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IV. Die Jugendlichen

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

IV. Die Jugendlichen. 89 
„Wat denn vor 'ne Erbschaft? ... Du sagst doch, 
Dein Olla hette nischt ttich hinterlassen? .. 
Willy lächelte überlegen. 
„Da haste janz recht.. . aber seh' mal, Otte, sterben 
urt sterben bet is zweerlei! .. . weeßt Du denn, wie mein 
Olla jestorben is?" 
Mit offnem Munde, in dem die schlechten Zähne 
sichtbar wurden, sah ihn der Aeltere an. 
Langsam und offenbar auf den Eindruck, den er 
machen würde, begierig, sagte Willy: 
„Uffjehängt hat a sich. mein Olla! . .. aber wo? 
... weeßte ooch, wo. Otte?" 
Der andere schüttelte den Kopf. 
„Jn't Untersuchungsgefängnis. . . . Un weeßte, 
warum? .. . nee, det weeßte ooch nicht, wat?" 
Der Große schüttelte abermals den dabei so merk¬ 
würdig wackelnden Schädel. 
„Na, denn wer' ick et Dir sagen: wejen Möcht!! . .. 
Ick wa ja damals noch ’n kleena Junge, aba ick weeß 
noch janz jenau ... wir hatten da 'n Dienstmeechen, 
sone blonde mit blaue Oogen. Un die wollte eenes 
scheenen Dages rüber nach Fürstenberg, nach de Spar 
fasse, weil se jeerbt hatte, un det Jeld dahin bring', un 
da fragte sie mein' Ollen, wie se't am besten vastechen 
sollte, det Jeld ... un da sagte der so aus Spaß: in't 
Haar! 't loar nämlich Papierjeld. Un det hat se ooch 
jemacht. . .. Un nachher, da haut se ihr jefund', in 'ne 
Schonung, aber der Kopp von det Meechen, mit det Haar, 
wo det Jeld drinne war, der wa nicht dran!" 
„Aber wieso denn?" fragte der vor Schreck erblaßte 
Gefährte mit zager Stimme. 
„Na, er wa abjeschnitten!" Willy sah mit halb 
zugekniffenen Augen, die Lippen spitzend, auf den ehe¬ 
maligen Laufburschen.
        
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