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V. In der Kaschemmme

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

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Großstadt-Dokumente Bd. 28. Schwere Jungen.

so paradox das klingen mag, das Gefühl der Freiheit. Sie wollen nicht arbeiten, weniger weil sie faul sind — denn das Einbrechen selbst ist durchaus keine so leichte Sache und erfordert den höchsten Mut, Kaltblütigkeit und die Anspannung aller Kräfte —, sondern sie wollen sich nicht freiwillig in die Knechtschaft begeben. Zwingt die Konsequenz ihrer Handlungen sie nachher, gar Sklavendienste zu tun, so nehmen sie das als etwas Unabänderliches hin. Aber wiederum in der Aussicht und in der Hoffnung auf die freie Selbständigkeit ihres Verbrecherlebens.

Meist sind es falschverstandene und von Kind auf mißleitete Energieen. Oft aber auch hysterische und in ihrer geistigen Komposition abnorme Menschen. Sehr selten gehören sie zu den Untüchtigen und Mittelmäßigen, von welchen unsere Zeit wimmelt.

Es ist keine Frage, daß der Egoismus der Gesellschaft berechtigt ist, wenn diese sich derjenigen versichert, die gesetzwidrige Eingriffe in das Eigentum oder gar in das Leben ihrer Glieder machen: Aber die Art, wie man den Verbrechern heute zu Leibe geht, ist falsch und hat ihre Unrichtigkeit in Jahrtausenden erwiesen. Es wäre nur selbstverständlich, wenn die immer wachsende Intelligenz der Menschen auch hierin Wandel schaffte und wenn sie sich für die Folge nicht allein bei der Strafvollstreckung von den Gedanken der Humanität leiten ließe, sondern diese auch schon, und in noch viel weiterem Umfange, bei der Strafverfolgung in Anwendung brächte.
        
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