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III. Geldschrankknacker

Full text: Schwere Jungen / Hyan, Hans

III. Geldschrankknacker.	25

Die andern lachten, und dann verabredeten sie den Einbruch noch für dieselbe Nacht.

Es war ein heißer Sommertag, und Schiefneese schwankte ein bischen, als er die Penne verließ.

Revolverfred und Narbenemil gingen nach links, und wie Schiefneese die kleine Gasse, die bis an die Spree hinabführte, herunterkam, stand an der nächsten Ecke, aber so gedeckt, daß sie von weitem nicht zu sehen war, die rote Emmi und lauerte ihm auf.

Es war ein nettes und noch junges Mädchen mit vollen Formen und brandrotem Haar. Ihr sinnliches Gesicht sah halb lachend, halb schmollend ihrem Liebsten entgegen, der aber den Kopf mit anderen Dingen voll hatte und überdies von seinen Genossen gewarnt war, sie ja nicht zu vermasseln.

So stieß er das Mädel brutal zurück; sie aber ließ sich nicht abweisen, ging immer neben ihm' her und überredete ihn schließlich doch, mit in ihre Wohnung zu kommen.

Dort erwiderte er anfangs ihre Zärtlichkeiten; dann aber, wohl fühlend, daß das Weib ihm mit ihrer Liebe seine Energie und Spannkraft für die in der Nacht geplante Unternehmung raubte, wurde Schiefneese, der überhaupt zu den roheren seines Metiers gehörte, auf einmal böse und mißhandelte das arme Mädchen. *

Zuerst nahm sie es noch für Scherz; wie er dann aber immer gröber zuschlug und ihr mit einem brutalen Hieb mitten ins Gesicht die Zähne bluten machte, da fing sie ebenfalls an, unangenehm zu werden, und wehrte sich wie eine wilde Katze.

Die Nachbarn klopften schon an die Wand, Flaschen und Gläser und eine Lampe waren zerschlagen, als Schiefneese, Verwünschungen ausstoßend und seine Braut mit den gemeinsten Schimpfworten belegend, abzog.
        
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