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Im Gefängnis

Full text: Sechs Monate Arbeitshaus / Schuchardt, Ernst

Im Gefängnis. 19 
^e^e, Wc ich dem Schneider darauf: „Du bist ja eine 
schone Rube, erst hast den Braunschweiger Ballert (Wald) un¬ 
sicher gemacht mit Deinem Schäferkarren. Hast wie der Graf 
von Gleichen „Morrnonisrnus" studiert, Deine Alte und die 
Schickse racheilt (coitiert), und dann kommt noch dazu daß 
Deine Olsche und die Schickse für Dich talfen (betteln) mußten 
)ier werden sie Dir und Deiner Rieke schon die Flötentöne 
erbringen und zu Winde verknacksen (verurteilen). Da kannst 
Du den feinen Salzgeruch vom Soolbad bei Großsalze 
schnuppern!" 01 ° 
,el6ft b°rüb°r und wir.mit dazu. 
V«\ f s i [ t ist denn mit Dir los. 
,, ^^"och feit anno Tobak auch nicht gearbeitet und vor 
fünf Wochen warst auch schon hier. Wenn ich Salze besuchen 
muß, dann treffen wir beide uns dort und mehr als Du be¬ 
komme ich auch nicht!" 
Wir schälten dabei die Kartoffeln, als ging es in Akkord, 
denn die anderen drei Mann wollten zeigen, was für arbeits¬ 
willige Leute sie waren. Sie lebten in der Einbildung, darum 
weniger Strafe zu erwischen. 
ben K«b°n heraus, weil im 
3uni bald kerne mehr tauglich ist, und wir hatten viel »fall. 
®«6 es m unserer Zelle stank, trotzdem das Fenster geöffnet 
war, soll nur nebenbei erwähnt werden! 
i ®an" m‘^ieItetI wir uns über das Kittchen. Vereine 
sagte. . Bin schon vier Wochen hier und nächste Woche am 
Donnerj ag komme ich heraus. Die vergangene Woche waren 
Kartoffeln noch viel schlechter, die stanken wie die Pest 
und es konnte nur ein Teil verbraucht werden, die anderen 
waren nicht zu genießen. Der Lieferant wollte noch mehr solche 
miÜL 'Ts °6f kr Oberaufseher ließ ihn die Kartoffeln 
h .ai‘r '' ®a8cn laden und am anderen Tage brachte 
der Lieferant etwas bessere Ware!" 
„Was meinst Du wohl. im Jahre 1898 habe ich bei einem 
Armeelieferanten Kartoffeln sortiert. Es war in Magdeburg-
        
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