Path:
III. Geldschrankknacker

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

32 Großstadt-Dokumente Bd. 38. Schwere Jungen.

Freilich, der Panzerheinrich nützt heute nicht mehr viel, denn die Geldschränke bestehen sozusagen aus einem einzigen Stück, das heißt, die Stahlplatten werden derartig ineinander gewalzt, daß der Moskuppen keine Angriffspunkte mehr für den sogenannten Krummkopf^ bietet.

Nun läge es nahe, die Panzerplatten anzubohren, um sie dann mit dem Wricker stückweise herauszubrechen. Und das geschieht in der Tat. Es giebt besonders in Amerika Fabriken, die sich nur mit der Herstellung von Diebs- und Einbruchswerkzeugen befassen. Im großen ganzen werden diese Gerätschaften wohl meistens von den oft sehr kunstfertigen Gaunern mit einer manch mal geradezu unglaublichen Raffiniertheit ausgeklügelt und selbst hergestellt. So gibt es Bohrer, welche durch eine elektrische Batterie, die der Verbrecher mit sich führt, in Tätigkeit gesetzt werden und die hie und da zu einem ganzen System pereiuigt, auch einer starken Panzerplatte wohl gefährlich werden könnten.

In Hamburg fand eines Tages ein Bankier, wie er frühmorgens sein Geschäftslokal betrat, den Fußboden des im Parterre belegenen Raumes aufgebrochen.

Durch dieses Loch war vorn Keller aus ein Schwerverbrecher eingedrungen und hatte im Lokal einen großen Koffer zurückgelassen, der neben verschiedenen andern Werkzeugen zwei mit Kohlensäure gefüllte Eisencylinder, wie sie die Gastwirte benutzen, enthielt.

Der Inhalt der dritten Eisenflasche, die leer an der Wand stand, war offenbar benutzt worden, um ein Gebläse zu speisen, mittels dessen der Einbrecher die Panzerplatten des Geldschranks aufzuschmelzen beabsichtigt hatte! Der Mann schien auch schon recht hübsch weit gekommen zu sein, aber wahrscheinlich war ihm die Zeit knapp geworden. er war verduftet, und nie wurde eine Spur von ihm gefunden.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.