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VI. Im Kittchen

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

VI. 
Im äiffdieii 
In schwarzen Wolkenfalten hing der Nachthimmel 
über dem Gefängnis, das aus zahllosen glühenden 
Augen hinaussah in die Finsternis. Die Gefangenen 
arbeiteten noch, und ein Durcheinander von klopfenden, 
hämmernden, schnurrenden, zischenden Tönen drang aus 
den meist geöffneten schweren Eisenfenstern, die in regel¬ 
mäßigen Abständen neben- und übereinander die Bauart 
des Gebäudes mit leuchtenden Punkten auf die Mauer 
zeichneten. 
Auf den gepflasterten Wegen, welche den Gefängnis¬ 
hof durchkreuzten, klang der dumpfe Tritt des Militär¬ 
postens, und hin und wieder kam es undeutlich und 
windverweht, einer Geisterstimme gleich, herüber, wenn 
der Soldat ein paar Worte mit dem Pförtner wechselte, 
welcher drüben links im Torhäuschen die Wache hielt. 
Dann aber machte sich der Sturm auf. Er sprang 
über die hohe, unübersteigliche Mauer mit einem Satz 
hinweg und raste durch den Hof und schüttelte die regen- 
nassen Aeste der vier Lindenbäume um den großen 
Kandelaber, daß sie ächzten. Er klapperte lustig mit den 
Glasscheiben der Laternen und suchte ihre gelben, trüb 
flackernden Flämmchen zu verlöschen. Auch an den
        
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