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IV. Die Jugendlichen

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

44	Großstadt-Dokumente	Bd.	28.	Schwere	Jungen.

es. Entsagung dem andern zu predigen, leicht ist es, sie selbst zu lernen, wenn man von allem gekostet hat, aber schwer, unendlich schwer, sie zu üben, wenn die gierigen Augen nach allem Wünschenswerten hin nur immer von ferne blicken dürfen und durften.

Und gar bei einem Kinde! . . . Das ganz kleine langt nach dem Mond. wenn es die Mutter auf dem Arme hält, und will den hübschen silbernen Taler herunterholen. Zehn Jahre genügen nicht, um in dem blinkenden Silberstück einen jener Sterne erkennen zu lassen, die man nicht begehrt.

Aber wenn schon in völlig ruhiger Gemütsverfassung dem Kinde, dessen Instinkte stark und rege sind, oft die Kraft fehlt, sie durch den Verstand zu meistern, so bedarf es nur eines einzigen Affektzustandes, um dem schwachen Händchen die Zügel des Lebenswagens aus der Hand zu reißen, der dann in toller Fahrt bergab kollert.

Sie ist so einfach, diese Weisheit, so unsagbar ein-sach ... wie ist es nur möglich, daß unsere Gesetzgeber und Richter, die doch auch Kinder haben, sich ihr immer noch verschließen? . . .
        
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