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III. Geldschrankknacker

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

26	Großstadt-Dokumente Bd. 28. Schwere Jungen.

Wie er zerkratzt und mit einer blutenden Schramme am Ohr die Treppe hinabging, da war's ihm so, als habe er vorhin, vor dem Krach, als er und die rote Emmi noch zärtlich miteinander waren, dieser gesagt, was er und seine Freunde heute uacht vorhatten. Aber er dachte nicht weiter daran, sondern ging fort und stieß gegen Abend zu den beiden anderen, die inzwischen das Schränkzeng besorgt hatten, das Revolverfred in einer alten Ledertasche trug, wie sie die Telegraphenarbeiter zu ihreu Werkzeugen benutzen.

Dieser Revolverfred, ein ziemlich großer, stramm gebauter Mensch mit stark entwickelter Nackenpartie, trug auf seinem auffällig runden Kopf eine blaue Leinenmütze, die das noch immer kurzgeschorene Haar wenigstens einigermaßen verdeckte. Er hatte helle, glasharte Augen von gelblichbrauner Farbe und machte durchaus den Ein druck eines geschmeidigen, seiner Beute sicheren Raubtieres.

Die drei teilten sich nun und fuhren jeder einzeln mit der Stadtbahn hinaus nach Charlottenburg.

Ein Stück hinter dem Tiergarten-Bahnhof trafen sie wieder zusammen. Schiefneese dachte daran, seinen Korn plizen etwas davon zu sagen, daß er doch mit seiner Braut davon gesprochen habe; aber eine nicht ungerecht fertigte Angst, sie möchten ihn das entgelten lassen oder ihn am Ende gar von ihrem Vorhaben ganz ausschließen, bannte seine Zunge.

Sie gingen die Chaussee hinunter bis zum Wasser und dann das Ufer entlang, dessen staubige Straße von den hier verkehrenden Lastwagen wie in einen grauen Schleier gehüllt schien.

Narbenennl und Schiefneese schimpften über den atembeklemmenden Staub, Revolverfred aber blickte starr vor sich hin, seine leidenschaftliche Seele war schon gan; bei der Tat, die er begehen wollte.
        
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