüfung und Aufwendungen für die Geschäfte der persönlich haftenden Gesellschafterin. Personalaufwand Der Personalaufwand der Meter1 GmbH & Co. KG im Jahr 2011 betrug EUR 79.768. 2.2 Finanzlage Der Finanzmittelbestand der Meter1 GmbH & Co. KG belief sich am 31. Dezember 2011 auf EUR 188.827 und bestand aus einem Guthaben bei einem Kreditinstitut. Das Abrufen weiterer Kommanditeinlagen wird voraussichtlich im ersten Quartal des Jahres 2012 erfolgen. 2.3 Vermögenslage Die Bilanzsumme des Unternehmens betrug zum Jahresende EUR 385.201 und hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 134.846 erhöht. 3. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich zum Zeitpunkt der Lageberichterstattung nicht ergeben. 4. Risikobericht Die Risiken entstehen aus den bereits dargelegten gesetzlichen Unsicherheiten. Für den Fall, dass in 2012 keine Messsysteme am Markt verfügbar sind, muss sich die Meter1 GmbH & Co. KG ausschließlich um das Filialistengeschäft bemühen und hätte dann mit einen ähnlichen Geschäftsverlauf mit analoger Ergebnis-, Kosten-, Umsatz- und Investitionssituation zu rechnen wie im Geschäftsjahr 2011. Für die Meter1 GmbH & Co. KG besteht das Risiko, dass sich die Investitionen für Messsysteme und in Folge die hierauf notwendigen Abschreibungen nicht über wettbewerbsfähige Produktpreise refinanzieren lassen. 5. Prognosebericht Für das Jahr 2012 ist die Übernahme der Messdienstleistung im Rahmen des rLM-Geschäftes der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH vorgesehen. Es wird davon ausgegangen, dass auf Grund der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen technischen Verfügbarkeit frühestens ab dem 4. Quartal 2012 mit der Installation von elektronischen Messsystemen begonnen werden kann. Bis zu diesem Zeitpunkt wird sich die Meter1 GmbH & Co. KG in Zusammenarbeit mit den Vertrieben der jeweiligen Gesellschafter intensiv um die Entwicklung von smarten Produkten bemühen. Die Geschäftsführung geht für das Jahr 2013 von einem positiven Jahresergebnis i. H. v. ca. TEUR 120 aus. Ver- und Entsorgung Meter1 GmbH & Co. KG Seite 166 von 528 Meter1 Verwaltung GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ EVH GmbH Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH Stadtwerke Leipzig GmbH 8 8 8 % 33 /3 33 /3 33 /3 1 1 1 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist als Komplementärin die Geschäftsführung und die Verwaltung des Betriebsvermögens der Meter1 GmbH & Co. KG, Halle (Saale), zu übernehmen, deren Unternehmensgegenstand die Erbringung von Messstellenbetriebs- und Messdienstleistungen im Bereich der leitungsgebundenen Energie- und Wasserversorgung sowie der eigenständige Marktauftritt als Messstellenbetreiber und Messdienstleister ist. Dazu gehören insbesondere die Beschaffung von Zählern und den zugehörigen Kommunikations- und Datenmanagementsystemen, deren Betrieb, sowie das Ablesen, Speichern, Weiterleiten und Verarbeiten von Zählerdaten. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft soll sich auf die Netzgebiete der Gesellschafter oder mit ihnen verbundener Unternehmen und auf den gesamtdeutschen Raum als zusätzliches Vertriebsgebiet erstrecken. Öffentlicher Zweck: Gegenstand des Unternehmens ist als Komplementärin die Geschäftsführung und die Verwaltung des Betriebsvermögens der Meter1 GmbH & Co. KG, Halle (Saale), zu übernehmen, deren Unternehmensgegenstand die Erbringung von Messstellenbetriebs- und Messdienstleistungen im Bereich der leitungsgebundenen Energie- und Wasserversorgung sowie der eigenständige Marktauftritt als Messstellenbetreiber und Messdienstleister ist. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Dr. Füller, Ralfdieter Ver- und Entsorgung Meter1 Verwaltung GmbH Seite 167 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Umlaufvermögen T€ 29 T€ 28 % 100 T€ 1 % 4 Bilanzsumme 29 100 28 100 1 4 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 26 2 1 % 90 7 3 T€ 25 2 1 % 89 7 4 T€ 1 0 0 % 4 0 0 Bilanzsumme 29 100 28 100 1 4 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 7 1 5 2 1 0 1 1 1 2 0 0 0 0 2010 T€ 3 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 14,68 4,15 1 2010 9,13 1,26 0 Angaben in % % T€ T€ % Ver- und Entsorgung Meter1 Verwaltung GmbH Seite 168 von 528 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 91,90 8,10 90,86 9,14 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Ver- und Entsorgung Meter1 Verwaltung GmbH Seite 169 von 528 M-Exchange AG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Haus Sülz 6 53797 Lohmar Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: AG 100 T€ WV Energie AG Frankfurt Stadtwerke Halle GmbH 93 7 % 93,00 7,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Aufbau, Betrieb und Betreuung von elektronischen Marktplätzen im Internet, die Vermarktung und Vermittlung von IT-Dienstleistungen aller Art, sowie die Erbringung von Informationstechnologischen Diensten, Beratungs- und Programmierdienstleistungen mit Schwerpunkt auf die Versorgungs- und Verkehrswirtschaft. Öffentlicher Zweck: Das Unternehmen betreibt und betreut elektronische Marktplätze im Internet. Der öffentliche Zweck ist daher in der Wirtschaftsförderung zu sehen, da auch örtliche Unternehmen von dem Vorhandensein dieser elektronischen Marktplätze profitieren. b) Besetzung der Organe Vorstand: Aufsichtsrat: Vorsitzender Berner, Manfred Zimmermann, Felix Gieske, Hartmut Heinze, Harald Helbig, Andreas Müller-Urlaub, Berthold Thielmann, Fred 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 13 31.12.2009 T€ 13 Aufsichtsrat 13 Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 170 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 44 53 3 2009 % 52 45 3 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ 293 347 19 T€ 188 164 11 T€ 87 142 1 21 % 35 57 0 8 T€ 105 183 8 % 56 112 73 Bilanzsumme 659 100 363 100 251 100 296 82 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 197 73 252 137 % 30 11 38 21 T€ 82 77 204 % 23 21 56 T€ % T€ 115 % 140 -5 24 83 168 33 67 -4 48 137 Bilanzsumme 659 100 363 100 251 100 296 82 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1.211 38 310 209 51 560 0 4 115 0 115 -18 5 92 2010 T€ 790 37 85 171 21 440 0 8 102 -0 102 -120 0 -18 2009 T€ 648 41 54 126 18 421 0 10 60 60 -180 -120 Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 171 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 9,52 109,92 166 416 16,72 2010 12,95 -496,66 123 413 20,69 2009 9,22 49,57 78 689 18,31 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 1,30 29,89 70,11 31.12.2010 1,64 22,54 77,46 31.12.2009 1,43 0,00 100,00 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 172 von 528 e) Lagebericht Das Jahr 2011 war für den Kernmarkt der M-Exchange, die Stadtwerke, Energieversorger und Verkehrsbetriebe, durch die Energiewende mit Umbruch, Aufregung und sinkenden Margen verbunden. Die Projekte im Bereich Einkauf und Materialwirtschaft stehen hinter den Projekten der Unternehmensumorganisation zurück. Der Vorstand rechnet allerdings damit, dass als Konsequenz der sinkenden Margen die Nachfrage nach effizienzsteigernden Tools zukünftig steigen wird. E-Procurement und Outsourcing wird sich deshalb in Zukunft bei den Stadtwerken dem bereits steigenden Bedarf der Industrie anpassen. Der Jahresabschluss 2011 weist einen Jahresüberschuss in Höhe von 115.255,59 € aus. Der Bilanzgewinn in Höhe von 96.979,28 € rundet die seit Jahren kontinuierliche positive Entwicklung ab. Das M-Exchange Geschäft entwickelte sich damit 2011 leicht besser als geplant und ist das beste Ergebnis seit Bestehen des Unternehmens. Gegenüber dem Vorjahr ist das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBITDA) um 30% und das Unternehmensergebnis um 13% gestiegen. Auch in der Langfristplanung hält M-Exchange den Kurs. Im 5-Jahresplan von 2006 wurde das Ergebnis von 2011 mit 112 T€ geplant und damit leicht übertroffen. Dies ist eine weitere Bestätigung des Geschäftsmodells der M-Exchange AG. Die Umsatzrendite hat sich von 12,9% in 2010 auf 9,5% in 2011 verschlechtert, da die IT-Kosten, die Abschreibungen (Investitionen) und die direkten Projektkosten aufgrund von Releasewechsel-Projekten stark gestiegen sind. Der Umsatz konnte gegenüber 2010 um 53% gesteigert werden, das EBITDA um ca. 30%. Der Bereich „eProcurement“ entwickelte sich weiter positiv. Der Abschluss neuer Kunden und die umgesetzten Kundenprojekte haben sich in 2011 wiederum zufriedenstellend entwickelt. Die Bestandskundenbasis konnte 2011 ebenso wie in 2010 weiter stabilisiert werden, u.a. über substanzielle Investitionen in die IT-Plattformen. Darüber hinaus trugen die 2010 gewonnenen Neukunden zu erfreulichen Umsatzzuwächsen in den kontinuierlichen Gebühreneinnahmen bei. Mit dem Aufbau einer Energiedaten-Management-Plattform (EDM) in 2007 hat M-Exchange das neue Geschäftsfeld „Energiemanagement“ beschritten. 2011 wurde die Verbrauchsabrechnung (VA) hinzugefügt. Sowohl EDM als auch VA tragen mit ca. 492 T€ deutlich zum Umsatz und Ertrag bei. M-Exchange ist in diesem Geschäftsfeld z.T. Subunternehmer der WV Energie AG, Geschäftsbereich WV-EM. Durch Neueinsteilungen stieg der Personalaufwand erwartungsgemäß um 22% an. Der starke Anstieg des Materialaufwands resultiert aus den hohen Projektausgaben für den Aufbau der Verbrauchsabrechnung für die WV Energie, die auch zu entsprechend hohen Projekteinnahmen führten. Damit reflektieren die Kosten die Ausdehnung des Geschäftsvolumens. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die hauptsächlich aus den IT-Kosten und dem Verwaltungsaufwand bestehen, sind gegenüber 2010 um 27% gestiegen. Die WV Energie AG gewährte der M-Exchange seit 2002 ein Darlehen mit Rangrücktritt in Höhe von 300 Tsd. Euro zur Finanzierung des Geschäftsbetriebes. In 2011 wurde der Restbetrag von 70 Tsd. Euro komplett getilgt. Damit gibt es zum Jahreswechsel 2011/2012 keine Inanspruchnahme des Darlehens mehr, allerdings steht die Finanzierungslinie der MExchange AG weiterhin zur Verfügung. Die Bilanz weist ein positives Eigenkapital in Höhe von 196.979,28 Euro auf, die EK-Quote beträgt nahezu 30%. Die bereits in 2010 begonnenen (TEUR 87) substanziellen Investitionen in die Weiterentwicklung der Software-Plattformen hat M-Exchange in 2011 in Höhe von TEUR 177 weiter ausgebaut, um weiterhin den technologischen Marktstandard im eProcurement halten zu können. Die Investitionen werden in den kommenden Jahren zu entsprechend erhöhten Abschreibungen führen. Durch diese hohen Investitionen beträgt die Anlagendeckung 1 insgesamt 67 %. Die derzeit nicht in Anspruch genommene Finanzierungslinie der WV Energie AG in Höhe von 300 Tsd. Euro gibt die Möglichkeit, sowohl Rückschläge abzufedern als auch weitere Investitionen finanzieren zu können. Die Finanzierung ist deshalb für 2012 gesichert. Ausblick: Die positive Tendenz aus 2010 und 2011 wird sich voraussichtlich 2012 und 2013 fortsetzen. Sowohl im Bereich e-Procurement als auch im Bereich Energiemanagement werden Umsatz- und Ertragssteigerungen bei Bestandskunden erwartet. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von vielversprechenden Akquisefällen, die 2012 zum Abschluss kommen sollten. Der Vorstand rechnet im kommenden Geschäftsjahr und für 2013 wiederum mit einer moderaten Ertragssteigerung, allerdings bei leicht fallenden Umsätzen in 2012 im Projektgeschäft. Die Position der MExchange am Markt ist gefestigt und das Unternehmen ist für ein mittelfristig zu erwartendes Marktwachstum gut positioniert. Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 173 von 528 Bestandsgefährdende Risiken sind nach heutiger Einschätzung nicht gegeben. Die Forderungen gegenüber den Kunden sind nach heutiger Einschätzung nicht gefährdet. Das Zahlungsverhalten der Kunden ist gut. Da die Risiken im MExchange Modell durch die festen monatlichen Gebühren gut überschaubar sind, sieht der Vorstand keine Risiken in der Liquidität bzw. einem Forderungsausfall. Durch die in 2010/2011 vorgenommenen Investitionen in die Weiterentwicklung der Software-Plattformen ist M-Exchange AG weiter auf dem technologischen Marktstand. Auch zukünftig werden in diesem Bereich Investitionen notwendig sein. Da die M-Exchange nur 3 Mitarbeiter hat und viele Dienstleistungen (IT, Buchhaltung) extern beauftragt gibt es ein permanentes Risiko des Know-How Verlustes bei Weggang von Personal. Darüber hinaus ist der Bereich „Plattformen für Energiemanagement“ von der Abnahme durch den Hauptaktionär WV Energie AG abhängig. Die Vertragskündigungszeiten geben allerdings im Kündigungsfall genügend Zeit für entsprechende Kostensenkungsmaßnahmen. Die Positionierung des Unternehmens als individueller Plattformanbieter im Bereich der elektronischen Beschaffung und des Energiemanagements für Versorgungs- und Verkehrsunternehmen bietet mittelfristig das Potenzial für ein marktgerechtes Wachstum. Schlusserklärung des Vorstandes zum Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen „Die M-Exchange hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“ Ver- und Entsorgung M-Exchange AG Seite 174 von 528 Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ EVH GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Planung, Erwerb, Betrieb, Vermarktung und sonstige Nutzung von Transport- und Verteilungssystemen sowie von Zählund Messsystemen für elektrische Energie, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung vornehmlich im Industriegebiet A 14 von Halle (Saale); Errichtung von Transport- und Verteilungssystemen sowie von Zähl- und Messsystemen für elektrische Energie, Gas, Wärme und von Telekommunikationsanlagen und sonstigen Anlagen der Informationsübertragung durch Dritte; jede Art der Beschaffung und der gewerblichen Nutzung von elektrischer Energie, Gas und Wärme; Erbringung und Vermarktung von Leistungen und Diensten auf den Gebieten der Verteilung von elektrischer Energie, Gas und Wärme sowie der Versorgung mit Telekommunikation vornehmlich im Industriegebiet A 14 von Halle (Saale). Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH findet sich in § 116 Abs. 2 GO-LSA. Es handelt sich um ein Unternehmen der Energieversorgung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Göpfert, Heike Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 175 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 Aktiva Umlaufvermögen T€ 53 % 100 Bilanzsumme 53 100 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 25 3 25 % 47 6 47 Bilanzsumme 53 100 bb) GuV 2011 T€ sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 29 8 10 11 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 33,68 % 0,00 0 Angaben in % % T€ Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 176 von 528 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 47,01 52,99 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 177 von 528 e) Lagebericht 1. Allgemeine Geschäfts- und Rahmenbedingungen 1.1 Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozent-Punkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozent-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozent-Punkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. 1.2 Geschäft und Geschäftsgegenstand Die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH wurde am 21. September 2011 als Tochterunternehmen der EVH GmbH gegründet und hat am 01. Oktober 2011 ihren operativen Geschäftsbetrieb aufgenommen. Der Antrag der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH zur Erteilung einer Genehmigung des Netzbetriebs für das Elektrizitäts- und Gasverteilnetz für das Industriegebiet A 14 nach § 4 EnWG wurde mit Schreiben vom 14. Oktober 2011 bei der Landesregulierungsbehörde des Landes Sachsen-Anhalt gestellt. Die Gesellschaft übernimmt die Verantwortung zum Betrieb, zur Wartung und zum Ausbau des Strom- und Gasnetzes, der Info- und Leittechnik, der Fernwirktechnik und des Mess- und Zählwesens sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte im Industriegebiet an der A 14 von Halle (Saale). Die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH wurde in der Rechtsform der GmbH gegründet. Gesellschafterin ist die EVH GmbH. Als alleinige Geschäftsführerin wurde Frau Heike Göpfert bestellt. Der Sitz der Gesellschaft ist Halle (Saale). 2. Darstellung der Lage 2.1 Ertragslage Das Unternehmen generierte im Rumpfgeschäftsjahr 2011 keine Umsatzerlöse. Im Rumpfgeschäftsjahr entstand der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH Aufwand in Höhe von 29.171 Euro, dieser setzt sich wie folgt zusammen:  Bezogene Leistungen Die bezogenen Leistungen in Höhe von 7.784 Euro beinhalten Aufwendungen für kaufmännische und technische Dienstleistungen sowie Aufwendungen für die Netzführung des Strom- und Gasnetzes Personalaufwand Der Gesellschaft entstand ein Personalaufwand in Höhe von 9.815 Euro Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen hauptsächlich die Positionen Beraterleistungen, Wirtschaftsprüfung, Gutachter- und sonstige Gebühren sowie Gerichts-, Notariats- und Anwaltsgebühren. Hierfür wurden 11.572 Euro aufgewendet   Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 178 von 528 Die aktuell im Industriegebiet A 14 angesiedelten Unternehmen lasten die geschaffene Versorgungsinfrastruktur noch nicht in dem Maße aus, dass die aus der Unterhaltung und Betreibung der entsprechenden Anlagen entstehenden Kosten durch Netznutzungsentgelte vollständig kompensiert werden. Diesem Umstand hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 23.11.2011 mit einer Stadtratsvorlage entsprochen, in dem der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH aus dem städtischen Haushalt ein Zuschuss gezahlt werden soll. Zur Vereinfachung dieser genehmigten Zuschussgewährung soll die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG (EgiG) die von der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH benötigten Zuschüsse direkt an diese auszahlen. Eine entsprechende Forderung gegenüber der EgiG wurde in die Bilanz aufgenommen. Die Gesellschaft weist auf Grund der sonstigen betrieblichen Erträge im Rumpfgeschäftsjahr 2011 ein ausgeglichenes Jahresergebnis aus. In der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH haben vorerst neben der Geschäftsführerin neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zusätzlich zu Ihrer Tätigkeit bei der Energieversorgung Halle Netz GmbH, ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis begonnen. 2.2 Finanzlage Der Finanzmittelbestand der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH belief sich am 31. Dezember 2011 auf 15.694 Euro und bestand aus einem Guthaben im Cash-Pool der SWH. 2.3 Vermögenslage Die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH wurde mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro ausgestattet. Die Rückstellungen betrafen Aufwendungen des Jahresabschlusses 2011. Die Bilanzsumme des Unternehmens betrug 53.178 Euro. 3. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich zum Zeitpunkt der Lageberichterstattung nicht ergeben. 4. Risikobericht Risiken entstehen aus der noch unsicheren Ansiedlungsentwicklung im Industriegebiet und der damit im Zusammenhang stehenden Entwicklung der Gesellschaft. 5. Prognosebericht Die Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH beabsichtigt im Februar 2012 das Anlagevermögen des Elektrizitäts- und Gasnetzes von der EgiG zu erwerben. Die Registrierung als Verteilnetzbetreiber im deutschen Strom- und Gasmarkt ist erfolgt. Das Bilanzierungsgebiet Strom und das Netzbetreiberkonto Gas wurden beantragt. Neben dem Industrieunternehmen IST - Innotec Solar, welches am 30. September 2011 den Dauerbetrieb im Industriegebiet aufgenommen hat, wird für das Jahr 2012 die Ingangsetzung eines weiteren Industrieunternehmens erwartet. Die GA Pack Manufactoring GmbH hat mit der Errichtung der Produktionsanlagen begonnen. Am 13.12.2011 wurde der Strom- und am 22.12.2011 der Gashausanschluss in Betrieb genommen. Der Probebetrieb soll im April 2012 starten und ab 01. September 2012 der Dauerbetrieb aufgenommen werden. Ziel der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH wird in den folgenden Jahren die Erhaltung der Ansiedlungsanreize im Industriegebiet sein, um weiteren Industrieunternehmen die Ansiedlung zu ermöglichen. Mit Erreichen eines kumulierten positiven Jahresüberschusses der Netzgesellschaft hat seitens des Fördermittelgebers eine Neubescheidung gewährter Fördergelder zu erfolgen und damit sind von der Netzgesellschaft Industriegebiet A 14 mbH bis zu 30 Prozent der tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellkosten der geförderten Versorgungsanlagen abzüglich des bereits gezahlten Kaufpreises an die Entwicklungsgesellschaft auszuzahlen. Nach der Antragstellung beim Fördermittelgeber würde dieser Fall bei Eintreffen der darin zugrunde gelegten Annahmen zur Entwicklung des bilanziellen Eigenkapitals beginnend im Jahr 2017 für die Sparte Gas und 2018 für die Sparte Strom eintreten. Ver- und Entsorgung Netzgesellschaft Industriegebiet A14 mbH Seite 179 von 528 RAB Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 300 T€ Stadtwerke Halle GmbH 300 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb einer Anlage zur Behandlung von Siedlungsabfällen, Bau- und Abbruchabfällen, Abfällen aus der mechanischen Behandlung sowie Abfällen, die im Gebiet der Stadt Halle (Saale) tatsächlich anfallen und der Stadt Halle (Saale) als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger überlassen werden sowie das Handeln und Vermitteln aller nicht gefährlichen Abfallarten innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Öffentlicher Zweck: Das Unternehmen wird auf dem Gebiet der Abfallentsorgung tätig. Der öffentliche Zweck ergibt sich daher aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Arndt, Michael Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 180 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 70 30 2009 % 59 41 958 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 3.059 1.316 T€ 3.065 2.111 T€ % T€ -6 -795 % 0 -38 Bilanzsumme 4.375 100 5.176 100 958 100 -801 -15 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 1.708 46 2.621 % 39 1 60 T€ 1.708 88 3.380 % 33 2 65 T€ 606 29 323 % 63 3 34 T€ 0 -42 -759 % 0 -48 -22 Bilanzsumme 4.375 100 5.176 100 958 100 -801 -15 Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 181 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2 256 4.271 135 3.340 73 437 246 9 61 258 2010 T€ 3.846 22 3.395 20 75 227 3 14 140 38 2009 T€ 6.419 88 6.236 11 197 6 69 -0 0 102 -1.324 -1.222 69 0 0 69 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 6,00 15,02 693 4.406 1,65 2010 2,65 5,97 177 3.868 0,51 0,17 2009 1,08 12,87 69 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 69,85 39,03 60,97 31.12.2010 59,22 33,00 67,00 63,25 36,75 31.12.2009 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 angelieferte Abfallmengen gesicherte Kapazitäten 31.12.2010 59.938,00 70.000,00 31.12.2009 61.696,00 70.000,00 Angaben in M g M g / a 59.181,00 70.000,00 Mg Mg Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 182 von 528 e) Lagebericht 1. Rechtliche Grundlagen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozentpunkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Mitte des Jahres 2011 hat die Bundesregierung in der Energiepolitik die Weichen neu gestellt. Um das hohe Wohlstandsniveau in Deutschland auf der Basis bezahlbarer Energiepreise zu sichern, soll unsere Volkswirtschaft zu einer der energieeffizientesten und umweltschonendsten umgebaut werden. Konkret dazu notwendig sind die Reduzierung der Treibhausemission, die stärkere Nutzung erneuerbarer Energietechnologien und die Erhöhung der Energieeffizienz. Wenn auch diese Trendwende der Energiepolitik durch andere Beweggründe hervorgerufen wurde, so bestätigt sie den seit Jahresbeginn gewählten Leistungszweck der RAB Halle GmbH (RAB). Das Leistungsangebot des 100 % Tochterunternehmens der Stadtwerke Halle GmbH (SWH) trägt zur konsequenten Nutzung der Ressource Abfall als Energieträger bei. Dazu betreibt die Gesellschaft am Standort der Deponie Halle-Lochau eine Behandlungsanlage, welche die Siedlungsabfälle, Bau- und Abbruchabfälle und Abfälle aus der mechanischen Behandlung annimmt. Hauptsächlich dient sie dabei der Stadt Halle (Saale) als beauftragter Dritter für die dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger überlassenen Abfälle. In die Neuausrichtung der Energieversorgung will die Gesellschaft mit der Herstellung von Fraktionen für die Vergärung, die reine Verbrennung oder die Mitverbrennung als Ersatzbrennstoffe mit geeigneten Substitutionsstoffströmen eine qualifizierte Wahlmöglichkeit anbieten. Aus dem kommunalen Auftrag der Sortierung der überlassungspflichtigen Abfälle der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) resultiert zugleich das Hauptgeschäft der Gesellschaft. Ergänzt wird dieses Kerngeschäft durch gewerbliche Spotmengen aus unterschiedlichen Produktionsbereichen. 2. Rahmen- und Marktbedingungen Auf Grund des demographischen Wandels muss sich die RAB stets auf die Leistungsmenge und die Sortierleistung einstellen können. Langfristig werden die Inputmengen durch den Bevölkerungsrückgang sinken. Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung wird ein verändertes Verbraucherverhalten auf die Zusammensetzung der Abfallmengen Einfluss nehmen. Daran knüpfte die allgemeine Diskussion des Jahres 2011 in der Abfallbrache immer wieder an und zielte gleichzeitig auf die Sicherung der Daseinsvorsorge, einen hohen Grad der stofflichen Verwertung von Abfällen und die Unterstützung alternativer Energieerzeugung. Alle Bemühungen mündeten in dem zentralen Thema der Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Insbesondere um die Vielfalt und die Definition der Stoffströme, die Entwicklung der Abfallmengen und die Einführung der Wertstofftonne wurde in der Branche alternativ diskutiert. Bislang lassen sich im politischen Willen keine tiefgreifenden Änderungen zur nachhaltigen Materialwirtschaft erkennen, sondern bislang ist nur die geeignete Erfassung von stoffgleichen Nichtverpackungen über die Wertstofftonne geregelt. Aber trotz aller gesetzlichen Bestrebungen wird ein nicht geringer Teil von Wertstoffen dennoch über die Restmülltonne entsorgt und sichert weiterhin den Unternehmenszweck der RAB. Zudem ist die Anlage jederzeit auf die Erweiterung der Sortiertiefe vorbereitet und kann bei gegebener Wirtschaftlichkeit weitere gewinnbringende Leistungen anbieten. Nicht zuletzt beschäftigt sich die Gesellschaft mit der Sortierung der Wertstofftonnen und führt derzeit zahlreiche Gespräche, um eine hinreichende Sortierleistung zu generieren. Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 183 von 528 Zwar ist gesamtgesellschaftlich immer wieder die Abfallvermeidung thematisiert, aber anhand der erreichten Mengen des Jahres 2011 nicht erkennbar. Der Ansatz des Unternehmens bietet dazu eine geeignete Alternative und fördert mit seinem Leistungsangebot wesentlich die Verwertungsquote von Siedlungsabfällen. In der effizienten Nutzung von Biogas oder mittelkalorischen Ersatzbrennstoffen für die Stromerzeugung, bei gleichzeitiger Wiederverwertung von metallischen Sekundärrohstoffen, sieht die RAB eine geeignete Antwort auf zukünftige Fragen. Bei der Wahl der Sortierstoffströme wollte sich die Gesellschaft nicht nur an der thermischen Verwertung orientieren, denn diese ist durch die Freisetzung von Schadstoffen im Verbrennungsprozess immer wieder in der Kritik. Alternativ dazu wählte das Unternehmen die Ausschleusung einer nativorganischen Fraktion für die Vergärung. Mit einer somit erzielten Reduzierung der Gesamtbelastung sollen Ziele weit über das wirtschaftliche Ergebnis hinaus erreicht werden. Auf Grundlage einer europaweiten Ausschreibung der Verwertungsleistung im dritten Quartal 2010 konnten die Sita Deutschland GmbH und die C.A.R.E. Biogas GmbH für das abgelaufene Geschäftsjahr gebunden werden. Eine längerfristige Vergabe, unter zusätzlicher vorgeschalteter Trocknung des Abfalls, ist auf Grund der Unwirtschaftlichkeit der Angebote durch die RAB aufgehoben worden. In Fortführung des gewählten Geschäftsmodells und zur steten Bindung geeigneter Verwertungspartner formulierte die Unternehmensleitung ein Modell, welches die mittelfristige Ausrichtung der Sortierleistung beschrieb und die Grundlage für die erneute Ausschreibung der Stoffströme im zweiten Quartal 2011 darstellte. Im Ergebnis der Ausschreibung konnten adäquate Verwertungspartner gefunden und im dritten Quartal beauftragt werden. Für die organisch-mineralische Fraktion hat sich der Verwertungspartner C.A.R.E. Biogas GmbH bestätigt. Einen neuen Weg der Verwertung nimmt ab Januar 2012 die Fraktion der thermisch behandelbaren Fraktion zur PD energy GmbH nach Bitterfeld. Ergänzt wird das veränderte Outputregime durch eine abfallrechtlich notwendige ausschließlich thermisch zu verwertende Fraktion von gemischten Siedlungsabfällen durch die Becker Umweltdienste GmbH. Auf der Grundlage dieses Ausschreibungsergebnisses hat die RAB Halle GmbH Überlegungen zur Erweiterung des Leistungsspektrums entworfen. So sollen neben den Sortierleistungen zusätzliche Aktivitäten zur Herstellung eines Ersatzbrennstoffes die Wertschöpfungskette ergänzen. Die dazu notwendigen Anlagenmodifizierungen wurde im vierten Quartal 2011 begonnen und ergänzen die Investitionen der Gesellschaft. 3. Bericht über wichtige Projekte und Vorhaben Die Beobachtung des Sekundärrohstoffmarktes zeigt in der Nutzung von Abfällen als Energieträger in den letzten Monaten einen wesentlichen Aufschwung. Die Verteuerung der fossilen Brennstoffe und die fortwährende Diskussion um den Handel von Zertifikaten für den Kohlendioxidausstoß lassen insbesondere die großen Kraftwerksbetreiber über Alternativen nachdenken. Eine geeignete Lösung kann hierfür in der Mit-Verbrennung von Ersatzbrennstoffen liegen. Die RAB Halle GmbH hat sich ab der Jahresmitte 2011 auf Initiative eines überregionalen Stromproduzenten der Herstellung dieses geeigneten Ersatzbrennstoffes gewidmet. In einem umfangreichen Testlauf sind die physikalischen und chemischen Stoffeigenschaften, der Heizwert des Brennstoffes und die Technologie der Mit-Verbrennung im Kraftwerk mit dem Produktionsprozess abgestimmt worden. Vor dem Hintergrund endlicher fossiler Energieressourcen und weltweiter Klimaschutzziele strebt die Gesellschaft ausgangs des Jahres 2011 der Herstellung eines qualifizierten Ersatzbrennstoffes für die Mitverbrennung in einem Braunkohlekraftwerk entgegen. Mit dieser Nutzung des Abfalls als Energiequelle werden eigene Nachhaltigkeitsziele verfolgt und präzise in die Wirklichkeit umgesetzt. Durch die Herstellung einer heizwertreichen Mischung aus Papier, Holz, Kunststoff und Verpackungsresten kann ein wesentlicher Teil an Rohbraunkohle substituiert werden. Zugleich unterstützt der teilweise CO2-neutrale Energierohstoff die Energiebilanz des Kraftwerkes. In der Hoffnung, dass regionale Kraftwerke ihre Technologie auf die Mitverbrennung von Heizwertäquivalenten umrüsten, sieht die RAB ein Erfolgspotential durch die Reduzierung der Transportwege. Neben den Investitionen der Anlagenumrüstung des Jahres 2010 hat das Unternehmen zudem mit der Leistungsaufnahme in einen modernen Radlader für die leichte Beladung von Walking-Floor-Fahrzeugen investiert. Heutzutage werden Abfälle und Verwertungsmaterialien in logistikoptimalen Großeinheiten transportiert und die Betreiber einer Sortieranlage müssen sich den baulichen Gegebenheiten der Transportfahrzeuge anpassen, um die hohen Schüttwände zu überwinden und zugleich eine hinreichende Verdichtung des Ladematerials zu erreichen. Auch somit werden Ressourcen geschont, der Klimaschutz unterstützt und die gesamtwirtschaftliche Betrachtung gestärkt. Mit dem Gremienentscheid zum Ende des Jahres konnte die RAB ihre Verlustvorträge durch die vorhandenen Kapitalrücklagen ausgleichen und somit die Ergebnisabführung ab dem Jahr 2011 an den Gesellschafter sicherstellen. Die Grundlage dazu ist der zum 06.12.2011 abgeschlossene Ergebnisabführungsvertrag der eine noch stärkere Bindung an den Konzern darstellt, aber auch die Bedeutung der Gesellschaft als Wirtschaftskraft zum Ausdruck bringt. Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 184 von 528 4. Wirtschaftliche Lage der Gesellschaft Mit einem Mengenstrom von 59.181 Mg hatte die RAB im Jahr 2011 entsprechend ihrer Erwartungen akquiriert. So zeigt das Umsatzvolumen in Höhe von TEUR 4.271 nahezu das geplante Niveau und liegt um TEUR 425 deutlich über dem Vorjahr. Noch signifikanter konnten die sonstigen betrieblichen Erträge gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Getragen wird diese Entwicklung von den Schrotterlösen für die aussortierten Eisen- und Nichteisenmetalle. Auf Grund der im Jahresverlauf günstigen Aufkaufpreise konnten somit TEUR 123 generiert werden. Insbesondere der leichte Rückgang des Materialverbrauchs unterstreicht die Marktfähigkeit des Konzeptes und die Umsetzung durch das Unternehmen. Für Material, Energiestoffe, die Verwertung und die bezogenen Fremdleistungen wurden im Jahr 2011 TEUR 3.340 verwendet. Im Vergleich zum Vorjahr, wo ein Gesamtbetrag von TEUR 3.395 noch eine Mehrausgabe von TEUR 55 bedeutete, konnten im Jahr 2011 sogar Preissteigerungen für die Fremdleistungen kompensiert werden. Nach der Ertüchtigung der Sortierkapazitäten Ende des Jahres 2010 und mit Aufnahme des Anlagenbetriebes ab 03.01.2011 müssen die Personal- und Abschreibungskosten von insgesamt TEUR 509 berücksichtigt werden. Sie lassen sich auf Grund des neuen Betriebsregimes nicht mit dem Vorjahr vergleichen. Mit der operativen Tätigkeit nahmen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu. Einem Aufwand von TEUR 246 steht beim Vorjahresvergleich ein Wert von TEUR 227 gegenüber. Dabei entwickelten sich einzelne Kostenarten sehr unterschiedlich fort. So wurde der Beratungsaufwand nahezu halbiert, aber die Versicherungs- und Shared-Service-Leistungen haben sich dem eigenständigen Geschäftsbetrieb angepasst. Leichten Zinsgewinnen, welche aus den Forderungen gegenüber dem Cash-Pool resultieren, stehen die Zinsaufwendungen für die Fremdfinanzierung des Anlagenumbaus entgegen. Saldiert entwickelt sich das Finanzergebnis von TEUR -11 im Vorjahr auf TEUR -52 im Jahr 2011. Insgesamt schließt die Gesellschaft ein erfolgreiches erstes Jahr des Regelbetriebes mit TEUR 256 vor Gewinnabführung ab und beweist mit der Verdopplung des Ergebnisses seine Produktivität. Ebenfalls werden mit diesem Ergebnis die gestellten Erwartungen von TEUR 127 mit TEUR 129 weit übertroffen. In der Bilanz zeigen sich beim Eigenkapital, aufgrund der Ergebnisabführung, keine Bewegungen. Da die Hauptinvestitionstätigkeit im Jahr 2010 bereits die Sachanlagen dimensionierten, ist durch die Nachinvestitionen des Jahres 2011 eine Konstanz in Höhe von TEUR 3.059 festzustellen. Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Forderungen sind insbesondere auf die Ausgleichszahlung durch den Leistungspartner auf Grundlage einer erst zum Jahresende feststehenden Mengen-Preis-Staffelung begründet. Alle im Jahr 2011 getätigten Investitionen wurden aus den eigenen liquiden Mitteln finanziert, bewirken aber einen Rückgang der Forderungen aus dem Cash Pool der SWH. Zusätzlich sind die sonstigen Vermögensgegenstände gegenüber dem Vorjahr vermindert. So ist ein Bestand an Forderungen und Vermögensgegenständen von TEUR 1.123 angezeigt, der sich um TEUR 792 im Jahresverlauf verringerte. Hauptsächlich die Festgeldanlage in Höhe von TEUR 188, zur Gegenfinanzierung der genehmigungsrechtlichen Sicherungsleistung, ergänzt das Umlaufvermögen von TEUR 1.316. Gegenüber dem Vorjahr ist eine wesentliche Verringerung der Rückstellungen auf ein betriebsnotwendiges Maß für die Arbeiten im Rahmen des Jahresabschlusses und bekannter Nachforderungen aus dem Geschäftsjahr 2011 von insgesamt TEUR 45 anzumerken. Mit der planmäßigen Tilgung des Fremdkredits haben sich die Verbindlichkeiten der RAB auf TEUR 1.807 um TEUR 314 reduziert. Verbindlichkeiten werden durch die zahlungsfälligen Rechnungen nach dem Stichtag und einer Rückerstattung gegenüber dem Kunden Stadt Halle begründet. Dieser Vorgang dient dem Ausgleich der mengenscharfen Abrechnung der Leistung am Ende eines jeden Wirtschaftsjahres. Abschließend bestimmten die genannten Sachverhalte die Bilanzsumme von TEUR 4.375 und verminderten sie somit von TEUR 5.176 im Vorjahr um TEUR 801. Personell wird der Anlagenbetrieb durch eine zertifizierte Zeitarbeitsfirma aus Halle (Saale) realisiert. Die Anlagenfahrer, monteure und Betriebselektriker werden sowohl für Anpassungsarbeiten an der Anlage als auch zum Anlagenbetrieb bei der Aufbereitung und der Brennstoffherstellung eingesetzt. Von den insgesamt neun Mitarbeitern sind drei als Schichtleiter und Waagepersonal und sechs Mitarbeiter für die Sortier- und Verladetätigkeit zuständig. Zuzüglich des Anlagenleiters wird somit ein kontinuierlicher Drei-Schicht-Betrieb realisiert. Zudem werden speziell geschulte Mitarbeiter bei Bedarf für Wartungs- und Reinigungsarbeiten eingesetzt. Als überaus effizient erweist sich dabei der flexible Einsatz des gestellten Personals bei der Einsatzplanung unter Berücksichtigung von Mengenschwankungen, beispielsweise durch das saisonale Mengenaufkommen und die Mehrbelastung bei Feiertagen und Urlaub. Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 185 von 528 5. Risikobericht Mit ihrem Geschäftsmodell beabsichtigt die RAB, trotz eines sich einstellenden Mengenrückganges, zusätzliche freie Gewerbemengen am Markt zu akquirieren. Damit können die eingesetzten Kapazitäten besser ausgelastet werden, welche die Gesellschaft insgesamt von Einwohnerrückgang und vom Verbraucherverhalten unabhängiger macht. Zwar ist die Gesellschaft stark auf die derzeitigen Regelungen des Abfallrechtes und den Gegebenheiten des Marktes angepasst, hat aber mit geringem Aufwand genug Spielraum, um auch kurzfristig technologisch reagieren zu können. Zudem sind die Verwertungspartner mittelfristig gebunden und stützen damit einen konstanten Materialaufwand. Mit umfangreichen Erweiterungen der Löschtechnik stellt sich die Gesellschaft der Brandgefahr bei der Behandlung von Abfällen entgegen. Umsichtige Mitarbeiter, die gut geschult einen ersten Löschangriff vornehmen können, sollen das Risiko von Sachschäden minimieren. Die Gesellschaft ist keinen wesentlichen Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen in Bezug auf die verwendeten Finanzinstrumente insbesondere Forderungen und Verbindlichkeiten ausgesetzt. Das Risikofrüherkennungssystem der Gesellschaft befindet sich auf aktuellem Stand. In Auswertung der festgelegten Risikofelder sind keine weiteren den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken benannt. 6. Ausblick Für den Jahresverlauf 2012 geht die Gesellschaft von einem insgesamt konstanten Mengenstrom aus. Entsprechend der Wirtschaftsplanung erwarten wir die Fortsetzung der positiven Unternehmensentwicklung und zielen zum Abschluss des Geschäftsjahres 2012 auf einen Jahresüberschuss von TEUR 266. Für die Folgejahre wird von ähnlichen Ergebnissen ausgegangen. Ver- und Entsorgung RAB Halle GmbH Seite 186 von 528 Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadtwerke Halle GmbH 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen in und für die Stadt Halle zur öffentlichen technischen Infrastruktur des Individualverkehrs, insbesondere die Stadtbeleuchtung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Öffentlicher Zweck: Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen in und für die Stadt Halle zur öffentlichen technischen Infrastruktur des Individualverkehrs, insbesondere die Stadtbeleuchtung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Böttcher, Jens Prof. Dr.-Ing. Krause, Matthias (seit 01.07.2011) (bis 30.06.2011) Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 187 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 2 70 28 25 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 45 1.291 509 T€ % T€ 45 1.266 509 % 5.064 Bilanzsumme 1.845 100 25 100 1.820 7.280 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 22 79 1.744 % 1 4 95 T€ 22 3 0 % 88 12 0 T€ 0 76 1.744 % 0 2.533 Bilanzsumme 1.845 100 25 100 1.820 7.280 Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 188 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2.394 15 83 2.655 4 12 114 12 -305 0 305 0 0 -3 -3 -3 3 2010 T€ cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,14 -12,74 -1.393,68 -293 -12,48 -3 2010 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 2,45 1,19 98,81 88,82 11,18 31.12.2010 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Lichtpunkte 31.12.2010 0,00 Angaben in S t k . 22.700,00 Stk. Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 189 von 528 e) Lagebericht 1. 1.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozentpunkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. 1.2 Geschäft und Geschäftsgegenstand Am 14. Dezember 2010 wurde die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH als 100%iges Tochterunternehmen der Stadtwerke Halle GmbH gegründet. Der operative Geschäftsbetrieb der Gesellschaft begann zum 1. Januar 2011. Unternehmensgegenstand der Gesellschaft ist die Erbringung von Dienstleistungen in und für die Stadt Halle zur öffentlich technischen Infrastruktur des Individualverkehrs, insbesondere die Stadtbeleuchtung sowie die Vornahme aller damit im Zusammenhang stehender Geschäfte. Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH schloss mit der EVH GmbH Verträge zu Arbeitnehmerüberlassung sowie zu kaufmännischen und technischen Dienstleistungen. Weiterhin wurde zwischen der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH und der Stadtwerke Halle GmbH eine Cash-Pool-Vereinbarung mit einem Kontokorrentkreditrahmen von 2,0 Millionen Euro sowie mit Wirkung zum 1. Januar 2011 ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Zwischen der Stadt Halle (Saale), der EVH GmbH sowie der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wurde ein Übergang des bestehenden Geschäftsbesorgungsvertrags zur Straßenbeleuchtung von der EVH GmbH auf die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH ab 1. Januar 2011 vertraglich vereinbart. Die Stadt Halle (Saale) sowie die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH haben diesen Geschäftsbesorgungsvertrag zum 31. Januar 2011 gekündigt. Mit der Stadt Halle (Saale) hat die Gesellschaft zum 1. Februar 2011 einen Beleuchtungsvertrag abgeschlossen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Durch diesen Vertrag ist die Gesellschaft verpflichtet, über die Vertragslaufzeit Maßnahmen zum Betrieb, zur Instandsetzung, zur Erneuerung sowie zur Erhöhung der Energieeffizienz der Beleuchtungsanlagen durchzuführen. Dafür erhält die Gesellschaft ein vertraglich fixiertes Entgelt. 2. 2.1 Ertragslage Ergebnisentwicklung der Gesellschaft Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschaftete die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH einen Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme in Höhe von – 304,9 Tausend Euro. Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 190 von 528 2.2 Absatz/Umsatz/Erträge Umsatz Strom Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH erzielte durch Weiterberechnungen von Strom an die DSM Deutsche Städte Medien GmbH sowie an die Stadt Halle Umsatzerlöse in Höhe von 100,3 Tausend Euro. Umsatzerlöse Service Zum 31. Dezember 2011 betrugen die Umsatzerlöse Service 2.293,9 Tausend Euro. Diese Position beinhaltet hauptsächlich den Beleuchtungsvertrag mit der Stadt Halle. Betriebliche Erträge Im abgelaufenen Geschäftsjahr generierte das Unternehmen sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 83,3 Tausend Euro. 2.3 Variable Aufwendungen Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen in der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen in Höhe von 2.655,4 Tausend Euro an. Bezug Strom Die Gesellschaft bezog von der EVH GmbH 8,4 GWh Strom. Dafür musste das Unternehmen 1.326,7 Tausend Euro aufwenden. Bezogene Leistungen Die bezogenen Leistungen umfassten hauptsächlich Fremdleistungen für Instandhaltungen, den Dienstleistungsvertrag mit der EVH GmbH zu kaufmännischen und technischen Dienstleistungen, die Weiterberechnung von Schäden, deren Verursacher bekannt sind sowie den Vertrag zur Arbeitnehmerüberlassung mit der EVH GmbH. Insgesamt wurden für bezogene Leistungen 920,5 Tausend Euro aufgewandt. 2.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen Zum 31. Dezember 2011 betrugen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen 113,9 Tausend Euro. 2.5 Personal- und Sozialbereich Zum 31. Dezember 2011 wandte das Unternehmen für Personal 3,5 Tausend Euro auf. 2.6 Finanzlage Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wies am 31. Dezember 2011 einen negativen Finanzmittelbestand in Höhe von 1.524 Tausend Euro aus, der sich in 1. Linie aus der Veränderung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergibt. Diese Veränderung beruht auf dem negativen Geschäftsergebnis in Höhe von -305 Tausend Euro und auf dem Aufbau von Vorräten und Forderungen. Wesentlichen Einfluss hat auch der Anstieg des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens (RAP). Aufgrund des zwischen der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH und der Stadt Halle abgeschlossenen Beleuchtungsvertrages (Vertragslaufzeit 15 Jahre) führt die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Investitionen zur Effizienzsteigerung durch. Diese Investitionen werden bei der Stadt Halle als Anlagevermögen und bei der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH als aktiver RAP aktiviert und über die Laufzeit aufgelöst. Die Liquidität der Gesellschaft wurde im Jahr 2011 im Rahmen einer Cash-Pool-Vereinbarung mit der Stadtwerke Halle GmbH sichergestellt. Die Stadtwerke Halle GmbH stellt der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH einen unbefristeten Cash-Pool-Kreditrahmen in Höhe von 2,0 Millionen Euro zur Verfügung, sodass gemäß der vorliegenden Planung auch im folgenden Geschäftsjahr die Liquidität unverändert gewährleistet sein wird. Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 191 von 528 2.7 Vermögenslage Die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wurde mit einem Stammkapital in Höhe 25 Tausend Euro ausgestattet. Das Eigenkapital belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 21,9 Tausend Euro. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 1,2 Prozent. Die Rückstellungen betrafen Aufwendungen des Jahresabschlusses 2011, Aufwendungen Instandhaltungen sowie Aufwendungen für Beraterleistungen und Verpflichtungen gegenüber Dritten. Die Bilanzsumme des Unternehmens betrug 1.845,1 Tausend Euro. für unterlassene 3. Nachtragsbericht Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2011 ereigneten sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die einen Nachtragsbericht für die Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH notwendig machen würden. 4. Risikobericht Es sind keine Risiken erkennbar, die den Bestand der Gesellschaft gefährden oder ihre Entwicklung wesentlich beeinträchtigen könnten. 5. Prognosebericht Die Gesellschaft wird in den Jahren 2012 bis 2013 ein negatives Jahresergebnis ausweisen. Insbesondere 2012 ist von erhöhten Ausgaben zur Optimierung der Energieeffizienz gekennzeichnet. In diesem Zeitraum erfolgt ein Verlustausgleich über den Gewinnabführungsvertrag. Ab dem Jahr 2014 wird davon ausgegangen, dass die Gesellschaft ein positives Jahresergebnis realisieren wird und dass über die Vertragslaufzeit des Beleuchtungsvertrages mit der Stadt Halle die anfänglichen Minderergebnisse kompensiert werden können (Gewinnabführung an die Stadtwerke Halle GmbH). Die Liquidität wird, auch unter Inanspruchnahme der eingeräumten Cash-Pool-Konto-korrentkreditlinie der SWH, gegeben sein. Mit der Gründung der Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH wurde ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag mit der EVH GmbH geschlossen. Die bisher von der EVH GmbH verrechnete Personalgestellung reduziert sich auf einen Mitarbeiter, da das restliche Personal zum 1. Januar 2012 auf die Gesellschaft übergegangen ist. In den Jahren 2012 bis 2016 sind keine Investitionen geplant. Ver- und Entsorgung Stadtbeleuchtung Halle Service GmbH Seite 192 von 528 TELONON Abwasserbehandlung GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Zum Teich 6 06120 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Stadtwerke Halle GmbH 26 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand ist der kaufmännische und technische Betrieb von Kläranlagen, deren Reparatur und Wartung sowie die Errichtung, Erwerb und Verwaltung von Anlagen zur Abwasserbehandlung; ausgenommen sind Tätigkeiten, die in § 34c der Gewerbeordnung aufgeführt sind oder die sonst staatlicher Genehmigung im Sinne des § 8 des GmbH-Gesetzes bedürfen. Öffentlicher Zweck: Als Unternehmen, welches sich auf dem Gebiet der Abwasserentsorgung betätigt, ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Rausch, Werner Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 193 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 100 2009 % 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Umlaufvermögen T€ 673 T€ 452 T€ 594 % 100 T€ 221 % 49 Bilanzsumme 673 100 452 100 594 100 221 49 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 26 7 640 % 4 1 95 T€ 26 5 421 % 6 1 93 T€ 25 6 563 % 4 1 95 T€ 0 2 219 % 0 40 52 Bilanzsumme 673 100 452 100 594 100 221 49 Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 194 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3.330 0 2.082 7 1.224 2 19 2 17 2010 T€ 3.167 0 1.943 7 1.200 1 18 3 14 2009 T€ 3.138 0 1.907 7 1.209 1 16 2 14 0 0 1 1 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,21 0,22 0,23 0,50 64,80 17 2010 0,49 63,02 15 2009 0,44 56,13 14 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 3,80 96,20 5,66 94,34 4,13 95,87 31.12.2010 31.12.2009 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 behandeltes Mischwasser Klärgas Klärschlamm Stromerzeugung 31.12.2010 23,90 2,40 18.244,00 4,79 31.12.2009 19,10 2,30 17.791,00 4,74 Angaben in M i M o i t . o M . i m o ³ m . ³ k W h 19,71 2,44 17.742,00 4,72 Mio. m³ Mio. m³ t Mio. kWh Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 195 von 528 e) Lagebericht Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland SachsenAnhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 %-Punkte auf 7,1 %. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 %-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 %. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 %-Punkte auf 11,7 %. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Seit dem 30. April 1997 führt die TELONON Abwasserbehandlung GmbH gemäß Betriebsführungsvertrag für die Kläranlage Halle-Nord GmbH & Co. Betreiber KG den kaufmännischen und technischen Betrieb der Kläranlage Halle-Nord durch. Für die Erledigung der Aufgaben aus dem Betriebsführungsvertrag hat die Gesellschaft per Geschäftsbesorgungsvertrag das Personal der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) vertraglich gebunden. Der Betriebsdienst wird von der HWS ordnungsgemäß durchgeführt. Zu größeren Störungen im Betrieb der Kläranlage kam es im Geschäftsjahr 2011 nicht. Im Jahr 2011 wurden auf der Kläranlage Halle-Nord 19,71 Mio. m³ Mischwasser behandelt (2010 = 23,90 Mio. m³). Bezogen auf die Trockenwetterzulaufmenge betrug die durchschnittliche Abwassermenge 48.112 m³/d (2010 = 52.965 m³/d). Der Abwasseranfall auf der Kläranlage Halle-Nord ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der starke Anstieg im Vorjahr hing mit den hohen Niederschlagsmengen und dem erhöhten Grundwasserstand in der Region zusammen. Der Trend der letzten Jahre zeigt einen rückläufigen Abwasseranfall. Durch den Rückgang der Einwohnerzahl und des Trinkwasserverbrauchs in der Stadt Halle wird sich dieser Trend weiter fortsetzen. Durch die Überleitung der südlichen und östlichen Stadtteile von Halle reinigt die Kläranlage ca. 99 % des gesamten anfallenden Abwassers der Stadt Halle und hat damit ihre volle frachtmäßige Auslastung erreicht. In den nächsten Jahren wird sich der Anschluss aus einigen Gemeinden des Saalekreises weiter erhöhen. Mit der noch vorgesehenen Erweiterung des Einzugsgebietes wird sich der zurzeit sehr hohe Auslastungsgrad der Kläranlage Halle-Nord in den Folgejahren kaum ändern. Seit Juli 2001 übernimmt die Kläranlage Halle-Nord zusätzlich Deponiesickerwasser aus der Abfallwirtschaft GmbH HalleLochau. Im Jahr 2011 wurden 196.875 m³ Sickerwasser (2010 = 178.798 m³) ordnungsgemäß gereinigt. Die Ablaufwerte wurden im Jahr 2011 im Allgemeinen stabil eingehalten. Es kam jedoch kurzzeitig zu einer Überschreitung des vorgegebenen Überwachungswertes Gesamt-Stickstoff. Im Jahr 2011 wurden 60,5 t Rechengut und 615,1 t Sandfangrückstände entsorgt. Gleichzeitig fielen 17.742 t Klärschlamm an, die durch die SUC GmbH, Abfallbehandlung Döllnitz entsorgt wurden. Der Klärschlamm wurde auf der Deponie Halle - Lochau weiter verarbeitet. Dieser Entsorgungsweg kann auch in den kommenden Jahren weiter genutzt werden. Durch das angefallene Klärgas (Gesamtanfall 2,44 Mio. m³) wurden im Jahr 2011 in den Blockheizkraftwerken ca. 4,72 Mio. kWh Strom erzeugt (2010: 4,79 Mio. kWh). Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 196 von 528 Insgesamt wurden im Jahr 2011 49 % des Gesamtstromverbrauches der Kläranlage Halle-Nord selbst erzeugt. In den letzten Jahren wurden verstärkt Fäkalien aus dem Umland der Stadt Halle angenommen, verarbeitet und gereinigt. Im Jahr 2011 betrug diese Menge 17.365 m³ (2010: 20.666 m³). In der kaufmännischen und technischen Betriebsführung der Kläranlage Halle-Nord gab es im Jahr 2011 keine Probleme. Die Betriebskosten auf der Kläranlage haben sich im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren entsprechend der allgemeinen Preissteigerung leicht erhöht. Durch die Annahme von Sickerwasser aus der Deponie und Fäkalien aus dem Umland von Halle werden die Einnahmen erhöht und damit die Wirtschaftlichkeit des Klärwerkes verbessert. Ein Vergleich mit anderen Abwasserreinigungsanlagen dieser Größenordnung zeigt, dass die Kläranlage Halle-Nord wirtschaftlich betrieben wird. Die Betriebsführung wurde für die Kläranlage Halle-Nord GmbH & Co. Betreiber KG durch die TELONON Abwasserbehandlung GmbH für das Geschäftsjahr 2011 ordnungsgemäß erfüllt. Besondere Vorkommnisse in der Betriebsführung sind im Verlauf des gesamten Geschäftsjahres nicht aufgetreten. Der bestätigte Wirtschaftsplan des Jahres 2011 wurde eingehalten. Es wurde ein positives Ergebnis erzielt. Die TELONON Abwasserbehandlung GmbH ist Mitglied der IHK Halle und der Berufsgenossenschaft der Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Auf der Grundlage des abgeschlossenen Betriebsführungsvertrages mit der Kläranlage Halle-Nord GmbH & Co. Betreiber KG und dem Geschäftsbesorgungsvertrag mit der HWS wird sich das Aufgabengebiet der TELONON Abwasserbehandlung GmbH in den nächsten Jahren nicht ändern. Die Erweiterung der Geschäftsfelder ist nur in begrenztem Maße möglich. Auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung ist die TELONON Abwasserbehandlung GmbH nicht tätig. Zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens gibt es keine Veränderung. Das Jahresergebnis 2012 wird in ähnlicher Höhe wie im Jahr 2011 erwartet. Auch für das Jahr 2013 wird eine Entwicklung analog zu den Vorjahren erwartet. Ver- und Entsorgung TELONON Abwasserbehandlung GmbH Seite 197 von 528 WER-Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Äußere Hordorfer Straße 12 06114 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 256 T€ Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Fehr Umwelt Ost GmbH 153 102 % 60,00 40,00 Gegenstand des Unternehmens: Erfassung, Sammlung und Logistik von Wertstoffen auf der Grundlage der Verpackungsverordnung und aller begleitenden Verordnungen in den jeweils gültigen Fassungen unter Berücksichtigung von gemeindlichen Belangen, vornehmlich im Gebiet der Stadt Halle (Saale) sowie gegebenenfalls in den umliegenden Kreisen. Die Gesellschaft kann weitere Aufgaben im Rahmen der Duales System Deutschland AG wahrnehmen. Öffentlicher Zweck: Als Unternehmen, welches sich auf dem Gebiet der Abfallbeseitigung betätigt, ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Handlungsbevollmächtigte:r Winter, Thomas Günther, Peter Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 198 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzender Misch, Werner Junghans, Torsten Philipp, Lothar Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar Hildebrandt, Roland Krause, Johannes Nebelung, Barbara Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias (bis 11.04.2011) (seit 19.05.2011 stellv. Vorsitzender) (seit 28.07.2011) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 0 100 0 2009 % 0 100 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 0 780 1 T€ 0 788 1 T€ 1 805 6 % 0 99 1 T€ 0 -8 0 % 0 -1 0 Bilanzsumme 781 100 789 100 812 100 -8 -1 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 656 113 12 % 84 14 2 T€ 681 90 18 % 86 12 2 T€ 701 86 25 % 86 11 3 T€ -25 23 -6 % -4 26 -33 Bilanzsumme 781 100 789 100 812 100 -8 -1 Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 199 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 20 5 15 15 46 6 40 40 209 4 80 22 0 97 6 2010 T€ 206 37 76 19 1 106 5 2009 T€ 297 46 151 26 1 79 3 7 82 23 59 59 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 6,99 2,28 15 106 10,19 2010 19,23 6,16 40 121 7,70 2009 19,93 9,23 60 172 7,57 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,03 84,03 15,97 31.12.2010 0,04 86,33 13,67 31.12.2009 0,11 86,34 13,66 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Wertstoffaufkommen Glas 31.12.2010 3.601,24 31.12.2009 3.644,95 Angaben in M g 3.738,00 Mg Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 200 von 528 e) Lagebericht Veränderungen von Rahmen- und Marktbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 Prozent konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 Prozent ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 Prozent an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland Sachsen-Anhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 Prozentpunkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 Prozent. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. In immer stärkerem Maße wird bei der Beurteilung der Erfassung von Sekundärrohstoffen die Einschätzung als Zukunftsressource gegeben. Sowohl auf Europaebene als auch auf Bundesebene ist derzeit eine intensive Diskussion um Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und Rohstoffversorgung auf der politischen Agenda. Am einprägsamsten war im abgelaufenen Jahr 2011 die Umgestaltung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zu verfolgen. In diesem Sinn spezialisierte sich die WER Halle GmbH in den vergangenen Jahren auf dem Gebiet der Getrenntglaserfassung im Rahmen eines Rücknahmesystems gemäß § 6 Abs. 3 der Verpackungsverordnung. Denn somit beginnt das effiziente Recycling und kann anschließend einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Neueste Datenanalysen bescheinigen dem Glas-Recycling einen weitestgehend geschlossenen Kreislauf, welcher durch die durchschnittlich 60 Prozent der Altglasverwertung bei Neuverpackungen zum Ausdruck kommt. Das bundesweite komplexe Sammel- und Rücknahmesystem wird von nahezu 97 Prozent aller Haushalte genutzt. Insgesamt beträgt die Erfassungsmenge von Altglas in Deutschland jährlich bei zirka 2 Millionen Tonnen. Das Kerngeschäft der WER Halle GmbH liegt in der Erfassung der Altglasmengen in der Stadt Halle (Saale). Dabei ist der Unternehmenserfolg wesentlich vom Verbraucherverhalten der Bürgerinnen und Bürger abhängig. Im Jahr 2011 konnte die sich im Vorjahr abzeichnende Trendwende Bestätigung finden. In den Sammelbehältern des Unternehmens werden zunehmend höhere Erfassungsquoten erreicht. Durch die zunehmende Konsequenz bei der Abfalltrennung in den Haushalten konnten die Altglasmengen gesteigert werden. Zwar ist damit nur eine geringfügige Umsatzsteigerung verbunden, aber dennoch kann die höhere Tonnage die erweiterten Unternehmensziele wie Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit eindeutig belegen. Bei der konstanten Umsetzung des Leistungsauftrages steht für die WER Halle GmbH stets die allgemeine Kundenzufriedenheit im Vordergrund. Dabei betrachtet die Gesellschaft ihre Sichtweise nicht nur auf die vertraglich gebundenen Systembetreiber, sondern erweitert den Kundenkreis auf die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale), welche die eigentlichen Leistungsempfänger sind. Permanent steht für das Unternehmen die Wahrung der Entsorgungssicherheit auf einem qualitativ hohen Niveau im Blickpunkt, wo strikte Termintreue, kurze Reaktionszeiten auf Kundenanfragen und eine besonders niedrige Reklamationsrate als direkter Gradmesser dienen. Gegenüber den Systembetreibern muss eine kontinuierliche, fehlerfreie und insbesondere unverzügliche Datenmeldung erfolgen. Alle diese Parameter konnte die WER Halle GmbH im vergangenen Jahr erfüllen und schließt deshalb mit Zufriedenheit ein bewegtes Geschäftsjahr 2011 ab. Zu den bisherigen bundesweit agierenden Systembetreibern, welche alle in Sachsen-Anhalt lizenziert sind, kam im dritten Quartal 2011 ein neuer Geschäftspartner hinzu. Mit Wirkung vom 19.10.2011 hat die RKD - Recycling Kontor Dual GmbH & Co. KG einen Leistungsvertrag mit der WER Halle GmbH geschlossen und strebt somit die Mitnutzung des umfangreichen Sammelsystems für Altglas in der Stadt Halle (Saale) an. Nach letzten Abstimmungen mit dem neuen Kunden ist mit der operativen Geschäftstätigkeit in unserem Bundesland ab dem zweiten Quartal 2012 zu rechnen. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 201 von 528 Zudem zählen mit der DSD GmbH, der EKO-Punkt GmbH, der Landbell AG, der ISD Interseroh Dienstleistungs GmbH, der Belland Vision GmbH, der Redual GmbH, der Zentek GmbH, der VfW und der Veolia nun insgesamt zehn Systembetreiber zu den Auftraggebern der Gesellschaft. Im abgelaufenen Jahr entwickelten sich die Mengenströme der einzelnen Partner unterschiedlich. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Gesamttonnage des Jahres 2011 verteilt auf die einzelnen Vertragsgeber. Systempartner DSD Interseroh Landbell Belland Vision Redual EKO-Punkt VfW Zentek Veolia Summe Jahrestonnage 1.846,7 Mg 562,4 Mg 333,7 Mg 421,3 Mg 348,8 Mg 17,4 Mg 36,5 Mg 171,2 Mg 0,0 Mg 3.738,0 Mg Veränderungen in der Gesellschaft Das Ende des Leistungsjahres 2011 stellt zugleich die Halbzeit des laufenden Vertragszeitraumes 2010 - 2013 dar. Die Glaserfassung im Rahmen des dualen Systems konnte somit seit Anbeginn, anfangs durch Vertragsverhandlungen später durch die wettbewerbliche Vergabe, fortwährend gesichert werden. Ein langjähriges konstantes Vertragsverhältnis ist in dem stark umkämpften Markt der Abfallsammelleistungen eine große Ausnahme und zeigt zugleich die starke Position der Gesellschaft. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die konsequente Anpassung der Entsorgung an die vorhandenen Erfassungsmengen. Trotz sinkender Einwohnerzahl konnte im Jahr 2011 eine Sammelmenge von 3.738 Tonnen erreicht werden. Diese Mehrmenge gegenüber dem Vorjahr um 137 Tonnen ist bei einer Steigerung um nahezu 4 Prozent auf das bessere Trennverhalten der Bevölkerung zurückzuführen. Dennoch bleibt die Aufgabe für das Unternehmen die permanente Optimierung der operativen Leistung fortzusetzen, um auch zukünftig die Konkurrenzfähigkeit bei anstehenden Ausschreibungen beweisen zu können. Ein zweiter Erfolgsfaktor sind die ca. 1.300 Depotcontainer, welche im gesamten Stadtgebiet für die Entsorgung aufgestellt sind. Diese überaus große Anzahl stellt bei einer Vertragslaufzeit von vier Jahren für die Konkurrenzunternehmen eine zusätzliche Aufwandsposition dar. Dieser Umstand hindert die WER Halle GmbH wiederum an der regionalen Erweiterung des Leistungsauftrages. Nach der Sammelleistung im Stadtgebiet erfolgt entlang der Stoffstromkette die Aufbereitung beziehungsweise die Verwertung der Glasmengen. Da die Verwertungsleistungen im Jahresrhythmus vakant sind, haben sich auch zu Beginn des Jahres 2011 die Verwertungswege geändert. Positiv kann von der WER Halle GmbH bewertet werden, dass die regional günstig gelegene Verwertungsgesellschaft Rhenus Recycling Ost GmbH & Co. KG in Bennstedt (Saalekreis) die Gesamttonnage der Verwertungsmenge gegenüber dem Vorjahr behaupten konnte. Weiterhin ist die WER Halle GmbH mit der direkten Anlieferung aus dem Sammelgebiet zum Verwerter beauftragt. Aus logistikoptimalen Gründen können dabei Regiefahrten eingespart und Lagerflächen reduziert werden. Diese Argumente bestimmen die nunmehr achtjährige erfolgreiche Leistungsbeziehung der beiden Unternehmen. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 202 von 528 Berichte über wichtige Projekte und Vorhaben Nach Ende der Winterperiode startete unmittelbar das bereits im Vorjahr initiierte Projekt zur Verbesserung des Unternehmensimage. Die Depotcontainer wurden größtenteils einer Behälterwäsche unterzogen, um die hygienischen Anforderungen insbesondere hoch frequentierter Standplätze zu sichern. Weiterhin wurden 63 stark beschädigte Behälter vom Stadtbild entfernt und durch vollständig sanierte Behälter ausgetauscht. Für das verbesserte Erscheinungsbild der Sammelbehälter wurden die Nutzungsinformationen erneuert. Mit Behagen nimmt dabei die Gesellschaft die Resonanz in Bevölkerung war und plant die Fortsetzung der Maßnahme. Witterungsbedingt haben sich die Aktivitäten zum Ende des Jahres reduziert, so dass ein Großteil von anstehenden Sanierungen in das Jahr 2012 verlegt werden musste, um weiterhin das ansprechende Erscheinungsbild und die unfalltechnische Unbedenklichkeit zu garantieren. Für den Abschluss der Maßnahme sind TEUR 25 notwendig. Zur Sicherung der Tonnage steht die WER Halle GmbH im ständigen Kontakt mit dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, um eine bessere Auslastung der vorhandenen und die Gewinnung neuer Standplätze zu erreichen. So sind im Jahr 2011 zwei zusätzliche Standplätze im Stadtgebiet entstanden, so dass die Gesamtzahl nunmehr 314 Standplätze beträgt. Zertifizierung Die turnusmäßige externe Zertifizierung des Entsorgungsfachbetriebes wurde im Februar erfolgreich durchgeführt. Am 23. Februar 2011 stellte sich die WER Halle GmbH der jährlichen Überprüfung durch den TÜV Rheinland, um somit ihren hohen Qualitätsanspruch zu beweisen und sich gleichfalls für die Fortentwicklung der Gesellschaft zu rüsten. Risikomanagement Das Risikofrüherkennungssystem der Gesellschaft befindet sich auf einem aktuellen Stand. In Auswertung der festgelegten Risikofelder sind keine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken benannt. Wirtschaftliche Lage Einzig die mengenabhängigen Transportleistungen konnten sich mit einer Steigerung von 14,5 Prozent überproportional entwickeln. Die Umsätze für die Sammelleistungen haben sich auf Grund der Verschiebung von Mengenanteilen unter den einzelnen Auftraggebern im Vergleich zum Vorjahr verschoben. Insgesamt bestätigen die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 209 das Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 4 ergänzen die Gesamtleistung nur in geringem Umfang. Hauptsächlich ist der Rückgang der Erträge auf wesentlich geringere Beträge aus der Auflösung von Rückstellungen begründet und spiegelt gleichzeitig die Entwicklung der Gesamtleistung von TEUR 243 im Vorjahr auf TEUR 213 im Jahr 2011 wieder. Parallel zu den mengenabhängigen Umsätzen entwickelten sich die variablen Aufwendungen für die Sammel- und die Transportleistungen auf einen Wert von TEUR 80. Beide vorgenannten Aspekte der Kostenrechnung münden in die Darstellung des Deckungsbeitrages in Höhe von TEUR 133. Gegenüber dem Vorjahr stellt die Reduzierung von TEUR 33 eine Entwicklung von -20,0 Prozent dar. Die Personalkosten von TEUR 22, die Abschreibungen von TEUR 1 und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 97 beschreiben die Fixkosten des Unternehmens. Zusammen betrachtet entwickeln sich die fixen Aufwandspositionen von TEUR 125 im Vorjahr auf TEUR 119 im Jahr 2011 und stellen sich somit 5,3 Prozent positiver dar. Fortsetzung findet die vorteilhafte Entwicklung für die Gesellschaft in höheren Zinserträgen auf Grund des leichten Fortschritts am Kapitalmarkt, so dass ein Finanzergebnis von TEUR 6 ausgewiesen wird. Unter Berücksichtigung der Steuerzahlungen auf Einkommen und Ertrag erwirtschaftete die WER Halle GmbH im Geschäftsjahr 2011 ein Ergebnis von TEUR 14. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieses ein Rückschritt, welcher aber vornehmlich durch die oben genannte Auflösung von Rückstellungen begründet ist. Mit dem Ergebnis stellt das Unternehmen trotz eindimensionaler Leistungsausrichtung erneut seine Wirtschaftskraft unter Beweis und erfüllt damit die gesteckten Ziele, denn bei einem geplanten Ergebnis nach Steuern von TEUR 3 fällt die Beurteilung deutlich aus. Da sich die Bilanzsumme insgesamt von TEUR 789 aus 2010 auf einen Wert 2011 von TEUR 781 marginal entwickelte, können nur wenige Veränderungen kommentiert werden. Einer linearen Entwicklung des Anlagevermögens steht eine Zunahme des Kundenforderungsbestandes gegenüber. Gegenläufig stellen sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus der weiterhin komfortablen Liquidität von TEUR 716 im Cash Pool dar. Zum Vorjahr TEUR 732 liegt die Bewegung von TEUR 16 hauptsächlich in der Ausschüttung des Ergebnisses an die Gesellschafter. Trotz des rückläufigen Jahresergebnisses besitzt die WER Halle GmbH mit TEUR 656 eine hervorragende Eigenkapitalausstattung, welche sich von TEUR 681 um TEUR 25 reduziert hat. Zur Erhöhung der Rückstellungen über das notwendige Maß der allgemeinen unternehmerischen Verpflichtungen hinaus trägt die unumgängliche Sicherung von relevanten Risiken bei. Verbindlichkeiten von TEUR 11, gegenüber TEUR 17 im Vorjahr ergänzen die Bilanzdarstellung. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 203 von 528 Personal Zum 31. Dezember 2011 lag die Beschäftigung in der WER Halle GmbH bei 0,2 Vollzeitbeschäftigteneinheiten und entspricht damit dem Plan. Vor dem Hintergrund, dass in der Gesellschaft keine operative Leistung geplant ist, beschränkt sich der Personaleinsatz auf die administrativen Tätigkeiten. Branchen- und Unternehmensausblick Die Fortsetzung der Geschäftstätigkeit ist mit der Vertragslaufzeit bis zum 31. Dezember 2013 gesichert. Ebenfalls findet die bewährte Vergabe der operativen Tätigkeiten im Berichtsjahr 2012 ihre Fortsetzung und der Subunternehmer Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH ist für die Sammel- und Transportleistungen gebunden. Dementsprechend ist das Investitionsvolumen des Unternehmens diesen Überlegungen angepasst und für das Geschäftsjahr 2012 keine Erweiterung der Sachanlagen geplant. Für die Gesellschaft liegt das Hauptaugenmerk auf der frist- und vertragsgerechten Umsetzung der Verträge. Gemeinsam mit der Verwaltung der Stadt Halle (Saale) sucht die WER Wertstofferfassung und Recycling Halle GmbH nach zusätzlichen Standplätzen und ist mit der Optimierung der bestehenden Standplätze beziehungsweise deren Entsorgung beschäftigt. Damit soll die Kundenfreundlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) gefestigt oder gar gesteigert werden. Eine im Jahr 2011 begonnene Compliance-Risikoanalyse soll im Jahr 2012 in einem konzernweiten ComplianceManagement-System fortgeführt werden. Die WER Halle GmbH unterstützt dabei die Bestrebungen der Konzernholding und will damit entschieden der Wirtschaftskriminalität entgegen treten. Für das Geschäftsjahr 2012 plant die WER Wertstofferfassung & Recycling Halle GmbH bei gegebener Liquidität ein Ergebnis von TEUR 3. Auch für das Jahr 2013 wird eine ähnliche Entwicklung erwartet. Ver- und Entsorgung WER-Wertstofferfassung und Recycling GmbH Seite 204 von 528 W+H Wasser- und Haustechnik GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Liebenauer Straße 130 06110 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH 26 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Planung, Installation, Betriebsführung, Wartung und Reparatur von haustechnischen Anlagen aller Art, die Bewirtschaftung von Zähl- und Messeinrichtungen der Ver- und Entsorgungswirtschaft sowie die Bewirtschaftung von Versorgungsanlagen einschließlich deren baulicher Hüllen. Öffentlicher Zweck: Als Unternehmen, welches sich auf dem Gebiet der Abwasserentsorgung und der Wasserversorgung betätigt, ergibt sich dessen öffentlicher Zweck aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Dr. Gaudig, Lutz Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 205 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzender Misch, Werner Junghans, Torsten Philipp, Lothar Allner, Jürgen Böcker, Udo Dr. Köck, Uwe-Volkmar Hildebrandt, Roland Krause, Johannes Nebelung, Barbara Neumann, Wolfram Raab, Katja Sieber, Olaf Weiland, Mathias (bis 11.04.2011) (seit 19.05.2011 stellv. Vorsitzender) (seit 28.07.2011) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 21 77 2 2009 % 24 74 2 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 239 866 19 T€ 238 755 23 T€ 222 654 26 % 25 72 3 T€ 1 111 -4 % 0 15 -17 Bilanzsumme 1.124 100 1.016 100 902 100 108 11 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 225 238 661 % 20 21 59 T€ 225 228 563 % 22 23 55 T€ 225 192 485 % 25 21 54 T€ 0 10 98 % 0 4 17 Bilanzsumme 1.124 100 1.016 100 902 100 108 11 Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 206 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust -0 7 350 4.761 174 2.021 2.074 61 423 1 0 357 2010 T€ 3.952 110 1.277 2.023 56 346 0 0 360 2 -2 -0 7 351 2009 T€ 3.811 101 1.191 2.001 56 329 1 0 336 -0 7 329 0 0 0 0 0 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 7,35 155,89 411 87 42,03 2010 8,89 156,39 407 75 49,80 2009 8,64 146,59 385 71 51,14 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 21,24 19,98 80,02 31.12.2010 23,46 22,10 77,90 31.12.2009 24,58 24,91 75,09 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Beglaubigung von Wasserzählern Jahresstichtagsablesungen operativer Zählerwechsel turnusmäßiger Zählerwechsel 31.12.2010 8.728,00 8.813,00 899,00 8.049,00 31.12.2009 10.150,00 10.700,00 1.140,00 8.450,00 Angaben in Ver- und Entsorgung A n A z n A a z n A h a z n l h a z l h a l h l 9.993,00 9.455,00 1.200,00 7.960,00 Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 207 von 528 e) Lagebericht 1 Wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland SachsenAnhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 %-Punkte auf 7,1 %. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 %-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 %. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 %-Punkte auf 11,7 %. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Die W + H Wasser- und Haustechnik GmbH (W + H) wurde mit dem Gesellschaftsvertrag vom 14. Dezember 1998 gegründet. Sie ist ein 100 %-iges Tochterunternehmen der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) und nahm am 1. Januar 1999 ihre operative Tätigkeit mit einem Meister und 9 gewerblichen Mitarbeitern der ehemaligen Zählerwerkstatt der Hallesche Wasser und Abwasser GmbH (HWA) auf. Am 1. Juli 2000 stellte die W + H 15 ehemalige Mitarbeiter der Energie- und Haustechnik GmbH ein. Entsprechend einer Vereinbarung vom 1. Dezember 2003 wurden, beginnend mit dem 1. Dezember 2003, stufenweise 14 Mitarbeiter der HWA übernommen. Am 1. Dezember 2003 und am 1. März 2004 übernahm die W + H jeweils 6 Mitarbeiter der HWA, nunmehr HWS. Der Sitz der Gesellschaft ist: Liebenauer Str. 130 06110 Halle (Saale) Lange Str. 17 06110 Halle (Saale) Harzgeroder Str. 57 06124 Halle (Saale) Kaiserslauterer Str. 06132 Halle (Saale) Gegenstand: Beschaffung, Eichung und Prüfung sowie Installation und Wechsel von Hausund Wohnungswasserzählern. Die Gesellschaft kann ferner Wasserzählerdaten erfassen, aufbereiten und an den Wasserversorger übermitteln. Planung, Installation, Betriebsführung, Wartung und Reparaturen von haustechnischen Anlagen aller Art, die Bewirtschaftung von Zähl- und Messeinrichtungen der Ver- und Entsorgungswirtschaft sowie die Bewirtschaftung von Versorgungsanlagen einschließlich deren baulicher Hüllen. Niederlassungen: Die HWS und die W + H haben mit Wirkung vom 1. Januar 2000 für einen Zeitraum von fünf Jahren einen Rahmenvertrag über die komplette Wasserzähler- und Standrohrbewirtschaftung im Versorgungsgebiet der HWS abgeschlossen. Der Rahmenvertrag wurde im Jahr 2003 neu gefasst. Mit Datum vom 20. Dezember 2005 wurde einer Verlängerung des Rahmenvertrages bis zum 31. Dezember 2011 zugestimmt. Entsprechend der Vereinbarung vom 25. Juni / 4. Juli 2003 zwischen der HWS und der W + H wurden die mit der Bewirtschaftung der Standrohre verbundenen Geschäftsaktivitäten ab 1. Juli 2003 auf unbestimmte Zeit von der HWS auf die W + H übertragen. Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 208 von 528 Gemäß dem am 11. Dezember 2003 zwischen HWS und W + H unterzeichneten Rahmenvertrag erstellt die W + H für die HWS ab 1. Januar 2004 auch Trinkwasser-hausanschlüsse. Zwischen der W + H und der HWS besteht seit dem 1. Januar 1999 auf unbestimmte Zeit ein Dienstleistungsvertrag über die kaufmännische Betriebsführung der W + H. Dieser Vertrag wurde im Jahr 2003 neu gefasst und stetig fortgeschrieben. Seit dem 13. Oktober 2006 ist die W + H als DVGW Fachunternehmen Gruppe W3:pe Wasserleitungen zertifiziert. Am 8. April 1999 erfolgte die Eintragung in die Handwerksrolle als Installateur und Heizungsbauer. Dadurch ist das Unternehmen in die Lage versetzt worden, seine Leistungen auch gegenüber Drittkunden anzubieten. Die Geschäftsfelder der W + H, Bewirtschaftung der Hauptsammelkanäle der Stadt Halle (Saale), die Wartung und Instandhaltung von Fernwärmestationen der EVH GmbH und einer Reihe von Wohnungsunternehmen, Wasserzähler- und Standrohrbewirtschaftung sowie Tief- und Rohrleitungsbau wurden auch im Geschäftsjahr 2011 erfolgreich weiterentwickelt. Im Mai 2010 wurde mit der Bäder Halle GmbH (BHG) ein Betriebsführungsvertrag geschlossen, der im August 2010 präzisiert und neu gefasst wurde. Dieser Vertrag beinhaltet die Betriebsführung, Wartung und Instandhaltung der technischen Anlagen der BHG. Die Koordinierung aller Maßnahmen sowie der Techniker der BHG erfolgt ebenfalls über die W + H. Dieses Vertragsverhältnis wurde auch im Jahr 2011 fortgesetzt. Im Jahr 2011 gelang es der W+H eine Reihe von Aufträgen aus dem Investitionsgeschehen der BHG realisieren zu können. Das Risikomanagement der W + H ist in das Risikomanagement der Stadtwerke Halle GmbH integriert. 2 Geschäftsverlauf und Geschäftslage Kurzübersicht der Geschäftstätigkeit 2011  Bewirtschaftung des Zählerbestandes der HWS (49.966 Stück) ca. 7.960 Stück turnusmäßiger Zählerwechsel ca. 1.200 Stück operative Zählerwechsel Regenerierung von Großwasserzählern Qn 15 – Qn 150 (71 Stück) Bewirtschaftung des Standrohrbestandes der HWS Beglaubigung von Wasserzählern bis Qn 60 für die HWS (9.993 Stück) Befundprüfung von Wasserzählern (132 Stück) Installationsleistungen Wasser für Drittkunden (Kundenanlagen) Jahresstichtagsablesung von 9.455 Zählern November / Dezember für die HWS Bewirtschaftung von ca. 7.067 Stück Zählern für Abwassergebührenminderung der HWS Sammelkanal Bewirtschaftung Fernwärmeservice Neubau (21 HAST, 19 Übergabestellen, 1 Primär-Anschluss, 5 WÜST-Umbau, WWZ 38, Heizungs-Umbau 1, 11 Umbau Messstrecke, 1 Strangsanierung, 1 Umbau WW-Modul) Fernwärmeservice Bewirtschaftung (705 HAST) Installationsleistungen Warmwasser / Heizung für Drittkunden (Kundenanlagen)            Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 209 von 528   Errichtung von Hausanschlüssen Wasser sowie Realisierung von Kleininvestitionen im Bereich Wassernetze im Auftrag der HWS Koordinierung bzw. Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen der Bäder Halle GmbH Umsatz- und Auftragsentwicklung Gegenüber 2010 sind die Umsatzerlöse um TEUR 809 auf TEUR 4.761 gestiegen. Die Umsatzsteigerung im Geschäftsjahr 2011 resultiert insbesondere aus zusätzlich erbrachten Leistungen im Zusammenhang mit der Sanierung des Nordbades (z.B. Beckenverrohrung, sanitärtechnische Anlagen im Kiosk, Solaranlagen zur Beckenbeheizung sowie Verlegung einer Trinkwasserleitung), die sich insbesondere in den Sparten Wasser und Bäderbewirtschaftung widerspiegeln. Die Umsatzerlöse mit Dritten betrugen TEUR 1.581 und lagen damit um TEUR 310 über dem Vorjahresniveau. Investitionen Im Jahr 2011 wurden Investitionen (insgesamt TEUR 61) vor allem in mobile Technik und Ausrüstungen getätigt. Finanzlage der Gesellschaft Im Jahr 2011 konnte ein Jahresergebnis von TEUR 350 erwirtschaftet werden. Dieses Ergebnis wird in voller Höhe an die HWS abgeführt. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 513 (Vj.: TEUR 394). Der kurzfristige Liquiditätsstatus (kurzfristige Aktiva - kurzfristige Schulden) hat sich im Vorjahr um TEUR 3 auf TEUR -15 verbessert. Die Liquidität des Unternehmens war während des gesamten Geschäftsjahres gegeben. Personal Im Jahr 2011 trat keine Tariferhöhung in Kraft. 3 Nachtrags- und Prognosebericht Das positive Jahresergebnis 2011 zeigt, dass die Geschäftstätigkeit der W + H im Jahr 2011 erfolgreich war. Um die positive Geschäftsentwicklung auch im Jahr 2012 und in den folgenden Jahren fortzusetzen, muss sich das Unternehmen weiter stabilisieren und auf dem Markt expandieren. Dafür sollen die Aktivitäten im Bereich Haustechnik, aber vor allem im Bereich der Bäderlandschaft weiter verstärkt werden. Zur Stabilisierung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft trägt weiterhin der im Dezember 2005 verlängerte Rahmenvertrag zwischen der HWS und der W+H über die komplette Wasserzähler- und Standrohrbewirtschaftung im Versorgungsgebiet der HWS bei. Das Ende der Vertragslaufzeit wurde auf den 31. Dezember 2011 festgesetzt. Hier sind im Jahr 2011 Verhandlungen mit der HWS zur Weiterführung des Vertrages aufgenommen worden mit dem Ziel, dass die Vertragslaufzeit um weitere 6 Jahre bis zum 31.12.2017 verlängert wird. Um die bis zum heutigen Zeitpunkt entwickelte Leistungsfähigkeit der Gesellschaft weiter zu verbessern und sich weiterhin am Markt zu behaupten, wurde der am 11. November 1999 zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der W + H und der Gewerkschaft Öffentliche Dienste – Transport und Verkehr – Kreisverwaltung Halle (Saale) abgeschlossene Tarifvertrag mit den wesentlichen Bestandteilen der leistungsbezogenen Entlohnung (80 % bis 110 %), flexibler Arbeitszeitregelung sowie einer Jahressonder-zahlung für jeden Mitarbeiter bei Übererfüllung der Planvorgaben geändert. Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 wurde mit der Ver.di ein neuer Tarifvertrag geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt gilt eine einheitliche Vergütungstabelle ohne automatische Steigerungs-möglichkeiten aufgrund der Betriebszugehörigkeit sowie eine geänderte leistungsbezogene Entlohnung (80 % bis 115 %). Mit Wirkung zum 1. Januar 2009 trat ein neuer Änderungsvertrag mit Ver.di in Kraft, der eine Tarifsteigerung von 5 % für 2009 und 2,7 % für 2010 vorsah. Im 4. Quartal 2011 wurden mit ver.di Verhandlungen bezüglich eines neuen Tarifvertrages aufgenommen. Der neue Tarifvertrag soll eine zweijährige Laufzeit haben und zum 01.01.2012 beginnen. Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 210 von 528 Für das Jahr 2012 ist ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 350 geplant. Auch für das Jahr 2013 wird eine analoge Entwicklung erwartet. Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres nicht ereignet. 4 Risikobericht Bestandsgefährdende Risiken oder sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage liegen zurzeit nicht vor. Ver- und Entsorgung W+H Wasser- und Haustechnik GmbH Seite 211 von 528 3.3 VERKEHR Verkehr Seite 212 von 528 Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Flugplatz 12 06188 Landsberg, OT Oppin Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 1.000 T€ Landkreis Saalekreis Stadt Halle (Saale) Mitteldeutsche Baustoffe GmbH Stadt Landsberg, OT Oppin Gemeinde Petersberg, OT Brachstedt 411 411 158 14 6 % 41,10 41,10 15,80 1,40 0,60 Gegenstand des Unternehmens: Betrieb und Ausbau des Flugplatzes Halle/Oppin. Öffentlicher Zweck: Flughäfen sind Dreh- und Angelpunkte der Logistik. Alle größeren Unternehmen im Gemeindegebiet sind auf die Frachtmöglichkeiten angewiesen. Der öffentliche Zweck ist daher in der Standortsicherung und der Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Scherbel, Renate Aufsichtsrat: Vorsitzende Vorsitzender stellv. Vorsitzender Kleine, Gabriele Dr. Pohlack, Thomas Neumann, Wolfram (seit 08.12.2011 Vorsitzende) (bis 31.07.2011) (seit 01.08.2011, seit 08.12.2011 stellv. Vorsitzender) Bauersfeld, Martin Bichoel, Knut Eigenwillig, Steffen Frischmuth, Bernd Krause, Hans-Jürgen * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 213 von 528 Aufsichtsrat: Müller, Peter Nölle, Ludger d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 89 11 0 2009 % 92 8 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.983 240 6 T€ 2.044 187 3 T€ 2.070 130 1 % 94 6 0 T€ -61 53 3 % -3 28 100 Bilanzsumme 2.229 100 2.234 100 2.201 100 -5 0 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Sonderposten aus öffentlicher Förderung Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Passive latente Steuern T€ 959 % 43 T€ 905 % 41 T€ 214 711 % 10 32 9 1 48 0 T€ 54 % 6 201 19 982 3 65 9 1 44 0 3 219 19 1.033 3 55 10 1 46 0 2 194 18 1.061 3 -18 0 -51 0 10 -8 0 -5 0 18 Bilanzsumme 2.229 100 2.234 100 2.201 100 -5 0 Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 214 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 590 3 92 241 86 243 0 45 70 10 6 54 54 2010 T€ 577 10 100 249 84 262 0 51 41 -5 6 40 40 2009 T€ 567 10 114 247 109 183 2 53 101 6 95 95 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 9,12 5,95 140 86 35,16 2010 6,99 4,67 124 86 36,28 2009 16,70 79,56 204 86 35,75 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 88,95 43,01 56,99 31.12.2010 91,48 40,49 59,51 31.12.2009 93,97 9,70 90,30 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Flugbewegungen durchschnittlicher Erlös je Flugbewegung Kraftstoffverkauf 31.12.2010 24.451,00 3,81 608.258,00 31.12.2009 26.898,00 3,44 667.595,00 Angaben in A n E z U a R L h i l t e r 31.071,00 3,53 674.923,00 Anzahl EUR Liter Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 215 von 528 e) Lagebericht 1. Geschäftsverlauf Die Rolle der Allgemeinen Luftfahrt, mit den wichtigen Bestandteilen Geschäftsreiseflugverkehr, Luftrettung, Schul- und Transportflüge und Werkflugverkehr, kann für das Jahr 2011 am Verkehrslandeplatz Halle/Oppin weiterhin stabil eingeschätzt werden. Angesichts zunehmender internationaler Verflechtungen gewinnt die schnelle Erreichbarkeit entfernter Ziele weiter an Bedeutung. Erstmals seit Gründung der Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin im Jahr 1990 überschritt die Zahl der Flugbewegungen im Jahr 2011 die 30.000-er Grenze und es wurden insgesamt 31.071 Flugbewegungen registriert. Dieses überaus positive Ergebnis ist einerseits auf die stabile Entwicklung der am Flugplatz ansässigen Firmen zurück zu führen, andererseits war das Jahr 2011 flugwettermäßig – mit wenig anhaltenden Regenphasen - überdurchschnittlich gut. Der Erlös pro Flugbewegung beträgt 3,53 Euro gegenüber 3,81 Euro im Jahr 2010, was eine Zunahme der Flugbewegungen im unteren Gebührenbereich bedeutet. Die Steigerung der Flugbewegungszahlen führte natürlich auch zu einer Erhöhung der Kraftstoffverkäufe und damit der erhaltenen Provision. So wurden insgesamt 674.923 l Kraftstoff umgesetzt woraus 58,1 T€ Provision resultieren. Die Zusammenarbeit mit den am Flugplatz ansässigen Firmen wurde auch im Jahr 2011 konstruktiv und kontinuierlich fortgeführt um Stabilität auf beiden Seiten zu gewährleisten. Verhandlungen mit der Firma Air Lloyd/MCO zum Grundstückskauf konnten 2011 erfolgreich abgeschlossen und mit Unterzeichnung des Notarvertrages beendet werden. Die Firma Air Lloyd/MCO beabsichtigt auf dem erworbenen Grundstück im Jahr 2012 ein Verwaltungs- und Bürogebäude zu errichten. Somit kann nicht nur eine zusätzliche Einnahme sondern auch die langfristige Bindung der Firma an den Flugplatz Halle/Oppin erreicht und auf lange Sicht mit steigenden Flugbewegungen und Kraftstofftankungen von dieser Firma gerechnet werden. Da die rechtliche Wirksamkeit des Vertrages erst mit Zahlung des Kaufpreises (Eingang am 19.01.2012) eintritt sind im Jahresabschluss 2011 keine haushaltsrelevanten Auswirkungen enthalten. 2. Vermögens-, Finanz-, Ertragslage Eine wichtige Einnahmequelle sind weiterhin die Erlöse aus der Vermietung und Verpachtung der vorhandenen Immobilien. Mittels lang- und mittelfristiger Verträge sind die vorhandenen Objekte weitgehend vermietet bzw. verpachtet und sichern so eine relativ stabile Erlösposition. Die Vermietung im Wohnblock gestaltete sich auch im Jahr 2011 problematisch. Unterjährig musste ein Leerstand zwischen 4 und 6 Wohnungen hingenommen werden was zu einem Mietausfall von ca. 10 T€ führt. Ausgehend vom demografischen und wirtschaftlichen Wandel in den kommenden Jahren, wird damit gerechnet, dass künftig die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wieder steigt. Die am Flugplatz zurzeit leer stehenden Wohnungen werden nach und nach instandgesetzt, um bei einer Neuvermietung einen angemessenen Grundmietpreis zu erzielen. Die ansässige Gaststätte „Schnitzel-Tower“ arbeitet weiter stabil und bringt dem Flugplatz einen regen Kundenzulauf. Trotz steigender Energie- und Gaskosten sind im Jahr 2011 die Ausgaben in diesen Positionen niedriger. Dies ist auf die niedrigere Vermietung im Wohnblock, auf Sparsamkeit der Mieter und einen relativ milden Winter zum Ende des Jahres 2011 zurückzuführen. Mit Unterstützung des Landesverwaltungsamtes, durch die Gewährung von Fördermitteln, aufgerüstet und das alte Follow Me – Fahrzeug ersetzt werden. konnte die Wintertechnik Auf Grund der positiven finanziellen Entwicklung ist es im Jahr 2011 gelungen, die seit vielen Jahren anstehende Instandsetzung des Wartungshallendaches, zu realisieren. Weitere, im Objekt dringend erforderliche, Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen werden mit viel Eigenleistung und entsprechend den finanziellen Möglichkeiten realisiert. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 216 von 528 Die Tilgung der von den Gesellschaftern Stadt Halle und Saalekreis zum 30.09.2008 jeweils in Höhe von 60 T€ gewährten Darlehen verläuft kontinuierlich. Per 31.12.2011 waren insgesamt rund 108 T€ (von 120 T€) also 90 % getilgt. Im Laufe des Jahres 2012 wird die Tilgung dieser Darlehen planmäßig abgeschlossen. Die Tilgung der übrigen 5 langfristigen Darlehen verläuft ebenfalls kontinuierlich, so dass Ende des Jahres 2017 der überwiegende Teil der Verbindlichkeiten getilgt ist, nur noch zwei Darlehen mit insgesamt rund TEUR 114 zu bedienen sind. Die Entwicklung der Gesellschaft ist im Jahr 2011 weiter positiv verlaufen und so kann eingeschätzt werden, dass die liquide Situation ebenfalls entspannter ist. Dennoch müssen auch weiterhin, Verbesserung der Umsatzerlöse und strengste Sparsamkeit oberstes Gebot in der täglichen Arbeit bleiben, damit die anstehenden Aufgaben gelöst und die positive Entwicklung stabil fortgeführt werden kann. 3. Chancen, Risiken, zukünftige Entwicklung Der mit der Firma Innoferm im Jahr 2010 geschlossene Nutzungsvertrag zur Belegung der vorhandenen Dachflächen mit Fotovoltaikanlagen wurde wegen Nichtumsetzung vertragsgemäß im September 2011 von der Flugplatzgesellschaft gekündigt. Weitere vorliegende Angebote von Fotovoltaik-Firmen haben einer Prüfung nicht Stand gehalten, wurden wegen mangelnder Vertragsinhalte und Bedenken, ob Ertrag und Risiko von Fotovoltaik auf Dachanlagen in einem sinnvollen Verhältnis stehen, abgelehnt. Auch im Jahr 2011 gab es Anfragen bezüglich Hallenabstellplätze. Aufsichtsrat und Gesellschafter haben sich deshalb in einer ihrer Sitzungen nochmals mit der Situation beschäftigt und die Geschäftsführung beauftragt im Jahr 2012 ein Projekt zur Errichtung einer Abstellhalle zu erarbeiten und der Gesellschafterversammlung als Vorschlag zu unterbreiten. Hinsichtlich der Personalstruktur gab es keine Veränderungen. Wegen längerfristiger Erkrankung der Geschäftsführerin wurde die Sachbearbeiterin für diesen Zeitraum vollbeschäftigt, statt bisher 6 Stunden tägliche Arbeitszeit. 4. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung mit Ausnahme der Kaufpreiszahlung aus dem Grundstücksverkauf und der daraus resultierenden Gewinnrealisierung lagen nach dem Abschlussstichtag nicht vor. Verkehr Flugplatzgesellschaft mbH Halle/Oppin Seite 217 von 528 Hallesche Verkehrs-AG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Freiimfelder Straße 74 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: AG 51.200 T€ Stadtwerke Halle GmbH 51.200 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der öffentliche Personennahverkehr mit Straßenbahn, Omnibussen, Mietwagenverkehr mit Omnibussen, Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen sowie die Errichtung und der Betrieb von Einrichtungen des ruhenden Verkehrs (Parkhäuser etc.) Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Unternehmen die dem öffentlichen Verkehr dienen, sind explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Technischer Vorstand: Kaufmännischer Vorstand: Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Pietsch, René Girard, François Geier, Egbert Richter, Ulrich Dr. Wöllenweber, Hans-Dieter Haupt, Hanna Heft, Frank Uwe Menn, Christoph Philipp, Lothar Sänger, Frank Thielemann, Dirk Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 218 von 528 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 16 31.12.2009 T€ 15 Aufsichtsrat 17 c) Beteiligungen unmittelbar beka GmbH Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Saalebus GmbH Servicegesellschaft Saale mbH T€ 2 8 15 13 26 % 0,63 10,95 51,00 50,00 51,00 mittelbar beka ebusiness GmbH Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH T€ 1 1 % 0,50 0,87 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 93 7 0 0 2009 % 92 8 0 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Aktiver Unterschiedsbetrag Vermögensverrechnung aus der T€ 312.036 23.664 184 303 T€ 311.654 26.950 251 192 T€ 308.141 10.449 351 % 97 3 0 T€ 382 -3.286 -67 111 % 0 -12 -27 58 Bilanzsumme 336.187 100 339.047 100 318.941 100 -2.860 -1 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen Dritter Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 83.583 200.639 15.521 31.088 5.356 % 25 60 5 9 1 T€ 83.583 200.858 18.051 31.906 4.649 % 25 59 5 10 1 T€ 83.583 199.112 7.147 21.904 7.195 % 26 63 2 7 2 T€ 0 -219 -2.530 -818 707 % 0 0 -14 -3 15 Bilanzsumme 336.187 100 339.047 100 318.941 100 -2.860 -1 Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 219 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Zuschüsse Gesellschafter sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3.000 66 und 38.514 310 12.551 25.198 29.788 7.896 24.082 8.306 0 141 65 1.409 1) 2010 T€ 36.575 253 11.683 2) 2009 T€ 37.270 143 12.241 25.230 30.102 8.744 23.492 8.422 13 174 49 677 207 24.621 30.350 9.500 25.342 11.9193) 0 141 1.055 4) 772 -2.113 85 9.4215) -9.336 59 11.508 0 3.066 67 140 0 0 0 0 0 0 1) 2) 3) 4) 5) inkl. Aufwand aus Aufzinsung für Restrukturierungsmaßnahmen und Drohverlustrückstellung Tiefgarage Charlottencenter (2011: 508 T€) inkl. Erträge aus vorzeitiger Auflösung der Crossing-Border-Leasingtransaktion (2010: 1.091 T€) inkl. Drohverlustrückstellung Tiefgarage Charlottencenter (2010: 3.336 T€) inkl. Erträge aus der Aufzinsung für Restrukturierungsmaßnahmen und Drohverlustrückstellung Tiefgarage Charlottencenter (2010: 1.035 T€) inkl. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen (2010: 9.200 T€) cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 7,79 3,59 10.896 68 57,98 2010 -31,47 -13,77 -2.008 62 62,56 2009 0,38 0,17 8.884 62 60,62 Angaben in % % T€ T€ % Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 220 von 528 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 91,49 24,86 75,14 31.12.2010 90,68 24,65 75,35 31.12.2009 94,75 26,21 73,79 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Beförderte Personen Fahrplan-km Nutz-Wagen-km Personen-km Platz-km 31.12.2010 55.565,76 9.308,00 11.121,52 343,21 1.327,05 31.12.2009 54.840,72 9.363,51 11.203,40 342,10 1.327,92 Angaben in i n i n i 1 n i . 1 n 0 i . 1 0 n 0 . M 0 0 0 i M 0 0 o i 0 . o . 53.538,39 8.999,78 10.811,85 331,15 1.300,19 in 1.000 in 1.000 in 1.000 in Mio. in Mio. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 221 von 528 e) Lagebericht 1. Geschäftstätigkeit a) Rahmenbedingungen - Wirtschaftliches Umfeld Der mit der Stadt Halle (Saale) und der Verwaltungsgesellschaft für Versorgungs- und Verkehrsbetriebe der Stadt Halle (Saale) mbH (VVV) (durch Verschmelzung mit der Stadtwerke Halle GmbH seit 21.09.2009 Stadtwerke Halle GmbH) bis zum Jahr 2012 fortgeschriebene Verkehrsbedienungsfinanzierungsvertrag (VBFV), welcher die Zielsetzungen des Nahverkehrsplanes der Stadt Halle (Saale) weiter untersetzt und die Finanzierung des von der HAVAG durchgeführten ÖPNV unter Beachtung der beihilferechtlichen Anforderungen gemäß der vier Kriterien des EuGH-Urteils in der Rechtssache Altmark Trans regelt, bildete auch im Jahr 2011 eine wesentliche Basis für das unternehmerische Handeln der HAVAG. Mit der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007, die am 03. Dezember 2009 in Kraft gesetzt wurde, wurde ein neuer Rechtsrahmen für die Vergabe und Finanzierung öffentlicher Personenverkehrsleistungen geschaffen. Während die beihilferechtlichen Vorgaben der neuen Verordnung ab sofort anzuwenden sind, gilt bei der Vergabe eine Übergangsphase bis maximal 2019. Während dieses Übergangszeitraumes müssen die Mitgliedsstaaten Maßnahmen treffen, um die Regelungen zur Vergabe öffentlicher Dienstleistungsaufträge schrittweise anzuwenden und umzusetzen. Der deutsche Gesetzgeber hat das deutsche Personenbeförderungsrecht bisher nicht der neuen Verordnung (EG) 1370/2007 angepasst. Damit ist die Rechtsanwendung erschwert und teilweise ungeklärt. Der VBFV fällt unter die Bestandsschutzregelung gemäß Artikel 8 (3) der EG-Verordnung. Die Vertragsinhalte des VBFV entsprechen den Anforderungen der neuen Verordnung (EG) 1370/2007. Das Verfahren zur Gewährung von Ausgleichsleistungen muss gemäß Anhang Punkt 7 einen Anreiz zur Aufrechterhaltung oder Entwicklung einer wirtschaftlichen Geschäftsführung mit ausreichend hoher Qualität der Verkehrsleistung bieten. Durch die Erfüllung der vier anspruchsvollen Altmark-Trans-Kriterien stellt die HAVAG die Einhaltung der beihilferechtlichen Anforderungen sicher. Die HAVAG konnte den im Rahmen der Trennungsrechnung ermittelten Betriebskostenzuschuss im Jahr 2011 gegenüber 2010 um T € 1.260,9 auf T € 24.081,6 reduzieren. Darüber hinaus wurde im Jahr 2011 gegenüber der Planung eine Ersparnis von T € 3.000,2 erwirtschaftet, welche gemäß Gewinnabführungsvertag an die Stadtwerke Halle GmbH abgeführt wird. Von wesentlicher Bedeutung ist dabei, dass die im VBFV für das Jahr 2011 vereinbarten Sollkosten, die denen eines „durchschnittlich gut geführten“ Unternehmens gemäß des 4. Kriteriums des EuGH-Urteils vom 24.07.2003 entsprechen, im Ist deutlich unterschritten wurden. Von wesentlicher existentieller Bedeutung für die HAVAG war außerdem die Neuerteilung der Bus-Konzessionen (im Rahmen eines Genehmigungswettbewerbes) für das „Linienbündel II Halle-Ost“ für den Zeitraum 01.01.2013 – 31.12.2020. Mit der vom Bundestag und Bundesrat beschlossenen Öffnungsklausel zum § 45a PBefG wurde den Ländern die Befugnis erteilt, die Ausgleichsleistungen im Ausbildungsverkehr nach eigenem Ermessen, abweichend von den bestehenden Regelungen im § 45a PBefG zu regeln. Das Land Sachsen-Anhalt hat diesbezüglich zum 01.01.2011 die Neufassung des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr des Landes Sachsen-Anhalt (ÖPNVG LSA) in kraft gesetzt. Gemäß § 9 ÖPNVG LSA erhält die Stadt Halle (Saale) vom Land Sachsen-Anhalt Mittel zur Finanzierung des Ausbildungsverkehrs in Höhe von € 3,5 Mio. Ab dem Jahr 2014 wird die Höhe der Zuweisungen neu festgesetzt. Mit der am 27.04.2011 vom Stadtrat beschlossenen Ausgleichssatzung hat die Stadt Halle (Saale) gemäß § 9 (3) ÖPNVG LSA eine Rechtsgrundlage geschaffen, die eine offene, transparente und diskriminierungsfreie Ausreichung der vom Land zugewiesenen Mittel an die Verkehrsunternehmen gewährleistet und einen Rechtsanspruch der Verkehrsunternehmen begründet. Die Hallesche Verkehrs-AG hat weitere Anteile an der OBS GmbH aus dem Verkauf von Geschäftsanteilen durch die Abellio GmbH erworben und ist seit dem 25.03.2011 nunmehr mit 51 % an der OBS GmbH beteiligt. Die wirtschaftliche Entwicklung des Beteiligungsunternehmens Servicegesellschaft Saale mbH verlief im Geschäftsjahr 2011 positiv. Die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2010 verlief bei der OBS GmbH und der Saalebus GmbH zufriedenstellend. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 222 von 528 b) Angebots- und Nachfrageentwicklung Gegenüber dem Vorjahr ist für das Jahr 2011 eine Leistungsreduzierung im Straßenbahnbereich um -51,6 Tsd. Nutz-Zugkm (-0,9 %) bzw. um -53,0 Tsd. Nutz-Wagen-km (-0,7%) zu verzeichnen. Diese ist im Wesentlichen auf den Wegfall von Umleitungskilometern im Zusammenhang mit der Baustelle „Klausbrücke“ ab April 2011 zurückzuführen. Der Rückgang der Nutz-Wagen-km im Busbereich gegenüber dem Jahr 2010 um -256,6 Tsd. (-7,2%) ist insbesondere mit den durchgeführten Angebotsoptimierungen zu begründen. Im Geschäftsjahr 2011 ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang der Fahrgastzahlen um -2,0 Mio. auf 53,5 Mio zu verzeichnen, welcher im Wesentlichen wie folgt zu begründen ist:    Beförderungsrückgänge aufgrund der veränderten Gültigkeit der Schülerzeitkarte ab September 2011 sowie der weiter sinkenden Anzahl von Auszubildenden (ca. -1,5 Mio), Wegfall einmaliger, witterungsbedingter Beförderungszuwächse des Vorjahres (ca. -0,6 Mio), Rückgang der Beförderung von Schwerbehinderten, Übersteigern sowie Nutzern der 9 Uhr-Monatskarte (insgesamt ca. -0,5 Mio). Dem gegenüber stehen Fahrgastzuwächse (ca. +0,6 Mio) aufgrund der steigenden Anzahl der Studenten und des erhöhten Absatzes des Semestertickets. Für die Erbringung der Leistungen im ÖPNV standen im Jahr 2011 durchschnittlich 178 Straßenbahntrieb- und -beiwagen sowie 62 Omnibusse (44 eigene und 18 Subunternehmerfahrzeuge) zur Verfügung. c) Investitionstätigkeit Im Geschäftsjahr 2011 sind unter Verwendung von € 13,0 Mio Fördermitteln des Landes und des Bundes sowie Zuweisungen nach dem ÖPNV-Gesetz und Zuschüssen der Stadt Halle für Komplexmaßnahmen, investive Maßnahmen / Vorhaben in Höhe von € 21,3 Mio abgerechnet worden. Der Investitionsplan der HAVAG mit einem bestätigten Gesamtaufwand von € 21,4 Mio wurde mit 99,6 % erfüllt. 2011 wurde die 2. Anzahlungsrate für den Kauf von 12 Niederflurstraßenbahnen des Typs MGTK realisiert. Damit wurden an den Auftragnehmer Bombardier bereits € 19,2 Mio (davon 2011 € 5,5 Mio) gegen Bürgschaft gezahlt. Neben den planmäßig verfügbaren Fördermitteln des Landes wurden von der Stadt Halle 2011 € 1,7 Mio aus ÖPNV-Mitteln (inkl. der ursprünglich für 2010 zugesagten Zuweisungen) bereitgestellt. Mit der Restbezahlung der Triebgestellrahmen für Straßenbahnen des Typs MGT6 D, der Beschaffung eines Weichenreinigungsfahrzeuges mit Winterdienst sowie eines Lkw Kippers mit Bordladekran (gesamt: € 0,3 Mio) haben wir weitere Investitionen in die mobile Technik getätigt. Für den Ersatz, die Erweiterung und die Modernisierung stationärer Technik (Videoschutz in Straßenbahnen, Maschinen/Ausrüstungen, Fahrkartentechnik, Hard und Software, Betriebsaustattungen) innerhalb des eigenen Anlagevermögens wurden € 0,7 Mio verwendet. Darüber hinaus erfolgte die Sanierung der Sanitär-Anlage und der Bau eines Treppenlifts für einen behindertengerechten Zugang zum Verwaltungsgebäude. Mit der Installation einer Sicherheitsanlage haben wir eine Maßnahme zur Optimierung des Personaleinsatzes bei der HAVAG umgesetzt (Nichtbesetzung Empfang in den Nachtstunden sowie an Wochenenden). In Höhe von € 1,5 Mio wurden Leistungen im Rahmen der Einführung des Digitalfunksystems sowie der Beschaffung von ITCS Bordrechnern für Bus und Bahn abgerechnet. Weitergeführt haben wir auch in 2011 die Umgestaltung der Außenanlagen im Betriebshof Freiimfelder Straße u.a. mit Leistungen der Infrastruktur zur Anbindung der Abstellhalle für Straßenbahnen auf dem Nordhof und der Fertigstellung von Restleistungen im Südhof. Den 2. Bauabschnitt der Abstellhalle haben wir fertig gestellt und in Betrieb genommen. Die Finanzierung der Leistungen im Betriebshof Freiimfelder Str. in Höhe von € 2,9 Mio erfolgte teilweise (€ 1,1 Mio) mit Zuweisungen nach dem ÖPNV- Gesetz. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 223 von 528 Schwerpunkt der Investitionstätigkeit des Unternehmens waren im Berichtszeitraum wiederum die Gleisbauvorhaben wie:    die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Straßenbahnanlage in der Mansfelder Straße „Ost“ im April 2011 (€ 1,1 Mio), die Weiterführung der Leistungen in der Beesener Straße „Süd“ (3. Bauabschnitt) als Komplexmaßnahmen Stadt Halle / HAVAG / Versorgungsunternehmen mit € 2,8 Mio, die Weiterführung des Straßenbahnprojektes Halle/Neustadt - Riebeckplatz/Hbf. - Büschdorf mit der Finanzierung von Restleistungen des Bauabschnittes 12B und die Teilfertigstellung der Straßenbahnanlage im Bauabschnitt 13A (westl. Teil) mit der Inbetriebnahme der Haltestelle Fiete-Schulze-Straße (stadteinwärts) sowie die Fertigstellung der Gleisanlage im Bereich Knoten Grenzstraße und Leistungen in den Bauabschnitten 14A - 14C mit insgesamt € 4,2 Mio. Im Berichtsjahr 2011 haben wir auch die ersten Planungen für Vorhaben des „Stadtbahnprogramms Halle `25“ beauftragt und abrechnet (€ 0,5 Mio). Außerdem haben wir für die Neuverlegung von Bahnstromkabeln, die Erneuerung von Fahrleitungen, optische Fahrgastinformationssysteme (Halle/Neustadt Rennbahnkreuz) sowie den Neubau des Bahnstromunterwerkes (26) € 1,3 Mio aufgewendet. d) Personal Um zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit der HAVAG im europäischen Maßstab zu sichern und eine weitere deutliche Reduzierung des Zuschussbedarfs zu erreichen, wurden im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung BbA - Dr. Bruns und Fetzer wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen und –ziele (Einsparung von bis zu 100 Stellen bis zum Jahr 2013) erarbeitet und mit deren Umsetzung begonnen. Darüber hinaus besteht ein finanzielles Risiko aus dem Auslaufen der bestehenden Tarifverträge zur Reduzierung der Wochenarbeitszeit zum 31.12.2012. Zur Kompensierung dieser Mehrbelastungen ist ein Abbau von ca. 40 Personalen erforderlich. Um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HAVAG einen Anreiz zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Unternehmen bzw. zum Abschluss von Altersteilzeitverträgen zu schaffen, haben wir mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich / Sozialplan geschlossen. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 19 Aufhebungsverträge, 49 Altersteilzeitverträge sowie 18 Verträge zur Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit geschlossen. Im Zuge der schrittweisen Umsetzung der Personalkonzeption des Unternehmens (Altersteilzeit- und Abfindungsmodelle) sowie der stattgefundenen Betriebsübergänge zum SWH Konzern konnte der Personalbestand stichtagsbezogen zum 31. Dezember 2011 um 32 Personen inkl. Auszubildende (-4,0 %) gegenüber dem Vorjahresstichtag weiter reduziert werden. Die folgende Übersicht zeigt die Beschäftigtenzahlen jeweils zum Jahresende: 31.12.2011 559 179 34 772 31.12.2010 575 195 34 804 Produktionspersonal Verwaltungs- und sonstiges Personal Auszubildende Die Anzahl der Vollbeschäftigten (VbE) – ohne Auszubildende – ist gegenüber dem Vorjahr stichtagsbezogen um 31,5 VbE gesunken. Das Arbeitszeitvolumen reduzierte sich gegenüber dem Jahr 1991 damit um 62,0 %. Die Fluktuationsrate lag im Jahr 2011 bei 5,2 %. Neun Auszubildende beendeten im Jahr 2011 ihre Ausbildung bei der HAVAG, aufgrund ihrer positiven Prüfungsergebnisse und gemäß Betriebsvereinbarung konnten alle in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Im Jahr 2011 betrug das Durchschnittsalter der Mitarbeiter /-innen 48,1 Jahre und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit 23,9 Jahre. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 224 von 528 Der Krankenstand von durchschnittlich 7,2 % hat sich im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 0,2 % -Punkte vermindert. Während der Laufzeit des Spartentarifvertrages (TV-N LSA), aber auch während der Laufzeit der Tarifverträge zur Arbeitszeit, sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. e) Forschung und Entwicklung Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beteiligt sich die HAVAG am Forschungsprojekt Galileo. Mit dem Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt wird ein Forschungsumfeld aufgebaut, das Galileo- / Satellitengestützte Anwendungen im Verkehrs-, Mobilitäts- und Logistikbereich ermöglicht. Ein Ziel ist es dabei, intelligente Navigations- und Kommunikationssysteme zu entwickeln, mit denen Verkehr und Logistik künftig leistungsfähiger, umweltverträglicher und sicherer gestaltet werden können. Die HAVAG leitet innerhalb des „Galileo Testfeldes Sachsen-Anhalt“ den Schwerpunkt Navigation und Verkehr. Innerhalb des Forschungsprojektes sichert die HAVAG damit die Interessen des ÖPNV ab. Insbesondere sollen die Grundlagen für die spätere Nutzung des Galileo-Satellitensystems im Zusammenhang mit dem ÖPNV geschaffen werden. Zu diesem Zweck wurde bereits im Februar 2010 eine Straßenbahn der HAVAG mit hochwertigen Komponenten zur Ortung ausgestattet und während des Linienbetriebes umfangreiche Fahrten zur Datengenerierung durchgeführt. Die Daten geben Auskunft über die Genauigkeit der Wegerfassung und bilden die Grundlage für die Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme im öffentlichen Verkehr wie auch im Individualverkehr. Die Ergebnisse von ausgewählten Messfahrten wurden in einer 3D-Animation visualisiert. Außerdem haben wir mit der Galileo-Straßenbahn im 2. Halbjahr 2011 das gesamte Streckennetz Straßenbahn der HAVAG neu vermessen. Mit der Ausrüstung und Inbetriebnahme eines Galileo-Busses der HAVAG im März 2011 wurde ein weiterer Baustein des Testfeldes in Betrieb genommen. In dem Fahrzeug der HAVAG wurde ein hochmodernes Ortungs- und Navigationssystem – bestehend aus Radartechnik, GPS-Empfänger, Ringlaserkreisel und Sensoren – installiert, das permanent Daten zur aktuellen Standortposition des Fahrzeuges für die Forschung und Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme zur Verfügung stellt. Insbesondere sind die damit erfassten Daten von großer Bedeutung für die Logistikbranche (Paketdienste etc.). Um Erkenntnisse über die Satellitenortung und die Ansteuerung von Lichtsignalanlagen zu sammeln, haben wir im Jahr 2011 auf dem Betriebsgelände der HAVAG außerdem eine Test-Lichtsignalanlage errichtet. Diese dient dem Vergleich und der Bewertung von unterschiedlichen Ortungsverfahren im ÖPNV (Transponder / Wegstreckenzähler / Satellitenortung). Die HAVAG erwartet von den Einsatzmöglichkeiten der Schlüsseltechnologien Ortung und Navigation ein qualitativ höherwertiges Intermodal Traffic Control System (ITCS). Ziel ist es, den Fahrgästen ein attraktiveres Nahverkehrsangebot mit umfassenden Informationsmöglichkeiten, insbesondere beim Internet- und Handy-basierten Fahrplanauskünften sowie dem Elektronischen Ticketing anzubieten, um damit neue Zielgruppen für den ÖPNV gewinnen zu können. Außerdem soll eine Verbesserung der Systeme zur Ansteuerung von Lichtsignalanlagen sowie der Positionsgenauigkeit der Straßenbahnen und Busse erreicht werden. Seit November 2011 engagiert sich die HAVAG außerdem im Projekt „Elektromobilität“. Durch die Absichtserklärung Sachsen-Anhalts gegenüber dem Bund, gemeinsam mit Thüringen zum „Schaufenster Elektromobilität Mitteldeutschland“ zu werden, können sich die Partner aus Sachsen-Anhalt um Fördermittel des Bundes zur Einführung der Elektromobilität bewerben. Gemeinsam mit der EVH GmbH hat die HAVAG an der fundierten Antragskizze mitgewirkt, welche Anfang 2012 eingereicht wurde. Leitbild des „Schaufensters Elektromobilität Mitteldeutschland“ ist eine energieeffiziente, emissionsarme, elektromobile Stadt. Das Projekt hat inhaltlich das Ziel, Entwicklungen von Industrie und Wissenschaft auf dem Gebiet der Elektromobilität in den jeweiligen Regionen einzusetzen und zu demonstrieren bzw. im Praxistest weiterzuentwickeln. Um die Infrastruktur in Halle (Saale) für Elektromobilität zu ertüchtigen, errichten die EVH GmbH und die HAVAG im Stadtgebiet von Halle (Saale) Elektroladesäulen und bieten Angebote zur „Grünen Mobilität“ an. f) Umweltschutz Mit der Entwicklung und Umsetzung von neuen, intelligenten Lösungen im Verkehrsmanagement im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsprojekte MOSAIQUE und GALILEO sowie dem Engagement im Projekt „Elektromobilität“ leistet die HAVAG zugleich einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 225 von 528 Mit ihrem leistungsstarken, attraktiven Nahverkehrsangebot bietet die HAVAG der Bevölkerung der Stadt Halle zudem eine umweltverträgliche Alternative zum motorisierten Individualverkehr (MIV), da öffentliche Verkehrsmittel Verkehrsströme bündeln und mit modernster Technik dazu beitragen, Emissionen zu senken. Um die Auswirkungen des ÖPNV auf die Umwelt möglichst gering zu halten und damit die Umweltvorteile des ÖPNV gegenüber dem MIV auch zukünftig zu sichern bzw. auszubauen, sind Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der Schallund Abgasemissionen, die durch den Straßenbahn- und Omnibusverkehr verursacht werden, sowie der Einsatz umweltfreundlicher Materialien und Technologien im Unternehmen unerlässlich. Zu den Schwerpunktaktivitäten bzw. -maßnahmen der HAVAG auf dem Gebiet des Umweltschutzes, zur Senkung des Energieverbrauches sowie zur Reduzierung der Schall- und Abgasemission zählen insbesondere:          Einführung eines automatisierten Park-and-Ride-Managementsystems in Kröllwitz (Information über Staugefahren und freie Parkplätze im Stadtgebiet, Empfehlung zielgerichteter Ausweichruten bzw. des Umstiegs auf den ÖPNV), Betrieb einer modernen Photovoltaikanlage mit einer Nutzfläche von 1.800 qm und einer Nennleistung von 241,5 kWp auf dem Dach der neuen Straßenbahnabstellhalle, Einsatz und Neubeschaffung moderner Niederflurfahrzeuge mit Fahrstromrückspeisung, Erfüllung der EURO 4 – Abgasnorm durch Ausrüstung aller Neufahrzeuge im Bus-bereich mit einem CRTFiltersystem, Einsatz umweltfreundlicher Erdgas-Busse, Ausrüstung elektrischer Weichenheizungen mit witterungsabhängigen, intelligenten Steuerungen, Einbau vibrationsgeschützter Gleise (zum Teil Rasengleise) auf allen Straßenbahnneubaustrecken, Neubau von Gleisschmieranlagen bzw. Ersatz durch effizientere Technik, Installation von Oberleitungsnetzen mit zweiseitiger Speisung (effizientere Nutzung zurück gespeister Bremsenergie), Intelligent vernetzte Signalanlagen zur Reduzierung der Standzeiten des motorisierten Individualverkehrs an den Ampelanlagen usw.. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 226 von 528 2. Geschäftsverlauf a) Entwicklung der Erträge Erlöse aus Straßenbahn- und Busbetrieb Ausgleichszahlungen nach § 9 ÖPNV-G bzw. § 45 a PbefG und Erstattungsleistungen nach § 148 SGB IX Ausgleichszahlungen für verbundbedingte Belastungen Erhöhtes Beförderungsentgelt / Sonstige Erlöse Linienverkehr Summe Erlöse Linienverkehr Übrige Umsatzerlöse / Erlöse aus Vermietung von Werbeflächen Umsatzerlöse Andere aktivierte Eigenleistungen Übrige Erträge Zahlungen des Gesellschafters zur Abdeckung der Aufwendungen (Betriebskostenzuschüsse) Betriebliche Erträge Ohne Betriebskostenzuschüsse 2011 T€ 30.738 2010 T€ 30.687 Veränderungen T€ % 51 0,2 5.624 3.824 1.800 47,1 958 958 0 0,0 653 37.973 590 36.059 63 1.914 10,7 5,3 541 38.514 310 12.757 515 36.575 253 11.844 26 1.939 57 913 5,0 5,3 22,7 7,7 24.082 75.662 51.580 25.342 74.014 48.671 -1.261 1.648 2.909 -5,0 2,2 6,0 Gemäß Verkehrsbedienungsfinanzierungsvertrag konnte der Zuschussanspruch gegenüber dem Gesellschafter im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um T € 1.261 bzw. 5,0 % reduziert werden. Die Betrieblichen Erträge der HAVAG - ohne Berücksichtigung der Betriebskostenzuschüsse – sind gegenüber dem Vorjahr um T € 2.909 bzw. 6,0 % gestiegen. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Steigerung der Umsatzerlöse und der übrigen Erträge zurückzuführen. Insgesamt wurden im Jahr 2011 Umsatzerlöse in Höhe von T € 38.514 (Vorjahr: T € 36.575) erwirtschaftet. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr um T € 1.939 bzw. 5,3 % ist im Wesentlichen auf die Positionen Ausgleichsleistungen nach § 9 ÖPNVG bzw § 45a PBefG und § 148 SGB IX (T € +1.800 bzw. +47,1 %) zurückzuführen. Die Erhöhung der Erstattungsleistungen nach § 148 SGB IX um T € 1.279 gegenüber 2010 ist insbesondere damit zu begründen, dass zum Jahresabschluss 2010 das Testat für den betriebsindividuell ermittelten Schwerbehindertenquotienten noch nicht vorlag und deshalb der Pauschalwert des Landes Sachsen-Anhalt für das Jahr 2009 (2,54 %) in die Berechnung des voraussichtlichen Erstattungsanspruchs nach § 148 SGB IX einbezogen wurde. Im Jahr 2011 wurde diesbezüglich der im Jahr 2010 betriebsindividuell ermittelte und testierte Schwerbehindertenquotient von 6,47 % bzw. 5,63 % (nach Kürzung um ein Drittel des pauschalen Vom-Hundertsatzes des Landes Sachsen-Anhalt) zum Ansatz gebracht. Die Steigerung der Ausgleichszahlungen nach § 9 ÖPNVG bzw. § 45a PBefG um T € 521 ist insbesondere auf die geänderten gesetzlichen Grundlagen zur Finanzierung des Ausbildungsverkehrs (Neuregelung im Land Sachsen-Anhalt ab 01.01.2011, § 9 ÖPNVG LSA) zurückzuführen. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 227 von 528 Trotz der im Rahmen des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes durchgeführten Tarifanpassungen zum 01.08.2010 bzw. 01.08.2011 sind die Erlöse aus Straßenbahn- und Omnibusbetrieb, aufgrund des hohen Beförderungsrückganges gegenüber dem Vorjahr (-3,6%), nur geringfügig um T € 51 (+0,2 %) gestiegen. Die Steigerung der übrigen Erträge um T € +913 (+7,7%) ist im Wesentlichen auf die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen aus dem Verkauf von 53 Straßenbahnfahrzeugen vom Typ T4DC und 26 B4DC sowie auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen. b) Kostensituation und Finanzlage der Gesellschaft Der Gesamtaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um T € 10.980 reduziert. Hierbei ist zu beachten, dass im Jahr 2010 wesentliche einmalige Sonderbelastungen (Rückstellungen für geplante Restrukturierungsmaßnahmen im Personalbereich sowie zur Abdeckung von Risiken aus der Änderung tariflicher Rahmenbedingungen und Drohverlusten, außerplanmäßige Abschreibungen) zu verzeichnen waren. Ohne Berücksichtigung einmaliger Sonderbelastungen und Aufwendungen aus Gewinnabführung hat sich der Gesamtaufwand gegenüber dem Vorjahr um T € 391 erhöht. Diese Entwicklung ist insbesondere auf Aufwandssteigerungen beim sonstigen Materialverbrauch (T € 1.080), den Fremdleistungskosten (T € 155), den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T € 512), der sonstigen Energie ( T € 83), sowie den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen (T € 109) zurückzuführen. Dem gegenüber stehen Aufwandsreduzierungen bei der Antriebsenergie (T € -728), dem Personalaufwand (T € -562) sowie den Abschreibungen (T € -250). Die Steigerung des sonstigen Materialverbrauchs betrifft insbesondere die Fahrzeuginstandhaltung Straßenbahn (T € +716) und die Position Handelsware (T € +235). Die erhöhten Fremdleistungskosten (T € +155) betreffen mit T € +716 insbesondere die Bereiche Fahrzeuginstandhaltung Straßenbahn und die Stromversorgung. Im Gegenzug wurden die Fremdleistungskosten der Subunternehmer gegenüber dem Vorjahr um T € -497 reduziert. Die Planüberschreitung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um T € +512 und die Planunterschreitung der Personalaufwendungen um T € -562 sind im Wesentlichen mit Aufwandsverschiebungen im Zuge der stattgefundenen Betriebsübergänge zum SWH Konzern zu begründen. Die Aufwendungen für Antriebsenergie sind gegenüber dem Vorjahr aufgrund Verbrauchsreduzierungen und der Reduzierung der Bezugspreise um T € -728 gesunken. von witterungsbedingten Die vergleichbare Kostendeckung - ohne Berücksichtigung der Betriebskostenzuschüsse, der Erträge aus Verlustübernahme bzw. Aufwendungen aus Gewinnabführung sowie wesentlicher periodenfremder bzw. einmaliger Sondereffekte (Erträge und Kosten) – ist von 66,8 % im Vorjahr auf 68,4 % im Jahr 2011 gestiegen. Die Liquidität der Gesellschaft war durch die stetige monatliche Bereitstellung der Mittel durch den Gesellschafter, der Ausgleichszahlungen gemäß § 9 ÖPNVG LSA und § 148 Abs. 5 SGB IX, der Investitionszuschüsse sowie der Einbindung der HAVAG in das gemeinsame Cash-Pooling-System der Stadtwerke Halle GmbH jederzeit gesichert. Der Rückgang der liquiden Mittel gegenüber dem Vorjahr wird durch den Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (CashPool) kompensiert. 3. Risikomanagementsystem Das bei der HAVAG implementierte, effiziente und vorausschauende Risikomanagementsystem dient der systematischen Erfassung und permanenten Beobachtung bzw. Überwachung aller Risiken und Gefährdungen für das Unternehmen bei Wahrnehmung der unternehmerischen Chancen, fördert das risikoorientierte Denken und Handeln im Gesamtunternehmen und entspricht damit § 91 Abs. 2 AktG. Durch die regelmäßig systematische Risikoerhebung in allen Unternehmensbereichen und die jährliche Fortschreibung bzw. Überarbeitung des Risikohandbuches in Bezug auf geänderte externe und interne Einflüsse wird die Unternehmensleitung in die Lage versetzt, Risiken nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern auch rechtzeitig geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten, sich ergebende Chancen für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens konsequent zu nutzen sowie insbesondere die eigene strategische Positionierung zu überprüfen und ggf. anzupassen. Durch die interne Revision wird die Einhaltung der im Risikohandbuch angeführten Lösungsvorschläge und Empfehlungen zur Gegensteuerung kontinuierlich überwacht. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 228 von 528 Im Zuge der jährlichen Fortschreibung der mittelfristigen Planung der HAVAG werden die Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung und der Finanzierung des ÖPNV sowie die erforderlichen Gegensteuerungsmaßnahmen beachtet, systematisiert und bewertet. Als bestandsgefährdende Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- bzw. Ertragslage des Unternehmens werden auch zukünftig Risiken, wie die europäische Marktöffnung sowie die ungünstige allgemeine tarifliche Entwicklung gegenüber Mitbewerbern eingestuft. Um den genannten Finanzierungs- und Wettbewerbsrisiken wirksam zu begegnen, werden die im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung BbA - Dr. Bruns & Fetzer erarbeiteten Restrukturierungsmaßnahmen konsequent umgesetzt. 4. Ausblick Die Wirtschaftsplanung für das Jahr 2012 sieht einen Betriebskostenzuschuss von vorläufig € 22,8 Mio vor. Die anspruchsvolle Zielstellung der HAVAG für das Wirtschaftsjahr 2012 und die Folgejahre besteht darin, die Qualität und Wirtschaftlichkeit des ÖPNV-Angebotes durch Angebotsanpassungen und die konsequente Umsetzung des Rationalisierungskonzeptes der HAVAG ( Personal- und Fahrzeugkonzeption) weiter zu verbessern, eine weitere deutliche Reduzierung des Zuschussbedarfs zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Maßstab zu sichern. Nach derzeitigem Planungstand werden die Investitionen im Geschäftsjahr 2012 eine Höhe von ca. € 18,9 Mio.erreichen. Zentrales Vorhaben ist dabei weiterhin die Ersatzbeschaffung von Niederflurstraßenbahnen mit der Finanzierung der 3. Anzahlungsrate in Höhe von € 4,1 Mio. Planmäßig sollen dafür Fördermittel des Landes (€ 1,6 Mio) und Zuweisungen nach dem ÖPNV-Gesetz zur Verfügung stehen. Neben den genannten Aufwendungen für die Straßenbahnen sind für Investitionen in das eigene Anlagevermögen weitere € 5,5 Mio geplant. Zu nennen sind hier weiterhin die Umstellung des Betriebsfunks von analogem auf digitalen Betrieb (Einführung Digitalfunk einschl. der Fahrzeugfunkgeräte) sowie die Ausstattung von Fahrzeugen (Bus und Bahn) mit ITCS- Bordrechnern (€ 2,7 Mio) und die Weiterführung der Bauleistungen im Außenbereich des Betriebshofes Freiimfelder Straße (€ 1,5 Mio). Schwerpunkte der Investitionen in die Infrastruktur im Geschäftsjahr 2012 sind:    die Weiterführung der Komplexmaßnahme in der Beesener Straße mit der Fertigstellung des 2. Bauabschnitt, E.Ecksteinstraße bis Bugenhagenstraße, im Dezember 2012 (€ 2,1 Mio), die Fertigstellung der Straßenbahnanlage, 3. Hauptabschnitt des Straßenbahnprojektes in der Delitzscher Straße, bis Bauabschnitt 14D (€ 3,6 Mio), Leistungen der Planung in den Leistungsphasen 3-7 für Vorhaben des Programms „Stadtbahn Halle`25“, z.B. Torstraße und Rannischer Platz, Böllberger Weg Nord, Verkehrsknotenpunkt „Am Steintor“ und Dessauer Straße (€ 2,7 Mio), die Erneuerung von Fahrleitungen, Bahnstrom und- Kabelanlagen (€ 1,1 Mio) sowie die Ausstattung weiterer Haltestellen im Stadtgebiet mit optischen Fahrgastinformationssystemen (€ 1,5 Mio).  Vorgänge, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HAVAG und der Beteiligungen von besonderer Bedeutung wären, sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten. Verkehr Hallesche Verkehrs-AG Seite 229 von 528 Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Prager Straße 8 04103 Leipzig Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 74 T€ Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH Stadt Leipzig Stadt Halle (Saale) Hallesche Verkehrs-AG DB Regio Aktiengesellschaft Burgenlandkreis Landkreis Leipzig Landkreis Nordsachsen Landkreis Saalekreis Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH GbR der Verkehrsunternehmen Omnibus- und Reiseverkehr Heinz Wittig (LVW), Omnibusverkehrsgesellschaft mbH "Heideland" (OVH), Reiseverkehr Schulze OHG, SchmidtReisen und Döllnitzbahn GmbH GbR der Verkehrsunternehmen PVG Muldental mbH, Bus- und Reiseunternehmen Alberto Ludwig, Reise- und Omnibusunternehmen Volker Kaltofen, Omnibusnahverkehr Runge und dem Omnibus-Reiseunternehmen Naundorf Gesellschaft bürgerlichen Rechts der Verkehrsunternehmen Sax-Bus Eilenburger Busverkehr GmbH, Auto-Webel GmbH, Omnibusverkehr Leupold OHG und GeißlerReisen GbR LEOBUS GmbH OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Personennahverkehrsgesellschaft MerseburgQuerfurt mbH Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis mbH Regionalverkehrsgesellschaft Weißenfels GmbH Landkreis Altenburger Land 12 12 9 8 4 3 3 3 3 3 2 1 % 15,92 15,92 12,45 10,95 5,98 3,54 3,54 3,54 3,54 3,54 2,99 1,70 1 1,70 1 1,70 1 1 1 1 1 1 1,70 1,70 1,70 1,70 1,70 1,02 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 230 von 528 Gesellschafter: Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH Thüsac Personennahverkehrsgesellschaft mbH Verkehrsgesellschaft Döbeln mbH Veolia Verkehr GmbH 1) 1 1 1 0 1,02 1,02 1,02 0,41 1) Anteilsübertragung mit notarieller Beurkundung vom 18.01.2012 mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31.08.2011 auf die DB Regio AG (300 €) sowie Veolia Verkehr GmbH (450€). Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft hat im Mitteldeutschen Verkehrsverbundgebiet Aufgaben des öffentlichen Personennahverkehrs im Sinne der ÖPNV-Gesetze für den straßengebundenen Verkehr und den Schienenverkehr, insbesondere auf dem Gebiet der konzeptionellen Planung und der Koordinierung des betrieblichen Leistungsangebots, zu erfüllen und die tarifliche Integration dieses Verkehrs durch einen Gemeinschaftstarif herbeizuführen und künftig sicherzustellen sowie die im Rahmen des Verbundverkehrs von den Verbundunternehmen erzielten Einnahmen zu erfassen und aufzuteilen. Die Gesellschaft handelt gegenüber den Gesellschaftern interessen- und wettbewerbsneutral. Öffentlicher Zweck: Das Unternehmen erbringt Leistungen der Personenbeförderung im Öffentlichen Personennahverkehr. Der öffentliche Zweck ergibt sich daher aus § 116 Abs. 2 GO-LSA und ist in der Betätigung im öffentlichen Verkehr zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Aufsichtsrat: Vorsitzender 1. stellv. Vorsitzender 2. stellv. Vorsitzender Lehmann, Steffen zur Nedden, Martin Girard, François Thieme, Ronny Bog, Stephan Däumler, Lutz Dr. Graetz, Manfred Dr. Kisabaka, Linda Dr. Pohlack, Thomas Engel, Erich Glowienka, Andreas Handschak, Hartmut Harbig, Dietmar Heepen, Volker Heft, Frank Uwe Herrmann, Jens Hoffmann, Joachim Hörl, Martin Juhrs, Ronald Kern, Dietmar Klemens, Holger (bis 29.09.2011) (bis 30.06.2011) (bis 31.07.2011) (seit 01.11.2011) (bis 23.08.2011) (seit 01.07.2011) (bis 31.10.2011) (bis 26.05.2011) Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 231 von 528 Aufsichtsrat: Kniesche, Ute Malter, Klaus Rüdiger Middelberg, Ulf Mietzsch, Oliver Naacke, Christoph Pietsch, René Reiche, Harri Riese, Lothar Rühle, Thorsten Runge, Wilfried Stäglin, Uwe Stoye, Angelika Wigger, Stephan Georg Zielke, Andreas beratendes Mitglied beratendes Mitglied beratendes Mitglied Fahsel, Karl-Hermann Hummel, Hans-Jürgen Sablotny, Bernd (seit 04.05.2011) (seit 29.09.2011) (seit 15.11.2011) (seit 01.01.2011 28.10.2011) (seit 28.10.2011 31.12.2011) (seit 01.08.2011) bis bis (bis 04.05.2011) (seit 01.01.2011) 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 2 31.12.2009 T€ 3 Aufsichtsrat 3 Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 232 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 22 78 0 2009 % 25 74 1 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 296 1.054 9 T€ 367 1.101 10 T€ 621 878 6 % 41 59 0 T€ -71 -47 -1 % -19 -4 -10 Bilanzsumme 1.359 100 1.478 100 1.505 100 -119 -8 Treuhandvermögen 1.501 2.000 2.831 -499 -25 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 461 194 132 475 97 % 34 14 10 35 7 T€ 461 301 138 386 192 % 31 21 9 26 13 T€ 461 545 102 385 12 % 31 36 7 25 1 T€ 0 -107 -6 89 -95 % 0 -36 -4 23 -49 Bilanzsumme 1.359 100 1.478 100 1.505 100 -119 -8 Treuhandverbindlichkeiten 1.501 2.000 2.831 -499 -25 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Zuschüsse Gesellschafter sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 485 706 1.528 1.289 136 2.126 370 7 1 0 0 0 0 2010 T€ 371 537 1.293 1.241 228 2.232 382 4 0 0 0 0 0 2009 T€ 326 1.007 1.552 1.221 208 2.120 480 8 0 0 0 0 0 Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 233 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,00 0,00 136 46 108,18 2010 0,00 0,00 228 35 136,75 2009 0,00 0,00 208 51 91,59 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 4,59 33,95 66,05 31.12.2010 6,79 31,22 68,78 31.12.2009 8,86 30,64 69,36 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Fahrgastaufkommen 31.12.2010 174,30 31.12.2009 171,90 Angaben in M i o . 173,10 Mio. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 234 von 528 e) Lagebericht Organisationsstruktur Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund erstreckt sich aktuell über die drei Ländergrenzen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und umfasst ein Gebiet von fünf Landkreisen und zwei kreisfreien Städten. Mit einem Anteil von 51 % halten die 10 Aufgabenträger die Mehrheit der Gesellschafteranteile. Die verbleibenden 49 % werden von den im Verbundraum tätigen 13 Verkehrsunternehmen des straßen- und schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bzw. deren Zusammenschlüsse gehalten. Im Ergebnis der Kreisgebietsreform in Sachsen zum 1. August 2008 gehört der ehemalige Landkreis Döbeln zum neuen Landkreis Mittelsachsen und damit ab 1. Januar 2010 zum Verbandsgebiet des ZVMS. Der Landkreis Mittelsachsen hat daher zum 31. Dezember 2010 seinen Austritt aus dem MDV erklärt und seine Geschäftsanteile mit Wirkung zum 1. Januar 2011 auf den Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) übertragen. Mit dem Ausscheiden des Landkreises hat auch die Geschäftsführung der Verkehrsgesellschaft Döbeln mbH gegenüber dem MDV seine Kündigung des Gesellschafterverhältnisses aus wichtigem Grund zum 31. Juli 2011 angezeigt. Der Geschäftsanteil der VGD wurde geteilt und mit notarieller Beurkundung vom 18. Januar 2012 mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. August 2011 an die DB Regio AG und die Veolia Verkehr GmbH veräußert. Entwicklungen und Aufgabenschwerpunkte in 2011 Bei weiterhin ungünstigen Rahmenbedingungen mit rückläufiger Einwohnerentwicklung (mit Ausnahme der Städte Halle (Saale) und Leipzig) sowie insgesamt sinkenden Auszubildendenzahlen lagen die Tarifeinnahmen im Verbundgebiet erstmals seit der Einführung des Verbundtarifs im Jahr 2001 mit 160,4 Mio. EUR um 1,1 % unter dem Vorjahresergebnis. Gründe für den Erlösrückgang lagen darüber hinaus in aufgabenträgerinitiierten Einnahmeminderungen von insgesamt 2,8 Mio. EUR wie durch den Austritt des Aufgabenträgers Landkreis Mittelsachsen, die Minderung des städtischen Ausgleichs Leipzig-Pass-Mobilcard und die Angebotsminderungen im SPNV in Sachsen sowie in einer Systemänderung der DB Regio im Abrechnungsverfahren. Die witterungsbedingte Einnahmespitze im Bartarif im 1. Quartal und im Dezember 2010 konnte im milden Winter 2011 nicht erreicht werden, was zu einer Mindereinnahme von ca. 1,6 Mio. € führte. Deutliche verbundweite Rückgänge sind weiterhin im Ausbildungsverkehr in Höhe von ca. 1,3 Mio. € zu verzeichnen. Durch die Tarifanpassung konnten rd. 4,0 Mio. € dieser Gesamtmindereinnahmen ausgeglichen werden. Das Verkehrsaufkommen im MDV sank um 0,7 % auf 173,1 Mio. Fahrgäste im Jahr 2011. Allerdings verläuft die Entwicklung räumlich differenziert. Während die Fahrgastzahlen in Halle (+ 0,5 %) stiegen, war im Binnenverkehr Leipzig ein Rückgang von ca. 1,7 % zu verzeichnen. Das Verkehrsaufkommen in den Landkreisen blieb nahezu konstant. Negativ wirkten sich insbesondere die sinkenden Auszubildendenzahlen aus. Bereinigt um das Aufkommen im Zeitkartenbereich für Auszubildende hätte sich insgesamt ein leichter Fahrgastzuwachs von 0,6 % ergeben. Auch im Jahr 2011 wurde der Verbundtarif aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Verkehrsunternehmen fortgeschrieben. Die geplante Tarifanpassung wurde zum 1. August 2011 umgesetzt. Wesentliche Bestandteile waren: die Einführung eines Übergangstarifs für Fahrten zwischen dem ehemaligen Landkreis Döbeln (heute Mittelsachsen) und dem MDV-Gebiet, die Einführung einer gleitenden Gültigkeit bei Wochenkarten (7 aufeinanderfolgende Kalendertage), die Einführung einer gleitenden Gültigkeit bei Tageskarten (24 Stunden), die Möglichkeit für Verkehrsunternehmen, zur Stärkung des Umweltverbundes Vereinbarungen über Kooperationsangebote abzuschließen (z. B. mit Carsharing-Anbietern). Darüber hinaus wurden die Vorbereitungen für die umfassendere Tarifreform 2012 fortgesetzt, die basierend auf der Tarifmarktforschung 2010 u. a. eine Differenzierung im Segment der Abonnements vorsieht. Durch die Integration des früheren Landkreises Döbeln in den neuen Landkreis Mittelsachsen wurde die SPNV Aufgabenträgerschaft für das ehemalige Kreisgebiet zum 1. Januar 2010 dem Zweckverband Mittelsachsen (ZVMS) übertragen. In diesem Zusammenhang hat der Landkreis Mittelsachsen beschlossen, die Mitgliedschaft in bisher zwei Verkehrsverbünden nicht fortzuführen. Damit gilt im Gebiet des früheren Landkreises Döbeln ab 1. August 2011 der Tarif des Verkehrsverbundes Mittelsachsen. Damit den bisherigen Pendlern zwischen Döbeln und dem übrigen MDV-Gebiet keine Nachteile entstehen, wird ein Übergangstarif angeboten. Zur Umsetzung dieses Übergangstarifs wurde am 21. April 2011 eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH (VMS GmbH), der MDV GmbH und den betroffenen Verkehrsunternehmen abgeschlossen. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 235 von 528 Um die Attraktivität der MDV-Job-Tickets zu erhöhen, wurde zum 1. Januar 2011 eine Fortschreibung der Regelungen umgesetzt, die eine (zeitliche eingeschränkte) Übertragbarkeit, eine geringere Mindestabnahme sowie eine Vereinfachung der Rabattstaffelung beinhaltet. Der Studentenrat der Universität Leipzig hatte im Jahr 2010 Interesse an einer neuen Urabstimmung zur Einführung eines verbundweit gültigen Semestertickets geäußert. Dementsprechend wurden die Verhandlungen zwischen Verkehrsunternehmen, Uni Leipzig und MDV aufgenommen. Da die Ende 2010 durchgeführte Urabstimmung keine eindeutige Mehrheit ergab, kam es zu einer Stichwahl Anfang 2011, bei der sich die Studenten mit einer knappen Mehrheit gegen das MDV-Angebot entschieden. Die Aufgaben im Vertriebsbereich konzentrierten sich 2011 insbesondere auf die Weiterentwicklung des eTicketing (Chipkarten) und das handybasierte Auskunfts- und Ticketingsystem (easy.GO). Das Projekt eTicketing bei der DB Regio wurde im Sommer 2011 mit der Ausgabe von Chipkarten an alle Stammkunden des Unternehmens (Abonnenten, Jahreskartennutzer, Jobticketnutzer) im MDV-Gebiet abgeschlossen. Die Maßnahme wurde durch Fördermittel des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützt. Im Rahmen des Projektes wurden verbundweit über 60 Automaten der Deutschen Bahn, u.a. in Leipzig, mit eTicket-Lesern ausgestattet. Das im Jahr 2009 pilothaft in Leipzig eingeführte handybasierte Auskunfts- und Ticketingsystem (easy.GO) wird nach einigen Zwischenstufen seit Juli 2011 als verbundweite Lösung angeboten. Die Entwicklung von easy.GO wurde ebenfalls durch Fördermittel des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützt. Der Kunde kann mit der neuen Anwendung verbundweit Fahrplanauskünfte erhalten und das dazu angebotene Ticket erwerben. Gleichzeitig sind Verkehrsinformationen eingebunden, die zum einen langfristig über Baumaßnahmen informieren, zum anderen aber auch adhoc über Störungen informieren können. Seit 2011 ist neben der Auskunft von Echtzeitdaten der LVB auch die Echtzeitdatenauskunft der DB Regio in die Anwendung integriert worden, so dass der Kunde sich über tatsächliche Abfahrtszeiten informieren kann. Im September 2011 startete eine große Marketingkampagne, die zum einen die Bekanntheit von easy.GO erhöhen soll, zum anderen aber auch die Ticketumsätze steigern soll. Easy.GO wurde mit dem Ziel eingeführt, Neukunden zu gewinnen, indem Zugangshemmnisse abgebaut werden und der ÖPNV für eine mobile Kundengruppe attraktiv angeboten wird. Im Jahr 2011 wurde easy.GO von ca. 60.000 Kunden aktiv genutzt. Während im Dezember 2010 noch ca. 5.500 Tickets verkauft wurden, lagen die Verkäufe im Dezember 2011 bereits bei ca. 22.600. Aufbauend auf dem Beschluss des Aufsichtsrates der MDV GmbH im Oktober 2010, verbundweit Echtzeitdatenauskunft, Anschlusssicherung und eTicketing einzuführen, wurden intensive Vorarbeiten für ein verbundweites Telematik-Vorhaben geleistet. Zahlreiche Gespräche mit Fördermittelgebern führten dazu, eine Förderung der für diese Maßnahmen notwendigen umfangreichen Hard- und Software im Rahmen eines EFRE-Telematik-Vorhabens voraussichtlich zu ermöglichen. Die Maßnahme selbst ist für die Jahre 2012 bis 2014 geplant. Im Ergebnis der Ausschreibung des Dieselnetzes Ostthüringen wird die Erfurter Bahn ab Juni 2012 auch Verkehrsleistungen auf der Strecke Gera – Leipzig erbringen und daher als neuer Partner im MDV verkehren. Die Verbundgesellschaft hat dazu 2011 umfangreiche Vorbereitungs- und Abstimmungsarbeiten geleistet, insbesondere um das Unternehmen in den Vertrieb und das Einnahmeaufteilungsverfahren des MDV zu integrieren. Im Vorfeld des Tarifwechsels waren umfangreiche Abstimmungen mit den Verkehrsunternehmen und Geräteherstellern notwendig, um den neuen Tarif (Einführung gleitender Tages- und Wochenkarten und Übergangstarif Döbeln) in allen Vertriebs- und Kontrollgeräten einzubinden. Im Jahr 2011 erfolgt die konzeptionelle Weiterentwicklung der Kooperation Intermodales Verkehrsmanagement Mitteldeutschland. Dabei wurden mehrere zentrale Themen bearbeitet:     Bereitstellung der MIV-Verkehrslage für Verkehrsunternehmen Strategien zur intensiveren Nutzung der dWiSta-Tafeln im Raum Leipzig-Halle Verkehrslage/Mobilitätsplattform Mitteldeutschland Information der Fahrgäste mit Ist-Daten Darüber hinaus wurden die Ziele der Kooperation inhaltlich weiter diskutiert und verfeinert. Im Ergebnis der Diskussion bestand Einigkeit zur Ausrichtung der zunächst konzeptionellen Arbeiten auf die Schaffung eines mitteldeutschen Mobilitätsportals, das die Themen und Daten der Partner zusammenführt. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 236 von 528 Schwerpunkt im Bereich der Einnahmeaufteilung war die Fortschreibung des aktuellen Verfahrens. Die fachlichen Diskussionen, die intensive Auseinandersetzung mit den Jahresrechnungen Einnahmeaufteilung 2009 und 2010 und das aktuelle Verständnis zum neuen Einnahmeaufteilungsvertrag haben deutlich gemacht, dass eine Fortschreibung in einigen Punkten diskutiert werden muss. Außerdem sollte geprüft werden, ob die aktuellen Verfahrensregelungen im Vertrag ausreichend sind. Hierzu wurde in 2011 ein Lenkungskreis aus Vertretern der Tramsparte (HAVAG und LVB), der Regionalbussparte (je Landkreis ein Vertreter), der SPNV-Sparte (DB Regio und Veolia), einem SPNV-Aufgabenträger sowie dem MDV gebildet. In verschiedenen Arbeitsgruppen werden die vom Lenkungskreis benannten Schwerpunkte weiter bearbeitet. Erklärtes Ziel ist es, im Rahmen der Jahresrechnung für das Jahr 2012 die Anpassungen für alle Unternehmen wirksam werden zu lassen. Zur Fortschreibung der Schülerkorrekturwerte wurde im Jahr 2011 eine neue Erhebung der Schüleranteile im regionalen Busverkehr durchgeführt, so dass die neuen Korrekturwerte in der Jahresrechnung Einnahmeaufteilung 2011 anzuwenden waren. Die Kooperationsvereinbarung zwischen dem MDV und dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) dient dazu, den ÖPNV – ausgehend von den Rechten und Pflichten der beiden Partner und entsprechend der Zielstellungen der Gesellschafter bzw. Verbandsmitglieder – gemeinsam weiterzuentwickeln und auszugestalten. Im Rahmen dieser Vereinbarung führt der MDV ausgewählte Aufgaben insbesondere der integrierten Planung im Auftrag des Zweckverbandes durch. Der Vertrag wurde in 2010 für eine Laufzeit vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2014 erneuert. In 2011 wurden im Auftrag des ZVNL die folgenden Untersuchungen bearbeitet:      Untersuchung von Varianten und Auswirkungen zur Streckensperre im Südraum von Leipzig im Rahmen der Netzergänzenden Maßnahmen zum Citytunnel Untersuchung von Alternativen zur Führung der Buslinie 100 (Groitzsch – Zwenkau – Leipzig) Anpassung des Netzes regionalbedeutsamer Buslinien im ZVNL Bedarfsanalyse am Bahnhof Taucha in verschienden Szenarien Nachfrageseitige Bewertung von Leistungskürzungen im SPNV Weitere Aufgaben im Rahmen der Kooperationsvereinbarung (kontinuierlich):    Kontinuierliche Information der Busunternehmen zu Änderungen (SPNV)/Bereitstellung Baustellenkalender Vorbereitung und Durchführung Fahrplankonferenz Maßnahmenabstimmung und Umsetzungskontrolle Schienenersatzverkehre. im Schienenpersonennahverkehr Ein Schwerpunkt der originären Verbundtätigkeiten 2011 war die Fortführung des Projekts: Integriertes, intermodales Verkehrskonzept für den MDV (Integriertes Netz) mit den folgenden Themen:    Festlegung, Abstimmung und wirtschaftliche Bewertung von 26 “Premiumbuslinien” im Regionalbusverkehr Aufzeigen von Angebotsdefiziten im straßengebundenen ÖPNV auf wichtigen Korridoren mit Bedarf zu Fahrten vor 6 Uhr und nach 20 Uhr (SVZ) Untersuchung der Angebotsqualität von touristischen Zielen mit Empfehlungen zur Verbesserung der Erreichbarkeit Im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) zur regionalen Daseinsvorsorge des BBSR hat sich der MDV zusammen mit den fünf Landkreisen und den drei regionalen Planungsverbänden um Förderung beworben. Eine Förderung wurde nicht gewährt. Für das GVZ Leipzig wurde eine Arbeitsgruppe aus Anliegern der Wirtschaft, Busunternehmen, Aufgabenträger und MDV gegründet, mit dem Ziel, das Verkehrsangebot im ÖPNV im GVZ bedarfsgerecht weiter zu entwickeln (Fortführung in 2012). Um eine durchgehende Informationskette für den Kunden der neuen Citytunnelstationen in Leipzig zu gewährleisten hat der MDV eine Arbeitsgruppe aus Aufgabenträgern, Verkehrsunternehmen und Stationsbetreiber gegründet. Ziel ist es, eine durchgängige Wegeleitung und Information zwischen den Verkehrsträgern zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden mögliche Optionen zur Verbunderweiterung auf verschiedenen SPNV-Korridoren geprüft. Im Jahr 2012 ist hierfür eine detaillierte Untersuchung vorgesehen. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 237 von 528 Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit Ein wesentlicher Schwerpunkt der Verbundkommunikation im Jahr 2011 war das Jubiläum „10 Jahre MDV-Verbundtarif“. Im Rahmen des Jubiläums wurden alle Verbundpublikationen auf dem Titel mit einer Vignette „10 Jahre mobil im Verbund“ versehen. Im Sommer gab es als Höhepunkt für die breite Öffentlichkeit die große MDV-Familien-Sommer-Rallye, auf der je eine Familie aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen auf eine zehntägige Entdeckungsreise durch das gesamte MDV-Gebiet gingen. Unter Einbeziehen der relevanten Verbundpartner und durch die umfangreiche Medienberichterstattung erzielte die Rallye eine hohe Aufmerksamkeit. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete die Festveranstaltung „Mobilität im Wandel“, die am 11. Oktober 2011 in Merseburg stattfand. Das Jubiläumsjahr war zudem geprägt von der Einführung mehrerer neuer Angebote, die in unterschiedlichster Form kommunikativ begleitet wurden: Schwerpunkte waren der Start der Kooperationen mit dem Tourismusverein Leipziger Neuseenland e.V. und dem Carsharing-Anbieter teilAuto sowie die Vermarktung der Tarifneuerungen und der verbundweiten Einführung des handybasierte Auskunfts- und Ticketingsystems (easy.GO). Über das Jahr hinweg wurde die Haltestellekonzeption überarbeitet und um detailliertere und aktuelle praxisnahe Eckpunkte ergänzt. Anhand der Aktualisierung wird im Jahr 2012 eine Finanzierungs- und Umsetzungskonzeption vorbereitet, die die Basis für Entscheidungen zur weiteren Verfahrensweise bildet. Im Herbst starteten die Vorbereitungen für die Kommunikationskampagne zum neuen Tarifmodell, das im Sommer 2012 wirksam wird. Realisierung des Wirtschaftsplans 2011 Der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2011 wurde auf der Gesellschafterversammlung am 25. November 2010 beschlossen. Er enthielt den Übertrag von Betriebskostenzuschüssen des Jahres 2009 (TEUR 10) und 2010 (TEUR 119). In der Gesellschafterversammlung am 25. August 2011 wurde zusätzlich beschlossen, die übrigen nicht verbrauchten Mittel des Jahres 2010 (TEUR 64) ins Jahr 2011 zu übertragen. Auf dieser Basis erfolgte die Finanzierung des Betriebsaufwandes der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2011 durch Abschlagszahlungen der Gesellschafter entsprechend § 5 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages sowie durch Fördermittel des Freistaates Sachsen und des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL). Weitere Erträge wurden aus der Realisierung der Kooperationsvereinbarungen mit dem ZVNL und der Kooperationsvereinbarung Verkehrsmanagement sowie aus dem Verkauf der Fahrplanhefte 2011/2012 entsprechend den mit den Verkehrsunternehmen des Verbundes geschlossenen Verträgen erzielt. Hinzu kommen Erlöse aus der Vereinbarung zum easy.GO-Projekt und Erträge aus dem projektbezogenen Erfolgsanteil der Verkehrsunternehmen. Insgesamt betrachtet standen den Aufwendungen von TEUR 3.324 Erträge einschließlich ertragswirksam vereinnahmter Fördermittel von TEUR 1.198 gegenüber. Die von den Gesellschaftern gezahlten und aus den Vorjahren übertragenen Zuschüsse von TEUR 2.369 mussten daher nur in Höhe von TEUR 2.126 in Anspruch genommen werden, um ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Der nicht verbrauchte Zuschussbetrag von TEUR 243 wurde passiviert. Die Gesellschafterversammlung hat bereits am 5. Dezember 2011 beschlossen, Mittel des Jahres 2011 in Höhe von TEUR 140 und Mittel des Jahres 2010 von TEUR 8 nach 2012 zu übertragen. Über die Verwendung der nicht verbrauchten, nicht übertragenen Zuschüsse in Höhe von TEUR 95 werden die Gesellschafter entscheiden. Die Geschäftsführung empfiehlt, diese für die folgenden zusätzlichen Maßnahmen nach 2012 zu übertragen:   Im Zusammenhang mit dem 2012 begonnenen Prozess der Aktualisierung des Gesellschaftsvertrages werden ungeplante Aufwendung für die rechtliche Beratung anfallen. Die Aufwendungen werden aktuell auf TEUR 25 geschätzt, wovon ca. TEUR 10 in 2012 und TEUR 15 in 2013 anfallen werden. Der Wirtschaftsplan 2012 enthält bereits TEUR 30 für eine Marktforschung im Azubi-Segment. Mit Blick auf die Erfahrungen der vorherigen Tarifmarktforschung, sollte die Untersuchung auf die Kundengruppe der 14 bis 24jährigen ausgeweitet und inhaltlich breiter angelegt werden. Dazu wird empfohlen, TEUR 30 zusätzlich für diese Maßnahme zu übertragen. Die 2012 begonnene Strategiediskussion hat das Ziel, für die langfristige Ausrichtung des Verbundsystems ein Positionspapier zu erarbeiten. Für die externe Begleitung dieses Strategieprozesses sollten TEUR 25 eingeplant werden. Der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst für den Zeitraum März 2012 bis Februar 2014 sieht eine Anpassung von 6,3 % vor. Im Wirtschaftsplan der Verbundgesellschaft sind für die Kalenderjahre 2012 und 2013 Gehaltsanpassungen von insgesamt 3 % vorgesehen. Als Ergänzung sollten TEUR 11 für eine Einmalzahlung in Höhe von 1 % genutzt werden. Der Abschluss der einmaligen Maßnahmen im easy.GO-Projekt hat sich nach 2012 verschoben. Die dafür geplanten Eigenmittel von TEUR 2 sollten ebenfalls auf das Folgejahr übertragen werden. Die nicht verbrauchten Mittel aus dem Dilax-Vergleich lagen bei TEUR 74 und damit TEUR 2 über dem im Wirtschaftsplan 2012 vorgesehenen Übertrag. Dieser zusätzliche Betrag sollte ebenfalls übertragen werden.     Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 238 von 528 Von Mitteln aus dem projektbezogenen Erfolgsanteil von TEUR 150 wurden 2011 TEUR 101 verbraucht, da sich Maßnahmen nach 2012 verschoben haben. Der Restbetrag von TEUR 49 wurde passiviert. Er soll im Jahr 2012 zur Fertigstellung der begonnenen Vorhaben als Eigenmittel für die Vermarktungskampagne zum Integrierten Netz (TEUR 10), die laufenden easy.GO-Aufwendungen (TEUR 14), das Verkehrsmanagement (TEUR 5) und für das Projekt Chipkarte (TEUR 20) nach 2012 übertragen werden. In den Lenkungskreisen zum easy.GO-Projekt und der Kooperationsversammlung Verkehrsmanagement wurde bereits beschlossen, die entsprechenden Mittel der Partner auf das Folgejahr zu übertragen. Das MOSAIQUE-Projekt wurde in 2010 abgeschlossen. Die Verwendungsnachweisprüfung der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt steht noch aus. Nach Abschluss der Prüfungen soll der als Rückzahlungsverpflichtung passivierte Restbetrag der sachsen-anhaltischen Gesellschafter von TEUR 3 zurückgezahlt werden. Die Bilanzsumme von TEUR 1.359 ist gegenüber dem Vorjahr (TEUR 1.478) um 8 % gesunken. Auf der Aktivseite sinken abschreibungsbedingt das Anlagevermögen sowie die Forderungen gegen Gesellschafter und die sonstigen Vermögensgegenstände. Demgegenüber steht der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die liquiden Mittel blieben relativ konstant. Auf der Passivseite verminderten sich durch Auflösung entsprechend der Sonderposten für Investitionszuschüsse und der passive Rechnungsabgrenzungsposten aus nicht verbrauchten Projektzuweisungen für easy.GO und Verkehrsmanagement. Dieser Rückgang wird durch den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, der insbesondere aus nicht verbrauchten Betriebskostenzuschüssen und nicht verbrauchten Mitteln des projektbezogenen Erfolgsanteils resultiert, nicht vollständig kompensiert. Der MDV verfügt über eine mittelfristige Planung, die zurzeit bis 2016 reicht. Der darin eingebundene Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2012 wurde von der Gesellschafterversammlung am 5. Dezember 2011 beschlossen. Ausblick auf 2012 und 2013 Wichtige Themen im Technikbereich für das Jahr 2012 sind: 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) Einführung einer Webversion von easy.GO, um easy.GO allen Kunden herstellerunabhängig anbieten zu können Bereitstellung der Möglichkeit, in easy.GO mit Kreditkarte zu zahlen, um auch Kunden, deren Provider easy.GO nicht unterstützen, den Ticketkauf zu ermöglichen Vorbereitung der technischen Umsetzung des neuen Tarifs, sowohl für die Fahrkartenautomaten und Busdrucker als auch für die ABO-Systeme Einstellung und Programmierung der neuen Produkte in die Tarif- und Einnahmeaufteilungsdatenbank Einführung der Kontrollmodule zur automatisierten Prüfung von Chipkarten im Zusammenhang mit den neuen ABOProdukten zum 1. August 2012, vorerst bei LVB und HAVAG Start des EFRE-Telematik-Vorhabens Durchführung des Systemvergleichs für neue Sensorsysteme im Fahrgastzählbereich (AFZ) Weiterführung der Kooperation Verkehrsmanagement mit Schwerpunkt der Erarbeitung einer Konzeption für ein länderübergreifendes Mobilitätsportal In 2013 werden dann voraussichtlich das EFRE-Telematik-Vorhaben und die Entwicklung des Mobilitätsportals Mitteldeutschland im Vordergrund stehen. Der Schwerpunkt im Bereich Marktforschung und Qualitätsmanagement wird 2012 die Umsetzung der Tarifreform 2012 zum 1. August 2012 sein. Hierbei ist u. a. eine Differenzierung in die Produkte ABO Light, ABO Basis und ABO Premium vorgesehen. Zudem sollen spezielle Seniorenabonnements angeboten werden. Die Einführung der neuen Tarifprodukte wird sowohl kommunikativ als auch marktforscherisch umfassend begleitet, um den optimalen Nutzen zu erzielen und die Veränderungen im Fahrgastverhalten zu evaluieren. Dabei ist mit den Ergebnissen der Evaluierung nicht vor 2013 zu rechnen. Für die Produkte im Azubi-Segment ist im Jahr 2012 eine erste Marktforschung vorgesehen, um möglich Handlungsfelder zu eruieren. Der Schwerpunkt der Marktforschung wird dann im Jahr 2013 liegen. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 239 von 528 Für 2012 sind folgende Schwerpunkte der verkehrsplanerischen Aufgaben gesetzt: Weiterführung der Arbeiten am Projekt „Integriertes Netz“ Aufzeigen von bisher nicht realisierten Kundenpotentialen im ÖPNV/SPNV inkl. Entwicklung geeigneter Maßnahmen neue Kunden für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen Fortführung von MORO, wenn finanzielle Förderung gegeben ist Verbunderweiterung Weiterentwicklung Verkehrsangebot im GVZ Leipzig 2013 Untersuchung zur Belegung der neuen Verknüpfungstelle am zukünftigen S-Bahnhof Taucha Weiterführung Wegeleitung Citytunnelstationen Die Verbundkommunikation wird sich im Jahr 2012 stark auf die Einführung des neuen Tarifmodells fokussieren. Neben der herkömmlichen Information mittels Infopublikationen und Medienarbeit wird die Tarifumstellung erstmals durch eine breit angelegte Vermarktungskampagne begleitet. Hierfür wird ein Großteil der verfügbaren Ressourcen verwendet. Über das Jahr hinweg wird easy.GO moderat weiter beworben, zumeist geknüpft an andere Kommunikationsthemen. Intensiv vorbereitet wird die Vermarktung des Integrierten Netzes, damit zu dessen Einführung im Herbst 2013 eine ähnlich umfangreiche Vermarktungskampagne wie zur Einführung des Neuen Tarifmodells umgesetzt werden kann. Diese wird eng mit der Kampagne zur Einführung des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes verknüpft. Desweiteren wird die Haltestellenkonzeption hinsichtlich Finanzierungs- und Umsetzungsmöglichkeiten vervollständigt. Aufbauend auf die Anfang 2012 geschlossene Kooperation mit dem Tourismusverein Leipziger Neuseenland e.V. werden weitere strategische Partner im Segment Freizeit akquiriert, um ähnliche Kooperationen abzuschließen. Mit Blick auf die signifikante Veränderung der Rahmenbedingungen des Nahverkehrs, wie die Finanzierung, die demografische Entwicklung, das Mobilitätsverhalten der Bevölkerungsgruppen, die technischen Möglichkeiten des Zugangs zum Nahverkehr und die rechtlichen Anforderungen hat die Verbundgesellschaft in 2012 eine Strategiediskussion mit allen Gesellschaftern angeregt. Dabei stehen insbesondere die folgenden drei zentralen Fragen im Mittelpunkt: 1. 2. 3. Wie werden sich das Mobilitätsverhalten und die systemrelevanten Rahmenbedingungen in den kommenden 10-15 Jahren verändern? Was bedeutet das für den Verbundraum und das Verbundsystem in Mitteldeutschland? Welche Aufgaben und Handlungsfelder ergeben sich daraus für die Gesellschaftergruppen und für die Verbundgesellschaft? Der Diskussionsprozess soll im ersten Halbjahr 2012 starten und im Zeitraum von 9-15 Monaten geführt werden. Im Ergebnis könnte ein Positionspapier zur „Entwicklung des Verbundraums und des integrierten Verbundsystems bis zum Jahr 2025“ entstehen, das dann als Leitfaden für die Ausrichtung der Verbundarbeit in den kommenden Jahren dienen soll. Für das Wirtschaftsjahr 2012 wird wiederum ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, da die geplanten Aufwendungen durch eigene Erträge und Betriebskostenzuschüsse der Gesellschafter gedeckt sind. Auf Grundlage der mittelfristigen Finanzplanung geht die Geschäftsführung auch für die Folgejahre von einem ausgeglichen Ergebnis aus. Die Fortführung der Gesellschaft ist daher nicht gefährdet. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Die Risiken der künftigen Entwicklung der Verbundgesellschaft werden durch die Geschäftsführung als gering eingestuft, da die Finanzierung wesentlich von der vollständigen und termingerechten Bereitstellung von beantragten Fördermitteln und der gemäß § 5 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages von den Gesellschaftern zu leistenden Abschlagszahlungen bestimmt wird. Darüber hinaus wird seit 2009 ein flexibler projektbezogener Finanzierungsbaustein angewendet, der aus realisierten Mehrerlösen bei den Tarifeinnahmen gespeist wird. Die Gesellschaft ist keinen wesentlichen Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungskursschwankungen in Bezug auf die verwendeten Finanzinstrumente (insbesondere Forderungen und Verbindlichkeiten) ausgesetzt. Das Unternehmen verfügt über ein Risikomanagementsystem. Das aktuell gültige Risikohandbuch trat im März 2012 in seiner überarbeiteten Fassung in Kraft. Verkehr Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH Seite 240 von 528 OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Kaolinstraße 12 06126 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30 T€ Hallesche Verkehrs-AG Vetter GmbH Omnibus- und Mietwagenbetrieb 15 15 % 51,00 49,00 Gegenstand des Unternehmens: I. Gegenstand des Unternehmens ist die Beförderung von Personen im Rahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere die Durchführung von Linien-, Gelegenheits- und Schülerverkehr. Gegenstand der Gesellschaft sind weiter die Planung, Effizienzprüfung und die Gestaltung eines kundenorientierten und wirtschaftlich Öffentlichen Personennahverkehrs sowie alle mit der Durchführung der Verkehrsleistungen im Zusammenhang stehende Tätigkeiten, wie auch das Erbringen von Kraftfahrzeuginstandsetzungsleistungen, Nutzfahrzeugserviceleistungen sowie entsprechenden Serviceleistungen. II. III. Die Gesellschaft kann gleichartige oder ähnliche Unternehmen im Inland errichten, erwerben und sich an solchen beteiligen oder deren Vertretung übernehmen sowie Zweigniederlassungen errichten. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Unternehmen die dem öffentlichen Verkehr dienen, sind explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Beirat: Vorsitzender beratendes Mitglied Dr. Vetter, Wolfdietrich Eigenwillig, Steffen Dressel, Uwe Bedemann, Lutz Dr. Feicht, Hans-Jörg Kupski, Christian Rotzsch, Nicole Scheuerle, Georg Wurzel, Udo (bis 30.04.2011) (bis 30.04.2011) (bis 30.04.2011) (bis 30.04.2011) (bis 30.04.2011) (bis 30.04.2011) (bis 30.04.2011) (bis 30.04.2011) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 241 von 528 c) Beteiligungen unmittelbar Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH T€ 1 % 1,70 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 78 22 0 2009 % 77 23 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 8.345 2.295 7 T€ 8.241 2.523 14 T€ 8.550 2.591 12 % 77 23 0 T€ 104 -228 -7 % 1 -9 -50 Bilanzsumme 10.647 100 10.778 100 11.153 100 -131 -1 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 4.623 1.977 35 4.005 7 % 43 19 0 38 0 T€ 4.620 2.011 36 4.101 10 % 43 19 0 38 0 T€ 4.720 2.411 86 3.927 9 % 42 22 1 35 0 T€ 3 -34 -1 -96 -3 % 0 -2 -3 -2 -30 Bilanzsumme 10.647 100 10.778 100 11.153 100 -131 -1 Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 242 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Aufwendungen aus Verlustübernahmen Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 11.001 917 6.605 3.229 1.217 669 15 37 164 12 9 3 -635 -632 2010 T€ 10.625 1.154 6.302 3.477 1.154 753 13 37 160 -91 9 -100 -535 -635 2009 T€ 10.020 1.027 5.717 3.603 1.152 833 29 37 164 -430 8 -438 -97 -535 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,02 0,05 1.219 108 27,09 2010 -0,94 -1,90 1.054 107 29,52 2009 -4,38 -8,34 714 93 32,61 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 78,30 43,42 56,58 31.12.2010 76,32 42,87 57,13 31.12.2009 76,40 42,32 57,68 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Fahrplan-km 1) 31.12.2010 4.276.000,00 31.12.2009 4.266.000,00 Angaben in 1) k 3.963.000,00 m km Ab dem Geschäftsjahr 2011 werden die realisierten Fahrplankilometer (in Vorjahren: angebotene Fahrplankilometer) ausgewiesen. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 243 von 528 e) Lagebericht Geschäftsverlauf/Rahmenbedingungen Das Genehmigungsverfahren zur Erlangung eigenwirtschaftlicher Verkehrsleistungen für die Jahre 2011 bis 2019, das im Jahr 2010 die Geschäftstätigkeit der OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH (OBS) stark geprägt hatte, konnte für das Unternehmen erfolgreich abgeschlossen werden. Mit Genehmigungsbescheid des Landkreises Saalekreis vom 24. November 2010 wurde die OBS mit der Bedienung der Linienbündel Saalekreis „Nordwest“ und „Nordost“ für den Zeitraum vom 1. Mai 2011 bis 30. April 2019 beauftragt. Der Geschäftsverlauf der ersten Monate des Jahres 2011 wurde somit im Wesentlichen von der organisatorischen und technischen Umsetzung und Erfüllung der im Wettbewerbsverfahren ausgeschriebenen Kriterien und Bedingungen geprägt. Im Jahr 2011 wurden rd. 3.963.000 Fahrplankilometer realisiert, darunter 290.000 Kilometer im Bedarfsverkehr. Der bereits Ende des Jahres 2010 bekundete Absicht des Gesellschafters Abellio, seine Anteile an der OBS zu verkaufen, folgte die Übernahme auf Grundlage eines Anteilskaufvertrages durch die übrigen Gesellschafter mit Wirkung vom 22. März 2011. Die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) hält jetzt 51 % und die Vetter GmbH Omnibus- und Mietwagenbetrieb (Vetter GmbH) 49 % der Geschäftsanteile an der OBS, wobei die Beschlussfassung gemäß § 9 II. des Gesellschaftsvertrages Einstimmigkeit erfordert. Gleichzeitig wurde eine Anpassung der Firma an die neuen Gegebenheiten vorgenommen. Die OBS firmiert nunmehr mit handelsrechtlicher Wirkung vom 5. April 2011 als „OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH“. Investitionen Die Investitionstätigkeit des Unternehmens wurde durch den Zugang von insgesamt sieben neuen und einem gebrauchten Fahrzeug im Geschäftsjahr 2011 geprägt. Ende März erfolgte die Lieferung der beiden bereits Ende 2010 geförderten Omnibusse Irisbus Crossway sowie eines weiteren Fahrzeuges dieses Typs. Im Juli erwarb die OBS ein gebrauchtes Niederflurfahrzeug vom Typ MAN NÜ A 20. Im Dezember 2011 erfolgte die Auslieferung weiterer vier Niederflurfahrzeuge mit Dieselantrieb vom Typ Irisbus Crossway. Insgesamt betrug das Gesamtvolumen der Fahrzeuganschaffungen im Geschäftsjahr 2011 TEUR 1.313. Die Finanzierung erfolgte im Wesentlichen durch die Aufnahme von Krediten. Zur Finanzierung von drei Neufahrzeugen wurde der Gesellschaft 2011 ein Investitionszuschuss in Höhe von TEUR 175 bewilligt, der im Dezember ausgezahlt wurde. Die Wertberichtigungsquote für KOM reduzierte sich aufgrund der genannten Anschaffungen an Fahrzeugen von rd. 61 % im Jahr 2010 auf rd. 59 % im Geschäftsjahr 2011. Zum 31. Dezember 2011 verfügt das Unternehmen über 96 Omnibusse. Vermögenslage und Liquidität Im Geschäftsjahr 2011 verminderte sich die Bilanzsumme des Unternehmens im Vergleich zu 2010 um TEUR 131. Da die Lieferung von drei Omnibussen am Jahresende erfolgte, ergibt sich daraus eine relativ hohe Forderung aus abzugsfähiger Vorsteuer. Insgesamt bestehen per 31. Dezember 2011 Forderungen an das Finanzamt in Höhe von TEUR 158. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und anderen Kreditgebern verminderten sich trotz Investitionskreditaufnahmen in Höhe von insgesamt TEUR 751 aufgrund der erfolgten Tilgungen in Höhe von TEUR 871. Im Geschäftsjahr 2012 werden die Tilgungsleistungen voraussichtlich TEUR 917 betragen. Die Fremdkapitalquote verminderte sich im Wirtschaftsjahr leicht auf 38,0 % (Vj.: 38,5 %). Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2011 beträgt TEUR 1.464 (Vj.: TEUR 1.398). Die Liquidität der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2011 jederzeit gegeben. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 244 von 528 Ertragslage Die Ertragslage der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2011 verbessert. Die Umsatzerlöse – vor Betriebskostenzuschuss – sind um rund TEUR 221 gestiegen. In Höhe von TEUR 914 (Vj.: TEUR 914) sind Ausgleichszahlungen für verbundbedingte Belastungen durch den Landkreis Saalekreis und das Land Sachsen-Anhalt ausgewiesen. Trotz rückläufiger Einwohnerentwicklung sowie sinkender Auszubildendenzahlen erhöhten sich die durch das Unternehmen erzielten Fahrscheinerlöse im Geschäftsjahr 2011 um rd. 1,5 %, was eine Stabilisierung der unterjährigen Liquidität der Gesellschaft bewirkte. Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen, ist um 4,8 % gestiegen, insbesondere infolge der im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöhten Preise für Treibstoffe, absolut um insgesamt TEUR 303. Der Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren stieg im Geschäftsjahr 2011 um TEUR 266 (11 %), der Aufwand für bezogene Leistungen stieg um TEUR 37. Für zusätzliche Leistungen im Stadtverkehr im Auftrag der HAVAG, die bis Anfang April 2011 durchgeführt wurden, und Leistungen im Schienenersatzverkehr für die Bahn sind zusätzliche fremde Fahrpersonale eingesetzt worden. Der Aufwand für eigenes Personal reduzierte sich um TEUR 248 (7,1 %). Das ist hauptsächlich auf die Verringerung des durchschnittlichen Mitarbeiterbestandes im Vergleich zu 2010 zurückzuführen sowie die Folge von Dienstplanoptimierungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind auch in diesem Geschäftsjahr um 10,4 % (TEUR 84) gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Versicherungsaufwendungen verminderten sich vor allem aufgrund des erfolgten Rückwechsels zum günstigeren Tarif der HDN. Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zu 2010 (TEUR 10.625) um 3,5 % auf TEUR 11.001, absolut um TEUR 376. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens in den einzelnen Sparten stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: 2011 TEUR Jahresergebnis nach Sparten Regionalverkehr davon Buchgewinne Stadtverkehr für HAVAG Mietwagen-/Gelegenheitsverkehr Technischer Bereich/Handelsware/Vermietung -99 (44) -10 92 20 2010 TEUR -143 (134) 4 17 22 Die Ergebnisverbesserung der Sparte Regionalverkehr, auch unter Berücksichtigung der in 2011 um TEUR 90 niedrigeren enthaltenen Buchgewinne, ergibt sich im Wesentlichen aus der Erhöhung der Ausgleichszahlungen für den Ausbildungsverkehr gemäß § 9 ÖPNVG. Die im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 88 höheren Abschreibungen in der Sparte Regionalverkehr resultieren aus den weiterhin forcierten Anstrengungen des Unternehmens zur Erneuerung des Fuhrparks. Der Materialaufwand für Treibstoffe erhöhte sich aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 17 % höheren Einkaufspreise deutlich. Durch eine Dieselpreisbindung in Höhe von EUR 1,073/ Ltr. im Unternehmensverbund mit Wirkung von Februar bis November 2011 konnte ein noch höherer Kostenauftrieb abgemildert werden. Im Geschäftsjahr 2011 reduzierten sich die Leistungen im Stadtverkehr im Auftrag der HAVAG deutlich. Die im Jahr 2010 zusätzlich beauftragten Leistungen wurden Anfang 2011 reduziert und endeten Anfang April 2011. Das ausgeglichene Ergebnis des Vorjahres konnten daher in der Sparte Stadtverkehr nicht wieder erzielt werden. Ab 1. Januar 2012 wurden daraufhin neue Preise für die Leistungen im Auftrag der HAVAG vereinbart. Ein weiterer Beitrag zur Deckung der Unternehmens-Gemeinkosten konnte durch die verstärkte Beauftragung im Schienenersatzverkehr für die Deutsche Bahn aufgrund von längerfristigen Streckenbaumaßnahmen erzielt werden. Der Umsatz übertraf das Niveau des Jahres 2010 um TEUR 84. Auch im Gelegenheitsverkehr konnte aufgrund einer positiven Auftragslage eine Steigerung des Umsatzes um TEUR 75 verzeichnet werden. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 245 von 528 Risiken Wirtschaftliche Risiken ergeben sich für das Jahr 2012 insbesondere aus der allgemeinen Kostenentwicklung für die Herstellung von Leistungen des ÖPNV, insbesondere infolge der Entwicklung der Treibstoffpreise. Durch eine Dieselpreisbindung in Höhe von EUR 1,15/ Ltr. ab Februar 2012 bis ca. Mitte des Jahres 2012 wurde die Unsicherheit der Entwicklung des Ölmarktes und des Dieselpreises reduziert. Derzeit werden Anstrengungen unternommen, auch für den darauffolgenden Zeitraum eine Preisbindung auf ähnlichem Niveau zu erzielen. Die Auswirkungen des Anstieges des nicht besicherten Gaspreises an der Erdgastankstelle der VNG-Erdgastankstellen GmbH belasten dagegen die wirtschaftliche Situation stark, da 17 % des Fuhrparks aus Gasfahrzeugen bestehen. In den Haustarifverhandlungen 2011 konnte nach Ablauf des alten Tarifes ein Neuabschluss mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2012 erfolgen. Für das Jahr 2011 ergab sich daraus ein Lohnanstieg um 0,64 %, für 2012 wird der Anstieg 0,72 % betragen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wird für das Geschäftsjahr 2012 wieder von einem annähernd ausgeglichenen Jahresergebnis der OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH ausgegangen. Verkehr OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH Seite 246 von 528 Saalebus GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Freiimfelder Straße 74 06112 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Hallesche Verkehrs-AG Vetter GmbH Omnibus- und Mietwagenbetrieb 13 13 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Leistungen der Personenbeförderung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie im Gelegenheitsverkehr und Reiseverkehr. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Unternehmen die dem öffentlichen Verkehr dienen, sind explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Krüger, Roberto Menzel, Doris Schlicht, Rüdiger Aufsichtsrat: Vorsitzender Girard, François Dr. Vetter, Wolfdietrich Pietsch, René (seit 01.10.2011) (bis 30.09.2011) Verkehr Saalebus GmbH Seite 247 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 0 100 0 2009 % 0 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Aktiver Unterschiedsbetrag Vermögensverrechnung aus der T€ 0 297 0 T€ 0 273 T€ 0 302 % 0 100 T€ 0 24 0 % 9 Bilanzsumme 297 100 273 100 302 100 24 9 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen zur Sachanlagevermögens Rückstellungen Verbindlichkeiten Zuschüssen Finanzierung und des T€ 85 6 % 29 2 T€ 82 % 30 T€ 96 % 32 T€ 3 6 % 4 31 175 10 59 43 148 16 54 54 152 18 50 -12 27 -28 18 Bilanzsumme 297 100 273 100 302 100 24 9 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust -8 3 -13 2 2 1.750 10 493 833 442 0 2010 T€ 1.698 3 481 817 434 2 3 -32 -4 -14 -14 -14 2009 T€ 1.715 6 481 784 399 1 54 21 -13 47 47 Verkehr Saalebus GmbH Seite 248 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,13 2,83 2 57 47,36 2010 -0,83 -14,61 -14 57 48,02 2009 2,72 94,04 47 57 45,65 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 28,45 71,55 30,10 69,90 31,80 68,20 31.12.2010 31.12.2009 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Fahrplan-km Platz-km 799.968,00 k m 64.872.795,00 k m 31.12.2010 800.422,00 64.792.713,00 31.12.2009 809.215,00 60.691.125,00 Angaben in km km Verkehr Saalebus GmbH Seite 249 von 528 e) Lagebericht A. Geschäftsverlauf einschließlich Geschäftsergebnis und Geschäftslage 1. Geschäftsverlauf einschließlich Geschäftsergebnis Das Geschäftsjahr 2011 verlief geordnet. Die Vermögens und Finanzlage der Gesellschaft waren gesichert. Dem Unternehmenszweck beeinträchtigende Vorgänge und Geschäftsrisiken waren nicht gegeben. Insgesamt wurde eine Verkehrsleistung von 799.968 km erbracht. Die Saalebus GmbH schloss das Jahr 2011 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 2,3 (Vorjahr TEUR -14,1) ab. Im Jahr 2011 gab es einen Geschäftsführerwechsel. Auf Grund von Krankheit schied Frau Doris Menzel zum 30.09.2011 aus. Herr Roberto Krüger wurde zum 01.10.2011 als neuer Geschäftsführer bestellt. Herr Rüdiger Schlicht wurde mit Datum 01.07.2011 bei der Saalebus GmbH mit einem Geschäftsführeranstellungsvertrag fest angestellt. Der Personalbestand betrug 2011 durchschnittlich: Insgesamt: davon Arbeiter: davon Angestellte 31 Personen 30 Personen 1 Person Es wurden 2 weibliche Arbeitskräfte beschäftigt. 1 Arbeitnehmer war das ganze Jahr krank. Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 1. Ertragslage Die Umsatzerlöse liegen mit 5% über dem Plan. Sie konnten zum Vorjahr um 3,1% gesteigert werden. Die Aufwendungen liegen mit 7,7% über dem Plan. Zu den Vorjahreswerten kam es zu einer Steigerung von 1,9 %. 2. Finanzlage Die Liquidität des Unternehmens war im Berichtsjahr gesichert. 3. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Saalebus GmbH belief sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 296,9. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr 2010 (TEUR 272,9) um TEUR 24,0 erhöht. Das Umlaufvermögen erhöhte sich ebenfalls um TEUR 24,0. Das Eigenkapital in Höhe von TEUR 84,5 hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2,3 erhöht. B. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken und Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres Der Aufsichtsrat der Saalebus GmbH hat in seiner Sitzung am 09.12.2011 dem Wirtschaftsplan für das Jahr 2012 zugestimmt. Die Zustimmung erfolgte allerdings nur unter der Auflage, den Kostensatz so gering wie möglich zu halten. Die entstehenden Kosten der Saalebus GmbH resultieren hauptsächlich aus bestehenden Verträgen mit den Gesellschaftern sowie tarifvertragliche Reglungen, so dass für die Geschäftsführung hier kaum Möglichkeiten zum Handeln bestehen. Verkehr Saalebus GmbH Seite 250 von 528 Der daraus resultierende Kilometerpreis kann nur noch beschränkt als wettbewerbsfähig angesehen werden. Nur durch die Direktvergabe der Leistungen von der HAVAG an die Saalebus GmbH auf der Grundlage des Konzernprivilegs werden gesicherte Einnahmen erzielt. Unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen ist abzuwarten, wie sich der Rechtsrahmen zukünftig entwickelt, wovon die weitere Entwicklung der Saalebus GmbH abhängt. Die Entwicklung der Saalebus GmbH hängt in den nächsten Jahren weiterhin maßgeblich davon ab, wie sich der Nahverkehr in der Stadt Halle entwickelt und welchen Einfluss die politischen Entscheidungsträger hierauf nehmen. Aus unserer Sicht ist hierbei eine negative Entwicklung zu erwarten. Verkehr Saalebus GmbH Seite 251 von 528 Servicegesellschaft Saale mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Große Ulrichstraße 57 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 50 T€ Hallesche Verkehrs-AG Leipziger Servicebetriebe GmbH 26 25 % 51,00 49,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Dienstleistungen in der Stadt Halle (Saale) und den umliegenden Landkreisen jedweder Art, insbesondere in den Bereichen Sicherheits- und Kontrolldienste, u. a. Fahrausweisprüfung Reinigung und Pflege von Fahrzeugen Reinigung und Pflege von Gebäuden, Glas und sonstigen baulichen Anlagen Landschaftsbau und Vegetationspflege Parkraumbewirtschaftung Beförderungsleistungen aller Art zu Freizeit- und Erholungszwecken, soweit sie nicht unter das Personenbeförderungsgesetz und das Luftverkehrsgesetz fallen Vermietung von Beförderungsmitteln aller Art zu Freizeit- und Erholungszwecken außer PKW und Bussen Die Gesellschaft darf ferner alle sonstigen Geschäfte betreiben, die der Erreichung und der Förderung ihres Gesellschaftszweckes unmittelbar oder mittelbar dienlich sind. Sie ist berechtigt, sich an anderen Unternehmen zu beteiligen und Betriebe anderer Unternehmen für deren Rechnung zu führen. Sie darf Zweigniederlassungen errichten. Öffentlicher Zweck: Am Gegenstand des Unternehmens wird deutlich, dass sich der öffentliche Zweck dieses Unternehmens aus § 116 Abs. 2 GO-LSA ergibt, da es sich im ÖPNV betätigt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Milewski, Thomas Girard, François Rensmann, Kai Pietsch, René Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 252 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 36 42 22 0 2009 % 38 38 21 3 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Aktive latente Steuern T€ 92 107 53 1 T€ 101 101 54 7 T€ 53 199 19 % 20 73 7 T€ -9 6 -1 -6 % -9 6 -2 -86 Bilanzsumme 253 100 263 100 271 100 -10 -4 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Passive latente Steuern T€ 128 87 36 % 50 34 15 T€ 112 102 25 21 % 43 39 9 8 1 T€ 89 132 29 21 % 33 49 11 7 T€ 16 -15 11 -21 -1 % 14 -15 44 -100 -33 2 1 3 Bilanzsumme 253 100 263 100 271 100 -10 -4 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 16 2 15 15 5 2 23 23 1.413 21 157 987 23 234 0 0 33 30 34 21 -21 5 2 6 6 2010 T€ 1.334 79 178 924 21 260 0 2009 T€ 1.254 45 97 898 21 252 3 Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 253 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,10 13,87 39 28 68,78 2010 1,73 25,77 44 28 65,35 2009 0,50 7,47 27 25 69,11 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 36,04 50,49 49,51 31.12.2010 37,75 42,71 57,29 31.12.2009 18,97 32,94 67,06 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Umsatzrendite Betriebsergebnis bezogen auf % 31.12.2010 3,00 26,16 31.12.2009 2,71 22,39 Angaben in 2,32,37 27,18 % TEUR Wertschöpfung je Mitarbeiter gesamt T E U R Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 254 von 528 e) Lagebericht A. Darstellung des Geschäftsverlaufes 1. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft Das Geschäftsjahr 2011 war vor allem von der Eurokrise geprägt und einer daraus resultierenden unsicheren Finanzmarktsituation, die sich nicht direkt auf die Gesellschaft ausgewirkt hat. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland wird voraussichtlich einen Anstieg von 3,0 % verzeichnen können, was vor allem von der Exportwirtschaft sowie von der starken Binnennachfrage getragen wird. Das Jahr 2011 hat den höchsten Konsumanstieg der vergangenen 5 Jahre erreicht. Dadurch haben sich auch die Steuereinnahmen auf allen Ebenen der öffentlichen Hand positiv entwickelt. Nach Aussage der Ministerin Prof. Dr. Birgitta Wolf zur Entwicklung des BIP brummt die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Mit einem preisbereinigten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 4,5 Prozent im ersten Halbjahr 2011 konnte Sachsen-Anhalt nicht nur mit einem höheren Wachstum als im Bundesdurchschnitt aufwarten, sondern auch mit der höchsten Wachstumsrate aller ostdeutschen Bundesländer. Dies wird sich auf die Länder- und Kommunalhaushalte entscheidend auswirken. Der bestehende Konsolidierungsdruck auf den Hauptauftraggeber, der die Geschäfte der Gesellschaft prägt, setzt sich fort und treibt somit den Ausbau der bestehenden Geschäftsfelder voran. 2. Leistungsbereiche, Umsatz und Auftragsentwicklung Die SGS konnte im Geschäftsjahr 2011 Umsatzerlöse in Höhe von T€ 1.413 (Vorjahr T€ 1.334) verzeichnen, ein Teil der Steigerung entfällt auf die Preisanpassung zu Beginn des Jahres im Zuge der Vergütungserhöhung. Davon entfielen T€ 658 (Vorjahr T€ 638) auf die Fahrausweisprüfung, T€ 609 (Vorjahr T€ 579) auf die Fahrzeug- und Gebäudereinigung, T€ 126 (Vorjahr T€ 117) auf den Winterdienst und T€ 20 (Vorjahr T€ 0) auf die Vegetationspflege, welche im Geschäftsjahr aufgebaut wurde. Die Veränderung im Winterdienst ist durch eine Auftragserweiterung sowie die extremen Wetterlagen zu Beginn und Ende des Geschäftsjahres zu erklären. Im Bereich der Reinigung konnten zusätzliche Umsätze mit der HAVAG sowie Dritten realisiert werden, die die ausbleibenden Umsätze mit der HWS vollständig kompensierten. Weiterhin wurde das Geschäftsfeld in der Vegetationspflege gestärkt. In der Fahrausweisprüfung wurden spezielle Prüfaufträge für Dritte durchgeführt. Insgesamt konnte dem Absinken der Umsätze entgegengewirkt werden. 3. Beschaffung und Investitionen Die wesentlichen Aufwandspositionen entfallen im Geschäftsjahr auf Materialaufwand (Streumittel, Fahrzeugkosten, Leasing und Tanken), Miete und Telekommunikation. Dabei wurden bestehende Rahmenverträge bzw. Konditionen anderer Unternehmen genutzt. Investitionen wurden in Höhe von T€ 17 getätigt. Der Hauptteil fällt dabei auf die Beschaffung moderner Winterdiensttechnik, die Erstbeschaffung von Kleingeräten für die Vegetationspflege sowie in der Reinigung auf die Ersatzbeschaffung von Reinigungsgeräten. Insbesondere der Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Bereich Winterdienst liegt deutlich über Vorjahresniveau. Ursache dafür ist die kostenintensive Beschaffung von Streumitteln während der langen und extremen Winterdienstmonate des vergangenen Jahres. Des Weiteren wurden zusätzliche Fahrzeuge angemietet, um die vereinbarte Winterdienstqualität zu erreichen. 4. Finanzierungsmaßnahmen Fremdkapitalaufnahmen waren im Geschäftsjahr nicht erforderlich. Die Investitionen wurden durch Mittel aus der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert. 5. Personal- und Sozialbereich Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 52 Arbeitnehmer beschäftigt, zum 31. Dezember 2011 waren es 52. Der Personalaufwand im Geschäftsjahr betrug T€ 986. Die Entlohnung der Mitarbeiter erfolgt nach einer firmeninternen Arbeitsvertragsrichtlinie, die zum 01.01.2011 aktualisiert wurde. Ausgaben für Aus- und Weiterbildung im Geschäftsjahr betrugen T€ 12,8. Unterweisungen zum Arbeitsschutz erfolgten entsprechend den gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften. Die Gesellschaft hat dafür einen Dienstleister zum Thema Arbeitsschutz vertraglich gebunden. Berufskrankheiten und schwere Arbeitsunfälle sind im Berichtszeitraum nicht vorgekommen. Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 255 von 528 6. Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres Den extremen Wetterlagen geschuldet, kam es im zurückliegenden Geschäftsjahr 2011 temporär zu einem veränderten Einsatz der Straßenbahnen, wodurch sich für die SGS das Arbeitsaufkommen verschoben hat. Diesem konnte personalseitig durch flexible Arbeitszeitregelung (Stundenkonto) sowie durch zusätzliche Aufträge entgegengewirkt werden. Diese Wetterlagen hatten dazu geführt, dass die SGS zu Beginn des Jahres mit der Beschaffung von Streumitteln beauftragt wurde und insgesamt 325 Tonnen Streusalz beschaffte. Diese wurden teilweise an verbundene Unternehmen weiterberechnet. Die extreme Situation und die ausbleibenden Salzlieferungen haben zu einem Umdenken bei der Bevorratung von Streumitteln geführt. Zur Einhaltung der Reinigungsintervalle in der Fahrzeugreinigung sowie Glas- und Gebäudereinigung wurden die Vorgabenprogramme weiter verbessert und gemeinsam mit den Auftraggebern an die veränderten Rahmenbedingungen für die Durchführung einzelner Reinigungsarten angepasst. Die im Jahr 2009 begonnene Einführung des E-Tickets in der Tarifzone der HAVAG wurde im laufenden Geschäftsjahr mit neuen Angeboten fortgesetzt. Dies bedeutet für die SGS eine fortlaufende Anpassung der Arbeitsabläufe der Fahrausweisprüfung. Grundsätzlich wurde der Ablauf der Kontrolltätigkeit überarbeitet und um kundenorientierte Vorgehensweisen erweitert. Die Fahrausweisprüfung konnte sich aufgrund der guten Leistungen und den weitreichenden Erfahrungen in der Kontrolltätigkeit weiter verbessern und somit die vorhandenen sowie neue Auftraggeber mit speziellen Prüfleistungen bedienen. Des Weiteren soll das vorhandene Fachwissen zu Tarifen und Bediengebieten zielgerichteter eingesetzt werden. Die im vorangegangenen Jahr beauftragte Vandalismusbeseitigung im Bereich der Fahrzeugreinigung wurde angepasst und beinhaltet nunmehr auch die Beseitigung von Vandalismusschäden im Kraftomnibusbereich der HAVAG. Aufgrund der weiter vorangeschrittenen Baumaßnahmen im Liniennetz der HAVAG wurde der Vertragsumfang im Winterdienst um die fertig gestellten Haltestellen sowie weiteren Liegenschaften der HAVAG und Drittkunden erweitert, die in Eigenregie beräumt werden. Dies ist vor allem durch die Anschaffung eines weiteren Spezialfahrzeuges möglich, wodurch die Quantität sowie die Qualität der Leistung verbessert werden konnten. Im Bereich der Gebäudereinigung konnte in diesem Geschäftsjahr der vorhandene Kundenstamm ausgebaut und weitere Aufträge abgearbeitet werden. Dabei wurden Erfahrungen gesammelt, die geholfen haben die Arbeitsprozesse ganzheitlich zu verbessern. In der Gesellschafterversammlung vom 14. April 2011 wurde der Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2010 festgestellt. Das Ergebnis wurde in Höhe von T€ 23 der Gewinnrücklage zugeführt. Des Weiteren wurde die Bestellung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BRV AG als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2011 beschlossen. Am 14. September 2011 wurde in der Sitzung des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2012 bestätigt sowie die Mittelfristplanung bis 2016 zur Kenntnis genommen. Die SGS wird in den Konzernabschluss der Stadtwerke Halle GmbH einbezogen. Die SGS wird dabei vollkonsolidiert. Umsatzsteuerliche Organschaft besteht seit 01.01.2006 mit der HAVAG. B. Darstellung der Lage 1. Vermögenslage Der Buchwert des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2011 beträgt T€ 92 (Vorjahr T€ 101). Das langfristige Vermögen beläuft sich auf T€ 131 (Vorjahr T€ 145), darin enthalten ist ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 39, der verauslagte Investitionskosten auf zwei Mietobjekte beinhaltet, die durch eine Verrechnung der Mietzahlungen mit den Mietkosten rückerstattet werden. Die Gesellschaft verfügt zum Ende des Geschäftsjahres über ein Eigenkapital von T€ 128 (Vorjahr T€ 112). Dies sind 51 % (Vorjahr 43 %) der Bilanzsumme. Das Anlagevermögen ist damit zu 140 % (Vorjahr 112 %) durch Eigenkapital finanziert. Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 256 von 528 2. Finanzlage Die verfügbaren liquiden Mittel zum 31. Dezember 2011 belaufen sich auf T€ 71 (Vorjahr T€ 50). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen T€ 36 (Vorjahr T€ 25). Es ergibt sich ein Liquiditätsgrad 1. Grades von 198 % (Vorjahr 200 %). Die Liquidität war über das gesamte Geschäftsjahr gesichert. 3. Ertragslage Der Jahresüberschuss vor Steuern beträgt im Geschäftsjahr T€ 34 (Vorjahr T€ 30). Dies entspricht einer BruttoUmsatzrendite von 2,4 % (Vorjahr 2,3 %). Der Jahresüberschuss nach Steuern beträgt im Geschäftsjahr T€ 16 (Vorjahr T€ 23). Dies entspricht einer Netto-Umsatzrendite von 1,1 % (Vorjahr 1,8 %). In den folgenden Jahren wird bei stetigen Umsätzen eine Fortführung des Unternehmenserfolges angestrebt. C. Hinweise auf wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Als wesentliches Risiko der SGS wird, wie bereits in den Vorjahren, der überwiegende Umsatz mit der HAVAG eingeschätzt. Jedoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schäden aufgrund der Vertragslage und der von den Gesellschaftern getragenen Philosophie auf mittlere Sicht gering. Hieraus ergibt sich somit auch die Chance der Gesellschaft, auf Basis einer relativ sicheren Auftragslage über Prozessoptimierungen Kosteneinsparungen zu realisieren und so das Ergebnis zu verbessern. Die Einbindung in die Stadtwerke Halle GmbH ist eine wesentliche Chance für die Gesellschaft. Aufgrund der Verflechtung der Gesellschaften können durch die Erbringung von Leistungen für andere Konzernunternehmen Einsparungen und Synergieeffekte realisiert werden. Daher wird intensiv an speziellen Leistungsangeboten im Kerngeschäft gearbeitet, welche Alleinstellungsmerkmale aufweisen und die Prozesse der Konzernunternehmen ergänzen. In der Ausweitung der Leistungserbringung auf die Unternehmen der Stadtwerke Halle GmbH und somit auch auf die Stadt Halle liegen große Potenziale für die SGS. Die Gesellschaft wird weiterhin aktiv an der Generierung von Umsatz auf dem Drittmarkt arbeiten, um so dem Konsolidierungsdruck im kommunalen Bereich entgegenzuwirken. Des Weiteren wird somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt. Um dies zu erreichen, wird angestrebt, die Leistungen im Bereich der Haltestellenreinigung zu erweitern sowie weitere Spezialleistungen, wie Graffitientfernung und Vegetationspflege, anzubieten. Dadurch soll der Umsatz in diesem Bereich gesteigert sowie eine positive Entwicklung des Betriebsergebnisses gewährleistet werden. Die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft wird in monatlich stattfindenden Beratungen mit Hilfe einer Soll-Ist Analyse ausgewertet. Eine Vorschau der wirtschaftlichen Entwicklung wird vierteljährlich für das Geschäftsjahr und jährlich im Rahmen der mittelfristigen Planung aktualisiert. Die Liquidität wird permanent überwacht. Das bestehende Risikomanagementsystem der Gesellschaft wurde weiterentwickelt. Im Geschäftsjahr wurden die Risiken im Rahmen der jährlichen Risikoinventur neu eingeschätzt, Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten neu bewertet und Frühwarnindikatoren angepasst. Es erfolgt monatlich eine Betrachtung der definierten Risiken und die Darstellung geeigneter Maßnahmen. D. Berichterstattung nach § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, liegen nicht vor. Verkehr Servicegesellschaft Saale mbH Seite 257 von 528 3.4 WOHNUNGSWIRTSCHAFT Wohnungswirtschaft Seite 258 von 528 Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Kaolinstraße 4 06126 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 256 T€ GWG Gesellschaft für WohnGewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH und 256 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Instandhaltung und Instandsetzung, Betreuung und Sanierung von Gebäuden und baulichen Anlagen. Das Unternehmen ist berechtigt, zur Realisierung des Gesellschaftszweckes Grundstücke zu erwerben, zu bebauen und zu belasten. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Gesellschaftszweck unmittelbar oder mittelbar gefördert werden kann. Sie kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben anderer Unternehmen bedienen, sich an ihnen beteiligen oder solche Unternehmen sowie Hilf- und Nebenbetriebe errichten, erwerben und pachten. Öffentlicher Zweck: Es handelt sich um ein Unternehmen der Wohnungswirtschaft, dessen öffentlicher Zweck sich aus § 116 Abs. 2 GOLSA ergibt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Damm, Bert Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 259 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 10 87 3 2009 % 8 90 2 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 147 1.241 37 T€ 160 1.896 36 T€ 93 1.642 48 % 5 92 3 T€ -13 -655 1 % -8 -35 2 Bilanzsumme 1.425 100 2.092 100 1.783 100 -667 -32 Treuhandvermögen 7 0 7 0 7 0 0 0 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 526 484 415 % 37 34 29 T€ 526 983 583 % 25 47 28 T€ 526 911 346 % 30 51 19 T€ 0 -499 -168 % 0 -51 -29 Bilanzsumme 1.425 100 2.092 100 1.783 100 -667 -32 Treuhandverbindlichkeiten 7 0 7 0 7 0 0 0 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3.411 30 168 1.899 1.031 35 579 7 1 71 4 67 152 5 147 56 6 50 2010 T€ 6.909 -1.075 46 3.564 1.520 34 619 10 2009 T€ 4.646 373 35 2.709 1.511 26 773 19 0 0 0 0 0 0 Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 260 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,96 12,74 102 103 28,56 2010 2,13 27,97 181 134 25,85 2009 1,07 9,48 76 94 29,89 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 10,29 36,89 63,11 31.12.2010 7,66 25,13 74,87 31.12.2009 5,22 29,47 70,53 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 261 von 528 e) Lagebericht 1 Darstellung des Unternehmens Die Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH (im Weiteren BHT genannt) ist das 100%ige Tochterunternehmen der Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH (im Weiteren GWG genannt). Die BHT wurde 1995 in der jetzigen Wirtschaftsform als GmbH gegründet. Ihre Tätigkeitsfelder umfassen:      Haustechnik (Heizung / Lüftung / Sanitär), Maurer- / Fliesenlegerarbeiten, Graffiti-Schadensbeseitigung und Betoninstand-setzung, Elektroinstallation, Innenausbau / Bodenleger- und Malerarbeiten, Schlüsseldienst. Mit diesem Gewerbeprofil wurden die Kapazitäten der BHT für Modernisierungs-, Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten am Wohnungsbestand sowie an den Immobilienobjekten der GWG genutzt. Der Wirkungsbereich insgesamt wurde so gestaltet, dass die BHT-Kapazitäten vorwiegend für Instandsetzungs-, Sanierungs- und Wartungsleistungen tätig waren. Es ist zu beachten, dass nach Auslaufen einer komplexen Maßnahme der Modernisierung und Instandsetzung die oben genannten Gewerke bei der Abarbeitung von Einzelaufträgen und von objektgebundenen Einzelmaßnahmen aktiv waren. Das laufende Instandhaltungsprogramm der GWG wurde mit den Schwerpunkten der technischen Gewerke (Haustechnik und Elektro) durch die BHT gewährleistet. Als vorteilhaft für die GWG ergibt sich auch die Tatsache, dass die anfallenden Arbeitsaufträge für diesen Servicesektor (Wartungsarbeiten und Reparaturen) jederzeit kurzfristig abgesichert werden konnten. Ein weiterer Gesichtspunkt, bei dem die vorgenannten Gewerke mit unterschiedlichen Schwerpunkten tätig waren, ist die Durchführung von Arbeitsleistungen für Ausbau-wohnungen. Als Bereicherung hat sich hier das „Bauen aus einer Hand“ durch die BHT erwiesen. Bauleistungen im vorgenannten Sinn für das Studentische Wohnen in Halle-Neustadt wurden ebenfalls durch die BHT für die GWG realisiert. Durch die Mutter-Tochter-Beziehung müssen die verfügbaren Kapazitäten der BHT zum überwiegenden Teil für die Muttergesellschaft tätig sein. Um jedoch den „Anschluss am freien Markt“ nicht zu verlieren, wurden auch Leistungsanteile im oben genannten Profil der BHT bei Privatkunden erfolgreich umgesetzt. 2 2.1 Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis Rahmenbedingungen Das in den Geschäftsjahren 2008 bzw. 2009 durch die Muttergesellschaft mit dem Tochterunternehmen intensiv gestaltete Inhouse-Geschäft wurde weiterentwickelt. Neue Geschäftsbereiche wie Graffiti-Schadensbeseitigung und Betoninstandsetzung aber auch Bauwerksabdichtungen (Injektionsverfahren) wurden erfolgreich realisiert. Die damit verbundenen Leistungsanteile für die GWG liegen 2011 bei 91 Prozent. Analog zum Lagebericht des Geschäftsjahres 2010 kann daher aus eigener Erfahrung zur Entwicklung des Bauwesens und einer konkreten Beurteilung des freien Marktes keine Einschätzung durch das Unternehmen BHT erfolgen. 2.2 Geschäftsverlauf Die positive Gestaltung der Mutter-Tochter-Beziehung erfolgte auf der in den letzten Geschäftsjahren praktizierten Arbeitsweise. Mit der Konkretisierung der Plandokumente der Muttergesellschaft zum Jahresende 2010 wurden bereits Abstimmungen zwischen Mutter- und Tochterunternehmen in der Form durchgeführt, dass in Frage kommende Bauaufgaben der GWG mit der BHT diskutiert, abgestimmt und in verbindliche Vereinbarungen eingebunden wurden. Grundlage für die konkrete Aufgabenübertragung zwischen Mutter- und Tochterfirma bildeten klassische Vertragsbeziehungen sowie die vorangehenden Entscheidungen der Vergabekommission der GWG. Die Realisierung der Baumaßnahmen durch die BHT erfolgte in Eigenleistung; aber auch unter Bindung von entsprechenden Subunternehmen (je nach Bedarf). Leiharbeitskräfte waren in der Regel nur punktuell tätig. Das Notdienstmanagement für die Muttergesellschaft mit den Schwerpunkten Haustechnik und Elektro wurde im gesamten Geschäftsjahr reibungslos durch die BHT sichergestellt. Die bei der Restrukturierung mit dem Geschäftsjahr 2008 als Zielstellung formulierten Vorteile einer weiterhin direkten Absicherung des gesamten Notdienstes durch die BHT haben sich als richtig bestätigt. Im Einzelnen sind folgende Kriterien zu nennen:    schnelle Reaktionszeit durch die vorhandenen Kapazitäten der Tochtergesellschaft; bedingt durch das hohe Insiderwissen im Immobilienbestand der GWG wurde eine effektive Auftragsabwicklung jederzeit abgesichert; bedingt durch die Mutter-Tochter-Beziehung und der damit verbundenen umsatzsteuerlichen Organschaft ist dieser Gesichtspunkt als betriebswirtschaftlich positiv einzuordnen. Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 262 von 528 Das erzielte Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2011 ist als positiv zu bewerten; die Liquidität der BHT war jederzeit gewährleistet. Es ergeben sich folgende Umsatzerlöse in Bezug auf das Verhältnis Muttergesellschaft sowie Leistungen für Dritte: Umsatzerlöse für die Muttergesellschaft GWG Umsatzerlöse für Dritte T € 3.100 (91%) T € 311 ( 9%) In Bezug auf die Personalarbeit ist festzustellen, dass auch im Geschäftsjahr 2011 umfassende Weiterbildungsmaßnahmen bei handwerklichen Mitarbeitern aber auch bei Führungskräften durchgeführt wurden. Die im Geschäftsjahr 2008 begonnene Restrukturierung des Unternehmens wurde 2011 weitergeführt. Schwerpunkte bildeten in einem eigens dafür ausgearbeiteten Personal- und Entwicklungskonzeptes eine vollzogene Bewertung von ausgewählten Arbeitsstellen im Stellenplan der BHT auf ihren weiteren Bedarf. Dieses Personalentwicklungskonzept wurde schwerpunktmäßig im Geschäftsjahr 2011 angepasst, umgesetzt und findet im Geschäftsjahr 2012 seinen Abschluss. 2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Bilanzsumme hat sich mit T€ 1.425 gegenüber dem Vorjahresstichtag (T€ 2.092) um 31,9% verringert. Unverändert zum Vorjahresstichtag ist das Anlagevermögen vollständig durch Eigenkapital abgedeckt. Durch die um T€ 667 verringerte Bilanzsumme, hat sich die Eigenkapitalquote auf 36,9% erhöht. Bezogen auf die Bilanzstruktur, ergaben sich auf der Aktivseite Veränderungen, insbe-sondere durch die Verringerung des Finanzmittelfonds um T€ 575, die Verringerung der Forderungen (insgesamt um T€ 110) sowie der Verringerung des Anlagevermögens um T€ 13, dem gegenüber steht eine Erhöhung der Vorräte um T€ 31. Auf der Passivseite wurde die Verringerung der Bilanzsumme durch die um T€ 500 gesunkenen sonstigen Rückstellungen sowie die um T€ 167 gesunkenen Verbindlichkeiten verursacht. Im Bezug auf die Liquidität wurden alle Investitionen aus eigenen Mitteln getätigt. Der Finanzmittelfond beläuft sich am Bilanzstichtag auf T€ 816. Die Ertragslage der Gesellschaft ist als positiv zu bewerten. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf T€ 71 (Vorjahr T€ 152). Das nach Abzug sonstiger Steuern verbleibende Ergebnis von T€ 67 wird aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages an die GWG abgeführt. 3 3.1 Weitere Entwicklung Chancen der künftigen Entwicklung Die begonnene Restrukturierung der BHT ist nicht abgeschlossen und muss im kommenden Zeitraum weiter geführt werden. Die in den letzten Jahren begonnene Neuausrichtung mit Teilleistungen auf den Strecken Beseitigung von Graffitischäden, Bauwerks- und Fugenabdichtungsarbeiten sowie Betoninstandsetzung haben sich qualitativ gefestigt. Da die Entwicklung dieser Strecken insgesamt als sehr positiv einzuordnen ist, müssen die Chancen zur weiteren Fortführung dieser Teilleistungen in den kommenden Zeiträumen nunmehr als fester Bestandteil, bei entsprechenden zu vergebenden Arbeiten der GWG an die BHT, Berücksichtigung finden. Grundsätzliche Abstimmungen zur weiteren Verfahrensweise bei der Absicherung von erforderlichen Notdienstleistungen einschließlich Instandhaltung und Wartung wurden zum Jahreswechsel 2011 / 2012 aktualisiert und neu festgeschrieben. Hier sind ebenfalls für die nächsten Zeiträume gute Chancen für die weitere Tätigkeit der BHT zu sehen. Im Rahmen der weiterführenden Restrukturierung bilden effektivere innere Abläufe, die zu organisieren sind, Ressourcen, welche unbedingt kurzfristig zu bewerten sind. 3.2 Risiken der künftigen Entwicklung Die Liquidität des Unternehmens war in den letzten Jahren jederzeit gewährleistet. Der Arbeitskräfteeinsatz der gewerblichen Arbeitnehmer der BHT wurde bisher so gestaltet, dass es immer mit Kontinuität gelungen war, den Einsatz effektiv zu gestalten. Dies alles war nur möglich, weil innerbetrieblich geführte Rapportsysteme aber auch das Berichtswesen von Tochter- zur Muttergesellschaft gut organisiert sind. Dies ist für die weitere erfolgreiche Gestaltung der wirtschaftlichen Tätigkeit der BHT sicherzustellen. Um eventuellen Risiken entgegenzutreten wirkte je nach Situation die Innenrevision der GWG mit. Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 263 von 528 Als risikobehaftet ist die Umsetzung des Personalentwicklungskonzeptes aus dem Geschäftsjahr 2011 zu betrachten. Die mit der Reduzierung von Verwaltungspersonal verbundenen Problemstellungen müssen konsequent in Bezug auf die Prozess- und Ablaufgestaltung gelöst werden. Schwerpunkt bildet dabei der störungsfreie Ablauf aller Arbeitsverrichtungen, die im Bereich der gewerblichen Tätigkeit der BHT stattfinden. Den damit verbundenen Risiken ist durch entsprechende laufende Qualifizierung von Führungs-kräften aber auch von gewerblichen Arbeitnehmern entgegenzuwirken. In Bezug auf Erfordernisse von Neukonzipierungen ist als Tätigkeitsgebiet besonders der Komplex Lagerwirtschaft zu benennen. 3.3 Prognose Für die nächsten Jahre ist davon auszugehen, dass das Inhouse-Geschäft zwischen GWG und BHT fortgeführt wird und die Splittung der Leistungen in GWG-Anteil sowie Anteil freier Markt sich weiterhin zu etwa 90 % für das Mutterunternehmen gestaltet. Dabei sind die inhaltlichen Schwerpunkte insbesondere für Leistungen der Wartung / Instandhaltung / Revision für die Bereiche Haustechnik und Elektro zu benennen. Insgesamt werden die Gewerke Haustechnik, Elektro, Maurer und Fliesenleger, Innenausbau mit Bodenleger-arbeiten und Schlüsseldienst entsprechend dem Bauaufkommen der GWG mit eingebunden. Inhaltlich sind diese Kapazitäten weiterhin für punktuelle Einzelmaßnahmen sowie objektbezogene Instandsetzungen / Reparaturen aber auch Modernisierungsarbeiten einzuplanen. Weitere Geschäftsfelder, die sich im Zusammenhang mit dem Reparatur- und Baubedarf des Mutterunternehmens ergeben, sind situationsbedingt zu entwickeln. Dabei sind alle Möglichkeiten und insbesondere das hohe Insiderwissen der BHT-Mitarbeiter als gute Ausgangsbasis anzusehen. Grundlage für die einzelnen Jahresplanungen bilden die inhaltlichen Bauaufgaben der Muttergesellschaft, die im jeweils IV. Quartal des laufenden Jahres für das kommende Geschäftsjahr kapazitiv mit dem Arbeitsaufkommen der BHT abzustimmen sind. Die konkrete Planeinordnung in die jeweiligen Geschäftsjahre erfolgt dann schwerpunktmäßig im I. Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Wie im zurück liegenden Geschäftsjahr ist gleichfalls die Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahr 2012 von der Planung her als positiv gestaltet einzuschätzen. Es ist davon auszugehen, dass auch in diesem Geschäftsjahr ein positives Ergebnis vor Gewinnabführung erreicht wird. Wohnungswirtschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH Seite 264 von 528 EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale)* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Am Stadion 5 06122 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Eigenbetrieb 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Der Zweck des Eigenbetriebes ist die Erbringung gebäudewirtschaftlicher Leistungen zum Raum-, Bewirtschaftungs-, Sanierungs-, Modernisierungs- und Unterhaltungsbedarf an städtischen und städtisch angemieteten Gebäuden einschließlich Neu- und Erweiterungsbau. Die Leistungserbringung erfolgt auf der Basis von Serviceverträgen/-vereinbarungen bezogen auf die dem Verwaltungsvermögen zugeordneten Grundstücke und Gebäude in seiner Gesamtheit. (2) Zweck des Eigenbetriebes ist ferner die bedarfsgerechte Steuerung der Versorgung der Organisationseinheiten der Stadtverwaltung mit Gebäuden und Räumen und den dazugehörigen Grundstücken im Rahmen der Serviceverträge und -vereinbarungen. (3) Im Rahmen der sachgerechten Bewirtschaftung wird der Eigenbetrieb als ganzheitlicher Dienstleister in folgenden Bereichen tätig: Finanzen, Buchhaltung, Controlling; Verträge, Ausschreibung, Vergabe; Neu- und Erweiterunqsbau, Projektplanung; Instandhaltung (Bauunterhaltung/Reparaturen), Instandsetzung (Modemisierung) Umbau und Verbesserung; Flächenmanagement und Betreuung des Mieter-Vermietermodells; Vorbereitung Abriss und Vermarktung; Energiemanagement; Bewirtschaftung; Beschaffung von Leistungen und Waren für die Gebäudebewirtschaftung; Gebäudeverwaltung einschließlich der Verwaltung von Leerstandsobjekten; Pflege und Unterhalt der Außenanlagen für Grundstücke; Umzugsmanagement. (4) Der Eigenbetrieb kann mit Leistungen nach Absatz 1 auch für städtische Eigenbetriebe, Gesellschaften, Anstalten und Stiftungen tätig werden. Bei Maßnahmen, in die städtische Mittel einfließen, ist die Leistungsübernahme in Form von Betreuung und Kontrolle durch den Eigenbetrieb erforderlich. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck des Unternehmens ergibt sich aus einem Annex. Das Unternehmen zeichnet sich für die Betreuung von Immobilien anderer städtischer Unternehmen verantwortlich. * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 265 von 528 b) Besetzung der Organe Betriebsleitung: Betriebsausschuss: Vorsitzender Vorsitzender Bielecke, Bernd Dr. Pohlack, Thomas Neumann, Wolfram Hopfgarten, Klaus Kohlberg, Uwe Menn, Christoph Röhr, Christine Schramm, Rudenz Sprung, Michael Wildgrube, Martina Wolter, Tom (bis 06.07.2011) (seit 07.07.2011) 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 0 31.12.2009 T€ 0 Betriebsausschuss 0 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 3 97 0 2009 % 3 97 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 772 26.771 3 T€ 914 30.516 5 T€ 1.036 27.205 44 % 4 96 0 T€ -142 -3.745 -2 % -16 -12 -40 Bilanzsumme 27.546 100 31.435 100 28.285 100 -3.889 -12 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.588 322 4.070 21.543 23 % 6 1 15 78 0 T€ 1.587 380 4.204 25.218 46 % 5 1 13 81 0 T€ 1.534 440 4.715 21.528 68 % 5 2 17 76 0 T€ 1 -58 -134 -3.675 -23 % 0 -15 -3 -15 -50 Bilanzsumme 27.546 100 31.435 100 28.285 100 -3.889 -12 Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 266 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust -4 90 1 1 32.534 -475 1.780 22.262 7.915 210 3.310 86 141 87 2010 T€ 34.645 -289 3.302 21.782 10.247 225 5.160 31 169 106 15 -15 1 89 1 1 2009 T€ 36.710 -1.817 2.694 21.713 10.149 241 5.449 67 7 95 10 84 1 1 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,00 0,06 211 171 23,39 2010 0,00 0,05 225 149 27,21 2009 0,00 0,04 242 146 27,00 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 2,77 5,77 94,23 31.12.2010 2,87 5,05 94,95 31.12.2009 3,61 5,43 94,57 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Mietfläche Anmietung Stadt Mietfläche Drittvermietung Mietfläche Vermietung an die Stadt 31.12.2010 16.453,00 83.112,00 369.939,00 31.12.2009 16.580,00 72.684,00 387.498,00 Angaben in m ² m ² m ² 14.256,26 80.722,29 361.900,13 m² m² m² Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 267 von 528 e) Lagebericht 1. Darstellung der Geschäftsfelder und des Geschäftsverlaufes Die Vermietung von Mietflächen in städtischen Gebäuden basiert seit 2004 auf dem Vermieter-Mieter-Modell. Auf Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) vom 12. Dezember 2007 sind alle städtischen Objekte, die bis dahin im Sondervermögen des EB ZGM ausgewiesen wurden, in das allgemeine Grundvermögen der Stadt Halle (Saale) zum 1. Januar 2008 rückübertragen worden. Die Rückübertragung hatte weitreichende Folgen für das bestehende Vermieter-Mieter-Modell. Die Vertragsverhältnisse und die Zahlungsmodalitäten waren anzupassen, da nur die Stadt Halle (Saale) als Eigentümerin Mieten von den Ämtern und Drittnutzern verlangen kann. Aus diesem Grund wurde eine Servicevereinbarung abgeschlossen, die die Erbringung der Dienstleistungen des EB ZGM an den Grundstücken und dazu gehörigen Gebäuden zwischen der Stadt Halle (Saale) und dem Eigenbetrieb regelt. Der EB ZGM ist seitdem weiterhin ganzheitlicher Dienstleister im Sinne einer Verwaltungsgesellschaft. Zu den Aufgaben des EB ZGM gehören die Verwaltung der Mietverträge für die Ämter und Dritte, die Koordinierung und Verrechnung der Betriebskosten, das Flächenmanagement, Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen und die Realisierung von investiven Maßnahmen. Der Eigenbetrieb erhält dafür ein monatliches Serviceentgelt in Höhe der bis zum Abschluss der Servicevereinbarung vereinbarten Mietzahlungen und Bewirtschaftungskosten, die weiterhin durch den EB ZGM erfasst und den einzelnen Objekten zugeordnet werden. Gegenstand der Servicevereinbarung ist die vollständige Leistungserbringung an den bebauten städtischen Grundstücken. Die Realisierung von Investitionsmaßnahmen erfolgte, wie in den Wirtschaftsjahren zuvor, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen mittelverantwortlichen Ämtern bzw. Einrichtungen. Durch Leistungsvereinbarungen wurde der Umfang der Tätigkeiten (i. d. R. Bauherrenvertretung bis zur Baufertigstellung und Objektübergabe) geregelt. Dem EB ZGM wurden die Investitionsmittel für die Ausführung der bautechnischen Maßnahmen von den mittelbewirtschaftenden Ämtern zur Verfügung gestellt. 2011 sind vorwiegend Investitionen realisiert worden, die im Rahmen der Konjunkturpakete 1 und 2 gefördert werden. Die Gebäudemanagementdienstleistungen für Ämter und Einrichtungen der Stadt Halle wurden auf der Grundlage von Service- bzw. Leistungsvereinbarungen erbracht und in den Umsatzerlösen aus anderen Lieferungen und Leistungen erfasst. Mit Grundsatzbeschluss des Stadtrates zur Restrukturierung vom 18. Juli 2007 wurde beschlossen, dass die Nichtgebäudemanagementleistungen des EB ZGM an die Stadt Halle (Saale) übertragen werden. Im Eigenbetrieb wurden alle dafür erforderlichen organisatorischen Voraussetzungen geschaffen. Die Nichtgebäudemanagementleistungen werden mit Ausnahme der Umzugsleistungen seit dem Wirtschaftsjahr 2011 strukturell und räumlich nicht mehr dem EB ZGM zugeordnet und nicht mehr von ihm geplant. Die Nichtgebäudemanagementdienstleistungen (z. B. Telekommunikation, Post- und Kopierdienst, Fuhrpark, Zentraler Einkauf) wurden im Berichtsjahr weder erbracht, noch in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst. Das Amt für Kommunikation, Datenverarbeitung und Zentrale Dienste (Amt 13), welches ab 15. September 2010 unter der Bezeichnung Hauptamt (Amt 10) geführt wird, übernimmt die o. g. Leistungen des EigenBetriebes Zentrales GebäudeManagement gemäß Organisationsverfügung vom 13. Oktober 2010. Die dazu erforderlichen Mitarbeiter wurden zum 15. September 2010 aus dem Eigenbetrieb übergeleitet und nehmen ab diesem Zeitpunkt im gebildeten Hauptamt der Stadt Halle (Saale) ihre Tätigkeit wahr. Der Mitarbeiterbestand im Eigenbetrieb reduzierte sich von 251 Mitarbeitern per 31. Dezember 2010 auf 197 Mitarbeiter per 31. Dezember 2011. Hauptgrund hierfür ist vor allem der Übergang von 48 Mitarbeitern des EB ZGM, die zum Hauptamt überführt wurden. Von den 197 beschäftigten Mitarbeitern per 31. Dezember 2011 standen dem EB ZGM lediglich 181 Arbeitskräfte zur Verfügung. Grund dafür sind u. a. die Inanspruchnahme von Altersteilzeitmodellen (15 MA Altersteilzeit-Freizeitphase) und die befristeten Erwerbsunfähigkeitsrenten (1 MA). Im Wirtschaftsjahr 2011 erfolgten fünf Neueinstellungen. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 268 von 528 2. Vermögens- und Finanzlage Jahresabschlussanalyse – Vergleich Vermögenslage – Aktiva – 31.12.2011 TEUR Aktiva Anlagevermögen Vermögen Vorräte Forderungen/RAP Flüssige Mittel Kurzfristig gebundenes Vermögen = Langfristig gebundenes 772 18.887 6.564 1.323 26.774 27.546 2,8 68,6 23,8 4,8 97,2 100,0 915 19.442 9.894 1.184 30.520 31.435 2,9 61,8 31,5 3,8 97,1 100,0 -143 -555 -3.330 139 -3.746 3.889 % 31.12.2010 TEUR % Veränderung TEUR Hauptbestandteil des Vermögens des EB ZGM bildete bis zum 1. Januar 2008 das sogenannte Sondervermögen, das sich fast ausschließlich aus dem Immobilienvermögen zusammensetzte. Aufgrund von Auflagen des Landesverwaltungsamtes und Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) vom 12. Dezember 2007 erfolgte die Rückübertragung der städtischen Objekte zur Stadtverwaltung Halle (Saale). Das gesamte Immobilienvermögen (Sondervermögen des EB ZGM) ist zum Stichtag 1. Januar 2008 aus der Bilanz des Eigenbetriebes abgegangen. Der Eigenbetrieb hat auch im Wirtschaftsjahr 2011 gemäß Satzung (§ 2 Zweckbestimmung) an den rückübertragenen städtischen Gebäuden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen einschließlich Neu- und Erweiterungsbau durchgeführt. An folgenden Gebäuden wurden 2011 Baumaßnahmen in großem Umfang vorgenommen: TEUR Kommunales Bildungszentrum Stadtmuseum/Druckereigebäude Grundschule Büschdorf Gymnasium Christian-Wolff 2.271 1.938 572 190 4.971 Im Wirtschaftsjahr 2011 konnte gegenüber 2010 eine Steigerung der verwendeten Investitionsmittel verzeichnet werden. Damit konnte der Vermögensverzehr zumindest für die o. g. Objekte aufgehalten werden. Dies ist allerdings im Wesentlichen auf einen Einmaleffekt durch das Konjunkturpaket 2 zurückzuführen. Mit zwei Konjunkturpaketen hat die Bundesregierung im Winter 2008/2009 auf die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise reagiert. Vorgesehen waren bis Ende 2010 rund 10 Milliarden Euro für Investitionen der Kommunen und Länder und 4 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen. Die Finanzierung erfolgt zu 75 % durch den Bund, 25 % tragen die Länder. Investitionsschwerpunkte sind der Bildungsbereich, insbesondere Kindergärten, Schulen, Hochschulen und die Infrastruktur, insbesondere Verkehr, sowie Krankenhäuser, Städtebau und Informationstechnologie. Der EB ZGM verfügt durch den seit 2004 vollzogenen erheblichen Personalabbau nur über eingeschränkte Personalressourcen. Trotzdem wurden für Vorhaben, die sowohl aus dem Konjunkturpaket 1 als auch aus dem Konjunkturpaket 2 gefördert wurden, in größerem Umfang Leistungen erbracht. Die Vorräte des Betriebes betreffen im Wesentlichen noch nicht abgerechnete Betriebskosten in Höhe von TEUR 18.454 (Vorjahr: TEUR 18.930). Die Liquidität war im Wirtschaftsjahr 2011 ständig und uneingeschränkt gesichert. Ausdruck dafür ist der ausgewiesene Bestand an Liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 1.323 (Vorjahr: TEUR 1.184) sowie Forderungen an die Stadt Halle (Saale) aus Cash Pool in Höhe von TEUR 4.356 (Vorjahr: TEUR 7.154). Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 269 von 528 Jahresabschlussanalyse – Vergleich Vermögenslage – Passiva – 31.12.2011 TEUR Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszuschüsse Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten Langfristig verfügbare Mittel Kurzfristige Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten/RAP Kurzfristig verfügbare Mittel 1.588 322 1.861 3.771 2.209 21.566 23.775 27.546 Zum Bilanzstichtag beträgt die allgemeine Rücklage TEUR 1.562. Die Rückstellungen entwickelten sich im Wirtschaftsjahr 2011 wie folgt: Inanspruchnahme TEUR 0 903 0 29 178 0 5,8 1,1 6,8 13,7 8,0 78,3 86,3 100,0 1.587 380 2.298 4.265 1.926 25.244 27.170 31.435 5,0 1,2 7,3 13,5 6,1 80,4 86,5 100,0 1 -58 -437 -494 283 -3.678 -3.395 -3.889 % 31.12.2010 TEUR % Veränderung TEUR 01.01.2011 TEUR Steuerrückstellungen Altersteilzeit (ATZ) und Rentenmodell Rückstellungen für Archivierung Abschluss- und Prüfungskosten Urlaub, Mehrstunden und Jubiläen Ungewisse Verbindlichkeiten aus An- und Vermietung Rückstellungen für ausstehende Betriebskostenrechnungen (Anmietung) Rückstellungen für sonstige gewisse Verbindlichkeiten 1 3.088 0 36 196 277 Auflösung TEUR 0 40 0 7 0 0 Zuführung TEUR 0 539 50 55 244 0 31.12.2011 TEUR 1 2.684 50 55 262 277 424 un182 4.204 401 0 1.511 23 0 70 395 164 1.447 395 346 4.070 3. Ertragslage In der Gewinn- und Verlustrechnung werden alle Erträge und Aufwendungen aus der Realisierung der durch die Stadt Halle (Saale) an den EB ZGM übertragenen Aufgaben erfasst. Eine organisatorische Trennung der Aufgaben wurde im Wirtschaftsjahr 2011 nicht vorgenommen. Durch die komplexe Untergliederung der Sachkosten ist es möglich, eine Zuordnung der Aufwendungen im Rahmen der Dienstleistungen für die Stadt Halle (Saale), den EB Kita, für Sportstätten und andere Einrichtungen vorzunehmen, die an die Stadt und an Dritte weiterberechnet werden. Im Wirtschaftsjahr 2011 führte der Eigenbetrieb keine Baubetreuungstätigkeiten für externe Dritte aus. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 270 von 528 Zusammensetzung der Umsatzerlöse/betrieblichen Erträge 2011 TEUR Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung Vermietung von angemietetem Vermögen Betriebskostenabrechnung Umsatzerlöse aus Betreuungstätigkeit aus verwaltungsmäßiger Betreuung Umsatzerlöse aus anderen rungen und Leistungen Bestandsveränderung Übrige betriebliche Erträge Liefe3.530 -475 1.780 33.839 10,4 -1,4 5,3 100,0 3.273 -289 3.086 37.442 8,7 -0,8 8,3 100,0 257 -186 -1.306 -3.603 8.633 8.633 25,5 25,5 10.133 10.133 27,1 27,1 -1.500 -1.500 % TEUR 2010 % Ergebnisveränderung TEUR 1.263 19.108 20.371 3,7 56,5 60,2 1.426 19.813 21.239 3,8 52,9 56,7 -163 -705 -868 Die Erlöse aus der Vermietung von angemietetem Vermögen haben sich gegenüber dem Vorjahr vermindert. Die Verminderung resultiert aus der Reduzierung der Anmietflächen. Insgesamt ergibt sich ein monatlicher Durchschnittserlös von EUR/qm 7,38 (Vorjahr: EUR/qm 7,29). Der Rückgang der Erlöse aus der Betriebskostenabrechnung ist neben einer Verminderung der vermieteten Flächen unter Anderem auch auf die geringeren Aufwendungen für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zurückzuführen. Aufgrund der Rückübertragung der städtischen Objekte in das allgemeine Grundvermögen der Stadt Halle (Saale) zum 1. Januar 2008 werden wie im Vorjahr 2010 keine Erlöse mehr aus der Vermietung von eigenem Vermögen ausgewiesen. Gemäß der Servicevereinbarung mit der Stadt Halle (Saale) erhält der EB ZGM seit Januar 2008 für die Bewirtschaftung der städtischen Objekte ein monatliches Serviceentgelt in Höhe der bis dahin geleisteten Mietzahlungen und Bewirtschaftungskosten. Diese Erlöse werden im Wirtschaftsjahr 2011 wie 2010 im Posten „Erlöse aus verwaltungsmäßiger Betreuung“ ausgewiesen. Die daraus erzielten Erlöse aus verwaltungsmäßiger Betreuung haben sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 10.133 auf TEUR 8.633 verringert und entfallen mit TEUR 6.563 (Vorjahr: TEUR 7.946) auf Entgelte aus Vermietung an die Stadt sowie mit TEUR 2.070 (Vorjahr: TEUR 2.187) auf Entgelte aus Vermietung an Dritte. Diese Verminderungen ergeben sich unter anderem aus den Änderungen der Flächennutzungen der Ämter und resultieren vorrangig aus dem Abgang von Gebäuden (Verkauf bzw. Schließung von Schulen). Insgesamt ergeben sich für die Bewirtschaftung der städtischen Objekte folgende monatliche Durchschnittserlöse (pro qm): 2011 EUR Vermietung an die Stadt Halle (Saale) Vermietung an Dritte 1,52 2,14 2010 EUR 1,76 2,35 Die Übrigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Investitionskostenzuschüsse in Höhe von TEUR 1.183 (Vorjahr: TEUR 1.027) sowie Weiterberechnungen an die Stadt in Höhe von TEUR 232 (Vorjahr: TEUR 1.973). Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 271 von 528 Die Zusammensetzung der betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 33.571 (Vorjahr: TEUR 37.439) stellt sich wie folgt dar: Der Aufwand für Instandhaltung und Instandsetzung betrug im Wirtschaftsjahr 2011 insgesamt TEUR 4.293 (Vorjahr: TEUR 3.855). Die Personalabrechnung für den EB ZGM wurde wie in den Vorjahren als Dienstleistung durch das Amt für Personalservice der Stadt Halle (Saale) durchgeführt. Durch die Reduzierung der Mitarbeiterzahl im Wirtschaftsjahr 2011 um 50 MA auf durchschnittlich 197 Mitarbeiter (Vorjahr: 243 Mitarbeiter) wurden die reinen Personalaufwendungen 2011 trotz Tarifsteigerung gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2010 um TEUR 2.332 gesenkt. Die massive Personalkostenreduzierung ergibt sich vor allem aus dem Übergang von 48 Mitarbeitern des EB ZGM zum Hauptamt der Stadt Halle (Saale). Dadurch wurden im EB ZGM ca. TEUR 1.600 an Personalkosten eingespart. Unter Berücksichtigung des Verbrauches der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 903 und der Zuführung zur Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 539 wurden die Personalaufwendungen im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr gesenkt. Die Personalkostenstruktur zeigt folgendes Bild: 2011 Durchschnittliche Vollzeitstellen Löhne und Gehälter (inkl. Altersteilzeitmodelle) in EUR je Vollzeitstelle in EUR Aufwand soziale Abgaben (ohne Altersversorgung) in EUR je Vollzeitstelle in EUR Aufwand Altersversorgung in EUR je Vollzeitstelle in EUR Summe in EUR je Vollzeitstelle in EUR 187,20 6.412.934,44 34.257,12 1.288.261,20 6.881,74 213.703,00 1.141,58 7.914.898,64 42.280,44 2010 242,70 8.409.740,34 34.650,76 1.548.867,86 6.381,82 277.186,30 1.142,09 10.235.794,50 42.174,68 Veränderung -55,50 -1.996.805,90 -393,64 -260.606,66 499,92 -63.483,30 -0,51 -2.320.895,86 105,76 Fazit: Die Entwicklung der Ertragslage im Wirtschaftsjahr 2011 ist durch folgende entscheidende Sachverhalte gekennzeichnet:      Verringerung der Serviceentgelte/Mieterlöse insgesamt um TEUR 1.663 auf TEUR 9.897 (Vorjahr: TEUR 11.559) Verringerung der Erlöse aus Betriebskostenabrechnung um TEUR 705 auf TEUR 19.108 (Vorjahr: TEUR 19.813) Erhöhung der Instandhaltungsaufwendungen um TEUR 438 auf TEUR 4.293 (Vorjahr: TEUR 3.855) Verringerung der Aufwendungen für Betriebskosten um TEUR 113 auf TEUR 16.806 (Vorjahr: TEUR 16.693) Verringerung der Abschreibung des Anlagevermögens um TEUR 15 auf TEUR 210 (Vorjahr: TEUR 225). Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 272 von 528 4. Voraussichtliche Entwicklung einschließlich Chancen und Risiken Der Vollzug der 2008 begonnenen Restrukturierung des Eigenbetriebes Zentrales Gebäudemanagement, die u.a. auf den Vorschlägen eines externen Beratungsunternehmens basiert, ist 2011 fortgeführt worden. Nach der Umstellung der Betriebsleitung von vormals zwei Betriebsleitern auf die Leitung des Betriebes durch einen gesamtverantwortlichen Betriebsleiter und der ersten Stufe der Neuausrichtung, bei der die nicht Gebäudemanagementleistungen im Bereich interner Service zusammengeführt worden sind, sind die nicht Gebäudemanagementleistungen zum 01. Januar 2011 in das wieder gebildete Hauptamt übergeleitet worden. Die im Vorjahr begonnene Qualifizierung und Erweiterung der Nutzung des SAP Systems und der Aufbau des CAFM-Systems als Arbeitsmittel für die technischen Bereiche und das Immobilienmanagement sind 2011 fortgeführt worden. Die Arbeitsorganisation und Leistungsabrechnung der Hausmeisterdienste und der Techniker/Havariedienste ist durch die Einführung eines mobilen elektronischen Zeiterfassungssystems nach einem umfassenden Testbetrieb durch alle Nutzer des mobilen Zeiterfassungssystems eingeführt worden. Die organisatorische Trennung der Bereiche Finanzen und kaufmännisches Immobilienmanagement hat in der Vergangenheit die Abstimmung zwischen dem Haupt- und Nebenbuch erschwert. Um dieses grundsätzliche Problem zu überwinden, ist die Verschmelzung der beiden Bereiche im Wirtschaftsjahr 2011 vorbereitet und 2011 erfolgreich abgeschlossen worden. Dadurch ist eine höhere Klarheit und Transparenz der Buchführung des Unternehmens erreicht worden. Die Neuausrichtung der technischen Bereiche als weitere Stufe der Restrukturierung ist inhaltlich und konzeptionell weiter vorangebracht worden. In diesem Zusammenhang sind die Abläufe bei der Projektbearbeitung untersucht worden. Die Ergebnisse sind in die Konzepte für die Ausgestaltung des CAFM-Systems eingeflossen, das 2010 angeschafft und installiert worden ist. Beim Aufbau und der Einführung des CAFM-Systems geht es auch darum, dieses System mit bereits eingeführten DV-Systemen zu koordinieren und zu verknüpfen und so ein ganzheitliches Arbeits- und Kommunikationsmittel für alle Bereiche des Betriebes zu schaffen. Auf diese Weise ist es möglich, die notwendige Strukturierung der Abläufe im Betrieb zu erreichen und den zukünftigen Anforderungen bei weiter reduziertem Personalbestand gerecht werden zu können. Dazu ist 2011 begonnen worden, sämtliche betrieblichen Prozesse detailliert zu erfassen und ihre Integration in die CAFM- und SAP-Programmstrukturen vorzubereiten. Das kaufmännische Controlling ist zu einem effizienten Mittel der Betriebsführung entwickelt worden. Das aussagekräftige Kennzahlensystem ist aufgebaut worden. Die Erfahrungen aus dem Betriebscontrolling sind 2011 in die Vorbereitung des Baucontrollings eingeflossen. Permanente Baukostenverfolgung und Ergebnisprognose sind bei der Umsetzung der Projekte aus dem Konjunkturpaket 2 erfolgreich zur Anwendung gebracht worden. Dadurch ist es u.a. möglich gewesen, bei den Vorhaben, die aus dem K-2-Paket gefördert worden sind, den Gesamtkostenrahmen einzuhalten. Alle Vorhaben konnten im vorgesehenen Zeitraum fertiggestellt werden. Aufgrund der großen Zahl in der Vergangenheit geschlossener Altersteilzeitverträge wird in den kommenden Jahren, insbesondere ab 2012, eine Vielzahl von Mitarbeiter die aktive Beschäftigung im Betrieb beenden. Die seit 2008 begonnene konsequente Lehrausbildung ist als Mittel zur Beschaffung geeigneten Personals 2011 fortgeführt worden. Mit der begonnenen Kooperation mit Bildungseinrichtungen, die duale Hochschulbildung anbieten, ist diese Form 2011 ausgebaut und qualifiziert worden. 2011 haben zwei Studenten, die Mitarbeiter des EB ZGM sind, den dualen Studiengang für die Ausbildungsrichtung Immobilienmanagement an einer Hochschule in der Region begonnen. Die mit Betriebsangehörigen in großer Zahl geschlossenen Verträge im Rahmen der Teilzeitinitiative sind 2011 weiter wirksam und haben zu erheblicher Einsparung der Personalkosten beigetragen. Die Verträge sind für einen Zeitraum von fünf Jahren geschlossen worden und sind daher bis 2015 wirksam. Der Wirtschaftsplan für 2012 sieht erneut ein ausgeglichenes Ergebnis vor, das wie in den drei vorausgegangenen Jahren unter Mobilisierung aller Ressourcen des Betriebes erreicht werden kann. Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2013 soll dem Betriebsausschuss im September 2012 vorgelegt werden. Dabei liegt der Struktur der Zahlungsströme die Produktstruktur des Haushaltes zugrunde, die seit Januar 2012 zu vielfältigen Veränderungen in der Zuordnung der Kosten geführt hat. Wesentliche kurzfristige Chancen und Risiken werden derzeit keine gesehen. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 273 von 528 Mittelfristige Risiken liegen einerseits nach wie vor in der Umsetzung des Umstrukturierungsprozesses und der damit verbundenen Zielrichtung und andererseits im künftigen Bedarf an Immobilienbestand der Stadt und dem daraus resultierenden nicht abschließend bestimmbaren Leistungsumfang für den Eigenbetrieb. Die Mittel für die Bauunterhaltung der betreuten städtischen Gebäude müssen dem Bedarf an Baureparaturen angepasst werden, um den Gebäudebestand langfristig erhalten zu können. Eine Konzentration auf den Kernbestand an Immobilien ist dabei angezeigt. Die Identifizierung des Kernbestandes wird derzeit vorangetrieben. Die Liquidität des Eigenbetriebes ist bei bedarfsgerechter Bereitstellung der finanziellen Mittel in Form des Serviceentgeltes durch die Stadt Halle ( Saale ) gesichert. Wohnungswirtschaft EigenBetrieb Zentrales GebäudeManagement der Stadt Halle (Saale) Seite 274 von 528 GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Am Bruchsee 14 06122 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 12.782 T€ Stadt Halle (Saale) 12.782 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft bewirtschaftet, verwaltet, betreut und errichtet Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen, insbesondere Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen und Eigenheime. Bei der Bereitstellung von Mietwohnungen sind in angemessener Weise soziale Belange zu berücksichtigen. Die Gesellschaft kann alle im Bereich der Wohnungswirtschaft, des Städtebaus und der Infrastruktur anfallenden Aufgaben übernehmen, bebaute und unbebaute Grundstücke erwerben, belasten und veräußern sowie Erbbaurechte ausgeben, soweit die Ertragslage des Unternehmens dies zulässt. Sie kann Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen, Läden und Gewerbebauten für soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen sowie Dienstleistungen bereitstellen, soweit die Ertragslage des Unternehmens dies zulässt. Die Gesellschaft ist berechtigt, andere Unternehmen zu erwerben oder sich an solchen zu beteiligen oder Zweigniederlassungen zu errichten, soweit dies dem Gesellschaftszweck mittelbar oder unmittelbar dienlich ist und die Ertragslage des Unternehmens dies zulässt. Die Gesellschaft wird sich grundsätzlich an den Regeln über das öffentliche Vergabewesen orientieren. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Die Wohnungswirtschaft wird explizit in dieser Norm aufgeführt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Kozyk, Jana Dr. Meerheim, Bodo Tittel, Volker Dr. Fiedler, Christian Dr. Pohlack, Thomas Koehn, Gottfried Krausbeck, Elisabeth Kriedemann, Angelika (bis 31.07.2011) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 275 von 528 Aufsichtsrat: Raschke, Peter Schachtschneider, Andreas Stäglin, Uwe Thielecke, Carsten (bis 09.11.2011) (seit 01.08.2011) (seit 10.11.2011) 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 16 31.12.2009 T€ 15 Aufsichtsrat 16 c) Beteiligungen unmittelbar Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH T€ 256 % 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 91 9 0 2009 % 91 9 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 298.749 30.194 82 T€ 303.174 31.700 60 T€ 308.602 36.522 89 % 89 11 0 T€ -4.425 -1.506 22 % -1 -5 37 Bilanzsumme 329.025 100 334.934 100 345.213 100 -5.909 -2 Treuhandvermögen 4.971 0 5.632 0 5.589 0 -661 -12 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 165.846 8.963 5.524 148.200 492 % 50 3 2 45 0 T€ 166.025 9.177 6.976 152.265 491 % 50 3 2 45 0 T€ 167.705 9.483 12.427 155.108 490 % 48 3 4 45 0 T€ -179 -214 -1.452 -4.065 1 % 0 -2 -21 -3 0 Bilanzsumme 329.025 100 334.934 100 345.213 100 -5.909 -2 Treuhandverbindlichkeiten 4.971 0 5.632 0 5.589 0 -661 -12 Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 276 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Ausschüttung Bilanzgewinn/Bilanzverlust 45.349 -681 141 1.256 21.783 4.791 6.162 1.534 67 479 6.686 5.655 1.933 4.561 -2.628 114 2 2.911 722 291 2010 T€ 45.083 406 147 918 21.302 4.806 6.551 1.388 147 618 7.020 6.252 1.400 4.729 -3.329 -7 2 2.928 1.987 293 2009 T€ 45.136 111 243 1.398 20.017 4.887 6.201 1.401 50 1.166 7.373 8.225 1.631 1.818 -187 383 2 7.653 187 -264 1.029 3.342 4.622 7.075 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow : Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote : 1) 2) 2010 6,49 1,81 9.479 448 10,32 2009 16,96 4,76 13.854 434 10,42 Angaben in 6,42 1,79 9.073 447 10,40 2) % % T€ T€ % 1) ohne Einbeziehung der außerplanmäßigen Abschreibungen und Zuschreibungen unter Einbeziehung der Mitarbeiter in der Passivphase der Altersteilzeit dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 90,63 50,41 49,59 31.12.2010 90,34 49,57 50,43 31.12.2009 89,22 48,58 51,42 Angaben in % % % Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 277 von 528 ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Gewerbeeinheiten Leerstand Gewerbeeinheiten Wohneinheiten Leerstand Wohneinheiten 31.12.2010 112,00 10,71 10.522,00 12,00 31.12.2009 111,00 15,32 10.708,00 13,24 Angaben in E i % n E h i e n i h t e e i n t e n 100,00 11,00 10.533,00 13,04 Einheiten % Einheiten % Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 278 von 528 e) Lagebericht Inhalt 1 1.1 1.2 1.2.1 1.2.2 1.2.3 1.2.4 1.2.5 1.2.6 1.3 1.3.1 1.3.2 2 3 3.1 3.2 4 5 Darstellung des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses Rahmenbedingungen Geschäftsergebnis und Geschäftsverlauf Investitionstätigkeit Erfolgreiche Realisierung des Sanierungskonzeptes nach § 6a AHG Zielgruppenorientierte Quartiersbildung/Wohnkonzepte Soziale Verantwortung Familienfreundliches Unternehmen Risikomanagement im Konzern Darstellung der wirtschaftlichen Lagen der Gesellschaft Vermögens- und Finanzlage Ertragslage Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht) Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung (Risikobericht) Chancen der künftigen Entwicklung Risiken der künftigen Entwicklung Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht) Finanzinstrumente 1 1.1 Darstellung des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses Rahmenbedingungen Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden demografischen Wandlungsprozess. Langfristig sind nach übereinstimmender Expertenmeinung erhebliche Bevölkerungs-veränderungen zu erwarten. Der demografische Wandel stellt eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte dar. Seine wesentlichen Aspekte, die Abnahme der Bevölkerungszahl, die Veränderungen der altersstrukturellen Zusammensetzung der Bevölkerung und selektiv wirkende Wanderungsprozesse beeinflussen die Entwicklungsmöglichkeiten der Länder, Kommunen und Unternehmen. Die gegenwärtigen sozioökonomischen Entwicklungstendenzen mit einer Verstärkung sozialer Ungleichheiten und einer Ausdifferenzierung der Lebensstile werden anhalten und sich auch in der Veränderung der sozialräumlichen Strukturen niederschlagen. Die demografischen Prognosen zeigen: Die Bevölkerung wird immer weniger, älter, individueller und in Teilen auch ärmer. Unabhängig von der tatsächlichen Höhe des zukünftigen Bevölkerungsniveaus wird sich der Altersaufbau deutlich in Richtung der älteren Generation verschieben. In diesem Punkt stimmen alle Bevölkerungsvorausschätzungen überein. Das wird bewirken, dass künftig der Bevölkerung im Erwerbsalter immer mehr ältere Menschen gegenüber stehen werden. Entfielen im Jahr 2008 auf 100 Personen im Erwerbsalter 34 Personen, die 65 Jahre oder älter waren, so sollen es im Jahr 2060 doppelt so viele sein. GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Wohnungswirtschaft Seite 279 von 528 Durch die Gestaltung von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen muss versucht werden, langfristig eine Stabilisierung der Entwicklung zu erreichen. Für die einzelnen Bundesländer sowie Städte und Gemeinden zeigen sich die demografischen Veränderungen sehr differenziert. Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit den stärksten Auswirkungen des demografischen Wandels. Das betrifft hinsichtlich der Veränderungen seit 1990 sowohl die Entwicklung der Einwohnerzahl insgesamt als auch die Veränderung der Bevölkerungsstruktur nach Alter und Geschlecht. In Sachsen-Anhalt lebten Ende 2008 rund 2,38 Millionen Einwohner. Nach der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird das Land bis zum Jahr 2060 einen Bevölkerungsrückgang auf etwa 1,34 Millionen Einwohner verkraften müssen. Die 5. regionalisierte Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt prognostiziert dem Land bis zum Jahr 2025 einen Rückgang der Bevölkerung um 18,6 % auf etwa 1,94 Millionen. Die Veränderungen innerhalb des Landes vollziehen sich jedoch sehr heterogen. Sowohl Intensität, Altersstruktur als auch Verlauf der Bevölkerungsentwicklung variieren deutlich. Die Entwicklung in der Stadt Halle (Saale) als Universitätsstadt wird wie in Magdeburg wesentlich positiver verlaufen als in den Landkreisen. Für Halle (Saale) wird ein moderater Rückgang von 10 % bis 2025 erwartet. Sowohl Halle (Saale) als auch Magdeburg profitieren von dem Rückzug junger Leute und Familien in die Städte. Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Halle (Saale): Einwohner mit Hauptwohnsitz 31.12.2007 Stadt Halle (Saale) dar. Halle-Neustadt 232.267 47.583 31.12.2008 230.900 46.419 31.12.2009 230.377 45.770 31.12.2010 230.831 45.125 31.12.2011 231.639 44.696 Quelle: Fachbereich Bürgerservice der Stadt Halle (Saale) Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung lag Ende 2010 in Sachsen-Anhalt bei 46,5 Jahren und wird sich bis 2025 auf rund 50,3 Jahre erhöhen. Es wird vorhergesagt, dass der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung auf 31 % in 2025 (ca. 24 % in 2008) steigen wird. Für Halle (Saale) wird dieser Anteil mit rund 26 % im Jahr 2025 (23 % in 2008) prognostiziert. Der Altersdurchschnitt der halleschen Einwohner beträgt derzeit noch 45,3 Jahre (31. Dezember 2011), bis 2025 soll jedoch auch in Halle (Saale) mehr als die Hälfte der Einwohner über 50 Jahre alt sein. Gegenwärtig sind fast 30 % der Bevölkerung älter als 60 Jahre, über 23 % älter als 65 Jahre. Diese Tendenz setzt sich ungebrochen fort. In Halle-Neustadt zeigt sich diese Entwicklung - auch aufgrund der besonderen Entstehungs-geschichte als „Chemiearbeiterstadt“ - noch deutlicher: Über 37 % der Einwohner des Stadtteils sind älter als 60 Jahre, rund 28 % älter als 65. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung von Halle-Neustadt liegt bei 47,8 Jahren (31. Dezember 2011). Dieser Trend spiegelt sich natürlich auch in der Mieterschaft der GWG wider. Zurzeit sind fast 51 % der Mietvertragspartner der Gesellschaft älter als 60 Jahre, etwa 41 % bereits älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 57 Jahren. 1.2 Geschäftsergebnis und Geschäftsverlauf Die GWG hat im Geschäftsjahr 2011 ihre erfolgreiche Geschäftspolitik der letzten Jahre weiter fortgesetzt. Die Gesellschaft beendete auch das Geschäftsjahr 2011 - trotz des politisch und gesellschaftlich schwierigen Umfeldes sowie der Verpflichtungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Stadt Halle (Saale) - mit einem Jahresüberschuss (T€ 2.911). Wichtige betriebswirtschaftliche Kennziffern konnten positiv gestaltet werden. Das belegen neben dem unternehmensinternen Controllingsystem die betriebswirtschaftlichen Analysen Dritter sowie die seit 2003 jährlich erteilte Notenbankfähigkeit der Bundesbank. Die Gesellschaft ist nach diesen Beurteilungen im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche sehr gut aufgestellt. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 280 von 528 Die zukunftsorientierte Strategie sowie die leistungs- und motivationsfördernde Unternehmensführung, aber auch die mitarbeiter- und familienfreundliche Unternehmenspolitik sind die maßgeblichen Faktoren für den Erfolg der Gesellschaft. Das Unternehmen bewirtschaftete zum Stichtag 31. Dezember 2011 einen eigenen Hausbesitz von: 31.12.2011 Anzahl Wohneinheiten Gewerbeeinheiten 10.533 100 10.633 Fläche (m ) 595.201 12.506 607.707 2 31.12.2010 Anzahl 10.522 112 10.634 Fläche (m ) 594.783 14.062 608.845 2 Im Rahmen der Wohnungseigentumsverwaltung betreute die Gesellschaft zum Stichtag 15 Wohnungseigentumsanlagen in Halle (Saale) sowie im Seepark Salzmünde mit insgesamt 584 Wohn- und Gewerbeeinheiten auf einer Fläche von 2 31.787 m . 1.2.1 Investitionstätigkeit Der Stadtumbau Ost hat bisher mit der grundsätzlichen Strategie, dauerhaft nicht benötigte Wohnungsbestände abzureißen bzw. rückzubauen und gleichzeitig zukunftsfähige Wohnungen und Wohnquartiere weiter zu entwickeln, erfolgreich dazu beigetragen, eine weitere Anpassung der Stadtstruktur an den veränderten Wohnbedarf sowie eine wirtschaftliche Stabilisierung der in diesen Stadtgebieten tätigen Wohnungsunternehmen zu erreichen. Zuallererst kommt es aber den Menschen zugute, die in umzustrukturierenden Stadtteilen leben. Im Rahmen des Stadtumbaus kommt der Standortaufwertung zentrale Bedeutung zu. Die GWG hat deshalb auch im Geschäftsjahr 2011 ihr anspruchsvolles Investitionsprogramm weiter fortgesetzt. Erstmalig realisiert die GWG in den Geschäftsjahren 2011/2012 Bauvorhaben, die außerhalb des Stadtteils HalleNeustadt liegen. In 2010 hat die Gesellschaft ein zu einem Flächendenkmal gehörendes Grundstück mit einer Bestandsimmobilie angekauft. Das Projekt sieht vor, diese denkmalgerecht zu modernisieren sowie drei 2-geschossige KfW-Effizienzhäuser neu zu errichten. Insgesamt werden 20 hochwertige und modern ausgestattete Wohnungen entstehen. Energetische Gebäudesanierungen zur Reduzierung der Heizkosten von Wohngebäuden wurden auch in 2011 in zwei Wohngebäuden (217 Wohnungen) fortgeführt. Im Rahmen dieser Modernisierung ist ein Wohngebäude zusätzlich mit einer solarthermischen Anlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ausgestattet worden. Die durch die Sonnenkollektoren auf dem Dach gewonnene Wärme wird für die Raumheizung und Warmwasserbereitung zur Verfügung gestellt. Bei beiden Gebäuden erhöhen außerdem eine Teilmodernisierung der Sanitäranlagen sowie das Nachrüsten von Balkonen für Wohnungen, die noch nicht über einen Balkon verfügten, den Wohnkomfort. Weiterhin wurden die Angebote für attraktives Familienwohnen, insbesondere im Quartier „An den Weinbergwiesen“, als auch für Studenten und Auszubildende unter der Dachmarke „Blockhouse-City“ weiter vergrößert sowie Ergänzungsinvestitionen in zwei Wohngebäuden (159 Wohnungen) und zwei Wohnungseigentumsanlagen der Gesellschaft (per 31. Dezember 2011 158 Wohnungen im unverkauften Sondereigentum der GWG, 57 Eigentumswohnungen) vorgenommen. Der 2010 mit dem ersten Bauabschnitt begonnene seniorenfreundliche Umbau eines Wohngebäudes (unbewohnt), einschließlich energetischer Sanierung unter Einsatz von Solartechnik, wurde mit dem zweiten Bauabschnitt Ende Mai 2011 erfolgreich beendet. Das Gebäude ist vollständig vermietet (40 Wohnungen). Fast 90 % der vom Bereich Bautechnik beauftragten HOAI-, Wartungs- und Bauleistungen konnten an Firmen innerhalb des Landes Sachsen-Anhalt sowie rund 10 % an Unternehmen aus Sachsen vergeben werden. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 281 von 528 Investitionen im Geschäftsjahr 2011: T€ Modernisierung Instandsetzung Instandhaltung Neubau/Umbau einschl. Altbausanierung Gesamt 3.639 6.458 1.632 790 12.519 Die Investitionsmaßnahmen 2011 bzw. die jahresübergreifend 2011/2012 zu realisierenden Bauvorhaben wurden/werden zum Teil mit zinsgünstigen Darlehen in Höhe von insgesamt T€ 4.629 fremdfinanziert. Der Kostenanteil, der die Fremdfinanzierung übersteigt sowie alle anderen Investitionen wurden aus Eigenmitteln getragen. Öffentliche Fördermittel in Form von Zuschüssen standen für die in 2011 durchgeführten investiven Maßnahmen nicht zur Verfügung. Die Investitionen in den Kernbestand haben auch im Geschäftsjahr 2011 einen wichtigen Beitrag zur Portfoliooptimierung der GWG geleistet sowie die Zufriedenheit der Mieter und Interessenten weiter erhöht. Alle Maßnahmen sind verbunden mit einem hohen Maß an sozialer Kompetenz und Engagement am Standort. Die GWG betreibt damit aktiv Stadtteilpolitik. Die Leerstandsquote im Gesamtbestand betrug per 31. Dezember 2011 12,8 % (11,9 % per 31. Dezember 2010). Im marktaktiven Kernbestand ist es der Gesellschaft gelungen, den Leerstand von 9,5 % per 31. Dezember 2010 auf 8,9 % per 31. Dezember 2011 zu reduzieren. Komplett leer gezogene und nicht mehr bewirtschaftete Gebäude/Wohnungen sind dabei nicht mehr Bestandteil der Betrachtung. Die durch den Leerstand verursachte Erlösschmälerung an der Sollmiete betrug per 31. Dezember 2011 11,9 % (11,6 % per 31. Dezember 2010). 1.2.2 Erfolgreiche Realisierung des Sanierungskonzeptes nach § 6a AHG Die nachhaltige Stadtentwicklung ist eine vorrangige sowohl städtebauliche als auch wohnungspolitische Zielstellung. Bei der Bewältigung der städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Folgen von Schrumpfung und Strukturwandel hat sich das Programm „Stadtumbau-Ost“ sehr bewährt. Es hat mit der gleichzeitigen zusätzlichen Entlastung von Altverbindlichkeiten nach § 6a Altschuldenhilfegesetz (AHG) einen elementaren Beitrag zur Bewältigung der Leerstandsproblematik und zur Stabilisierung der Wohnungsunternehmen und der Städte geleistet. Ohne diese gleichzeitige Entlastung von Altverbindlichkeiten wäre die erfolgreiche Entwicklung der Wohnquartiere und Städte nicht möglich gewesen. Bei der Umsetzung der Stadtentwicklungskonzepte für Halle-Neustadt leistete die GWG einen Hauptanteil. Sie ist gerade im Prozess der demografischen und sozialen Entwicklung ein zuverlässiger Partner der Kommune und als Hauptakteur unverzichtbar. Nur mit kommunalen Wohnungsunternehmen kann in erheblichem Maße die Gestaltung des Stadtumbaus und der Stadtentwicklung beeinflusst werden. Die GWG realisierte, wie viele andere kommunale und genossenschaftliche Unternehmen, im Zuge der Beseitigung überschüssigen Wohnraums eine Bereinigung des Wohnungsmarktes mit eigener Kostenbeteiligung und, bezogen auf die jährlichen Investitionen, einen bedeutenden Beitrag im Rahmen des Programms „Stadtumbau-Ost“. Die GWG konnte im Geschäftsjahr 2011 ihr in 2002 aufgestelltes Sanierungskonzept gemäß § 6a AHG und das darin festgeschriebene Abrissprogramm erfolgreich abschließen. Insgesamt hat die Gesellschaft 18 Hochhäuser und 16 Fünf- bzw. Sechsgeschosser durch Abriss vom Markt genommen sowie ein 5-geschossiges Wohngebäude teilweise rückgebaut (IBA-Projekt Oleanderweg). Dabei waren etwa 1.000 Mietparteien im Rahmen des Leerzugsprogramms der Gesellschaft in die notwendige Ausregulierung eingebunden. Rund 87 % entschieden sich wieder für eine Wohnung im GWG-Bestand. Ein bemerkenswertes Ergebnis, welches insbesondere durch die vielfältigsten Bemühungen der Gesellschaft, eine umfassende Betreuung und zusätzlichen Zeitaufwand erreicht werden konnte. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 282 von 528 Die GWG hat nach der erfolgreichen Realisierung des Abrissprogramms den ursprünglich per 31. Dezember 2001 vorhandenen eigenen Wohnungsbestand um mehr als 20 % reduziert. Das entspricht einem Anteil von etwas mehr als der Hälfte des insgesamt von den Eigentümern im Stadtteil Halle-Neustadt vorgesehenen Abbruchvolumens. Die Existenzgefährdung der Gesellschaft, welche durch die Bewirtschaftung nicht mehr nachgefragter Wohnungsbestände auftrat, konnte damit abgewendet werden. Durch eine effektive Verzahnung von Abriss in Rückzugsgebieten und Aufwertung im Kernbestand wurde eine solide Grundlage für die weitere unternehmerische Tätigkeit gelegt. Im Rahmen des Sanierungskonzeptes gemäß § 6a AHG lag der GWG für insgesamt 2.885 Wohnungen (167.504,97 m ) die Bestätigung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf zusätzliche Entlastung von Altverbindlichkeiten nach dem Abriss vor. Der letzte Teilentlastungsbetrag für Altschulden ist zum 15. Dezember 2011 durch die KfW geleistet worden. Damit wurde die insgesamt bewilligte Teilentlastung von Altschulden (T€ 11.819) für alle Abrisse bzw. Rückbauten per 31. Dezember 2011 von der KfW vollständig realisiert. Des Weiteren erhielt die Gesellschaft für den Abriss dieser Wohnungen im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau-Ost“ per 31. Dezember 2011 Abriss-Fördermittel in Höhe von insgesamt T€ 8.278,8 (92,6 % der bewilligten Fördermittel). Die noch ausstehenden Fördermittel werden der GWG in Teilbeträgen bis 2014 entsprechend der vorliegenden Bescheide bereitgestellt. Für den Abriss dieser Gebäude finanzierte die GWG damit rund 32,3 % der insgesamt angefallenen Kosten 2 (T€ 13.208,7) aus Eigenmitteln. Insgesamt ergibt sich ein Kostenfaktor von ca. € 79 pro m abgerissener Wohnfläche. Im Berichtsjahr wendete die Gesellschaft für den Abriss von Wohngebäuden im Rahmen des Sanierungskonzeptes insgesamt T€ 611, für sonstigen Abriss T€ 6 auf. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert die Fortführung des Stadtumbaus bis 2016. Für den weiteren Erfolg des Stadtumbaus Ost ist jedoch auch eine flankierende Anschlussregelung für die Altschuldenentlastung für zum Abriss vorgesehene Wohngebäude, die nicht Bestandteil des Sanierungskonzeptes nach § 6a AHG sind, unverzichtbar. Die Bundesregierung hat bisher keine Bereitschaft erkennen lassen, weitere Entlastungen von DDRAltschulden zu gewähren. Sie ignoriert damit weiterhin nicht nur die Empfehlungen des Gutachtens „Altschuldenhilfe und Stadtumbau“ des Forschungsinstitutes empirica AG Berlin, sondern auch die Einschätzung der Betroffenen. Ohne Anschlussregelung für die Altschuldenhilfe kann an die bisherigen Erfolge des Stadtumbaus Ost nicht angeknüpft werden. 1.2.3 Zielgruppenorientierte Quartiersbildung/Wohnkonzepte 2 Die GWG bewirtschaftet als größter Vermieter im Stadtteil Halle-Neustadt rund 34 % des im Stadtteil vorhandenen Wohnungsbestandes. Damit wohnt jeder dritte Einwohner von Halle-Neustadt bei der GWG. Die Bemühungen der Gesellschaft sind - neben einem breiten Angebot von Wohnungen, welches auf die besonderen Bedürfnisse älterer und älter werdender Menschen ausgerichtet ist („ServiceWohnen 60plus“) - vor allem auch darauf gerichtet, den Zuzug von jüngeren Menschen/Familien nach Halle-Neustadt bzw. deren Verbleib im Stadtteil zu forcieren. Gerade die letztgenannte Zielgruppe sichert die Zukunft des Standortes Halle-Neustadt in besonderem Maße und muss deshalb mit attraktiven, individuellen Wohnungsangeboten für einen Verbleib in bzw. einen Zuzug nach Halle-Neustadt gewonnen werden, um die gesellschaftlichen Probleme der demografischen Entwicklung abzumildern. Die zielgruppenorientierte Quartiersbildung, insbesondere die Erhöhung der Attraktivität des Wohnens für junge Menschen und Familien, war daher auch im Geschäftsjahr 2011 ein besonderer Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft. Ziel ist es, für den Standort Halle-Neustadt zu werben und die Wahrnehmung der Gesellschaft als familienfreundliches Unternehmen weiter zu stärken. Sehr gut ist das der Gesellschaft bislang mit den Angeboten für Schüler, Studenten und Auszubildende („BlockhouseCity“) sowie Familien („FamilienWohnen“) gelungen. Mit dem anspruchsvollen Projekt „FamilienWohnen“ insbesondere im Wohngebiet „An den Weinbergwiesen“ passt die GWG ihren Bestand schrittweise weiter den geänderten Wohnbedürfnissen an. Individuelle und großzügige Grundrisslösungen erzeugen bei den Kunden eine hohe Aufmerksamkeit und großes Interesse. Im Rahmen der zielgruppenspezifischen Entwicklung von Produkten ist es der GWG mit diesem Projekt gelungen, erneut eine für die Bestandsentwicklung wichtige Weiterentwicklung der Qualität und Individualität der Wohnungsangebote zu erreichen. Das Wohnkonzept wurde von den Kunden sehr gut angenommen. Alle bisher umgestalteten Familienwohnungen sind vermietet worden. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 283 von 528 Unter der Dachmarke „Blockhouse-City“ (per 31. Dezember 2011 insgesamt 371 Apart-ments und 36 WG-Zimmer) bewirtschaftet die GWG derzeit vier Studentenwohnanlagen. Aufgrund des anhaltenden Erfolges werden auch zukünftig frei werdende Wohnungen in der „Blockhouse-City“ zu Studentenapartments bzw. WG-Zimmern umgebaut. Der demografische Wandel und die daraus erwachsende große Nachfrage nach selbstbestimmten Wohn- und Lebensformen stellen neue Anforderungen an das Leben und Wohnen im Alter. Die GWG hat schon frühzeitig auf diese Entwicklung reagiert und stellt sich bereits jetzt mit zahlreichen attraktiven Wohnungsangeboten speziell für ältere Menschen den demografischen Herausforderungen einer zunehmend alternden Gesellschaft. Durch einen weitestgehend barrierefreien Umbau vorhandenen Wohnraums sind bisher vier seniorengerechte Wohnanlagen „ServiceWohnen 60plus“ mit insgesamt 318 Wohnungen entstanden. Der Neubau einer seniorengerechten Wohnanlage mit 88 Wohnungen erweitert dieses Angebot. Ergänzt wird das Wohnungsangebot von Betreuungsdiensten vor Ort, Begegnungsstätten sowie hauswirtschaftlichen und anderen Serviceleistungen. Mit „ServiceWohnen 60plus“ entwickelte die GWG eine neue Marke für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Insgesamt haben bisher rund 1.500 Wohnungen und damit etwa jede siebte Wohnung der Gesellschaft neue Zuschnitte bekommen. Mehr Wohnfläche, größere und getrennte WC- und Badbereiche, zusätzlicher Stauraum und flexible Nutzungskonzepte werden nicht nur von Familien gewünscht. Diesen Weg der Produktentwicklung beschreitet die GWG entsprechend den wirtschaftlichen Möglichkeiten konsequent. Die große Nachfrage zeigt den hohen Bedarf an derartigen individuellen, auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Lösungen. 1.2.4 Soziale Verantwortung Die umfassende Betreuung der Mieter über das übliche Vermietungsgeschäft hinaus ist ein wichtiger Bestandteil des aktiven Kundenmanagements. Neben der Bereitstellung von Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung sieht die GWG ihren sozialen Auftrag auch darin, die Lebensqualität ihrer Mieter zu verbessern. Aus diesem Grund unterstützt die Gesellschaft nicht nur zahlreiche ausgewählte lokale Projekte, sondern stellt im Rahmen des Sozialmanagements und der Seniorenbetreuung auch Personal zur Verfügung, das ganz gezielt auf die Bedürfnisse und Probleme der Mieter eingeht. Dem hohen Stellenwert des Mietforderungsmanagements sowie der großen Bedeutung der präventiven Arbeit geschuldet arbeiten zwei Sozialbetreuerinnen intensiv mit den Mietern. Kontinuierlich werden einerseits ein Abbau bzw. die Vermeidung von Ertragsausfällen aus der Vermietung für das Unternehmen und andererseits auch der Erhalt der Wohnung für die betreffenden Mieter angestrebt. Auch hier nimmt die Gesellschaft ihre hohe soziale Verantwortung wahr. Dieses intensive Forderungsmanagement der Gesellschaft ermöglichte per 31. Dezember 2011 eine Mietenrückstandsquote von 0,6 % (Vorjahr 0,5 %). Die Gesellschaft hatte zum Stichtag offene Mietforderungen in Höhe von T€ 302 (per 31. Dezember 2010 T€ 234) zu verzeichnen. Titulierte Forderungen, deren Voll-streckung im Unternehmen erfolglos blieb, werden an ein Inkassobüro zur weiteren Verfolgung übergeben. Durch vielfältige, individuelle Serviceleistungen in Kombination mit Wohnraumanpassungen soll den Mietern noch stärker als bisher die Möglichkeit gegeben werden, möglichst lange in der vertrauten Wohnumgebung leben zu können und auch bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit nicht in ein Pflegeheim umziehen zu müssen. Der Trend - weg vom alt bekannten Seniorenheim hin zu vielfältigen Formen des Lebens im Alter - setzt sich fort. Daher arbeitet bereits seit fast zwei Jahren eine Seniorenbetreuerin erfolgreich im Unternehmen. Sie bündelt die Aktivitäten, baut Netzwerke zwischen sozialen Trägern, Vereinen sowie Serviceanbietern auf und sucht über Gespräche und Hausbesuche den Kontakt zu den Hilfebedürftigen. Zur Intensivierung und Erweiterung des Beratungs- und Hilfsangebotes für ältere Mieter hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr die Seniorenbetreuung durch den Einsatz einer Seniorenbetreuer-Assistentin weiter ausgebaut. Außerdem steht den älteren Mietern seit Anfang November 2011 ein „Seniorenstübchen“ als Wohngebietstreffpunkt in der Paul-Thiersch-Straße 23 a zur Verfügung. Die GWG beurteilt im Rahmen des Unternehmenserfolgs bereits seit 2005 ihre Leistungen zur Stadtrendite. Als kommunales Wohnungsunternehmen übernimmt die Gesellschaft Verantwortung für die Stadt, weit über die formale Erfüllung des Wohnraum-versorgungsauftrags hinaus. Die Stadtrendite beinhaltet Leistungen, die langfristig Vorteile für das Unternehmensergebnis bewirken, aber auch zu einem wesentlichen Anteil positive Effekte für die Stadt Halle (Saale) bringen. Die Stadtrendite in ihrer Ergebnisbewertung ergänzt die rein finanzwirtschaftliche Renditebetrachtung. Die Maßnahmenkomplexe Stadtentwicklung, Finanzen, Soziales, kommunale Leistungen sowie interne Leistungen für eigene Mitarbeiter sind Bestandteil der Ermittlung und werden hinsichtlich ihrer inhaltlichen Bestimmung geprüft, bewertet und jährlich aktualisiert. Für das Geschäftsjahr 2011 werden wiederum die Renditegrößen ermittelt, dies erfolgt im ersten Halbjahr 2012. Für das Geschäftsjahr 2010 wurde eine Stadtrendite in Höhe von Mio. € 21,1 erzielt. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 284 von 528 Im Geschäftsjahr 2011 sind wiederum eine Vielzahl von Sponsoringprojekten im sozialen und sportlichen Bereich fortgeführt worden. Die GWG unterstützt des Weiteren zahlreiche themenbezogene Projekte/Vorhaben in der Kommune bzw. arbeitet an diesen mit. Dazu zählt insbesondere der von der Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale) initiierte „Strategiedialog Halle 2025“ zur langfristigen Stadtentwicklung. 1.2.5 Familienfreundliches Unternehmen Als familienfreundliches Unternehmen konnte die GWG auch im Geschäftsjahr 2011 ihre individuelle Unternehmenskultur in ihrer Einheit von Unternehmenszielen, Mitarbeiterzufriedenheit und Kundenorientierung weiterentwickeln und festigen. Bereis 2009 wurde die Gesellschaft im Rahmen des Audit „berufundfamilie“ zum zweiten Mal erfolgreich als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert. Familienfreundlichkeit ist nicht nur bei der Entwicklung zielgruppenspezifischer Wohnangebote ein Schwerpunktthema für die GWG. Auch im Unternehmen gehört die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zur Unternehmenskultur und ist längst zu einem entscheidenden Standortfaktor geworden. Schon frühzeitig hat die GWG neue Wege in der Personalentwicklung und -bindung beschritten. Flexible Arbeitszeiten, Jahresarbeitszeit-konten, Teilzeitangebote, Zuschüsse zur Geburt und zum Kindertag, die für drei Jahre nach der Geburt eines Kindes geltende Zusage, nicht aus betriebsbedingten Gründen zu kündigen oder der Anspruch einer einjährigen, individuellen Arbeitszeitregelung bei Übernahme der Pflegeverantwortung für einen Angehörigen sind Beispiele der familienbewussten Personalpolitik. Die Gesellschaft genießt für ihr Engagement gegenüber ihren Kunden und Mitarbeitern große Anerkennung. Damit nimmt die Gesellschaft eine Vorbildrolle ein, die u. a. auch zu der Mitwirkung in der Unternehmerinitiative „Familienfreundliches Halle“ sowie zur Teilnahme an der Landesinitiative für Familien in Sachsen-Anhalt und am Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ geführt hat. Kooperationen wie diese stärken nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Region als familienfreundlichen Standortfaktor. Der Personalbestand hat sich per 31. Dezember 2011 planmäßig verringert, das Modell der Altersteilzeit wurde weitergeführt. Damit setzt die Gesellschaft eine personalpolitische Entwicklung fort, die seit 1999 erfolgreich praktiziert wird und neben dem sozialverträglichen Übergang der älteren Mitarbeiter aus dem Arbeitsleben eine ausgewogene Altersstruktur der Belegschaft sowie ein hohes Maß an Planungssicherheit gewährleistet. Des Weiteren ermöglicht die Gesellschaft zurzeit acht jungen Menschen die Chance zur Ausbildung im Unternehmen. Die Aus- und Weiterbildung wird außerdem durch zahlreiche interne und externe Seminare sowie Mitarbeiterschulungen forciert. Damit setzt die GWG ihre nachhaltig wirkende Aus-, Fort- und Weiterbildungspolitik fort. Darüber hinaus werden regelmäßig Praktikumsplätze vergeben. Unternehmerischer Erfolg beruht auf einer wertebasierten Unternehmenskultur, die Partnerschaft, Dialog, Transparenz und Leistung fördert. Seit Jahren arbeitet die Gesellschaft mit Zielvorgaben, die sich als erfolgreiches Führungselement erwiesen haben und damit zum Unternehmenserfolg beitragen. Das Führen nach Zielen, Transparenz und Delegation sind unverzichtbare Motivationselemente im Unternehmen. 1.2.6 Risikomanagement im Konzern Die Gesellschaft verfügt über ein Risikomanagementsystem, welches den Vorgaben des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) folgt, auf die Erfordernisse der Aufbau- und Ablauforganisation der Gesellschaft ausgerichtet ist und ständig an aktuelle Anforderungen angepasst wird. Das Risikomanagement zielt auf eine aktive Steuerung und Überwachung der Risiken, die sich wesentlich auf den Erfolg des Unternehmens auswirken könnten. Negative Tendenzen sind damit frühzeitig erkennbar und ermöglichen, zeitnah Maßnahmen zur Gegensteuerung zu ergreifen. Ein Kernstück der Informationsaufbereitung stellen die monatlichen Chefzahlen dar. Sie enthalten in zusammengefasster Form wesentliche aktuelle Kennzahlen und Einschätzungen aus allen Bereichen des Unternehmens und der 100 %igen Tochtergesellschaft Bau und Haustechnik Halle-Neustadt GmbH (BHT). Das Tochterunternehmen BHT hat sich stabilisiert und befindet sich in der Optimierungsphase. Die Ausrichtung zum InHouse-Geschäft wurde weiter intensiviert, die BHT ist schwerpunktmäßig für die GWG tätig. Die Tochtergesellschaft beendete das Geschäftsjahr 2011 mit einem Jahresergebnis in Höhe von T€ 67. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 285 von 528 Entsprechend dem Stadtratsbeschluss vom 21. November 2007 müssen die beiden kommunalen Wohnungsunternehmen der Stadt Halle (Saale) von 2008 bis 2012 Beiträge zur Konsolidierung des städtischen Haushalts zur Verfügung stellen. Die GWG hat trotz komplizierter Rahmenbedingungen auch im Geschäftsjahr 2011 planmäßig den von der Stadt Halle (Saale) geforderten Beitrag in Höhe von Mio. € 3,9 und damit bereits 89 % (Mio. € 38,0) des geforderten Eigenanteils (Mio. € 42,6) zur Haushaltskonsolidierung bereitgestellt. 1.3 1.3.1 Darstellung der wirtschaftlichen Lagen der Gesellschaft Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr 2010 um 1,8 % auf T€ 329.025 vermindert. Auf der Aktivseite verringerte sich insbesondere der Wert der Sachanlagen aufgrund der Abschreibungen von T€ 10.308 (davon T€ 3.965 außerplanmäßig), denen Investitionen von T€ 5.670 gegenüber stehen. Weiterhin verzeichneten die flüssigen Mittel einen Rückgang von T€ 1.154. Die Passivseite weist vor allem im Bereich der langfristigen Verbindlichkeiten (um T€ 3.414) und im Bereich der langfristigen Rückstellungen (um T€ 1.832) einen Rückgang aus. Dieser ist bei den Verbindlichkeiten durch die planmäßigen Tilgungen von Darlehen (T€ 5.989) begründet und bei den Rückstellungen durch die Inanspruchnahme der Rückstellung für Bauinstandhaltung (T€ 1.291). Neuvalutierungen von Darlehen (T€ 3.457) wirkten sich hingegen erhöhend aus. Einem durchschnittlichen Gebäudebuchwert von € 372,13 je m 2 Verschuldung von € 212,66 je m gegenüber. 2 stand zum Bilanzstichtag eine durchschnittliche Das langfristige Vermögen wird ausreichend durch langfristiges Eigen- und Fremdkapital gedeckt, darüber hinaus besteht eine Deckungsreserve von T€ 11.019. Die gestiegene Eigenmittelquote liegt mit 53,1 % weiterhin über dem branchenüblichen Durchschnitt. Die Finanzlage der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011 wesentlich von den Zahlungsabflüssen an die Gesellschafterin geprägt. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von T€ 10.946 reichte aus, um die planmäßigen Tilgungen von T€ 5.989 zu bedienen. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ist insbesondere auf die in 2011 getätigten Investitionen von T€ 5.674 zurück zu führen, die zum Teil durch Desinvestitionen in Höhe von T€ 735 finanziert werden konnten. Ausschüttungen an die Gesellschafterin von T€ 3.900 sowie planmäßige und außerplanmäßige Tilgungen von T€ 6.718 führten trotz Darlehensaufnahmen von T€ 3.457 zu einem negativen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit und damit zu einem Rückgang des Finanzmittelfonds um T€ 1.154. Die Vermögens- und Finanzverhältnisse sind geordnet. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. 1.3.2 Ertragslage Die Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2011 mit einem Jahresüberschuss von T€ 2.911, der überwiegend aus dem Kerngeschäft erwirtschaftet wurde. Das Ergebnis aus der Hausbewirtschaftung verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 1.027, schließt jedoch mit einem positiven Ergebnis in Höhe von T€ 12.054 ab. Die Erlöse aus Sollmieten (T€ 36.137) sind trotz Abrissmaßnahmen gegenüber dem Vorjahr (T€ 36.153) nahezu unverändert. Moderate Mieterhöhungen entsprechend Marktlage und Umlage von Modernisierungskosten wirkten sich positiv aus. Die durchschnittliche Sollmiete für Wohnungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr 2010. Um T€ 178 gestiegene Erlösschmälerungen aus Mieten und Betriebskosten, überwiegend leerstandsbedingt, minderten jedoch die Einnahmen. Gestiegene Aufwendungen für die Hausbewirtschaftung sind im Wesentlichen auf die um T€ 1.012 höheren Instandhaltungskosten zurück zu führen. Der Anstieg ist insbesondere durch wertintensive Instandsetzungsmaßnahmen im Kernbestand begründet. Zu einem Teil erfolgte die Inanspruchnahme der Bauinstand-haltungsrückstellung für diese Maßnahmen. Das mit T€ -6.141 negative Finanzergebnis resultiert vordergründig aus Zinsaufwendungen für die Darlehen der Gesellschaft, denen nur unwesentliche Zinserträge gegenüber stehen. Geringere liquide Mittel aufgrund der Abführung an die Gesellschafterin ermöglichen nach derzeitigem Zinsniveau nur begrenzt Zinserträge. Die geringfügige Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist auf den Rückgang der Zinsaufwendungen zurück zu führen. Der Anteil des Kapitaldienstes an der Nettomiete ist mit 39,8 % vergleichsweise gering. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 286 von 528 Das außerordentliche Ergebnis weist 2011 einen Fehlbetrag von T€ 2.628 aus. Hier sind insbesondere außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung auf Wohngebäude (T€ 3.965) sowie Kosten des Abrisses (T€ 523) wirksam. Der leichte Anstieg des außerordentlichen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus dem höheren Umfang erhaltener Fördermittel für Abriss (um T€ 334) und erhöhten Zuschreibungen auf Wohnbauten (um T€ 104). Da die Gesellschaft mit einem positiven Jahresergebnis abschließt, ist die Eigen- und Fremdkapitalverzinsung gegeben. Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt für das Geschäftsjahr 2011 2,9 % (Vorjahr: 3,0 %). 2 Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht) Die demografische Entwicklung, die zunehmende soziale Spreizung der Gesellschaft, die Klimaschutz- und Energieeffizienzpolitik sowie die wachsende Pluralität der Lebensstile und damit die Vielfalt der Wohnkonzepte stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen. Das Handeln der wohnungswirtschaftlichen Unternehmen ist stetig steigenden Anforderungen unterworfen. Aufgrund der weiteren Differenzierung der Nachfrage nach Haushaltstypen, Lebensstilen, Einkommensgruppen, Alter werden sich auch die Wohnungsmärkte weiter aufgliedern. Es wird immer schwieriger, einheitliche Wohnkonzepte für einen Großteil der Bevölkerung anzubieten. Aus diesem Grund gewinnt die Entwicklung von Wohnungsangeboten und Dienstleistungen speziell für einzelne Kundengruppen immer mehr an Bedeutung. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb zwischen den Wohnungseigentümern um den einzelnen Mieter immer mehr zunimmt und die Anspruchshaltung der Mieter/Interessenten in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist. Das betrifft alle Zielgruppen, auch Interessenten mit niedriger Kaufkraft. Ein stetiges Überprüfen und Anpassen der Bestands- und Unternehmensausrichtung der GWG ist daher unerlässlich. Die Gesellschaft setzt zur langfristigen Bindung ihrer Kunden und damit zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolgs auch weiterhin auf zielgruppenorientierte Produkt- und Serviceangebote. Die Entwicklung individueller Produkte ist ein wesentlicher Bestandteil der Bestandsentwicklungskonzeption der GWG. Die GWG leistet mit der sicheren, sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung breiter Schichten der Bevölkerung - dazu gehören auch einkommensschwache Bürger sowie Empfänger von Transferleistungen - einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in der Stadt und zur Stabilisierung der Wohnquartiere. Die Gesellschaft betreibt aktiv Stadtteilpolitik sowohl beim Stadtumbau als auch bei der Schaffung sozialer Netzwerke. Sie agiert als Gestalter und Moderator zwischen vielen beteiligten Akteuren im Stadtgebiet und ist dabei ein stabiler, verlässlicher und kompetenter Partner für die Stadt Halle (Saale). Die GWG wird ihrem hohen Anspruch, Hauptakteur im Stadtgebiet Halle-Neustadt zu sein, weiter gerecht werden. Entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten übernimmt die Gesellschaft Verantwortung für intakte Wohn- und Lebensräume und damit die Fürsorge für die Entwicklung der Stadt und des Stadtteils sowie seiner Bewohner. Quartiersgestaltung und Sozialmanagement ergänzen das Kerngeschäft der GWG und werden an Bedeutung noch wesentlich zunehmen. Die GWG wird auch 2012 ein wertintensives Investitionsprogramm durchführen. Es sieht insgesamt rund Mio. € 18 für größere Bauprojekte und für zahlreiche Einzelmaßnahmen zur Sanierung und Modernisierung des GWG-Bestandes vor. Der Stadtumbau Ost wird aufgrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, der zu erwartenden demografischen und strukturellen Herausforderungen auch in den kommenden Jahren weiter die zentrale Aufgabe bleiben müssen. Zur marktgerechten Anpassung der Strukturen des Wohnungsbestandes an die sich entwickelnden Bevölkerungsstrukturen gibt es keine andere Alternative. Entsprechend dem Gesellschafterbeschluss vom 07. Februar 2008 muss die GWG seit dem Geschäftsjahr 2008 Beiträge zur Sanierung des städtischen Haushalts leisten. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen, der derzeitigen und künftigen Mehrbelastungen plant die Gesellschaft eine Streckung des letzten ausstehenden Ausschüttungsbetrages in Höhe von Mio. € 4,6 auf maximal drei Jahre, sodass der Gesamtbeitrag zur Haushaltskonsolidierung der Stadt Halle (Saale) bis zum Jahr 2014 vollständig erbracht sein wird. Familienfreundlichkeit ist ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur der Gesellschaft. Die GWG wird als familienfreundliches Unternehmen auch zukünftig ihre individuelle Unternehmenskultur weiterentwickeln und festigen. Die erneute Zertifizierung im Rahmen des Audit „berufundfamilie“ wird im Jahr 2012 angestrebt. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 287 von 528 Etwa ein Sechstel der Arbeitnehmer der GWG hat einen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen. Dies ermöglicht dem Unternehmen frühzeitig den Ersatz von Fachkräften gezielt und wirtschaftlich zu gestalten. Die GWG hat dafür ein Personal- und Organisationskonzept aufgestellt, welches bis 2013 alle erforderlichen Maßnahmen personeller und organisatorischer Art bündelt. Die Umsetzung wird planmäßig fortgesetzt. Die Gesellschaft sieht keinen betriebsbedingten Stellenabbau vor. Die Gesellschaft verfügt als Steuerungsinstrument zur mittelfristigen Prognose des Unternehmenserfolges über eine Bilanz-, Wirtschafts- und Finanzplanung. Auf dieser Grundlage können wesentliche Kennzahlen der zukünftigen Unternehmensentwicklung prognostiziert werden. Diese 3-Jahres-Planung wird jährlich überprüft und an veränderte Rahmenbedingungen sowie an die Entwicklungen der Risikofaktoren angepasst. Die Gesellschaft geht auch für die folgenden Geschäftsjahre von einer weiterhin stabilen Unternehmensentwicklung aus. 3 3.1 Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung (Risikobericht) Chancen der künftigen Entwicklung Die GWG bewirtschaftet ihren Wohnungsbestand im Rahmen ihrer Ertragskraft in einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsmodell und berücksichtigt dabei soziale, städtebauliche und ökologische Aspekte. Der Bedarf an Investitionen wird auch zukünftig auf hohem Niveau bleiben müssen. Wesentliche Grundlage aller Aktivitäten ist immer die Wirtschaftlichkeit. Mit neuen Marketingstrategien stellt sich die Gesellschaft konsequent auf sich verändernde Marktentwicklungen ein. Die Wünsche der Mieter werden immer individueller. Je nach Haushaltsgröße, finanziellen Möglichkeiten und Wohnvorstellungen zeigen sich erhebliche Unterschiede. Ziel ist eine stärkere Angebotssegmentierung, nicht nur nach demografischen Kriterien, sondern auch nach unterschiedlichen Lebensphasen und Wohnwerten der einzelnen Zielgruppen. Je passgenauer das Wohnungsangebot ist, desto größer ist die Vermietungschance. Die zielgruppenorientierte Quartiersbildung wird daher auch zukünftig ein besonderer Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sein. Das Engagement der Gesellschaft im Sozial- und Quartiersmanagement trägt ganz wesentlich dazu bei, die Wohnquartiere zu stabilisieren und funktionierende Nachbarschaften zu erhalten. Dies stärkt in Verbindung mit vielfältigen Maßnahmen zur Verbesserung des Kundenservices das Image der Gesellschaft als Garant für gutes, preiswertes und sicheres Wohnen. Besonders im Hinblick auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung sind soziale Dienstleistungen ein bedeutender Marktfaktor. Die Verbesserung der Energieeffizienz gehört untrennbar zur Bewirtschaftung der Wohnungsbestände und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Mit einer nachhaltigen, energetischen Modernisierung dafür geeigneter Objekte leistet die Gesellschaft auch in den kommenden Geschäftsjahren einen wichtigen Beitrag zur weiteren Aufwertung ihres Kernbestandes und zum Klimaschutz. So tragen z. B. die errichteten solarthermischen Anlagen zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung wirksam zur Dämpfung des Preisanstiegs der Fernwärmekosten bei und führen somit auch zu einer Senkung der Betriebskostenbelastung für die Mieter. Dies erhöht den Marktvorteil des Wohnungsbestandes der Gesellschaft und wird daher als Chance verstanden. Neue Potenziale ergeben sich aus dem Erwerb von Grundstücken und dem Neubau und der Entwicklung von Immobilien auch außerhalb des Stadtteils Halle-Neustadt. Dabei wird insbesondere das Ziel verfolgt, den Bestand mit neuen Produkten zu erweitern und zu verjüngen sowie an den Wandel und die Vielfalt der Lebensformen und Ansprüche anzupassen. Neben der bereits im Geschäftsjahr 2011 begonnenen denkmalgerechten Altbausanierung sowie dem Neubau von drei KfW-Effizienzhäusern am Hubertusplatz/Vogelsang in Halle (Saale) geht die GWG im Geschäftsjahr 2012 mit dem Umbau einer denkmalgeschützten Villengruppe zu Boardinghäusern am Weinberg Campus einen weiteren Schritt in Richtung des halleschen Stadtteils Heide-Süd. Darüber hinaus erwarb die Gesellschaft 2011 in Halle-Dölau ein rund 8.000 Quadratmeter großes Areal. Hier plant die GWG im Geschäftsjahr 2013 den Neubau von Mietwohnungen. Die Gesellschaft wird diese Strategie auch in den kommenden Jahren konsequent weiter verfolgen. Das Kerngeschäft bleibt jedoch weiterhin in der Entwicklung und Bewirtschaftung des Immobilienbestandes in Halle-Neustadt bestehen. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 288 von 528 Der Umgang mit den Auswirkungen der Alterung wird eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderung der nächsten Jahrzehnte nicht nur für die sozialen Sicherungssysteme und Arbeitgeber, sondern auch für die Wohnungswirtschaft sein. Daher stellt speziell das Thema Wohnen im Alter auch künftig eine der Schwerpunktaufgaben der GWG dar. Zur Intensivierung und Erweiterung des Beratungs- und Hilfsangebotes für ältere Mieter baut die GWG auch im Geschäftsjahr 2012 die Seniorenbetreuung durch den Einsatz von Nachbarschaftshelfern weiter aus. Die umfassende Betreuung der Mieter über das übliche Vermietungsgeschäft hinaus ist ein wichtiger Bestandteil des aktiven Kundenmanagements der Gesellschaft. Die GWG sieht aufgrund des umfassenden Services für ältere Menschen, der guten Standortqualitäten und attraktiven Lebensbedingungen bei der Gesellschaft eine erhöhte Chance der Neukundengewinnung sowie der langfristigen Kundenbindung. Die GWG hat ihr Portfoliomanagementsystem zielgruppenspezifisch unter Berücksichtigung der demografischen Prognosen neu strukturiert. So wurden im Berichtszeitraum alle Liegenschaften der Gesellschaft nach Kriterien wie Wirtschaftlichkeit, Standort, Attraktivität, Mietniveau, Modernisierungsgrad und vor allem Zukunftsfähigkeit kategorisiert und objektindividuelle Handlungsstrategien festgelegt. Die Gesellschaft verfügt damit über eine verlässliche Basis zur Analyse der im Immobilienbestand vorhandenen Chancen und Risiken. Investitions- oder Desinvestitionsentscheidungen werden auf dieser Grundlage mit dem Ziel gesteuert, die nachhaltige Ertragskraft des Unternehmens weiter zu erhalten. Die GWG hat sich, trotz der oft als besonders innovativ bezeichneten Finanzierungsmöglichkeiten, in der Vergangenheit konservativ finanziert. Diese sich als langfristig erfolgreich zeigende Philosophie wird auch weiterhin in der Finanzierungspraxis Anwendung finden. Die Gesellschaft agiert transparent und kommuniziert aktiv mit ihren Finanzierungspartnern, um das entgegengebrachte Vertrauen aufrecht zu erhalten. 3.2 Risiken der künftigen Entwicklung Demografischer Wandel, sozioökonomische Entwicklungstendenzen und die Verstärkung sozialer Ungleichheiten beeinflussen das unternehmerische Umfeld. Sich ändernde politische Rahmenbedingungen, der technische Fortschritt und die Globalisierung stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung bekräftigt den politischen Kurs, den Stadtumbau in den neuen Ländern in der Einheit von Aufwertung und Rückbau/Abriss kontinuierlich fortzusetzen. Umso unverhältnismäßiger sind die Kürzungen der Bundesregierung bei der Städtebauförderung. Diese drohen das Engagement der Wohnungsunternehmen beim Stadtumbau deutlich einzuschränken und die Lage der Städte und Unternehmen spürbar zu verschlechtern. Ohne eine entsprechende finanzielle Ausstattung des Programms „Stadtumbau- Ost“ und eine Entlastung aller abgerissenen Wohnungen von den Altschulden wird für die unternehmerische Wohnungswirtschaft der Stadtumbau zu einer noch größeren finanziellen Belastung als bisher und es besteht die Gefahr, dass die bisherigen Erfolge des Stadtumbaus Ost insgesamt gefährdet werden. Verschiedene Prognosen beschreiben für Halle (Saale) einen Bevölkerungsrückgang, der für die Akteure auf dem Wohnungsmarkt enorme Beeinträchtigungen bezüglich der Wohnungsnachfrage zur Folge haben wird. Für den Stadtteil Halle-Neustadt wird ein Rückgang der wohnungsnachfragenden Haushalte zwischen 20 und 30 % prognostiziert. Für die GWG könnte sich dieser Nachfragerückgang nahezu proportional auswirken, da sie in fast allen Stadtvierteln der Neustadt vertreten ist. Aufgrund der demografischen Perspektiven für Halle-Neustadt in den nächsten 15 Jahren wird die GWG das im Geschäftsjahr 2011 abgeschlossene Sanierungskonzept aus dem Jahr 2002 fortschreiben müssen. Wegen der zurzeit noch fehlenden Anschlussregelung zur Behandlung der Altschulden für zum Abriss vorgesehene Gebäude beabsichtigt die Gesellschaft nur die weitere Stilllegung von Wohnungen und Gebäuden, nicht jedoch deren Abriss. Die tatsächliche Stilllegung erfolgt, wenn die Prognosen sich bestätigen und es die Marktsituation zulässt. Die damit einhergehenden rückläufigen Ertragswerte betroffener Wohngebäude bedingen hohe Abschreibungen auf das bilanzierte Anlagevermögen, die außerplanmäßig vorzunehmen sind. Des Weiteren geht die GWG nicht davon aus, dass das bis zum Jahr 2016 befristete komplementäre Förderprogramm „Stadtumbau-Ost“ in seiner jetzigen Form nochmals verlängert wird. Daraus entsteht zusätzlich das Risiko, dass leerstehende Gebäude wegen fehlender Fördermittel nicht kostendeckend oder gar nicht abgerissen werden können. Die von der Gesellschafterin Stadt Halle (Saale) bisher geforderten Beiträge zur Haushaltskonsolidierung kann die GWG nur unter hohem Verlust von Liquidität refinanzieren. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 289 von 528 Die engen finanziellen Grenzen der Stadt Halle (Saale) für die Übernahme der Kosten der Unterkunft (KdU) nach SGB II verstärken die Tendenz einer sozialen Segregation. Aufgrund der Herabsetzung der Nettokaltmiete für die KdU auf € 4,10 pro m² Wohnfläche ist die Refinanzierung von notwendigen Investitionen (u. a. energetische Sanierungsmaßnahmen zur weiteren Senkung der Betriebskosten) über die Modernisierungsumlage bei zunehmender Anzahl von Mietern mit Transfereinkommen in verschiedenen Liegenschaften der Gesellschaft kaum oder gar nicht mehr möglich. Die Investitionsplanung der Gesellschaft wird darauf ausgerichtet. Um ausreichend Wohnraum mittlerer Preisklasse für Transfereinkommensbezieher anbieten zu können, werden daher energetische Sanierungsmaßnahmen in einigen Wohngebäuden nicht mehr geplant. Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind negative Folgen für die Nachfrage nach Wohnraum sowie negative Auswirkungen auf das Zahlungsverhalten der Mieter nicht auszuschließen. Zusätzlichen Einfluss nehmen die demografische Entwicklung und die steigende Zahl älterer und armer Einwohner. Junge Menschen dagegen fehlen am Arbeitsmarkt. Insofern erhöhen sich in den nächsten Jahren das Leerstandsrisiko und das Risiko steigender Mietausfälle. Die GWG ist mit ihren Planungs-, Portfolio- und Controllinginstrumenten in der Lage, negative Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und geeignete Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Eine enge Vernetzung von Vermietungs- und Investitionsstrategien ermöglicht dabei eine effiziente Risikosteuerung. 4 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag (Nachtragsbericht) Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2011 nicht eingetreten. 5 Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft nicht eingesetzt. Wohnungswirtschaft GWG Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH Seite 290 von 528 Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Hansering 19 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 102.259 T€ Stadt Halle (Saale) 102.259 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Gegenstand des Unternehmens umfasst die Errichtung, Betreuung, Bewirtschaftung und Verwaltung von Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen, darunter Eigenheime und Eigentumswohnungen. Die Gesellschaft kann außerdem alle im Bereich der Wohnungswirtschaft, des Städtebaus und der Infrastruktur anfallenden Aufgaben übernehmen, Grundstücke erwerben, belasten und veräußern sowie Erbbaurechte ausgeben. Sie kann Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen, Läden, Gewerbebauten, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen und Dienstleistungen bereitstellen und ist berechtigt, Zweigniederlassungen zu errichten, andere Unternehmen zu erwerben oder sich an solchen zu beteiligen. Die Gesellschaft darf auch sonstige Geschäfte betreiben, sofern diese dem Gesellschaftszweck mittelbar oder unmittelbar dienlich sind. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Betätigungen im Bereich der Wohnungswirtschaft dienen einem öffentlichen Zweck und sind unter der Voraussetzung des § 116 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GO-LSA zulässig. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Aufsichtsrat: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Dr. Wahlen, Heinrich Szabados, Dagmar Zojesky, Hans-Peter David, Dirk Ewert, Gertrud Fritz, Melanie Haupt, Ute Dr. Meerheim, Bodo Rothe, Uwe Sänger, Frank * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 291 von 528 Aufsichtsrat: Sommer, Manfred Sprung, Michael Wildgrube, Martina 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 26 31.12.2009 T€ 25 Aufsichtsrat 28 c) Beteiligungen unmittelbar Genossenschaft Volksbank Halle e. G. HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG T€ 0 10 % 0,00 99,90 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 89 9 2 2009 % 90 9 1 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 475.090 47.570 8.812 T€ 466.507 48.281 6.646 T€ 451.687 61.845 4.379 % 87 12 1 T€ 8.583 -711 2.166 % 2 -1 33 Bilanzsumme 531.472 100 521.434 100 517.911 100 10.038 2 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen Dritter Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 241.948 12.911 3.287 273.326 0 % 46 2 1 51 0 T€ 242.638 13.253 4.082 261.460 1 % 46 3 1 50 0 T€ 244.111 13.594 5.145 255.059 2 % 47 3 1 49 0 T€ -690 -342 -795 11.866 -1 % 0 -3 -19 5 -100 Bilanzsumme 531.472 100 521.434 100 517.911 100 10.038 2 Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 292 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Aufwand für Hausbewirtschaftung, Verkaufsgrundstücke und andere Lieferungen und Leistungen Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust und 78.251 -1.261 2.675 4.174 35.402 2010 T€ 78.125 -685 2.043 4.424 34.607 2009 T€ 79.547 -2.763 1.701 6.110 36.591 11.250 9.613 9.297 97 0 375 11.054 7.695 2.622 3.770 -1.148 -68 5 6.610 1.089 661 7.038 10.690 9.387 9.245 74 0 276 10.901 9.427 3.990 4.355 -365 -171 6 9.227 85 923 8.389 10.297 9.081 9.400 89 0 968 11.238 9.045 4.222 1.602 2.620 -20 7 11.678 375 1.168 10.885 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 8,45 2,81 16.223 378 13,42 2010 11,81 3,94 18.614 385 12,74 2009 14,68 5,01 20.759 390 12,17 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 89,38 45,52 54,48 31.12.2010 89,45 46,53 53,47 31.12.2009 87,20 47,13 52,87 Angaben in % % % Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 293 von 528 ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Wohneinheiten 31.12.2010 17.150,00 15,60 2.244,00 2,50 298,00 19,13 15,00 0,00 31.12.2009 17.676,00 16,20 2.243,00 3,30 346,00 17,60 16,00 6,30 Angaben in E i % n Wohneinheiten Leasingbestand E h Leerstand Wohneinheiten i % e n Leasingbestand i h t Gewerbeeinheiten E e e i Leerstand Gewerbeeinheiten i % n n t Gewerbeeinheiten Leasingbestand E h e Leerstand Gewerbeeinheiten i % e n n Leasingbestand i h t e e i n t e n Leerstand Wohneinheiten 16.536,00 12,27 2.244,00 1,83 290,00 18,28 16 0,00 Einheiten % Einheiten % Einheiten % Einheiten % Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 294 von 528 e) Lagebericht 1. 1.1. Gesamtwirtschaftliche Lage und Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Lage und Branchenentwicklung Die deutsche Wirtschaft ist wie im Vorjahr auch im Jahr 2011 wieder kräftig gewachsen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 3,0%. Der Anstieg lag damit deutlich über dem durchschnittlichen Wachstum seit der Wiedervereinigung (1,3%). Der bisherige Konjunkturverlauf in der Bundesrepublik Deutschland wurde im Berichtsjahr anders als in früheren Konjunkturzyklen nicht nur vom Außenhandel, sondern auch maßgeblich von der Binnenwirtschaft getragen. Die vom Außenhandel weitgehend unabhängigen Dienstleistungsbranchen haben ihre wirtschaftlichen Aktivitäten bis zuletzt ausgeweitet. Zu diesen Branchen gehört unter anderem die Immobilienwirtschaft, einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland. Ihre Bruttowertschöpfung summiert sich auf 425 Milliarden Euro p. a. Das entspricht einem Anteil von ca. 19,1% an der gesamten Bruttowertschöpfung. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind gewachsen. Vor dem Hintergrund dieser Beschäftigungszunahme, einer moderaten Preisentwicklung und steigenden Löhnen sind die real verfügbaren Einkommen gestiegen. Die Verbraucherpreise sind im Jahresdurchschnitt 2011 gegenüber 2010 um 2,3% gestiegen. Für den Anstieg waren vor allem die Energiepreise verantwortlich. Energie insgesamt verteuerte sich 2011 spürbar um 10,0%. Diese Entwicklung der Energiekosten dynamisiert die Wohnkosten. Eine Begrenzung der Energiekosten durch eine höhere Energieeffizienz von Gebäuden, eine verbesserte Anlagensteuerung und eine Diversifizierung von Energieträgern und von Versorgern wird in den nächsten Jahren deshalb eine zentrale Aufgabe der Immobilienwirtschaft sein. Die Einwohnerzahl Deutschlands dürfte nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2011 erstmals nach acht Jahren Rückgang leicht gestiegen sein. Am Jahresende lebten voraussichtlich über 81,80 Millionen Personen und damit deutlich über 50 000 Personen mehr als im Vorjahr in Deutschland. In der Stadt Halle (Saale) sind die Einwohnerzahlen im Jahr 2011 um ca. 0,4% angestiegen, nachdem bereits im Jahr 2010 ein leichter Anstieg zu verzeichnen war. Eine Ursache hierfür ist die seit vier Jahren steigende Anzahl von Studierenden, welche ihren Wohnsitz während des Studiums nach Halle (Saale) verlegen. Im Berichtszeitraum nahm die Zahl der Studenten an der Martin-Luther-Universität um fast 2.500 Studenten zu. Sie erreichte in 2011 die Marke von 20.000. Dieser Zuwachs beruhte teilweise auf einmaligen Effekten. Selbst bei zu unterstellender gleichbleibender Attraktivität des Hochschulstandortes Halle (Saale) sind für die Folgejahre eher geringere Zuzugszahlen zu erwarten. Diese Entwicklung der Einwohnerzahl bzw. der Zahl der Wohnraum nachfragenden Haushalte hat neben dem Rückbau im Jahr 2011 dazu geführt, dass der Überhang an leerstehenden Wohnungen erneut reduziert werden konnte. Die neue Haushaltsvorausberechnung bis zum Jahr 2030 zeigt auch für die kommenden Jahre die Tendenz zu mehr Ein-Personenund Zwei-Personen-Haushalten auf, was den Abbau von Angebotsüberhängen weiterhin unterstützt. 1.2. Situation und Rahmenbedingungen der HWG mbH Die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG mbH) hat sich in den letzten Jahren im Hinblick auf ihre Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätssituation positiv entwickelt. Dies zeigen die seit neun Jahren in Folge positiven Jahresergebnisse sowie das Wachstum von Vermögen und Bilanzsumme. In 2011 erwirtschaftete die Gesellschaft ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 6.610. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 295 von 528 Jahresergebnisse und Gewinnabführung der HWG mbH 16.000 14.000 12.000 10.000 TEUR Jahresergebnisse 8.000 6.000 4.000 2.000 0 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Gewinnabführungen Seit 2008 führt die HWG mbH ihre Gewinne im Wesentlichen als Vollausschüttung an ihre alleinige Gesellschafterin, die Stadt Halle (Saale), ab. Im Zeitraum von 2008 bis 2011 wurden der Gesellschafterin insgesamt 47,1 Mio. EUR ausgeschüttet. Dieser Liquiditätsentzug hat die Entwicklung der Gesellschaft verzögert. Die einseitige Gewinnverwendung zur Sanierung des städtischen Haushalts hat die Beiträge der Gesellschaft zum Stadtumbau verkürzt. Die Gesellschaft hat dennoch die Leistungen im Bereich der laufenden Instandhaltung ausgebaut und auch angemessene Bauinvestitionsprogramme realisieren können. Bei der Haushaltskonsolidierung zeichneten sich vorübergehend Entwicklungen ab, welche von einer reinen Gewinnabführung hin zur Übernahme von städtischen Aufgaben oder städtischen Immobilien mit Refinanzierungspotentialen mit positiven Auswirkungen für die Portfoliostruktur der Gesellschaft gehen. Die städtischerseits notwendigen Vorbereitungen konnten im Berichtsjahr jedoch noch nicht ausreichend konkretisiert werden. Erneut wird von der Gesellschafterin eine Ausschüttung des im Berichtsjahr erwirtschafteten Gewinnes erwartet. Wie bei allen Märkten verändern sich auch stetig die Rahmenbedingungen des Immobilienteilmarktes, in welchem die Gesellschaft tätig ist. Die Gesellschaft hat deshalb bereits in den vergangenen Jahren ihre Verwaltungsstrukturen angepasst und den Mieterservice weiterentwickelt. Dieser Prozess wurde in 2011 erfolgreich fortgesetzt. Die Veränderungen wirkten sich positiv auf das Ergebnis des Jahres 2011 aus. So konnte zum Beispiel im Vergleich zum Vorjahr (91%) die Anschlussvermietungsquote auf fast 103% gesteigert werden, was wiederum einen erheblichen Leerstandsabbau bewirkte. Bei den Veränderungen am halleschen Immobilienmarkt zeigen sich zunehmend Entwicklungsunterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen. Die Folgen der demografischen Entwicklung sind insbesondere in den Stadtrandlagen spürbar. Hier hat sich die Gesellschaft bereits in der Vergangenzeit sukzessive von Beständen getrennt. Innenstadtnahe Stadtteile weisen hingegen eine gleichbleibende bis positive Bevölkerungsentwicklung auf. Hier hat die Gesellschaft investiert. Die Gesellschaft profitiert von dieser Differenzierung. Die Lagevorteile ihres Portfolios und dessen weitere Sanierung stabilisieren ihre Marktposition. Durch Zukäufe in den innenstadtnahen Wohngebieten wurde das Portfolio der Gesellschaft weiter qualifiziert und die Marktposition verbessert. Bei der Portfolioerweiterung wurde durch die Gesellschaft in 2011 erstmals die Zusammenarbeit mit einem Ko-Investor und damit die Mobilisierung von privatem Kapital angestrebt. Für den Erwerb, die Entwicklung und Bautätigkeit sowie die anschließende Bewirtschaftung eines Areals im Paulusviertel ist für 2012 die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft vorgesehen. Zum Berichtszeitpunkt stehen die Gründung der Gesellschaft und der Erwerb der Liegenschaft unmittelbar bevor. 2. Konsolidierungskreis Mutterunternehmen des Konzerns ist die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG mbH) mit Sitz und Tätigkeitsgebiet in Halle (Saale). Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 296 von 528 In den Konzernabschluss sind das Mutterunternehmen und das Tochterunternehmen HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG, Pullach i. Isartal (HWG KG), einbezogen. Stammkapital und Beteiligungsverhältnisse werden wie folgt gehalten: Gesellschaft HWG Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Gesellschafterin Anteile Stammkapital Stadt Halle (Saale) 100% 102.259.000 EUR HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Komplementär: Karlo Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, Pullach i. Isartal Kommanditisten: HWG Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH MALIMA Beteiligungs GmbH, Pullach i. Isartal Christian Zeigermann 99,9% 9.990 EUR 0,05% 0,05% 5 EUR 5 EUR Unternehmensgegenstand der HWG KG ist ausschließlich der Erwerb, die Verwaltung, Vermietung und Verwertung der von der HWG mbH im Jahre 2008 durch ein Sale-and-Lease-Back-Geschäft an die Tochtergesellschaft veräußerten Bestände. Die HWG KG hält die zu verwaltenden Bestände bilanziell in ihrem Anlagevermögen. Die HWG KG verfügt über keine eigenen Mitarbeiter. Die Bewirtschaftung der Bestände erfolgt durch Mitarbeiter der Muttergesellschaft, der auch das Ergebnis zufließt. 3. Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr 2011 haben die HWG mbH und der Konzern erneut ein positives Ergebnis erwirtschaftet. In der Hausbewirtschaftung wurden die Leistungsziele erreicht. Das Jahresbauprogramm wurde in zufrieden stellendem Umfang, beim Instandhaltungsteil fast vollständig realisiert. 3.1. Strategische Ausrichtung Die Gliederung des Portfolios des Mutterunternehmens in Kern- und Desinvestitionsbestand wird wie in den Vorjahren aufgrund aktueller Marktkenntnisse, Rahmenbedingungen und strategischer Planungsszenarien laufend überprüft und gegebenenfalls angepasst. Strategische Geschäftseinheiten des Konzerns Konsolidierter Bestand Investitionspool Abrisspool Verkaufspool Ankaufspool Kernbestand Desinvestitionsbestand Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 297 von 528 3.2. Hausbewirtschaftung Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der im Konzern bewirtschaftete eigene Bestand und Leasingbestand nachfrageund nachhaltigkeitsorientiert durch Rückbau, Verkäufe und Sanierungen um weitere 621 Wohn- und Gewerbeeinheiten angepasst. Zum 31. Dezember 2011 verfügt der Konzern über 18.780 Wohneinheiten (VJ 19.394) und 306 Gewerbeeinheiten (VJ 313). Bestandsentwicklung im Konzern 28.000 21.000 sonstiger Bestand GE sonstiger Bestand WE 14.000 Leasingbestand GE Leasingbestand WE Eigenbestand GE Eigenbestand WE 7.000 0 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Die Umsatzerlöse der Hausbewirtschaftung entwickeln sich seit Jahren trotz abnehmender Bestände mit steigender Tendenz. Entwicklung der Umsatzerlöse der HWG mbH 80.000 78.000 76.000 74.000 72.000 70.000 68.000 66.000 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 andere Verkauf von Grundstücken Hausbewirtschaftung Die Hausbewirtschaftung bildet das Kerngeschäft der Muttergesellschaft HWG mbH. Sie ist organisatorisch der Hauptbzw. Primärprozess. Alle anderen Prozesse sind als Unterstützungs- bzw. Sekundärprozesse zur Verbesserung der Hausbewirtschaftung zu betrachten. Schwerpunkt der Hausbewirtschaftung ist die Vermietung und Verwaltung der Wohnungen im eigenen Bestand sowie in den Leasingbeständen. Für eine Fortschreibung dieser Entwicklungstendenzen ist es erforderlich, die Potentiale des Portfolios stetig mit den aktuellen und künftigen Nachfragebedingungen auf dem Markt in Übereinstimmung zu bringen. Hierfür wird die Gesellschaft in den nächsten Jahren ihren Immobilienbestand weiterhin nachfrageinduziert und nachhaltigkeitsorientiert qualifizieren. Die Bestandsbewirtschaftung wird zunehmend neben wirtschaftlichen und technischen Aufgaben auch die Verstärkung der Sozialkompetenz und tätige Daseinsvorsorge umfassen. Aber auch die Gestaltung von sogenannten „lebensgerechten Wohnformen“ und das „Themenwohnen“ gewinnen immer mehr an Bedeutung. TEUR Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 298 von 528 Mehr als 30 % der Umsatzerlöse betreffen bereits heute Betriebskosten. Zukünftig ist mit einer steigenden Tendenz zu rechnen. Diesem Bereich kommt insbesondere aufgrund der steigenden Energiepreise eine immer größere Bedeutung zu. Eine stetige Verstärkung der Maßnahmen zur Begrenzung der Energiekosten ist unumgänglich. Mit Sanierungsmaßnahmen, die auch Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude und technischer Anlagen beinhalten, steuert die Gesellschaft bereits seit mehreren Jahren der Kostenentwicklung gegen. In 2011 kam erstmalig auch die reine energetische Ertüchtigung von Plattenbaubeständen hinzu. Der Gebäudebestand im Konzern setzte sich zum Stichtag zu 73% (VJ 74%) aus industriell und zu 27% (VJ 26%) aus konventionell gefertigten Objekten zusammen. Der Anteil der sanierten und teilsanierten Wohnungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 3 % auf 65% (VJ 61%) erhöht. Miteigentumsanteile (Anteilsgrundstücke) haben nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Bei den noch 5 Anteilsgrundstücken, welche sich zum Berichtsstichtag im Miteigentum der HWG mbH befinden, strebt die Gesellschaft den Erwerb der anderen Miteigentumsanteile an. Für ein Anteilsgrundstück wurde bereits ein Kaufvertrag mit Besitzübergang in 2012 abgeschlossen. Die Vermietung des sanierten Wohnungsbestandes ist nach wie vor unproblematisch. Die sanierten Bestände sind unverändert marktgängig und stark nachgefragt. Die im Jahresbauprogramm 2011 fertig gestellten Wohnungen wurden vollständig vermietet. Die Miethöhen lagen deutlich über den Planannahmen. Im sanierten Bestand wird auch für die Zukunft von einer stabilen Marktposition und nur fluktuationsbedingtem Leerstand ausgegangen. Im Berichtszeitraum konnte die Fluktuationsrate leicht gesenkt werden. Sie lag bei 14 % (VJ 15 %). Der Anteil neu abgeschlossener Mietverträge im Verhältnis zu beendeten Mietverträgen hat sich durch organisatorische und personelle Maßnahmen im Vorjahresvergleich erheblich erhöht. Er betrug im Geschäftsjahr 103 % (VJ 91 %). Wie in den Vorjahren konnte auch im Geschäftsjahr der Leerstandsabbau erfolgreich weiter fortgeführt werden. Dabei ist es gelungen, diesen Prozess zu beschleunigen. Der Abbau betrug im Berichtszeitraum 3,1 % (VJ 0,7 %). Dies ist die deutlichste Reduzierung seit 2004. Die leerstandsbedingte Erlösschmälerung lag im Berichtsjahr bei 10,8 % (VJ 12,6 %). Leerstandsentwicklung Wohnungen einschließlich Leasingbestand 30,0% 27,7% 25,0% 23,0% 20,0% Prozent 20,0% 18,2% 16,8% 16,2% 14,8% 14,1% 11,0% 15,0% 10,0% 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr fast 190 Mietverhältnisse zur Vorbereitung und Steuerung von Investitions- und Abrissmaßnahmen gezielt beendet. Ein Großteil der Mieter ist nach dem Umzug in den Beständen der Gesellschaft verblieben. Leerstand senkend wirkten sich auch die Verkäufe von überwiegend leer stehenden Wohnungen sowie der Abgang von Beständen wegen bevorstehendem Abriss aus. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 299 von 528 Die Gesellschaft plant einen weiteren Leerstandsabbau. Hierfür sind auch für 2012 und die Folgejahre zielgruppengerechte Investitionen und der Rückbau von dauerhaft nicht mehr benötigten Immobilien sowie gezielte Vermietungsstrategien als Leerstand senkende Maßnahmen vorgesehen. Die Sollmieten haben sich positiv entwickelt. Die durchschnittlichen Sollmieten für Wohnungen betrugen im Berichtsjahr 4,57 Euro/m² (VJ 4,46 Euro/m²). Damit wurde die seit Jahren kontinuierlich steigende Tendenz fortgeführt. Hier zeigen sich die Effekte der Produktverbesserung und der Portfoliobereinigung, aber auch die konsequente Orientierung an positiven Teilmarktentwicklungen. Sollmietenentwicklung Wohnungen einschließlich Leasingbestand 5,00 4,57 4,46 4,50 4,35 4,19 3,99 Euro/m²/Monat 4,00 3,83 3,69 3,55 3,42 3,50 3,00 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 3.3. Stadtumbau und Stadtentwicklung Investition Die HWG mbH hat im Geschäftsjahr 2011 ein Bauinvestitionsprogramm in Höhe von TEUR 18.919 (VJ TEUR 25.547) realisiert. Im Rahmen der Bautätigkeit wurden die Sanierung von fast 500 Wohnungen in den Quartieren Forsterstraße und Landrain, in der Altstadt, an der Wolfensteinstraße, an der Merseburger Straße und am Schülershof, außerdem die energetischen Sanierungen in Heide-Nord und Trotha, abgeschlossen. Die Sanierungsschwerpunkte lagen im Altstadtkern, in den innenstadtnahen Stadtteilen sowie in der energetischen Ertüchtigung von Plattenbaubeständen. Zur Sicherung und zum Ausbau der Marktposition der Gesellschaft ist weiterhin eine nachhaltigkeitsorientierte Qualifizierung des Portfolios durch Modernisierung und Sanierung von Beständen erforderlich. Diese Investitionstätigkeit bildet eine wesentliche Grundlage für die Stabilisierung des Kerngeschäftes, die Hausbewirtschaftung. Aufgrund der aktuellen und der künftig erwartbaren Marktlage mit nach wie vor bestehenden Angebotsüberhängen und verstärktem Konkurrenzdruck muss sich die Gesellschaft deutlich von den anderen Marktteilnehmern abheben. Einer nachfrageinduzierten und energetisch innovativen Aufwertung der Bestände kommt deshalb immer mehr Bedeutung zu. Unter diesen Gesichtspunkten hat die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr die bisherige Investitionstätigkeit wiederholt analysiert und durch Prozessveränderungen optimiert. Die wesentlichen Änderungen bestehen in einer stärkeren Einbeziehung der verwaltenden Bereiche in den Investitionsprozess und einer neu strukturierten Planungsphase. Die beteiligten Unternehmensbereiche arbeiten in Form einer Projektorganisation zur Vorbereitung und Durchführung der Investitionsmaßnahmen zusammen. Damit wird sichergestellt, dass Bewirtschaftungs- und Nutzerbelange bereits in der Planungsphase noch mehr in den Fokus rücken und auch in der Bauphase handlungsleitend bleiben. Die Herstellung von nachhaltig marktfähigen Bestandsobjekten unter Berücksichtigung künftiger Nachfragebedingungen sowie die Risikominimierung zur Erhöhung der Planungssicherheit gehören zu den wichtigsten Zielen der Prozessoptimierung. Die Veränderungen in der Struktur bewirkten bereits 2011 erkennbare Verbesserungen. Sie werden ab 2012 vollumfänglich greifen. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 300 von 528 Im Geschäftsjahr 2012 wird das Bauinvestitionsprogramm wieder auf über 20 Mio. Euro ausgebaut werden. Neben dem Abschluss der Investitionsüberhänge aus dem Vorjahr bilden in 2012 Bauinvestitionen in Alt- und Blockbauten im Stadtkern und in innenstadtnahen Stadtteilen sowie die energetische Ertüchtigung von Plattenbauten den Schwerpunkt. Des Weiteren sollen parallel dazu für eine Projektentwicklung im Paulusviertel in gleicher Größenordnung durch die noch zu gründende Tochtergesellschaft Planungsleistungen beauftragt werden. In 2012 beginnt die Gesellschaft zudem mit der Installation der vom Landesgesetzgeber geforderten Rauchwarnmelder. Auch dieser Prozess wird durch eine Projektgruppe vorbereitet und begleitet. Bauinvestitionen und Instandhaltung im Konzern 35.000 30.000 25.000 20.000 Bauinvestitionen TEUR 15.000 10.000 5.000 0 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Instandhaltung Das Instandhaltungsbudget und seine Auslastung wurden gesteigert. Für Instandhaltungsund Instandsetzungsmaßnahmen wurden im Berichtsjahr TEUR 9.796 (VJ TEUR 7.973) aufgewendet. Je m² Wohn- und Gewerbefläche entspricht dies 9,00 EUR (VJ 7,17 EUR, im Vergleich: 7,04 EUR/m² bezogen auf alle Nutzflächen einschließlich Stellplätze). Die Schwerpunkte dieses gegenüber den Vorjahren erheblich gesteigerten Instandhaltungsund Instandsetzungsprogramms lagen in systematischen Instandsetzungen und Instandhaltungen mit dem Ziel der Mieterbindung und Mietergewinnung sowie des Erhaltes der Bestandsqualität. Für 2012 plant die Gesellschaft erneut neben den Bauinvestitionen umfangreiche Instandhaltungen und Instandsetzungen von ca. TEUR 10.000 in die Konzernbestände. Rückbau Im Geschäftsjahr 2011 wurde der Komplettrückbau der Hochhäuser Riebeckplatz 10 und Steg 3 abgeschlossen. Darüber hinaus wurden auch im Stadtumbaugebiet Heide-Nord Rückbaumaßnahmen durchgeführt. Hiermit hat die Gesellschaft vertragliche Verpflichtungen aus einer Quartiersvereinbarung erfüllt. Bis Ende 2011 hat die Gesellschaft im Rahmen des Stadtumbaus bisher insgesamt 3.601 (VJ 3.221) Wohnungen rückgebaut. Zur Umsetzung der Rückbauplanung wurden Fördermittel zum Stadtumbau Ost genutzt. Eine weitere Unterstützung für Rückbauvorhaben durch eine Teilentlastung von Altschuldenverbindlichkeiten gemäß § 6a Altschuldenhilfe-Gesetz (AHG) ist nicht mehr möglich, da die zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft sind. Für das Geschäftsjahr 2012 plant die Gesellschaft einen weiteren Rückbau von Wohnungen. Dieser umfasst den seit langem geplanten Abriss des Hochhauses Riebeckplatz 6 mit 129 Wohnungen, welcher bereits 2011 begonnen wurde, sowie den Rückbau von 120 Wohnungen im Quartier Robinienweg im Stadtteil Silberhöhe/Ammendorf. Mit dem Rückbau in diesem Quartier werden deckungsbeitragsschwache Objekte eines vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffenen Stadtteils vom Markt genommen. Die Wegnahme dieser unsanierten Objekte ist gleichzeitig ein Beitrag zur Marktbereinigung und zum Stadtumbau. Die Abrisse am Riebeckplatz und im Robinienweg sind fördermittelgestützt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 301 von 528 Grundstücksverkehr Im Geschäftsjahr wurden 10 Grundstücksverkaufsverträge über 17 Grundstücke abgeschlossen. Verkauft wurden unrentable und nicht zur Sanierung vorgesehene Objekte zur Portfoliobereinigung sowie Miteigentumsanteile an einem Grundstück. Zur Stärkung des Residualportfolios wurden durch die HWG mbH Kaufverträge für fünf Grundstücke abgeschlossen. Im Wesentlichen handelte es sich hierbei um Ankäufe zur Arrondierung von Quartieren in innenstadtnahen Stadtteilen, in denen derzeit oder künftig Investitionen getätigt werden. Ein weiterer Ankauf diente der Bereinigung von Eigentumsverhältnissen und der Vorbereitung einer Projektentwicklung unter Einbeziehung der durch den Abriss des Hochhauses Riebeckplatz 10 frei gewordenen Grundstücksfläche. Diese Maßnahme wird im Stadtumbauprozess wesentlich zur Aufwertung eines geschädigten innerstädtischen Quartiers beitragen. 4. 4.1. Wirtschaftliche Lage des Konzerns Vermögenslage Die Vermögenslage des Konzerns stellt sich zum 31. Dezember 2011 wie folgt dar: 31.12.2011 TEUR Vermögen Anlagevermögen Vorräte Kurzfristige Forderungen Flüssige Mittel (VJ einschließlich Wertpapiere*) Übrige Aktiva (RAP) Gesamtvermögen 547.592 23.489 7.614 14.977 1.400 595.072 92,0 3,9 1,4 2,5 0,2 100,0 % 31.12.2010 TEUR 540.895 24.761 6.443 16.164 1.238 589.501 % 91,8 4,2 1,1 2,7 0,2 100,0 * Der gegenüber dem Vorjahr geänderte Ausweis der Flüssigen Mittel berücksichtigt die Wertpapieranlage nicht mehr, da sie nunmehr als Schuldscheindarlehen ein Zahlungsäquivalent mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten darstellt. 31.12.2011 TEUR Kapital Wirtschaftliches Eigenkapital Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Gesamtkapital 243.724 305.874 45.474 595.072 41,0 51,4 7,6 100,0 % 31.12.2010 TEUR 247.285 297.480 44.736 589.501 % 41,9 50,5 7,6 100,0 Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 302 von 528 Die Vermögenslage der HWG mbH als Muttergesellschaft stellt sich zum 31. Dezember 2011 wie folgt dar: 31.12.2011 TEUR Vermögen Anlagevermögen Langfristige Forderungen Vorräte Kurzfristige Forderungen Flüssige Mittel (VJ einschließlich Wertpapiere*) Übrige Aktiva (RAP) Gesamtvermögen 475.090 1.502 23.489 7.602 14.977 8.812 531.472 89,4 0,3 4,4 1,4 2,8 1,7 100,0 % 31.12.2010 TEUR 466.507 925 24.761 6.431 16.164 6.646 521.434 % 89,5 0,2 4,7 1,2 3,1 1,3 100,0 * Der gegenüber dem Vorjahr geänderte Ausweis der Flüssigen Mittel berücksichtigt die Wertpapieranlage nicht mehr, da sie nunmehr als Schuldscheindarlehen ein Zahlungsäquivalent mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten darstellt. 31.12.2011 TEUR Kapital Wirtschaftliches Eigenkapital Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Gesamtkapital 254.859 233.161 43.452 531.472 48,0 43,9 8,1 100,0 % 31.12.2010 TEUR 255.891 222.748 42.795 521.434 % 49,1 42,7 8,2 100,0 Die Konzern-Bilanzsumme hat sich zum Vorjahr um TEUR 5.571 erhöht und beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 595.072. Die Eigenkapitalquote des Konzerns (einschließlich Sonderposten) hat sich im Geschäftsjahr 2011 verringert. Sie beträgt zum 31. Dezember 2011 41,0 %. Unter Berücksichtigung einer Ausschüttung für 2011 i. H. von TEUR 6.000 ergäbe sich 1 eine wirtschaftliche EKQ von 39,9 % . Die Bilanzsumme des Einzelabschlusses hat sich um TEUR 10.038 erhöht und beträgt zum 31. Dezember 2011 TEUR 531.472. Die Eigenkapitalquote im Einzelabschluss (einschließlich Sonderposten) hat sich zum Bilanzstichtag um 1,1 %-Punkte auf 48,0 % vermindert. Unter Berücksichtigung der von der Gesellschafterin erwarteten Ausschüttung für 1 2011 i. H. v. TEUR 6.000 ergibt sich eine wirtschaftliche EKQ von 46,8 %. Die Vermögenslage im Konzern- und Einzelabschluss ist durch den hohen Anteil des Anlagevermögens gekennzeichnet. Das Anlagevermögen im Einzel- und Konzernabschluss hat sich im Berichtsjahr im Saldo aus Ankäufen und Bauinvestitionen, Verkäufen, Rückbaumaßnahmen, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen und Zuschreibungen insgesamt um TEUR 6.697 (VJ TEUR 12.932) auf TEUR 547.592 bzw. um TEUR 8.583 (VJ TEUR 14.820) auf TEUR 475.090 erhöht. Eine Umgliederung von Grundstücken aus dem Umlaufvermögen in das Anlagevermögen wie in 2010 erfolgte im Geschäftsjahr 2011 nicht. Der Kernbestand wurde im Berichtszeitraum wie in den Vorjahren nach dem Ertragswertverfahren bewertet. Grundstücke, bei denen ein Verkauf im Folgejahr vorgesehen ist, sind auf den erwarteten Verkaufserlös abgeschrieben worden. Rückbauobjekte wurden entsprechend ihrer Restnutzungsdauer abgeschrieben. Verkaufsbestände im mittelfristigen Planungshorizont sind unter Berücksichtigung von aktuellen Rahmenbedingungen strukturiert bewertet. ________________________________ 1 bei Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 303 von 528 Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen von insgesamt TEUR 3.770 (VJ TEUR 4.355) auf Wohn- und Geschäftsbauten gemäß § 253 HGB. auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag wie folgt vorgenommen: 31.12.2011 TEUR Außerplanmäßige Abschreibungen von zum Rückbau vorgesehenen Gebäuden 1.599 Außerplanmäßige Abschreibungen nach dem Ertragswertverfahren einschließlich Korrekturen fortgeführter Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.441 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Grund der Bodenabwertung nach Rückbau 514 Außerplanmäßige Abschreibungen von zum Verkauf vorgesehene Grundstücke des Anlagevermögens Gesamt 31.12.2010 TEUR 1.469 167 2.182 216 3.770 537 4.355 Im Geschäftsjahr erfolgten insgesamt Zuschreibungen auf sanierte Kernbestandsobjekte einschließlich Korrekturen fortgeführter Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von TEUR 2.331 (VJ TEUR 1.355). Insgesamt ist das Ergebnis des Geschäftsjahres in Folge dieser außerplanmäßigen Zu- und Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.439 (Vorjahr: TEUR 3.000) negativ beeinflusst. Ursächlich für die Zunahme der Bilanzsumme auf der Passivseite war im Geschäftsjahr 2011 im Wesentlichen die Zunahme der Verbindlichkeiten um TEUR 9.927 auf TEUR 348.061 im Konzernabschluss bzw. um TEUR 11.866 auf TEUR 273.326 im Einzelabschluss, die insbesondere durch die Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 9.999 auf TEUR 318.575 im Konzernabschluss und um TEUR 11.938 auf TEUR 243.842 im Einzelabschluss geprägt war. 4.1. Finanzlage Die Kapitalflussrechnung des Konzerns stellt sich wie folgt dar: 2011 TEUR 2010 TEUR Veränderung TEUR -1.920 3.652 8.812 10.544 -11.731 -1.187 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Cashflow aus der Investitionstätigkeit Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit* Zahlungswirksame Veränderungen Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Finanzmittelfonds am Ende der Periode 18.335 -19.699 177 -1.187 16.164 14.977 20.255 -23.351 -8.635 -11.731 27.895 16.164 * Der gegenüber dem Vorjahr geänderte Ausweis des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt nunmehr die Wertpapieranlage, da sie nunmehr als Schuldscheindarlehen ein Zahlungsäquivalent mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten darstellt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 304 von 528 Im Einzelabschluss der HWG mbH zeigt sich folgendes Bild: 2011 TEUR Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Cashflow aus der Investitionstätigkeit Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit* Zahlungswirksame Veränderungen Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Finanzmittelfonds am Ende der Periode 16.396 -19.699 2.116 -1.187 16.164 14.977 2010 TEUR 17.531 -23.351 -5.911 -11.731 27.895 16.164 Veränderung TEUR -1.135 3.652 8.027 10.544 -11.731 -1.187 * Der gegenüber dem Vorjahr geänderte Ausweis des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt nunmehr die Wertpapieranlage, da sie nunmehr als Schuldscheindarlehen ein Zahlungsäquivalent mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten darstellt. Der Finanzmittelbestand beträgt am 31. Dezember 2011 TEUR 14.977 (VJ TEUR 16.164). Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit im Konzernabschluss hat sich um TEUR 1.920 auf TEUR 18.335 verringert. Maßgeblich auf die Entwicklung des Cash Flows aus laufender Geschäftstätigkeit im Konzernabschluss wirkte der zum 31. Dezember 2011 um TEUR 2.547 geringere Konzernjahresüberschuss und der um TEUR 1.260 geringere Bestand an Verbindlichkeiten aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dagegen beeinflusste die Abnahme des Forderungsbestandes um TEUR 2.349 den Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit positiv. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit im Einzelabschluss beträgt TEUR 16.396 und hat sich damit aus vorgenannten Gründen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.135 verringert Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit im Konzern- und Einzelabschluss hat sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 um TEUR 3.652 auf TEUR -19.699 verbessert. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus der Verringerung der Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen um TEUR 4.619 auf TEUR -21.851. Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit im Konzern- und Einzelabschluss verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 8.812 bzw. TEUR 8.027 auf TEUR 177 bzw. TEUR 2.116. Die Verbesserung resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme der Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten (TEUR 22.646, VJ TEUR 17.744) und den gegenüber dem Vorjahr geringeren Auszahlungen an die Gesellschafterin (TEUR 7.300, VJ TEUR 10.800). Auch die Auszahlungen für die Sondertilgung von Krediten haben sich verringert und verbesserten somit den Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit. Die Liquidität und die Effektivverschuldung des Konzerns stellen sich wie folgt dar: 31.12.2011 32,9% 49,7% 327.357 31.12.2010 36,1% 50,5% 318.371 Liquidität 1. Grades Liquidität 2. Grades Effektivverschuldung in TEUR Im Einzelabschluss ergibt sich folgendes Bild: 31.12.2011 34,5% 52,0% 243.719 31.12.2010 37,8% 52,8% 235.377 Liquidität 1. Grades Liquidität 2. Grades Effektivverschuldung in TEUR Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 305 von 528 Der Darlehensbestand der HWG mbH gegenüber Kreditinstituten betrug TEUR 243.667 (Vorjahr: TEUR 231.891). Die Gesellschaft arbeitet mit 12 Kreditpartnern – darunter mit vier Landesbanken sowie der Investitionsbank Sachsen-Anhalt und regionalen Kreditinstituten - zusammen. Wo immer möglich, finden die KfW-Förderprogramme Anwendung. Gegenüber der Gesellschafterin bestehen Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 161 (Vorjahr: TEUR 308). Die Erhöhungen der Kreditverbindlichkeiten bewirkte im Wesentlichen lediglich eine Zunahme der Tilgungsaufwendungen. Die Zinsaufwendungen konnten durch gezieltes Darlehensmanagement trotz Anstieg der Verbindlichkeiten auf nahezu konstantem Niveau gehalten werden. Für die von der HWG mbH zur Prolongation vorgesehenen Darlehen konnten günstige Anschlusskonditionen vereinbart werden. Zu erwartenden Änderungen der Zinskonditionen wurde mit Vereinbarung von Forward-Konditionen zu Darlehen mit einem Darlehensvolumen in Höhe von TEUR 16.518 in Folgejahren entgegengewirkt. Entwicklung der Zins- und Tilgungsaufwendungen der HWG mbH 16.000 14.000 12.000 10.000 TEUR Zinsaufwand 8.000 6.000 4.000 2.000 0 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Tilgung (ohne Sondertilgung) Die Gesellschaft konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Erfolg Mitfinanzierungen für ihre Investitionsvorhaben einwerben und günstige Kapitalmarktbedingungen nutzen. Freie Beleihungsräume insbesondere durch die Tilgung bestehender Darlehen ermöglichen der Gesellschaft Restrukturierungen im Darlehensportfolio in Verbindung mit Neuausreichungen. Verhandlungen mit den wichtigsten Finanzierungspartnern der Gesellschaft sind derzeit abschlussbereit. Die Kreditlinie der HWG mbH bei der Aarealbank AG betrug wie in den Vorjahren auch im Geschäftsjahr 2011 TEUR 4.990. Der Konzern hat Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps in Anspruch genommen. Die drei Zinsswaps sind nicht spekulativer Natur, sondern wurden zum Zwecke der Absicherung der Zinsänderungsrisiken von drei Bankdarlehen der HWG KG abgeschlossen. Die Bankdarlehen dienen der Finanzierung der dem Mietvertrag zwischen Mutter- und Tochterunternehmen zugrunde liegenden Gesamtinvestitionskosten. Die Zinsswaps und die Bankdarlehen haben jeweils per 31. Dezember 2011 ein Nominalvolumen von TEUR 16.175 mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2015, ein Nominalvolumen von TEUR 19.055 mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2013 ein Nominalvolumen von TEUR 39.503 mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2038. Die Zinsswaps und die Bankdarlehen sind Bestandteil von drei Micro-Hedges, bei denen Grund- und Sicherungsgeschäfte hinsichtlich der wertbestimmenden Komponenten, Volumen und Laufzeiten übereinstimmen. Es handelt es sich dabei um Bewertungseinheiten nach § 254 HGB, bei denen auf eine Einzelbewertung nach § 252 HGB verzichtet wurde. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinsswaps betragen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 insgesamt TEUR – 18.712 (i. Vj. TEUR – 13.652). Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 306 von 528 Das Bankdarlehen mit Laufzeit bis ursprünglich Juni 2013 wurde im Geschäftsjahr durch Vereinbarung einer ForwardKondition als klassisches Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit bis Juni 2019 prolongiert. Diese Prolongation führt zur Beendigung des entsprechenden Zinsswaps und zu einer Entlastung der Annuitätenleistungen der HWG KG und damit des Konzerns. Die HWG mbH war im Berichtszeitraum jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. 4.3. Ertragslage Die Ertragslage des Konzerns zeigt folgendes Bild: 2011 TEUR Umsatzerlöse Bestandsveränderung Eigenleistung Gesamtleistung Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen Personalaufwand Abschreibungen Sonstiger Betriebsaufwand ./. übrige betriebliche Erträge Steuern (ohne Ertragsteuern) Betrieblicher Aufwand Betriebsergebnis Finanzergebnis periodenfremdes Ergebnis Neutrales Ergebnis Ergebnis vor Ertragsteuern Steuern vom Einkommen und Ertrag Jahresergebnis 78.251 -1.261 2.674 79.664 -35.173 -11.160 -11.498 -4.304 2.206 -5 -59.934 19.730 -15.110 1.195 -1.724 4.091 -10 4.081 % 98,2 -1,6 3,4 100,0 -44,2 -14,0 -14,4 -5,4 2,8 0,0 -75,2 24,8 -19,0 1,5 -2,2 5,1 0,0 5,1 2010 TEUR 78.125 -685 2.043 79.483 -34.595 -10.600 -11.276 -4.776 2.587 -6 -58.666 20.817 -15.192 1.484 -476 6.633 -5 6.628 Ergebnisveränderung % 98,3 -0,9 2,6 100,0 -43,5 -13,3 -14,2 -6,0 3,2 0,0 -73,8 26,2 -19,1 1,9 -0,6 8,4 0,0 8,4 126 -576 631 181 -578 -560 -222 472 -381 1 -1.268 -1.087 82 -289 -1.248 -2.542 -5 -2.547 Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 307 von 528 Die Ertragslage im Einzelabschluss des Mutterunternehmens stellt sich wie folgt dar: 2011 TEUR Umsatzerlöse Bestandsveränderung Eigenleistung Gesamtleistung Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen Personalaufwand Abschreibungen Sonstiger Betriebsaufwand ./. übrige betriebliche Erträge Steuern (ohne Ertragsteuern) Betrieblicher Aufwand Betriebsergebnis Finanzergebnis periodenfremdes Ergebnis Neutrales Ergebnis Ergebnis vor Ertragsteuern Steuern vom Einkommen und Ertrag Jahresergebnis 78.251 -1.261 2.674 79.664 -35.173 -11.160 -9.613 -8.135 2.207 -5 -61.879 17.785 -10.629 1.188 -1.724 6.620 -10 6.610 % 98,2 -1,6 3,4 100,0 -44,2 -14,0 -12,1 -10,2 2,8 0,0 -77,7 22,3 -13,3 1,5 -2,2 8,3 0,0 8,3 2010 TEUR 78.125 -685 2.043 79.483 -34.595 -10.600 -9.387 -8.669 2.588 -6 -60.669 18.814 -10.590 1.484 -476 9.232 -5 9.227 Ergebnisveränderung % 98,3 -0,9 2,6 100,0 -43,5 -13,4 -11,8 -10,9 3,3 0,0 -76,3 23,7 -13,3 1,9 -0,6 11,7 0 11,7 126 -576 631 181 -578 -560 -226 534 -381 1 -1.210 -1.029 -39 -296 -1.248 -2.612 -5 -2.617 Der Konzern erwirtschafte im Geschäftsjahr 2011 ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 4.081 (VJ TEUR 6.628). Im Einzelabschluss weist die Gesellschaft ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 6.610 (VJ TEUR 9.227) aus. 99,97% der Umsatzerlöse 2011 stammen aus der Hausbewirtschaftung (VJ 98,26%). Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung aus Sollmieten konnten im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.253 gesteigert werden. Insgesamt sind die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung um TEUR 1.462 höher als im Vorjahr ausgefallen. Umsätze aus der Betreuungstätigkeit wurden um TEUR 1 erhöht, während Umsätze aus Grundstücksverkäufen sowie aus Lieferungen und Leistungen i. Wesentlichen nicht mehr anfielen. Die positive Entwicklung der Umsatzerlöse der Hausbewirtschaftung führte somit trotz Verminderung und Wegfall der Umsatzerlöse insbesondere aus dem Verkauf von Grundstücken zu einem im Vergleich zum Vorjahr stabilen Ergebnis. Das Betriebsergebnis hat sich im Konzern- und im Einzelabschluss vermindert. Ursächlich sind vor allem höhere Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen, insbesondere für Instandhaltung und Rückbau, sowie für Personal. Allein für Instandhaltungsaufwendungen wurden TEUR 2.163 mehr als im Vorjahr aufgewendet, davon entfallen TEUR 164 auf eine Rückstellung für die Dämmung von Geschossdecken. Der Rückbauaufwand, der auch Mieterumzüge beinhaltet, hat sich um TEUR 489 erhöht, während der Aufwand für Betriebskosten sich um TEUR 1.784 verringert hat. Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 560 erhöht. Ursächlich sind Tariferhöhungen und Höhergruppierungen zumeist nach Qualifizierung. Die Verminderung des neutralen Ergebnisses um TEUR 1.248 sowohl im Konzern- als auch im Einzelabschluss beruht im Wesentlichen auf der Tatsache, dass die Ertragsmöglichkeiten zur Teilentlastung von Verbindlichkeiten nach § 6a AHG in 2011 entfallen sind. Das Kerngeschäft der HWG mbH ist damit der entscheidende Ergebnistreiber zum Jahresergebnis. Das Ergebnis der Hausbewirtschaftung als wichtigstes Spartenergebnis der Gesellschaft betrug TEUR 8.387 (VJ TEUR 9.658). Auch hier resultiert die Ergebnisveränderung wesentlich aus dem erhöhten Instandhaltungsbudget und dessen fast vollständigem Verbrauch. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 308 von 528 Der Verwaltungsaufwand der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr erhöht. Er betrug im Geschäftsjahr insgesamt TEUR 14.700 (VJ TEUR 13.759). Hauptursächlich sind dabei die Steigerung der Aufwendungen der vom eigenen Regiebetrieb eingesetzten Subunternehmer um TEUR 247 sowie gestiegene Personalkosten. Diese stiegen durch tarifliche Gehaltserhöhungen und Höhergruppierungen nach Qualifizierungen im abgelaufenen Geschäftsjahr. 5. Personal, Organisation und Nachhaltigkeit Zum 31. Dezember 2011 waren im Konzern 231 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt: 158 Bürokräfte, 39 Mitarbeiter im Regiebetrieb, 25 Hausmeister und 9 Auszubildende/Studenten. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der HWG mbH zuzuordnen. Die HWG KG beschäftigt kein Personal. Personalentwicklung 300 250 Anzahl Mitarbeiter am 31.12. 200 Auszubildende/Studenten Hausmeister 150 Mitarbeiter Regiebetrieb Bürokräfte 100 50 0 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Die Vergütung erfolgte nach den Tarifverträgen in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Der Aufbau und die wichtigsten Geschäftsprozesse der Gesellschaft werden regelmäßig aktuellen Erfordernissen angepasst. Die Ergebnisse werden in einem Qualitätshandbuch festgehalten, welches laufend ergänzt und aktualisiert wird. Die betriebliche kaufmännische Ausbildung ist ein Schwerpunkt der Personalentwicklung im Unternehmen. Auszubildende werden gezielt für den späteren Einsatz im Unternehmen ausgewählt. Die praktische Ausbildung wird durch ein Netzwerk von Ausbildungsbeauftragten begleitet, um fachübergreifende Kompetenzen zu entwickeln. Im Geschäftsjahr befanden sich sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in berufsbegleitenden Fortbildungsmaßnahmen. Für das Jahr 2012 sind im Rahmen des Personalentwicklungskonzeptes Personalzugänge für die mittlere Führungsebene und den Regiebetrieb vorgesehen. Die Gesellschaft rüstet sich damit für zukünftige Entwicklungsfelder und Schwerpunktaufgaben. Zu diesen gehören die Weiterentwicklung von Sozialkompetenz und Daseinsvorsorge über die Bestandsbewirtschaftung hinaus, aber auch die ökologische und energetische Orientierung bei Investitionen und technischer Bewirtschaftung des Immobilenbestandes. Damit sind die Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft gegeben. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr ihr Organigramm entsprechend geänderter Rahmenbedingungen verändert. Mit Blick auf die Entwicklung im mittelfristigen Bereich wurden Struktureinheiten projekt- und themenorientiert so aufgestellt, dass sie das Kerngeschäft mit der Abteilung Wohnungswirtschaft unterstützen. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 309 von 528 6. Risikobericht Die HWG mbH hat ein Risikomanagementsystem installiert, welches die für das Unternehmen branchentypischen wesentlichen Risiken ausweist. Die Kennziffern zu den Risiken werden durch ein regelmäßiges Reporting ermittelt und durch die verantwortlichen Abteilungen interpretiert. Als wichtige Risikofaktoren wurden die Fluktuation, die Vermietungssituation, die Mietenentwicklung und die Kostenentwicklung bei den Bauinvestitionen identifiziert. Das Verkaufsgeschehen zählt aufgrund der geringen Volumina seit 2011 nicht mehr zu den wichtigen Risikofaktoren. Die Entwicklung der ergebnisrelevanten Risiken wird durch das Controlling des Unternehmens quartalsweise überwacht. Dabei orientiert sich die Gesellschaft sowohl an branchenüblichen als auch an internen Benchmarks. Von den Entscheidungsträgern werden erforderliche Maßnahmen der Gegensteuerung eingeleitet. Zur Steuerung des Risikos Investitionen hat die Gesellschaft ein separates Investitionscontrolling implementiert und im Qualitätshandbuch definiert. Für erkennbare, quantifizierbare Risiken wurde im Geschäftsjahr angemessene Vorsorge getroffen. Zukünftige Risiken könnten sich aus der demografischen Entwicklung der Stadt Halle (Saale), damit einhergehenden Handlungserfordernissen von Stadtentwicklungskonzepten und den finanziellen sowie aufgabenbezogenen Erwartungen der Gesellschafterin ergeben. Auch aus der Dynamik von Energie- und Baukostenentwicklungen, knapperen Ressourcen bei Zuschüssen und Fördermitteln und durch allgemeine Zinsänderungsrisiken können zukünftig Risiken erwachsen. Die Gesellschaft beobachtet über ihre Abteilungen Unternehmensentwicklung/Zentrale Dienste und Unternehmensfinanzierung/Auftrags- und Vergabewesen die Entwicklung dieser Risiken und berücksichtigt diese in ihrer Geschäftstätigkeit. Investitionsentscheidungen werden so getroffen, dass sich für die Gesellschaft unter den sich ändernden Rahmenbedingungen künftig dauerhaft größtmögliche Erträge erzielen lassen. 7. Künftige Entwicklung der Gesellschaft Stadtrats- und Gesellschafterbeschlüsse erfordern von der Gesellschaft seit 2007 eine Beteiligung an der Tilgung der Schulden des städtischen Haushaltes. Seit 2008 hat die Gesellschaft mit einer im Wesentlichen Vollausschüttung ihrer Gewinne Zahlungen in Höhe von insgesamt 47,1 Mio. EUR an den städtischen Haushalt geleistet. Damit hat die Gesellschaft einen erheblichen Betrag zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes geleistet. Dies ging zu Lasten ihrer eigenen Liquiditätsausstattung, ihrer Investitionstätigkeit und damit auch ihrer Vermögens- und Ertragsentwicklung. Fortgeführte Ausschüttungen auf hohem Niveau führen perspektivisch dazu, dass der Konzern im Gegensatz zur Muttergesellschaft HWG mbH trotz beachtlicher Jahresergebnisse keinen Bilanzgewinn mehr ausweisen wird. Die Gesellschaft geht deshalb von zeitnahen Modifizierungen in der Beschlusslage der Gesellschafterin aus. Es zeichnen sich Entwicklungen ab, welche von einer reinen Gewinnabführung hin zur Übernahme von städtischen Aufgaben mit positiven Effekten für die Bestände der Gesellschaft oder zum Erwerb städtischer Immobilien mit Refinanzierungspotentialen gehen. Damit rücken nach dem Willen der Gesellschafterin nicht-monetäre Beiträge der Gesellschaft in Form einer Stadt- und Sozialrendite sowie monetäre Beiträge mit Gegenleistungen / Refinanzierungspotential immer mehr in den Fokus. Erste Gespräche zum Erwerb städtischer Immobilien wurden bereits geführt. Diese Form der Haushaltskonsolidierung stellt sowohl für die Gesellschaft als auch für die Gesellschafterin eine überlegenswerte Alternative zur bisherigen Praxis dar. Im Vergleich zu den bisher geleisteten reinen Gewinnabführungszahlungen wird die Gesellschaft weniger stark belastet. Im besten Fall bieten sich Potentiale zur Stärkung des Gesamtportfolios. Mit der Übertragung von Aufgaben ins Kompetenzspektrum der Gesellschaft werden Entlastungseffekte für den städtischen Haushalt erreicht. Gegenwärtig ist die Prüfung gesellschaftsrechtlicher sowie steuerlicher Aspekte allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Gesellschaft plant vor diesem Hintergrund auch für das Jahr 2012 nur Verkäufe zur Portfoliobereinigung. Dafür wurden für den Erwerb von Immobilien in der Planung deutlich mehr Mittel berücksichtigt. Der Aufsichtrat der Gesellschaft hat im November 2011 den Wirtschafts-, Finanz- und Investitionsplan der HWG mbH für das Jahr 2012 beschlossen. Dieser sieht im Hinblick auf die demografische Entwicklung die Fortsetzung der Rückbauaktivitäten vor. Parallel dazu soll eine Vielzahl von Wohnungen auch zukünftig durch Investitionen Wertverbesserungen erfahren. Dabei stehen energetische Verbesserungen im Vordergrund. Für das Folgejahr wird mit einem positiven Geschäftsverlauf gerechnet. Auch für den Folgezeitraum geht die Geschäftsleitung von einer positiven Weiterentwicklung der Gesellschaft aus. Dabei wird die Entwicklungsgeschwindigkeit zunehmend von Art und Maß der Aufgaben bestimmt, welche die Gesellschafterin der Gesellschaft überträgt. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 310 von 528 8. Nachtragsbericht Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns auswirken, haben sich bis zum Zeitpunkt der Lageberichterstattung nicht ergeben. 9. Sonstiges Die Ausführungen im Lagebericht gelten, soweit nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, für den Einzelabschluss sowie für den Konzernabschluss der HWG mbH gleichermaßen. Wohnungswirtschaft Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Seite 311 von 528 HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Emil-Riedl-Weg 6 82049 Pullach i. Isartal Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH & Co. KG 10 T€ Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH Christian Zeigermann MALIMA Beteiligungs GmbH 10 0 0 % 99,90 0,05 0,05 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist ausschließlich der Erwerb, die Verwaltung und Verwertung des Grundbesitzes, der mit Kaufvertrag vom 24. Juni 2008 (Urkundenrolle 0799/08, Notar Ludwig Schlereth, Halle (Saale) von der Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH mit allen Rechten und gesetzlichen Bestandteilen, insbesondere Gebäuden und sonstigen baulichen Anlagen, jedoch ohne Zubehör bzw. ohne alle im Gebäude befindlichen Maschinen und Betriebsvorrichtungen im steuerlichen Sinn und ohne Einbauten erworben worden ist. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ergibt sich aus § 116 Abs. 2 GO-LSA. Betätigungen im Bereich der Wohnungswirtschaft dienen einem öffentlichen Zweck und sind unter der Voraussetzung des § 116 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GO-LSA zulässig. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Goldbrunner, Christian Kober, Peter Koch, Heimo Pütz, Helmut Soethe, Robert Dr. Wahlen, Heinrich Zeigermann, Christian * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wohnungswirtschaft HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Seite 312 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 100 0 2009 % 100 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 76.236 12 T€ 77.597 12 T€ 78.958 914 % 99 1 T€ -1.361 0 % -2 0 Bilanzsumme 76.248 100 77.609 100 79.872 100 -1.361 -2 Passiva Eigenkapital Verbindlichkeiten T€ 10 76.238 % 0 100 T€ 10 77.599 % 0 100 T€ 4 79.868 % 0 100 T€ 0 -1.361 % 0 -2 Bilanzsumme 76.248 100 77.609 100 79.872 100 -1.361 -2 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 5.879 7 1.361 44 1.473 5.954 0 0 2010 T€ 5.976 6 1.361 12 1.055 5.658 6 6 2009 T€ 6.068 1.361 4 1.281 5.988 -4 -4 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,00 0,00 1.361 2010 0,10 62,00 1.368 2009 -0,06 -49,75 1.358 Angaben in % % T€ T€ % Wohnungswirtschaft HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Seite 313 von 528 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 99,98 0,01 99,99 31.12.2010 99,98 0,01 99,99 31.12.2009 98,86 0,00 100,00 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben Wohnungswirtschaft HWG Wohnungsverwaltung GmbH & Co. KG Seite 314 von 528 3.5 WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND STADTENTWICKLUNG Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Seite 315 von 528 Bio-Zentrum Halle GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Sitz der Geschäftsführung: Anschrift: Heinrich-Damerow-Straße 3 06120 Halle (Saale) Postanschrift: Weinbergweg 22 06120 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Stadt Halle (Saale) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 13 13 % 50,96 49,04 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb eines biologischen Forschungs- und Transferzentrums in Halle. Dazu gehören insbesondere: a) b) c) die Förderung gemeinsamer Projekte der Wirtschaft und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf dem Gebiet der Biowissenschaften, die Beratung der Wirtschaft und sonstiger Dritter bei der Anwendung oder Einführung neuer Technologien, Bereitstellung von Laborflächen und Arbeitsmöglichkeiten für neu im Bereich der Biowissenschaften tätige Firmen, für Einrichtungen, die auf dem Gebiet mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammenarbeiten ("Institute an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg") und für Forschungstätigkeiten der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg auf diesem Gebiet. Öffentlicher Zweck: Mit der auf höchstem Niveau betriebenen Grundlagenforschung in Zusammenarbeit mit der Bio-Zentrum Halle GmbH sollen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die Industriestruktur der gesamten Region positiv zu beeinflussen. Die gemeinsame Nutzung des Gebäudes durch Firmen, Aninstitute und Projektgruppen der Universität schafft optimale Bedingungen für das angestrebte enge Zusammengehen von Grundlagen- und angewandter Forschung. Der öffentliche Zweck ist daher in der stetigen Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Noll, Sabine Prof. Dr. Lukas, Wolfgang * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 316 von 528 c) Beteiligungen unmittelbar BIO Mitteldeutschland GmbH T€ 2 % 2,98 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 84 16 0 2009 % 87 13 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 9.812 1.877 7 T€ 10.375 1.574 T€ 9.958 3.231 73 % 75 24 1 T€ -563 303 7 % -5 19 Bilanzsumme 11.696 100 11.949 100 13.262 100 -253 -2 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 6.402 4.882 147 265 % 55 42 1 2 T€ 6.353 5.320 112 164 0 % 53 45 1 1 0 T€ 6.300 5.758 155 1.049 % 48 43 1 8 T€ 49 -438 35 101 0 % 1 -8 31 62 0 Bilanzsumme 11.696 100 11.949 100 13.262 100 -253 -2 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 317 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1.728 55 21 59 144 1.574 33 60 11 0 49 49 0 2010 T€ 1.741 -99 18 94 147 1.365 15 69 16 0 53 53 0 2009 T€ 1.686 122 15 123 84 1.545 35 106 17 0 89 89 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 2,83 0,76 193 602 3,30 2010 3,05 0,83 200 553 5,65 2009 5,25 1,41 172 456 6,72 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 75,32 54,74 45,26 31.12.2010 78,43 53,17 46,83 31.12.2009 75,05 47,50 52,50 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Auslastung vermietbare Fläche 31.12.2010 100,00 9.828,00 31.12.2009 98,47 9.828,00 Angaben in % m ² 100,00 9.828,00 % m² Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 318 von 528 e) Lagebericht A. B. C. D. E. F. G. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Ertragslage Finanzlage Vermögenslage Nachtragsbericht Risikobericht Prognosebericht A. A.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Gegenstand des Unternehmens Der Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb eines biologischen Forschungs-, Transfer- und Produktionszentrums in Halle. Dazu gehören insbesondere: die Förderung gemeinsamer Projekte der Wirtschaft und der Martin-Luther-Universität auf dem Gebiet der Biowissenschaften, die Beratung der Wirtschaft und sonstiger Dritter bei der Anwendung oder Einführung neuer Technologien, die Bereitstellung von Labor- und Produktionsflächen und Arbeitsmöglichkeiten für neu im Bereich der Biowissenschaften tätige Firmen, für Einrichtungen, die auf diesem Gebiet mit der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg zusammenarbeiten ("Institute an der Martin-Luther-Universität") und für Forschungstätigkeiten der Martin-Luther-Universität auf diesem Gebiet. A.2 Vermietung des Forschungsverfügungsgebäudes Unter den gesamtwirtschaftlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen hatte für die Bio-Zentrum Halle GmbH die Sicherung des Mieterbestandes und deren Betreuung hinsichtlich betriebs- und finanzwirtschaftlicher Problemstellungen erste Priorität, wobei wirtschaftliche Schwierigkeiten von Firmen zu Raumbedarfsverschiebungen führten, die wiederum Baumaßnahmen und damit Kosten nach sich zogen. Die frei gewordenen Flächen konnten an andere Firmen im Haus weitestgehend weitervermietet werden. Es bestehen immer größere Schwierigkeiten, geschlossene Finanzierungsrunden für biotechnologisch ausgerichtete StartUp-Unternehmen aufzubauen. Als positiv ist zu bewerten, dass für die Probiodrug AG eine weitere Finanzierungsrunde geschlossen wurde, so dass der Entwicklungsteil der Firma für den Zeitraum von zwei Jahren sicher finanziert ist, was in dieser Branche sehr selten ist. Weiterhin liefen und laufen intensive Bemühungen aus dem Teil der angewandten Forschung der Probiodrug AG eine Fraunhofer Forschungsgruppe für Molekulare biomedizinische Forschung auszugründen, welche sowohl von Teilen des Kabinetts von Sachsen-Anhalt und vom Fraunhofer-Institut in Leipzig bereits positiv evaluiert wurde. Durch die gesamtwirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland ist die Finanzierung von Unternehmen in der BIO-NANO-Branche sowohl bei Gründungen als auch in der Bestandspflege mit einem höheren Risiko behaftet. Da das Land Sachsen-Anhalt bereits Mitte des Geschäftsjahres 2007 die spezielle Förderung für die Biotechnologie ausgesetzt hatte, ist es noch schwieriger geworden, sich gegen die Konkurrenz in den anderen Bundesländern wie z. B. Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Baden-Württemberg und Bayern beim Standortranking zu behaupten. Spezielle Kaltmietförderungen oder Betriebskostenzuschüsse in diesen Ländern durch die Landesregierungen oder die Träger der Einrichtungen führen zu einer extremen Wettbewerbsverzerrung. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 319 von 528 Das 1998 fertig gestellte Forschungsverfügungsgebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH lässt gegenwärtig bauseitig noch keine gravierenden Mängel erkennen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb gefährden könnten. Es muss jedoch bemerkt werden, dass die Instandhaltungskosten aufgrund des Dauerbetriebs der Haustechnik kontinuierlich weiter ansteigen und häufiger gesamte Anlagengruppen ausgetauscht werden müssen bzw. bei Nutzerwechsel höhere Aufwendungen für die Weitervermarktung notwendig sind. Zur Sicherung der Betriebsfähigkeit der umfangreichen und hoch technisierten Haustechnik und der damit verbundenen 24-stündigen Überwachung mittels einer Gebäudeleittechnik wurde im Dezember 2000 ein Dienstleistungsvertrag zum technischen Gebäudemanagement mit der Energieversorgung Halle GmbH abgeschlossen, der neu verhandelt werden muss. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 ist kein Leerstand zu verzeichnen, d. h. die Auslastung beträgt 100 %, auch unter Berücksichtigung des in der Daniel-Vorländer-Straße errichteten Erweiterungsbaues. Es muss die grundsätzliche Frage der forschungsnahen Produktion für Entwicklungen von neuen Produkten für die Firmen geklärt werden, da diese sowohl für die Firmen als auch für den Standort „weinberg campus“ von existenzieller Bedeutung ist. Der Bau des Mehrzweckgebäudes schaffte im Jahr 2008 die Voraussetzung, dass die Icon GmbH, die durch den Verkauf an die Bayer AG kein klein- und mittelständisches Unternehmen mehr ist, im Bio-Zentrum verbleiben kann, da ein Flächenausgleich (siehe Bescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalts vom 30.01.2008) getätigt wurde. Dieser Weg war zu diesem Zeitpunkt für klein- und mittelständische Unternehmen die einzige Möglichkeit, am Standort „weinberg campus“ zu verbleiben und wurde von allen unterstützt. Ab 2011 ergibt sich für die Bio-Zentrum Halle GmbH ein neuer Sachstand, da durch das Protokoll des „Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie“ vom 9. Juli 2010, Punkt 2.5 die Verweildauer von Firmen in TGZ´s neu geregelt wurde. Zusammengefasst wurde festgelegt, dass kleinen und mittleren Unternehmen die Räumlichkeiten in Technologiezentren über die vorgesehenen acht Jahre hinaus bereitgestellt werden können, wenn sichergestellt ist, (1) dass die Bereitstellung nach Ablauf der acht Jahre zu Marktpreisen erfolgt, (2) und dass andere kleine und mittlere Unternehmen keinen Bedarf an der Bereitstellung vergünstigter Räumlichkeiten haben. Außerdem wurde durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt bestätigt, dass ein Herauswachsen aus dem KMU-Status für den Verbleib in einem TGZ nicht förderschädlich ist. Diese Problematik besteht nicht mehr für das in 1998 errichtete Forschungsverfügungsgebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH, da dieses nicht mehr in der Zweckbindung ist, d.h. die Firmen sich in diesem Gebäude über 8 Jahre einmieten dürfen, und die Firma Nomad GmbH von der Bayer AG die Anteile an der Firma Icon GmbH erwarb und damit die KMUKriterien wieder erfüllt werden. Das Flächenverhältnis von KMU zu öffentlichen Einrichtungen bei der Vermietung sollte trotzdem gewahrt werden, da dieses seitens der Finanzverwaltung im Rahmen der Baukostensplittung (Mischbruttofinanzierung) hinterlegt und akzeptiert wurde. Mittelfristig ist nicht absehbar, dass sich die Firmen aus dem Haus so stabilisieren, dass mit einem Auszug in eigene Laborgebäude zu rechnen ist. Die geringen erwirtschafteten Überschüsse von Start-Up-Unternehmen werden in der Regel dazu verwendet, neue Forschungsgebiete aufzunehmen und damit die Präsenz am Markt zu sichern. Freie Flächen sind zeitnah im Gebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH nur zu erwarten, falls Firmen wieder aufgrund fehlender Finanzmittel Insolvenzanträge stellen oder ausziehen müssen. A.3 Projekte, Dienstleistungen, Vermarktung und Kooperation Die Bio-Zentrum Halle GmbH unterstützt die Gründung von start-up‟s und die Bestandspflege. Intensive Beratungen und Betreuungen stehen dabei im Vordergrund. Weiterhin besteht die Aufgabe, angewandte Forschung und unternehmerische Aktivitäten zu verknüpfen. Schwerpunkte sind dabei die biologischen, biomedizinischen und nanotechnologischen Fachrichtungen einschließlich der angrenzenden Gebiete, wobei den Firmen eine umfangreiche Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 320 von 528 Konkrete Hilfe bei Aus- und Neugründungen:      Beratung für Firmengründer, z. B. hinsichtlich Genehmigungsverfahren und Abstimmung mit den beteiligten Behörden; Spezifische Fördermittelinformationen und Venture Capital Information; Unterstützung bei Finanzierungsrunden; Hilfe bei Projektanbahnungen und -abrechnungen im Netzwerk; Unterstützung bei der Präsentation auf Messen und Tagungen; Regionale und überregionale Vernetzung:    Organisation von Tagungen und Seminaren; Erstellung und Durchsetzung eines Vermarktungskonzeptes für die Region; PR-Aktivitäten und Firmenakquisition; Diese Aufgaben werden im Wesentlichen im Rahmen der Betriebsführungsvereinbarung von der TGZ Halle Technologieund Gründerzentrum Halle GmbH wahrgenommen. Die Bio-Zentrum Halle GmbH war mit ihren Transferaufgaben wesentlicher Bestandteil des Biotechnologie-Konzeptes des Landes Sachsen-Anhalt, welches seit Sommer 2007 keine Fortsetzung mehr fand. Die Bio-Zentrum Halle GmbH ist seit dem Jahr 1998 Gesellschafterin der Bio-Region Halle-Leipzig Management GmbH bzw. ab 2003 der umgegründeten BIOMitteldeutschland GmbH. Gegenwärtig werden verschiedene Möglichkeiten des Fortbestandes der BIO-Mitteldeutschland GmbH diskutiert. Gemeinsam mit der TGZ Halle GmbH fanden im Geschäftsjahr 2011 wiederum zahlreiche Veranstaltungen zu Themen des Technologietransfers, der Biotechnologie, zu Datenbankenrecherchen und zu Förderund Finanzierungsmöglichkeiten für industrielle und wissenschaftliche Kooperationen auf europäischer Ebene statt. Dies erfolgte im Wesentlichen durch PR-Aktivitäten auf nationalen und internationalen Messen wie z. B. der BIO 2011 in Washington, der Biotech in Adelaide und der Biotechnika in Hannover. Sowohl in Washington war das TGZ/Bio-Zentrum mit ca. 20 m², als auch in Hannover mit ca. 90 m² Standfläche vertreten, die von den beteiligten klein- und mittelständischen Unternehmen des Technologieparks weinberg campus zur Kooperationsanbahnung und Kontaktpflege genutzt wurde. Durch die Teilnahme an internationalen Kongressmessen und Foren leiten sich für die mittelständischen Unternehmen auf dem weinberg campus vielfältige Projekt- und Lieferbeziehungen ab. Die positive Entwicklung der gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angebahnten Kontakte in den arabischen Raum u.a. nach Dubai und Syrien die durch die Wirtschaftskrise stagnierten, und 2010 wieder intensiviert wurden, sind durch die politischen Konflikte im arabischen und nordafrikanischen Raum wieder weniger geworden. Das Konzept „weinberg campus“ und die damit verbundene gesamte Marketingstrategie wurden zielgerichtet auf das Netzwerk ausgedehnt und erfolgreich im nationalen und internationalen Sprachgebrauch als Marke durchgesetzt. A.4 Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr Nach der Finanzkrise hat sich die gesamtwirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland für mittelständische Unternehmen weiter verbessert, wobei speziell in der BIO-NANO-Branche und angrenzender Gebiete die Finanzierung von Unternehmen sowohl bei Gründungen als auch in der Bestandspflege mit einem höheren Risiko behaftet und damit schwieriger ist. Das Land Sachsen-Anhalt hat wiederholt die Förderung für die Biotechnologie in Frage gestellt, so dass es auch künftig schwierig sein wird, sich gegen die Konkurrenz in den anderen Bundesländern wie z. B. Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Baden-Württemberg und Bayern beim Standortranking zu behaupten. Spezielle Kaltmietförderungen oder Betriebskostenzuschüsse in diesen Ländern durch die Landesregierungen oder die Träger der Einrichtungen führen zu einer extremen Wettbewerbsverzerrung. In diesem Unternehmensumfeld hatte für die Bio-Zentrum Halle GmbH die Sicherung des Mieterbestandes und deren Betreuung hinsichtlich betriebs- und finanzwirtschaftlicher Problemstellungen erste Priorität bzw. bestand die Notwendigkeit, für die frei gewordenen bzw. neu geschaffenen Flächen Start-ups bzw. neue Mieter zu akquirieren. Dies gestaltet sich dadurch immer schwieriger, da es ein gravierendes Überangebot an Gewerbeflächen gibt und die Mieter immer mehr mit Lockangeboten umworben werden. Der Mieter gibt den Ton an! Der derzeitige Mietzins konnte im Jahr 2011 beibehalten werden, wobei höhere zusätzliche nicht vergütete Aufwendungen sowohl im Dienstleistungssektor als auch durch die Übernahme von nichtvorgesehenen Instandsetzungen und Schönheitsreparaturen entstanden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 321 von 528 Das Gebäude ist nach 13 Jahren insbesondere durch den Dauerbetrieb der technischen Ausstattung im Betrieb kostenintensiver geworden, was sich natürlich auf das Betriebsergebnis insgesamt auswirkt. Weiterhin nahmen die Akquisition und speziell die nutzerspezifische Ausrichtung einen großen Anteil der Geschäftstätigkeit ein. Durch erhöhte Aufwendungen bei der Akquisition und Übernahme von notwendigen Renovierungsund Umbauarbeiten für die Nutzer konnte aber erreicht werden, dass die Gebäude am Bilanzstichtag auch unter Einbeziehung der Daniel-Vorländer-Straße 8 zu 100% ausgelastet sind. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 322 von 528 B. Ertragslage Die Ertragslage (in T-€) der Gesellschaft stellt sich im Geschäftsjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar : Berichtsjahr T€ + Mieteinnahmen + Einnahmen Mietnebenkosten + sonstige Dienstleistungen + = UMSATZERLÖSE + + BESTANDSERHÖHUNG SONST. BETRIEBL. ERTRÄGE 853 856 19 1.728 56 21 1.805 59 583 -439 144 / 1.223 7 136 5 80 124 1.575 1.778 27 UND ÄHNLICHE 33 ÄHNLICHE 0 33 0 (60) UND 11 0 11 49 18,3% 0,0% 18,3% 2,7% 16 0 16 53 23,2% 0,0% 23,2% 3,2% -5 0 -5 -4 -31,3% * -31,3% -7,5% 0,0% 100,0% 0,0% (3,3%) 0 14 0 (69) 0,0% 100,0% 0,0% (4,2%) 0 19 0 -(9) 0,0% 135,7% * -(13,0%) 100,0% 14 100,0% 19 135,7% 67,8% 0,4% 7,5% 0,3% 4,4% 6,9% 87,3% 98,5% 1,5% 1.143 8 96 5 33 79 1.364 1.605 55 68,9% 0,5% 5,8% 0,3% 2,0% 4,8% 82,2% 96,7% 3,3% 80 -1 40 0 47 45 211 173 -28 7,0% -12,5% 41,7% 0,0% 142,4% 57,0% 15,5% 10,8% -50,9% % 47,3% 47,4% 1,1% 95,7% 3,2% 1,2% 100,0% 3,3% 32,3% -24,3% 8,0% T€ 822 901 18 1.741 -99 18 1.660 94 586 -439 147 Vorjahr % 49,5% 54,3% 1,1% 104,9% -5,7% 1,1% 100,0% 5,7% 35,3% -26,4% 8,9% Veränderung T€ 31 -45 1 -13 155 3 145 -35 -3 0 -3 % 3,8% -5,0% 5,6% -0,7% -156,6% 16,7% 8,7% -37,2% -0,5% 0,0% -2,0% = BETRIEBSLEISTUNG + Personalkosten + Abschreibungen + planmäßige Auflösung der Rücklagen für Investitionszuschüsse + = ABSCHREIBUNGEN AUFL. VON SONDERPOSTEN / Betriebsführung + Raumkosten Grundstücksaufwendungen + Versicherungen / Beiträge + Reparaturen / Instandhaltungen + Kosten des Fuhrparks + Werbe- und Reisekosten + sonstige Kosten + = SONSTIGE AUFWENDUNGEN UND BETRIEBLICHE - = BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN = BETRIEBSERGEBNIS + SONSTIGE ERTRÄGE ZINSEN ZINSEN UND AUFWENDUNGEN = FINANZERGEBNIS + PERIODENFREMDER ERTRAG = (ERGEBNIS VOR STEUERN) + + STEUERN ERTRAG VOM EINKOMMEN SONSTIGE STEUERN - = STEUERERGEBNIS = JAHRESÜBERSCHUSS Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 323 von 528 Die Betriebsleistung der Gesellschaft hat sich gegenüber 2010 um 145 T-€ (= +8,7 %) auf 1.805 T-€ erhöht. Während sich die abgerechneten Mietnebenkosten um 45 T-€ verminderten gab es bei den Mieteinnahmen eine Erhöhung um 31 T-€, bei den sonstigen Dienstleistungen um 1 T-€ und bei den sonstigen betrieblichen Erträgen um 3 T-€. Die Bestandsveränderung an nicht abgerechneten Leistungen aus Mietnebenkosten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 155 T-€. Die Personalkosten der Gesellschaft haben sich um 35 T-€ auf 59 T-€ vermindert. Bei den Abschreibungen auf Sachanlagen handelt es sich um planmäßige Abschreibungen in Höhe von 583 T-€ (Vorjahr: 586 T-€). Die von den Abschreibungen auf Sachanlagen offen zu saldierenden Erträge aus der Auflösung der Sonderposten für Investitionszuschüsse haben sich im Vorjahresvergleich nicht verändert und betragen wiederum 439 T-€. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 211 T-€. Dabei haben sich in dieser Position insbesondere die Raumkosten (+80 T-€), die Instandhaltungen (+40 T-€), die Werbe- und Reisekosten (+47 T-€) und die sonstigen Kosten (+45 T-€) erhöht. Die übrigen Kosten sind nahezu unverändert geblieben. Das Betriebsergebnis hat sich im Vergleich zu 2010 um 28 T-€ auf 27 T-€ vermindert. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 19 T-€ auf 33 T-€ verbessert. Die Steuern von Einkommen und Ertrag haben sich um 5 T-€ auf 11 T-€ vermindert und erreichen damit eine Steuerquote bezogen auf das Ergebnis vor Steuern von 18,3% gegenüber 23,2% im Vorjahr. Der Jahresüberschuss hat sich um 4 T-€ auf 49 T-€ vermindert. C. Finanzlage Ziel des Finanzmanagements der Gesellschaft ist es, die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Gesellschaft zu gewährleisten, also die Fähigkeit die bestehenden und künftigen finanziellen Verpflichtungen in vollem Umfang zu erfüllen. Ferner sollte Liquidität in Höhe der satzungsmäßigen Rücklagen für die Infrastruktur und Bau- und Haustechnikinstandhaltung vorhanden sein. Zu diesem Zweck hält die Gesellschaft liquide Mittel bereit, die zum Bilanzstichtag des Berichtsjahres rund 1.601 T-€ betragen. Durch die erwirtschafteten Mittelzuflüsse haben sich diese Mittel im Laufe des Jahres 2011 um rund 334 T-€ erhöht. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 324 von 528 Die Kapitalstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich dabei wie folgt dar : Bilanz zum 31.12.2011 T€ % Bilanz zum 31.12.2010 T€ % Änderung ggü. d. Vorjahr T€ % Eigenkapital Sonderposten mit Rücklageanteil Rückstellungen 6.402,1 4.881,7 147,4 54,7 41,7 1,3 6.353,2 5.320,0 111,5 53,2 44,5 0,9 48,9 -438,3 35,9 0,8 -8,2 32,2 Erhaltene Anzahlungen Lieferverbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten Summe Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten 138,1 122,5 4,5 265,2 0,2 1,2 1,0 0,0 2,3 0,0 118,3 39,0 6,8 164,2 0,2 1,0 0,3 0,1 1,4 0,0 19,8 83,5 -2,3 100,9 0,0 16,7 213,9 -33,6 61,5 5,1 Summe Passiva=Gesamtkapital 11.696,3 100,0 11.949,2 100,0 -252,9 -2,1 D. Vermögenslage Die Vermögensstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar: Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 325 von 528 Bilanz zum 31.12.2011 T€ % Bilanz zum 31.12.2010 T€ % Änderung ggü. d. Vorjahr T€ % Immaterielles Anlagevermögen Sachanlagen Finanzanlagen Summe Anlagevermögen Vorräte Forderungen Sonstige Vermögensgegenstände Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, Wertpapiere Summe Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten 0,0 8.809,4 1.002,4 9.811,7 0,0 228,0 47,7 1.601,4 1.877,1 7,5 0,0 75,3 8,6 83,9 0,0 1,9 0,4 13,7 16,0 0,1 1,1 9.371,8 1.002,4 10.375,2 0,0 151,0 155,4 1.267,6 1.574,0 0,0 0,0 78,4 8,4 86,7 0,0 1,3 1,3 10,6 13,2 0,0 -1,1 -562,4 0,0 -563,5 0,0 77,0 -107,7 333,8 303,1 7,5 -100,0 -6,0 0,0 -5,4 0,0 51,0 -69,3 26,3 19,3 *.* Summe Aktiva=Gesamtvermögen 11.696,3 100,0 11.949,2 100,0 -252,9 -2,1 Das Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 252,9 T-€ (= -2,1 %) auf 11.696,3 T-€ ermäßigt. Der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens am Gesamtvermögen hat sich durch die Abnahme des Sachanlagevermögens (-562,4 T-€) auf nunmehr 83,9 % (Vorjahr 86,7 %) vermindert. Der Anteil des Sachanlagevermögens ist von 78,4 % im Vorjahr auf 75,3 % im Berichtsjahr gesunken, was sich durch die vorgenommenen planmäßigen Abschreibungen begründen lässt. Das Finanzanlagevermögens bleibt im Vorjahresvergleich unverändert. Das Immaterielle Anlagevermögen hat sich durch planmäßige Abschreibungen um 1,1 T-€ vermindert und ist nunmehr vollständig abgeschrieben. Bei den mit den Abgängen saldierten Investitionen der Gesellschaft in Höhe von 19,1 T-€ und Abschreibungen in Höhe von 581,5 T-€ hat sich das Sachanlagevermögen um 562,4 T-€ auf einen Betrag von 8.809,4 T-€ vermindert. Das mittel- und kurzfristig gebundene Vermögen hat sich im Vorjahresvergleich um 303,1 T-€ oder 19,3% auf 1.877,1 T-€ erhöht. Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus Veränderung bei den liquiden Mitteln und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. 77,0 T-€. Die Sonstigen Vermögensgegenstände haben sich dagegen um 107,7 T-€ auf noch 47,7 T-€ vermindert, was insbesondere am Rückgang der Steuerguthaben (-62,5 T-€) liegt. Daneben haben sich noch die Sonstigen Forderungen EVH (-32,1 T-€) und die Lieferantenguthaben (-19,8 T-€) nennenswert vermindert. Eine Erhöhung ergab sich lediglich bei den übrigen sonstigen Vermögensgegenständen (+7,6 T€). Die liquiden Mittel betrugen am Bilanzstichtag 1.601,4 T-€ (Vorjahr : 1.267,6 T-€) und nahmen damit um 333,8 T-€ zu. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 7,5 T-€. Hierunter sind Aufwendungen ausgewiesen, die das Jahr 2012 betreffen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 326 von 528 E. Nachtragsbericht Über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind (§289 Abs. 2 Nr. 1 HGB), wird nachfolgend berichtet : Nach Schluss des Geschäftsjahres traten keine Vorgänge von besonderer Bedeutung auf, über die entsprechend §289 Abs. 2 Nr.1 HGB zu berichten wäre. F. Risikobericht Das in Richtung Bio- und Nanotechnologie spezialisierte Zentrum, die Bio-Zentrum Halle GmbH, unterliegt im Rahmen der Risikokategorie "Umfeldrisiken/Branchenrisiken" dem bestandsgefährdenden Risiko, dass die politischen und gesetzgeberischen Kräfte Weichenstellungen wählen, die zu nachfolgend aufgeführten Fragen Anlass geben : Könnte es zu einem Ausstieg aus der Bio-NANO-Technologie durch übertriebene politisch motivierte Anforderungen in Deutschland, Sachsen-Anhalt oder Halle kommen. Übertriebene restriktive Festlegungen des in Vorbereitung befindlichen neuen Bebauungsplans für Heide-Süd führen dazu, dass der weinberg campus für Firmenansiedlungen im Standortranking immer mehr an Lukrativität verliert und die Erfolgsquote bei Ansiedlungs- und Gründungsbemühungen sinken wird. Nichtabsehbare Folgen aus der Verlagerung der Ingenieurwissenschaften von der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg an die Otto von Guericke Universität Magdeburg. Bleiben die Bio- und Materialwissenschaften mittelfristig in Halle? Den Fachkräftemangel, insbesondere bei den Ingenieuren, Biochemikern, Bioingenieuren usw. aber auch Labor- und Technikkräften ausgehend von der demographischen Entwicklung nicht entgegengewirkt wird. Fehlende Bereitschaft zur Gründung von Firmen, da Kapital fehlt und aber auch genügend freie Stellen für Akademiker in diesen Fachrichtungen angeboten werden. Bedingt durch die konjunkturelle Lage, insbesondere für innovative Firmen aus der Bio-Nanotechnologie und angrenzender Gebiete, die Situation in Deutschland sich weiter verschlechtern wird und die wenigen Firmen an Standorte gehen, die sie ohne unüberschaubare bürokratische Hürden aufnehmen. - - Die dargestellte Problematik kann mittelfristig zu erheblichen Mietausfällen der Bio-Zentrum Halle GmbH führen und damit das Fortbestehen des Betriebes gefährden. Eine mögliche Nutzungsänderung, die dem neuen Bebauungsplan angepasst wäre, ist nicht gegeben, da Halle eine erhebliche Angebotsreserve an Büroflächen aufweist und der Mietzins bei diesen im letzten Jahr weiter gesunken ist. Diesem Mietdumping kann nur durch erhöhte Serviceleistungen entgegengewirkt werden, wobei diese natürlich höhere Kosten verursachen, da der Personalaufwand steigt. Die Kosten für eine Nutzungsänderung wären mit erheblichen Aufwendungen verbunden und ständen in keiner Relation zum Nutzen. Seitens der Verwaltung der Stadt Halle sollte die Rolle des Technologieparks weinberg campus besser erkannt werden und dieser Rechnung getragen werden. G. Prognosebericht In Erfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtung hat die Geschäftsführung der Berichtsgesellschaft ihre Einschätzungen zur voraussichtlichen Entwicklung der Firma Bio-Zentum Halle GmbH und deren wesentliche Chancen und Risiken in einem Wirtschaftsplan 2012 und in Entwurfsfassungen für die Jahre 2013 bis 2017 gebündelt. Diese Wirtschaftspläne, die als reine Ertragsplanungen aufgebaut wurden, haben danach folgendes Bild: Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 327 von 528 Jahr Aufwendungen T-EURO Erlöse Miete + Nebenk. T-EURO T-EURO Finanzergebnis T-EURO Ergebnis sonstige T-EURO 2012 1.766 1.700 0 30 -36 2013 1.796 1.700 20 30 -46 2014 1.796 1.700 20 30 -46 2015 1.796 1.700 20 30 -46 2016 1.796 1.700 20 30 -46 2017 1.796 1.700 20 30 -46 _____________________________________________________________________________ Es können weitere Risiken die sich durch einen neuen B-Plan wie er derzeit im Entwurf vorliegt auf die Entwicklung des Standortes und damit auf die Bio-Zentrum Halle GmbH mittelfristig negativ auswirken. Dies sollte unbedingt bei der Abwägung zum B-Plan mit in Betracht gezogen werden. Weiter Vorausschauend zeichnet sich ab 2013/2014 durch die Umstrukturierung der Forschungsstelle „Protein“ der MaxPlanck-Gesellschaft und durch die offene Weiterfinanzierung und Strukturierung der Probiodrug AG ein nicht definierbarer Leerstand ab. Es ist zum heutigen Tage nicht voraussehbar mit welchem Flächenbedarf welche Einrichtung mit welchen Themen weitergeführt wird. Künftiger Schwerpunkt wird weiterhin ein umfassendes Marketingkonzept zur Sicherung des BIO-NANO-Standortes im Süden von Sachsen-Anhalt sein und damit verbunden nicht nur die Beibehaltung des Mieterbestandes durch entsprechende Betreuung und Beratung der Firmen, sondern auch die Unterstützung des Bio-Nanotechnologie-Konzeptes im Netzwerk weinberg campus. Dies bedeutet gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der MaxPlanck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft die zielstrebige Entwicklung der BIO-Nanotechnologie bis 2012, verbunden mit der inhaltlichen Ausgestaltung des neuen Forschungsverfügungsgebäudes durch die Gesellschaft, welches voraussichtlich ab 2013 durch ein weiteres Gebäude der Fraunhofer-Gesellschaft mit der fachlichen Ausrichtung zur Solartechnik unterstützt wird. Die um dieses von der Fraunhofer-Gesellschaft errichtete Gebäude geplante Ansiedlung von mittelständischen Partnern wird sich sowohl durch die konjunkturelle Situation verschieben als auch insgesamt bei der Verschlechterung der Standortbedingungen durch den geplanten neuen B-Plan in Frage gestellt. Weiterhin ist es bei der Erstellung des Bebauungsplanes für den weinberg campus dringend erforderlich, die Frage der Voraussetzungen für die Produktion von innovativen werthaltigen Produkten positiv zu entscheiden, da ansonsten die CoFinanzierungen für die angewandte Forschung in diesen Unternehmen nicht gewährleistet werden kann. Damit wäre entweder der Weggang der Unternehmen vom weinberg campus oder deren Insolvenz vorprogrammiert. Das Erfolgsrezept für die Entwicklung des weinberg campus, der einer Stadt / Region kann nur sein: Bildung – Grundlagenforschung, + Angewandte Forschung + Produkt- und Dienstleistungsentwicklung + Produktion / Umsetzung = Gewerbesteuereinnahmen = Wohlstand - Demographischer Wandel. Dieses Erfolgskonzept kann nur gemeinsam mit der abgestimmten Entwicklung des Strategiedialoges zur Stadtentwicklung Halle 2025 vom November 2011 (Entwurf) Seite 7 Pkt. 3 erfolgen. Zitat: "Innovation am weinberg campus und zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Neustadt: Mit dem weinberg campus ist es Halle gelungen, sich als Standort von Forschung und Entwicklung sowie wissens- und technologieorientierter Produktion zu etablieren. Dabei profitiert der Technologiepark auch von seiner engen Einbindung in die Stadt und ergänzt die innerstädtischen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Das Stadtumbaugebiet Neustadt erhält durch seine räumliche Nähe zum weinberg campus neue Zukunftsperspektiven." Unter diesem Gesichtspunkt wurde unter der Initiative der TGZ Halle GmbH eine Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" aus Vertretern unterschiedlicher Einrichtungen gebildet, die sich erstmalig zur konstituierenden Sitzung am 16.01.2012 traf. Die Zielstellung der Arbeitsgruppe besteht darin, bis Ende 2012 / Anfang 2013 ein aussagefähiges Papier zu erstellen, welches dann anderen Partnern auf dem weinberg campus zur abschließenden Diskussion zur Verfügung gestellt wird. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" sollen dann als gebündelte Meinungsbildung in den Strategiedialog der Stadt Halle einfließen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 328 von 528 Auch für die akademischen Einrichtungen wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie und Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik wäre eine andere Entscheidung von negativer Auswirkung, da z.B. für die Universitätsabsolventen die Möglichkeit genommen wird, sich am Standort weiterzuentwickeln, welches natürlich extreme Auswirkungen für die demographische und damit auch finanzielle Entwicklung der Stadt Halle hätte. Ähnliche Auswirkungen hat es für die außeruniversitären Einrichtungen, für die aber insbesondere dann stabile Kooperationspartner aus mittelständischen Unternehmen fehlen bzw. verloren gingen. Wir sehen der Entwicklung des Jahres 2012 ff. auch in Anbetracht dieser Risiken verhalten positiv entgegen und gehen davon aus, dass wir alle von den Gesellschaftern und der öffentlichen Hand an uns adressierten Aufgaben noch vollumfänglich unter Wahrung der finanziellen Stabilität erfüllen können. Die Weiterentwicklung des Standortes ist aber von den Rahmenbedingungen, die die Stadt Halle vorgibt, im Wesentlichen abhängig. Dadurch wird entscheidend beeinflusst, welche Entwicklung der Technologiepark weinberg campus und damit die Bio-Zentrum Halle GmbH nimmt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Bio-Zentrum Halle GmbH Seite 329 von 528 Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH & Co. KG 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Erwerb, die Erschließung und Vermarktung von Industriegrundstücken im Wirtschaftsraum Halle-Saalkreis. Öffentlicher Zweck: Die Gründung der stadteigenen Gesellschaft war ein wichtiger Baustein zur Entwicklung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes "An der A 14". Der öffentliche Zweck ist in der Standortsicherung und Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Götte, Dieter * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 330 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 0 98 2 2009 % 0 100 20.929 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 0 20.153 362 T€ 0 19.085 T€ % T€ 0 1.068 362 % 6 Bilanzsumme 20.515 100 19.085 100 20.929 100 1.430 7 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 17.932 137 2.446 % 87 1 12 T€ 16.802 140 2.071 72 % 88 1 11 0 T€ 16.983 142 3.666 138 % 81 1 17 1 T€ 1.130 -3 375 -72 % 7 -2 18 -100 Bilanzsumme 20.515 100 19.085 100 20.929 100 1.430 7 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 32 1.130 0 1.130 1.130 3 -180 1 -181 -181 278 2.290 -255 114 708 2010 T€ 413 36 102 410 180 1 137 2009 T€ 95 310 104 315 219 127 5 1 -148 1 -149 -149 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 331 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 49,35 6,73 1.130 2010 -43,78 -1,06 -179 276 32,68 2009 -155,92 -0,87 -149 170 43,04 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,00 87,41 12,59 31.12.2010 0,00 88,04 11,96 81,14 18,86 31.12.2009 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Gesamtfläche Grund und Boden davon erworbene Fläche davon übergegangene Fläche davon verkaufte Fläche 31.12.2010 343,90 0,00 0,00 1,80 31.12.2009 345,70 0,00 0,00 7,94 Angaben in h a h a h a h a 348,50 5,20 0,50 0,00 ha ha ha ha Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 332 von 528 e) Lagebericht A. Darstellung des Geschäftsverlaufs Gemäß Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) vom 22. November 2000 wurde zum Zweck der B-Planung, der Erschließung sowie der Baulandbeschaffung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes Halle-Saalkreis an der A 14 (zwischenzeitlich in „Star Park“ umbenannt) die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG sowie deren Komplementärin, die Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH, Halle, (seit 17. Juli 2002 Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH) gegründet. Die Gründung der stadteigenen Gesellschaft war ein wichtiger Baustein zur Entwicklung des gemeindeübergreifenden Star Parks. Die Stadt beabsichtigte, in Kooperation mit den Nachbargemeinden Peißen, Dölbau, Queis und Reußen, in diesem Areal kurzfristig rund 230 ha gewerbliche Bauflächen zu entwickeln. In der Folgezeit wurden alle Anstrengungen unternommen, einen rechtskräftigen Bebauungsplan zu erwirken. Dieser lag im Jahr 2002 vor. Die Vermarktung des Areals erfolgte auf der Grundlage dieses Bebauungsplanes und im Einklang mit den grundsätzlichen Intensionen der in einem, eigens für das Industriegebiet gegründeten Planungsverband vereinten Gebietskörperschaften, aktuell der Stadt Halle, der Gemeinde Peißen, der Stadt Landsberg und der Einheitsgemeinde Kabelsketal. Auf dieser Grundlage war die Stadt Halle in der Lage, bei Großprojekten, die mit Beginn des Jahres 2007 bei der Stadt Halle und ihrer Gesellschaft bezüglich einer Ansiedlung im Industriegebiet verstärkt nachgefragt wurden, ein wettbewerbsfähiges Standortangebot unterbreiten zu können. Die überwiegend reaktiven Ansprachen von Investoren seit dem Jahr 2007 bilden sich zum einen aus direkten Anfragen von Unternehmen und zum anderen aus Anfragen von Unternehmen, die von Kooperationspartnern wie German Trade and Invest (GTaI) und der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) begleitet wurden. Es handelt sich dabei um Standortanfragen von Unternehmen aus dem Bereich der verarbeitenden Industrie. Die Anzahl der seit Beginn des Jahres 2007 zu bearbeitenden Anfragen, die Qualität und Position, die das jeweilige Standortangebot im Rahmen der Standortauswahlverfahren teilweise erreicht hat und nicht zuletzt die reale Aussicht auf kurzfristige Ansiedlungserfolge, haben die Stadt Halle in Abstimmung mit der Landesregierung dazu bewogen, etwaig noch vorhandene Standortnachteile im Zuge einer öffentlichen Erschließung des Industriegebietes zügig zu beseitigen. Ein entsprechender, mit den zuständigen Stellen abgestimmter, Antrag auf Bereitstellung von Fördermitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe wurde durch die Stadt Halle noch im Jahr 2007 gestellt. Gleichzeitig wurde zwecks Beschleunigung des Vorhabens ein Antrag auf Genehmigung einer Ausnahme vom Verbot des vorzeitigen Maßnahmebeginns gestellt. Diese Ausnahmegenehmigung lag mit Wirkung ab dem 31. Januar 2008 vor. Seitdem konnte mit der öffentlichen Erschließung des Industriegebietes begonnen werden. Ein Zuwendungsbescheid der beantragten GA-Fördermittel liegt seit dem 23. Juni 2008 vor und gestattet unter Berücksichtigung eines 10%igen städtischen Eigenanteils zunächst ein Gesamterschließungsvolumen in Höhe von Brutto 48 Mio. € umzusetzen. Die rege Nachfrage nach Ansiedlungsflächen im Industriegebiet führte in Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium zu der Entscheidung, einen Änderungsantrag zum Zuwendungsbescheid vom 23. Juni 2008 auf die nunmehr vorzunehmende Vollerschließung vorzubereiten. Der Stadtrat der Stadt Halle hat diesem Änderungsantrag in seiner Sitzung am 29. Oktober 2008 zugestimmt. Der Änderungsantrag, der nunmehr ein Erschließungsvolumen von Brutto 76,8 Mio. € beinhaltet, wurde der Investitionsbank Sachsen-Anhalt im Dezember 2008 zugereicht und durch diese mit Änderungsbescheid vom 18. Mai 2009 bestätigt. Das Konzept einer weitergehenden, inneren Erschließung, das vom Stadtrat (V/2010/08893) in seiner Sitzung am 25. August 2010 entschieden wurde und mit dem in Form einer, in das Industriegebiet hinein zu führenden, engmaschigeren Ver- und Entsorgungsinfrastuktur auf eine hin zu Flächengrößen zwischen 5-30 ha veränderte Nachfrage entsprochen werden wird, wurde im Jahr 2011, nach Vorliegen eines ersten Änderungsbescheides der Investitionsbank vom 08.03.2011, planerisch umgesetzt. Beginnend ab 2012 werden die nunmehr komplett vorliegenden Ausführungsplanungen europaweit öffentlich ausgeschrieben, vergeben und realisiert. Gegenwärtig beschiedenes Investitionsende ist der 31.12.2012. Danach steht ca. ein halbes Jahr für die Erstellung und Prüfung (externes Ingenieurbüro) des Nachweises über die Verwendung der erhaltenen Fördergelder zur Verfügung. Mit der inneren Erschließung ist keine Erhöhung des bisher veranschlagten und beschiedenen Budgets in Höhe von 76,8 Mio. € verbunden, sondern sie baut auf auf positiven Vergabeeffekten und nicht mehr weiter zu verfolgenden Ausbaumaßnahmen im Bereich der Stromerschließung. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 333 von 528 Grundsätzlich ist anzumerken, dass entsprechend rechtlicher Vorschriften nur noch Gebietskörperschaften und ihnen gleichgestellte Verbände Fördermittel beantragen und erhalten können. So ist auch im Fall des Erschließungsprojektes Star Park die Stadt Halle Antragstellerin und Bezieherin der Fördermittel. Die erhaltenen Fördermittel und die städtischen Eigenanteile an der Gesamtfinanzierung, ausgenommen die durch die EgIG gemäß Stadtratsbeschlüssen selbst beizusteuernden Mittel, sind entsprechend des Ablauf- und Finanzplanes zur Erschließung in den jährlichen Haushalt der Stadt Halle eingestellt und werden der EgIG als nicht rückzahlbarer Investitionszuschuss entsprechend des Anfalls zu begleichender Rechnungen zur Verfügung gestellt. Über das gesamte Geschäftsjahr 2011 war dieser Prozess so organisiert, dass die Gesellschaft jeweils rechtzeitig vor Fälligkeit der Rechnungen aus der Erschließung mit der erforderlichen Liquidität ausgestattet war. B. Darstellung der Lage Die Stadt Halle schloss im Januar 2008 mit der Gesellschaft einen Vertrag zur Durchführung der öffentlichen Erschließung des Star Parks ab. Die Stadt Halle hat durch Gesellschafterbeschluss und in Form eines Stadtratsbeschlusses vom September 2007 erklärt, die Gesellschaft finanziell und organisatorisch so auszustatten, dass sie ihren satzungsgemäßen Aufgaben zur Erschließung und Vermarktung des Industriegebietes nachkommen kann. Die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft erfolgt seitens der Stadt Halle auf der Grundlage der erteilten Zuwendungsbescheide für öffentliche Finanzierungsbeihilfen und des darin einbezogenen städtischen Eigenanteiles. Die Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe und der städtische Eigenanteil sind in Summe und entsprechend dem geplanten Erschließungsablauf in entsprechenden Jahrestranchen als Einnahmen und Ausgaben in den städtischen Haushalt eingestellt und werden der Gesellschaft auf Abruf in Form eines nicht rückzahlbaren Investitionszuschusses zur Verfügung gestellt. Organisatorische Regelungen zur korrekten und termingerechten Abwicklung des Erschließungsvorhabens wurden und werden durch entsprechende Beschlüsse der Gesellschafterversammlung getroffen. So wurde zunächst der über Jahre ruhende Vertrag zur Projektleitung und -steuerung sowie zur Generalplanung mit der Obermeyer Albis-Bauplan GmbH aktiviert. Die bis zum 15. April 2008 in der Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH als Nebentätigkeit ausgeübte Geschäftsführung wurde in eine Vollzeittätigkeit in der Gesellschaft umgewandelt. Dies war notwendig, um zum einen die akquisitorischen Aktivitäten um Ansiedlungen fachgerecht zu begleiten und zum anderen die sich aus der beschlossenen Erschließung ergebenden planerischen Aktivitäten in Angriff zu nehmen und die sich aus dem Projekt selbst ergebenden Organisations- und Steuerungsprozesse in die Hand zu nehmen. Die sich daraus ergebenden Aufwendungen schlagen sich in der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2011 entsprechend in der Position Materialaufwand/ Bezogene Leistungen nieder. Da diese Leistungen Bestandteil des Erschließungsprojektes und dem entsprechend auch förderfähig sind, tragen sie zur Wertsteigerung des in der Bilanz unter Vorräte ausgewiesenen, noch unerschlossenen Industriegebietes bei. Da jedoch sowohl die von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt bereitgestellten Fördermittel als auch der sich aus der Antragstellung auf diese Fördermittel begründende Eigenanteil der Stadt Halle der Gesellschaft als nicht rückzahlbarer Investitionszuschuss zur Verfügung gestellt werden, mindern diese Zuschüsse die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen, tatsächlichen Erschließungsaufwendungen in erheblichem Umfang. Offen ausgewiesen wird danach nur jener Erschließungsaufwand, korrespondierend dazu demgemäß auch die Bestandserhöhung des Vorratsvermögens, der dem von der Gesellschaft gemäß Stadtratsbeschluss vom September 2007 eigenständig beizusteuernden Eigenanteil entspricht. In Höhe der im Geschäftsjahr 2011 planmäßig und in Übereinstimmung mit dem städtischen Haushalt erfolgten Finanzierung der Erschließungsmaßnahmen aus nicht rückzahlbaren Investitionszuschüssen wird demgemäß keine Wertsteigerung im Umlaufvermögen verbucht. Die mit diversen Landwirten abgeschlossenen Pacht- und Nutzungsverträge über die Industriegebietsflächen hatten auch im Jahr 2011 Bestand. Aufgrund der erschließungsbedingten Eingriffe in die verpachteten Flächen mussten jedoch Einbußen bei den erzielten Pachteinnahmen in Kauf genommen werden, deren Ausweis unter „Sonstigen betrieblichen Erträgen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt. Im Frühjahr 2011 konnte eine zweite Teilfläche von 6,8 ha an den chinesischen Investor GA Pack verkauft werden. Für weitere ca. 8,0 ha wurde ein Kaufvertrag angeboten (Optionsvertrag). Im Juli 2011 begann dieser Investor mit seiner Investition, die im September 2012 in Betrieb gehen soll. Der daraus erzielte Verkaufserlös prägt das in 2011 erzielte positive Jahresergebnis ebenso, wie die gemäß Stadtratsbeschluss (V/2011/10049) vom 23.11.2011 erzielten Erlöse aus der Veräußerung fertig gestellter Anlagen der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung an die HWS GmbH. Da den dabei erzielten Erlösen aufgrund der zuvor beschriebenen Effekte aus den erhaltenen Fördergeldern nur in geringen Umfang kostenwirksam auszubuchende Vermögenswerte gegenüberstehen, wird ein (handelsbilanziell) deutlich positives Jahresergebnis in Höhe von 1.130 T€ erzielt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 334 von 528 Es muss jedoch an die weitergehenden Beschlüsse des Stadtrates (V/2011/10049) erinnert werden. Die EgIG hat danach Folgekosten aus der öffentlichen Erschließung (Ablösegebühren LB Bau, Unterhaltung Straßen, Entwicklungspflege Grünanlagen, usw.) in einem Umfang zu tragen, welche die Höhe der in 2011 erzielten Verkaufserlöse überschreiten wird. Da der so zu tragende Aufwand erst in den Folgejahren ergebniswirksam wird, ist das Ergebnis 2011 eher eine Ausnahmesituation, es sei denn, und davon geht die Geschäftsführung aus, es werden weitere Ansiedlungsgeschäfte und damit einhergehende Grundstücksverkäufe getätigt. Das Jahr 2011 war insbesondere geprägt durch die forcierte öffentliche Erschließung des Industriegebietes mit folgenden Schwerpunkten: Maßnahme -Mio. €Wasser und Abwasser Gesamtbudget neu (einschl. innerer Erschl.) 11,1 Zahlungsstand 31.12.2011 7,7 Status betriebsbereit entlang Orionstraße betriebsbereit abgeschlossen 52 MVA Leistung liegen an, MS-/NSErschließung entlang Orionstraße betriebsbereit Gasanschluss entlang Orionstraße betriebsbereit Orionstraße fertig und gewidmet Beginn Gleisbau ab 02/2012 Regenentwässerung Umverlegungen Elektroerschließung 9,6 11,1 12,7 7,0 11,1 11,2 Gaserschließung 2,2 1,5 Straßenbau und Gleis 10,2 8,2 Es ist ein Erschließungsstand erreicht, der einen jederzeitigen Baubeginn eines Ansiedlungsunternehmens sicherstellt. Bisher im Rahmen von Standortanfragen bekannt gewordene Bedarfe an Versorgungs- und Entsorgungsleistungen können vollständig abgesichert werden. Nach dem bereits erwähnten Stadtratsbeschluss, dem vorausgegangen waren entsprechende Beschlüsse der zuständigen Gremien der EgIG wie auch bei Unternehmen der Stadtwerke, werden die fertig gestellten Anlagen an die Stadt Halle als auch an verschiedene SWH-Unternehmen übertragen. Ein dementsprechendes Unternehmenskonzept wurde der Gesellschafterversammlung in der Sitzung am 15. November 2010 vorgestellt und von dieser bestätigt. Danach entwickelt sich die Gesellschaft nach Abschluss der Erschließungsmaßnahme, deren Ende gegenwärtig per 31. Dezember 2012 zu erwarten ist, zu einer reinen, allein die vermarktungsfähigen Industriegebietsflächen verwaltenden „Besitzgesellschaft“. Eigenes Personal soll in der Gesellschaft nicht beschäftigt sein. Für die Erschließung bedient sich die Gesellschaft der Dienste der Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft, die Verwertung der Industriegebietsflächen erfolgt unter Federführung der Wirtschaftsförderung der Stadt Halle. Wie bereits erwähnt, übernimmt die EgIG auf Grundlage des o. g. Stadtratsbeschlusses beträchtliche Folgekosten der öffentlichen Erschließung. Die Finanzierungsgrundlage dafür stellen entsprechende Erlöse aus dem Verkauf von erschlossenen Grundstücken und Erschließungsanlagen dar. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 335 von 528 Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war auf der Grundlage der mit der Stadt Halle getroffenen Regelungen während des gesamten Geschäftsjahres 2011 gesichert. Für die förderfähigen Erschließungskosten aus dem Star Park waren dies die vor genannten Stadtratsbeschlüsse und die darauf basierenden Berücksichtigungen im städtischen Haushalt 2011. Für nicht förderfähige, eigene Verwaltungs- und Organisations-aufwendungen der Gesellschaft fasste der Finanzausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am 20. Oktober 2009 den Beschluss, der Gesellschaft aus städtischen Mitteln ein Zwischenfinanzierungsdarlehen von bis zu 551 T€ und bis zum 30. Juni 2012 zu gewähren. Die Tilgung soll aus erzielten Veräußerungserlösen erschlossener Industriegebietsflächen erfolgen. Ein entsprechender Darlehensvertrag mit der Stadt Halle ist mit den konkreten Bedingungen zur Darlehensgewährung und –auszahlung sowie zur Verzinsung und Tilgung abgeschlossen worden. Die kumulierte Inanspruchnahme dieses Darlehens beziffert sich per 31. Dezember 2011 auf 315 T€. C. Hinweise auf Risiken der künftigen Entwicklung / sonstige Angaben Im Zusammenhang mit der beschlossenen und bereits in der Umsetzung befindlichen Erschließung des Industriegebietes hat sich die Stadt Halle als Gesellschafterin verpflichtet, die Gesellschaft so auszustatten, dass sie insbesondere ihren finanziellen Verpflichtungen aus der Erfüllung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben zur Erschließung und Vermarktung des Industriegebietes nachkommen kann. Die Erschließungsträgerschaft ist der Gesellschaft über einen Erschließungsvertrag von der Stadt Halle übertragen worden. Nicht förderfähige Aufwendungen der Gesellschaft, wie Geschäftsführungs- und sonstige Verwaltungskosten, grundstücksnahe Aufwendungen sowie Kosten der eigenen Projektleitung müssen zunächst durch die Gesellschaft separat aufgebracht werden. Der sich aus der Vollerschließung für das Industriegebiet ergebende, höhere Eigenanteil der Stadt Halle (Aufstockung von 48 Mio. € auf 76,8 Mio. €) in Höhe von zusätzlich 2,8 Mio. € ist nach Beschluss des Stadtrates vom 29. Oktober 2008 (IV/2008/07494) durch die Gesellschaft selbst aufzubringen. Grundlage dafür bilden die in Aussicht stehenden Grundstücksveräußerungen an potentielle Ansiedler. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Halle hat der Gesellschaft im Rahmen der Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2012 aus aktuellen Ansiedlungsverfahren eine Übersicht zur Verfügung gestellt, nach der acht Standortauswahlverfahren mit Flächenbedarfen von insgesamt über 100 ha als aussichtsreich für unseren Standort bewertet werden. Die EgIG hat in ihren Wirtschaftsplan 2012 eine davon abgeleitete, vorsichtige Verkaufsprognose von 17 ha eingearbeitet. Für 2013 sind im Wirtschaftsplan Verkäufe in ähnlichem Umfang berücksichtigt. Somit werden auf Basis der im Wirtschaftsplan berücksichtigten Verkäufe für die beiden Folgejahre geringfügig steigende Umsatzerlöse und positive Ergebnisse erwartet. Bleiben diese Verkäufe ganz oder teilweise aus, ergeben sich bei Weiterführung der öffentlichen Erschließung im Jahr 2012 Finanzierungsengpässe für die EgIG, die wiederum nur von der Stadt Halle überbrückt werden können. Wie bereits ausgeführt, sind erfolgreiche Weichenstellungen für die Übertragung bereits fertiggestellter und weiter fertig zu stellender Erschließungsanlagen und diverse SWH-Unternehmungen erfolgt. In 2012 und 2013 sind die Übertragungen von Anlagen speziell an die Stadt Halle und eine Standortnetzgesellschaft weiter aktiv zu forcieren. In der Gesellschaft sind weder personelle noch finanzielle Voraussetzungen für deren Betreibung und Unterhaltung vorhanden noch geplant. Zuständigkeiten für die darauf bezogenen Aufgaben (Straßenunterhaltung, Grünflächenpflege, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Energieversorgung) sind auf der anderen Seite für das Stadtgebiet eindeutig geklärt. Da das Industriegebiet gemarkungsübergreifend beplant wurde und inzwischen auch erschlossen wird, bedarf es diverser Regelungen zwischen der Stadt und den betroffenen Gemeinden (Landsberg, Kabelsketal), die es für den Bereich Wasser/Abwasser bereits gibt. Eingemeindungen der nicht zur Stadt Halle gehörenden Teilflächen im Star Park würden dabei wesentliche Erleichterungen darstellen. Grundsätzlich hat die Stadt Halle die betroffenen Gemeinden in einer gesonderten Vereinbarung von der Beteiligung an den Erschließungskosten und den Folgekosten der Erschließung freigestellt. Dafür stehen ihr auch die aus den Ansiedlungen zu erwartenden Steuer- und sonstige Einnahmen zu. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG Seite 336 von 528 Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Erschließung, die Bewirtschaftung, die Entwicklung, die Vermarktung, Verwaltung und Vermietung von Immobilien sowie die Beteiligung an anderen Gesellschaften mit vergleichbarem Gesellschaftszweck einschließlich der Übernahme der persönlichen Haftung und Geschäftsführung bei diesen Gesellschaften. Öffentlicher Zweck: Die Gründung der stadteigenen Gesellschaft war ein wichtiger Baustein zur Entwicklung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes "An der A 14". Der öffentliche Zweck ist in der Standortsicherung und Wirtschaftsförderung zu sehen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Götte, Dieter Neumann, Wolfram Röder-Kolberg, Tobias Bonan, Robert Dr. Köck, Uwe-Volkmar Kapetsis, Janis Sprung, Michael 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 8 Aufsichtsrat 6 * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 337 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 0 99 1 2009 % 1 97 2 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1 153 1 T€ 2 118 2 T€ 2 89 2 % 2 96 2 T€ -1 35 -1 % -50 30 -50 Bilanzsumme 155 100 122 100 93 100 33 27 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 63 69 23 % 40 45 15 T€ 60 41 21 % 49 34 17 T€ 55 30 8 % 59 32 9 T€ 3 28 2 % 5 68 10 Bilanzsumme 155 100 122 100 93 100 33 27 bb) GuV 2011 T€ sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 237 183 1 52 2 3 0 3 3 5 5 2 2 1 56 4 5 1 47 0 2 2010 T€ 58 2009 T€ 49 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 5,33 4 118 77,02 8,60 5 3,16 2 2010 2009 Angaben in % % T€ T€ % Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 338 von 528 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,38 40,45 59,55 31.12.2010 0,98 48,88 51,12 31.12.2009 1,92 58,97 41,03 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten keine Angaben . . . Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 339 von 528 e) Lagebericht A. Darstellung des Geschäftsverlaufs Gemäß Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) am 22. November 2000 (Beschluss Nr. III/2000/01121) wurde zum Zweck der Beplanung, der Erschließung sowie der Baulandbeschaffung des gemeindeübergreifenden Industriegebietes Halle-Saalkreis an der A 14 (zwischenzeitlich in „Star Park“ umbenannt) die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG (EgIG) sowie deren Komplementärin, die Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH, gegründet. Die Oberbürgermeisterin wurde bevollmächtigt, hierfür sämtliche erforderlichen Handlungen vorzunehmen. Da der Inhalt der Satzung die Tätigkeiten der Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH auf die Entwicklung des Star Parks einschränkte, hat der Stadtrat der Stadt Halle in seiner Sitzung am 19. Juni 2002 (Vorlage Nr. III/2002/02411) Änderungen in der Satzung der Verwaltungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH beschlossen. Die Oberbürgermeisterin als gesetzliche Vertreterin der Stadt Halle (Saale) wurde beauftragt, in einer Gesellschafterversammlung der Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH die Änderungen des Gesellschaftsvertrages vorzunehmen. Die Gesellschafterversammlung der Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH mit Sitz in Halle (Saale) hat mit Datum vom 17. Juli 2002 diverse Änderungen beschlossen. Ziel der mit Datum 3. Juni 2003 wirksam im Handelsregister eingetragenen Satzungsänderungen war, dass die Gesellschaft künftig möglichst kurzfristig und flexibel auf sich ergebende Aufgabenstellungen in den Bereichen der Entwicklung von Liegenschaften reagieren kann. Die Gesellschaft wurde mit diesen Änderungen in die Lage versetzt, vergleichbar zu der Entwicklung des Star Parks auch andere Entwicklungsmaßnahmen auszulösen, um nach entsprechendem Fortschritt der Aktivitäten die Gründung von förderfähigen Tochtergesellschaften zur Fortführung der Projekte durchzuführen. Die Gesellschaft nimmt als Komplementärin der Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG deren Geschäftsführung wahr, vertritt diese und haftet für sie. Im Zuge der begonnenen und während des Geschäftsjahres 2011 weiter vorangeschrittenen öffentlichen Erschließung des Star Parks erfolgte mit Beschluss des Stadtrates der Stadt Halle vom 25. November 2009 die Genehmigung zur Neufassung des Gesellschaftsvertrags. Zentrales Element der Neufassung ist die Erweiterung der Organe der Gesellschaft um einen Aufsichtsrat. Die notarielle Beurkundung des geänderten Gesellschaftsvertrages erfolgte am 26. November 2009, die Eintragung ins Handelsregister am 14. Dezember 2009. Der Aufsichtsrat tagte in 2011 insgesamt dreimal und befasste sich insbesondere regelmäßig mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage, dem Jahresabschluss 2010 und dem Wirtschaftsplan 2012 sowie der Mittelfristplanung bis 2016. B. Darstellung der Lage Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft in ihrer Eigenschaft als Komplementärin der Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co. KG und damit in Ausübung der Geschäftsführung für diese Gesellschaft, war im gesamten Verlauf des Geschäftsjahres 2011 geprägt von der weiteren Durchführung der öffentlichen Erschließung des Star Parks. Die Stadt Halle beauftragte die Entwicklungsgesellschaft Industriegebiet Halle-Saalkreis mbH & Co.KG (EgIG) mit der Durchführung der öffentlichen Erschließung des Star Parks. Auf der Grundlage von zwei Stadtratsbeschlüssen vom Oktober 2007 und Oktober 2008 sind die dafür erforderlichen, insbesondere finanziellen Voraussetzungen geschaffen worden. Die Gesamterschließung mit einem Budget in Höhe von EUR 76,8 Mio. wird zu 90 % aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe bezuschusst. Ein entsprechender Änderungsbescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalt liegt mit Datum 18. Mai 2009 vor. Die Umfänge der Erschließung und die einzuhaltenden Maßgaben der Förderrichtlinien, insbesondere jedoch die Bedeutung dieses Projektes für den angestrebten Ansiedlungerfolg großer Industrieunternehmen, erforderten auch die Schaffung entsprechend handlungsfähiger organisatorischer Voraussetzungen. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung wurde die vorherige, in Nebentätigkeit ausgeübte Anstellung des bestellten Geschäftsführers mit Wirkung ab 16. April 2008 in eine Vollzeit- und ausschließlich für die Gesellschaft auszuübende Tätigkeit umgewandelt. Weitere Beschlüsse der Gesellschafterin Stadt Halle führten zum Aufbau einer, das Wirken der Geschäftsführung unterstützenden, übersichtlichen Unternehmensorganisation. Entsprechend des von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung in deren jeweiligen Sitzungen im November 2010 beschlossenen Unternehmenskonzeptes bestehen sämtliche Anstellungsverträge ab dem 1. Januar 2011 mit der EVG. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 340 von 528 Danach soll die EVG, ihrem satzungsgemäßen Zweck folgend, Flächenmanagementaufgaben für die Stadt Halle, vordergründig im Hinblick auf Gewerbe- und Industriegebietsflächen, wahrnehmen. Organisatorische, personelle und finanzielle Ressourcen bzw. Voraussetzungen für diese Aufgabenwahrnehmung sollen allein in der EVG vorgehalten werden. Soweit dies die Größe und Bedeutung eines Einzelprojektes rechtfertigt, können die Projekte an sich, wie im Fall der Entwicklung und Erschließung des Star Parks, in speziellen Objektgesellschaften realisiert werden, für die die EVG als Komplementärin auftritt und u. a. über entsprechende Dienstleistungsverträge mit den bei ihr vorhandenen Ressourcen tätig wird. In Abstimmung mit der Gesellschafterin Stadt Halle wurde davon abgesehen, die entsprechend des beschlossenen Unternehmenskonzeptes im Wirtschaftsplan 2011 vorgesehenen zwei Personalstellen für Projektentwickler zu besetzen. Hauptgrund war zum einen, dass die Umsetzung des Revitalisierungsprojektes im Gewerbebestandsgebiet Halle-Ost angesichts des defizitären Haushaltes der Stadt ausgesetzt werden musste, da sich die Stadt Halle nicht in der Lage sah, die finanziellen Mittel für den nicht förderfähigen Grundstückserwerb zur Verfügung zu stellen (ca. 1,1 Mio. €). Inzwischen ist dieses Projekt gänzlich aufgegeben worden. Zum anderen sieht die Stadt Halle gegenwärtig aus finanzieller Sicht ebenso keine Möglichkeit, ein aufzubauendes Flächenmanagement mit den erheblichen, allein durch die Stadt Halle zu finanzierenden Vorlaufkosten umzusetzen. Der Jahresabschluss 2011 weist einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 3 (im Vorjahr: TEUR 5) aus. Die Gesellschaft legt auf der Grundlage einer entsprechenden vertraglichen, sich aus dem Gesellschaftsvertrag der EgIG begründenden, Regelung den ihr aus der Geschäftsführung und Vertretung der EgIG entstehenden Aufwand vollständig auf diese um. Weiter steht der EVG gemäß Gesellschaftsvertrag der EgIG eine Vergütung für die für die EgIG übernommene Haftung in Höhe von TEUR 1 zu. Das Bankguthaben beträgt zum Stichtag TEUR 6 (Vorjahr TEUR 7). Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war während des gesamten Geschäftsjahres 2011 gesichert. C. Hinweise auf Risiken der künftigen Entwicklung/sonstige Angaben Der Gesellschaft obliegt als persönlich haftende Gesellschafterin der EgIG die Geschäftsführung dieses Unternehmens. Im Zuge der beschlossenen Erschließung des Star Parks und dessen Vermarktung wurde angesichts der damit in Zusammenhang stehenden Management-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten anders als noch im Jahr 2007 eine, diesen enorm gestiegenen Anforderungen angepasste, personelle und auch ansonsten organisatorische und finanzielle Ausstattung geschaffen. Die Gesellschafterversammlung hat dazu entsprechende Beschlüsse gefasst. Insbesondere auf der Grundlage eines Gesellschafterbeschlusses vom 12. März 2008 wird die Geschäftsführung der eingetretenen Entwicklung Rechnung tragend, mit Wirkung ab 16. April 2008 als ausschließliche Tätigkeit durch den bestellten Geschäftsführer ausgeübt. Im Rahmen der vorgenommenen Regelungen werden die sich daraus ergebenden vertraglichen Belange so gestaltet, dass, soweit sich dies nach dem Verursachungsprinzip auch so darstellt, alle im Zusammenhang mit der Erschließung des Industriegebietes stehenden Aktivitäten der EgIG auch direkt zugeordnet werden. Risiken ergeben sich für die EVG soweit zunächst ausschließlich aus der Geschäftsführung und Vertretung der EgIG sowie durch die ihr als Komplementärgesellschaft der EgIG zufallende Haftung für deren Geschäftstätigkeit, gegenwärtig somit der Erschließung des Star Parks. Finanzielle bzw. liquiditätsseitige Risiken wurden und werden für die EVG aufgrund des mit der EgIG bestehenden Vertrages zur Weiterberechnung entstehender Aufwendungen für deren Geschäftsführung und Vertretung nicht gesehen, soweit für die EgIG sichergestellt ist, dass diese ihren sich aus der Erschließung des Industriegebietes und aus weiteren zugeordneten Aufgaben ergebenden finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann. Um dies zu gewährleisten, wurde durch den Finanzausschuss des Stadtrates der Stadt Halle auf entsprechenden Antrag am 20. Oktober 2009 eine Liquiditätshilfe für die EgIG bis zu einer Höhe von TEUR 551 beschlossen. Diese betrifft insbesondere die eigenen, nicht förderfähigen Verwaltungs- und Organisationsaufwendungen im Zusammenhang mit der öffentlichen Erschließung des Star Parks, bis es gelingt, aus der Vermarktung der erschlossenen Industriegebietsflächen die Liquidität eigenständig sicherzustellen. Wie bereits dargestellt, wurde die Umsetzung des ab 2011 aufzubauenden Flächenmanagements auf Bitte der Gesellschafterin Stadt Halle bis auf Weiteres ausgesetzt. Die EVG wird mit dem Erschließungsprojekt Star Park einschließlich der inzwischen auf Grundlage eines entsprechenden Stadtratsbeschlusses und eines demgemäß gestellten Änderungsantrages, für den seit Februar 2012 ein antragsgemäßer Änderungsbescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalt vorliegt, angelaufenen Maßnahmen einer tieferen, inneren Erschließung im Star Park noch weit in das Jahr 2013 ausreichend ausgelastet sein. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 341 von 528 Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der EVG haben im Rahmen der Beratung und Beschlussfassung zum Wirtschaftsplan 2012 und zur Mittelfristplanung bis 2016 den Vorschlag der Geschäftsführung zur Kenntnis genommen, den für 2011 geplanten, jedoch inzwischen ausgesetzten Aufbau einer kleinen (zwei Personalstellen), für ein Flächenmanagement Grundlagenarbeit machenden Projektorganisation, ab Mitte 2013 zu planen. Die EVG wird mit der Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2013 und der Mittelfristplanung bis 2017 zwangsläufig gehalten sein, ein über die in 2013 über die Aufstellung und Prüfung des Nachweises zur Verwendung erhaltener Fördergelder abzuschließende Erschließung des Star Parks hinausgehendes, tragfähiges Geschäftsmodell vorzulegen. Der Gesellschaftsvertrag bestimmt für die Gesellschaft als Unternehmensgegenstand das Flächenmanagement. Sieht sich die Stadt Halle weiterhin aus ihrer Haushaltslage heraus nicht in der Lage, ein kommunales Flächenmanagement unter Nutzung der EVG aufzubauen, steht der Fortbestand des Unternehmens zur Disposition. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH Seite 342 von 528 MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Mansfelder Straße 56 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadt Halle (Saale) 25 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung sowie der Betrieb des Mitteldeutschen Multimediazentrums in Halle als Dienstleistungszentrum (spezialisiertes Technologie- und Gründerzentrum), in welchem junge Firmen auf den Gebieten multimedialer Arbeiten tätig sind. Das Unternehmen ist Eigentümer der zu errichtenden Gebäude für das MMZ. Die Gesellschaft ist Ansprechpartner der Fördermittelgeber, für die Errichtung des MMZ. Öffentlicher Zweck: Die MMZ GmbH stellt multimediale Ausrüstung und Arbeitsplätze bereit. Damit werden die entsprechenden Unternehmen an den Standort Halle gebunden. Der öffentliche Zweck ergibt sich aus der Standort- und Arbeitsplatzsicherung. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Hagen, Katerina Nowak, Andreas Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Neumann, Wolfram Engelmann, Dieter Bossmann, Claus Peter Dr. Fikentscher, Rüdiger Dr. Wöllenweber, Hans-Dieter Dr. Wünscher, Ulrike Krischok, Marion Rohnke, Achim Vogel-Jahn, Jürgen (bis 31.12.2011) (bis 19.09.2011) (seit 01.10.2011) * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 343 von 528 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 9 Aufsichtsrat 7 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 91 9 0 2009 % 95 5 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 8.397 866 1 T€ 27.681 1.484 1 T€ 29.028 1.971 9 % 94 6 0 T€ -19.284 -618 0 % -70 -42 0 Bilanzsumme 9.264 100 29.166 100 31.008 100 -19.902 -68 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Sonderposten aus Zuwendungen Finanzierung des Anlagevermögens Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten zur T€ 1.974 % 21 T€ 7.690 % 26 T€ 6.292 21.604 % 20 70 T€ -5.716 0 -14.643 % -74 5.948 1.165 176 1 64 13 2 0 20.591 160 725 0 71 1 2 0 215 2.883 14 1 9 0 -71 628 -76 100 1.005 -549 1 Bilanzsumme 9.264 100 29.166 100 31.008 100 -19.902 -68 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 344 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 37 -5.716 -5.716 341 19.615 1.555 1 211 -5.679 686 15.356 2010 T€ 833 327 2 388 355 1.019 4 33 -633 213 146 67 35 -601 -601 2009 T€ 936 1.377 358 1.368 985 3 36 -431 36 -36 34 -501 -501 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -832,69 -74,33 13.899 2.292 2,13 2010 -72,16 -7,25 -246 166 33,40 2009 -53,57 -7,38 866 289 15,50 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 90,64 21,31 78,69 31.12.2010 94,91 26,37 73,63 31.12.2009 93,61 20,29 79,71 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 vermietbare Fläche Auslastung 31.12.2010 6.432,90 96,30 31.12.2009 6.432,90 98,50 Angaben in m ² % 6.432,90 91,10 m² % Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 345 von 528 e) Lagebericht I. 1. Darstellung des Geschäftsverlaufs Gesamtentwicklung Kennzeichnend für das Geschäftsjahr 2011 war die Neuausrichtung der Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) Halle GmbH. Der Aufsichtrat hat in mehreren Sitzungen über die weitere strategische Ausrichtung der Unternehmung beraten und nach Einbeziehung einer externen Beratungsgesellschaft die Grundlagen für die Neuausrichtung der Gesellschaft geschaffen. Der Fokus wird künftig wieder auf die Aufgaben als Existenz – und Gründerzentrum für die Medienbranche gerichtet sein. Die ansässigen Unternehmen müssen in den Mittelpunkt gerückt und die Kernkompetenzen des MMZ Halle neu definiert werden. Dieses soll unter anderem mit der Reaktivierung der Vermietung und vor allem der Netzwerkarbeit beginnen. Die Personalstruktur wurde entsprechend dem avisierten Dienstleistungsspektrum angepasst. Die Restrukturierung der Gesellschaft und ihrer unternehmensinternen Prozesse war ebenfalls Folge der rückläufigen Vermietungszahlen sowie der in 2011 schlechten Auslastung der Kinomischung. Die Gesellschaft konnte im ersten dreiviertel Jahr die defizitäre Entwicklung in den beiden Haupteinahmebereichen - Vermietung der Kinomischung und Vermietung der Büroflächen - nicht aufhalten. Der Jahresabschluss 2011 schließt bei einer Bilanzsumme von 9.263.637,05 Euro mit einem Jahresfehlbetrag von 5.732.744,56 Euro ab. Neben der außergewöhnlichen Gebäudeabschreibung, tragen hauptsächlich die Bildung von Rückstellungen für anhängige Gerichtsverfahren sowie die gravierenden Umsatzrückgänge zum Jahresdefizit bei. Das Ergebnis 2011 ist durch einmalige Effekte negativ beeinflusst. Als Ergebnis verbessernd können die in 2011 umgesetzten Maßnahmen bei der Gebäude-bewirtschaftung bezeichnet werden. Die Rückführung der Kälteanlagen in das Anlagevermögen der Gesellschaft und somit die Reduzierung der Contracting-Kosten zählen ebenso darunter, wie die dreißigprozentige Verringerung der Anschlussleistung der Wärmeversorgungsanlage. Darüber hinaus wurde mit der Energetischen Optimierung (Erweiterung der freien Kühlung und bedarfsabhängige Wärmeversorgung) begonnen. Das Ergebnis 2011 wird durch den bewilligten Zuschuss von 90.000 Euro sowie durch die Einzahlung zweckgebundener Mittel in Höhe von 275.000 Euro durch die Gesellschafterin begünstigt. Bis einschließlich September des Berichtzeitraumes beschäftigte die MMZ-Halle GmbH insgesamt neun Personen inklusive der Geschäftsführung. Ab dem Monat Oktober 2011 reduzierte sich die Personalstärke der Gesellschaft auf aktuell sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – inkl. GF -. Eine dieser sechs Personen befindet sich seit 2010 in Erziehungszeit. Somit stehen der Geschäftsführung effektiv vier Arbeitskräfte zur Verfügung. 2. Nachinvestitionen zur Gebäudeoptimierung und Entlastung der betriebswirtschaftlichen Situation im MMZ: Das durch den Stadtrat im Jahr 2010 bewilligte Investitionsvolumen in Höhe von rund 800 TEuro wurde für folgende Maßnahmen im Geschäftsjahr verwendet. Rückkauf Kälteanlagen (Contracting): Die Vertragsverhältnisse mit dem Energiedienstleister EVH GmbH konnten mit Wirkung zum 01.01.2011 neugeordnet und die bisher unter Eigentumsvorbehalt in das Gebäude eingebauten Kälteerzeugungsanlagen und die Hausanschlussstation für Fernwärme in das Anlagevermögen der Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle GmbH übernommen werden. Energetische Optimierung (Wärme und Kälte): Das Projekt mit der Firma ENERelektronik GmbH sieht insbesondere die Senkung der Anschlussleistung Wärme von 817 KW auf mindestens 570 KW vor, was letztlich auch zur Kostenreduzierung bei den Wärmekosten führen wird. Darüber hinaus wird bei der Kälteerzeugung das Versorgungsnetz der freien Kühlung (Nutzung Außentemperatur) erweitert. Wärmeschutzfolien: An der Süd- West-Seite des Gebäudeteils Kubus wurden Wärmeschutzfolien angebracht, welche die Raumtemperaturen, vor allem in den Sommermonaten, um bis zu 6 ºC reduzieren können. Die Arbeitsbedingungen, auch unter direkter Sonneneinstrahlung in der Mittags – und Nachmittagszeit, konnten so für die Mieter verbessert werden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 346 von 528 Die Ertüchtigung der Verkehrs– und Nebenflächen im Kubus des MMZ-Halle wurde mangels eines erfolgsversprechenden Konzeptes bisher nicht umgesetzt. Ebenso konnte die Überarbeitung des Zählkonzeptes der Kälte- und Wärmemengenzähler, aufgrund von sich ständig verkleinernden Mietbereichen, noch nicht in Angriff genommen werden. 3. Vermietungsgeschäft In der Vermietungsarbeit (während des Berichtszeitraums) der MMZ-Halle GmbH musste erstmals mit höheren Leerstandsflächen umgegangen werden. Insbesondere waren Erstmieter gezwungen, ihre großflächigen Exklusivebereiche (separate Teeküche, Flure, Toiletten) aufzugeben. Diese Bereiche in die Neuvermietung zu vermitteln, erweist sich als äußerst schwierig, zumal die Räume an die vorhandene Infrastruktur angepasst werden müssen. Mitunter wurde bei Erstbezug versäumt, auf die standardisierte Strom – und Datenverkabelung zu achten. Diese nachzurüsten erfordert erneut finanzielle und zeitliche Ressourcen. Auch der Vermietungsaufwand hat sich erhöht. Aktuell werden verstärkt Büroeinheiten in der Größenordnung von rund 20 m² nachgefragt. Die Vermietung zahlreicher kleinerer Büros erfordert einen entsprechend höheren Aufwand, als die Vermietung einzelner größerer Flächen. Darüber hinaus erfordert die Neumieterakquise zahlreiche Einzelgespräche und eine intensive Kundenbetreuung. Als positiv für das Vermietungsgeschäft werden die vorhandene Infrastruktur, der gebotene Service und der existenzgründerfreundliche Mietpreis gesehen. Zur fortlaufenden Sicherung der Mietnachfrage und der Attraktivität der Immobilie wird eine aktive Netzwerkarbeit als unabdingbar gesehen. 3.1. Arbeits- und Büroflächen (65 % der HNF) Die Arbeits- und Büroflächen nehmen insgesamt 3.392,00 m2 der gesamten Hauptnutzfläche (gemäß DIN 277 neu) im MMZ-Halle ein. Die durchschnittliche Auslastung im Geschäftsjahr 2011 lag bei 91,1%. Dieses entspricht einem Rückgang gegenüber Vorjahr 2010 (96,3%) in Höhe von 5,2 Prozentpunkten. Die durchschnittlichen Mieterlöse pro m² reduzierten sich von Vorjahr( 2010) 4,39 Euro um 0,14 Euro auf 4,25 Euro. Die in den Vorjahren häufig thematisierte Betriebskostensituation konnte weiter entspannt werden. Die Höhe der Betriebskostenvorauszahlungen entspricht den Kostenpositionen der Abrechnung, sodass horrende Nachzahlungen der Vergangenheit angehören dürften. Die fortlaufende Optimierung der Objektbewirtschaftung trägt nachhaltig zur Reduzierung der Nebenkosten des Gebäudes bei. Allerdings können nicht alle Kostenpositionen gemindert werden. Vor allem auf die stetig steigenden Energiekosten hat die Gesellschaft nur wenig Einfluss. Diese Problematik kann nur mit langfristigen Verträgen eingegrenzt werden. Die durch Tarifabschlüsse gestiegenen Kosten für den Objektschutz, konnten nur durch eine Reduzierung des Dienstleistungsangebotes kompensiert werden. In diesem Zusammenhang erweist sich das, in die Gesellschaft eingegliederte, Objektmanagement als äußerst zweckdienlich, da einzelne Dienstleistungen übernommen werden konnten. Mieter und Auftragnehmer finden umgehend einen Ansprechpartner und können die kleinen Hindernisse des alttäglichen Berufsalltags schnell beseitigen. 3.2. Produktionsbereiche (16 % der gesamten Hauptnutzfläche) Den budgetierten Umsätzen in der Kinomischung in Höhe von 250.000 Euro konnte keineswegs entsprochen werden. Mit einem realisierten Umsatz von unter 70.000 Euro wurde das Ziel deutlich verfehlt. Hauptsächlich wurden diese Umsätze durch Stammmieter des Mitteldeutschen Multimediazentrums Halle generiert. Die Akquise neuer Kunden blieb hingegen erfolglos. Als Ursache hierfür werden die fehlende technische Betreuung in der Kinomischung sowie die Fokussierung auf die Projektarbeit in den Jahren 2010 und 2011 gesehen. Der für die Kinomischung verantwortliche Mitarbeiter verließ das Unternehmen zum 30. September 2011. Mit der Neuorganisation der MMZ-Halle GmbH wird ab Oktober 2011 wieder verstärkt Augenmerk auf diese essenzielle Einnahmequelle gelegt. Für den technischen Support konnten zwischenzeitlich im Haus ansässige Firmen als Partner gewonnen werden, die eine intensive Kundenbetreuung gewährleisten können. Die Dienstleistungsvereinbarungen sind in Vorbereitung. Darüber hinaus wird die Gründung einer halleschen Postproduktionsallianz in Erwägung gezogen. Insbesondere müssen die Aktivitäten und Anforderungen der ortsansässigen Firmen gebündelt werden, um bei den Förderinstituten die zwingend erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung des Postproduktionsstandortes Halle deutlich zu machen. Wie und in welchem Umfang hier Strukturen zu schaffen sind und wie bereits vorhandene Kooperationen genutzt werden können, wird in 2012 zu klären sein. 3.3. Präsentations- und Konferenzräume sowie Foyers und sonstige Bereiche (15% der gesamten Hauptnutzfläche) Die Vermietung der Veranstaltungs- und Meetingbereiche im MMZ-Halle konnte in 2011 weiter ausgebaut werden. Die erzielten Umsätze in Budgetgröße (30.000 Euro) trugen positiv zum Ergebnis bei. Im Berichtzeitraum wurden insgesamt rund 100 Veranstaltungen betreut, was einem durchschnittlichen Umsatz von 300 Euro pro Veranstaltung entspricht. Vor allem die saisonalen Schwankungen (Hauptumsätze März/April und Oktober/November) verlangen von den Mitarbeitern ein überdurchschnittlich hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Flexibilität. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 347 von 528 Auch hier wurden durch eine Umstrukturierung die internen Prozesse optimiert. Die Organisation vom Kundenkontakt, über das zu fertigende Angebot und die abschließende Betreuung vor Ort, liegt nun direkt in der Hand der verantwortlichen Mitarbeiterinnen. Die zeitlichen Aspekte sowie die direkte Abstimmung tragen deutlich zur Kundenzufriedenheit bei. Die Möglichkeiten zur Auslagerung des Geschäftsbereiches werden dennoch regelmäßig zu prüfen sein. Es bleibt zu ergänzen, dass in den nächsten Jahren mit Renovierungskosten für die Veranstaltungsräume zu rechnen ist, da eine Nutzung nicht ohne Gebrauchsspuren bleibt. 3.4. Cafeteria (4 % der gesamten Hauptnutzfläche) Die seit 2008 im MMZ-Halle eingemietete Cafeteria Mat‟s wird seit November 2011 durch einen neuen Betreiber bewirtschaftet. Der neue Mieter hat bereits in den beiden letzten Monaten des Jahres sein Ziel, auch weiterhin verlässlicher Dienstleister für die Gesellschaft bei der Umsetzung von Veranstaltungs-, Caterings- und Serviceangeboten zu sein, deutlich gemacht. Die Gesellschaft steht der weiteren Zusammenarbeit positiv gegenüber. 3.5. Tiefgarage im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle Die drei Tiefgaragenebenen, mit ihren insgesamt 218 Stellplätzen konnten in 2011 an weitere Dauerparker vermietet werden. Es wird aufgrund der Umsatzstruktur deutlich, das der ursprüngliche Gedanke, die Umsätze mit Kurzzeitparkern zu realisieren, nachhaltig abweicht und hingegen die Umsätze mit Dauerparkern tendenziell zunehmen. Im Vergleich zum Vorjahr (2010 = 114 Stellplätze) waren in 2011 durchschnittlich 129 Stellplätze dauerhaft vermietet. Mit einem Stellplatzentgelt von ca. 50 Euro pro Monat, wird ein für den Standort akzeptabler Preis pro Stellplatz angeboten. Kurzzeitparker hingegen weichen weiterhin auf die im Umfeld vorhandenen Freiflächen aus. Trotz der erneuten Umsatzsteigerung im Geschäftsjahr 2011 wird das Kostenstellenergebnis negativ ausgewiesen. Die hohen Abschreibungen, insbesondere für dritte, durch städtische Mittel finanzierte, Tiefgaragenebene belasten das Ergebnis deutlich. 4. Netzwerkarbeit sowie innovative Projektentwicklung Die Förderung innovativer und spannender Konzepte ist für das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle, als Netzwerkund Knotenpunkt der Medienbranche in Sachsen-Anhalt, nach wie vor eine der wichtigsten Aufgaben. Aus diesem Grund bringt sich die MMZ-Halle GmbH regelmäßig in ausgewählte Projekte als Co- und/oder Hauptveranstalter mit ein. Dazu zählt der Besuch diverser Fachmessen und Kongresse ebenso wie die Organisation und Durchführung eigener Events. Die Netzwerk- und Projektarbeit im Jahr 2011 wurde überwiegend durch zwei Großveranstaltungen und mehrere kleinere Kooperationen geprägt. forward2business 2011 Die Zusammenarbeit mit dem Sachsen-Anhalt Medien e.V. konnte im Jahr 2011 erfolgreich fortgesetzt werden. Erneut wurde die MMZ-Halle GmbH damit beauftragt den Branchenkongress forward2business, im Namen des Vereins, zu planen und durchzuführen. Unter dem Titel Die Zukunft der dritten Dimension versammelten sich vom 14.-15. September 2011 ca. 70 Kongressteilnehmer im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle, um über die wichtigsten Trends in der 3D-Branche zu diskutieren. In diesem Zusammenhang konnten lokale Schnittstellen identifiziert und überregionale Partner für den Medienstandort Halle interessiert werden. Der Kongress hat somit erneut zur Verbesserung der überregionalen Wahrnehmung beigetragen. Erste Hallesche Gaming Night Zur Akquise neuer Kooperationspartner und zur Verbesserung der Wahrnehmung des Mitteldeutschen Multimediazentrums in Halle selbst wurde im Oktober ein PR-Event realisiert. Die Erste Hallesche Gaming Night richtete sich an Förderer der regionalen Wirtschaft und Eventbranche. Am 15. Oktober 2011 trafen sich 31 Gaming- Begeisterte Hallenser und ca. 55 Zuschauer im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle, um auf dem virtuellen Nürburgring gegeneinander anzutreten. Die zehn besten Teilnehmer erhielten verschiedene Sachpreise. Alle Preise und Veranstaltungskosten wurden von externen Sponsoren getragen. Darüber hinaus erwies sich die geschlossene Medienpartnerschaft mit dem Stadtmagazin AHA als überaus erfolgreich. Im Zusammenhang mit der Veranstaltung wurde das MMZ-Halle in verschiedenen Medienberichten positiv dargestellt. Zusätzlich konnten Kooperationen mit neuen Partnern für das Jahr 2012 geschlossen werden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 348 von 528 Medienimpulse Unter dem Stichwort "Wissenschaft und Wirtschaft in Bewegung" kamen am 28. Januar 2011 Vertreter von Universitäten, Unternehmen und Initiativen der Medien- und Kreativwirtschaft im MMZ-Halle zu einem Informationstag zusammen. Vertreten waren unter anderem die Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, die Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, die Hochschulen Anhalt, Merseburg und Harz, der MDR und zahlreiche weitere Medienfirmen sowie Initiativen der Kreativwirtschaft und der Wirtschaftsförderung. Die Veranstaltung wurde von der MMZ-Halle GmbH moderiert und unterstützt. Medienstammtisch Die Staatskanzlei Sachsen-Anhalt lädt regelmäßig Medienschaffende des Landes zu einem informellen Erfahrungsaustausch mit Herrn Staatsminister Rainer Robra ein. Die Treffen erfreuen sich großer Beliebtheit und fanden auch im Jahr 2011 vollständig im MMZ-Halle statt. Nanospots Innovativ, wissenschaftlich und kreativ – die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation planen im Sommer 2012 Halles erstes Nano-Kurzfilm-Festival. Die MMZHalle GmbH wird sich bei dieser Veranstaltung als Kooperationspartner mit einbringen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde 2011 geschlossen. Aus der Kooperation sollen sich neue Anschlussmöglichkeiten zur Wissenschaft ergeben. Darüber hinaus wird die MMZ-Halle GmbH in alle Marketing- und PR-Maßnahmen mit eingebunden. II. Voraussichtliche Unternehmensentwicklung 1. Gesamtentwicklung Die Vermietung wird in den nächsten Jahren von zentraler Bedeutung für die MMZ-Halle GmbH sein. Es zeichnet sich weiterhin eine Verkleinerung der Mietbereiche ab. Büroflächen mit ca. 20 m² sind deutlich häufiger angefragt und vermietbar, als größere Mietbereiche, was zwangsläufig auch zu einem höheren Arbeits- und Betreuungsaufwand führen wird. Nach dem Auszug der letzten großen Mieter (MotionWorks GmbH bis Ende 2012), muss mit Umbaumaßnahmen und längerem Leerstand gerechnet werden. Die Leerstandquote sollte mit 12% -13% für die Folgejahre realistisch erscheinen. Aufgrund der Förderrichtlinien und der damit beschränkten Mietdauer im MMZ-Halle (Förderrichtlinien der Europäischen Union sehen vor, dass die Vermietungsdauer nicht mehr als höchstens 8 Jahre betragen darf), müssten weitere Erstmieter ab dem Jahr 2013 sukzessive das MMZ-Halle verlassen. Allerdings wurden hier seitens des Fördermittelgebers die Restriktionen gelockert, sodass eine längere Mietdauer unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Die Gesellschaft sieht dieses als positive Entwicklung und unterstellt somit eine konstante Auslastungsquote der Immobilie. Die Unternehmensansiedelung und Existenzgründerförderung im Bereich der Medien- und Kreativwirtschaft ist und bleibt weiterhin das primäre Ziel der Gesellschaft. Für eine kompetente Beratung der Gründerunternehmen konnten zwischenzeitlich weitere Partner, wie die Univations GmbH - Institut für Wissens- und Technologietransfer an der MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg sowie das Projekt Kreativmotor gewonnen werden. Ergänzend hierzu unterhält die MMZ-Halle gute Kontakte zur Wirtschaftsförderung der Stadt Halle (Saale) sowie zum Dienstleistungszentrum für Wirtschaft. Großes Augenmerk legt die Gesellschaft ebenfalls auf die Mieterstruktur, insbesondere auf eine zweckmäßige Durchmischung der Subbrachen unter dem Begriff der Medien. Die Vielfältigkeit der angesiedelten Unternehmen muss die Netzwerkbildung auch über die Film- und Fernsehbranche hinaus ermöglichen. Die Stellung der digitalen Medien (Internet, Social Media, etc.) hat auch am Standort Halle eine wachsende Bedeutung. Ergänzend hierzu müssen auch Unternehmen mit der Ausrichtung auf Eventmarketing oder allgemeines Marketing, Kommunikationsmittel, Trends im MarkenKommunikationsbereich, Marken- Branding beachtet werden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 349 von 528 2. Regionalwirtschaftliche Entwicklungen In 2011 erstellte die Gesellschaft erneut die Medienkompassstudie, um die Stimmungslage im MMZ-Halle und am Medienstandort Halle zu erfassen. Der MMZ-Medienkompass ist ein Stimmungsbarometer für die hallenser Medienbranche, der erstmalig im Jahr 2008 erstellt wurde. Er gibt Aufschluss über den Zustand, die Entwicklung und die Probleme zahlreicher Medienfirmen in der Händelstadt. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen alle Mieter des Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle sowie drei weitere ortsansässige Medienunternehmen. Mit insgesamt 27 befragten Firmen kann der Medienkompass 2011 keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben. Dennoch gaben die Ergebnisse der Befragung Aufschluss über einige interessante Entwicklungen und Tendenzen. Nachfolgend drei dieser Ergebnisse: Fast 90% der Mieter im MMZ sind mit ihrer Standortwahl zufrieden. Fast 60% der befragten Unternehmen planen sich innerhalb der nächsten zwei Jahre zu vergrößern. Eine deutliche Mehrheit der Befragten (ca. 85 %) messen dem MMZ eine bedeutende bis zentrale Rolle bei der positiven Entwicklung des Medienstandorts Halle zu. Als mittelbare Reaktion auf die Studie fand am 29. September 2011 ein Kreativgespräch im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle statt, welches die Gesellschaft in Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt organisierte. Das Sondierungsgespräch hatte den Titel Chancen und Risiken der Kreativwirtschaft in Sachsen-Anhalt. Herr Staatssekretär Tullner trat mit 22 ausgewählten Vertretern der Medien- und Kreativbranche ins Gespräch, um gezielt auf medienpolitische Fragestellungen einzugehen. In diesem Zusammenhang muss nochmals deutlich gemacht werden, dass es ohne das im Haus ansässige Department für Medien- und Kommunikationswissenschaften (MuK) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) keine zukunfts- und richtungweisende Entwicklung des Medienstandortes Halle geben kann. Ferner bedarf es der Weiterentwicklung der universitären Ausbildung und der Vermittlung der im Mediensinn bezeichneten handwerklichen Fähig- und Fertigkeiten. Ein schneller und qualitativ hochwertiger Eintritt der Absolventen in das Berufsleben sollte weiterhin angestrebt werden. Die Gründung eines übergreifenden und auf die Medienpraxis ausgerichteten Weiterbildungsformats, als Anschluss an den universitären Bildungsweg, ist sehr wünschenswert. Ein solches Bildungsformat wird auch von ansässigen Unternehmen der Medienbranche als zweckmäßig angesehen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen und den geäußerten Wünschen ergeben sich folgende Konsequenzen für die MMZHalle GmbH: Die Mehrzahl der Bestandsmieter ist zufrieden und plant eine Vergrößerung. Es ist daher zu prüfen, inwieweit die entsprechenden Firmen ihre Vergrößerung im MMZ realisieren können. Die Service- und Betreuungsqualität Betreuungsaufwand nicht verschlechtern. sollte sich trotz reduzierter Personalzahl und gestiegenem - - Die lokale Medienbranche befindet sich in einem Wandlungsprozess. Es zeichnet sich ein starkes Wachstum in den Bereichen Software und Events ab. Die MMZ-Halle GmbH sollte diesen Wandel begleiten und auf Veränderungen entsprechend reagieren. Die Zusammenarbeit mit dem Department MuK der MLU sollte ausgebaut werden. - Die MMZ Halle GmbH wird sich auch im Jahr 2012 den Herausforderungen der Medienbranche in Sachsen-Anhalt stellen und mit geeigneten Veranstaltungen deren Entwicklung fördern und forcieren. 3. Vermietungsgeschäft Das MMZ-Halle GmbH bewegt sich in einem risikobehafteten Marktumfeld. Die regelmäßigen starken wirtschaftlichen Schwankungen betreffen nicht nur die eingemieteten, meist im Aufbau begriffenen Unternehmen, sondern zwangsläufig auch die Gesellschaft selbst. Die weitere finanzielle Begleitung der Stadt Halle (Saale) zur Unternehmenssicherung wird weiterhin erforderlich bleiben. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 350 von 528 Bei den prognostizierten Jahresfehlbeträgen in den nächsten Jahren in Höhe der mit der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschuss saldierten Abschreibung, ist die Gesellschaft selbst nicht in der Lage, für solche wirtschaftlichen Krisenzeiten entsprechende Rücklagen zu bilden. Die weitere defizitäre Entwicklung der Gesellschaft ohne ausgleichenden Mittelzufluss durch die Gesellschafterin wird zwangsläufig zur bilanziellen Überschuldung und zu Engpässen bei den Zahlungsverpflichtungen führen. Insbesondere wenn im hoch- volatilen Bereich der Kinomischung die avisierten Einnahmen ausbleiben. Eine Kompensation möglicher Ausfälle durch die Vermietung von Büroflächen ist aufgrund der begrenzten Fläche und Restriktionen bei der Ablokation nicht möglich. Die weitere Einmietung des Departments für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird als essenziell bewertet. Positiv ist das Arrangement der Gesellschafterin, welche sich dieser Thematik nachhaltig annimmt und die laufenden Prozesse aktiv begleitet. 4. Bewirtschaftung der Immobilie Als mittelfristiges Risiko werden vor allem die in den nächsten Jahren steigenden Instandhaltungskosten bewertet. Kleinstreparaturen sind als Kostennoten in der Mehrjahresplanung aufgezeigt, sollten allerdings größere Reparaturen am Gebäude, wie Fassadensanierung oder defekte Umkehrdächer notwendig werden, könnten größere finanzielle Belastungen auf die MMZ-Halle GmbH sowie auf die Gesellschafterin zukommen. Ebenso kann das latente Risiko aus dem fehlenden Hochwasserschutz nicht genau definiert werden. Bei einem weiteren Hochwasser in den Ausmaßen vom Winter 2010, kann es zu erneuten Abbrüchen bei der Uferbefestigung kommen und unter Umständen Beschädigungen an der Immobilie verursachen. 5. - Aus der Investitionstätigkeit resultierende betriebswirtschaftliche Risiken Gewährleistung und Mangelbeseitigung nach baulicher Fertigstellung Die Fortsetzung der Gewährleistungsverfolgung und Mangelbeseitigung aufgrund von Ausführungs- oder Planungsmängeln aus der Errichtung des Gebäudes erweist sich weiterhin als schwierig. Die in den Vorjahren eingeleiteten Beweissicherungsverfahren, die durch gerichtlich bestellte Gutachter begleitet wurden, nahmen auch im Jahr 2011 viel Zeit in Anspruch. Die konsequente und fachlich kompetente Mangelverfolgung muss daher auch unter dem Gesichtspunkt der Kosten- Nutzen- Faktoren betrachtet werden. Die MMZ-Halle GmbH verfügt über keine zusätzlichen finanziellen Mittel, um einer möglichen Wertminderung durch Verschleißerscheinungen entgegenzuwirken. Risiken aus schwebenden und laufenden Verfahren Als eines der größten Risken kann die Auseinandersetzung mit einem insolventen Bauunternehmen aus dem so genannten LOS 1 bezeichnet werden. In dem seit 2006 anhängigen Verfahren wurde seitens des Landgerichtes Halle, nach einem gescheiterten Vergleichsversuch, am 12. Dezember 2011 das Urteil verkündet. Demnach wurde die MMZ-Halle GmbH zu einer Zahlung in Höhe von 697.310,66 Euro zuzüglich Zinsen in Höhe von 8 % über dem Basiszinssatz seit dem 20. Mai 2006 verurteilt. Nach Prüfung des Urteils durch unsere mit dem Verfahren beauftrage Rechtsvertretung und der Feststellung der Fehlerhaftigkeit des Urteils, wurde Berufung eingelegt. Nach Prüfung des Urteils durch das Oberlandesgericht Naumburg geht die Gesellschaft in Übereinstimmung mit unserer Rechtsvertretung von einer Zahlung in Höhe von rund 430.000,00 Euro aus, welches dem ursprünglichen Vergleichsbetrag entsprechen dürfte. Zur Tilgung dieser Ansprüche würden nach derzeitigem Kenntnisstand, durch die zweckgebundene Zahlung der Gesellschafterin und den auf einem Festgeldkonto vorhandenen Sicherheitseinbehalt, ausreichend finanzielle Mittel zu Verfügung stehen. Ein weiterhin großes Risiko umfasst der vor Gericht anhängige Streit mit dem Architektenbüro. Seit 2008 fordert das klagende Architektenbüro eine Schlusszahlung in Höhe von 400.000 Euro. Nach intensiver Prüfung der Resthonoraransprüche des Architekten geht das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle hingegen von einer Überzahlung in Höhe von 245.000 Euro aus. Konsequenterweise hat die MMZ-Halle GmbH diese Ansprüche widerklagend geltend gemacht. Die Widerklage wurde im Dezember 2011 um die Mängelbeseitigungskosten in Höhe von 204.739,77 nebst Zinsen und Rechtsanwaltskosten aus dem selbstständigen Beweisverfahren ergänzt. Hintergrund des selbstständigen Beweisverfahrens sind die mangelhaften Kippfenster im Gebäudeteil Schwebekörper. Der Planungsmangel wurde durch den Gutachter nachgewiesen. Nach Einschätzung der Rechtsvertretung lässt sich die Verfahrens-gesamtdauer nicht absehen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 351 von 528 Hingegen ist das selbstständige Beweisverfahren in Bezug Verlegung des Terrazzoestrichs im Gebäude für die MMZHalle GmbH nicht erfolgreich verlaufen. Die Einschätzung des Gutachters konnte den Vorwurf der mangelhaften Einbringung des Fußbodens und den daraus resultierenden Schäden nicht bestätigen. Die Gegenseite macht nunmehr Restwerklohnforderungen in Höhe von 119.829,70 Euro geltend. Um die Angelegenheit möglichst ohne weitere Gerichtsund Anwaltskosten zu bereinigen, wurde seitens der ausführenden Firma ein Vergleichsangebot in Höhe von 90.000 Euro unterbreitet. Die Geschäftsführung hat den Gesellschaftervertreter darüber informiert. Eine positive Entscheidung zu einem Vergleich konnte in der Aufsichtratssitzung am 01.03.2012 herbeigeführt werden. Zwischenzeitlich konnte ein Vergleich in Höhe von 60.000 geschlossen werden. Die finanziellen Mittel wurden durch die Gesellschafterin im laufenden Geschäftsjahr 2012 bereitgestellt. Im Beweissicherungsverfahren in Bezug auf die Ausführungsmängel bei den Trockenbauwänden liegt seit Anfang 2012 das Ergänzungsgutachten vor. Bis zum Februar des aktuellen Kalenderjahres können weitere Fragen an den Sachverständigen geäußert werden. Nach erster Sichtung des Gutachtens kann von fehlerhafter Planung durch die Architekten ausgegangen werden. Der Planungsmangel wurde gegenüber den Architekten schriftlich angezeigt. Eine Klage gegen das ausführende Unternehmen wird demnach nicht erhoben. Eine Erstattung der verauslagten Mittel in Höhe von ca. 3 T€ wird von der Gegenseite noch gefordert. Ergänzend zu den Bauverfahren befindet sich die Gesellschaft im Rechtstreit mit der vormaligen Geschäftsführung und dem ehemaligen Mitarbeiter für die Kinomischung. Letzterer begehrt auf Zahlung einer Gewinnbeteiligung für die Jahre 2008 und 2009. Gegenstand der Auseinandersetzung mit der vormaligen Geschäftsführung ist die Abberufung als Geschäftsführerin sowie die Beendigung des Anstellungsvertrages. 6. Bewertung der Immobilie Nach der Aufsichtratssitzung am 30.09.2011 wurde die Geschäftsführung gebeten, den aktuellen Wert der MMZ – Immobilie durch die kommunale Bewertungsstelle der Stadt Halle prüfen zu lassen. Die Prüfung konnte noch während des Prüfungszeitraumes im 1. Quartal 2012 erfolgen. Als Ergebnis wurde ein Ertragswert in Höhe von 5.550 TEuro ausgewiesen. Die große Diskrepanz zwischen Sach – und Ertragswert ist auf bauliche und ertragswirtschaftliche Faktoren zurückzuführen. Unter anderem wurden das ungünstige Verhältnis von vermietbaren und nicht vermietbaren Flächen, Verteilung vieler Nutzflächen der Produktionsstätten über zwei Etagen, die erhebliche Ertragseinbußen durch Nutzungsund Zweckbindungen, die kostenintensiven Einbauten, die hochwertige Bauweise, insbesondere die Architektur des Baukörpers sowie aufwendige Gründungsausführung, und der kostenintensiver Standort durch Lage im Überschwemmungsbereich als Bewertungskriterium angebracht. Gemäß § 253 HGB wurde der Gebäudewert im Anlagevermögen zum 31.12.2011 angepasst, welches sich im deutlich schlechteren Jahresergebnis widerspiegelt. 7. Besondere Vorgänge nach dem Abschlussstichtag Als Ergebnis der Berufsklage in der Auseinandersetzung mit einem insolventen Bauunternehmen aus dem so genannten LOS 1, wurde durch das Oberlandesgericht Naumburg das Urteil vom 12.12.2011 teilweise abgeändert. Die Gesellschaft bleibt verurteilt, an den Kläger 364.680,70 Euro nebst Zinsen in Höhe von 8 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 20. Mai 2006 zu zahlen. Der Gesellschaftervertreter wurde unterrichtet, dass die Gesellschaft zum Ausgleich der Zahlungsverpflichtung der weiteren finanziellen Unterstützung bedarf. Ein Antrag wird bei den entsprechenden Gremien gestellt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle (Saale) GmbH Seite 352 von 528 Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Marktplatz 13 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 25 T€ Stadt Halle (Saale) Förderverein Pro Halle e.V. Förderverein Region Halle (Saale) e. V. City-Gemeinschaft Halle e.V. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 14 6 3 1 1 % 55,00 25,00 10,00 5,00 5,00 Gegenstand des Unternehmens: Konzipierung, Positionierung und Vermarktung eines unverwechselbaren Profils der Stadt Halle im nationalen und internationalen Rahmen. Die Gesellschaft führt Tätigkeiten im öffentlichen Interesse aus. Die Gesellschaft verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Sofern sie wirtschaftliche Zwecke verfolgt, sind diese lediglich untergeordneter Art. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig und nützlich erscheinen. Öffentlicher Zweck: Konzipierung, Positionierung und Vermarktung eines unverwechselbaren Profils der Stadt Halle im nationalen und internationalen Rahmen. Die Gesellschaft führt Tätigkeiten im öffentlichen Interesse aus. Die Gesellschaft verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Sofern sie wirtschaftliche Zwecke verfolgt, sind diese lediglich untergeordneter Art. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig und nützlich erscheinen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Voß, Stefan c) Beteiligungen unmittelbar Genossenschaft Volksbank Halle e. G. T€ 0 % 0,00 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 353 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 12 85 3 2009 % 9 87 4 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 41 288 10 T€ 22 210 10 T€ 32 236 6 % 12 86 2 T€ 19 78 0 % 86 37 0 Bilanzsumme 339 100 242 100 274 100 97 40 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 111 72 115 41 % 33 21 34 12 T€ 107 42 92 1 % 44 18 38 0 T€ 107 50 117 % 39 18 43 T€ 4 30 23 40 % 4 71 25 4.000 Bilanzsumme 339 100 242 100 274 100 97 40 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 5 1 4 4 486 1.208 142 722 14 812 1 2010 T€ 581 1.194 108 724 11 931 0 0 1 0 1 1 2009 T€ 420 1.215 120 694 12 846 2 -35 0 -35 -35 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 354 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,84 3,82 18 77 42,61 2010 0,14 0,77 12 74 40,79 2009 -8,29 -24,62 -23 62 42,42 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 11,83 32,94 67,06 31.12.2010 8,28 44,40 55,60 31.12.2009 9,55 38,86 61,14 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Anzahl Messeteilnahmen Anzahl organisierter Veranstaltungen 31.12.2010 13,00 63,00 31.514,00 31.12.2009 11,00 51,00 31.812,00 Angaben in A Events, n A 11,00 67,00 38.127,00 Anzahl Anzahl Anzahl Teilnehmer an Stadtführungen z n a z A h a n l h z l a h l Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 355 von 528 e) Lagebericht Geschäftsbericht 2011 der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Die Zeichen stehen auf Grün Das bundesweite Image der Stadt Halle (Saale) hat sich in 2011 trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen und des verpassten Titels als „Stadt der Wissenschaft“ weiter verbessert. Das Stimmungsbarometer steht auf Grün. Mehr noch: Die Fokussierung der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH (SMG) auf die Kernthemen Kultur, Wissenschaft und Tourismus hat sich bewährt. Ca. 70 Prozent aller regional und national veröffentlichten Medienberichte über die Markensäulen der SMG sind positiv. 2011 verwendete die SMG in enger Abstimmung mit ihren Gesellschaftern 100.000 € des institutionellen Zuschusses der Stadt Halle (Saale) für die Bewerbung als „Stadt der Wissenschaft“. Die so geschmälerten Mittel für andere Kernmarken hat die SMG mit neuen Produkten und Vertriebskanälen sowie höheren Verkaufsund Provisionserlösen teilweise kompensiert. Dennoch konnten eine Reihe von Kampagnen und Projekten nicht realisiert werden, die der wichtigen Markenbildung der Stadt Halle (Saale) dienen. Umso mehr liegt das Augenmerk künftig auf der Erschließung neuer Märkte, der Steigerung der Erlöse als Reiseveranstalter sowie der Installation eines touristischen Online-Informationssystems mit interaktivem Sales-Guide für die Destination Halle und Region. Hierzu laufen die Vorarbeiten, denn die Anforderungen an das Buchungssystem sind hoch. So bietet der Online-SalesGuide über eine interaktive Karte Buchungsmasken für Tages- und Mehrtagestouren, aus denen sich die Nutzer verschiedenste Buchungsbausteine – wie regionale Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen oder Übernachtungsquartiere aussuchen können. Das neue Informationssystem ermöglicht zugleich Individualisierungen bei Zielgruppen, Rabatt- und Marketingstrategien (z. B. MZ-Card oder Welcome Card). Weiter hat sich die SMG um die Akquise von Fremdmitteln über Werbeverträge für projektgebundene Maßnahmen bemüht. Der hier zu verzeichnende Rückgang in 2011 auf 114.242,00 € (gegenüber 261.787,00 € in 2010) beruht darauf, dass 1. mit der zuschussbedingt reduzierten Anzahl von Projekten immer auch Drittmittel entfallen, und es 2. in 2011 keine Großveranstaltung wie ein Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 gegeben hat. Abb. 1- 3: Quelle: Meltwater Statistik, Auswertung der Berichterstattung nach Einschätzung der Inhalte: Korrelation Händelstadt Halle mit Kultur und Tourismus Medienebrichte über die Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 356 von 528 Verkaufserlöse in Euro 140.000,00 120.000,00 100.000,00 80.000,00 60.000,00 40.000,00 Für Werbemaßnahmen wie Messen oder Gemeinschaftsanzeigen hat die SMG durch die Kooperation mit Partnern 2011 Erlöse in Höhe von 47.265,00 € erwirtschaftet. Dies bedeutet eine marginale Steigerung gegenüber 2010. Fazit: Die Akquisition von Fremdmitteln für Marketingmaßnahmen und Projekte fällt zusehends schwerer. Die Verschmelzung der vormals getrennten Abteilungen Tourismus sowie Tagungen/ Kongresse zum Tourist- und Tagungsservice Halle (TTS) 2011 dagegen zeigte bereits im ersten Jahr der Umstrukturierung Erfolge, gerade in puncto Angebotsgestaltung und -vermittlung von Pauschalangeboten. 20.000,00 0,00 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Eine weitere touristische Weiche wurde durch den Erwerb des Reiseveranstalterstatus„ gestellt. Wurden Gästen und Touristen bis 2011 lediglich Hotelbuchungen und SMG-Führungsangebote arrangiert, kann die SMG seither eigene Arrangements bzw. Angebotsbausteine anbieten. In der konsequenten Entwicklung eigener attraktiver Pauschalen, die den Geschmack potenzieller Besucher auch aus den USA, Osteuropa und z. B. den Niederlanden treffen, liegt die zweite große Herausforderung der SMG für 2012. Service am Gast: „Herzlich willkommen, was können wir für Sie tun?“ Service am Gast zahlt sich aus: In 2011 verzeichnete die SMG einen Zuwachs an Shop-Gästen von mehr als 70 Prozent, die die vielfältigen Verkaufs- und Service-Angebote der Tourist-Information im Marktschlösschen (2011: 101.978 Besucher / 2010: 59.783 Gäste) nutzten. Ein frischeres Warensortiment und die eigene Merchandise-Linie brachten 47 Prozent mehr Umsätze im Vergleich zu 2010. Derlei hohe Verkaufserlöse wurden zuletzt in 2006 zum 1.200-jährigen Stadtjubiläum von Halle erreicht. 2011 war zugleich das erste Jahr des SMG-Warenwirtschaftssystems mit neuem Kassensystem inklusive Scanner, Software und Barcodes; seither werden die Waren, deren Verkauf und noch vorhandene Sortimente bei der SMG optimal erfasst. Die Tourist-Information als „Point of Sale“ ist jetzt gut aufgestellt, gleichwohl viel zu klein. Mit gezielten Verkaufsaktionen will die SMG die Umsätze künftig weiter steigern. Die Maßnahmen in 2012 sind:           Erweiterung des Kartenverkaufs durch Übernahme von Kontingenten für größere Veranstaltungen, verstärkter Online-Shop-Verkauf, Direkt-Mailing-Aktionen, Nutzung verkaufsoffener Sonntage und verlängerter Öffnungszeiten, Entwicklung weiterer eigener Merchandise-Produkte mit hohem Wiedererkennungswert, Erhöhung der Verkaufsaktivitäten für den Vertrieb der Welcome Card, Vertriebskooperationen mit regionalen Unternehmen wie Halloren Schokoladenfabrik AG, Brauerei Landsberg GmbH (Adventskalender, Halle-Sonderausgabe der Halloren Kugeln, Hallesches Hansebier), verbesserte Sortimentsstruktur sowie Erhöhung der Umschlagsgeschwindigkeit, Verkaufsschulungen für Mitarbeiter, Schaffung von Anreizen, um vereinbarte Ziele zu erreichen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 357 von 528 Die neue Struktur der TouristInformation, die Schulungen im Zimmerbuchungssystem Tiscover sowie dessen verstärkter Einsatz bescherten der SMG 2011 vermehrte Einnahmen. So hat die SMG via Tiscover über die Tourist-Information deutlich mehr Zimmer vermittelt. Die elektronische Buchungsplattform erhöht nicht nur die ServiceQualität für den Gast, sondern wird mit Provisionen von 11,9 Prozent pro Buchung zudem belohnt. Die SMG-Gästeführungen, Sonderveranstaltungen, Stadtfeste sowie die neue und im Leistungsumfang stark erweiterte Welcome Card wurden 2011 noch stärker über digitale Bilderrahmen in Hotelrezeptionen und kommunalen Einrichtungen beworben. Hotelgäste können sich so gleich bei ihrer Ankunft in bewegten Bildern über aktuelle Veranstaltungshöhepunkte in der Stadt und die Welcome Card informieren. Diese Veranstaltungsinformationen werden von der SMG regelmäßig aktualisiert. Wir (ver)führen Sie gern Für nationale und internationale Feste, Messeauftritte, Empfänge und Stadtführungen suchte die SMG in 2011 charismatische Talente, die die Rolle einer historischen Persönlichkeit spielen können und keine Scheu vor Kostümen haben. Mit dem erweiterten Angebot kostümierter Stadtführungen reagiert die SMG auf die wachsende Nachfrage nach Erlebnisführungen. Auch der tägliche Altstadtbummel mit dem kostümierten Kardinal Albrecht, der den Gästen in rotem Gewand und Mitra seine einstige Residenzstadt zeigt, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Dagegen hat die SMG unrentable Führungen für Individualtouristen, die zu spezielle Themenfelder fokussieren, aus dem Sortiment genommen. Auf Nachfrage sind diese Spezialführungen aber für Reisegruppen buchbar. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 358 von 528 Von Januar bis Dezember 2011 bot die SMG 2.290 Führungen für 38.127 Gäste an. Dies war eine Steigerung um 21 Prozent im Vergleich zu 2010. Etwa zwei Drittel aller Führungen buchten Reiseveranstalter und private Reisegruppen. Diese Steigerung der Besucherzahlen beruht auch auf der Entscheidung, die Hausmannstürme bei schönem Wetter ganztägig auch an den Wochenenden zu öffnen. Um die Führungen rentabler zu machen, hat die SMG eine Mindestteilnehmerzahl festgelegt und das Portfolio der Führungen an deren Effizienz gemessen. So wurden 38 Führungen weniger angeboten als 2011, dafür die Zahl der geführten Gäste um 6.600 Teilnehmer erhöht. Die Verkaufserlöse der gruppentouristischen Angebote erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 42,8 Prozent (2011: 184.449 € / 2010: 129.158 €). Seit Jahresende 2011 darf die SMG endlich auch den Roten Turm touristisch vermarkten. Darüber hinaus erwies sich die Produkteinführung von „Verliebt in Halle“ als Verkaufsschlager. Auch bei diesem Angebot bilden die Hausmannstürme das Herz des Pakets. Auf den Hausmannstürmen genießt das „Verliebt in Halle“-Paar bei einem Glas Sekt die schöne Aussicht, und nach einem 360-Grad-Stadtrundgang auf den Türmen wartet ein Drei-Gänge-Menü mit einer Flasche regionalen Weines im halleschen Restaurant „Luhjah“ auf das Paar. Das Premium-Paket umfasst ein exklusives Dinner mit Privatkoch oben auf den Türmen. „Verliebt in Halle“ wurde seit Einführung Mitte 2011 schon 225 verkauft (Classic: 171, Premium-Paket: 54). Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 359 von 528 Produktentwicklungen rund um die Marken Albrecht/Luther, Wasser und Hanse Das touristische Portfolio 2011 korrespondierte mit der SMG-Firmenphilosophie, nur noch Produkte anzubieten, für die es entweder bereits einen Markt gibt oder die eine Nachfrage erzeugen. Mit der neuen Produktreihe „Verliebt in Halle“, mit fünf eigenen Reisepauschalen (mit ein bis zwei Übernachtungen) wie „Kultur im Paket“, „Alle Mann an Bord“, „Pompeij – Katastrophen am Vesuv“, „Wo Luther predigte und Albrecht prasste“ sowie „Halle historisch“, aber auch mit erweiterten Öffnungszeiten für die Hausmannstürme an den Wochenenden sowie wochentags auf den Roten Turm, mit kostümierten Gästeführern wie Georg Friedrich Händel, Kardinal Albrecht und Martin Luther oder Busreise-Workshops hat die SMG attraktive neue Produkte initiiert. Die kostümierten Gästeführer sorgten als „Walking Acts“ und „Eyecatcher“ auch auf Messen und Tagungen für Aufsehen. Medienresonanz nach SMG-Markensäulen, Wissenschaft, Tourismus und Sport Die Medienauswertung 2011 zeigt, dass die Themen Wissenschaft, Kultur, Sport und Tourismus medial am präsentesten waren. Spitzenwerte erreichte die Wissenschaft im März und Juni. Im März startete die Werbekampagne „Open UniverCity“ für den Hochschulinformationstag der MLU, der Kunsthochschule und der Stadt Halle (am 8. April), ferner die Roadshow mit Hochseecontainer vor allem durch Niedersachsen, über die die Medien auch überregional berichteten. Ebenfalls im März fand das Finale zur „Stadt der Wissenschaft“ sowie zum Exzellenzantrag der MLU statt (Graduiertenschule „Function Follows Form“, Prof. Ingrid Mertig). Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 360 von 528 Im Juni 2011 folgten regional umfangreiche Berichterstattungen mit Blick auf die bevorstehende „Lange Nacht der Wissenschaften“ (1. Juli 2011). Außerdem wurden zeitgleich Millionen-Förderungen für einige hochkarätige Forschungsprojekte bewilligt. Dazu gehören das BMBF-Projekt „Struktur-Solar“ und das DFG-Projekt zur PolymerForschung „Polymere unter Zwangsbedingungen“ (7 Mio.). Ferner häuften sich im Juni bundesweite Journalisten-Anfragen an den MLU-Mikrobiologen Prof. Alexander Kekulé zur EHEC-Infektion Das trieb die Zahl der Veröffentlichungen zu Wissenschaftsfragen weiter in die Höhe. Zu Buche schlug Ende Juni schließlich noch der EM-Titel des Fußballteams der MLU, über dessen Zuordnung als Sport oder Wissenschaft sich streiten lässt. Amerikaner entdecken die „Keimzelle der Reformation“ In 2011 hat die SMG mehrere Projekte und Maßnahmen zur Positionierung der Stadt Halle (Saale) innerhalb der Luther-Dekade weiter entwickelt. Die SMG-Stadtführung „Des Kardinals geliebte Stadt – wo Luther predigte und Albrecht prasste“ mit dem gewandeten Kardinal als Gästeführer toppte die 2010 erreichten Gästezahlen. Im April 2011 beauftragte die SMG die szenische Lesung „Aus Liebe zur Wahrheit – amore et studio“, die sie mit Hilfe der Kultur GmbH entwickelte. Das dramaturgisch hochwertige, auf Originalbriefwechseln fußende fiktive Treffen der Kontrahenten Martin Luther und Kardinal Albrecht (gespielt von den halleschen Schauspielern Hilmar Eichhorn und Reinhard Straube) spielt im Jahr 1527 in einem halleschen Gasthaus und wurde beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni 2011 in Dresden mehrfach aufgeführt. Die erste Aufführung der szenischen Lesung am Reformationstag in der Marktkirche in Halle war mit ca. 1.050 Besuchern ausgebucht. Mit dem Flyer „Luther war überall… und Sie?“ bewirbt die SMG seit Mai 2011 die kulturellen Highlights Halles und Orte mit Bezügen zu Martin Luther und Kardinal Albrecht. Ebenfalls seit Mai 2011 bewirbt die SMG ihr Reise-Arrangement „Wo Luther predigte und Albrecht prasste“ in englischer Sprache auch auf dem amerikanischen Markt und strebt hier für 2012 eine engere Verzahnung mit dem Luther-Tourismus der Investitions- und Marketinggesellschaft mbH (IMG) und der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) auf dem US-Reisemarkt an. Seit 2011 ist die SMG ferner Mitglied im Europäischen Tourismusverbund „Stätten der Reformation“ e.V. aktiv, überdies in mehreren Vereinen und auf Internetseiten mit Bilddatenbanken wie www.luther2017.de, www.luther2017.com (zweisprachige Bilddatenbank), www.sachsen-anhalt-tourismus.de (Mitteldeutschland, Lutherland, Wiege der Reformation), www.kulturreisen-ideen.de, www.visit-luther.com, www.germany.travel (Deutsche Zentrale für Tourismus) sowie www.lutherweg.de . Das Engagement der SMG auch für die Lutherdekade 2017 scheint zu fruchten, wie die Tourismusauswertung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt zeigt. Die Händelstadt Halle konnte bis 30.11.2011 160.013 Gäste und 297.416 Übernachtungen verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Besucher-Ankünfte damit um 5,7 Prozent, die Zahl der Übernachtunen um 6,5 Prozent. Ein positiver Trend ist bei Auslandstouristen erkennbar: 7,2 Prozent mehr ausländische Gäste reisten bis 30.11. in die Händelstadt. Die meisten internationalen Besucher stammen aus Amerika, Österreich und den Niederlanden. 5.191 US-Amerikaner übernachteten in der Händelstadt. Das entspricht 36,9 Prozent mehr Übernachtungen amerikanischer Gäste als im Vorjahr. Bei den Tagesgästen aus den Vereinigten Staaten wurde sogar ein Plus von 48,7 Prozent gemessen. Zielgruppenansprache über Messen und Expedienten-Reisen Expedienten-Reisen dienen dem Zweck, Reiseunternehmer vornehmlich aus Halles Partnerstädten für Reiseangebote nach Halle zu begeistern. So hat die SMG 2011 Journalisten und Reiseveranstalter aus der österreichischen Partnerstadt Linz anlässlich der Händel-Festspiele in Halle betreut. Erstmals wurden ausgewählte Busreiseunternehmen zu einem BusWorkshop in Kooperation mit einem halleschen Hotel und weiteren touristischen Leistungsträgern in Halle angeboten. Die Reiseveranstalter informierten sich via „Speed-Dating-Methode“ in kurzer Zeit über die touristische Bandbreite von Halle, um entsprechende Pauschalangebote für die jeweiligen Reisekataloge zu platzieren. Allein bei den Pressereisen in 2011 wurden weit mehr als 100 Kultur- und Reisejournalisten in Halle betreut – darunter amerikanische, schwedische, österreichische und deutsche Medienvertreter. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 361 von 528 Bei den kostspieligen Messeauftritten setzt die SMG verstärkt auf Kooperationspartner (Hotels sowie Partner der „Kulturhäuptlinge“ wie Franckesche Stiftungen oder Stiftung Moritzburg, die sich an den Standkosten beteiligen. Diese Kostensplittung ermöglicht die Teilnahme an weiteren ausgesuchten Messen, die sich die SMG in einer Einzelpräsenz nicht leisten könnte. Als gewinnbringend erweist sich die Kooperation mit der Leipziger Buchmesse. Die Händelstadt Halle präsentierte sich dort 2011 zum zweiten Mal im Verbund mit acht halleschen Verlagen. Neben dem Messeauftritt wurde das neue Literaturfest „Halle liest mit.“ als Teil des Rahmenprogramms „Leipzig liest“ der Buchmesse von der SMG initiiert. Inmitten des Messetrubels ist die großzügige „halle saale-Lounge“ eine Oase der Entspannung: Besucher schmökerten bei einem Gratis-Kaffee in den Neuerscheinungen der halleschen Verlage und informierten sich im neuen Terminfolder der „Kulturhäuptlinge. nur bei uns.“ über die Veranstaltungshöhepunkte 2011/12 in Halle. Auch im Jahr 2012 soll die erfolgreiche Kooperation zwischen der Leipziger Messe und der Händelstadt Halle fortgesetzt werden. Insgesamt hat die SMG 2011 elf Messeteilnahmen realisiert: Ferien Messe Wien, Reisemesse Linz, Reisen Freizeit Caravan in Halle (Saale), Leipziger Buchmesse, Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin, Germany Travel Mart (GTM) in Mainz, Sachsen-Anhalt-Tag in Gardelegen, Deutschlandtag zum Tag der Deutschen Einheit in Bonn, RDA – Messe für Reisebusveranstalter in Köln, Tourismus & Caravan (T&C) in Leipzig, Saalemesse in Halle (Saale). Die Finanzierung der Messebeteiligungen in Österreich und der Schweiz erfolgte über die Kooperation „Stadtsprung. Städte zwischen Harz und Elbe“. Die Messekosten haben sich gegenüber 2010 minimal erhöht (2011: 22.040,00 €, 2010: 21.552,00 €). Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 362 von 528 Die touristische Kooperation „Stadtsprung – Städte zwischen Harz und Elbe“ mit nunmehr sieben Städten – Magdeburg, Halle (Saale), Dessau-Roßlau, Naumburg, Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode – war auch in 2011 fester Bestandteil der touristischen Arbeit im Bereich „Kultur- und Städtetourismus“ auf Landesebene und hat sich als das stärkste touristische Städtenetzwerk Sachsen-Anhalts etabliert. Als Kooperationspartner der Investitions- und Marketing GmbH Sachsen-Anhalt (IMG) übernahm „Stadtsprung“ für das Land Sachsen-Anhalt im fünften Jahr die komplette touristische Quellmarktbearbeitung in der Schweiz und Österreich. Die Mitarbeit im Netzwerk ist für die Stadt Halle ein großer Mehrwert bei geringem Personal- und Finanzaufwand. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit der österreichischen Medienagentur Polak: Sie initiierte verschiedene Reiseberichte fürs Bordmagazin der Österreichischen Bahn „onrail“ (Auflage von 85.000), in dem die Händelstadt Halle (Saale) mit vier Hochglanzseiten vorgestellt wurde, sowie eine Reportage in der „Kleinen Zeitung“, der größten regionalen Tageszeitung Österreichs mit einer Auflage von 800.000 Exemplaren. Die Provisionserlöse erzielte die SMG auch 2011 vorrangig durch Zimmervermittlungen. Da die Gäste allerdings zunehmend selbst und direkt über Internetportale wie HRS.com, hotel.de, Hotels.com , accorhotels.com, DERhotel.com, booking.com oder hotel-vergleich.com buchen, lässt sich die Einnahmeerwartung hier kaum realisieren. Hier bemüht sich die SMG gemeinsam mit den renommierten Hotels um Lösungen, dass Zimmer online nicht tagesaktuell zu DumpingPreisen angeboten werden, da dies image-schädigend für Halle wie geschäftsschädigend für die SMG ist, die an fixe jährliche Standardverträge mit den Hotels gebunden ist. Die Aussicht auf große Kongresse und Tagungen – etwa der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) oder der Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften – wird nach wie vor durch die Absenz eines Kongresszentrums mit Hotelanbindung von 300 Betten+ getrübt. Damit steigen der Anteil und die Bedeutung kleinerer Fachtagungen und Veranstaltungen für Halle. Deshalb liegt das Augenmerk der SMG auf der Regional-Akquise. Verstärkt setzt der Kongressbereich auf eigene „Fam Trips“ sowie Informationsveranstaltungen in Kooperation mit halleschen Hotels, um so Kongressentscheider vor Ort von den Vorzügen einer Tagung in Halle zu überzeugen. Durch diese Maßnahmen konnten in 2011 folgende Tagungen generiert werden: die komplette Tagungsorganisation für die 22. Akademische Tagung deutschsprechender Hochschullehrer in Gynäkologie und Geburtshilfe mit 130 Teilnehmern (Zimmervermittlung und Akkreditierung), die Zimmervermittlung der Sportveranstaltung „Shotokan Karate Do of United Nations” (700 Personen), 2 kleinere Kongresse (100-500 Personen) sowie 10 Tagungen (10-80 Personen). Die Steigerung der Provisionserlöse in 2011 um 72,5 Prozent (2011: 20.035,18 € / 2010: 8.613,78 €) zeigt, dass das Auflösen des Städtenetzwerkes „Tagungsdreieck Magdeburg, Halle, Dessau“ keine negativen Folgen auf die Erlössituation hatte. Die Fokussierung auf Zimmervermittlung kleiner Veranstaltungen von 50 bis 200 Teilnehmern hat sich in puncto Effizienz bewährt, bleibt in summa aber ein Standortnachteil für die Stadt Halle (Saale). SMG setzt weiter auf Partnernetzwerke Das größte Kapital der SMG bleibt das kreative Know-how, die Entwicklung von Projektideen und deren Vermarktung. Darüber hinaus leistet die SMG für die Stadtverwaltung, das Citymanagement und diverse Leistungsträger jedes Jahr einen beträchtlichen unentgeltlichen Personal- und Sachmitteleinsatz. Die Herausforderung an die SMG wird deshalb künftig darin bestehen, sich im Lichte geringerer Zuschüsse auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren, die Allein- und Sonderstellungsmerkmale der Stadt Halle (Saale) inhaltlich und konzeptionell zu bündeln sowie die erfolgreiche Kulturund Wissenschaftskooperation „Nur bei uns“ als starke Kooperation über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen. Neben der Bündelung von Kompetenzträgern und von starken Marken wird sich die SMG verstärkt der Moderation und Vermarktung strategischer Leitziele der Stadt annehmen (z. B. „Tourismus Talk“, Stadtmarke „Händelstadt“ sowie Strategiedialog 2025). Hierzu unterstützt die SMG das Leitthema „Wissenschaft in Halle“, das aus der Bewerbung Halles für den Titel „Stadt der Wissenschaft 2012“ hervorgegangen ist. Der Anspruch, Stadt der Wissenschaft zu sein und zu leben, wird von der SMG – ungeachtet des unverständlichen Ausgangs der Bewerbung – ohnehin nachhaltig mit Leben erfüllt. Im Juli 2010 hat die SMG das „Fachforum Politik“ – damals primär zur Kommunikation und zum Meinungsaustausch für die Bewerbung der Stadt Halle als „Stadt der Wissenschaft“ – ins Leben gerufen. Dieses politische Forum setzt sich – unter der Ägide der Geschäftsführung der SMG und des Hauptgesellschafters Stadt (Halle) – aus den Vorsitzenden relevanter Fachausschüsse und Delegierten der Stadtratsfraktionen zusammen, um die Meinungen der Politik zu stadtrelevanten Themen einzubeziehen. Das Fachforum Politik tagt alle zwei Monate und wird von der SMG seit Frühjahr 2011 auch zu diversen anderen Themen konsultiert, um die Politik aktiv in den Strategiedialog einzubeziehen. Mehr noch: Das Fachforum Politik ist für die SMG ein wesentlicher Ratgeber und Seismograf geworden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 363 von 528 Universität und Stadtmarketing für das junge Halle Nicht nur wegen der Gesellschaftertätigkeit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) bei der SMG, sondern auch durch das gemeinsame Betreiben von „Uni-Shop“ und Tourist-Information im Marktschlösschen, durch den Bewerbungsprozess „Stadt der Wissenschaft 2012“ und nicht zuletzt durch das Zusammenrücken von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt kommt der intensiven Zusammenarbeit von MLU und SMG große Bedeutung zu. Die Partnerschaft zwischen MLU, Stadt und SMG ist bereits durch eine Reihe konkreter Projekte untersetzt und nach außen sichtbar. MLU und SMG haben große Schnittmengen im Binnen- und Außenmarketing. „OpenUniverCity – Offene Stadt für offene Menschen“ heißt die erste 3D-Kampagne der MLU gemeinsam mit der Stadt Halle (Saale) und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale). Mit einem umgebauten Hochseecontainer warben Studien- und Halle-Botschafter im Frühjahr 2011 auf einer Roadshow an ausgewählten westdeutschen Schulen für die guten Studienbedingungen in Halle und luden zum Campus-Day (Hochschul- und Stadtinformationstag) nach Halle ein. Der Campus-Day wurde erstmals mit einem Kulturmenü „Kultur satt in der Händelstadt“ kombiniert. Die SMG tischte ein opulentes Angebot an Museums- und Galeriebesuchen, Theater- und Opernaufführungen, Lesungen, Science-Slams und Unikino auf, um künftigen Studierenden Halle nicht nur durch exzellente Studienangebote, sondern auch wegen der offenen und lebendigen Kulturszene als Studienort schmackhaft zu machen. Mehr als 3.000 Abiturienten nahmen am Campus-Day teil. Das Kulturmenü ist auch in 2012 wieder das offizielle Rahmenprogramm des Hochschulinformationstag (HIT). „Home Coming“-Kampagne: „Bist du ein MLU-Botschafter?“ Aufgrund der ausschließlich elektronischen Einschreibung an deutschen Universitäten ab dem Wintersemester 2011/2012 werden viele Studienwillige ihren Studienort künftig erst am ersten Studientag kennenlernen. Um aber schon vorher Schüler zum Hochschulinformationstag oder zum Welcome Day beim Laternenfest in die Stadt zu locken, schwärmen ab 2012 junge Studierende (1. – 4. Semester) der MLU in ihre ehemaligen Schulen aus, um Schüler der Abschlussjahrgänge und ihre ehemaligen Lehrer auf Augenhöhe genauer über ihr Studium und Leben in Halle zu informieren. Das Kampagnenmotiv wurde Ende 2011 ebenfalls von MLU-Studeten entwickelt und ist für eine Plakatkampagne und einen Internetauftritt konzipiert. Zum Laternenfest organisierten MLU und SMG erstmals den Welcome Day. Zum schönsten Volksfest Mitteldeutschlands konnten sich Studieninteressierte auf und vor der MS Händel sowie in einer großzügigen Lounge am Ufer der Saale über Studien- und Wohnungsangebote informieren. In der ersten Studienwoche im Oktober 2011 verteilte die MLU an alle Erstsemester dann wieder – mit der SMG gestaltete – Welcome Bags als herzlicher Willkommensgruß in der neuen Stadt. Die Tasche war gefüllt mit Nützlichem und kleinen Snacks. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 364 von 528 Partnernetzwerke mit der Wirtschaft Nach der erfolgreichen Einführung des Finni-und-RudolfAdventskalenders mit Halloren Schokolade 2010 ließen SMG und Halloren Schokoladenfabrik AG im November 2011 eine von 3.000 auf 5.000 Exemplare erweiterte Adventskalender-Edition folgen, die binnen drei Wochen ausverkauft war. Und es gab noch eine süße Versuchung von Halloren und SMG: die erste limitierte Halle-Edition der Original Halloren Kugeln. Diese weitere süße Charme-Offensive für bestehende und künftige Halle-Liebhaber wurde im Oktober 2011 in einer Auflage von 10.000 Stück eingeführt und war bereits im Dezember ausverkauft. Mit dem Kauf der rot-weißen Sonderedition der SahneCacao Halloren Kugeln hat die SMG den Schoko-Gruß gratis 3.000-fach deutschlandweit über die TouristInformation verschickt. Ein Beweis dafür, dass sich international agierende Wirtschaftsunternehmen und Stadtmarketing gegenseitig gewinnbringend unterstützen können. Mit der Brauerei Landsberg GmbH wurde unter der Markensäule „Hanse“ 2011 das erste Hallesche Hansebier entwickelt. Nach einer öffentlichen Bierverkostung beim Maibausetzen 2011, bei dem ca. 500 Hallenser gratis drei Biersorten testen kosten, wurde das Pils mit der malzigen Stammwürze zum Halleschen Hansebier gekürt. Zum Internationalen Hansetag im litauischen Kaunas waren die ersten Fässer des Bieres mit dabei. Auch zum Hanse- und Salzfest in Halle fand das Hallesche Hansebier viele Fans und ist inzwischen bei den einheimischen Edeka-Märkten und den E-Centern in Halle gelistet. In 2012 wird das Hallesche Hansebier u. a. wieder beim Internationalen Hansetag vom 28. Juni bis 1. Juli in Lüneburg zum Einsatz kommen. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 365 von 528 Kulturnetzwerk: Sieben Kulturhäuptlinge für die Händelstadt Mit sieben farbigen Federn – symbolisch für die sieben kulturellen Leuchttürme der Händelstadt Halle – präsentieren sich die Kulturhäuptlinge seit 2009. Bereits seit 2008 stehen Halles führende Einrichtungen aus Kultur, Bildung und Wissenschaft – die Stiftung Händel-Haus, die Franckeschen Stiftungen, die Stiftung Moritzburg, das Landesmuseum für Vorgeschichte, die Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg, die Kunsthochschule Burg Giebichenstein sowie die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle gemeinsam für die Marke „nur bei uns.“. Die aktive Kooperation und gebündelte Budgets zur bundesweiten Vermarktung ermöglichen dem Kultur- und Wissensnetzwerk erst jenen Werbeauftritt und jene Aufmerksamkeit, den jede einzelne Einrichtung – von Ausnahmen abgesehen – für sich nie erreichen würde. „Leben am Fluss“ – Leben an der Saale Seit 2010 verfolgt die SMG das Ziel, unter dem Motto „Leben am Fluss“ auch das Potenzial der Saale als Freizeit- und Wohlfühldestination und als Namenszusatz unserer Stadt zu heben. Fernziel der SMG ist es, mit der Leipziger Wasserlandschaft ein attraktives „Blaues Band“ in Mitteldeutschland zu schaffen. So will die SMG Wasserwanderer über Saale und Mulde nach Halle locken und setzt sich für einen neuen Zeltplatz in City-Nähe, ggf. an der Saline ein, wo das Freibad bereits die Infrastruktur mit Sanitäranlagen bietet. Damit verstärkt auch Motorboote Halle bereisen können, sucht die SMG nach Kooperationspartnern für Liegeplätze, Versorgungseinrichtungen und Wassertankstellen. Die Schleusenzeiten müssen hierzu optimiert und Untiefen der Saale beseitigt werden. Wie in Leipzig müssen auch in Halle der Schiffsverleih, Wassertaxen und Wassergastronomie optimiert und ausgebaut werden. Und schließlich sollte eine neue Fuß- und Radwegbrücke die neue Wasser-Stadt mit der Altstadt verbinden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 366 von 528 Das erste Event 2011 zur „Stadt am Fluss“ war der Saisonstart auf und an der Saale. Dazu lud die SMG mit 30 beteiligten Wassersportpartnern am 21. Mai zu maritimen Aktionen. Von Boots- und Paddelfahrten bis zu Picknick, Strandbar und Grillverleih vom Stadthafen bis zum Riveufer konnten Hallenser ihren Fluss in vollen Zügen genießen. Das zweite Event war eine geführte Flottillenfahrt auf der Saale mit dem Ziel, das Laternenfest in Halle zu er- und beleben. 15 Boote und 30 Freizeitkapitäne folgten dieser Jungfernfahrt bis nach Halle, der weiteste Wassersportler reiste aus der Schweiz an. Interessierte Flusswanderer, Individualisten und Abenteurer konnten vom 26. bis 28. August das schönste Volksfest Mitteldeutschlands exklusiv von ihren Booten aus genießen, am nächtlichen Bootskorso teilnehmen und zum krönenden Abschluss das Höhenfeuerwerk bestaunen. Ein Landgang war ein Muss, um die vielen Höhepunkte des Festes auf der Peißnitz, der Ziegelwiese, auf dem Amselgrund und am Riveufer mitzuerleben. Ein Skipperball lud die Flottillengäste zum Tanz und Schwoof. SMG und Alleinstellung von Events: Hallescher Weihnachtsmarkt Sie sind seit 2008 die Sympathieträger des Halleschen Weihnachtsmarktes: Finni und Rudolf, die beiden Rentiere, die nicht nur real, sondern auch als Comics die Vorweihnachtszeit in Halle einläuten. Die SMG hat die heute fünf Rentiere aus Halles Partnerstadt Oulu nicht nur nach Halle überführt und als „Zugpferde“ in den Weihnachtsmarkt eingeführt, sondern unterstützt die Stadt Halle als Veranstalterin seither auch mit einer umfassenden Marketingkampagne und breitem Merchandising-Sortiment (Rentier-Adventskalender, -Anhänger, -Malbücher und handgefertigte Rentier-Lebkuchen in Schäfers-Bäckereien, Weihnachtsmarktbroschüren und Weihnachtstassen). Das Interesse der SMG lag in 2011 auf der Einbindung der kirchlichen und freikirchlichen Gemeinden, um die Besinnlichkeit in der Vorweihnachtszeit zum Motto des Halleschen Weihnachtsmarktes zu machen: mit Adventsgeschichten und Märchen, Gesang und Musik in der dafür eigens von der SMG gefertigten begehbaren Weihnachtskrippe vor der Marktkirche. SMG und hallesche Kirchen planten gemeinsam das adventliche Programm, um im vorweihnachtlichen Trubel einen Kontrapunkt der Besinnlichkeit und Entschleunigung zu setzen. „Bring eins, nimm eins!“ war das Motto der Bücher-Box auf der Ostseite des Marktplatzes. In Kooperation mit der Leipziger Buchmesse und 20 mitteldeutschen Verlagen konnten Leseratten ausgelesene Schmöker gegen ein neues Buch eintauschen. Die Bücher-Tauschbörse fand großen Zuspruch und viele Liebhaber. Nachdem die Bücher-Box mit nur 400 Büchern gestartet war, füllten mehr als 9.000 Box-Besucher (etwa 300 Leseratten pro Tag) die inzwischen zum Bücherarchiv ausgewachsene Box mit 52 Metern gefüllten Regalen. Laternenfest und MDR-City Vom 26. bis 28. August 2011 ließen wieder tausende Lampions, Taschenlampen, Knicklichter, schwimmende Glühwürmchen und das stimmungsvolle Höhenfeuerwerk die Ufer der Saale erstrahlen. Einen leuchtenden Gruß zum Laternenfest konnten Besucher in diesem Jahr beim Lightwriting der SMG in den Nachthimmel schreiben. Das 'Schreiben mit Licht' war auch das Motiv der Werbekampagne von 2011. Das schönste Volksfest Mitteldeutschlands vermarktet die SMG seit 2009. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 367 von 528 110-jähriges Bestehen: Der Hallesche Bergzoo lädt zur Geburtstagsparty Die SMG übernahm das Marketing zum Jubiläum des Halleschen Bergzoos. Am 28. und 29. Mai 2011 feierten Mensch und Tier auf dem Reilsberg den 110. Geburtstag des Zoos. Die Geburtstagsgäste erwartete jede Menge Live- und DJMusik auf der Bühne von Radio Brocken, Toben im Stroh, ein WeitspuckWettbewerb bei den Lamas, Streicheleinheiten mit Tieren, Clownerie, Artistik, tierische Spielshows, Kinderzirkus und -theater, Trommel-Performance im Gehege, Tierfütterungen und ein illuminierter Zoo um Mitternacht. Zielsetzung von Stadt Halle (Saale) und SMG war es, das Zoofest als Marketing vor allem für den Absatz von Familienkarten und Zoopatenschaften zu nutzen. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für das Berichtsjahr 2011 Der aus dem Jahresabschluss 2010 resultierende Gewinnvortrag von 82.382,33 € wurde 2011 auf neue Rechnung vorgetragen. Die Höhe des institutionellen Zuschusses der Stadt Halle betrug 2011 wie in den Vorjahren 1.111.300,00 € und der des Gesellschafters „Förderverein Pro Halle e.V.“ 65.000,00 €. Die Eigenerlöse gingen gegenüber dem Vorjahr leicht zurück auf 93,24 Prozent (594.440,84 in 2010 gegenüber 554.271,25 in 2011). Großen Anteil an den Eigenerlösen hatten die Einnahmen aus projektbezogenen Maßnahmen, die um zwölf Prozent über der geplanten Größe lagen (Plan: 102.000,00€; Ist: 114.241,76€). Grundlage dafür waren vor allem Werbevereinbarungen mit Partnern der Wirtschaft. Die Höhe der so akquirierten Mittel schwankt von Jahr zu Jahr beträchtlich und hängt wesentlich von der Art der Projekte ab (s. „Public Viewing“ 2010: 142.350,88 €). 2011 gab es kein vergleichsweise ausstrahlendes Event oder Stadtjubiläum, so dass der Umfang der hierfür erzielten Einnahmen aus Werbevereinbarungen 2011 gegenüber dem Vorjahr auf 43,6 Prozent sank. Demgegenüber konnte die SMG vermehrt Mittel für eigene Druckerzeugnisse einwerben (Position „sonst. Werbung“), wodurch statt der geplanten 24.000,00 € tatsächlich 47.265,06 € an Einnahmen zu verzeichnen waren. Das Hauptgeschäft der SMG, der Verkauf von Waren in der Tourist-Information sowie von Stadtführungen und gruppentouristischen Angeboten, hat sich im Geschäftsjahr 2011 sehr positiv entwickelt. So konnte die Tourist-Information ihre Verkaufserlöse gegenüber dem Vorjahr um 46,76 Prozent sowie die Gruppentouristik gegenüber dem Vorjahr um 42,81 Prozent steigern. Dies war möglich, da die Tourist-Information alle Sortimente auf deren Umschlagsgeschwindigkeit analysiert und solche mit geringer Umschlagszahl aus dem Angebot entfernt hat. Stattdessen wurden neue Artikel wie Finni-Schlüsselanhänger, Hallesches Hansebier und andere Merchandising-Produkte ins Angebotsportfolio aufgenommen. Die Einführung des Warenwirtschaftssystems 2011 macht diesen Prozess kontrollierbar und steuerbar. Im Gruppentourismus erlangte die SMG 2011 den Status eines Reiseveranstalters, so dass seitdem Pauschalangebote mit mehr als zwei Leistungsbausteinen angeboten werden. Diese Erweiterung des Leistungsspektrums sowie die Entwicklung interessanter Pauschalen für Reiseveranstalter taten ihr Übriges zur Steigerung der Erlöse. Die Provisionserlöse aus Zimmervermittlung über das Buchungssystem „Tiscover“ und aus der Tagungsbetreuung stiegen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Doppelte. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 368 von 528 Kostenseitig hat die SMG die geplanten Personalkosten 2011 mit rund 57.000 € überschritten. Im Planansatz war die SMG davon ausgegangen, durch die Zusammenlegung von Tourismus und Tagungen/Kongressen eine Abteilungsleiterstelle einzusparen. Dies ist auch erfolgt, jedoch war dafür eine Lohnnachzahlung und Abfindung nötig. Außerdem hat die Geschäftsführung die Ressorts Marketing und Presse aufgrund beträchtlich gestiegener Anforderungen um eine Stelle bzw. die Pressestelle um ein Volontärstelle verstärkt. Dagegen hat die SMG die Kosten für Aushilfen und Pauschalkräfte mit ca. 2.200 € nicht ausgelastet. Die Überschreitung der projektbezogenen Personalkosten resultiert aus dem Einsatz von Promotern bei außerplanmäßigen Events wie z. B. der Eröffnung der Erdgas-Arena oder der Robert-Koch-Schwimmhalle, dem Hot Spot auf Halles Marktplatz für den mobilen Internetzugang oder dem Geburtstag des Bergzoos, bei denen die SMG unterstützend mitwirkte. Aufgrund der gestiegenen Erlöse in den Bereichen Tourist-Information und Gruppentouristik sind auch die Kosten für Wareneinkauf und Stadtführungen/Gruppentourismus anteilig gestiegen. Die Position „Geschäfts- und Betriebsausstattung“ beinhaltet neben der Ersatzbeschaffung geringfügiger Wirtschaftsgüter (unter netto 410,00 €) wie Bürostuhl, Hubwagen oder Kamera auch die Kosten für Reparatur und Instandhaltung. Die Beiträge und Abgaben beinhalten insbesondere Mitgliedsbeiträge z. B. für IHK, Industrie- und Marketingclub, Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, Förderverein Region Halle (Saale) e.V. oder Bundesverband für mittelständische Wirtschaft. Aus Letzterem wird die SMG per 31.03.2012 austreten. Die größte getätigte Investition in 2011 war die von der Zimmerei Göbel hergestellte Weihnachtsmarkthütte. Obwohl eindeutig den Projektkosten „Weihnachtsmarkt“ zuzuordnen, bedingen die hohen Anschaffungskosten eine Abschreibung, so dass die Weihnachtsmarkthütte wenigstens hälftig in den Investitionen berücksichtigt wurde – mit einem Abschreibungszeitraum von fünf Jahren. Durch die erwähnten wesentlich höheren Einnahmen in den Positionen „Projektbezogene Maßnahmen“ und „Sonstige Werbung“ konnten hier auch weit über den Wirtschaftsplan hinausgehende Ausgaben getätigt werden, ohne dass sich diese negativ auf das Gesamtbetriebsergebnis ausgewirkt hätten. Rechts- und Beratungskosten entstanden im Wirtschaftsjahr 2011 durch die inzwischen beendeten Verfahren mit der Deutschen Rentenversicherung Bund wegen vermeintlicher Scheinselbständigkeit von Gästeführern. Die SMG konnte die Selbstständigkeit der betroffenen Gästeführer glaubhaft nachweisen, so dass keine Nachzahlungen an die Rentenversicherung erfolgen müssen. Weiterhin benötigte die SMG Rechtsbeistand in einer Personalangelegenheit und bei der Vertragsumsetzung eines Elektromobils. Der Erfüllungsstand der Positionen des Wirtschaftsplanes wird monatlich durch die Geschäftsleitung überwacht und in den Gesellschafterversammlungen erläutert. Einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der SMG gibt folgende Übersicht mit Kennziffern aus den Jahren 2008 bis 2011: Kennziffer Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonst. betriebliche Aufwendungen sonst. Zinsen u. ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnl. Geschäftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuss/-Fehlbetrag 2011 T€ 486 1.208 142 722 14 812 1 5 1 4 2010 T€ 581 1.194 108 724 11 932 0 1 0 1 2009 T€ 420 1.215 120 694 12 846 2 -35 0 -35 2008 T€ 380 1.236 119 608 15 874 7 6 0 6 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 369 von 528 Da die SMG ein positives Jahresergebnis erzielt hat, hat sich auch die Ertragslage gegenüber 2010 verbessert: Kennzahlen der Ertragslage: Kennziffer Umsatzrentabilität Eigenkapitalrentabilität Cash-Flow war. Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur: Mit der steigenden Sachanlagenintensität 2011 erhöht sich die zeitliche Sachanlagenintensität 11,83 8,28 9,55 9,23 Bindung finanzieller Mittel. In der Regel steigen damit auch die Fixkosten. Die Eigenkapitalquote 32,94 44,40 38,86 41,24 Verringerung der Eigenkapitalquote 2011 sagt Fremdkapitalquote 67,07 55,60 61,14 58,76 aus, dass der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital gesunken ist. Damit ist der Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital gestiegen. Im Jahresabschluss wurden alle dem Unternehmen bekannten Vorgänge erfasst, die das Jahr 2011 betreffen. Kennziffer 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2008 2011 0,84 3,82 18 2010 0,14 0,77 12 2009 -8,29 -24,62 -23 2008 1,46 4,07 20 Angaben in % % T€ Aus der Kennziffer „CashFlow“ ist ersichtlich, dass die Selbstfinanzierungskraft der SMG nach dem Jahr mit dem negativen Betriebsergebnis (2009) wieder stetig angestiegen ist, aber den Stand von 2008 noch nicht erreicht hat, da der Jahresüberschuss 2008 höher Ausblick auf das Jahr 2012 Wenn 2011 die touristische Weichenstellung zum Reiseveranstalterstatus und damit zu eigenen Arrangements mit mehreren Angebotsbausteinen erfolgte, dann sind 2012 die nächsten beiden touristischen Weichenstellungen fällig: 1. Die SMG braucht – wie bei der Einbringung des SMG-Wirtschaftsplans 2011 gefordert – einen Tourismusprofi für Produktentwicklung und -vertrieb auch und gerade für den Auslandsmarkt USA. Dieser sollte idealerweise profunde Erfahrungen und Erfolge in der touristischen Produktgestaltung für Auslandsmärkte haben und selber – so wie Halles Partnerstadt Savannah mit einer Auslandsrepräsentanz in Bielefeld – noch über ein Büro in den USA verfügen. 2. Die SMG wird in 2012 das von der Stadt Halle (Saale) mit einem Investitionskostenzuschuss geförderte touristische OnlineInformationssystem installieren, über das auch touristische Pakete für Auslandsmärkte vertrieben werden. Zielsetzung der SMG, aber auch der Stadt Halle (Saale) ist es, sich nicht mit ca. 6,5 Prozent Zuwächsen bei BesucherAnkünften und Übernachtungen zu bescheiden, die uns das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt attestiert. Solange wir hier von ca. 171.500 Gästeankünften, davon ca. 80 Prozent Geschäftsreisenden, und ca. 320.000 Übernachtungen sprechen, darbt die Händelstadt mit so vielen kulturellen und wissenschaftlichen Leuchttürmen. Denn reine Kulturtouristen machen jährlich nur ca. 35.000 Übernachtungsgäste aus. Der positive Trend bei den Auslandstouristen (7,2 Prozent Zuwachs, 37 Prozent mehr US-Gäste) beweist: Es gibt einen weithin unbeackerten Auslandsmarkt, und die meisten internationalen Besucher kommen aus Amerika, Österreich und den Niederlanden. Bei den Tagesgästen aus den USA hat sich die Zahl – bedingt vor allem durch das Engagement der Franckeschen Stiftungen zu Heinrich Melchior Mühlenberg sowie des Landes Sachsen-Anhalt zu Martin Luther – zwar um fast 50 Prozent erhöht. Aber auch hier gilt: Im Lichte der bescheidenen Gesamtmenge sind solche Zuwächse in summa immer noch marginal. Bei der Gestaltung attraktiver Pauschalen für Reiseveranstalter sollten deshalb auch nicht einzig Halles Allein- und Sonderstellungsmerkmale die Richtschnur sein, sondern vor allem das Gespür für Erwartungen und Lebensgefühl der potenziellen Besucher aus anderen Regionen und Ländern. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 370 von 528 Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Halle (Saale) 2011 beweist, wie wichtig die strategische Weiter- und Neuentwicklung des Einzelhandels in Halle (Saale), eine koordinierte Parkraumbewirtschaftung sowie die verbesserte Ausschilderung der Parkhäuser sind, um dem Abfluss der Kaufkraft zu den Shopping-Malls auf der grünen Wiese entgegen zu wirken und als Stadt wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Stadtmarketing wird Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und Citygemeinschaft deshalb 2012 verstärkt dabei unterstützen, die Services für den innerstädtischen Einzelhandel zu verbessern. So lange die Erreichbarkeit der Innenstadt städtebaulich und verkehrsführungsbedingt stark eingeschränkt sind, müssen wir zu strategischen Kooperationen, aber kurzfristig auch zu unkonventionellen Aktionen zur Belebung der Innenstadt kommen. Chancen und Risiken 2012 Die SMG hat bei der Einbringung ihres Wirtschaftsplans für das Jahr 2012 – trotz schwierigster finanzieller Rahmenbedingungen für die Stadt Halle – eine auf das Jahr 2012 bezogene Zuschusserhöhung von 200.000 Euro gefordert, um die mit dem Jahresthema „Jahr der Wissenschaft“ und dem internationalen Tourismus-Marketing verbundenen finanziellen Anforderungen bewältigen zu können. Der Stadtrat bestätigte am 23. November 2011 den Wirtschaftsplan der SMG, sperrte jedoch die geforderte Zuschusserhöhung von 200.000 Euro, an die wiederum beträchtliche Drittmittel vor allem aus der Wissenschaft gebunden sind. Am 18. Dezember 2011 schlug die Stadtverwaltung darüber hinaus vor, dass die SMG zur Konsolidierung des städtischen Haushalts eine Zuschusskürzung um weitere 100.000 Euro hinnehmen solle. Dieser Spagat zwischen gravierenden, substanziellen Mittelkürzungen auf der einen sowie stetig wachsenden Aufgaben und Geschäftsfeldern auf der anderen Seite ist selbst bei strategischer und wirtschaftlichster Planung kaum noch zu leisten. Wie bereits 2011 steht auch 2012 zu befürchten, dass Großprojekte wie das „Jahr der Wissenschaft“ mit außerordentlich hohem Finanzmittelbedarf gefährdet sind, weil gerade in deren Anschubphase (Februar/ März) keine liquiden Rücklagen mehr zur Verfügung stehen und Projektmittel von Dritten angesichts fehlender Planungssicherheit beim SMG-Zuschuss zurückgezogen werden. Während die Kernaufgabe vieler Stadtmarketing-Gesellschaften vor allem im – meist kostspieligen – Image-Aufbau ihrer Städte durch werbliche Vermarktung besteht, muss die SMG im Verbund mit halleschen Wirtschaftsunternehmen immer mehr Marken wie Halle-Sondereditionen mit der Halloren Schokoladenfabrik AG oder Hallesches Hansebier mit der Brauerei Landsberg GmbH entwickeln, um verstärkt auch Provisionen zur Refinanzierung zu generieren. Auch mit der Wissenschaft, den Gaststätten und den Hotels müssen immer neue Vermarktungsplattformen, aber auch verlässliche Provisionsregelungen gefunden werden, die die Arbeitsfähigkeit der SMG sichern. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH Seite 371 von 528 TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH* a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Sitz der Geschäftsführung: Anschrift: Heinrich-Damerow-Straße 3 06120 Halle (Saale) Postanschrift: Weinbergweg 23 06120 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 26 T€ Stadt Halle (Saale) Saalesparkasse envia Mitteldeutsche Energie AG Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 16 5 4 1 % 60,00 20,00 15,00 5,00 Gegenstand des Unternehmens: (1) Gegenstand des Unternehmens der Gesellschaft ist es, in der Region Halle Hilfestellung im Umgang mit neuen Technologien anzubieten, um die Leistungsfähigkeit, insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen und deren Gründung, zu fördern und den Arbeitsmarkt nachhaltig zu sichern. (2) Kleinen und mittleren Unternehmen vermittelt die Gesellschaft zur Stärkung der Leistungsfähigkeit sowie zur Sicherung und zum Ausbau von Arbeitsplätzen Beratungsdienste in den Bereichen Technologietransfer und Innovation, der Qualifizierung auf dem Gebiet neuer Technologien sowie Personal- und Informationstransfer. (3) In Ergänzung ihrer Dienstleistungen und zur Ausnutzung der vorhandenen Kenntnisse führt die Gesellschaft Projekte, z.B. aus den Bereichen Technologietransfer, Informationsvermittlung durch. (4) Die Gesellschaft kann Beratungsfelder Dritten übertragen. Die Übertragung bedarf einer vertraglichen Vereinbarung. (5) Die Beratung und Förderung führt die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Fachhochschulen sowie ihren Technologieberatungsstellen, mit den Kammern, Gewerkschaften und Verbänden durch. Ferner arbeitet die Gesellschaft mit Unternehmen und Gesellschaften, welche sich die Bereitstellung von Beteiligungskapital zur nachhaltigen Förderung von Innovation zum Ziel gesetzt haben, zusammen. (6) Nach Bedarf und sofern es die Belange des TGZ Halle rechtfertigen, kann sich die Gesellschaft auch an Unternehmen und Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Region Halle beteiligen. Öffentlicher Zweck: Ausgehend vom Gegenstand des Unternehmens ist der öffentliche Zweck in der Wirtschaftsförderung, Arbeitsplatz- und Standortsicherung zu sehen. * Bis zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichtes ist keine Feststellung des Jahresabschlusses 2011 erfolgt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 372 von 528 b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Noll, Sabine Prof. Dr. Lukas, Wolfgang Aufsichtsrat: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Engelmann, Dieter Dr. Andrick, Jürgen Dr. Bergner, Annegret Dr. Eismann, Wolfgang Dr. Sitte, Petra Felke, Thomas Schröder, Barbara (bis 31.12.2011) 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 2 31.12.2009 T€ 3 Aufsichtsrat 7 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 92 8 0 2009 % 91 9 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 34.394 3.051 24 T€ 36.682 3.827 24 T€ 38.479 5.774 215 % 87 13 0 T€ -2.288 -776 0 % -6 -20 0 Bilanzsumme 37.469 100 40.533 100 44.468 100 -3.064 -8 Passiva Eigenkapital Sonderposten für Investitionszulagen Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 14.156 22.577 410 325 1 % 38 60 1 1 0 T€ 14.124 24.805 575 1.004 25 % 35 61 1 3 0 T€ 13.915 27.379 596 2.495 83 % 31 62 1 6 0 T€ 32 -2.228 -165 -679 -24 % 0 -9 -29 -68 -96 Bilanzsumme 37.469 100 40.533 100 44.468 100 -3.064 -8 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 373 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 6 1 37 37 0 3.695 138 186 519 624 2.870 38 0 44 2010 T€ 3.456 241 316 500 631 2.698 31 2 213 45 45 50 0 208 208 0 2009 T€ 3.456 218 187 490 737 2.480 117 16 255 96 1 158 158 0 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,00 0,26 662 670 12,91 2010 6,03 1,48 840 669 12,45 2009 4,58 1,14 895 483 12,68 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 91,79 37,78 62,22 31.12.2010 88,03 34,84 65,16 31.12.2009 83,83 31,29 68,71 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Auslastung vermietbare Fläche 31.12.2010 100,00 15.000,00 31.12.2009 99,15 13.531,00 Angaben in % m ² 99,68 15.000,00 % m² Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 374 von 528 e) Lagebericht A. B. C. D. E. F. G. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Ertragslage Finanzlage Vermögenslage Nachtragsbericht Risikobericht Prognosebericht A. A.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Gegenstand des Unternehmens Der Gegenstand des Unternehmens ist es, in der Region Halle Hilfestellung im Umgang mit neuen Technologien anzubieten, um die Leistungsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen und deren Gründung zu fördern und den Arbeitsmarkt nachhaltig zu sichern. In diesem Rahmen werden z.B. in die TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH (im Folgenden TGZ Halle bezeichnet) aufgenommen, gefördert und beraten: technologisch hochqualifizierte Fachkräfte, die sich in der Wirtschaftsregion Halle selbstständig machen oder an der Gründung neuer Unternehmen beteiligen wollen, Absolventen der in der Region Halle ansässigen Hochschulen, die sich selbstständig machen oder an Unternehmensgründungen beteiligen wollen (besonders spin-off-Betriebe), Die Gesellschaft wird jungen Unternehmen: Räume und Gemeinschaftseinrichtungen im TGZ Halle zur Verfügung stellen, Möglichkeiten einer intensiven fachlichen Zusammenarbeit mit ansässigen Hochschuleinrichtungen bieten und universitäre Leistungen vermitteln, öffentliche und private Beratungsmöglichkeiten anbieten und bei der Deckung des Finanzbedarfs Hilfen aus öffentlichen und privaten Quellen vermitteln. Kleinen und mittleren Unternehmen vermittelt die Gesellschaft zur Stärkung der Leistungsfähigkeit sowie zur Sicherung und zum Ausbau von Arbeitsplätzen Beratungsdienste in den Bereichen Technologietransfer und Innovation, der Qualifizierung auf dem Gebiet neuer Technologien sowie Personal- und Informationstransfer. In Ergänzung ihrer Dienstleistungen und zur Ausnutzung der vorhandenen Kenntnisse führt die Gesellschaft Projekte, z. B. aus den Bereichen Technologietransfer, Informationsvermittlung durch. Die Gesellschaft kann Beratungsfelder Dritten übertragen. Die Übertragung bedarf einer vertraglichen Vereinbarung. Nach Bedarf und sofern es die Belange des TGZ Halle rechtfertigen, kann sich die Gesellschaft auch an Unternehmen und Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Region Halle beteiligen. Die Gesellschaft verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Der Gewinn der Gesellschaft darf nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Gesellschafter dürfen keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln der Gesellschaft erhalten. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 375 von 528 A.2 Vermietung von Forschungsverfügungsgebäuden 1) Im Technologiepark „weinberg campus“ in Halle, in unmittelbarer Nähe zu Instituten der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg, zum Max-Planck-Institut und zur Fraunhofer-Gesellschaft, erwarb die TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH schrittweise 35.750 m² Bauland. Auf diesem entstanden bisher fünf Neubauten, wobei das sechste Gebäude mit einer Hauptnutzfläche von ca. 1.900 m² im Sommer 2011 seiner Bestimmung übergeben wurde und zu diesem Termin bereits mit ca. 85% ausgelastet war. Zudem wurde 1 Altbau saniert. Mit einem realisierten Investitionsvolumen von ca. 62,6 Mio. € wurden 16.900 m² Hauptnutzfläche geschaffen, die unterschiedlich genutzt werden können. Es werden Büroräume, Technikumsräume, S1- und S2-Labore, Räume für die Tierhaltung und Reinräume für material- wissenschaftliche Untersuchungen und GMP angeboten. Der anfängliche Branchenmix der Nutzer war breit gestreut, von der Soft- und Hardwareentwicklung, Automatisierungstechnik, innovativen Ingenieurbüros für Technologieentwicklung, Ingenieurbüros für Bauwesen, Umwelttechnik, Messgeräteentwicklung, Medizintechnik bis hin zur Biotechnologie. Beginnend im Jahr 2000 und mit der Realisierung des BIO-NANO-Zentrums und dessen Eröffnung im Dezember 2006 erfolgte eine spezialisierte Ausrichtung auf die BIO- und NANO-Technologie, wobei sonstige Firmengründungen nicht vernachlässigt wurden. Ingesamt zeichnet sich aber auf dem „weinberg campus“ in Halle eine biotechnologische/ biomedizinische und nanotechnologische Ausrichtung ab, die wesentlich getragen wird durch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die außeruniversitären Einrichtungen wie z.B. das Max-PlanckInstitut und die Fraunhofer-Gesellschaft. Ein neues Gebäude wurde Ende 2007 durch das Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik eröffnet. Wesentliche Impulse kommen auch durch das geplante neue Gebäude der Fraunhofer Gesellschaft, welches speziell für die angewandte Forschung auf den Gebieten der Photovoltaik, Nano- und Solartechnologien ausgerichtet sein wird. Dieser Gebäudekomplex soll Ende 2012 / Anfang 2013 fertiggestellt werden. Dadurch sind entgegen der momentanen konjunkturellen Situation in Deutschland wenigstens einige Anfragen zu Gründungen / Ansiedlungen für den Standort zu verzeichnen. Insgesamt ist das TGZ im Berichtsjahr im Durchschnitt mit ca. 98,2 % ausgelastet gewesen, wobei die Leerstandszeiten zur Generalinstandsetzung der Räumlichkeiten genutzt wurden. Zum Bilanzstichtag ist eine Auslastung von 99,68 % zu verzeichnen, wobei zu vermerken ist, dass außer einem alle bisherigen Seminarräume als Büroräume umgenutzt wurden und gegenwärtig dauervermietet sind. Insgesamt erfolgten im Geschäftsjahr 5 Existenzgründungen, davon alle aus dem akademischen Bereich und 1 Ansiedlung (Dienstleister). Bis zum heutigen Zeitpunkt sind weitere 2 Gründungen in Vorbereitung. Für das Berichtsjahr ergibt sich weiterhin für die TGZ Halle GmbH der Sachstand, dass durch das Protokoll des „Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie“ vom 9. Juli 2010, Punkt 2.5 die Verweildauer von Firmen in TGZ´s neu geregelt wurde. Zusammengefasst wurde festgelegt, dass kleinen und mittleren Unternehmen die Räumlichkeiten in Technologiezentren über die vorgesehenen acht Jahre hinaus bereitgestellt werden können, wenn sichergestellt ist, (1) dass die Bereitstellung nach Ablauf der acht Jahre zu Marktpreisen erfolgt, (2) und dass andere kleine und mittlere Unternehmen keinen Bedarf an der Bereitstellung vergünstigter Räumlichkeiten haben. Außerdem wurde durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt bestätigt, dass ein Herauswachsen aus dem KMU-Status für den Verbleib in einem TGZ nicht förderschädlich ist. Für die Verweildauer der Scil Proteins Production GmbH wurde davon ausgehend am 04.10.2010 ein entsprechender Antrag zum Verbleib bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt gestellt, der mit Schreiben der Investitionsbank SachsenAnhalt vom 11.01.2011 positiv entschieden aber mit 2 Auflagen untersetzt wurde. _________________________________________ 1) EU-Definition für Technologiepark (technology park): Ein Technologiepark ist eine Entwicklungsmaßnahme zur Ansiedlung von Unternehmen, die sich mit der kommerziellen Anwendung von Hochtechnologie beschäftigen und deren Tätigkeit FuE, Produktion, Vertrieb und Kundendienst umfasst. In der Betonung der Produktion liegt der Unterschied zu einem Wissenschaftspark bzw. Forschungspark. Die Einbeziehung von Hochschuleinrichtungen ist kein wesentliches Merkmal. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 376 von 528 Wie in der Aufsichtsratssitzung am 04./05.11.2011 berichtet, sind die Mietvertragsverhandlungen mit der Scil Proteins Production GmbH bezüglich eines unbefristeten Mietvertrages schwierig und zeitraubend. Der Hinweis des Aufsichtsrates, dass die Scil-Gruppe ein Standortfaktor ist, wurde diesbezüglich umgesetzt, dass die mit Schreiben der Investitionsbank Sachsen-Anhalt vom 11.01.2011 erteilten weiteren Auflagen Bau des Mehrzweckgebäudes Blücherstraße 24 Marktüblicher Mietzins mit Schreiben vom 09.12.2011 an die Investitionsbank Sachsen-Anhalt aus Sicht des TGZ´s erfüllt sind. Eine Bestätigung des unbefristeten Mietvertrages durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt erfolgte mit Schreiben vom 09.01.2012. Im Ergebnis des unbefristeten Mietvertrages wird die TGZ Halle GmbH ab Februar 2012 für Büros und Labore den marktüblichen Mietzins erhalten. Weiterhin wurde der Scil-Gruppe die Unterstützung bei der Sanierung einer Altbauimmobilie gemeinsam mit einem Bauträger (evtl. GWG GmbH) und bei der Errichtung eines Speziallagers (evtl. TGZ-Finanzierung und anschließende Vermietung) zugesagt. Die Mieterstruktur im TGZ und Bio-Zentrum Halle setzt sich wie folgt zusammen: 35 % 15 % 10 % 7% 16 % 6% 6% 2% 3% A.3 Biotechnologie Biomedizin Verfahrenstechnik Technologieentwicklung Nanotechnologie Softwareentwicklung Umwelttechnik Bioinformatik Querschnitts- und Servicebereiche Projekte, Dienstleistungen, Vermarktung und Kooperation Im TGZ Halle fanden im Geschäftsjahr 2011 wiederum zahlreiche Veranstaltungen zu Themen des Technologietransfers, der Biotechnologie, zu Datenbankenrecherchen und zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für industrielle und wissenschaftliche Kooperationen auf europäischer Ebene statt. Dies erfolgte im Wesentlichen durch PR-Aktivitäten auf nationalen und internationalen Messen wie z. B. der BIO 2011 in Washington, der Biotech Adelaide und der Biotechnika Hannover. Sowohl in Washington war das TGZ / BIO-Zentrum mit ca. 20 m², als auch in Hannover mit ca. 90 m² Standfläche vertreten, die von den beteiligten klein- und mittelständischen Unternehmen des Technologiepark weinberg campus zur Kooperationsanbahnung und Kontaktpflege genutzt wurden. Durch die Teilnahme an internationalen Kongressmessen und Foren leiten sich für die mittelständischen Unternehmen auf dem weinberg campus vielfältige Projekt- und Lieferbeziehungen ab. Die positive Entwicklung der gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angebahnten Kontakte in den arabischen Raum u. a. nach Dubai und Syrien die durch die Wirtschaftskrise stagnierten und 2010 wieder intensiviert wurden sind durch die politischen Konflikte im arabischen - und nordafrikanischen Raum wieder weniger geworden. Das Konzept „weinberg campus“ und die damit verbundene gesamte Marketingstrategie wurden zielgerichtet auf das Netzwerk ausgedehnt und erfolgreich national und international publiziert. Der „weinberg campus e. V.“ hat inzwischen 100 Mitglieder, von Start-up-Unternehmen bis zu namhaften Einrichtungen, Umlandgemeinden und Einzelpersönlichkeiten. Das gemeinsame Marketing soll weiterhin als Hauptzielrichtung bestehen bleiben und wird durch Förderer und Sponsoren unterstützt. Weiterhin wird aber gleichzeitig versucht, Einfluss auf die Entwicklung der städtischen Infrastruktur am Standort zu nehmen. Der Name „weinberg campus“ hat sich im regionalen, nationalen und internationalen Sprachgebrauch als Marke durchgesetzt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 377 von 528 Die TGZ Halle GmbH ist selbst verantwortlich für die Projekte:      Akquisition und Finanzierung von Firmen in den eigenen Gebäuden sowie für die Gebäude der Bio-Zentrum Halle GmbH und deren Verwaltung, Unterstützung des technologieorientierten Gründungsgeschehens, insbesondere auf den Gebieten der BIO-NANOTechnologien und angrenzender Gebiete, Koordinierung der Verbundprojekte „Balsampappel“ und „CellTech BioReaktor“ und erfolgreicher Abschluss des Projektes sowie dessen Weiterführung in Einzelprojekten, Bearbeitung der Projekte "Existenzgründerqualifizierung" und "Ego-Pilot", wobei das Projekt "Existenzgründerqualifizierung" ab 01.01.2012 durch das Dienstleistungszentrum der Stadt Halle bearbeitet wird, Weiterhin hat die TGZ Halle GmbH sich intensiv mit eingebracht in übergreifende Infrastruktur- und Marketingprojekte, wie z.B.: - Sanierung von Altbauten zur Nutzung als Boardinghaus, - Vermarktung von sanierungsfähigen Altbauten, - "Techniklinie 5", - Konzept zur Nutzung der "Campus-Kirche", - Bewerbung "Stadt der Wissenschaft 2012", - Vorbereitung Jahr der Wissenschaft 2012, - Bewerbung Exist-Wettbewerb Gründerhochschule. Die Projekte beziehen sich ausschließlich auf eingeworbene Projektmittel von den Projektträgern Verein Deutscher Ingenieure, Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsgemeinschaften, Investitionsbank Sachsen-Anhalt u. ä., die in der Regel nur wissenschaftlich-technisch Projekte begleiten. Dabei ist in den letzten Jahren ein stetiges Absinken der Projektmittel zu verzeichnen. Jedoch ist gegenwärtig bedingt sowohl durch die Förderrichtlinien als auch durch die parallel laufenden Projekte Univations und Scidea nicht mit erhöhten Einnahmen zu rechnen – eher mit einem weiteren Absinken. Außerdem wird mittelfristig (2012/2013) auch damit zu rechnen sein, dass Projektmittel vorrangig an Einrichtungen vergeben werden, die die Kriterien von klein- und mittelständischen Unternehmen erfüllen. Dies trifft für die TGZ Halle GmbH nicht zu, wodurch nur noch nicht geförderte Wirtschaftsverträge abgeschlossen werden können, was im klein- und mittelständischen Bereich schwierig ist. Aus diesem Grunde wurde durch die Geschäftsleitung eine Kooperationsvereinbarung mit der Univations GmbH vorbereitet und unterzeichnet, die durch ein gemeinsames agieren rückläufige Projektumsätze verhindert und die notwendige Personalvorhaltung in diesem Geschäftszweig in Grenzen hält. Damit wird Projektarbeit wenigstens in den innovativen Projekten wieder kostendeckend. A.4 Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr Nach der Finanzkrise hat sich die gesamtwirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik Deutschland für mittelständische Unternehmen weiter verbessert, wobei speziell in der BIO-NANO-Branche und angrenzender Gebiete die Finanzierung von Unternehmen sowohl bei Gründungen als auch in der Bestandspflege mit einem höheren Risiko behaftet und damit schwieriger ist. Das Land Sachsen-Anhalt hat wiederholt die Förderung für die Biotechnologie in Frage gestellt, so dass es auch künftig schwierig sein wird, sich gegen die Konkurrenz in den anderen Bundesländern wie z. B. Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Baden-Württemberg und Bayern beim Standortranking zu behaupten. Spezielle Kaltmietförderungen oder Betriebskostenzuschüsse in diesen Ländern durch die Landesregierungen oder die Träger der Einrichtungen führen zu einer extremen Wettbewerbsverzerrung. In diesem Unternehmensumfeld hatte für die TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH die Sicherung des Mieterbestandes und deren Betreuung hinsichtlich betriebs- und finanzwirtschaftlicher Problemstellungen erste Priorität bzw. bestand die Notwendigkeit, für die frei gewordenen bzw. neu geschaffenen Flächen Start-ups bzw. neue Mieter zu akquirieren. Dies gestaltet sich dadurch immer schwieriger, da es ein gravierendes Überangebot an Gewerbeflächen gibt und die Mieter immer mehr mit Lockangeboten umworben werden. Der Mieter gibt den Ton an! Der derzeitige Mietzins konnte im Jahr 2011 beibehalten werden, wobei höhere zusätzliche nicht vergütete Aufwendungen sowohl im Dienstleistungssektor als auch durch die Übernahme von nicht vorgesehenen Instandsetzungen und Schönheitsreparaturen entstanden. Beim Auszug einer Firma aus dem TGZ I (ca 500 m² Fläche) waren im Berichtsjahr erhebliche zusätzliche Instandhaltungskosten notwendig, um diese Flächen erfolgreich vermarkten zu können. Zum Bilanzstichtag waren im TGZ I durch diese Maßnahme aber wieder 99,42% der Hauptnutzfläche vermietet. Ähnliches wird sich im zweiten Halbjahr 2012 wiederholen. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Firma in eine eigene Immobilie ziehen und es müssen ca. 430 m² instandgesetzt und vermarktet werden. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 378 von 528 Weiterhin nahmen die Akquisition und speziell die nutzerspezifische Ausrichtung einen großen Anteil der Geschäftstätigkeit ein. Durch erhöhte Aufwendungen bei der Akquisition und Übernahme von notwendigen Renovierungs- und Umbauarbeiten für die Nutzer konnte aber erreicht werden, dass die Gebäude auch unter Einbeziehung des Neubaus in der Blücherstraße 24 zu 99,68 % zum Bilanzstichtag ausgelastet sind. A.5 Bericht über den Fortgang der Investitionstätigkeit Bedingt durch die momentan komfortable Auslastung der Gebäude der TGZ Halle GmbH und der Bio-Zentrum Halle GmbH wurde durch die Gesellschafter der TGZ Halle GmbH im Jahr 2010 der Bau eines weiteren Mehrzweckgebäudes in der Blücherstraße 24 beschlossen (Hauptnutzfläche ca. 1.900 m² / Gesamtkosten ca. 3,1 Mio. € netto). Die Fertigstellung des Gebäudes erfolgte im Juni 2011 und zum Bilanzstichtag war das Gebäude bereits mit 98,3% ausgelastet. Ein Teil der Flächen des TGZ´s muss für start up´s freigehalten werden, um den Forderungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zur Verweildauer von Firmen in TGZ´s gerecht zu werden (siehe A1). Dies ist bei einer Auslastungsvorschau per 30.06.2012 von ca. 97,3 % (= Leerstand von ca. 460 m²) gegeben. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 379 von 528 B. Ertragslage Die Ertragslage (in T-€) der Gesellschaft stellt sich im Geschäftsjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: Berichtsjahr T€ + Mieteinnahmen / Nebenkosten + Einnahmen Projektleistungen + sonstige Dienstleistungen + = UMSATZERLÖSE + + BESTANDSERHÖHUNG SONST. BETRIEBL. ERTRÄGE 3.211 326 158 3.695 138 186 4.019 519 2.852 -2.228 624 2.145 27 301 29 106 262 BETRIEBLICHE 2.870 4.013 6 38 0 38 0 (44) 6 1 7 37 71,4% 99,9% 0,1% 100,0% 0,0% 100,0% 0,0% (1,1%) 13,6% 2,3% 15,9% 0,9% 2.697 3.828 185 31 -2 29 45 (259) 50 1 51 208 67,2% 95,4% 4,6% 106,9% -6,9% 100,0% 17,4% (6,5%) 19,3% 0,4% 19,7% 5,2% 173 185 -179 7 2 9 -45 -(215) -44 0 -44 -171 6,4% 4,8% -96,8% 22,6% -100,0% 31,0% * -(83,0%) -88,0% 0,0% -86,3% -82,2% % 79,9% 8,1% 3,9% 91,9% 3,5% 4,6% 100,0% 12,9% 71,0% -55,4% 15,5% 53,4% 0,7% 7,5% 0,7% 2,6% 6,5% T€ 2.988 388 80 3.456 241 316 4.013 500 3.205 -2.574 631 1.986 26 291 29 83 282 Vorjahr % 74,5% 9,7% 2,0% 86,1% 6,0% 7,9% 100,0% 12,5% 79,9% -64,1% 15,7% 49,5% 0,6% 7,3% 0,7% 2,1% 7,0% Veränderung T€ 223 -62 78 239 -103 -130 6 19 -353 346 -7 159 1 10 0 23 -20 % 7,5% -16,0% 97,5% 6,9% -42,7% -41,1% 0,1% 3,8% -11,0% -13,4% -1,1% 8,0% 3,8% 3,4% 0,0% 27,7% -7,1% = BETRIEBSLEISTUNG + Personalkosten + Abschreibungen + planmäßige Auflösung der Rücklagen für Investitionszuschüsse + = ABSCHREIBUNGEN AUFL. VON SONDERPOSTEN + Raumkosten / Grundstücksaufwand + Versicherungen / Beiträge + Reparaturen / Instandhaltungen + Kosten des Fuhrparks + Werbe- und Reisekosten + sonstige Kosten + = SONSTIGE AUFWENDUNGEN UND - = BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN = BETRIEBSERGEBNIS + SONSTIGE ZINSEN UND ÄHNLICHE ERTRÄGE ZINSEN UND AUFWENDUNGEN ÄHNLICHE = FINANZERGEBNIS +/- AO AUFWAND BILMOG = (ERGEBNIS VOR STEUERN) + + STEUERN ERTRAG VOM EINKOMMEN UND SONSTIGE STEUERN - = STEUERERGEBNIS = JAHRESÜBERSCHUSS Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 380 von 528 Die Betriebsleistung der Gesellschaft hat sich gegenüber 2010 um 6 T-€ (= +0,1 %) auf 4.019 T-€ erhöht. Diese Steigerung resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Mieteinnahmen und Mietnebenkosten (+223 T-€) durch die im Berichtsjahr begonnene Vermietung des Mehrzweckgebäudes III. Die Einnahmen aus Projektleistungen verminderten sich um 62 T-€, die Einnahmen aus sonstigen Dienstleistungen stiegen dagegen im Vorjahresvergleich um 78 T-€ auf nunmehr 158 T-€. Die Bestandserhöhung an nicht abgerechneten Leistungen (EVH) wurde im Berichtsjahr um 103 T-€ vermindert und betrug damit 138 T-€. Die weitere Bestandserhöhung liegt insbesondere an den weiter gestiegenen Energiekosten. Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich um 130 T-€ auf nunmehr 186 T-€. Die Verminderung resultiert im Wesentlichen aus der geringeren Auflösung von Rückstellungen (-94 T-€) sowie verminderten Versicherungsentschädigungen (-33 T-€). Die Personalkosten erhöhten sich leicht um 3,8% (+19 T-€) auf 519 T-€. Bei den Abschreibungen auf Sachanlagen handelt es sich um planmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.852 T-€ (Vorjahr: 3.205 T-€). Die Abschreibungen auf den gesamten Gebäudekomplex TGZ III betrugen im Berichtsjahr 1.990 T-€ gegenüber 2.364 T-€ im Vorjahr. Die übrigen Abschreibungen erhöhten sich aufgrund der Fertigstellung des Mehrzweckgebäudes III in der Blücherstraße 24 um 20 T-€ auf 861 T-€. Die Abschreibungen auf dieses Mehrzweckgebäude betrugen insgesamt 57 T-€. Die weiteren Abschreibungen verminderten sich um 37 T€. Die von den Abschreibungen auf Sachanlagen offen zu saldierenden Erträge aus der Auflösung der Sonderposten für Investitionszuschüsse verminderten sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der im Verhältnis zur Abschreibung analogen Auflösung erheblich um 347 T-€ auf 2.227 T-€. Darin ist die Auflösung des Investitionszuschusses für den Gebäudekomplex TGZ III mit einem Betrag von 1.782 T-€ (Vorjahr 2.115 T-€) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden im Berichtsjahr um einen Betrag von 173 T-€ (+6,4%) auf 2.870 T-€ erhöht. Zunahmen gab es bei den Raumkosten (+159 T-€), den Reparaturen- und Instandhaltungen (+10 T-€) sowie den Werbe- und Reisekosten (+23 T-€). Dagegen nahmen die sonstigen Kosten um 20 T-€ ab. Die übrigen Kosten blieben nahezu unverändert. Das Betriebsergebnis hat sich im Vergleich zu 2010 um 179 T-€ auf 6 T-€ vermindert. Das Finanzergebnis hat sich dagegen um 9 T-€ verbessert, was im Wesentlichen an den Zinserträgen aus vorzunehmenden Aufzinsungen liegt. Zinsaufwendungen sind aufgrund der Rückzahlung der Darlehensverbindlichkeit im Vorjahr keine mehr angefallen. Durch die Anpassung an die neuen Rechnungslegungsvorschriften nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz ergab sich im Vorjahr ein AO Ertrag i.H.v. 45 T-€. Im Berichtsjahr ist kein AO Ertrag auszuweisen. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag verminderten sich gegenüber dem Vorjahr um 44 T-€ auf 6 T-€, die Sonstigen Steuern blieben nahezu unverändert. Der Jahresüberschuss ist mit 37 T-€ gegenüber dem Vorjahr um 171 T-€ vermindert. C. Finanzlage Ziel des Finanzmanagements der Gesellschaft ist es, die jederzeitige Aufrechterhaltung der Liquidität der Gesellschaft zu gewährleisten, also die Fähigkeit die bestehenden und künftigen finanziellen Verpflichtungen in vollem Umfang zu erfüllen. Ferner sollte Liquidität in Höhe der satzungsmäßigen Rücklagen für die Infrastruktur und Bau- und Haustechnikinstandhaltung vorhanden sein. Zu diesem Zweck hält die Gesellschaft liquide Mittel bereit, die zum Bilanzstichtag des Berichtsjahres rund 2.574 T-€ betragen. Aufgrund getätigter Investitionen haben sich diese Mittel im Laufe des Jahres 2011 um rund 390,8 T-€ vermindert. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 381 von 528 Die Kapitalstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich dabei wie folgt dar: Bilanz zum 31.12.2011 T€ Eigenkapital Sonderposten mit Rücklageanteil Rückstellungen Lieferverbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten Summe Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten 14.155,7 22.577,7 409,8 238,9 85,8 324,7 1,2 % 37,8 60,3 1,1 0,6 0,2 0,9 0,0 Bilanz zum 31.12.2010 T€ 14.123,6 24.805,1 575,2 864,1 140,0 1.004,2 25,4 % 34,8 61,2 1,4 2,1 0,3 2,5 0,1 Änderung ggü. d. Vorjahr in T€ 32,1 -2.227,4 -165,4 -625,2 -54,2 -679,5 -24,2 % 0,2 -9,0 -28,8 -72,4 -38,7 -59,7 -95,3 Summe Passiva=Gesamtkapital 37.469,1 100,0 40.533,5 100,0 -3.064,4 -7,6 D. Vermögenslage Die Vermögensstruktur (in T-€) der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar: Bilanz zum 31.12.2011 T€ % Bilanz zum 31.12.2010 T€ % Änderung ggü. d. Vorjahr in T€ % Immaterielles Anlagevermögen Sachanlagen Finanzanlagen Summe Anlagevermögen 0,0 34.393,7 0,0 34.393,7 0,0 91,8 0,0 91,8 0,2 35.682,1 1.000,0 36.682,3 0,0 88,0 2,5 90,5 -0,2 -1.288,4 -1.000,0 -2.288,6 -100,0 -3,6 -100,0 -6,2 Vorräte Forderungen Sonstige Vermögensgegenstände Kreditinstituten, Wertpapiere Summe Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten 96,8 91,1 288,8 2.574,1 3.050,8 24,6 0,3 0,2 0,8 6,9 8,1 0,1 118,7 20,4 723,5 2.964,9 3.827,6 23,6 0,3 0,1 1,8 7,3 9,4 0,1 -21,9 70,7 -434,7 -390,8 -776,7 1,0 -18,5 345,7 -60,1 -13,2 -20,3 4,3 Summe Aktiva=Gesamtvermögen 37.469,1 100,0 40.533,5 100,0 -3.064,4 -7,6 Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 382 von 528 Das Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 3.064,4 T-€ (= -7,6 %) auf 37.469,1 T-€ vermindert. Diese Verminderung resultiert maßgeblich aus der Verminderung der Sachanlagen (-1.288,4 T-€), der Finanzanlagen (-1.000,0 T-€), der nicht abgerechneten Nebenkosten (-21,9 T-€), der sonstigen Vermögensgegenstände (-434,7 T-€) und der flüssigen Mittel (-390,8 T-€). Eine Erhöhung gab es dagegen bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+70,7 T-€) und den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (+1,0 T-€). Der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens am Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr von 90,5 % auf 91,8 % erhöht. Bei den mit den Abgängen saldierten Investitionen und Einlagen der Gesellschaft in Höhe von 1.563,4 T-€ und Abschreibungen in Höhe von 2.851,8 T-€ hat sich das Sachanlagevermögen mit immateriellen Vermögensgegenständen zusammen auf einen Betrag von 34.393,7 T-€ (-1.288,6 T-€) vermindert. Das mittel- und kurzfristig gebundene Vermögen hat sich im Vorjahresvergleich in absoluter Höhe um 776,7 T-€ vermindert, der verhältnismäßige Anteil am Gesamtvermögen verminderte sich dadurch auf 8,1% gegenüber 9,4% im Vorjahr. Die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. 70,6 T-€ resultiert im Wesentlichen aus der zum Jahresende vorgenommenen Weiterberechnung von verauslagten Aufwendungen. Die Verminderung der sonstigen Vermögensgegenstände um 434,7 T-€ ist im Wesentlichen auf die Verminderung der Forderungen aus Mieterdirektabrechnung (-235,1 T-€) sowie die Verminderung von Steuererstattungsansprüchen (-178,6 T-€) und die Verminderung aus Zuschussforderungen (-23,7 T-€) zurückzuführen. Die übrigen Positionen erhöhten sich insgesamt geringfügig um 2,7 T-€. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 1,0 T-€. E. Nachtragsbericht Über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind (§289 Abs. 2 Nr. 1 HGB), wird nachfolgend berichtet : Nach Schluss des Geschäftsjahres traten keine Vorgänge von besonderer Bedeutung auf, über die entsprechend §289 Abs. 2 Nr.1 HGB zu berichten wäre. F. Risikobericht Das in Richtung Bio- und Nanotechnologie spezialisierte Zentrum, die TGZ Halle GmbH, unterliegt im Rahmen der Risikokategorie "Umfeldrisiken/Branchenrisiken" dem bestandsgefährdenden Risiko, dass die politischen und gesetzgeberischen Kräfte Weichenstellungen wählen, die zu nachfolgend aufgeführten Fragen Anlass geben: Könnte es zu einem Ausstieg aus der Bio-NANO-Technologie durch übertriebene politisch motivierte Anforderungen in Deutschland, Sachsen-Anhalt oder Halle kommen. Restriktive Festlegungen in einem neuen Bebauungsplan für Heide-Süd könnten dazu führen, dass der weinberg campus für Firmenansiedlungen im Standortranking immer mehr an Lukrativität verliert und die Erfolgsquote bei Ansiedlungs- und Gründungsbemühungen sinken wird. Nichtabsehbare Folgen aus der Verlagerung der Ingenieurwissenschaften von der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg an die Otto von Guericke Universität Magdeburg. Bleiben die Bio- und Materialwissenschaften mittelfristig in Halle? Den Fachkräftemangel, insbesondere bei den Ingenieuren, Biochemikern, Bioingenieuren usw. aber auch Labor- und Technikkräften ausgehend von der demographischen Entwicklung nicht entgegengewirkt wird. Fehlende Bereitschaft zur Gründung von Firmen, da Kapital fehlt und aber auch genügend freie Stellen für Akademiker in diesen Fachrichtungen angeboten werden. Bedingt durch die konjunkturelle Lage, insbesondere für innovative Firmen aus der Bio-Nanotechnologie und angrenzender Gebiete, die Situation in Deutschland sich weiter verschlechtern wird und die wenigen Firmen an Standorte gehen, die sie ohne unüberschaubare bürokratische Hürden aufnehmen. - - Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 383 von 528 Die dargestellte Problematik kann mittelfristig zu erheblichen Mietausfällen der TGZ Halle GmbH führen und damit das Fortbestehen des Betriebes gefährden. Eine mögliche Nutzungsänderung, die dem neuen Bebauungsplan angepasst wäre, ist nicht gegeben, da Halle eine erhebliche Angebotsreserve an Büroflächen aufweist und der Mietzins bei diesen im letzten Jahr weiter gesunken ist. Diesem Mietdumping kann nur durch erhöhte Serviceleistungen entgegengewirkt werden, wobei diese natürlich höhere Kosten verursachen, da der Personalaufwand steigt. Die Kosten für eine Nutzungsänderung wären mit erheblichen Aufwendungen verbunden und ständen in keiner Relation zum Nutzen. Seitens der Verwaltung der Stadt Halle sollte die Rolle des Technologieparks weinberg campus besser erkannt werden und dieser Rechnung getragen werden. G. Prognosebericht In Erfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtung hat die Geschäftsführung der Berichtsgesellschaft ihre Einschätzungen zur voraussichtlichen Entwicklung der Firma TGZ Halle TECHNOLOGIE- UND GRÜNDERZENTRUM Halle GmbH und deren wesentliche Chancen und Risiken in einem Wirtschaftsplan 2012 und in Entwurfsfassungen für die Jahre 2013 bis 2017 gebündelt. Diese Wirtschaftspläne, die als reine Ertragsplanungen aufgebaut wurden, haben danach folgendes Bild: Jahr Aufwendungen T-€ Erlöse aus Vermietung u.a. Projektleistung T-€ 3.458 3.478 3.478 3.478 3.478 3.478 T-€ 280 280 280 280 280 280 Finanzergebnis T-€ 40 40 40 40 40 40 Ergebnis T-€ -90 -84 -74 -64 -34 -24 2012 2013 2014 2015 2016 2017 3.868 3.882 3.872 3.862 3.832 3.822 Es können weitere Risiken die sich durch einen neuen B-Plan wie er derzeit im Entwurf vorliegt auf die Entwicklung des Standortes und damit auf die TGZ Halle GmbH mittelfristig negativ auswirken. Dies sollte unbedingt bei der Abwägung zum B-Plan mit in Betracht gezogen werden. Nachdem die Investitionsbank Sachsen-Anhalt dem unbefristeten Mietvertrag für die Scil Proteins Production GmbH im Bio-Nano-Zentrum (TGZ III) zugestimmt hat, besteht nunmehr für die Scil Proteins Production GmbH höhere Planungssicherheit für die Weiterentwicklung am Standort. Dafür ist es aber notwendig, dass ein Bürokomplex (Planung einer Altbausanierung) und ein kleinerer Hallenkomplex eventuell durch die TGZ Halle GmbH in den nächsten zwei Jahren realisiert werden. Dieser Entwicklung der Scil Proteins Production GmbH muss unbedingt bei der Abwägung zum neuen B-Plan Rechnung getragen werden. Die zukünftigen Projektleistungen sind nicht planbar, da diese erst im kommenden Wirtschaftsjahr z.B. durch das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt für die Jahre 2012-März 2014 vertraglich bestätigt werden, wobei es sich abzeichnet, dass zeitnah wissenschaftlich-technische Projekte nur noch durch Dienstleister begleitet werden können, die klein- und mittelständischen Status haben. Dies trifft für die TGZ Halle GmbH nicht zu, so dass damit dieses Aufgabenfeld nur in Kooperation mit einem entsprechenden Partner bearbeitet werden kann. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit der Univations GmbH wurde abgeschlossen. Wesentliche Weichen für die Fortführung in der Geschäftsleitung der TGZ Halle GmbH waren die Beschlüsse in der letzten Aufsichtsratssitzung des vergangenen Jahres, die einstimmig gefasst wurden. Unter diesen Voraussetzungen sollte ein planmäßiger Übergang in der Geschäftsleitung erfolgen und zu keinen Reibungsverlusten bei der Abarbeitung der Aufgaben für die Folgejahre kommen. Künftiger Schwerpunkt wird weiterhin ein umfassendes Marketingkonzept zur Sicherung des BIO-NANO-Standortes im Süden von Sachsen-Anhalt sein und damit verbunden nicht nur die Beibehaltung des Mieterbestandes durch entsprechende Betreuung und Beratung der Firmen, sondern auch die Unterstützung des Bio-Nanotechnologie-Konzeptes im Netzwerk weinberg campus. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 384 von 528 Dies bedeutet gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft die zielstrebige Entwicklung der Nanotechnologie, verbunden mit der inhaltlichen Ausgestaltung des neuen Forschungsverfügungsgebäudes durch die Gesellschaft, welches ab 2013 durch ein weiteres Gebäude der Fraunhofer-Gesellschaft mit der fachlichen Ausrichtung zur Solartechnik unterstützt wird. Die um dieses von der Fraunhofer-Gesellschaft errichtete Gebäude geplante Ansiedlung von mittelständischen Partnern wird sich sowohl durch die konjunkturelle Situation verschieben als auch insgesamt bei der Verschlechterung der Standortbedingungen durch den geplanten neuen B-Plan in Frage gestellt. Weiterhin ist es bei der Erstellung des Bebauungsplanes für den weinberg campus dringend erforderlich, die Frage der Voraussetzungen für die Produktion von innovativen werthaltigen Produkten positiv zu entscheiden, da ansonsten die CoFinanzierungen für die angewandte Forschung in diesen Unternehmen nicht gewährleistet werden kann. Damit wäre entweder der Weggang der Unternehmen vom weinberg campus oder deren Insolvenz vorprogrammiert. Das Erfolgsrezept für die Entwicklung des weinberg campus, der einer Stadt / Region kann nur sein: Bildung – Grundlagenforschung, + Angewandte Forschung + Produkt- und Dienstleistungsentwicklung + Produktion / Umsetzung = Gewerbesteuereinnahmen = Wohlstand - Demographischer Wandel. Dieses Erfolgskonzept kann nur gemeinsam mit der abgestimmten Entwicklung des Strategiedialoges zur Stadtentwicklung Halle 2025 vom November 2011 (Entwurf) Seite 7 Pkt. 3 erfolgen. Zitat: "Innovation am weinberg campus und zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Neustadt: Mit dem weinberg campus ist es Halle gelungen, sich als Standort von Forschung und Entwicklung sowie wissens- und technologieorientierter Produktion zu etablieren. Dabei profitiert der Technologiepark auch von seiner engen Einbindung in die Stadt und ergänzt die innerstädtischen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Das Stadtumbaugebiet Neustadt erhält durch seine räumliche Nähe zum weinberg campus neue Zukunftsperspektiven." Unter diesem Gesichtspunkt wurde unter der Initiative der TGZ Halle GmbH eine Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" aus Vertretern unterschiedlicher Einrichtungen gebildet, die sich erstmalig zur konstituierenden Sitzung am 16.01.2012 traf. Die Zielstellung der Arbeitsgruppe besteht darin, bis Ende 2012 / Anfang 2013 ein aussagefähiges Papier zu erstellen, welches dann anderen Partnern auf dem weinberg campus zur abschließenden Diskussion zur Verfügung gestellt wird. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Vision weinberg campus 2020/2025" sollen dann als gebündelte Meinungsbildung in den Strategiedialog der Stadt Halle einfließen. Auch für die akademischen Einrichtungen wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie und Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik wäre eine andere Entscheidung von negativer Auswirkung, da z.B. für die Universitätsabsolventen die Möglichkeit genommen wird, sich am Standort weiterzuentwickeln, welches natürlich extreme Auswirkungen für die demographische und damit auch finanzielle Entwicklung der Stadt Halle hätte. Ähnliche Auswirkungen hat es für die außeruniversitären Einrichtungen, für die aber insbesondere dann stabile Kooperationspartner aus mittelständischen Unternehmen fehlen bzw. verloren gingen. Wir sehen der Entwicklung des Jahres 2012 ff. auch in Anbetracht dieser Risiken verhalten positiv entgegen und gehen davon aus, dass wir alle von den Gesellschaftern und der öffentlichen Hand an uns adressierten Aufgaben noch vollumfänglich unter Wahrung der finanziellen Stabilität erfüllen können. Die Weiterentwicklung des Standortes ist aber von den Rahmenbedingungen, die die Stadt Halle vorgibt, im Wesentlichen abhängig. Dadurch wird entscheidend beeinflusst, welche Entwicklung der Technologiepark weinberg campus und damit die TGZ Halle GmbH nimmt. Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH Seite 385 von 528 3.6 GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG UND SPORT Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Seite 386 von 528 Bäder Halle GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bornknechtstraße 5 06108 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 300 T€ Stadtwerke Halle GmbH 300 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Der Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung des Gesundheitswesens, des Sports und der Freizeitgestaltung. Die Erfüllung dieses Unternehmensgegenstandes erfolgt vorrangig durch die Unterhaltung, Bewirtschaftung und den Betrieb der im Stadtgebiet der Stadt Halle (Saale) gelegenen Hallen- und Freibäder. Diese Bäder dienen der Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, der körperlichen Ertüchtigung und der Freizeitgestaltung der halleschen Bevölkerung sowie dem Schul- und Vereinsschwimmen. Die Gesellschaft kann außerdem inner- und außerhalb der genannten Einrichtungen Veranstaltungen durchführen. Zur Erfüllung des Unternehmensgegenstandes gehören auch die wirtschaftliche und sozialverträgliche Gestaltung der Eintrittspreise im Rahmen des öffentlichen und allgemein zugänglichen Badebetriebes; die Sicherstellung eines qualitativ ansprechenden Angebotes an Hallen- und Freibädern für den öffentlichen Badebetrieb; die Absicherung des Schulschwimmens, welcher auf Basis von Verträgen gegen Entgelt stattfindet, entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen; die Absicherung des Vereinsschwimmsports, welcher auf Basis von Verträgen gegen Entgelt stattfindet, in für diesen vorgesehenen Schwimmhallen. Für das Schulschwimmen sowie den Vereinsschwimmsport in Betracht kommende Hallen sind entsprechend ihres Nutzungsprofils sport- und wettkampfgerecht auszustatten. Die hauptsächlich oder ausschließlich für den Schwimm- und Vereinssport zur Verfügung gestellten Schwimmhallen sollen primär dem Wettkampf- und Nachwuchsschwimmsport zur Verfügung stehen. Die Gesellschaft ist berechtigt, Hallen- und Freibäder anderer zu erwerben, zu betreiben sowie Bäder zu errichten, zu leasen und zu pachten. Öffentlicher Zweck: Der Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung des Gesundheitswesens, des Sports und der Freizeitgestaltung. Der öffentliche Zweck ergibt sich aus kulturellen und gesundheitlichen Belangen. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Dr. Gaudig, Lutz Waldenburger, Annette (seit 01.01.2011) Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 387 von 528 Die Gesellschaft hat keinen eigenen Aufsichtsrat. Die Funktionen eines Aufsichtsrates werden jedoch durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH wahrgenommen. Dem gehörten im Berichtsjahr an: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Szabados, Dagmar Philipp, Lothar Berend, Stephanie Böcker, Udo Bönisch, Bernhard Gärtner, Steffen Junghans, Torsten Kley, Gerry Kocian, Burkhard Koppitz, Erhard Krause, Johannes Lange, Hendrik Mahlert, Eckard Müller, Raik Nagel, Elisabeth Richter, Ulrich Weihrich, Dietmar Beirat: Vorsitzender Misch, Werner Dr. Diaby, Karamba Embacher, Frank Friedrich, Holger Haupt, Ute Hülsbusch, Peter Kocian, Burkhard Mehlis, Marion Neumann, Wolfram Walther, René (bis 11.04.2011) (seit 04.10.2011) Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 388 von 528 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 75 25 2009 % 5 95 0 33 100 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 4.046 1.316 T€ 254 4.441 3 T€ % T€ 3.792 -3.125 -3 % 1.493 -70 -100 Bilanzsumme 5.362 100 4.698 100 33 100 664 14 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 324 236 4.802 % 6 4 90 T€ 326 89 4.283 % 7 2 91 T€ 30 2 1 % 91 5 4 T€ -2 147 519 % -1 165 12 Bilanzsumme 5.362 100 4.698 100 33 100 664 14 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 722 3.752 2.723 1.101 193 326 16 68 79 1 80 -2 -2 20 20 0 0 2010 T€ 441 2.306 1.810 739 10 126 3 35 30 10 2009 T€ 3 3 0 0 0 Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 389 von 528 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -0,32 -0,71 191 154 24,61 2010 4,63 6,68 30 89 26,92 1,35 0 2009 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 75,14 6,04 93,96 31.12.2010 5,04 6,94 93,06 91,15 8,85 31.12.2009 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Besucher 1) 31.12.2010 229.839,00 1) 31.12.2009 0,00 Angaben in seit Übernahme der Bäder am 01.05.2010 A n z a h l 241.050,00 Anzahl Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 390 von 528 e) Lagebericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft konnte auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise - wenn auch leicht abgeschwächt - fortgesetzt werden. Nach einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2010 in Höhe von 3,7 % konnte im abgelaufenen Jahr eine Wachstumsrate von 3,0 % ausgewiesen werden. Hierbei erwiesen sich die Inlandsnachfragen und hier insbesondere der private Konsum als Stützen des Wachstums. Im ersten Halbjahr 2011 zeigte sich, dass die ostdeutsche Wirtschaft ebenfalls deutlich zulegen konnte und hierbei nur leicht hinter dem Bundesdurchschnitt rangierte. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Halbjahr um 3,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres wuchs, stieg das ostdeutsche Inlandsprodukt im entsprechenden Halbjahresvergleich um 3,6 % an. Entgegen diesem Trend konnte in unserem Bundesland SachsenAnhalt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Halbjahresvergleich 2011 zu 2010 mit 4,5 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt zulegen. Die wirtschaftliche Entwicklung führte auch auf den Arbeitsmärkten zu positiven Wirkungen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Bund um 0,6 %-Punkte auf 7,1 %. Demgegenüber ging die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland im Jahresverlauf um 0,7 %-Punkte zurück und erreichte einen Stand zum Jahresende von 11,3 %. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum Sachsen-Anhalts führte auch auf dem Arbeitsmarkt zu deutlichen Verbesserungen: die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 %-Punkte auf 11,7 %. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt Halle (Saale) einen Zuwachs ihrer Bevölkerung vermelden. Mit 231.639 Einwohnern lebten 808 Menschen mehr in der Saalemetropole als noch ein Jahr zuvor. Der Zuwachs von 2009 auf 2010 betrug 454 Einwohner. Rechtliche Rahmenbedingungen Die Public Services GmbH, eine seit dem Geschäftsjahr 2010 100%ige Tochter der Stadtwerke Halle GmbH, hat mit Wirkung zum 1. Mai 2010 die Bäder der Stadt Halle (Saale) übernommen. Dies sind im Einzelnen die Freibäder Angersdorfer Teiche, Saline und das Nordbad sowie die Schwimmhallen Stadtbad, Saline und Halle-Neustadt. Grundlagen der Übertragung sind der Beschluss des Stadtrates vom 24. Februar 2010 und der Beschluss des Aufsichtsrates der Stadtwerke Halle GmbH vom 25. März 2010. Am 29. April 2010 erfolgte der Abschluss des Grundstückskaufvertrages zu einem Kaufpreis von insgesamt EUR 6,00. Am 20. Juli 2010 wurden der Gesellschaftsvertrag, der Name der Firma und das Stammkapital der Gesellschaft geändert. Die Gesellschaft firmiert seitdem als Bäder Halle GmbH (BHG). Mit Datum 29. April 2010 wurde zwischen der Gesellschaft und der Stadt Halle (Saale) ein Bäderfinanzierungsvertrag abgeschlossen. Dieser regelt in § 3 die „Allgemeine Fehlbetragsfinanzierung“. Die Stadt Halle (Saale) beteiligt sich hiernach an der Finanzierung des laufenden Verlustes der Gesellschaft für die Jahre 2010 bis 2012 in einem Volumen von insgesamt Mio. EUR 9,45 (netto). In einer Klarstellung zum Bäderfinanzierungsvertrag vom 14. März 2011 haben die BHG und die Stadt Halle (Saale) vereinbart, dass sich für die Jahre 2010 bis 2012 der endgültige Zuschuss jedes betreffenden Jahres letztlich nach dem tatsächlichen bzw. abzusehenden Bedarf der BHG richten wird. Für die einzelnen Jahre wurden nunmehr folgende Zuschüsse (netto) festgelegt:    2010: EUR 2.300.000,00 2011: EUR 3.650.000,00 2012: EUR 3.500.000,00. Ab dem Jahr 2013 kann die Fehlbetragsfinanzierung je nach Entwicklung wesentlicher Kostengruppen angepasst werden. Ein Ausgleich erfolgt jedoch maximal bis zu einer Höhe von Mio. EUR 4,0 netto jährlich. Der Bäderfinanzierungsvertrag trat zum 1. Mai 2010 in Kraft und kann frühestens zum 31. Dezember 2020 gekündigt werden. Über die Fehlbetragsfinanzierung nach dem 10. Betriebsjahr werden die Parteien neu verhandeln. Unter Berücksichtigung der genannten Parameter weist das Entwicklungskonzept der BHG für die Jahre 2011 bis 2020 bei gegebener Liquidität neutrale Jahresergebnisse aus, da die Verluste durch die Zahlungen der Stadt (bis zur Höhe von max. EUR 4 Mio. netto jährlich) ausgeglichen werden. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 391 von 528 Die Bäder Halle GmbH begann am 1. Mai 2010 das operative Geschäft mit 28 Mitarbeitern und zwei Auszubildenden, die von der Stadt Halle (Saale) übernommen wurden. Diese Mitarbeiter stellen lediglich das Personal für den Hauptprozess dar. Bereiche, die Nebenprozesse abgedeckt haben, vornehmlich in der Verwaltung, wurden nicht von der Stadt Halle (Saale) übernommen. Die Bäder Halle GmbH entschied sich, diese Bereiche nicht selbst aufzubauen und die Leistungen über Dienstleistungsverträge mit Schwesterunternehmen aus dem Stadtwerkekonzern zu binden. Insofern wurden folgende Dienstleistungsverträge geschlossen:  Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH Vertrag über kaufmännische Dienstleistungen Betriebsführungsvertrag Arbeitssicherheit W + H Wasser- und Haustechnik GmbH Vertrag über technische Betriebsführung Stadtwerke Halle GmbH Personalmanagementvertrag Maya mare GmbH & Co. KG Vertrag über Dienstleistungen im Bereich von Betriebsorganisation und Verwaltung Vertrag über die operative Betriebsführung der Bäder    Das Risikomanagement der Bäder Halle GmbH ist in das Risikomanagement der Stadtwerke Halle GmbH integriert. Bestandsgefährdende Risiken oder sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage liegen zurzeit nicht vor. Für die Bäder Halle GmbH sind jedoch auch zukünftig zur Sicherung der Liquidität und zum Ausgleich ansonsten zu erwartender Fehlbeträge Zuschüsse der Stadt Halle (Saale) entsprechend den Regelungen im Bäderfinanzierungsvertrag notwendig. Geschäftsverlauf Grundlage für die Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahr 2011 war die Fortführung der Umsetzung des „Konzept zur Übernahme der kommunalen Bäder der Stadt Halle (Saale) durch eine Bäderbetriebsgesellschaft der Stadtwerke Halle GmbH“ vom 25. Februar 2010, das am 25. März 2010 durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle GmbH bestätigt wurde. Daraus wurden die Kennzahlen für den Wirtschaftsplan 2010 abgeleitet. Für den Wirtschaftsplan 2011 lagen erste Erfahrungen aus den Monaten Mai bis November 2010 zugrunde. Aufgrund eines fehlenden vollen Geschäftsjahres orientierte sich die Planung an den Daten aus dem aufgeführten Konzept. Mit den Vereinen wurden die Nutzungsentgelte für Wasserflächen und Sporteinrichtungen unter Einbeziehung des Bäderbeirats im März 2011 für die Jahre 2011 bis 2013 festgelegt. Entsprechend dem Konzept zur Übernahme der Bäder wurden die Eintrittspreise für die Freibäder ab 01.06.2011 und für die Hallenbäder ab 24.08.2011 marginal angepasst. Die Situation in den Hallenbädern war gekennzeichnet durch die fast vollständige Nutzung durch Vereine und den Olympiastützpunkt bis Anfang Dezember, da die „Robert-Koch-Schwimmhalle“ wegen des erforderlichen Neubaus für diese Klientel bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung stand. Daher war das Angebot von Wassernutzungszeiten für das öffentliche Schwimmen vor allem in der Schwimmhalle Neustadt deutlich eingeschränkt. Dennoch konnten aufgrund der im Frühjahr langanhaltenden Schlechtwetterperiode über dem Plan liegende Besucherzahlen erreicht werden. In die Freibadsaison konnte mit dem umgebauten Nordbad zwar erst am 01.06.2011 gestartet werden, dafür erwartete die Besucher ein rundum attraktiveres und modernisiertes Freibad an diesem Standort. Das Freibad Saline und die Angersdorfer Teiche eröffneten bereits am 13. Mai 2011. Die sehr durchwachsenen Witterungsverhältnisse über die gesamte Freibadsaison hinweg führten zu unbefriedigenden Besucherzahlen. Die Umsätze im Geschäftsjahr können aus den genannten Gründen nur ab dem Monat Mai bedingt mit den Angaben aus dem Vorjahr verglichen werden, da auch im Jahr 2010 nach der Bäderübertragung zum 01. Mai 2010 die Organisation der Buchhaltung und Abrechnung erst aufgebaut werden musste. Hinsichtlich des Jahresergebnisses gibt es keine Vergleichbarkeit von 2010 zu 2011. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 392 von 528 Die Umsatzerlöse aus allen Bädern inkl. Schul- und Vereinsschwimmen betrugen TEUR 722,1 (Plan insgesamt: TEUR 627,6). Im Posten Sonstige betriebliche Erträge ist der Betriebskostenzuschuss (TEUR 3.650) der Stadt Halle (Saale) erfasst. Unter den Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen sind Aufwendungen für Wasser, Strom, Gas und Fernwärme (TEUR 1.431,9) sowie für bezogene Leistungen wie fremdes Personal (TEUR 342,5) und die Reinigungsleistung (TEUR 217,5) enthalten. Die Personalaufwendungen betrugen TEUR 1.101,2. Von der Stadt Halle (Saale) wurden insgesamt 28 Mitarbeiter und zwei Auszubildende durch Personalüberleitung nach § 613a BGB übernommen. Für weitere 5 Mitarbeiter, die dem Übergang widersprochen hatten, wurden der Bäder Halle GmbH von der Stadt die Personalkosten in Rechnung gestellt. Im Jahr 2011 betraf das noch 4 Mitarbeiter. Das Personal für die Freibadsaison wurde durch die Maya mare GmbH & Co. KG gestellt, ebenso von Beginn der Bäderübernahme an bereits zwei Bäderfachangestellte. Weiteres Personal, das zur Vertretung von langzeiterkrankten Beschäftigten benötigt wurde, kam über diesen Weg zum Einsatz. Auch Stellen von Mitarbeitern, die aufgrund von Altersrente ausgeschieden sind, wurden auf diesem Weg bei Bedarf ersetzt. Die Personalgestellung durch die Maya mare an die Bäder Halle GmbH endete zum 31. Dezember 2011. Ab 01. Januar 2012 sind alle vormals in den Bädern der Bäder Halle GmbH über die Maya mare zum Einsatz gestellten Mitarbeiter direkt in der Bäder Halle GmbH eingestellt worden. Die Voraussetzung dafür wurde mit einem neuen BäderTarifvertrag geschaffen. Das geplante Budget für Instandhaltungsaufwendungen (TEUR 376,6) wurde deutlich überzogen, da in den Bädern aufgrund ihres Alters viele Maßnahmen durchgeführt werden mussten, die nicht immer geplant werden können. Maßgeblich beeinflusst wurden diese Ausgaben 2011 (TEUR 625,5) durch notwendige Instandsetzungsmaßnahmen an den Dächern in Halle Neustadt und des Stadtbades, sowie viele technische Ersatzleistungen aufgrund von Ausfällen im Hallenbad Saline. Im Mai 2011 war abzusehen, dass der im Dezember 2010 beschlossene Investitionsplan der Bäder Halle GmbH für das Geschäftsjahr 2011 nicht ausreichen wird, um die erforderlichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen abzuschließen. Einerseits waren aus dem Investitionsbudget von 2010 noch 285 T€ nicht eingesetzt, da der Umbau des Nordbades nicht wie angedacht bereits im Jahr 2010 sondern aufgrund der Witterungsverhältnisse erst 2011 begonnen werden konnte. Die Investitionen für das Freibad Saline waren zunächst für das Jahr 2012 geplant, mussten aber, induziert durch die Stadt Halle und das IBA-Projekt Saline Halbinsel, auf 2011 teilweise vorgezogen werden. Vor diesem Hintergrund erging ein Gesellschafterbeschluss zur Änderung des Investitionsplanes am 30. Juni 2011 mit der Maßgabe, dass die Gesamtsumme der für Investitionen vorgesehen Kredite (2010 – 2012) in Höhe von 5.510 TEUR innerhalb der Jahre 2010/2011/2012 nicht überschritten werden darf. Im Jahr 2011 wurden geplante Investitionen demnach auch vorrangig in die Sanierung des Nordbades (TEUR 3.321,2) und am Freibad Saline (TEUR 214,1) sowie in die Technik maßgeblich für das neue Kassensystem (TEUR 324,4) investiert. Finanzlage der Gesellschaft Für das Jahr 2011 wird ein Jahresergebnis von TEUR -2,3 ausgewiesen. Das Jahresergebnis 2011 zeigt, dass die Geschäftstätigkeit der Bäder Halle GmbH ohne Betriebskostenzuschüsse der Stadt Halle (Saale) nicht möglich ist. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 444. Der kurzfristige Liquiditätsstatus (kurzfristige Aktiva kurzfristige Schulden) ergibt stichtagbedingt ein Netto-Geldvermögen von TEUR 185. Die Liquidität des Unternehmens war während des gesamten Geschäftsjahres gegeben. Die Gesellschaft nimmt am Cash Pool der Stadtwerke Halle GmbH teil. Es besteht innerhalb des Cash Pools eine Kontokorrentkreditlinie von TEUR 300. Ausblick Kostensenkungen sind in den Bädern nach heutiger Einschätzung nur noch bedingt möglich, genauere Vergleichswerte hat man aber erst, wenn ein volles, vergleichbares Geschäftsjahr zu Grunde gelegt werden kann. Bisher haben sich die Rahmenbedingungen stets geändert, was Kalkulationen schwierig werden lässt. Da sich jedoch der Hauptanteil der Kosten aus Aufwendungen für Energie, Wasser/Abwasser und Wärme sowie den Personalkosten zusammensetzt, sind aufwandsseitig kaum Einsparpotenziale mehr zu sehen. Die Entwicklung der Energiepreise deutet aktuell nicht auf einen Rückgang. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 393 von 528 Einnahmesteigerungen kennen in diesem Bereich auch ihre Grenzen, da für das öffentliche Schwimmen deutschlandweit für Bäder dieser Art nur ein sogenannter „sozial verträglicher Eintrittspreis“ akzeptiert wird. Mit der Preisanpassung im Jahr 2011 hat man die, für diese Region auch mittelfristig erzielbare Preisobergrenze erreicht. Geht man darüber hinaus, hat das andererseits einen Rückgang der Besucherzahlen zur Folge. Ziel für 2012 wird es sein, die frei gewordenen zusätzlichen Wasserflächen in den Hallenbädern gut zu vermarkten und ein eigenes Kursprogramm zu etablieren, um neben den Eintrittsgeldern Zusatzerlöse zu generieren und die Kundenbindung zu festigen. Die Erlöse in den Freibädern werden sehr stark von der Witterung im Sommer beeinflusst. Das Veranstaltungsprogramm, zur Unterstützung des Marketings, sollte neben den etablierten Kinoabenden im Nordbad auf mehrere, aber kleinere Events ausgerichtet werden. Im Falle von verregneter Witterung ist auch mit einem Event – das immer Kosten verursacht – kaum ein Besucher für das Freibad zu begeistern. Mit der neuen Robert-Koch-Schwimmhalle wurde entgegen den Empfehlungen aus dem „Konzept zur Übernahme der kommunalen Bäder“, dass die Stadt Halle (Saale) während der gesamten Vertragslaufzeit keine Bäder errichten oder deren Betreibung fördern darf, die in einer Konkurrenz zu den von der Bäder Halle GmbH betriebenen Anlagen stehen könnten, doch eine öffentliche Nutzung der neuen Robert Koch-Schwimmhalle an den Wochenenden festgelegt. Die Auswirkungen auf die im Eigentum der Bäder Halle GmbH befindlichen Anlagen bleiben jetzt abzuwarten. Somit wird sich nach Abschluss des Jahres 2012 deutlicher zeigen, wo noch Ressourcen zu finden sind. Um die Geschäftsentwicklung auch im Jahr 2012 und in den folgenden Jahren fortzusetzen, muss sich das Unternehmen weiter stabilisieren und die Besucherzahlen erhöhen. Dafür sollen die Aktivitäten im Bereich krankenkassenfinanzierte Rehabilitations- bzw. Präventionskurse verstärkt aufgebaut werden. In den Freibädern Saline, jedoch besonders im Nordbad, sollen abendliche Events Umsatzsteigerungen zum normalen Badebetrieb generieren. Die Sanierung der übernommenen Bäder soll 2012 abgeschlossen werden und zur Akzeptanz der Einrichtungen bei der Bevölkerung beitragen. Ab 01. Mai 2012 soll der Bäder Halle GmbH durch die Stadt Halle (Saale) die Betriebsführung der „Robert-KochSchwimmhalle“ übertragen werden. Die damit der Bäder Halle GmbH entstehenden Personalaufwendungen werden zum Selbstkostenpreis auf Nachweis ersetzt. Darüber hinaus erhält die Bäder Halle GmbH ein jährliches Betriebsführungsentgelt von TEUR 12 für die Overheadkosten, die im Zusammenhang mit der Organisation der Dienstleistungen im Rahmen dieses Vertrages stehen. Darüber hinaus gibt es Überlegungen zur Errichtung einer Ballsporthalle. Über die damit verbundenen gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen hat der Aufsichtsrat der SWH in seiner Sitzung am 2. Dezember 2011 beraten. Für das Jahr 2012 wird ein Jahresergebnis in Höhe von TEUR 5 erwartet. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Bäder Halle GmbH Seite 394 von 528 Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen juristischer/postalischer Sitz Anschrift: Bugenhagenstraße 30 06110 Halle (Saale) Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: GmbH 30 T€ Blindenund Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt e.V. Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland Deutsche Rentenversicherung Bund Stadt Halle (Saale) 10 9 7 5 % 32,00 30,00 22,00 16,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von Maßnahmen zur Eingliederung blinder und sehbehinderter und von Blindheit bedrohter Personen in Arbeit, Beruf und Gesellschaft. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke i.S. der §§ 51 ff. Abgabeordnung 1977. Ein Gewinn wird nicht bezweckt. Etwaige Überschüsse werden nur für die vertragsgemäßen Zwecke verwendet. Die Gesellschafter erhalten keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln der Gesellschaft. Die Gesellschafter dürfen bei Auflösung oder Aufhebung der Gesellschaft oder bei Wegfall ihres bisherigen Zwecks nicht mehr als ihre eingezahlten Kapitalanteile bzw. den gemeinen Wert ihrer Sacheinlagen zurückerhalten. Geschäftsanteile dürfen an die Gesellschaft höchstens zum Nennwert veräußert werden. Es darf keine Person durch Ausgaben, die den Zwecken der Gesellschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Öffentlicher Zweck: Der öffentliche Zweck ist in der beruflichen Rehabilitation von blinden und sehbehinderten Menschen zu sehen. Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von Maßnahmen zur Eingliederung blinder und sehbehinderter und von Blindheit bedrohter Personen in Arbeit, Beruf und Gesellschaft. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke i.S. der §§ 51 ff. Abgabeordnung 1977. Ein Gewinn wird nicht bezweckt. b) Besetzung der Organe Geschäftsführung: Kölzner, Kerstin Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 395 von 528 Verwaltungsrat: Vorsitzender Prusko, Norbert Bahn, Wolfgang Baumeister, Lutz Buschke, Birgit Dr. Danek, Simone Dr. Fischer, Toralf Dr. Kehl, Peter Dr. Streibelt, Marco Gering, Horst Hagemann, Karl-Heinz Ideker, Thomas Krahl, Hans-Joachim Laux, Jens Springer, Klaus-Dieter Szabados, Dagmar 31.12.2011 T€ 31.12.2010 T€ 1 31.12.2009 T€ 1 Verwaltungsrat 1 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2011 2010 % 79 21 0 2009 % 76 24 0 Veränderungen 2011 zu 2010 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 16.780 4.419 3 T€ 17.389 5.526 1 T€ 17.694 6.331 % 74 26 T€ -609 -1.107 2 % -4 -20 200 Bilanzsumme 21.202 100 22.916 100 24.025 100 -1.714 -7 Passiva Eigenkapital Sonderposten aus Zuwendungen Finanzierung des Anlagevermögens Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten zur T€ 5.983 6.129 247 8.843 0 % 28 29 1 42 0 T€ 5.985 6.344 346 10.240 1 % 26 28 1 45 0 T€ 5.682 6.561 971 10.606 205 % 24 27 4 44 1 T€ -2 -215 -99 -1.397 -1 % 0 -3 -29 -14 -100 Bilanzsumme 21.202 100 22.916 100 24.025 100 -1.714 -7 Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 396 von 528 bb) GuV 2011 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 8 -2 -2 5.692 621 777 3.766 892 680 133 325 6 2010 T€ 6.182 604 900 3.724 840 767 120 352 323 14 -14 7 302 302 2009 T€ 5.800 596 848 3.663 766 753 202 343 225 3 222 222 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 2011 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -0,03 -0,03 891 81 59,66 2010 4,89 5,32 1.143 86 54,88 2009 3,83 4,07 988 83 57,27 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2011 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 74,34 28,22 71,78 31.12.2010 71,41 26,12 73,88 31.12.2009 69,69 23,65 76,35 Angaben in % % % ee) Leistungsdaten 31.12.2011 Abrechnungstage Zusatzmaßnahmen DRV 31.12.2010 46.369,00 1.040,00 31.12.2009 44.283,00 2.441,00 Angaben in T a T g a e g e 42.266,00 Tage Tage 22.255,00 Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 397 von 528 e) Lagebericht 1. Geschäftsverlauf Im Jahr 2011 ist ein Rückgang der Belegung in den Vorbereitungs- und Hauptmaß-nahmen zu verzeichnen. Durchschnittlich nahmen 117 Teilnehmer (i. Vj. 129 Teilnehmer) an diesen Maßnahmen teil. Die Belegung im Bereich des Reha-Assessment sowie bei den Einzelmaßnahmen gestaltete sich 2011 marginal unter Plan. Auch im Jahr 2011 war in den klassischen Arbeitserprobungen ein Rückgang der Anmeldungen zu verzeichnen. Die Integrationsmaßnahmen sind gegenüber dem Jahr 2010 um 50 % gestiegen. Für das Jahr 2011 erfolgten die Preisverhandlungen auf der Basis einer geplanten Belegung von durchschnittlich 120 Teilnehmern zuzüglich sieben Teilnehmer in der Geschäftsstelle Berlin. Im Ergebnis der Verhandlungen wurde für das Geschäftsjahr 2011 von einem geplanten Verlust in Höhe von TEUR 36 ausgegangen. Um den negativen Auswirkungen der rückläufigen Belegung entgegenzuwirken, hat die Gesellschafterversammlung eine Haushaltssperre angeordnet. Es wurde ein Maßnahmeplan erarbeitet, um den Verlust 2011 so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig wurde das BFW aufgefordert, das erstellte Entwicklungskonzept auf der Basis der Prognose einer durchschnittlichen Belegung von 110 Rehabilitanden im BFW Halle sowie 8 Rehabilitanden in der Geschäftsstelle Berlin zu überarbeiten. Die Zinsen zur Bedienung der für die Baufinanzierung aufgenommenen Darlehen betrugen im Jahr 2011 TEUR 309. Dies führt bei 42.266 Belegungstagen (i. Vj. 46.369) zu einer Belastung des Kostensatzes durch Darlehenszinsen in Höhe von EUR 7,31 pro Tag und Rehabilitand (i. Vj. EUR 7,05). Im Berichtsjahr erfolgte eine Tilgung der Darlehen in Höhe von TEUR 705. Dabei erfolgte eine Sondertilgung bei der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von TEUR 141. Die Infrastruktur mit seinem denkmalgeschützten Gebäudeensemble sowie deren Bewirtschaftung bewirken nach wie vor unabwendbare hohe Fixkosten, die sich ungünstig auf den Wettbewerb mit anderen Anbietern auswirken, deren Betriebskosten geringer sind und bei denen die ohnehin größere Kapazität niedrigere Tageskostensätze möglich macht. Die strategische Bündelung der Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Vertrieb in einer Abteilung hat sich bewährt und hatte eine Intensivierung und Ausweitung der Marketing-/ Vertriebsaktivitäten zufolge. Dies erweist sich als immer wichtiger, da aufgrund von Organisationsänderungen bei den Rehabilitationsträgern eine zentrale Steuerung von Informationen über das Angebot des BFW Halle immer schwieriger wird und eine wachsende Vervielfachung der Entscheidungsträger zu beobachten ist. Mit dem neuen Internetauftritt des BFW Halle, der im Jahr 2011 erstellt wurde, ist es jetzt möglich, den Erfolg von Marketingaktionen zu messen. Weiterhin ist ein Newsletter-System in die Website integriert. Die wohnortnahen Beratungsangebote für blinde und sehbehinderte Menschen in Mitteldeutschland und BerlinBrandenburg haben sich gut etabliert. Die Mitarbeiter des BFW sind monatlich in den Beratungsstellen Masserberg, Dresden, Leipzig, Erfurt, Magdeburg sowie Gera präsent, um eine gewisse Kontinuität zu erreichen und den Bekanntheitsgrad weiter in der Fläche zu erhöhen. Das BFW konzentrierte sich im Außendienst auf die Erschließung neuer Ansprechpartner für das BFW Halle. Wichtige Multiplikatoren wurden ins BFW eingeladen, um Möglichkeiten vor Ort zu erläutern. Das Hauptziel des Marketings, die Erhöhung des Bekanntheitsgrades des BFW Halle, wurde 2011 weiter verfolgt. Die Aktivitäten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit waren sehr vielfältig. Hervorzuheben sind insbesondere:          Besuch der Bundesnetzagentur im BFW Halle Besuch des Schwerbehindertenbeauftragten Thüringens Expertenrunde Gesundheitskompetenz Tag der offenen Tür mit dem Thema „Das digitale Zeitalter - Chancen für Blinde und Sehbehinderte“ in Kooperation mit der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) zu Leipzig Teilnahme an der Sight City, der größten Hilfsmittelmesse für blinde und sehbehinderte Menschen Meeting der Personalberater der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen Arbeitsbesuch des Isländischen Nationalinstituts Regionalkonferenz der Rehaberater der AfA Halle Besuch der ARGE Jobcenter Mansfelder Land Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 398 von 528   Arbeitgebertag Sachsen-Anhalt der Barmer EK und der BA für Arbeit Tagung der AG Psychologie des VBS Die Geschäftsstelle Berlin hat den Bekanntheitsgrad des BFW Halle im Ballungsraum Berlin weiter erhöht. Die Reaktionen der Rehaträger als auch der Betroffenen auf die Präsenz des BFW mit seinem Angebot in Berlin sind durchweg positiv. Die Maßnahmen in Berlin laufen, wenn auch etwas abweichend vom Konzept, im Rahmen der geplanten Größen und tragen zum wirtschaftlichen Erfolg des BFW bei. Die systematische Vernetzung mit Betrieben und die Kooperation mit Unternehmen wurden im Jahr 2011 weiter vorangetrieben. Mit dem neuen Vorsitzenden des BSV Thüringen wurden zum Einen erweiterte Möglichkeiten der Zusammenarbeit für unsere Beratungstätigkeit in Thüringen besprochen, darüber hinaus aber auch der Kontakt zur thüringischen Wirtschaft und Politik gesucht. Beim 1. Mitteldeutschen Gewerbetag konnten wir uns dementsprechend präsentieren. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurde der Kontakt zu den Schwerbehindertenbeauftragten hergestellt. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der DZB Leipzig nahm das BFW als Aussteller am Tag der offenen Tür der DZB und am Braille21Kongress teil. Es wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Halle sowie der BEK erörtert. Stärker als in der Vergangenheit wirkt sich die Rückkopplung zwischen der Aufnahme der Bedürfnisse der Kunden und der Prozessgestaltung im BFW Halle aus. Marketing mischt sich ein und arbeitet aktiv an der Neugestaltung wichtiger Prozesse im BFW Halle mit. Maßgebliche Effekte für die Öffentlichkeitsarbeit erzielten im Jahr 2011 die nationalen und internationalen Projekte, Arbeitsgruppen und Tagungen, bei denen Mitarbeiter und Rehabilitanden des BFW tätig waren. Besonders hervorzuheben sind dabei die Aktivitäten des Assessmentbereiches bei Augenärztetagungen und LowVision-Veranstaltungen mit Verbänden und Universitäten. Das Projekt „X-Press Your Vision“, welches durch die EU gefördert wurde; lief planmäßig zum 31.12.2011 aus. Das neu ab 2012 in Brüssel beantragte Projekt UPON ist nicht genehmigt worden. Das vorliegende mittelfristige Entwicklungskonzept wird für die Jahre 2012 bis 2016 entsprechend der Anforderungen der Gremien überarbeitet. Dieses schließt ein entsprechendes Personalentwicklungskonzept für diesen Zeitraum ein. Dieses Entwicklungskonzept wird jährlich fortgeschrieben. Eine Mitarbeiterin ging 2011 in die Passivphase der Altersteilzeit. 2011 waren durchschnittlich 73 (i. Vj. 74) Angestellte sowie 5 (i. Vj. 5) gewerbliche Arbeitnehmer im BFW Halle beschäftigt. Seit Juni 2011 unterstützen drei Bürgerarbeiter die Stammbelegschaft. Die Behindertenquote unter den Mitarbeitern lag bei 23,92 %. Sieben Mitarbeiter befinden sich in der Altersteilzeit. Im Februar 2011 erbrachte das BFW Halle inklusive der Geschäftsstelle Berlin im Rahmen eines Überwachungsaudits erneut den Nachweis, dass es ein Managementsystem entsprechend der Normgrundlage ISO 9001:2008 weiterhin aufrecht erhält und die Forderungen dieser Norm erfüllt werden. Gleichzeitig wurde dem BFW die Zertifizierung nach den Anforderungen des § 84 SGB III/§§ 7-8 AZWV erneut bescheinigt. Es wurde eine Mitarbeiterbefragung sowie eine Rehabilitandenbefragung durchgeführt. 2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft a) Vermögenslage Die Vermögenslage der Gesellschaft ist auch im Geschäftsjahr 2011 wiederum dadurch gekennzeichnet, dass das Anlagevermögen die wesentliche Position der Bilanzsumme darstellt. Die Finanzierung des Anlagevermögens erfolgte im Wesentlichen durch Eigenkapital, Investitionszuschüsse und Darlehen. Die Bilanzsumme des BFW Halle hat sich um TEUR 1.714 vermindert. Auf der Aktivseite ist die Verminderung insbesondere auf den Rückgang der flüssigen Mittel TEUR 1.118 zurückzuführen. Dabei spielt die Rückzahlung der Zinsen in Höhe von TEUR 462 nach Prüfung des Gesamtverwendungsnachweises durch das Bundesverwaltungsamt eine große Rolle. Weiterhin sank das Anlagevermögen um TEUR 609, wobei den Investitionen in das Sachanlagevermögen von TEUR 271 Abschreibungen auf Sachanlagen von TEUR 873 gegenüberstehen. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 399 von 528 Auf der Passivseite resultiert die Verminderung der Bilanzsumme insbesondere aus den gesunkenen Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen und Verbindlichkeiten aus Investitionsdarlehen sowie den um TEUR 216 verminderten Sonderposten aus Zuwendungen. Die Investitionsdarlehen sind aufgrund der Tilgung um TEUR 705 gesunken. Das bilanzielle Eigenkapital hat sich um den ausgewiesenen Jahresverlust in Höhe von TEUR 2 verringert. Der Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens sinkt in Höhe des Wegfalls der Zweckbindung (jährliche Abschreibung des geförderten Teils) um TEUR 216. Das wirtschaftliche Eigenkapital (bilanzielles Eigenkapital zuzüglich Sonderposten aus Zuwendungen) beträgt zum 31. Dezember 2011 TEUR 12.112, was einer wirtschaftlichen Eigenkapitalquote von 57,1 % entspricht. Damit ist die Vermögenslage des BFW Halle weiterhin durch eine solide Eigenkapitalausstattung gekennzeichnet. b) Finanzlage Die Finanzlage ist 2011 durch einen negativen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR -142 (i. Vj. TEUR 683) gekennzeichnet. Die Ursachen für den Rückgang liegen neben dem geringeren Jahresergebnis insbesondere in der Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten. Der Finanzmittelfonds sinkt damit um TEUR 1.118 im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesellschaft verfügt weiterhin über eine gute Liquiditätsausstattung. c) Ertragslage Die Ertragslage des BFW Halle stellt sich anhand einer betriebswirtschaftlichen Analyse wie folgt dar: Ergebnisveränderung % 91,1 8,9 100,0 13,2 54,9 12,4 11,3 0,1 91,9 8,1 1,8 5,2 -3,4 0 0,2 0,2 4,4 TEUR -490 -124 -614 -123 42 52 -87 1 -115 -499 13 -27 40 141 -14 155 -304 2011 TEUR Umsatzerlöse Andere laufende betriebliche Erträge Betriebsleistung Materialaufwand Personalaufwand Planmäßige Abschreibungen Betriebsaufwendungen Gewinnunabhängige Steuern Aufwendungen für die Betriebsleistung Betriebsergebnis Finanzerträge Finanzaufwendungen Finanzergebnis Neutrale Erträge Neutrale Aufwendungen Neutrales Ergebnis Jahresergebnis 5.692 480 6.172 777 3.766 892 680 8 6.123 49 133 325 -192 141 0 141 -2 % 92,2 7,8 100,0 12,6 61,0 14,5 11,0 0,1 99,2 0,8 2,2 5,3 -3,1 2,3 0 2,3 0,0 2010 TEUR 6.182 604 6.786 900 3.724 840 767 7 6.238 548 120 352 -232 0 14 14 302 Die periodenfremden Erträge betreffen die im Rahmen der Prüfung des Gesamtverwendungsnachweises die an die Bundesagentur für Arbeit überwiesenen Habenzinsen in Höhe von TEUR 141. Der Rückgang der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 490 resultiert im Wesentlichen aus einer Verminderung der durchschnittlichen Belegung von 129 auf 117 Rehabilitanden in den Vorbereitungs- und Hauptmaßnahmen. Gesundheit, Soziales, Bildung und Sport Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH Seite 400 von 528 Im Berichtsjahr fielen mit 42.266 Abrechnungstagen (i. Vj. 46.369) ca. 9,1 % weniger Maßnahmentage im Vergleich zum Vorjahr an. Gleichzeitig sanken die Umsätze aus den Maßnahmen für die DRV MD, die der Integration von nicht blinden und sehbehinderten Menschen dienen, im Jahr 2011 um TEUR 142. Die Tageskostensätze für die vorbereitenden und Hauptmaßnahmen, Anpassungs- und Integrationsmaßnahmen sowie Internatszuschlag stiegen 2011 gegenüber dem Vorjahr um 1,8 %. Die anderen Erträge waren in 2011 leicht rückläufig. Die planmäßige ertragswirksame Auflösung des Sonderpostens betrug im Jahr 2011 wie im Vorjahr TEUR 216. Die Betriebsleistung sank somit um TEUR 614. Durch die Haushaltssperre, welche am 27.06.2011 durch die Gesellschafterversammlung angeordnet wurde, konnten die Aufwendungen für die Betriebsleistung im Jahr 2011 um TEUR 115 im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden. Die Personalkosten sind im Jahr 2011 nur TEUR 42 höher als im Vorjahr. Dies ist in erster Linie dem dämpfenden Effekt der Altersteilzeit geschuldet. Das Betriebsergebnis sank so im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 499 auf TEUR 49. d) Finanzinstrumente Wesentliche originäre Finanzinstrumente für die Gesellschaft stellen die Finanzanlagen, die kurzfristigen Forderungen, liquiden Mittel sowie die Verbindlichkeiten aus Investitionsdarlehen der Sozialversicherungsträger dar. Derivative Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft nicht genutzt. Das Bonitäts- oder Ausfallrisiko ergibt sich aus der Gefahr, dass Geschäftspartner bei einem Geschäft über ein Finanzinstrument ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können und dadurch Vermögensverluste entstehen. Wesentliche Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungseinschränkungen sehen wir derzeit nicht. Bei den Finanzanlagen erfolgt die Anlage nahezu vorwiegend im eigenen Währungsraum, so dass kein Währungsrisiko besteht. Ein Zinsrisiko – d.h. mögliche Wertschwankungen eines Finanzinstrumentes aufgrund von Bewegungen des Marktzinssatzes – liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, jedoch bei den Finanzanlagen und den Verbindlichkeiten aus Investitionsdarlehen der Sozialversicherungsträger. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind ausschließlich fest verzinslich angelegt, sodass ein Zinsrisiko nicht besteht. Bei den Verbindlichkeiten aus Investitionsdarlehen sind ebenfalls feste Verzinsungen vereinbart. 3. Zukünftige Entwicklung sowie Chancen und Risiken Die Entwicklung des BFW Halle in den nächsten Jahren wird durch mehrere Entwicklungstendenzen beeinflusst. Zum Einen ist ein deutlicher Rückgang des Bedarfes an Vollqualifizierung - dem bisherigen Kerngeschäft des Berufsförderungswerkes - zu verzeichnen. Gefordert wird von den Rehabilitationsträgern eine Neuausrichtung des Leistungsangebotes und eine Restrukturierung der Kapazitäten und Strukturen. Maßgeblich dabei werden Gesichtspunkte wie Individualisierung, Vernetzung mit der Arbeitswelt und Flexibilisierung sein. Das Geschäftsfeld des Berufsförderungswerkes wird sich in der Zukunft von der vollen Umschulung hin zur Teilqualifizierung und/oder Integrationsleistung verlagern. Das Thema Inklusion und die Selbstbestimmung des behinderten Menschen spielen weiterhin eine große Rolle. Das BFW Halle muss immer mehr in die Lage sein, Schulungen überregional, mobil bzw. vor Ort anzubieten. Dementsprechend werden die Flexibilität und vor allem die Mobilitätsanforderungen an die Tätigkeit des BFW Halle sowie auch an deren Mitarbeiter zunehmen und zunehmen müssen. Letztendlich wird die Arbeit des BFW Halle durch die Entwicklungen des neuen Reha-Modells, welches mittlerweile als Geschäftsmodell der deutschen Berufsförderungswerke verabschiedet wurde, deutlich beeinflusst. Hier verspricht das BFW Halle die Individualisierung als System hinsichtlich Inhalte, Wege, Orte, Kosten bzw. Dauer, die Struktur von Lernunternehmen, Handlungsorientierung sowie individuelle Qualifizierungswege und Qualifizierungsinhalte. Der gesetzliche Auftrag ist die nachhaltige Integration von Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben. Maßgeblichste Herausforderung wird dabei zweifellos der recht dramatische Rückgang in den Belegungszahlen bei gleichzeitiger Anforderung zu erhöhten Flexibilisierung und Mobilität sein. Der Preis, die Dauer der Maßnahme, wohnortnahe Rehabilitation sowie erfolgreiche Integration der Absolventen werden also für die Rehabilitationsträger auch künftig zunehmend Kriterien für die Vergabe von Aufträgen darstellen. Hinzu kommen die hohen Ansprüche an die Individualität der Maßnahmen für einen zunehmend multimorbiden Teilnehmerkreis. Das Gebot von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit verpflichtet das BFW Halle als Leistungsanbieter dazu, die Leistungen unter Effizi