Path:
IV. Die Jugendlichen

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

40	Gr oßstadt-Dokumente Bd. 28. Schwere Jungen.

„Un schließlich ham se'n bei uns zu Hause in die Senkjrube jefun’!"

Dem Aelteren stand das Grausen auf dem einfältigen Gesicht.

„Na, wa a 't denn, Dein Vata?" fragte er.

Willy zuckte die Achseln.

„Weeß ick? ... Jnjestanden hat a 't tiich ... aba ick jloobe, meine Mutta, die weeß . . . denn die hat imma jebetet vor ihm ..."

„Un sonst hätten seit vaurteilt, wenn er sich nich . .	Otto faßte mit dem Daumen und Zeigefinger

der linken Hand um seinen Hals und streckte dabei die Zunge 'raus.

„Ja, wahrscheinlich hätt' a ranjemußt," meinte Willy.

„Ja, wenn se uns nu aba ooch rankriejen?"

Ottos Gesicht wurde starr, und seine Augen schienen noch blasser zu werden bei dem Gedanken an ihr beider Schicksal.

Willy tippte sich an die niedere Stirn.

„Ick hab da doch schon dauseudmal jesacht, Mensch! Wat uns passieren kann, sind heechstens fuffzehn Jahre Zuchthaus!.. . Na, un wat wißte, wenn ick die wirklich runterreiße, denn bin ick imma noch nicht dreißig, wenn ick wieda 'rauskomme! ..."

„Wenn 't man wah is!" meinte der andere sorgenvoll, „aba, nu woll'n wa gehn, wa kenn' doch nich ewig hier uff denselben Fleck sitzen bleiben! ..."

Sie gingen.

Die Sonne kam höher und erwärmte den im Maienhauch sanft atmenden Wald.

Die Chaussee vermeidend, trotteten sie zwischen den Bäumen dahin, wie ein paar junge Wölfe, in steter Angst vor dem Verfolger, mit den Erinnerungen an das begangene Verbrechen spielend und, mindestens der eine,
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.