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VI. Im Kittchen

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

„Seid Ihr schon da?" wiederholte der lange, magere Mensch leise.

„Woll," tönte es herauf.

„Ich bin da. . . Karl."

„Und Fritz?"

„Kommt gleich. Er holt bloß noch ein paar Stücke Brot, die er uffgespart hat vor Dir... Hast Du 'ne Strippe?"

„Ja-"

„Denn laß se durchs Fenster . . . Bist Du ooch da,

Fritze?"

„Hier!" Eine tiefe, branntweinheisere Stimme neben dem Berliner sprach jetzt.

„Js Walter da?"

„Ja, hier bin ich."

„So. Denn laß man ’n Bindfaden runter!"

Der Lange schlich sich ans Fenster, wo er sich auf den dreibeinigen Schemel stellte und das schwere, an eiserner Gleitstange schräg zu stellende Fenster langsam herunterließ. Dann warf er den Bindfaden herab und wartete, bis unten angezogen wurde. Gleich daraus merkte er, wie die Schnur frei wurde, und zog sie mit dem darangebundenen Brot hinauf. Aber er beeilte sich. das Fenster wieder zu schließen; denn der Militär-posten, der das Quietschen des Metalls wohl gehört haben mochte, war stehen geblieben und rief etwas hinauf.

Dann war der lange Gefangene, den die anderen Walter nannten, gleich wieder an dem etwas frag-würdigen Sprachrohr.

„Wie lange hast Du denn Kostentziehnng?" fragte Karl von unten.

„Fünf Tage."

„Na, denn futtere man erst, hast wohl mächtigen Kohldampf."
        
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