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Volume Nr. 1, 02.01.1908

Full text : Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain) Ausgabe 15.1908 (Public Domain)

(Kriedenauer
A«parteitsch<  Zeitung  für  kommunale  und  bürgerliche
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Erscheint  täglich  abends.

Zeitung.)
Organ  für  den  Iriedenauer  Ortsteil  von  Zchöneberg  und
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LlLttee  tue  ckeutkcke  grauen.

Druck  und  Verlag  von  Leo  Schultz,  Friedenau.
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sernlpreckrer:  Dr.  129.

Nr.  1.

Friedenau,  Donnerstag  den  2.  Januar  1908

IS.  Iahrg.

Aepefcherr.  I
st-rä,r»chten.
Berlin.  Im  Moltke-Harden  Prozeß  erschien  heure
der  Angeklagte  Harden  nicht  vor  Gericht.  Nach  dem
Bericht  des  Prof.  Eisenburg  hat  Harden  die  Nacht  im
Fieber  zugebracht  und  ist  heule  sein  Gesundheitszustand
sehr  geschwächt.  Der  Oberstaatsanwalt  beantragte  die  Fortsetzung ­
  der  Verhandlung  in  Hardens  Wohnung.  Er  gab
zu  diesem  Antrage  folgende  Begründung:  „Herrn  Harden
war  es  gleichgiltig,  ob  der  schwer  erkrankte  Fürst  Eulenburg ­
  hier  tot  zusammenbrechen  könnte.  Einem  solchen
Manne  wird  man  auch  im  Falle  der  Krankheit  schroff
gegenübertrelen  müssen.  Alle  Mittel  müssen  versucht
werden,  um  heute  weiter  zu  verhandeln.-  Das  Gericht
beschloß,  Medizinalrat  Hoffmann  und  Professor  Elsenburg
nach  der  Wohnung  zu  entsenden  und  den  Bericht  der
Sachverständigen  um  1  Uhr  entgegenzunehmen.
Köln.  Im  hiesigen  Krankenhause  verstarb  gestern
Vormittag  an  Herzlähmung  der  Mediziner  Profeffvr  Hcfsa.
Der  Verstorbene  befand  sich  auf  der  Rückreise  von  Antwerpen, ­
  wohin  er  sich  zum  Zwecke  eines  Konsilius  begeben
hatte.  Prof.  Hossa  stand  im  49.  Lebensjahre  und  war
Leiter  der  Berliner  chirurgisch-orthopädischen  Universitätsklinik. ­

Brüssel.  Gestern  früh  zerstörte  eine  gewaltige
FeuerSbrunst  die  große  Brüsseler  Mehlfabrik.  Das  Feuer
griff  so  schnell  um  sich,  daß  die  Löschmannschaften  sich
darauf  beschränken  mußten,  die  anstoßenden  Gebäude  zu
schützen.  Soweit  bis  jetzt  bekannt  geworden  ist,  sind
Personen  nicht  zu  Schaden  gekommen.
Allenstein.  stur  Mordaffäre  Schönebeck  in»rd
berichtet,  der  Hauptmann  v.  Goeben  solle  angeblich  schon
seit  Wochen  die  Absicht  gehabt  haben,  den  Major  zu
ermorden.  Angeblich  wird  das  Verfahren  nicht  wegen
Totschlag,  sondern  wegen  Mord  eingeleitet  werden.
Hannover.  In  der  Provinz  Hannover  sind  in  der
Syloesternacht  drei  Morde  verübt  worden.  In  Hannover
selbst  wurde  am  Neujahrsmorgen  in  der  Straße  Rößmühle  1
die  geschiedene  Ehefrau  des  Reisenden  Schulze  mit  durchschnittener ­
  Kehle  ermordet  aufgefunden,  ohne  das  es  bisher
gelungen  ist,  den  Täter  zu  ermitteln.  —  In  Dehrenberg
bei  Hameln  wurde  in  der  Silvesternacht  der  Knecht  Schröder
mit  durchschnittener  Schlagader  und  schweren  Verletzungen
am  Halse  tot  aufgefunden.  Der  mutmaßliche  Täler,  ein
Schmiedegeselle  aus  Alberniffen,  wurde  verhaftet.  —
Der  dritte  Mord  hat  sich  in  der  Heide  ereignet.  Jäger
fanden  gestern  Morgen  in  der  Steinbecker  Heid?  bei
Bispingen  die  Leiche  eines  Mannes  von  etwa  40  Jähren
mit  einer  Schußwunde  im  Rücken  tot  auf.  Nähere  Einzelheiten ­
  über  die  Tat  fehlen  noch.
Warschau.  In  Czeladz  wurde  der  Geheimpolizist
Pawlik  sowie  ein  ihn  begleitender  Soldat  auf  offener  Straße
von  Revolutionären  niedergeschoffen,  wobei  auch  eine  vorübergehende ­
  Frau  schwer  verwundet  wurde.

Leöenewege.
Roman
von
O.  Elster.
86,  (XaHtui  trzfcUt.)
Sie  wollte  nicht  mehr  in  die  vom  Mond  erhellte
tropische  Zaubernacht  hin  aus  träumen,  die  mit  ihren
Düften  und  ihrem  Leuchten  ihr  den  Verstand  verwirrte ­
  und  das  Herz  schwer  machte.  Sie  war  nicht
geschaffen  zum  Träumen;  sie  wollte  nicht  unerfüllten
und  unersüllbaren  Hoffnungen  nachhängen,  sondern
sie  wollte  das  Leben  nehmen,  wie  es  sich  ihr  bot,
und  dann  ihre  Entschlüsse  mit  Ruhe  und  Ueberlegung
fassen.  Don  einem  Glück  zu  träumen,  das  nicht  bestand, ­
  und  sich  selbst  in  ein  Glück  hineinzutäuschen  —
das  war  ihr  nicht  gegeben.
Sie  zog  den  Vorhang  vor  das  Fenster  und  begab ­
  sich  zur  Ruhe.  Aber  so  sehr  sie  auch  sonst  Herrin
ihrer  Gedanken  war,  heute  konnte  sie  dieselben  nicht
beherrschen,  und  sie  führten  ihre  träumende  Seele
fort  —  weit  fort  über  das  wogende  Weltmeer  in  die
alte  Heimat.
Drei  Tage  blieben  die  jungen  Mädchen  auf  der
Farm  John  Woods.  Elfriede  fand  immer  mehr  Geschmack ­
  an  diesem  Leben  in  der  freien,  großen  Natur.
Alles  lernte  sie  kennen  —  die  großen  Pferde-  und
Rinderherden;  die  meilenweiten  Baumwollenpflanjungen
  und  Maisfelder.  Sie  ritt  mit  John  und  Edith
auf  die  Jagd;  sie  ruhte  mit  ihnen  am  Lagerfeuer

Paris.  Jafolge  der  seit  gestern  dort  herrschenden
ungewohnten  Kälte  mit  Schneefall  sind  gestern  vier  Personen ­
  erfroren.
London.  Gestern  erfolgte  in  einer  Waffenhandlung
nahe  der  Guildhall  eine  Explosion.  Ein  Angestellter  der
Waffenhandlung  wurde  getötet,  mehrere  sind  verletzt,  zwei
Personen  werden  vermißt.  Der  Materialschaden  ist  bedeutend. ­

Barcelona.  Vor  dem  Hause  San  Pablostraße  40
hat  sich  hier  am  Dienstag  eine  Bombencxploston  ereignet,
durch  welche  ein  Schutzmann  getötet,  ein  anderer  Schutzmann ­
  und  ein  Händler  schwer  verwundet  wurden.  Ein
unbekannter  wurde  in  unzählige  Stücke  zerrissen.  Die
explodierte  Bombe  ist  eine  Artilleriegranate  und  hat  bedeutenden ­
  Sachschaden  angerichtet.  Im  nahe  gelegenen
Lyceum-Theater,  wo  gerade  eine  „Tannhäuser-"Aufführung
stattfand,  zersprangen  alle  Fensterscheibe,  so  daß  die  Vorstellung ­
  abgebrochen  werden  mußte.
Allgemeines.
o  Die  von  Vereinen  oder  Stiftungen  erlangte  „Rechtsfähigkeit" ­
  kann  nach  einem  Erlasse  des  Ministers  des
Inneren  künftig  durch  Veröffentlichung  im  „Amisblatte"
der  zuständigen  Regierung  bekannt  gemacht  werden.  Ein
dahin  zielender  Wunsch  einer  Vertretung  kaufmännischer
Jntereffenten  ist  vom  Minister  geprüft  und  danach  den
Regierungs-Präsidenten  Anweisung  erteilt  worden,  in  den
Fällen,  in  denen  ein  Verein  oder  eine  Stiftung  die  Rechtsfähigkeit ­
  durch  staatliche  (ministerielle  oder  landesherrliche)
Verleihung  oder  Genehmigung  erlangt  hat,  die  Veröffentlichung ­
  der  Verleihung  auf  Antrag  und  Kosten  des  Vereins
od?-  k-r  Stiftung  im  Regi-rnngs-Amtsblatte  herbeizuführen. ­

[]o  Die  unlauteren  Machenschaften  im  Fleischverkehr
haben  die  zuständigen  Minister  zum  Erlasse  einer  Verfügung, ­
  betr.  die  Ausführung  des  Fleichbeschau-Gesetzes
veranlaßt,  welche  abgeänderte  Ausführungsbestimn.ungeu,
das  Muster  einer  „Freibank-Ordnung",  Bestimmungen  über
die  Kontrolle  des  Fleischverkehrs  rc.  beigegeben  sind.  Es
wird  damit  eine  allgemeine  und  regelmäßige  Kontrolle  des
als  bedingt  tauglich  oder  minderwertig  beanstandeten
Fleisches  eingeführt.  Eine  solche  ist  durchaus  notwendig,
da  vielfach  Fleisch  von  kranken  oder  gar  krepierten  Tieren,
das  einer  Untersuchung  überhaupt  nicht  unterlegen  hat,
als  vollwertig  in  den  Handel  gebracht  wird.  Die  Freibank-Einrichtung ­
  bietet  dagegen  keinen  unbedingten  Schutz,
auch  die  Befreiung  der  Hausschlachtungen  vom  Bcschauzwang
  gebe  Anlaß  zu  Hinterziehungen.  Die  neuen  Vorschriften ­
  bezwecken  daher  hauptsächlich  die  Beaufsichtigung
des  Verbleibes  beanstandeten  Fleisches  bei  Verbringung
aus  dem  Schlachtorte,  sowie  die  Errichtung  und  den  Betrib
der  Freibänke.  Die  Kontrolle  soll  sich  indeß  auch  auf  die
sonstigen  Verkaufsstellen  —  Fleischmärkte,  Fleischerläden  rc.
—  beziehen  und  von  der  Polizei-Exekutivbehörde  unter
Heranziehung  der  beamteten  Tierärzte  regelmäßig  erfolgen.
und  besuchte  mit  ihnen  die  Hütten  der  Ranchleute,
die  Edith  mit  lachenden  Gesichtern  und  freudigen
Herzen  begrüßten.  Sie  alle  kannten  die  unerschrockene
Reiterin,  die  kühne  Jägerin,  die  selbst  vor  den  Bären
in  dem  nahen  Felsengebirge  Neu-Mexikos  nicht  zurückschreckte. ­

Hier  lernte  Elsriede  das  Dasein  von  einer  ganz
anderen  Seite  kennen.  Fast  fürchtete  sie  sich,  wieder
in  die  Fesseln  des  alten  konventionellen  Lebens  zurückzukehren, ­
  unter  die  strengen  Augen  der  Mistreß  Wood,
die  trotz  aller  ihrer  Bestrebungen  für  die  „Rechte  der
unterdrückten  Frau"  in  ihrem  Hause  und  der  Gesellschaft ­
  die.  herrschsüchtigste  Tyrannin  war.
An  dem  letzten  Abend  —  als  man  um  den  Kamin
zusammensaß,  in  welchem  ein  leichtes  Feuer  loderte,
da  es  empfindlich  kalt  geworden  war  —  sprach  Elfriede ­
  unumwunden  ihre  große  Freude  über  den  Aufenthalt ­
  auf  der  Ranch  aus.
Sie  bemerkte  nicht,  wie  die  Geschwister  einen  verständnisinnigen ­
  Blick  wechselten,  worauf  Edith  bald
aufstand  und  sich  unter  einem  Vorwand  entfernte.
John  und  Elfriede  blieben  allein.
Der  junge  Mann  schürte  in  dem  Feuer  herum
und  schwieg  eine  Weile.  Als  er  sich  wieder  aufrichtete,
war  sein  Gesicht  von  tiefer  Glut  übergössen,  er  schien
nach  Worten  zu  suchen.  Dann  erhob  er  sich  und  trat
dicht  vor  Elfriede  hin,  die  nicht  ohne  Erstaunen  zu
ihm  emporblickte.
In  seinen  Augen  flammte  es  auf,  und  jetzt  wußte
Elfriede,  waLtitm  Edith  sie  allein  gLla.jen.

Lokales.
(Nachdruck  unserer  o-Originaiartikel  uuc  rni!  Quellenangabe  gestattet.)
o  DaS  neue  Jahr!  In  der  üblichen  Weise  nahm
auch  diesmal  das  alte  Jahr  seinen  Abschied  und  mit
Glockengeläut,  Kanonenschlägen,  Feuerwerk  und  Prositrufen
  wurde  das  neue  Jahr  begrüßt.  Das  Alle  ist  tot,
es  lebe  das  Neue.  —  In  den  Kirchen  wurde  das  alte
Jahr  am  Dienstag  mit  einer  Jahresschlußfeier  beendet.
Man  sagte  Gott  Dank  sür  alles,  was  er  im  vergangenen
Jahre  an  uns  getan  und  erbat  seinen  Segen  für  das  neue
Jahr.  —  Nachdem  man  die  letzten  Stunden  des  alten
Jahres  dann  in  frohem  Kreise  verlebt,  man  bei  Bleigießen
und  auch  auf  andere  Art  Fragen  an  das  Schicksal  gerichtet ­
  hatte,  begrüßte  man  in  froher  Hoffnung  doS
neue  Jahr;  von  ihm  erwartet  man  das  Beste,  das  Glück
und  den  Segen.  Wie  viele  schöne  Wünsche  wurden  dargebracht ­
  und  wie  selig  wiegte  man  sich  da  in  schönen  Zuknnftsträumen?
  Möge  doch  alles  sich  erfüllen  und  jede
Stunde  dieses  Jahres  so  fröhlich  sein,  wie  die  erste!  —
In  Friedenau  war  das  Neujahrstreiben  auf  den  Straßen
nicht  so  lebhaft,  wie  in  früheren  Jahren.  Um  12  Uhr
wurde  zwar  in  den  Straßen  recht  stürmisch  „Profil  Neujahr" ­
  gerufen,  es  wurden  auch  Kanonenschläge  losgelassen,
im  Allgemeinen  aber  behielt  dieses  Treiben  einen  soliden
und  gemütlichen  Charakter  und  waren  Ausschreitungen  nicht
zu  verzeichnen.  Unsere  Polizeibeamten  hatten  also  nicht
nötig  gehabt,  einzuschreiten  und  nur  in  einem  Lokale  war
es  zu  einer  blutigen  Schlägerei  gekommen,  bei  der  ein
Kellner  schwer  verletzt  wurde.  Um  1 / 2 1  Ühr  hatte  das
Treiben  auf  der  Straße  schon  ein  Ende  gefunden  und  bloß
auf  Bummelfahrten  Begriffene  riefen  sich  beim  Begegnen
aus  der  Straße  den  Neujuhisgcuß  zu.  Die  Lokale  waren
gut  besucht  und  lustige  Menschen  blieben  hier  bis  zum
Erscheinen  des  Tageslichtes  zusammen.  —  Auch  in  Berlin
ist  diesmal  die  Silvesternacht  etwas  ruhiger  und  „harmloser" ­
  verlaufen  als  in  den  vergangenen  Jahren.  Nur  in
der  Chausseestraße,  am  Wedding,  auf  dem  Gesundbrunnen
und  in  der  Frankfurter  Allee  kam  es  zu  gröberen  Exzeffen
und  blutigen  Auftritten.  Im  ganzen  dürften  in  der  Neujahrsnacht ­
  etwa  80  Personen  zu  Schaden  gekommen  sein.
In  der  unmittelbar  an  der  Friedrichstraße  belegeneu  Unfallstation ­
  13  wurden  18  Verletzte  verbunden.  Auf  der  Sanitäiswache
  in  der  Lindowerstroße  wurden  14  Verwundete
eingeliefert,  von  denen  die  meisten  überfallen  und  recht
Übel  zugerichtet  worden  waren.  Einige  der  Verletzten  mußten
nach  Krankenhäusern  gebracht  werden.  —  Mit  der  Reujahrsfeier
  sind  die  Festtage  vorüber  und  Ruhe  und  Gleichmäßigkeit ­
  tritt  nun  wieder  ein.  Das  Alltägliche  gewinnt
wieder  die  Oberhand  und  das  Sorgen  und  Mühen,  das
man  auf  einige  Stunden  vergeffen  hatte,  nimmt  seinen
Fortgang,  auch  im  —  neuen  Jahre!  —  Es  bleibt  immer
dasselbe.
o  Künstlerische  und  wissenschaftliche  Vortragsabende ­
  in  Friedenau.  Die  Anregung  zur  Veranstaltung
von  Knnstabenden  in  Friedenau  hat  einen  guten  Nähr-Sie

  senkte  den  Kopf  und  hörte  Johns  Worte  wie
aus  weiter  Entfernung.
„Sie  sagten  soeben,"  sprach  er  zuerst  zögernd
und  unsicher,  dann  immer  fester  werdend,  „daß  Ihnen
das  Leben  hier  in  der  Natur,  fern  von  der  großen
Welt,  gefallen  hat.  Ich  danke  Ihnen  für  dieses  Wort.
Sie  wissen,  auch  ich  liebe  das  Leben  in  der  großen
Welt  nicht.  Als  ich  Sie  bei  meinem  letzten  Aufenthalt ­
  in  New  Aork  kennen  lernte,  Miß  Elfriede,  da
kam  mir  das  Gefühl,  daß  ich  hier  draußen  doch  recht
einsam  lebte  —  und  daß  es  doch  sehr  schön  sein  müßte,'
mit  einem  gleichgesinnten  Menschen  in  inniger  Gemeinschaft ­
  hier  zusammen  leben  zu  dürfen.  Ich  kann
nicht  viel  Worte  machen,  Miß  Elfriede,  ich  kann  nur
sagen,  daß  ich  Sie  seit  dem  ersten  Tage,  wo  ich  Sie
sah,  geliebt  habe  und  daß  mich  seitdem  der  Gedanke
nicht  verlassen  hat,  wie  schön  es  sein  müßte,  wenn
Sie  mein  Weib  werden  und  mit  mir  hier  leben  wollten.
Ich  wollte  Sie  aber  vorher  prüfen,  ob  dieses  Leben
hier  Ihnen  auch  gefiele,  deshalb  bat  ich  Edith,  Sie
auf  einige  Tage  hierher  zu  bringen.  Und  nun  verzeihen ­
  Sie  mir,  Miß  Elfriede,  wenn  ich  Sie  verletzt
habe.  Wenn  meine  Worte  Ihnen  unangenehm  find,
dann  vergessen  Sie  dieselben  —  ich  werde  mich  dann
schon  mit  meinem  Mißgeschick  abfinden."
Elfriede  sah  zu  ihm  auf.  Sein  ganzes  Wesen
drückte  soviel  einfache  Ehrlichkeit,  gemischt  mit  einiger
Verlegenheit  aus,  daß  sie  gerührt  wurde.  Sie  reichte
ihm  die  Hand.
(Fortsetzung  folgt.)
            
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